Archiv für everyday life

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Das mit dem Zahn dauert. Eigentlich hätte der Zahn schon gefüllt werden sollen, aber er ist immer noch entzündet. Als die Ärztin hingebohrt hat, war das sauschmerzhaft nicht so angenehm. Also große Spritze bekommen, wo ich dann gar nichts mehr gespürt habe, und nochmal Kortison Provisorium für einen Monat. Mir ist alles recht, weil ich keine Schmerzen mehr habe. Also wenn nicht gerade am Nerv herumgebohrt wird.

Ansonsten angekommen in der “neuen Normalität”. Ich hab aus dem zweiten Härtefallfond auch wieder Geld bekommen, aber mittlerweile soviele neue Projekte, dass ich mich wieder selbst finanzieren kann. Was natürlich gut ist. Beim Friseur war ich auch schon – also bei meiner Mutter, aber ganz safe mit MNS und alles outdoor. Man glaubt gar nicht, welches Aufsehen das im Garten erregt hat. Alle Vorbeigehenden sind stehen geblieben und haben voller Neid auf mich geblickt, garniert mit Kommentaren wie: “Ah die Friseure sind wieder offen” und “Wann gibts den nächsten Termin?” Früher hat das kein Schwein interessiert, wenn mir meine Mutter im Garten die Haare geschnitten hat, so ändern sich die Zeiten.

Nächste Woche geht die Schule wieder los, gemischte Gefühle wie das alles vonstatten gehen wird. Aber soviel Schule ist kommende Woche noch nicht, ein Tag, um genau zu sein für das Kind. Davon zwei Turnstunden und eine Stunde Musik, was ja nicht in gewohnter Form stattfinden kann und eine Stunde Religion, ähm ja eh.

Die Ruhe von Corona mischt sich wieder mit Alltagsgeräuschen, wenn sie auch noch schallgedämpft sind… ich hoffe ja, dass ein Teil dieser Ruhe, dieses “nichts muss”, dieser angenehmen Terminfreiheit bleiben wird – und auch der besonderen Nähe, die ich während dieser Zeit empfunden habe.

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So, jetzt hab ich eine Krone weniger.

Ich kann berichten, das wird gar nicht mit Hammer und Meißel entfernt, sondern viel harmloser. Einfach rausgebohrt. Dauert aber doch recht lange, tut aber nicht weh. Weh tut es dann, wenn die Ärztin zur Wurzel bohrt (oder whatever sie da gemacht hat). Wusstet ihr, dass ZahnärztInnen Kreislauftropfen für Notfälle lagernd haben? Ich weiß es jetzt. Und ich finde es spannend, dass ich bei der Geburt meines Kindes weniger Kreislaufprobleme hatte als wegen eines Zahndings.

Na jedenfalls wars höchste Zeit, dass die Krone wegkam, drunter war nämlich alles, na ja sagen wir nicht schön. Jetzt weiß ich, wieso ich seit drei Jahren mehr oder weniger latente Schmerzen hatte und nicht kauen konnte. Offenbar wurde da schon beim Einbau der Krone einiges na ja sagen wir nicht, nicht ganz optimal gemacht.

Das Schöne jetzt ist, ich hab keine Schmerzen mehr. Es ist so super.

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Das Kind gestern mit den Mathebüchern in der Hand getroffen.

Ich : “Bitte mach das in deinem Zimmer, das interessiert mich nicht”

Kind (nach Lachanfall): “Was soll das heißen, das interessiert dich nicht?”

Ich: “Genau das, was ich gesagt habe.”

Harhar. Doch dann geschah erstaunliches. Das Kind kannte sich nicht aus und so musste ich mir doch den Stoff – Gleichungen – ansehen. Und ich rechnete selbst für mich und sah, dass es gut war. Ich kann tatsächlich Gleichungen lösen. Und es sogar dem Kind erklären.

Es ist eine Offenbarung.

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Heut war ich beim Zahnarzt. Wow wie spannend, denkt man sich außerhalb von Corona, aber während Corona ist das schon eine kleine Sensation.

Ich war deshalb beim Zahnarzt, weil ich schlimme Schmerzen hatte. Seit Tagen überlege ich herum, aber die Schmerzen waren stärker. Also bin ich erstmals seit dem Lockdown mit den Öffis gefahren – darf man ja jetzt wieder zum “Freizeitvergnügen” und habe den ganzen Weg die Schutzmaske getragen. Auch im Wartezimmer, bis ich mich auf den Zahnarztstuhl gesetzt habe. Da hab ich sie dann weggegeben und den Mund aufgemacht, damit mir jemand seine Finger in selbigen stecken kann. Harhar. Aber ich konnte die Zahnärztin dabei beobachten, wie sie fast zwei Minuten lang die Hände gewaschen, und desinfiziert hat.

Ich brauche übrigens eine neue Krone. Stammleser werden sich erinnern, dass ich vor gut drei Jahren eine bekommen habe, aber damit war ich irgendwie vom Pech verfolgt. Von Anfang an war oft das Zahnfleisch drumherum entzündet, ich konnte schlecht drauf beißen etc. Aber weil ich relativ schmerzgenügsam bin, und die Krone laut (verschiedenen) Ärzten “an sich” gut gemacht ist und auch die Wurzeln ok waren, hab ich es halt ausgehalten. Aber jetzt gehts nicht mehr.

Nun nehm ich Antibiotika und nächste Woche wird mir dann die alte Krone “entfernt” – ich habe nur vage Vorstellungen davon, wie das geschehen wird und will auf keinenfall googlen, und dann wird geschaut, was denn so wirklich da “drumherum” los ist. Dann krieg ich mal ein Provisorium und dann eine neue. Es wird teuer, es wird mühsam, es wird hoffentlich der Beginn einer neuen Ära, wo ich wieder normal auf beiden Mundseiten kaufen kann, wie andere Menschen auch. #thinkpink

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Jetzt hab ich meinen Homeschooling Endgegner gefunden: der Werkunterricht. Aka “Bastle ein Osterkörbchen nach einem Youtube Tutiorial”.

Mein Kind und ich, wir haben nicht so die große Werkbegabung. Also setzen wir uns vor das 15 minütige Youtube Erklärbär Video, das komplett ohne Worte auskommt. Im Prinzip muss man nur nachbasteln, was jemand mit schönen Händen einem vor-bastelt. Klingt einfach, ist es aber nicht unbedingt.

Ich bin ja eher so der Mensch “nach Augenmaß”. Das war beim Grammatiklernen schon so. A la: Wieso sollt ich Grammatikregeln lernen, wenn ich es auch nach Gefühl machen kann? Bei Sprachen hat das immer sehr gut funktioniert, Mathematik nach Gefühl hat dann schon deutlich schlechter geklappt. Deshalb hab ich übrigens auch noch nie was gebacken. Abgesehen davon, dass ich schon bei den Mengenangaben scheitere (“Was sind 250 ml?”).

Das Osterkörbchen war dann nach gut drei Stunden und mehreren Anläufen fertig. Die Frage ist, wie fotografieren wir es jetzt möglichst von seiner Schokoladenseite? Harhar.

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Corona macht es möglich, dass man echt idiotische Gedanken hat. Zum Beispiel: Wie herrlich sorgenfrei war mein Leben, als mein größtes Problem ein von mir selbst verursachter Kratzer im Auto war?

Mein medialer Comic relief ist und bleibt Tarek Leitner, heute auch wieder super, als er plötzlich mit Gesichtsmaske in der ZIB1 auftauchte. Wir werden uns daran gewöhnen (müssen), aber noch erschrickt man doch immer noch kurz, wenn man jemanden mit Maske sieht.

Ich habe allerdings seit gestern auch eine Maske und na ja, so sehe ich aus:

Haben wir schon einen hashtag? #maskselfie oder so?

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Was ist jetzt schwierig und weniger schwierig als erwartet, an der de facto Ausgangssperre inklusiver partielle Lockdown für mich persönlich?

Schwierig ist, Personen nicht mehr zu sehen. Das ist für mich das mit Abstand schwierigste überhaupt.

Schwierig ist auch der Verlust gewisser Rituale. Ich bin schon lange im Home Office, insofern ist das viel zuhause zu sein für mich nichts neues. Allerdings bin ich ja jetzt nicht alleine, und bin zeitgleich auch fürs Homeschooling zuständig. Und kochen sollt ich auch was. Dafür fallen die Businessmeetings auswärts aus – zum Beispiel Projektbesprechung mit einer Auftraggeberin im Türkenschanzpark, beim quasi joggen, um ihr Baby bei Laune zu halten, oder ein schneller Besuch in der Millenium City für die Mittagspause. Das war mir immer willkommene Auflockerung. Ich vermisse auch die Brötchen von Tauber. (unbezahlte Werbung)

Schwierig ist das Aufstehen morgens. Zwar läutet der Wecker nicht mehr um 6.15, sondern gar nicht – aber es ist schwer sich zu überwinden, wenn man sich morgens nicht beeilen muss. Und wenn der zweite Gedanke jeden Morgen “Corona” lautet.

Schwierig wird werden, dass ich gerade an meinem letzten Projekt arbeite. Es wird alles gerade in den Herbst verschoben…

Einfacher als gedacht ist tatsächlich das Homeschool Ding, bitte hasst mich nicht dafür, ich weiß, dass es vielen Eltern da gerade anders geht. Aber bei uns ist der Stoff überblickbar, die Lehrer alle recht gelassen, und das Kind auch von sich aus motiviert. Das Lernen wird zwar durch viel Geplauder aufgelockert, und man braucht dann halt länger als “notwendig”, dafür macht es auch mehr Spaß. Leider kann ich in Mathematik und Physik absolut nicht behilflich sein. Ich liebe aber Englisch, und Deutsch natürlich.

Einfacher ist auch Telefonieren. Und ich hasse eigentlich Telefonieren. Vielleicht lerne ich es jetzt doch noch.

Einfacher ist es, sich keine Sorgen um die Risikogruppen in seiner Familie zu machen. Weil sie sehr vernünftig und die Sache so positiv wie nur möglich betrachten. Das ist ein großes Glück.

Corona

Etwas komisches ist passiert. Überall herrscht Angst und Panik wegen des neuen Coronavirus, nur ich bin ruhig. Das ist wirklich äußerst eigenartig, weil komplett untypisch für mich.

Ich mache mir über ganz viele Dinge Sorgen, eigentlich dauernd, ich denke viel zu viel nach, ich grüble herum, aber beim Coronavirus ist irgendetwas anders.

Vielleicht liegt es daran, dass der Bereich meiner inneren Panik, der für Krankheiten reserviert ist, schon aufgebraucht wurde, in den letzten gut zwanzig Jahren. Durch Vogelgrippe und SARS, durch Schweinegrippe und Rinderwahn. Ich habe aus Angst vor Creuzfeld-Jakob ein Jahr lang sogar komplett auf Rindfleisch verzichtet, obwohl ich Rind am liebsten habe, was Fleisch betrifft. Aber diesmal? Ich hamstere keine Lebensmittel, ich beruhige mein Kind, das sich viel mit der medialen Berichterstattung zum Coronavirus auseinandersetzt, ich bin gelassen. Das einzige was ich vermehrt tue, ist, Händewäschen. Das kann ja nicht schaden.

Ich bin offenbar sowas wie Kirsten Dunst in Melancholia von Lars von Trier, im Angesicht des drohenden Weltuntergangs.

Ein Sonnenaufgang

Heute fand in Wien ein Sonnenaufgang statt, der in allen sozialen Medien breites Echo gefunden hat.

Auch ich musste dieses besondere Licht von meinem Zimmerfenster aus fotografieren:


Herbstgedanken, zwei

Mein Leben spielt sich ab zwischen: ich wäre jetzt bereit für meine Einkommenssteuererklärung – oh, es ist erst Mitte Jänner und man kann sie noch nicht abgeben und oh, es ist Mitte Oktober und das Finanzamt schreibt mir, dass ich meine Einkommenssteuererklärung noch nicht eingebracht habe.

Zwischen Mitte Jänner und Mitte Oktober, zwischen zu früh und zu spät, da liegt ein Problem. Harhar.

Oder wie Mark Forster singt: so selten fitte Planung, bin mehr so dritte Mahnung.