Archiv für everyday life

No more thoughts and prayers

Am Valentinstag ein neuerliches Mass-Shooting in den USA, diesmal in Florida.

Da musste ich daran denken, was Late Night Show Host Trevor Noah vor einigen Monaten nach dem Schussattentat in Las Vegas gesagt hat und auch wenn die Situation eine andere war, der Kern der Botschaft stimmt nach wie vor und ich frage mich, wie oft man sich diesen Beitrag anschauen muss, bevor in den USA endlich einmal auch nur andiskutiert wird, die Waffengesetze zu ändern:

Denn wie Noah richtig feststellt: es wird immer irgendjemand anderem dafür die Schuld gegeben, Menschen mit psychischen Problemen, Schwarzen, Moslems, Rechtsradikalen und im Fall von Las Vegas: Hotel Security. Hotel Security ist schuld, dass 58 Leute tot sind. Und solange man nicht die richtigen Fragen stellt, wird es alle paar Wochen sinnlose Todesopfer geben. Vor allem an Schulen.

Auf Instagram haben sich Menschen wie Schauspielerin Reese Witherspoon zu Wort gemeldet, und meinte, Schüler und Pädagogen sollten täglich ohne Angst in die Schulen gehen können. Und die Frau von Alec Baldwin hat Angst um die Sicherheit ihrer Tochter, die bald eingeschult wird. Es ist wahrscheinlich für die meisten Eltern anfangs nicht einfach, ihre Kinder loszulassen, und ihre eigenen Erfahrungen in der Welt draußen machen zu lassen. Die ersten wirklich selbstständigen Erfahrungen ohne Eltern machen sie normalerweise in pädagogischen Insititutionen. Wie beruhigend ist es da, sie dort gut aufgehoben zu wissen. Und wie schlimm muss es sein, dauernd damit rechnen zu müssen, dass etwas derartiges den eigenen Kinder passieren könnte.

Wenn man in die USA reist, ist das etwas besonderes. Ich bin selbst staunend die Westküste hinunter gefahren, so beeindruckend ist dieses Land, so faszinierend die Eindrücke, die man gewinnen kann. Eines Abends waren wir irgendwo in Oregon und fragten die Vermieterin im Motel was man abends hier in diesem kleinen Dörfchen tun könnte. Tja, meinte sie, entweder ins Casino gehen oder zu Walmart. Wir haben uns für Walmart entschieden, ein riesiger Supermarkt, wo man neben Obst und Milch, Hühnchen, Küchenrollen und Rasenmähern eben auch alle möglichen Schusswaffen kaufen kann. Einfach so.

Und auch das bedeutet, durch dieses Land zu reisen, zu wissen, dass man in jedem besseren Supermarkt einfach Schusswaffen erwerben kann. Ja, ich bin ein ängstlicher, manchmal auch paranoider Mensch, und ich habe während der Reise hin und wieder gedacht, was wenn wir jetzt gerade am falschen Ort sind? Was, wenn gerade jetzt jemand die Kontrolle verliert und ausrastet? Das gestaltet sich möglicherweise anders als wenn jemand in Wien ausrastet. Auch dieses komische Gefühl, so unterschwellig vorhanden, ist – zumindest für mich – ein Begleiter dieser US-Reise gewesen. Und ich weiß nicht, ob das unbedingt so sein sollte. Und ob es nicht etwas mehr bräuchte als thoughts and prayers.

Stress im Prekariat

Grund, warum ich derzeit nicht zum Bloggen komme, Arbeitsdeadlinestress, Symbolbild:

Die Rumkugeln sind übrigens das wichtigste dabei.

Sau durchs Dorf

Auf Twitter gibt es jetzt den Account Sau durchs Dorf.

Wer sich auf Twitter nicht so auskennt: es gibt praktisch jeden Tag ein Aufregerthema, zu dem quasi jeder eine Meinung hat. Diese wird dann lautstark artikuliert, es kommt zu Allianzen und desöfteren zu einem virtuellen Handgemenge, meistens sind auch die sogenannten Alphas (Promijournalisten und andere “Influencer”) irgendwie beteiligt. Am Ende des Tages haben sich diverse Menschen gegenseitig blockiert (dh der jeweils andere kann den Account nicht mehr lesen), manchmal werden sogar Arbeitgeber angerufen und sich über jemanden beschwert (sic!) und man wartet auf das nächste Thema bzw. den nächsten Schlagabtausch.

Der besagte Sau durchs Dorf-Account hilft dem nicht permanent präsentem User gleich festzustellen, um welches Thema es gerade geht, zum Beispiel:

Der Name kommt deshalb, weil vor diesem Account öfters gefragt wurde, welche Sau heute durchs Dorf getrieben wird.

Das mag ich, das ist irgendwie selbstironisch. Ich selbst halte mich aus solchen Querelen gerne vornehm raus, aber ein gewisser Voyeurismus ist ja wohl den meisten nicht ganz fremd. Ich hoffe, der Account kriegt noch mehr Follower, Selbstironie steht Twitter nämlich gut und ist manchmal auch dringend notwendig.

In der Weihnachtsbäckerei

Bei uns herrscht derzeit Adventbäckerei, quasi same same but different. In der Früh machen wir jetzt nämlich des öfteren Pizzastangerl.

Nicht, dass mir so extrem fad wäre, wenn ich um ca. 6.18 eh schon Toast mache, Rührei und Punsch und für mich Kaffee, weil ich muss ja auch was frühstücken; nun kommt aber noch das Einrollen von Pizzateig dazu, dann werden die Stangerl 15-18 Minuten gebacken und anschließend mit einer Mischung aus Olivenöl und frischem Knoblauch bestrichen. In dieser Zeit kann man zumindest ins Bad gehen.

Heut war ich dann anschließend einkaufen und als ich zurückgekommen bin, wehte mir schon im Stiegenhaus ein durchaus intensiver Knoblauchgeruch entgegen. Woher das wohl kam. Harhar.

Spotify Charts

Dieses Jahr hab ich schon fast sehnsüchtig auf die Bekanntgabe meiner Lieblingssongs auf Spotify gewartet. Wenn man sich mal dran gewöhnt hat, dass sein Musikverhalten NSA-like aufgearbeitet wird, gehts eigentlich. Voriges Jahr kam das mehr out of the blue.

Und voila, meine Top 5 Songs des vergangenen Jahres:

Nach den Top fünf wundert man sich vielleicht ein bisschen, dass mein meist gehörtes Genre Indie-Rock ist, aber ok. Hier bemerkbar ist ein gewisser Hang zum Musikfilm, La La Land ist gleich zweimal in den Top 5 vertreten (in den Top 100 noch öfters) sowie zum Songcontest, anhand des Beispiels von leider-nein Gewinner für Italien, Francesco Gabbani. Ich glaub, sein Song ist mehr Radio als bühnentauglich.

Sign of the Times hab ich wiederum im Sommer sehr oft gehört und Feel Good Inc. jetzt im Herbst. Insgesamt hab ich ca. 9.400 Minuten auf spotify Musik gehört, was schon eine ganze Menge ist. Ich höre spotify nämlich zum überwiegenden Teil dann, wenn ich mit den Öffis unterwegs bin.

Frühstück bei mir

Gestern bin ich am Vormittag alleine im Auto gesessen und dabei zufällig auf Frühstück bei mir gestoßen. Ich hab das bisher ab und zu und immer gerne gehört, vergesse aber, das bewusst einzuschalten, weil Sonntag Vormittag irgendwie immer irgendwas ist.

Jedenfalls war diesmal Michael Niavarani zu Gast und dem höre ich ja sehr gerne zu. Ein Thema war sein kommender 50. Geburtstag nächstes Jahr und weil Alfons Haider grad 60 wurde, hat Claudia Stöckl ihn gefragt, ob er auch – wie Haider, der mit 60 Leuten feierte – es schaffen würde, 50 Leute einzuladen.

Niavarani: “Ja, ich würde 50 einladen, aber ich bin nicht dabei. Das wäre mir sehr recht.”

Stöckl: “Du würdest alles bezahlen?”

Niavarani: “Ich würde alles bezahlen, aber ich geh nicht hin.”

Stöckl: “Aber dann fehlt ja der Anlaß.”

Niavarani: “Das ist wie beim Begräbnis, da bin ich auch nicht dabei, da können sie sich schon auf mein Begräbnis vorbereitet.”

Bin echt lachend im Auto gesessen, weil ich das auch so gut verstehen kann, das ist genau my kind of birthdayparty, wieso bin ich da selbst noch nie draufgekommen. Feiern ja, aber bitte ohne mich.

Auch sonst war das Interview echt hörenswert, zb die Passage, wo er zur Verlobung von Prinz Harry befragt wird, und Stöckl sagt, Harry hat ihr den Ring selbst designt, Niavarani: “Wenn eine Ehe damit beginnt, dass er ihr was bastelt, wär ich schon angefressen.” Oder als Stöckl sagt, sie habe gehört, er, Niavarani würde gut verdienen, sei aber laut seines Managers kein Abkassierer, meint er: “Ja, weil ich ein Trottel bin.”

Sehr sympathisches Gespräch!

Frühstück im Schnee

Heute also der erste Schnee der Saison, Twitter, Instagram und Co voll von Schneefotos. Und wer auf Twitter keine Schneefotos postet, regt sich drüber auf, dass er dauernd Schneefotos in seiner timeline hat. Manche Dinge ändern sich nie. Ich dagegen freu mich über die Schneefotos von überallher. Daher hier auch mein persönliches erster-Schnee-Foto, kurz nach sieben Uhr früh.

Als ich um halb acht weggegangen hin, haben schon die ersten Kids im Hof eine Schneeballschlacht gemacht; ich hab zur Nachbarin, deren drei Kinder bereits voll mit Schnee waren, gesagt: “Na jetzt gehts wieder los” Und sie: “Ja, aber natürlich braucht niemand Reservehanschuhe.” Harhar.

Ich war übrigens deshalb schon so früh unterwegs, weil ich nach langer Zeit mal wieder auswärts frühstücken gegangen bin, habe mit meiner Freundin in neues Lokal zum Frühstück ausprobiert, nämlich das Hidden Kitchen Park bei Wien Mitte. Als wir unser Essen fotografiert haben, haben wir drüber geblödelt, dass man uns wahrscheinlich für Foodbloggerinnen halten wird.

 

Wir haben – wie man sieht – aber nicht das berühmt berüchtigte “Böse Mandel-Nougat Croissant” gegessen, sondern das Stadtpark Frühstück mit weichem Ei, Schinken, Semmel und Brot, Gurkerl, Kren, Marmelade und Orangensaft und das war sehr lecker und hat alles ziemlich bio geschmeckt. Außerdem kann man dort recht gemütlich sitzen und – heute – in den großen Fenstern dem Schneegestöber zusehen.

Dieser Eintrag war übrigens mal wieder von niemandem gesponsert.

They don’t really care about us

Das Nachbarskind: Beat me, hate me, you can never break me, will me, thrill me, you can never kill me

Ich: All i wanna say is, that they don’t really care about us.

Nachbarskind: Meine Schwester hat alle DVDs von ihm und ich schau mir die jetzt an. Ur cool!

Ich: Bist du ein Fan?

Mein Kind: Von WEM?

Die musikalische Sozialisation Michael Jackson betreffend, hab ich bisher sträflichst vernachlässigt!

Winter is coming

Gestern Abend waren die Kinder noch bis fast acht im Hof. Irgendwie ist in der Dunkelheit draußen herumtoben grad sehr angesagt.

Irgendwann denk ich mir, ich schau mal runter, ob das Kind eh die Jacke zugemacht hat – Handschuhe, dicke Weste unter der Jacke und Mütze hatte er eh an, da seh ich, dass das Nachbarkind im T-Shirt unten ist.

Seit 45 Minuten. Bei plus vier Grad. Ähem #verkühledichtäglich

Ein Lob des Novembers

Ich lese dieser Tage bei vielen, dass sie den Monat November nicht so gerne mögen. Weil er halt so grau in grau, nasskalt und einfach novembrig sei. Und eigentlich keine größeren Höhepunkte beinhaltet.

Ich muss sagen, ich empfinde das gar nicht so. Bzw. ich mag den November gerade deshalb ziemlich gern. Grad weil er so ein unspektakulärer Monat ist, wo man eigentilch gar nichts “muss”, der einfach so dahinplätschert, ohne besonderen Sinn oder Ziel.

Im Sommer spielt sich soviel draußen ab, dass das “innen” bei einem selbst manchmal zu kurz kommt, weil man das gute Wetter natürlich nutzen “muss” und will. Außerdem ist es phasenweise so heiß, dass die eigene Reflexionsfähigkeit sowieso schwer zu mobilisieren ist. Aber auch ein Monat wie der Dezember ist so vollgepackt mit Äußerlichkeiten, dass man irgendwie kaum zur Ruhe kommt.

Der November hingegen fordert gar nichts von einem. Man kann aus dem Fenster schauen in die graue Außenwelt und das reicht eigentlich. Ich persönlich kann mich besser auf die Arbeit konzentrieren und auf meine Gedanken, ich kann auch besser lesen und schreiben und Musikhören, weil mich so wenig davon ablenkt. Die langen dunklen Abende sind heimelig und behaglich, nach einem Spaziergang an der ziemlich frischen Luft besonders.

Aber vielleicht bin ich auch einfach ein sehr fader Mensch, harhar. So wie meine Freundin damals als Teenie zu mir sagte, du willst ja immer nur lesen und schreiben und nie Party machen. Tja. Shame on me and on november!