Archiv für everyday life

Meine Hood

Gestern war ich bei unserem Flodo Penny gerollert. Nur schnell paar Sachen besorgen.

Manche auf twitter, die in der Nähe wohnen, bezeichnen ihn als “Ghetto-Penny”, darüber kann ich nur lachen, gehts mal zu einem Penny in Favoriten, then we talk again harhar. Das zeigt immer wie unterschiedlich man an Bezirke herangeht, je nachdem von wo man ursprünglich kommt, find ich.

Aber das wollt ich eigentlich gar nicht erzählen. Ich hab also einige Sachen besorgt und die Kassiererin hat vergessen, mir eine kleine Limonadenfalsche (fürs Kind) zu verrechnen. Ich habs nicht bemerkt und sie auch erst, als sie beim Kunden hinter mir kassieren wollte. Die Flasche hat 39 Cent gekostet. Ich hatte aber überhaupt kein Kleingeld im Börsel. Das liegt auch ein bisschen an Flodo, weil wir hier sowenige Bankomaten haben, zahl ich meistens mit Karte. Jedenfalls kram ich hektisch in meiner Tasche herum, um sich nicht doch noch irgenwo was bares findet, da sagt der Mann nach mir, er zahlt das für mich.

Da war ich erstmals sprachlos, ja, es ist nicht viel Geld und ich hätt ja auch nochmal mit Karten zahlen können, aber er ließ das nicht zu, und das fand ich doch sehr nett. Ich grub dann immer noch eine Weile in meiner Tasche herum, ob ich nicht doch noch was finde, doch er hatte sonst nur einen Salat und war somit schnell mit dem Zahlen fertig. Ich hab mich natürlich bedankt und – da kommt wieder Flodo ins Spiel – mir gedacht, dass unser Grätzel doch irgendwie was sehr ländliches, verbindliches hat, wo solche kleinen Gesten der Hilfsbereitschaft dann vielleicht doch etwas öfter passieren als anderswo.

Elternbashing once again

Weil es ja so wenige Artikel und Kommentare zum Thema Helikoptereltern gibt, hat die “Zeit” wieder mal einen gebracht. Und jedesmal lese ich ihn, lese die Kommentare drunter und ärgere mich.

Diesmal geht es – wieder mal – um Eltern am Spielplatz, die sich komplett falsch verhalten. Und – auch wieder mal – haben wir auch alle Klischees versammelt: Latte Macciato, Risotto, Hipsterbart. Eltern, die im Sandkasten miteinander Burgen bauen, sodass die Kinder keinen Platz mehr haben, Eltern, die auf Klettergerüsten klettern und Hoolahup Reifen schwingen. Kein Kind tut sich weh, niemand pinkelt oder wirft mit Sand, die Kinder sind deprimiert und gelähmt, weil ihre Eltern so peinlich sind. Seriously? Ich habe noch keinen solchen Spielplatz erlebt. Ja, das soll überspitzt sein, schon klar, aber ich finde es nur platt und verallgemeinernd. Und eben: Eltern bashend.

Es gibt offenbar nur zwei Sorten von Eltern: solche, die selbst in der Kindheit steckengeblieben sind und sich ihren Kindern anbiedern (?) – man könnte auch sagen, sich mit ihnen beschäftigen – und solche, die am Spielplatz auf ihr Handy starren und ihre Kinder “nicht sehen” und “sie nicht liebevoll begleiten”. Es ist so zum Haare raufen.

Ich denke mal, die meisten Eltern leben nicht in diesen Extremen. Sie klettern mal mit ihren Kindern, wenn die das wollen (auch sowas soll es geben!) und sie gerade Lust haben und dann lesen sie lieber Twitter, während die Kinder Blödsinnn machen. Sie verbringen aktiv Zeit mit dem Kind und dann sind sie auch wieder froh, wenn sie selber ihren Freiraum haben und tratschen können oder einfach mal in die Luft schauen und gar nichts tun. Aber gut, das wäre keinen Kommentar wert.

Eltern sein ist echt oft ein sehr schwieriger Job. Gerade am Anfang, wenn man von nichts Ahnung hat und das Gefühl, seine Umgebung beobachtet eine mit Argusaugen. Soll man die Kids sich gegenseitig hauen lassen oder soll man einschreiten und wenn ja, wann und wie? Tu ich das wegen der Kinder, tu ich das wegen der strafende Blicke von anderen Eltern, was wird von mir erwartet, was ist pädagogisch “richtig”? Das ist oft nicht einfach und eine Gratwanderung.

Letztes Jahr ist beispielsweise beim Kind und einem Freund etwas vorgefallen und ich hab ein ganzes Wochenende überlegt, wie ich darauf reagiere, was ich tue. Ich bin mir bis heute – Monate später und die Sache ist mittlerweile sowas von Schnee von gestern und war auch nicht so wild – nicht sicher, ob ich “richtig” reagiert habe. Ich denke immer noch darüber nach, obwohl es eigentlich nicht mehr von Bedeutung ist. Ok, das mag auch was helikopterhaftes haben, harhar. Aber ja, man reflektiert sich, man versucht Dinge, man macht als Elter natürlich auch Fehler, man lernt dazu, man macht sich auch mal lächerlich und zum Affen. Und dennoch würde ich meinen, dass die meisten das Beste versuchen und damit meine ich nicht glucken hoch 10.

Und es ist so deprimierend, dann wieder so einen platten, viel zu kurz greifenden, pauschalisierenden, “früher war alles besser” Kommentar zu lesen. Und singulär vorkommende Versatzstücke zusammenstoppeln, um seine eigene Mission, Eltern zu verurteilen und zu verunsichern, erfüllen zu können.

Parallelstraßen

Mein alter Wohnort in Favoriten hat mit dem neuen in Floridsdorf sehr wenig bis gar nichts gemein, aber gerade im Sommer fällt mir doch eine Parallele auf.

Die Straße An der oberen alten Donau, die ich regelmäßig befahre, erinnert mich mit ihrem anarchistischen Anspruch immer an die Quellenstraße im 10. Bezirk. Auf der Quellenstraße fährt die wohl berüchtigste Straßenbahnlinie Wiens, der 6er, zu jeder Tages- und Nachtzeit voll mit skurillen Fahrgästen. Aber nicht nur das, die Autos auf der Quellenstraße fahren ohne Rücksicht auf Verluste rückwärts aus Parklücken, Kinder laufen ohne Schauen auf die Straße, es wird quer über die Straße gestritten, der Geräuschpegel ist sehr hoch. An der oberen alten Donau gibt es zwar keine Straßenbahn, nur einen Bus, aber im Sommer ist das Gewusel ähnlich: da laufen die Kellner vom Birner mit allerhand Spesen quer über die Straße, Leute mit Rädern zuckeln vor einem, von rechts nähert sich jemand mit einer riesigen Luftmatratze und links im Augenwinkel sieht man einen Rollerfahrer sich zügig dem Zebrastreifen nähern, usw.

So unterschiedlich die Gegenden auch sind und die Menschen die man dort trifft, eines haben sie gemeinsam: Man muss mit dem Auto wirklich höllisch aufpassen und am besten im Schritttempo diese Straßen befahren.

Bücher, Bücher, Bücher, zwei

Ich habe letztens mit einer Freundin gesprochen, die auch gerne Nöstlinger vorliest und zwar gerade Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse.

Da hatte sie allerdings eine kurze Schrecksekunde, weil es in einem Absatz darum geht, dass es das Christkind gar nicht gibt. Aber wie sie sehr amüsant berichtete, liest sie immer ein bisschen quasi vor, was dann als nächstes kommt und hat diesen Absatz dann einfach übersprungen, weil sie nicht wollte, dass ihr Sohn auf diese Art und Weise erfährt, was Sache ist.

“Konrad” steht auch bei uns in Kürze auf dem Programm, aber ich brauch da keine Angst zu haben. Das Kind ist und war schon immer sehr skeptisch, prinzipiell, und auch was Dinge wie Christkind und Osterhase angeht. Er hat schon im Kindergarten, wenn ich ihm gesagt habe “Heute kommt der Nikolo zu euch” immer gefragt: “Der Echte?”. Alleine diese Frage zu beantworten erfordert schon eine ziemlich komplexe Erklärung. Und bei Weihnachten und Ostern sagte er seit jeher: “Du versteckst doch die Eier” bzw. “Du legst doch die Sachen unter den Baum.”

Ausflüchte oder ausweichende Erklärungen betrachtet er als das, was es ist: Ausflüchte und ausweichende Erklärungen. Aber es ist auch egal, die Magie dieser Dinge weiß er trotzdem zu schätzen.

Sommergewitter

Gestern Abend hab ich dem Kind vorgeschlagen, dass wir zur Abwechlung mal früh ins Bett gehen, also nach neun (*hust*) und dort noch ein Buch lesen. Wir lesen gerade Einen Vater hab ich auch von – wer könnte es anders sein – Christine Nöstlinger.

Es war grad sehr spannend, da wurde es draußen auch sehr spannend, dutzende Blitze und später ein Gewitter, das wir vom Gartenbalkon aus betrachteten – mit dem früh Schlafengehen wurde es natürlich wieder nichts…

In Sachen Naturphänomene wurde die Gewitternacht allerdings heute locker getoppt, als ein kleines Sommerunwetter anhob. Zuerst hat es nur getöpfelt, dann Sturm und anschließend Hagel. Sehr ausdauernd, mit beachtlichen Hagelkörnern:

Das Foto hab ich An inconventient truth genannt. Doppelbödig.

Der Garten sah ein bisschen weihnachtlich aus. Das Kind war hin und weg.

Aber sonst ist nix passiert, gsd.

Noch ein stupid Picture of feet:

Gefährliches Halbwissen

Wie ja bekannt, war ich in der Schule in Mathematik und alle naturwissenschaftlichen Fächern denkbar unbegabt. Das ging soweit, dass wir einmal einen Physik-Test zurückbekommen haben und unser Professor außer sich vor Freude war, dass ich nur um einen Punkt den Vierer verpasst habe. Ich glaube, das sagt alles.

Mich hat Physik, wie auch Chemie und in Teilen Biologie einfach nicht interessiert. Heute denke ich aber manchmal, es wäre schon ganz praktisch, wenn ich mehr Ahnung davon hätte und nicht mit einer Art gefährlichem Halbwissen ausgestattet wäre.

Diese Woche nämlich stand ein Auto neben mir, als ich gerade auf die Donauuferautobahn abfahren wollte und der Fahrer gestikulierte und wollte mir wohl irgendwas mitteilen. Ich hatte keine Ahnung was er mir sagen wollte und überlegte fieberhaft. Ich hab seit ein paar Wochen ein neues Auto (keinen Neuwagen, einfach einen anderen als vorher) und mein Skoda hat immer gepiepst, wenn zb eine Tür offen war. Der Golf tut das nicht und tatsächlich merkte ich, als ich schon auf der Autobahn war, dass am Display angezeigt war, dass meine Fahrertür nicht richtig verschlossen war. Der Golf gibt also eher subtile Hinweise. Nun überlegte ich fieberhaft, ob ich die Tür in einer 60er Zone kurz öffnen und ordentlich schließen sollte, oder ob das physikalisch entweder gar nicht geht oder mir der Fahrtwind die Tür wegreißt. Besser wäre ja ein Stau gewesen, den ich auf fast jeder Fahrt mal habe, aber diesmal, richtig, natürlich nicht. Ich entschied mich dann, früher abzufahren und die Tür dann an einer Ampel gut zu verschließen.

Zweites Beispiel: das Kind hat den ferngesteuerten Hubschrauber wiederentdeckt und lässt ihm im Garten ausführlich fliegen. Wir haben einige Starkstromleitungen, natürlich recht weit oben und ich hab mich gefragt, ob die irgendwie gefährlich sind. Also nicht nur für den Hubschrauber, sondern auch für den Menschen, der die Fernbedienung hält, wenn der Hubschrauber oben in den Stromkreis kommt. Ich hoffe, man kann meinen Gedankengängen folgen. Ich habe dem Kind also den Rat gegeben, sobald der Hubschrauber sich anschickt, in die Starkstromleitung zu fliegen, die Fernbedienung zur Sicherheit weit weg von sich zu schmeißen. Das Kind ist eh kritisch genug, um meine Anordnungen ausführlich zu hinterfragen, gottseidank, harhar.

Emoji Polster

Das ist kein sponsored post, mich sponsert nach wie vor keiner, aber wir haben jetzt den ersten Emoji Polster von einer bekannten Supermarktkette

Kniffelige Aufgabe –  Finde den Polster:

 

Ruhig Blut, zwei

Letzte Woche hatte das Kind eine Lesenacht in der Schule.

Es ist unpackbar heiß während man mit Trolley zur Schule schlurft. Man trifft einen Papa mit dessen Kind. Sein Kind ist bissl nervös, das eigene nicht. Dann trifft man die Nachbarin, die grad ihr Kind abgeliefert hat und die auf die Schule deutet und sagt: “Da drinnen hat es ca. 100 Grad” und man glaubt es sofort.

Zurück daheim hat man sich vorgestellt, einen relaxten Abend zu verbringen und mal fernsehen zu können, dann schaltet man VOX ein, um draufzukommen, dass es genau diese Woche Rizzoli und Isles nicht mehr spielt. Von was begleitet soll man jetzt die Bügelwäsche machen bitte? Also schaut man It’s complicated, eine 60 plus Romanze, in der sich die Protagonisten ein bisschen wie Teenies benehmen, lustig.

Dann geht man früh schlafen, weil man ist von der Hitze und allgemein hundemüde. Man wird sicher durchschlafen können, weil einen das Kind nicht 1-3 mal mit der Bekanntgabe  verschiedenster Informationen aufwecken wird. Um vier Uhr nachts wacht man auf, weil riesiges Gewitter und der heulender Sturm und hofft, das Kind liegt nicht gerade auch wach im Turnsaal. Und kann dann eineinhalb Stunden nicht mehr einschlafen.

In der Früh, unausgeschlafen as hell, whatsappt man mit einer anderen Mama, die ihr zweites Kind in die Schule bringt, zwecks Übernachtungsinfos, aber die hat auch nichts erfahren. Den ganzen Vormittag kann man sich kaum auf seine Arbeit konzentrieren, nun vermisst man die Informationen des Kindes, bis man es endlich am Nachmittag rotäugig und sehr happy (das Kind, aber eigentlich auch die Mutter) abholt, weil es war natürlich alles super, wenn auch sehr durchwacht. Bei der Autofahrt in den Garten schläft das Kind, das normal niemals freiwillig schläft, bereits bei der Abfahrt auf die Donauuferautobahn ein. Und verschläft auch den ganzen Stau.

Fazit: Kinderlose Abende/Nächte sind eigentlich nie so entspannt wie man sie sich vorher ausmalt. Man sollte es eigentlich wissen. Aber als das Kind wieder wach ist, sagt es, es habe einen vermisst und trotzdem Spaß gehabt. Also doch irgendwie win/win.

Ruhig Blut

Aus der Rubrik first world problems: Heute vor der Ampel, dank Baustelle ein Fahrverbotsschild in “meine” Richtung.

Ich: “Oh mein Gott, warum hat mir das keiner gesagt, wie soll ich denn jetzt fahren?”

Meine Mutter von der Rückbank: “Geh bitte, was machst du wenn wirklich mal was Schlimmes ist?”

Ich: “Na was – komplett in Panik ausbrechen natürlich.”


P.S. Man könnte sich vielleicht doch mal ein Navi zulegen…

Morgengruß

Guten Morgen Flodo!

#ducksonthedoorstep