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#metoo

Weil der #metoo Hashtag grad ein ziemlich großes und wichtiges  Thema auf twitter und nicht nur dort ist, verlink ich hier etwas, was ich gestern auf twitter gepostet habe.

In dem verlinkten Artikel befinden sich interessante Überlegungen einer Bekannten, die ich teilen kann, und auch die Sichtweise, dass mir Gott sei Dank nie etwas Schlimmeres passiert ist, aber die Alltagsbelästigungen deshalb nicht nichts sind oder unwichtig oder gar schon als “normal” zu klassifizieren wären.

Obwohl es uns Frauen tatsächlich oft so vorkommen mag.

 

Thoughts

Zur Diskussion, wer mit wem auf Urlaub fährt und wer dann wen politisch interviewen darf, zwei Gedanken:

1. Die Fotometapher von Christopher Isherwood, der am Beginn seines Berlin-Tagesbuchs schreibt:

“I am a camera with its shutter wide open. Quite passive, recording, not thinking.”

Darüber haben wir im ersten Semester Publizistikstudium diskutiert und ausgehend davon überlegt, wie objektiv ein Journalist sein kann. Kann ein Mensch tatsächlich so sein wie eine Kamera, nur aufnehmen, was er sieht, ohne einen eigenen Standpunkt dazu zu haben, eine wie auch immer geartete Meinung? Und ist das überhaupt erstrebenswert?

Ich hab darauf keine Antwort, und damit bin ich ganz offensichtlich nicht alleine. Es ist eine der spannendsten Fragen des Journalismus. Ich glaube, unser Konsens im Studium war, möglichst transparent zu bleiben, als Journalist.

2. Urlaube können Freundschaften mitunter für immer zerstören. Harhar. Ist mir selbst zwar noch nicht passiert, aber Urlaub ist schon eine spezielle Situation, wo man sehr mit dem Gegenüber konfrontiert ist und nicht einfach flüchten kann. Auch Lagerkoller genannt.

Ok, tut jetzt nicht wirklich was zur Sache, aber fiel mir trotzdem ein.

Im Homeoffice live auf BBC

Das vergangene Wochenende wurde mit dem Video von Uni-Prof Robert Kelly eingeleitet, das wahrscheinlich nun schon jeder mindestens einmal gesehen hat. Ich hatte es ungefähr zwanzig Mal in diversen Social Media Timelines und wieder mal fand ich es sehr interessant, wie Menschen so unterschiedlich auf ein und dieselbe Sache reagieren. Wir erinnern uns: Prof Kelly gibt ein seriöses BBC Interview von seinem Home Office und seine beiden Kinder kommen herein – und anschließend seine panische Frau, die die Kinder wieder einsammelt.

Nun wurde über alles mögliche diskutiert: viele hatten die Vermutung, es sei die Nanny der Kinder gewesen (weil sie Asiatin ist?), es wurde sich über die Gehhilfe mokkiert, die das kleinere Kind verwendet (absolutes no go!!!1elf), wie auch und vor allem über die Art wie Prof Kelly das ältere Kind, ein Mädchen, von sich weggeschoben hat, um das interview weiterzuführen. Das wäre doch sehr unsouverän und nicht herzlich gewesen. Mag sein, man sollte aber einiges bedenken: Mr. Kelly saß nicht vorm Computer oder Smartphone und sah sie relaxt dieses Szenario an, um sich dann zu überlegen, wie er im Fernsehen möglichst smart rüberkommen könne. Er war in diesem Video in dem Moment, in dem es passierte. Live auf Sendung. Und sprach über ein ernstes Thema.

Nun dürfen sich die Eltern unter uns fragen: haben wir unsere Kinder nicht alle schon mal etwas unsanft weggeschoben, weil sie uns bei etwas gestört haben? Und war das zufällig während eines Interviews live auf BBC? Nein? Also eigentlich etwas nicht ganz so wichtiges? Und wir haben es trotzdem getan, weil wir gerade überfordert, genervt, beschäftigt, sonst was waren? Wenn wir also verlangen, dass Prof. Kelly sein Kind lieber hochgenommen und es lustig in die Kamera winken hätte winken lassen, fordern wir damit nicht eigentlich ein Show-Element ein, das künstlich und aufgesetzt ist und gar nicht in den Rahmen dieses Interviews passt?

Mr. Kelly hat mehrere Dinge deutlich gemacht:

  • Home Office mit anwesenden Kindern funktioniert nur bedingt
  • Man sollte manchmal die Türe zusperren, das mag aber nicht funktioniert haben, weil in Kinderhaushalten die Schlüssel für Türen meistens versteckt werden, damit die Kinder sich nicht absichtlich einsperren. Und findet man diese Schlüssel gerade dann, wenn man sie braucht? Hm…
  • Auch Mamas, die gerade auf die Kinder hätten achten sollen, haben mitunter dringende Bedürfnisse – oder schaffen es schlichtweg nicht, 24/7 aufmerksam zu sein. Bzw. Kinder können manchmal echt schnell sein!
  • Und: man sollte im Home Office Hosen tragen. Wobei ich persönlich glaube, dass er welche anhatte. Denn das Hemd sieht so aus, als wäre es in ein Hose gesteckt worden. Und ich trage in meinem HO immer Hosen, nicht nur wenn ich gerade ein wichtiges TV-Interview habe. Harhar.

Sorry, dass ich meinen Senf auch noch dazu abgegeben habe, ich weiß schon, es wurde schon alles dazu gesagt – nur noch nicht von jedem! Das Nuf hat btw. auch was hübsches dazu geschrieben.

Und diesen Tweet find ich auch sehr zutreffend:

Beyonce

Diese Woche hat Beyonce das Internet kaputt gemacht mit ihrer Meldung, dass sie Zwillinge erwartet.

Also nicht mit der Meldung alleine, sondern mit dem dazupassenden Foto, das sie auf Instagram geteilt hat. Nachdem es bei ihrer letzten Schwangerschaft Spekulationen gab, sie hätte das Kind gar nicht selber ausgetragen, dachte sie wohl diesmal lieber keine Missverständnisse aufkommen lassen. Die Präsentation ihres Bauches stieß auf, nun ja, geteilte Reaktionen. Der grüne Schleier, die farblich nicht direkt aufeinander abgestimmte Unterwäsche, die möglicherweise einen Hinweis auf die Geschlechter der Zwillinge gibt (O-Ton einer Twitter-Userin: Oh super, ich dachte nur bei mir passt das nie zusammen), das Blumenarrangement im Hintergrund.

Was hat das eigentlich alles zu bedeuten? In erster Linie wohl, dass Beyonce gerne im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, um es vorsichtig zu sagen. Und wie beim Betrachten eines guten Kunstwerks ist man irritiert und kann irgendwie nicht aufhören, sich das Bild anzusehen und versuchen, es zu deuten. Es ist keine Mater dolorosa Darstellung, keine “heilige Familie” – Jay Z. und die Tochter fehlen. Ein bisschen was hat es von Lana del Rey, durch die Kunstblumen, finde ich. Auch Journalisten haben sich so ihre Gedanken gemacht, es erscheinen tatsächlich Artikel zb im Guardian, die sich aus kunsthistorischer Sicht mit diesem Foto beschäftigten. Das ist ja irgendwie schon sehr schräg, aber auch interessant.

Was noch auffällt, entgegen der Lyrics einer ihrer Songs trägt Beyonce keinen Ring. Und auch sonst keinerlei Schmuck oder Statussymbole. Das ist für jemanden, der den Nimbus “independent woman” vor allem über Kaufkraft definiert, beinahe schon ein antikapitalistsiches Statement. Harhar.

Zur Wahl…

Gestern nach Verkündigung der ersten Hochrechnung postete mein geschätzter Filmkritik- Kolllege Pokernatic auf Twitter folgendes:

So treffend! Genauso kams.

P.S. Ich frage mich, warum das Tweets einbetten nicht mehr ordentlich funktioniert, für sachdienliche Hilfe bin ich dankbar, sähe doch der Tweet sonst hübscher aus!

Das Twitterdings

Hm, dieses Twitter.

Ich mag diese social media Plattform sehr gerne, wie man weiß, doch wie andere Plattformen wandelt sie sich ständig, das Twitter vor zwei Jahren war ein anderes als es das vor zwei Monaten war oder heute ist. Ganz abgesehen davon, dass jedes Twitter individuell ist, je nachdem wem ich folge.

Twitter gebärdet sich immer ein bisschen elitär, mit ganz vielen Insideranspielungen, mit Stehsätzen, Witzchen, in steter Abgrenzung zu Facebook, das vom Charakter natürlich schon anders ist. Facebook bietet stay in contact mit seinen Freunden oder Bekannten, Twitter ist oft intelligenter Austausch auf verschiedenen (Meta)ebenen.

Wobei dieses “Gute Nacht John Boy” und “ich habe gerade das und das gegessen” auch auf Twitter Einzug gehalten hat. Twitter kann mittlerweile zeigefreudiger als Facebook sein, womit ich manchmal etwas Schwierigkeiten habe. Obwohl ich nicht generell klagen will. Twitter ist immer noch hochspannend, nur man sollte vielleicht mal die Followerliste entrümpeln.

Twitter, das sind Sätze, Halbsätze, die immer wieder auftauchen, aufgegriffen werden, die immer irgendwie passen wie:

Schilderung eines Sachverhaltes, Abschlusssatz “Ich finde, das solltet ihr wissen”.

Oder auch: “Und Ihr so?” (vor allem, wenn der Sachverhalt besonders skurill, toll, erwähenswert war)

Oder auch Schilderung eines bestimmten Vorgangs. Abschlussworte: “Kann ich.” Beispiel: “Mandelentzündung im Juni. Kann ich.” (das Beispiel stammt von mir)

Mit #lasttweet wird auf den letzten Tweet Bezug genommen, mit #mimimi meint man das “Sudern” (Nörgeln) über irgendeine Nichtigkeit, ähnlich verhält es sich mit #fristworldproblems wie “Hilfe, ich habe nur noch 20 % Akku und keine Steckdose in Sicht.”

In letzter Zeit werden auch oft “non mentions” geschrieben. Da spricht ein Twitterer einen anderen in seiner Timeline an, allerdings ohne dessen Namen zu nennen. Etabliert hat sich die Nonmention um 22 Uhr abends.

Findet Ihr komisch? Ist es manchmal auch. Dennoch: es hat was.

Aufschrei

Ok, an diesem Thema kam vorige Woche keiner vorbei: die Affäre Brüderle und ihre Aufdeckung (darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein) und der Twitter Hashtag #Aufschrei (darüber kann man, m.E. nicht unterschiedlicher Meinung sein).

Unter #Aufschrei twittern seit Tagen Tausende von Frauen, mitunter auch Männer, über sexuelle Übergriffe und Sexismus in den Büros, auf der Straße, in Lokalen, überall. Das ist gut und wichtig, denn es rückt dieses für Frauen tatsächlich oft sehr präsente Thema in den Vordergrund des Interesses. Obwohl ich nichts dazu getwittert habe, hätte es einiges gegeben, was ich schreiben hätte können. Anzügliche Bemerkungen. Wie auch Übergriffe körperlicher Art. Auf der Straße. Am hellichten Tag.

Mit Kind an der Hand nehmen solche Dinge ab. Aber wenn ich abends mal später alleine nachhause komme (kommt zugegebenermaßen nicht sehr oft vor), dann sehe ich mir schon im Bus die Menschen an, die mit mir fahren und ich laufe meistens von der Bushaltestelle bis zu unserer Haustür, das Handy und den Schlüssel griffbereit. Ich komme mir dabei durchaus verschroben vor und es ist irgendwie auch unwürdig, aber wohl fühle ich mich bei Dunkelheit alleine nicht und ich verbringe nicht mehr Zeit nachts draußen alleine, als das unbedingt sein muss.

Nun wurde dieses Thema bei Günter Jauch in der ARD am Sonntag diskutiert und teilweise wurde da wirklich abenteuerliche Meinungen vertreten. Zum Beispiel von Wibke Bruhns, der ersten deutschen Fernsehsprecherin, die zum Thema sexuelle Übergriffe nur sagt, Frauen sollen sich wehren, wo sei denn hier das Problem, wir sind doch keine Opfer. Worauf die Politikerin Silvana Koch-Mehrin richtigerweise anmerkte, dass es in einer gleichberechtigen Gesellschaft doch nicht darum gehen sollte, sich gegen Männer wehren zu müssen, das sollte nicht mehr unsere Realität sein.

Und hier sind wir dann auch wieder beim Hashtag #weilsimmersowar. Weil “die Männer” eben immer so waren und sind und sein müssen. Was ja erstmal eine absolut unzulässige grobe Verallgemeinerung ist. Nicht DIE Männer sind so, manche Männer sind so. Und sie müssen durchaus nicht so bleiben, nur weil derartige Machtdemonstrationen von Männern gegenüber Frauen irgendwann mal zeitgeistig war. Ich teile da übrigens die Meinung mancher Twitter User, dass den meisten Männern bewusst ist, wenn sie eine Grenzüberschreitung begehen. Das passiert nicht einfach so, ups, jetzt habe ich mich danebenbenommen, jetzt ist mir ein Übergriff passiert, zumindest nicht ab einem gewissen Intelligenzquotienten.

Frau Bruhns sieht das anders. Männer und Frauen sind unterschiedliche Spezies. Und bei ihr klingt das so, als wäre das wie bei den zwei Königskinder, die nicht zueinander kommen können. Das ist ein sehr bedenkliches und trauriges Bild. Wenn ich daran denke, wie muffig das Wien meiner Kinderheit war, wie eigenartig ich manche Beziehungen von Ehepaaren damals fand und die Beziehungen zu ihren Kindern, wie unfrei ich Menschen damals fand… The times they are changing. And people do too.

Das N-Wort

Nachdem sich Österreich im Zuge einer Volksbefragung am Sonntag für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht ausgesprochen hat (lediglich in Wien waren die Berufsheer-Befürworter in der Mehrzahlt) und Vizekanzler Spindelegger in der ZIB2 gefragt wurde, ob man jetzt daran denke, das Zivildienst auf 6 Monate zu verkürzen (und dem Wehrdienst anzugleichen), da lehnte dieser ab und auf die Frage warum, antwortete er mit dem schönen und nicht nur später auf Twitter viel diskutierten Satz: “Weil es immer so war”.

Unter dem Hashtag #weilsimmersowar machten sich dann zahlreiche Twitterati darüber lustig, welche Dinge man noch mit #weilsimmersowar “argumentieren” könnte, da kamen dann so Sätze wie “Die Erde ist eine Scheibe #weilsimmersowar”, oder “Hände falten, Goschn halten #weilsimmersowar”.

Heute ist mir aufgefallen, dass man die Diskussion über Wortänderungen in Büchern, die ja auch schon seit einiger Zeit durch die Medien geistert und man manches, was da geäußert wird, auch unter diesem Hashtag subsummieren könnte. Warum zb. das N-Wort ausgetauscht werden soll, weil es eben nun mittlerweile als “offensive” gilt. Ich möchte mich jetzt gar nicht bezüglich politcal correctness überschlagen; es wird sicher manches Mal über das Ziel hinausgeschossen und ja auch ich finde, man kann es zuweilen übertreiben, aber ein Kommentar der von mir an sich sehr geschätzen Autorin Christine Nöstlinge zum Thema “Der Neger bleibt ein Neger” lässt mich dann doch etwas kopfschüttelnd zurück.

Nöstlinger empfindet es nämlich als Zensur an ihrem Werk, wenn der “Neger” nun zum Schwarzen würde, denn Kinder würde das nicht stören und eigentlich wäre das nur eine verkopfte Erwachsenenidee. Als Beispiel bringt sie, dass “erotische Abschnitte” ihrer Bücher in Italien zb. wegstrichen werden. Was das betrifft, stimme ich zu, das ist Zensur und abzulehnen. Ein Wort allerdings, über das man sich gesellschaftlich geeinigt hat, es nicht mehr zu verwenden (aus gutem Grund), gegen ein anderes (mit gleicher Bedeutung) auszutauschen, das ist für mich nicht Zensur sondern der Wandel der Zeit und der Fortschritt. Sprache ändert sich, Begriffe werden durch andere ersetzt, fragwürdige und diskriminierende Ausdrücke verschwinden. Und wieso sollte das nicht so sein? Nur weils #immersowar? Wir sprechen heute auch nicht mehr mittelhochdeutsch, weil es immer so war.

Auf Twitter hat heute jemand auch ein gutes Argument dafür gebracht, warum der Ausdruck Neger ersetzt werden sollte: Als Nöstlinger über Neger schrieb, war das ein ganz normaler, unverdächtiger Begriff, den jeder ohne böse Absicht benutzt hat. Wenn eine Figur in ihren Büchern das zu einer anderen sagte, so meinte diese Figur das nicht beleidigend. Wenn Kinder heute das Wort in einem Buch lesen, dann ist der Kontext ein völlig anderer, dann wirkt es so, als würde eine Figur die andere verletzen wollen oder absichtlich diskreditieren. So komisch das klingt, gerade die Beibehaltung dieses Wortes würde den Kontext verändern.

Man kann und soll darüber diskutieren, ob PC immer und überall ihren Zweck erfüllt oder nicht und auch intensiv darüber, welche Begriffe man in Büchern ändert, aber gerade was das N-Wort betrifft, kann ich mich Nöstlingers Ansicht hier nicht anschließen.

Die natuerliche Familie

Letztens gabs auf Twitter eine Diskussion über eine neue Sexualaufklärungsbroschüre des Ministeriums für Unterricht und Kunst. Und zwar, weil in den Ganz schön Intim genannten Materalien das klassische österreichische Familienbild diskreditiert wird.

Öhm ja. Da sind also Personen zu sehen, deren Geschlecht nicht exakt definiert zu sein scheint (m.E. mit Absicht) und die sich küssen oder miteinander im Bett liegen. Und dann gibts wirklich Menschen, die finden, das bilde die Realität nicht ab, weil es nicht 60 Prozent lesbische und schwule Paare gäbe (das Geschlecht der Personen sind, wie gesagt, nicht exakt definiert). Und das ist…äh wieso genau schlimm? Ich dachte ja naiverweise, es ginge in der Broschüre um Beziehungen, Liebe und Sexualität und nicht um Normen. Sondern um Gleichberechtigung. Aber andererseits wundert es mich auch wieder nicht, wenn man bei Diskussionen in diversen Foren über zb. das Familienbild liest, dass bereits 1-Kind Familien gar keine “richtigen” Familien seien.

Meiner Ansicht nach ist das ein Anachronismus in einer Zeit, wo es nicht nur homosexuellen Menschen endlich möglich wird, ihre Beziehungen offen zu leben, sondern es auch immer mehr Alleinerziehende, Patchworkfamilien, Singles und andere Lebensformen gibt. Und auch immer mehr Menschen mit Empfängnisproblemen. Menschen, die adoptieren oder Pflegeeltern werden. Die gesellschaftliche “Normfamilie” gibt es so nicht mehr, dafür Vielfältigkeit und Buntheit und Platz für neue Realitäten.

Daher ist diese Broschüre für mich kein Angriff auf die “herkömmlichen” Familien und ihre Werte, sondern einfach eine Erweiterung des Spektrums in einer offenen Gesellschaft.

TV-schauen, drei

So, ich komm gerade eigentlich nicht zum Bloggen, es ist wirklich Herbst derzeit, das Kind ist krank und ich hab natürlich jetzt auch noch eine wichtige Deadline und kochen, bügeln, waschen und aufräumen sollt ich auch noch.

Aber trotzdem kurz: also wie man wahrscheinlich aus Funk und Fernsehen weiß, ist Felix Baumgartner tatsächlich gesprungen. Und es war so geil! Ehrlich. Es sah am Sonntag ja schon wieder ein bisschen so aus, als würde die Aktion erneut verschoben werden, aber tatsächlich überschlugen sich dann die Ereignisse, der Balllon wurde gefüllt und früher als erwartet, hob Baumgartner dann auch wirklich ab. Er grinste, seine Mutter weinte. Ich konnte mich so gut in sie hineinversetzen. Wenn man da so unten steht und nicht weiß, ob man sein Kind nochmal wiedersehen wird… Erst letztens erzählte mir eine Mama, dass ihre Hebamme gesagt hat, das Loslassen des Kindes beginnt mit dem Durchtrennen der Nabelschnur und das ist auch wahr, aber hier Loslassen zu können, bedarf schon einer gewaltigen Anstrengung, denke ich mir.

Nun gut, dann dauerte es sehr lange, bis der Ballon die richtige Höhe erreicht hat.Die Nervosität nahm etwas ab denn ab einer gewissen Höhe ist die Gefahr dann wieder geringer als bis ca. 3000 m, wo man keinen Notausstieg machen kann. Richtig spannend wurde es, als Baumgartner bei 38.000/39.000m Anstalten machte, jetzt doch wirklich auszusteigen. “Fast wie zu Silvester” twitterte ich und jemand antwortete: “Silvester ist ein Schaß dagegen”. Als er sich so hinausbeugte und man ganz klein unten die Erde sah… Mann, Mann.

Der Absprung verlief gut, und dann wurde es haarig. Es passierte genau das, was eigentlich nicht passieren sollte, Baumgartner geriet ins Trudeln, ein schnelles Drehen um die Achse (später gab er an, er wäre dabei fast ohnmächtig geworden, bin nicht sicher, was dann passiert wäre, hätte sich der Fallschirm geöffnet?). Da war man sich dann kurz nicht sicher, ob das jetzt nicht ziemlich tragisch enden wird und man das lieber nicht mitansehen will… aber er fing sich wieder und der Rest der “Fahrt” verlief überraschend easy-aussehend, bis er schließlich wieder am Boden landete (beim Absprung hatte er gesagt: “I’m coming home”). Adrian möchte das übrigens auch mal machen, ins All und so. Ähem…

Ein fazinierendes TV-Ereignis und erstaunlicherweise war es auf Twitter plötzlich ganz still, was die nörgelnden Aussagen betraf. Viele räumten auch ein, dass es dann doch recht beeindruckend gewesen wäre…