almis personal blog

Elternabend reloaded

Nachdem es letztes Jahr keinen Elternabend gab, gab es heuer wieder einen (mit 3 G und Masken) und es war dann mein insgesamt achter, wenn ich mich nicht verzählt habe.

Es ändert sich schon sehr viel im Laufe der Jahre. Beim allerersten Elternabend 2014, der im Juni vor Schulbeginn stattfand, hat man ja erst kurz vorher erfahren, wer die Klassenlehrerin und der Freizeitpädagoge sind; und alle Eltern waren komplett aufgeganselt, weil das für Eltern schon ein großer Schritt ist, den die Kinder da machen. Erstmals fühlt man sich so wirklich “erziehungsberechtigt”, gleichzeitig hat man aber auch keine Ahnung, was auf einen zukommt. Die Kinder brauchen noch ganz viel Unterstützung, man versucht die PädagogInnen einzuschätzen etc. Der erste richtige Elternabend dauerte dann auch fast drei Stunden und die Fragen und Anmerkungen waren unendlich und oft auch verstörend. Ich bin damals komplett erschöpft nachhause gekommen.

Im Laufe der Zeit ändert sich das. Oft ist es im September noch schön und mild und den Eltern ist anzumerken, dass sie lieber noch ein bissl am Balkon sitzen oder an der alten Donau spazierengehen, statt Stunden in einem Klassenzimmer zu verweilen. Und alles wird ja auch mehr und mehr Routine, man geht nicht mehr unsicher in die Schule, sondern tratschend mit anderen Müttern und die PädagogInnen kennt man schon recht gut. Überhaupt ich, die sooft auf Exkursionen als Begleitperson dabei war. Das war eine schöne Zeit, weil die Kinder mit dem Alter auch immer einfacher wurden und es richtig lustig war. Am Ende war es eine richtige Gemeinschaft.

Im Gymnasium ist alles wieder anders. Dadurch, dass man insgesamt weniger Zeit in Schulnähe verbringt, weil die Kinder nicht mehr abgeholt werden, lernt man andere Eltern kaum noch kennen. Die Kinder werden selbstständiger und man als Elternteil wird recht überflüssig. Und letztes Jahr, als ein neuer Schulzweig begonnen hat, was bedeutet, dass neue Eltern und Kids dazugekommen sind, war ja kein Kennenlernen möglich. Und heute auch nicht wirklich, weil nicht mal die Gesichter zu sehen waren. Ich kenne keine Namen mehr, ich weiß nicht wer wer ist, usw.

Ich bin dann in der Klasse gesessen und hab mich wieder irgendwie so verloren gefühlt, wie beim allerersten Mal. Da schreibt mir die Mama, mit der ich mich am allerbesten befreundet habe, in der 1. Klasse Volksschule und mit der ich immer noch im regen Kontakt bin, die wir auch immer noch treffen, eine Whatsapp, von ihrem Elternabend, ein paar Klassen weiter: “Es ist so langweilig ohne dich. Daran gewöhn ich mich nicht mehr.” Ist das nicht süss? Same same! Aber es ist der Lauf der Dinge.

Hätte ich mir auch nicht gedacht, dass ich es schaffe, mal einen richtig sentimentalen Post zum Thema Elternabend zu verfassen.

Dreams

In der letzten Zeit träume ich viel und kann mich sehr oft in der Früh auch noch an die Träume erinnern. Oft hat es mit der allgemeinen gesellschaftlichen Situation derzeit zu tun und da brauche ich dann keine Traumdeutung um zu wissen, warum ich das träume.

Letzte Woche allerdings, hab ich mal wieder was abstrakteres geträumt, nämlich, dass im Badezimmer das Wasser übergeht und immer höher steigt. Bei solchen Träumen interessiert mich dann schon die mögliche Deutung dahinter und deshalb hab ich dann am Vormittag danach gegoogelt.

Und was lese ich da? Wenn man von steigendem Wasser in der Wohnung träumt, dann ist das oft der Beginn einer Psychose. Als ich das gelesen habe, musste ich lachen und hab mir gedacht, wenn ich darüber noch lachen kann, dauert es vermutlich noch ein bisschen, mit der Psychose. Oder im Gegenteil: Sie ist schon weiter fortgeschritten als ich denke.

Pillen-müde

Heute hab ich auf dem Instagram Profil einer Influencerin ihr Unbegangen mit der “Pille” gelesen. Sie schreibt, dass sie die Pille abgesetzt hat, weil mit ihre Libido irgendwann nicht mehr existent war. Im nächsten Satz schreibt sie, das wäre natürlich irgendwie schon ein Luxusproblem.

Dem möchte ich doch klar widersprechen! Es ist absolut kein Luxusproblem, wenn wir Frauen denken, Sicherheit zu wählen und dafür als trade off quasi sexuelle Lustlosigkeit in Kauf nehmen (zu müssen). Damit führt sich ja nicht nur die ganze Verhütung ad absurdum (wo kein Sex, da keine Verhütung notwendig), sondern wir verzichten damit auch auf einen wichtigen Teil unseres Lebens und ich würde mal sagen, dass Sex schon ein ziemlich wichtiger Teil des Lebens der meisten Frauen ist.

Ich habe für mich diese Pillen-Sache im Alter von 20 Jahren beendet. Ich wurde dabei von meinem Freund bestärkt bzw dazu ermutigt, und kann sagen, ich war damals eine krasse Außenseiterin und eine einsame Ruferin in der Wüste. Ich habe zwar mit einigen Freundinnen gesprochen, die diese sexuelle Lustlosigkeit (neben anderen Pillen Nebenwirkungen) auch erlebt haben, aber natürlich wäre, so sagten sie, kein anderes Verhütungsmittel so sicher und praktisch wie die Pille. Außerdem stößt man auch bei GynäkologInnen meistens nicht auf große Begeistertung, wenn man sich nach Alternativen erkundigt. Denn die Alternativen, gerade wenn sie hormonfrei sind , sind oft weniger lukrativ für die ÄrztInnen, dafür mühsamer in der “Anpassung”. Wenn man sich beispielsweise für ein Diaphragma entscheidet – mittlerweile gibt es kaum noch klassische, sondern das Caya – dann muss man als Benutzerin die Verwendung desselben erst lernen. Frau muss sich mehr mit ihrem Körper beschäftigen, auch mit ihrem Zyklus, aber das finde ich per se ja keinen Nachteil (im Gegenteil).

Die Influencerin schreibt weiter, sie möchte kein “Pillen-Shaming” betreiben. Das möchte ich auch nicht. Jede, die gut mit der Pille zurecht kommt und damit glücklich ist, fein, da gibts ja keinen Handlungsbedarf. Alle anderen allerdings, die etwas anderes möchten, für die wünsche ich mir mehr Vielfalt abseits des Mainstreams, mehr Informationen durch ÄrztInnen, aber auch mehr Mut, einen vielleicht etwas (zunächst mal) unbequemeren Weg zu gehen. Und ich möchte vor allen Dingen nicht lesen, dass sexuelle Lustlosigkeit ein Luxusproblem für Frauen ist – genauso wenig wie für Männer.

Neustart

Gestern wär ein wunderschöner erster Schultag gewesen, für ganz neu Ankömmlinge, es war sonnig, es war warm, die Luft war angenehm, der ideale Spätsommertag aus dem Bilderbuch.

Da der Sohn einen ganz unspektakulärer ersten Tag hatte – vierte Klasse Gymnasium – war ich mit einer anderen Mama Kaffee trinken. Dann sind wir vor der Schule gestanden, weil sie ihre Kinder abholt, um mit ihnen per Auto nach Niederösterreich zu fahren. Wir haben noch geplaudert und ich hab nicht auf meinen Sohn gewartet. Da kommt ein mir bekannter Teenie und sagt zu mir: “Der A. kommt gleich.” Und ich: “Ich wart gar nicht auf den A., ich quatsche hier nur cool mit jemandem”. Ich will ja nicht, dass der Sohn ein Imageproblem bekommt, harhar.

Und dann kam der A. doch und nachdem ich ihn jetzt zwei Monate quasi rund um die Uhr in seinem natürlichen Habitat gesehen habe, kam er mir jetzt – vor der Schule – richtig groß und gereift vor und auch irgendwie ganz fremd. Aber auf eine gute Art. Als wäre er in den zwei Stunden Schule gerade erwachsen geworden, quasi in meiner Abwesenheit.

Es ist kompliziert

Facebook Beziehungsinformationen – oder ein modernes Märchen.

Ich bin auf Facebook mit einer Frau vernetzt, die ich noch aus Kindertagen, vom Urlaub am Bauernhof, kenne. Richtig befreundet sind wir nicht, das wäre zuviel gesagt, aber als wir beide dann kleine Kinder hatten, haben wir uns ein paarmal getroffen. Es war immer angenehm, sie hatte sowas offenes an sich, und ich habe sie dafür bewundert, wie sie mit den Widrigkeiten, die das Leben ihr auferlegt hat, zurechtgekommen ist, ja wie sie sich dagegen gestemmt hat, ein “Schicksal” zu werden.

Danach haben sich einige Dinge in meinem eigenen Leben geändert und ich habe sie nun schon einige Zeit nicht mehr gesehen. Vor einem guten Jahr hab ich dann auf Facebook mitbekommen, dass sie sich getrennt hat und quasi unmittelbar bei ihrem neuen Freund eingezogen ist. Die nun schon jugendlichen Kinder sind beim Exmann geblieben, sie sind nun Besucher in ihrem neuen Leben. Sie hat sich ein neues Haustier zugelegt und hat eine Art Mutterrolle für die Kinder des neuen Mannes angekommen. Was ich damals beim Lesen spürte, kann ich gar nicht so richtig beschreiben. Einerseits war ich beeindruckt von ihrer Klarheit, wie sicher alles scheint, wie unkompliziert, ein neues Leben, von einem Tag auf den anderen. Der nächste Gedanke galt ihrem Ex, ein ausgesprochen warmherziger Mensch, ich kann es nicht anders beschreiben, der offenbar “zurückbleibt” – über die tatsächlichen Hintergründe wusste ich ja nichts – und jetzt ebenso alles auf Facebook mitlesen konnte, wohl oder übel.

Damit könnte die Geschichte enden, aber das Leben geht ja weiter. Der Ex hat dann irgendwann, noch nicht so lange her, auch wieder eine Beziehung und ich spüre, dass mich das sehr freut, als ich das lese. Irgendwie atme ich auf, alles hat sich weiterentwickelt und das ist gut so. Und dann, wieder ein paar Wochen später, lese ich bei ihr “Suche kleine Wohnung in xy” und stutze. Ich checke ihren Bezieungsstatus, der ist noch unverändert, aber als ich am nächsten Tag nochmal nachsehe, da sind plötzlich “keine Beziehungsinformationen vorhanden”. Damit dürfte wohl klar sein, was passiert ist. Und obwohl etwas in mir sagt: Ich wusste, dass war alles zu schnell und zu perfekt, mit zuwenig Zeit zwischendurch, um sich selbst neu kennenzulernen, um sich zu sortieren, sagt auch etwas in mir: Schade. Schade, dass es nicht geklappt hat, schade, dass es jetzt wohl diesen unendlichen Schmerz gibt, bei möglicherweise vielen Beteiligten. Schade, dass die Liebe nicht mal ein Jahr gehalten hat. Schade.

Ich möchte das nicht als Gossip Beitrag missverstanden wissen, wo ohnehin niemand weiß, von wem die Rede ist. Es ist mehr ein Staunen über menschliche Beziehungen und wie sie verlaufen und meine zunehmende Ratlosigkeit darüber.

RIP Blumenau

Im Jänner hab ich ein bisschen einen Rant gegen Martin Blumenau hier am Blog veranstaltet. Er hatte damals gegen einen Sänger mit Sprachfehler geätzt und ich habe dann wiederum gegen ihn als Moderator im Jugendradio auf Lebenszeit geätzt. Jetzt ist er völlig überraschend mit nur 60 Jahren gestorben.

Ich war sehr betroffen, als ich das gelesen habe. 60 ist ja kein Alter – vor allem, wenn man selbst auch nicht mehr die Jüngste ist – und Blumenau hat zwei noch relativ kleine Kinder, und mit relativ klein meine ich, das jüngere Kind ist im Kindergarten. Alleine das ist eine ungeheuere Tragödie. Und natürlich hatte Martin Blumenau eine Qualität des Denkens und Moderierens, die jetzt auch in den Nachrufen gewürdigt wird. Er taugte nie als Säulenheiliger, er war immer kontroversiell, angriffig, streitbar und – wie ich auch damals schrieb – sehr überzeugt von sich selbst. Aber eben auch so, dass mensch ihm gern zuhörte, und wenn es deswegen war, weil einen furchtbar aufregte, was er so mitunter von sich gab.

Gestern saß ich auf einem Dachboden in Währing, wohin wir von der Dachterrasse geflüchtet waren, während draußen ein nachmittägliches Sommerunwetter tobte, und wir haben zu dritt über Martin Blumenau gesprochen. Ich habe gesagt, ich tue mir so schwer das einzuordnen, was FM4 ist und was letztendlich Blumenau bis zuletzt war. Ein Moderator in einem Jugendradio? Mit 60? Obwohl ich mit 45 mir schon lange nicht mehr zutraue, Jugendkultur zu verstehen? Da meinte A. ich solle noch einmal etwas zu Martin Blumenau auf meinem Blog schreiben. Und ich fragte ihn eben das, wie ist das alles einzuordnen. Und der meinte er: FM4 ist in dem Sinn ein Jugendradio, weil es dabei um Jugend im Kopf geht. Um Zeitlosigkeit im besten Sinne, eben um Offenheit für alles. Es geht nicht um aktuelle Jugendkultur oder darum wie es ist, jetzt ein Jugendlicher zu sein, sondern um jung im Denken sein. Und das fand ich sehr schön und deshalb schreib ich das jetzt auch gerne hier.

Ich habe gelesen, dass es in den letzten Monaten auf FM4 wohl tatsächlich Diskussionen drüber gab, wo der Sender hin will, wie er sich positionieren soll. Und vielleicht kommen sie dann auf das, war A. mir gestern gesagt hat. Martin Blumenau hätte das vielleicht auch so gesehen.

Ferien, vier

Woran mensch erkennt, richtige Freunde zu haben: Dass sie merken, wenn man ein bisschen instabil ist und vorschlagen, dass man vorbeikommen soll. Und, dass man sich nach den Treffen besser fühlt als vorher. Solche Treffen hatte ich diese Woche, recht spontan. Und ich bin dankbar dafür. Die Gegenprobe funktioniert übrigens auch: wenn man sich nach Treffen schlechter fühlt als vorher, dann stimmt meistens etwas nicht, aber davon ist derzeit nicht die Rede.

Nachdem ich heute Sonntag mal daheim war, was eher selten der Fall ist, hab ich mir beim langen Kaffeetrinken mit mir selber Frühstück bei mir angehört; Claudia Stöckl hatte Martina Rupp zu Gast, die bei Ö3 jetzt in Pension geht – sie mag das Wort nicht – und auf ihr bisheriges Leben zurückblickt. Martina Rupp sagt, am meisten bereut sie immer noch, dass sie schuld am Ende ihrer zweite Ehe war. Ihre Partnerschaft war unzufriedenstellend und sie war nicht stark genug, der Versuchungen – in Form eines Arbeitskollegen – zu widerstehen. Ich finde es immer sehr kraftvoll, wenn Menschen auch öffentlich über ihre Unzulänglichkeiten und ihr “Scheitern” sprechen. Weil es menschlich ist, dass wir Fehler machen. Und je nach Charakter werden die Fehler unterschiedlich sein. Ich denke mir, hoffentlich bin ich in 15 Jahren auch gescheiter. Hoffentlich weiß ich in 15 Jahren auch mehr über mich und das Leben.

Auf Facebook hat dann jemand nach guten Songs über Veränderung, Transformation und eben Lebenskrisen gefragt und da ist mir gleich Bob Dylan und sein Song Things have changed eingefallen. Sätze direkt heraus aus einem desillusionierten Leben: “This place ain’t doing me any good. I’m in the wrong town, I should be in Hollywood.” Das wiederum erinnert mich an einen Freund, der – in meinem Pool auf der Luftmatraze liegend zu mir sinngemäß sagte: Ich könnte jetzt in Cannes sein oder in Biarritz, wenn ich damals das eine oder andere anders gemacht hätte – der Datenschutz verbietet es mir, hier detaillierter zu werden – aber seine Conclusio: Hier in einem Pool in Atzergsdorf ist es auch nicht schlecht. Harhar. Vieleicht sollte Bob Dylan auch mal nach Atzgersdorf kommen.

Parallelen

Heute bin ich ganz früh einkaufen gegangen, weil ich mir dachte, noch schnell den kühlen Morgen ausnutzen, an dem der Tag noch frisch ist, vor der Hitze und der stickigen Luft und der Bewegungslosigkeit, später dann.

Und dann habe ich so nachgedacht, das ist so wie wenn an jemanden kennenlernt und ihm richtig nahe kommt, man aber nicht mehr 18 ist oder 23, sondern Anfang, Mitte 40. Da sind beide schon ein bisschen mitgenommen und erschöpft und nicht mehr ganz unbelastet. Da ist das Leben mitunter schon mal in ganz viele Einzelteile gebrochen und nur notdürftig wieder zusammengesetzt worden.

Einerseits wünscht man sich da vielleicht einen eigenen Anfang, wo alles noch unbeschwerter wäre, vielleicht, einfacher, selbstverständlicher ohne diese Ambivalenzen, und andererseits ahnt man, dass dann wirklich alles anders wäre und man sich vielleicht niemals auf die Art und Weise begegnet wären, wie das nun eben passiert ist. Weil man jetzt ein anderer Mensch ist.

Das schöne ist, nach so einem heißen und anstrengenden, endlosen Tag kommt immer das beste am Sommer: der Sommerabend. Wo man wieder einen klaren Kopf bekommt und alles ganz in Ordnung ist, genauso wie es ist.

LIZVC 87

Auch heuer hab ich wieder am 19. März Geburtstag.

Ich erinnere mich “gerne” an den Geburtstag letztes Jahr. Schönstes Wetter, aber erster total Lockdown. Meine Mutter damals so am Telefon: “Nächstes Jahr wirds dafür wieder super.” Und ich sagte: “Wenn ich da noch lebe.” Sagen wir so, wir haben uns beide geirrt. Harhar. Aber na ja. Ich kann zwar das zweite Jahr in Folge nicht mal irgendwo Kaffee trinken gehen, aber mir gehts gut und es gibt viele Dinge, die ich trotzdem habe.

Ich habe zum Beispiel gerade fünf Ohrwürmer gleichzeitig – oder doch eher abwechselnd – und nur vier davon sind ESC- Songs! Ich habe auf Facebook Marco Schreuders Mann den französischen Beitrag pfeifen hören und sehen. Husavik, der Song aus dem ESC Film The Story of Fire Saga wurde für den Oscar nominiert und das vereint zwei meiner großen Leidenschaften auf wundersame Weise. Und das waren jetzt nur die guten Dinge in meinem Leben, die mit dem Songcontest zu tun haben. Kleine Downside: Der Teenie verlässt mittlerweile fluchtartig mein Zimmer, wenn er auf meinem Bildschirm das ESC-Logo sieht, weil er (vollkommen zu Recht) fürchtet, dass ich ihm einen gerade veröffentlichten neuen Kandidaten vorspielen will.

Ganz wichtig auch in dieser Zeit (und überhaupt): Menschen, die einem zuhören, wenn man jemand zum zuhören braucht, und denen man auch sehr gerne zuhört, stundenlang, die einen im Arm halten (dürfen), auch stundenlang, und ja, das wars dann auch schon.

Mein 5. Ohrwurm übrigens, Bungalow vom Bilderbuch, voll reingekippt Jahre zu spät. Das Video spiel ich mir selber zum Geburtstag vor, weil es wunderbar bizarr und weird ist.

LIZVC 73

Am Wochenende hab ich während einer Diskussion etwas ironisch gesagt “The future is female” und darauf der Teenie: “The future is post Gender”. Da war ich ehrlich beeindruckt.

Gestern war ich beim Nierenultraschall zur Nachkontrolle. Es ist glücklicherweise alles ok und ich muss erst im Juni wieder hin. Aber weil trotz Termin soviel los war, durfte ich aussuchen: Wartezimmer oder Spaziergang. Die Entscheidung fiel leicht und es ist ja gerade auch einigermaßen mild draußen, um nicht das Wort “Weihnachtstauwetter” zu verwenden.

Nachdem ich in der Gegend war, spazierte ich zum Ex-(Betriebs)kindergarten des nunmehrigen Teenies, den er von 2010 bis 2014 besuchte. Nun ist es sowieso schon immer etwas eigenartig, an Orte der Vergangenheit zurückzukehren, die man eine zeitlang dauernd, später dann aber gar nicht mehr aufgesucht hat. Und in Pandemiezeiten, in denen diese Orte ausgestorben sind, ist es noch spookier. Gerade, wenn – wie in diesem Fall – dieser Ort fast monumental wirkt, eine Festung aus Beton quasi. Hier fand immer das Laternenfest statt. Und da, an dieser Rampe, hat er sich öfter mal geweigert, weiterzugehen. Und hier, rund um diese Säulen, haben er und seine Freunde fangen gespielt und wir Mütter mussten achtgeben, weil es sich zwar um Gehsteig handelte, aber hier auch Autos hineinfahren und parken durften. Da ist er mit dem Roller rauf und runter gedüst und ich hatte natürlich diese Schreckensbilder im Kopf, vom stürzenden, sich überschlagenden, in seine Einzelteile zerfallenden Kind, mütterliches Kopfkino at its worst.

Dann denke ich an mein früheres Ich zurück, an meine Gedanken und Gefühle damals, und kann es gar nicht glauben, wie weit ich seither gekommen bin, direkt ins eigenartige Jahr 2020, das mich wiederum sovieles gelehrt hat.