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Film Stills

Heute war der letzte Tag der Film-Stills Ausstellung in der Albertina und gerade so auf den letzten Drücker hab ich es dann noch hingeschafft. Ist ja auch sehr passend, am Oscar-Wochenende.

Die Ausstellung widmet sich, wie der Name ja schon sagt, mit Fotos aus Filmen, die veröffentlich wurden, in erster Linie um diese Filme zu bewerben und dem Betrachter ein Gefühl für die Stimmung des jeweilgen Films zu geben.

Das ist insofern gar nicht so einfach, da es sich beim Medium Film ja um bewegte Bilder handelt, man also nicht einfach reine Szenenfotografie daraus machen kann. Die Bilder sind für sich selbst wieder artifiziell, oft aus einer anderen Perspektive geschossen, als sie im Film zu sehen sind, manchmal nachkoloriert oder sonst wie bearbeitet. Manche Bilder sind kultig geworden und stehen quasi für sich selbst, ohne, dass man den Film gesehen haben muss, verbindet man etwas damit. Das berühmteste Beispiel ist sicher Marilyn Monore in Das verflixte siebente Jahr, in dem sie in einem weißen Kleid über einem Lüftungsschacht steht.

Mein Lieblingsbild der Ausstellung –  und offenbar nicht nur meines, wenn man die Größe des Fotos in der Ausstellung berücksichtigt: die geheimnisvolle und gleichzeitig sehr skurille Saraghina aus 8 1/2 von Fellini. Ich liebe diesen Film und habe auch das Poster des Filmplakates im Wohnzimmer hängen, er ist bildgewaltig und schön bizarr.

Ähnlich undurchsichtig wie Otto e mezzo ist auch der Film Letztes Jahr in Marienbad von Resnais. Von dem wird ja behauptet, dass er Inspiration für Inception von Christopher Nolan war, allerdings muss man dazu sagen, dass Inception, so verwirrend er auch sein mag, immer noch wesentlich konkreter und greifbarer ist als Marienbad, der sich doch ziemlich gegen jegliche Art von Interpretation sträubt.

Ein Film, den ich leider noch nicht gesehen ist Night of the Hunter mit Robert Michum. Michum trägt in diesem Film eine Love/Hate Tätowierung an den Fingern und dieser Film Still ist in der Ausstellung zu sehen.

Vom Hitchcock gibt es natürlich auch eine Menge zu sehen, zb. North by Northwest oder auch einen Film-Still aus Psycho.

Ich würde an dieser Stelle die Ausstellung ja empfehlen, aber man muss halt morgen Zeit haben, harhar.

Manchester by the Sea

Als nächsten Oscar-Kandidaten habe ich mir den Film Manchester by the Sea angesehen. Und nachdem ich erst kürzlich geschrieben habe, dass mir eigentlich alle Filme mehr oder weniger gefallen, die ich mir im Kino ansehe, weil ich doch eine für mich passende Auslese treffe, muss ich gestehen, bei Manchester by the Sea habe ich danebengelegen. Nach Filmende hab ich den Saal verlassen und fühlte mich wie nach einer durchwachten Nacht: total verkatert und deprimiert, mit einem schalen Geschmack im Mund.

Kleine Spoiler möglich

Doch worum geht es eigentlich? Schon der Trailer verrät, dass Lee Chandler (Casey Affleck), alleinstehend, um die 40, als Hausmeister in Boston beschäftigt, den Anruf erhält, dass sein Bruder -nicht ganz unerwartet – verstorben ist. Er muss zurück in seine Heimatstadt Manchester by the Sea, um die Formalitäten zu regeln und sich um seinen noch minderjährigen Neffen Patrick zu kümmern. Bei der Testamentseröffnung erfährt er, dass er die Vormundschaft über seinen Neffen übernehmen soll und gerät in Panik. Er fühlt sich erdrückt und mit dieser Aufgabe, obwohl er Patrick mag und dieser bereits 16 Jahre alt und damit fast erwachsen ist, vollkommen überfordert.

Warum, das werde ich nicht verraten. Nur soviel sei gesagt: der Tod von Lees Bruder ist fast sowas wie der Comic Relief des ganzen Filmes, denn alles andere ist, im Vergleich dazu, dunkelgrau-düster bis tiefschwarz. Dieser Film ist Hoffnungslosigkeit und Tristesse pur, wer also darauf steht, dem kann ich einen Besuch nur empfehlen. Alle anderen sollten sich das lieber zweimal überlegen. Denn Manchester by the Sea ist kein Werk geworden, dass irgendeine Art von Strohhalm zum festklammern, oder um in der Methapernsprache des Filmes zu bleiben, keinen noch so kleinen Rettungsring bereithält.

Manchester by the Sea sagt: manche Dinge, die im Leben passieren, sind so schlimm und schmerzhaft, dass nichts und niemand sie jemals wieder gutmachen kann. Das ist eine sensationell deprimierende Botschaft für ein fiktionales Werk. Nicht, dass ich pathetische hollywood-eske Enden in Filmen mag (im Gegenteil), aber Kino bedeutet für mich auch, sowas wie einen Silberstreifen am Horizont zu zeigen, irgendetwas, woraus man einen Erkenntnisgewinn zieht, und sei er noch so unscheinbar.

Stattdessen entwickelt sich Lee Chandler den ganzen Film über eigentlich absolut gar nicht weiter. Ist er ein Opfer seiner Umstände, der einfach nicht anders kann als der zu bleiben, der er ist, oder ist er ein verantwortungsloser Ignorant, dessen Charakter zwangsläufig zu diesem oder einem ähnlichen Punkt in seinem Leben hatte führen müssen? Muss man ihn betrauern oder sollte man ihn verachten? Sein Umfeld tut ersteres, ganz Manchester by the Sea ist wie ein Vormund für ihn, der eigentlich er sein sollte. Ob das richtig ist, man weiß es nicht. Jedenfalls will Lee nichts wie weg. Casey Affleck lässt nicht mehr Information raus, als unbedingt notwenig. Man kann es starkes, reduziertes Charakterspiel nennen, aber auch als stumme Ratlosigkeit des Schauspielers der eigenen Rolle gegenüber bezeichnen. Eine einzige Szene, als Lee auf seine Ex-Frau Randi (Michelle Williams) trifft, ist von solcher Emotionalität – ausgelöst durch Williams, die sehr beeindruckend agiert – dass man hofft, jetzt endlich würde Lee das Steuerrad noch herumreißen können. Aber dann versinkt wieder alles im grauen Nebel von Manchester im Winter.

Davon abgesehen weist der Film ein paar handwerkliche Schnitzer auf, die Werken von solchem Kaliber eigentlich nicht unterlaufen dürften, etwa, als in einer Szene Nacht ist und nach einem Schnitt schon heller Tag; der Plot verrät allerdings, dass höchstens ein paar Minuten vergangen sein dürften.

Manchester by The Sea ist ein Film, der mich verstört und ratlos zurücklässt, und bei dem mir fast lieber gewesen wäre – und das sage ich nicht oft – ihn nie gesehen zu haben.

Oscar Noms 17

Ich wollte noch was zu den Oscar Nominierungen schreiben.

Ein Filmkritik-Kollege von mir, den ich öfters in Pressevorstellungen getroffen habe, und der meinen La La Land Enthusiasmus teilt, hat mutigerweise 13 Nominierungen vorausgesagt, unter anderem zwei Songnominierungen. Und was soll ich sagen? Mit den Songs hatte er recht – sowohl City of Stars wie auch Audition (The Fools who dream) sind nominiert worden – sonst hat er den Film tatsächlich unterschätzt, weil er sogar 14 Nominierungen bekommen hat und damit mit Titanic und Alles über Eva gleichgezogen hat. Man kann aber jetzt schon sagen, dass La La Land natürlich nicht 14 Oscars erhalten wird, denn in der Songkategorie kann er ja nur maximal einen gewinnen. Harhar.

Außerdem schwächelt der Film auf alle Fälle in den Schauspielerkategorien. Nicht, weil Gosling und Stone nicht großartig wären, sondern weil die Konkurrenz so groß ist. Bei den Männer ist Casey Affleck (Manchester by the Sea) der hohe Favorit, gefolgt von Denzel Washington (Fences). Bei den Damen würde ich Isabelle Huppert (Elle) als größte Konkurrentin von Stone sehen – ein wirklicher Schocker bei den Nominierungen war ja, dass Amy Adams nicht nominiert wurde, obwohl ihr Film Arrival (und ja, es ist zu großen Teilen wirklich ihr Film, finde ich) mit 8 Noms bedacht worden ist. Dafür hat Meryl Streep ihre 20. Nominierung erhalten.

Hugh Grant, als ihr Partner in Florence Foster Jenkins wurde übrigens nicht bedacht, was daran liegen kann, dass es eine Konfusion über das Ausmaß seiner Rolle gegeben hat (Hauptdarsteller oder Nebendarsteller?). Allerdings wurde Grant schon viermal für den Globe nomniert – einmal hat er ihn auch gewonnen – allerdings noch nie für den Oscar. Und wenn wir dabei sind – Nicole Kidman und Dev Patel sind beide als Nebendarsteller im Film Lion nominiert, aber kein Mensch (=ich) weiß, wer die Hauptdarsteller in diesem Werk sind. Es mag daran liegen, dass es um einen adopierten Jungen geht, der zuerst als Kind gezeigt wird. Wahrscheinlich gibt es in diesem Fall nur Nebendarsteller?

Was gibt es noch zu sagen? Mel Gibson ist zurück, nachdem er ja wegen diversen verbalen Ausfällen von Hollywood eher geschnitten wurde. Ich bin kein Fan und ich mag auch keine (Anti)Kriegsfilme, also wird Hacksaw Ridge an mir vorbeigehen. Toni Erdmann geht – wie erwartet – als bester ausländischer Film ins Rennen ich habe ihn leider immer noch nicht gesehen. Etwas traurig bin ich darüber, dass Almodovars Julieta, den ich im August gesehen und sehr gemochte habe, nicht nominiert wurde. Aber man kann nicht alles haben.

La La Land – mein Review

Manchmal geht man aus dem Kino – verzaubert, ergriffen, gerührt, mit dem Bewusstsein, dass man einen Film gesehen hat, der über sich selbst hinausgewachsen ist. Einen Film, der einen noch lange begleiten wird. An den man immerzu denken muss, als wäre man frisch verliebt und hätte Schmetterlinge im Bauch. Willkommen im La La Land!

Kleine Spoiler können folgen – das Ende wird nicht verraten

Die Ausgangslage: Mia (Emma Stone), eine Schauspiel-Aspirantin, die sich bisher eher erfolglos von Casting zu Casting hantelt und dazwischen als Kellnerin arbeitet und Sebastian (Ryan Gosling), ein Musiker, der von seinem eigenen Jazz-Club träumt, sich aber als Bar-Pianist mehr schlecht als recht über Wasser hält, begegnen sich mehrmals zufällig in der Millionenstadt Los Angeles. Obwohl beide Künstler aus Leidenschaft sind und im Prekariat leben, sie also einiges verbindet, mögen sie sich anfangs ganz und gar nicht. Dabei fühlt Mia sich von Sebastians Musik einmal unbekannterweise förmlich angezogen, wie bei einem Ratterfänger folgt sie dieser einen Melodie, die er spielt als die Großstadt so ruhig ist, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte. Doch auch dieser Augenblick bringt sie einander nicht näher, im Gegenteil.

Die Antipathie gipfelt hoch über den Hollywood Hills, wo die beiden eine Party verlassen, auf der sie sich wieder mal unverhofft begegnet sind, und die Sonne gerade untergeht. Mia findet ihren Wagen trotz elektronischem Autoschlüssel nicht, es ist gerade schön absurd, da singt Sebastian in “Lovely Night“, wie verschwendet diese schöne Nacht doch sei, wie poetisch das doch sein könnte, wären jetzt eine Frau und ein Mann zusammen hier, die etwas füreinander empfänden und Mia ergänzt: “Maybe this appeals, to someone not in heels, or to any girl who feels, there’s some chance, for romance, but i am frankly feeling nothing – or it could be less than nothing.” Die beiden müssen sich gegenseitig so vehement versichern, dass sie nicht miteinander können, weil sie natürlich sehr wohl merken, dass sie sich voneinander angezogen fühlen. Diese erotische Spannung, die zwischen ihnen schon im Streit herrscht, würden sich andere Film-Paare unmittelbar vor der ersten gemeinsamen Nacht wünschen.

Genauso wie Mia und Sebastian sich erst auf den 2. Blick verlieben, so geht es vielen auch mit der Stadt Los Angeles. Sie hat nichts pittoresk-verspieltes, wie San Francisco, nichts pulsierendes wie New York, nichts gigantomanisches wie Las Vegas. Los Angeles ist weitläufig, unstrukturiert, besitzt relativ wenige Hochhäuser und kein wirkliches Zentrum, die Stadtviertel unterscheiden sich teilweise enorm voneinander, alles ist sehr heterogen und individualistisch. Der berühmte Walk of fame ist eigentlich ein schmutziger Gehsteig, wenn – ja, WENN man ihn nicht mit Bedeutung erfüllt. Und wo, wenn nicht in Hollywood, darf man mit seiner Phantasie spielen und das in Los Angeles sehen, was es AUCH ist, wenn auch nicht so offensichtlich?

Regisseur Damien Chazelle tut genau das, er porträtiert ein anderes, ein geheimnisvolles, verträumtes, ein lebensfrohes Los Angeles, auf der die Menschen während eines Staus auf dem Highway auf ihren Autos tanzen (“Another day of sun“) und es wirkt so als hätten die Menschen dort noch nie etwas anderes gemacht. Während Baz Luhrmanns Moulin Rouge ein Paris zur Verfügung hatte, das als Stadt der Liebe und Sinnlichkeit etabliert ist, muss Chazelle all sein Können aufbieten, um Los Angeles wie die attraktivste Stadt der Welt erscheinen zu lassen. Und Chazelle kann das.

Wie schon in Whiplash kreiert er einen Film voll von Musik, allerdings standen sich dort zwei Protagonisten gegenüber, die beide auf ihre eigene Art und Weise unsympathisch waren. La La Land kann auf zwei Darsteller zählen, denen man sich beiden verbunden, ja vertraut fühlt. Chazelle erzählt ihre Geschichte mit nicht-linaren Schlenkern, die denkbar unanstrengt sind, mit Variationen und Improvisationen wie in der Jazzmusik, die er so liebt. Er scheint nicht arm zu werden an Ideen, die das Auge und das Ohr umschmeicheln, dabei ist sein Drehbuch streckenweise sehr witzig (ich sage nur “I ran”), dann wieder faszinierend melancholisch, dass man weinen könnte, weil es einfach so schön ist, etwa wenn Mia und Sebastian gemeinsam City of Stars singen und es so wirkt, als wären sie dabei wirklich ganz alleine gewsen und hätten nur für sich gesungen.

Die Botschaft des Filmes lautet: “Here’s to the fools who dream”. Und in Zeiten wie diesen werden die Menschen, die träumen, die sich dafür einsetzen, was sie mit Leidenschaft erfüllt, ganz dringend gebraucht. Genau wie solche Filme.

Oscars coming up

Bald wird es spannend in Sachen Oscar. Am Dienstag gibt es die Nominierungen und ich freue mich schon sehr darauf.

Gestern hab ich mir im Bett einen Podcast dazu angehört, nach einer Stunde bin ich eingeschlafen, und das war noch nicht mal ein Drittel (!) der ganzen Sendung. Es ist sagenhaft, wie lange sich erwachsene Menschen über mögliche Oscarkandidaten auseinandersetzen können, als gäbe es kein Morgen. Ich finde das ja großartig, denn es gibt ja Leute wie mich, die sich das auch sehr gerne anhören.

Ich kann mich noch an die Diskussionen zu “Best foreign” (Toni Erdmann Favorit) und “Best animated” (Zootopia) erinnern, und die waren schon sehr ausufernd. Die Kategorie “Best short” haben sie gleich ganz weggelassen, ich glaube, da wäre die Besprechung davon länger gewesen als der jeweilige Film. Harhar. Interessant wird noch sein, ob sie Martin Scorsese und seinen Film Silence Chancen geben, der bisher fast komplett unter dem Radarf lief, was Filmpreis-Nominerungen betrifft. In sehr vielen Kategorien scheinen heuer oft nur drei der fünf Slots vorhersehbar, der Rest kann für viele Überraschungen offen sein. Ist aber natürlich auch spannender as wenn man schon Wochen vorher weiß, wer jeweils gewinnen wird. Solche Jahre sind seltener geworden.

Heute will ich dann weiterhören und bin speziell neugrierig, was sie zur “Best actress” Kategorie sagen, falls ich nicht vorher bei “Best sound mixing” einschlafe.

Jaenner-Alltag

Der Alltag hat uns wieder und wie immer vorm ersten Schultag nach den Ferien konnte ich überhaupt nicht schlafen. Anscheinend so eine Urangst zu verschlafen. Praktisch jede Stunde hab ich auf die Uhr geschaut und um 5.30 hab ich es dann aufgegeben. Wenigstens gabs einen guten Grund, so früh aufzusein, nämlich die Golden Globes.

7 Globes von 7 Nominierungen für La La Land. Absolut zurecht für mich. Bin noch immer total im La La Land-Fieber und könnte den Soundtrack rund um die Uhr hören. Und ich könnte auch immer dazu tanzen, auf der Straße muss ich mich manchmal echt zurückhalten. Btw. hat Globes Host Jimmy Fallon in seinem Globe-Opening eine sehr gute Persiflage auf La La Land gemacht. Sonst hab ich von der Verleihung nichts gesehen, wegen Zeitmangels, abgesehen von der Meryl Streep Rede und die war fantastisch. Was ja auch die Reaktion von Mr. President Elect zeigte.

Ich hab den Tag dann eigentlich ohne nennenswerten Müdigkeitsanfall überstanden. Erst kurz nach 18 Uhr wurde es dann heikel, und das, wo wir um 19.45 Jazz haben. Wo man sich ja auch bewegen muss und das nicht zu wenig. Wie jeden Montag Abend denk ich mir dann, dass ich zu alt bin für diesen Kurs (zu müde sowieso), aber unser Trainer ist das zu Mensch geworden Antidepressivum und reißt uns jedesmal alle mit.

Diesmal machten wir eine Choreografie zu Flashdance und da gabs dann für ihn gar kein Halten mehr, er wollte “Explosion of emotion” von uns. Eighties, Neonfarben, geballte Fäuste usw. Die gute Nachricht ist, dass What a feeling sehr langsam beginnt. Der Nachteil ist halt, dass es dann sehr schnell wird. Harhar. Trotzdem hab ich mich nach dem Kurs viel fitter gefühlt als vorher. Deshalb ist es das auch immer wert, den Schweinehund zu überwinden.

La La Land

Mir gefallen die meisten Filme, die ich mir im Kino anschaue, was daran liegt, dass ich leider ziemlich selten ins Kino komme und mir dann nur das ansehe, wovon ich mir verspreche, dass es meinen Geschmack trifft. So ist das fast immer ein positives Erlebnis, abgestuft von “nette Unterhaltung” über “toll” bis “sehr sehenswert”.

Viel seltener kommt es vor, dass ich einen Film sehe, ich den ich mich fast verliebe, weil er – meines Erachtens nach – einfach wunderschön gefilmt ist, das Medium voll ausnutzt, und einfach etwas Magisches auf die Leinwand zaubert. Wo das Thema stimmt, die Musik, die Stimmung, der visuelle Eindruck, die Dialoge und die Schauspieler. Sowas kommt nicht jedes Jahr vor. Aber 2017 hat für mich genau mit einem solchen Film begonnen. Ich habe diesen Film in der Pre-Preview gesehen (er läuft ab Ende nächste Woche regulär in den österreichischen Kinos) und war/bin verzaubert. Ich habe mir von dem Film sehr viel erwartet und er konnte diesen Erwartungen gerecht werden. Dieser Film heißt La La Land.

Ich werde zu La La Land noch mehr schreiben, aber soviel vorab: es ist ein Musikfilm in dem Sinne, als gesungen und getanzt wird, aber es ist alles andere als ein klassisches Musical, es ist ein visuelles Meisterwerk, ein Film, der von der Chemie, die die Hauptdarsteller Ryan Gosling und Emma Stone miteinander haben ebenso lebt wie von den orignellen Einfällen des Regisseurs, der besonderen (und dabei sehr unangestrengten) Art, eine – diese – Geschichte zu erzählen und dem bisher noch mehr oder weniger unentdecken und noch nie derart gelungen in Szene gesetzten Charme der Stadt Los Angeles.

Ihr seht, ich bin enthusiasmiert und werde versuchen, diesen Enthusiasmus in noch genauere Worte zu fassen. Bald.

Globes und so

Irgendwie hat sich der Kosmos in den letzten Tagen gegen mich verschworen.

Zuerst hatte ich eine unheimliche schlechte Nacht dank Bauchweh-Kind, dann ist mir eine Füllung aus dem Zahl gefallen, die Waschmaschine eingegangen und letztendlich konnte ich mich auf meinem eigenen Blog nicht mehr anmelden. Jetzt ist soweit alles behoben, die Waschmaschine kam heute auch endlich und es war so ähnlich wie bei den Waltons, als Papa Walton endlich das erste Radio nachhause bringt. Nur wars halt der Lieferant. Harhar.

Was ich zu den Golden Globes noch sagen wurde, hätte ich gekonnt, die Nominierungen wurden ja Montag Nachmittag bekannt gegeben. Sind die Globes Gradmesser für den Oscar, wie es immer so schön plakativ heißt. Ja und nein.

In den letzten 25 Jahren haben 12x die gleichen Filme in der Kategorie “Best Picture” bei Globes und Oscars gewonnen, und 13 mal eben NICHT, wobei die Chance ja nicht so übel ist, gibt es bei den Globes ja sogar 2 beste Film Kategorien.

Manche machen sich Sorgen, weil Scorseses Silence und auch Sully völlig leer ausgegangen ist. Gibts hier noch eine Oscar Chance? Überragend (im Sinne von: Gewinn) sind die Chancen vermutlich nicht, allerdings gab es schon des öfteren Filme, die bei den GG gar nicht bedacht wurden, bei den Oscars allerdings doch (wenn auch zumeist nur mittels Nominierungen) reüssieren konnten

Ein Beispiel ist da gleich (weil Eastwood ja jetzt leer ausging) American Sniper. Null GG Noms, 7x Oscar. Noch heftiger True Grit. Null GG, 10 x Oscar Noms. Auch Tree of life oder Extreme loud and incredibly close wurden beide nicht GG bedacht, beide aber dann für den Oscar/bester Film nominiert. Manchmal gelingt es auch Foreign films, bei den Oscars besser zu reüssieren, wie La vita e bella und Il positino. Von den aufgezählten konnte lediglich nur La vita e bella mehr aus den Nominierungen machen, nämlich 3 Auszeichnungen (best foreign film, Actor und Score), aber da war ein ganz starkes Roberto Benigini Momentum sicher ausschlaggebend.

Ein bisschen enttäuschend ist, dass Almodovars Meisterwerk Julieta nicht für den besten fremdsprachigen Film nominiert wurde, allerdings wurde Almodovar noch nie für einen Golden Globe nominiert. Ich glaube, seine Chancen auf eine Oscar Nominierung sind zumindest intakt.

Sully

Heute werden ja im Laufe des Tages die Nominierungen für die Golden Globes bekannt gegeben und am Freitag hab ich einen Kandidaten, Sully, gesehen.

Sully, man erinnert sich, das ist dieser Pilot, der eigentlich Chesley Sullenberger heißt und 2009 als erster Mensch überhaupt eine Notwasserung mit einem Flugzeug – auf dem New Yorker Hudson River – geschafft hat. Nun könnte man sich denken ich und Fliegen, soll ich mir sowas überhaupt ansehen? Aber ja, ich kann sagen, ich hab nach dem Film jetzt nicht mehr Flugangst als vorher (wenn ich auch beschlossen habe, ab jetzt ausschließlich mit Mr. Sullenberger als Pilot zu fliegen harhar).

Der Film ist schon ziemlich nervenaufreibend, wenn er zeigt, was da so im Cockpit und im Passagierraum, bei den Fluglotsten am Kontrollturm und überhaupt im Umfeld dieses Ereignisses an diesem eisaklten Jännertag passiert ist. Was man in Europa vielleicht weniger mitbekommen hat: Sully war zwar der Held, wurde aber danach von der Flugsicherheitsbehörde quasi auseinandergenommen, weil infrage gestellt wurde, ob seine Landung am Hudson tatsächlich nötig war (und kein enormes Risiko) und ob es nicht doch möglich gewesen wäre, zurück zum JFK Airport zu kehren oder in New Jersey zu landen, was ja damals auch angedacht wurde. Diesen Fragen widmet sich der Film hauptsächlich.

Sehr erstaunlich war, dass Sully (Regie: Clint Eastwood) eigentlich komplett nüchtern erzählt wird. Auch wenn der Pilot zweifelsohne ein Held war und ist, und das natürlich auch thematisiert wird, ist das alles andere als das Abfeiern eines amerikanischen Übermenschens, der noch dazu von Tom Hanks verkörpert wird – obwohl es bei einer Geschichte wie dieser so naheliegen würde, das zu tun. Es ist Eastwoods Sachlichkeit zu verdanken, dass der Film komplett andere Schwerpunkte setzt als ein pathethisches Epos zu zeichen, und hierbei hilft auch der Haupdarsteller. Dass dieser anders könnte und ein kleines nationales Heiligtum spielend darstellen würde, wenn das gefragt wäre, wissen wir. Daher finde ich die Zurückhaltung eine große Leistung. Eventuell war das auch dem tatsächlichen Mr. Sullenberger ein Anliegen – sein Buch liegt dem Drehbuch ja auch zugrunde.

Interessant war, dass der Film sich so kurz einfühlt, obwohl er doch an die 100 Minuten lang ist. Das Ende war sehr plötzlich da, ich glaube, da ging es anderen im Kinosaal auch so. Wir haben dann überlegt, ob Sully auch auf der alten Donau landen hätte können, gleich hinterm Birner Brückerl zum Beispiel harhar. Aber die alte Donau dürfte zu schmal sein, vielleicht hätte er auf der neuen Donau eine Chance gehabt.

Aliens…

Das Wochenende stand bei uns in erster Linie unter dem Motto “Außerirdische”.

Am Samstag haben wir die Oscar-Season mit dem neuen Villeneuve Arrival eingeleitet. Und der Film war gleich ziemlich großartig. Sehr viel kann ich dazu eigentlich (noch) nicht schreiben, weil es einiges zu spoilern gäbe und man über den Film auch eine Weile nachdenken muss. Und wer sich von Aliens eher abgeschreckt fühlt, dem sei gesagt, dass das nur ein kleiner Aspekt des Films ist. Die Ausgangsposition ist, dass 12 riesige muschelartige Objekte mit Wesen aus dem All auf der Erde landen. Nachdem niemand ihre Sprache kennt, sucht man in den USA eine Linguistin, die sich der Sache annehmen kann. Aber wie gesagt, nur ein Mosaikstein zur genial mysteriösen Handlung. Dass Amy Adams eine Oscarnominierung erhalten wird, ist ziemlich wahrscheinlich. Ob wir diesen oder für den in Kürze anlaufenden Nocturnal Animals, der auch ein Oscar-Kandidat ist, wird man sehen.

Am Sonntag haben die Nachbarskinder ALF – die erste Staffel mit zu uns gebracht. Ich habe die allererste Folge nie gesehen, und deshalb ein bisschen mitgeschaut. Und da ist mir wieder eingefallen, wie gerne ich Alf früher im Fernsehen angeschaut habe. So ein cooler, witziger Kerl. Was aber im Gegensatz zu Arrival auffällt: Alf, eigentlich Gordon Shumway, kommt zwar auch von einem völlig anderen Planeten (wir erinnern uns: Melmac) sprachliche Barrieren gibt es allerdings nicht. Ganz im Gegenteil: er spricht sogar eine sehr jugendliche Sprache und versteht populärkulturelle Anspielungen bzw. macht selbst welche. Und niemand wundert sich, dass das so ist. Vielleicht wäre mir das auch gestern gar nicht sonderlich aufgefallen, hätte ich nicht vorher Arrival gesehen.

Wie auch immer: Arrival ist wirklich empfehlenswert, schön auch, dass so eine starke Frauenfigur im Zentrum der Handlung steht. Ob er den Bechdel Test besteht ist nicht ganz klar, ich hätte nein gesagt, man kann es aber auch anders sehen. Und wenn euch diese Aussage wundert, noch ein Grund mehr, den Film zu sehen. Hier der Trailer: