Archiv für kinder

Der moderne Gute Nacht Dialog

Ja, wer kennt ihn nicht (mehr), den modernen Gute Nacht Dialog von Grissemann und Stermann?

Stermann: Schlaf gut! 
Grissemann: Du auch.
Stermann: Ich liebe dich.
Grissemann: Du auch

Ende jeder Folge von Salon Helga, untermal von I Santo California mit Tornero.

Und gestern halt, wie gesagt, versehentlich imitiert. Weil Kind dank Lippenverletzung noch nicht ganz verständlich spricht. Und am Weg ins Bett irgendwas murmelte was für mich wie Schlaf gut klang, aber Love you hieß. Und ich dann: “Du auch” Und das Kind: “Alles klar” Harhar.

Nochmal the Voice

Gestern habe ich mich sehr amüsiert bei Voice of Germany.

Und das kam so: Ray Garvey wird von den anderen Juroren, speziell Sido und Mark Foster, immer vorgeworfen, dass er die besten Kandidaten mit seinem englischen Akzent und seiner Masche – genannt die Ray Garvey Klammer – zu sich ins Team lotst.

Sido und Mark erklären diese dramaturgische Klammer so: Ein Talent singt, und Ray eröffnet dann die Jurorenrunde mit empathischen Fragen wie: “Wie geht es dir? Wer bist du? Wo kommst du her?” Dann erteilt er das Wort den anderen und alle geben ihre Kommentare ab. Und dann denkt man schon, es ist zu Ende, da ist wieder Ray am Wort, der Dinge sagt wie “Musik kommt vom Herzen. Hör auf dein Herz” und ähnliches. Da haben die Kandidaten die anderen Juroren schon vergessen und gehen zu Ray.

Sido: Ich überlege mir jetzt was eigenes, ich mache die Sido-Grätsche.

P.S. Wann ist Sido eigentlich so nicht-mehr-gangstermäßig-nett geworden?

The Voice nostalgisch

Das Kind hat Voice of Germany entdeckt und jetzt schauen wir das also gemeinsam, zweimal die Woche.

Nach anfänglicher Skepsis mus sich sagen, finde ich die Show doch ziemlich amüsant. Vor allem die Gespräche der Juroren – die da wären Sido, Rea Garvey, Alice Merton und Mark Forster – untereinander finde ich immer ziemlich witzig, wie sie sich um potentielle Kandidaten streiten.

Gestern wurde ich dann ein bisschen nostalgisch, weil gleich zwei Teilnehmer Songs aus den 90er Jahren sangen. Zuerst eine Dame I will do anything for love von Meatloaf. Ich so zum Kind: “Damals war ich 18 oder 17.” Mark Forster gab mir dann recht mit 17, als er sagte, der Song wäre aus dem Jahr 1993. Ich erinnere mich an einen MTV Moderator, der damals mutmaßte, was das denn bedeuten solle, I will do anything for love, but i won’t do that: “Use a deodorant, stop driving the motorcycle in the house…” Harhar.

Danach noch Always von Bon Jovi. Ich zum Kind: “Da war ich etwas älter” – richtig 19! Und Mark Foster zur Kandidatin: “Wer etwas von Bon Jovi singt, hat sowieso schon gewonnen bei mir.” Und Always ist sicher der beeindruckendste Song von Bon Jovi, zumindest für mich.

About last weekend

Das Wochenende begann mit einem architektonisch interessanten Ausflug mit dem Verein ÖGDO nach Wiener Neustadt …

Wiener Neustädter Dom

…wo wir allerhand zum Thema Gründungsgeschichte und Stadtplanung erfuhren. Wer glaubt, dass ich mich schon super auskenne in Sachen Architektur, weil ich sooft Ausflüge mache, den muss ich enttäuschen. Kann es sicher noch nicht mit Achitektur-Aficionado Brad Pitt aufnehmen. Im Anschluss an die Führung besuchten wir noch die Landesausstellung NÖ, Welt in Bewegung.

Stadtmauer

Anschließend gabs Mittagessen outdoor an diesem milden Spätsommertag am Hauptplatz, dann eine angenehme Rückfahrt nach Wien und einen groooßen Kaffee (siehe Münze zu Größenvergleichszwecken) im Cafe Schopenhauer.

Das war, rückblickend betrachtet, der relaxte Tag des Wochenendes.

Am Sonntag wollte das Kind mit dem Nachbarkind K Trampolinspringen gehen. An sich keine schlechte Idee. Wir setzten uns also in die Schnellbahn und fuhren ins Flip Lab Schwechat. Soweit alles easy, wir erreichten noch die vorgesehene Zeit, es war wenig los, die Kinder waren im Nu umgezogen. Es war fast schon zu unkompliziert. Ich sah ihnen ein wenig zu, dann surfte ich ein bisschen auf meinem Smartphone, doch nicht lange: plötzlich standen K. und ein Mitarbeiter des Flip Lab vor mir. K. teilte mir mit, dass sich mein Kind verletzt hatte, bei einem Vorwärtssalto auf die Lippe gebissen, es blutet. Ehrlich gesagt dachte ich mir nicht viel dabei, wir kennen das ja, wenn man sich mal in die Lippe gebissen hat, das ist ja oft nicht ganz so wild.

Dann wurde ich in den Waschraum geführt, wo ich dann das Kind sah. Er sah ungefähr so aus wie Joaquin Phonix als Joker (in Kürze im Kino), zu beiden Seiten des Mundes lief im das Blut in nicht gerade geringer Menge über das Gesicht, weiter auf Leiberl und Sporthose (beides auch schon relativ rot gefärbt). Da wurde mir dann ein bisschen anders. Der Flip Lab Mitarbeiter bot an, die Rettung zu rufen, ich bot meinem Kind an, uns ein bisschen hinzulegen. “Nein”, sagte das Kind, “mir ist nicht schlecht.” “Aber mir”, sagte ich, “und ich brauchte ein Alibi” – ich wollte in dieser Situation nicht unbedingt umkippen. Die Rettung kam recht schnell und weil wir in NÖ waren, brachte sie uns in halbwegs nahegelegenes Krankenhaus in NÖ. Die Kinder waren total begeistert davon, dass sie nun im Rettungswagen fahren durften (vor allem K., der vorne beim Fahrer sitzen sollte). Ich dachte nur hoffentlich wird mir nicht wieder schlecht.

Im KH kamen wir nach relativ kurzer Wartezeit bereits dran und die Ärztin meinte, diese Trampolinhallen sichern ihnen diverse Arbeitsplätze. Ich glaube, es war nur zum Teil ein Witz. Jedenfalls stellte sie fest, dass das Kind genäht werden musste. K. fand das super und als wir in den entsprechenden Raum geführt wurden, erklärte er dem Kind, was alles an OP-Besteck bereitgestellt war (“Wow, was für eine große Schere – und Nadeln”). Ich bat ihn um etwas weniger Mitteilungsfreudigkeit. Das Kind war jetzt relativ nervös und sagte das auch der Ärztin. Die Ärztin meinte trocken: “Ja, ich auch”, da mussten wir lachen. In der Lippe kann man nicht viel nähen, habe ich gelernt, daher reichte ein Stich, den das Kind, nach eigener Aussage nicht spürte. Die Ärztin: “Jetzt hab ich dich enttäuscht, soll ich sonst noch was machen?” Harhar. Gut zwei Stunden nach dem Unfall waren wir mit allem fertig und konnten wieder nachhause.

Fazit: Glimpflich ausgegangen – ein Glück, dass nicht mehr passiert ist. Auch wenn Tante Jolesch dazu gesagt hätte: “Gott schütze uns vor dem, was noch ein Glück ist.”

Neubeginn

Heute war Schulbeginn und ein paar Kinder von Freunden hatten heute ihren allerersten Schultag überhaupt. Leider war das Wetter ähnlich schlecht wie am ersten Schultag des Kindes vor fünf Jahren. Das heißt: Kräftiger Dauerregen über Stunden. Bei uns war heuer kein besonderer Schulbeginn. 2. Klasse Gymnasium ist recht unspektakulär.

Die Ferien sind irrsinnig schnell vergangen, vor allem der August. Wenn die Schule wieder anfängt, ist man ein bisschen wehmütig, weil der Alltag wieder beginnt und auch ein bisschen froh, weil der Alltag wieder beginnt.

Spätsommer ist meine liebste Zeit im Jahr, wenngleich (oder weil?) sie auch sehr bittersüß ist. Wenn es nicht gerade schüttet, sondern warm ist, dann riecht die Luft ganz besonders, wie sie im Hochsommer niemals riecht. Es mag noch dreißig Grad und mehr haben, aber man spürt, bald wird es wieder kühl und grau werden. Das gibt diesen Tagen einen besonderen Tiefgang. Und man macht Fotos, um sich später daran zu erinnern, wie unbeschwert man gerade war, wie leicht das Leben manchmal ist, und wie glücklich man selbst, wenn man nicht gerade über alles mögliche nachgrübelt.

Manchmal denke ich zu dieser Zeit an Südtirol, an die Tage bevor das Kind zur Welt kam. Auch das sind schöne und weniger schöne Gefühle – vor allem an die Angst, damals, die macht immer noch ein bisschen Angst. So eine ohnmächtige, hilflose, verzweifelte Angst.

Heute ging ich vom Supermarkt nachhause und mein Kind mit anderen Kindern hinterher und da dachte ich über das alles nach, und dann drehte ich mich um und ich hatte dabei ein viel kleineres Kind im Kopf und bin fast erschrocken, wie erwachsen er in diesem Moment gewirkt hat, bei diesem Beiläufigen nach hinten schauen. Als hätte ich ihn jetzt monatelang nicht gesehen. Und ich war sehr erleichtert darüber.

Glow

Als Elter will man seinem Kind ja etwas “mitgeben”, von seinem Leben, seinem Erfahrungsschatz, von seiner Weltsicht. Von Dingen, die einen geprägt haben.

In meinem Fall: den Flashmob des Song Contests 2010. Harhar.

Das kam so: das Kind und ich fuhren über die Tangente und bei diesen Autofahrten hat das Kind das größte Redebedürfnis überhaupt, vorzugweise wenn ich gerade auf die Autobahn auffahre oder einen LKW überhole. Jedenfalls hörten wir letztens Glow – einen Song, den das Kind erstaunlicherweise kannte. Und ich geriet ins Schwärmen: Weißt du, hab ich gesagt, dass dieser Song und der Flashmob das Highlight des Song Contests 2010 war? Damals, hab ich gesagt, warst du noch ganz klein und hast noch nicht Song Contest geschaut.

Dann musste ich erklären, was ein Flashmob ist und warum der als Intervall Show des ESC in Düsseldorf so besonders beeindruckend war. Überall in ganz Europa tanzten Menschen auf der Straße zu diesem Song eine spezielle Choreografie. Manche warfen auch einfach nur die Arme in die Höhe und shakten mit.

Und das war so großartig, so voller Lebensfreude und so verbindend, ein ewiges Highlight der ESC-Geschichte.

Suspense

Wenn das Kind der Fahrgeschäft-hassenden Mutter sie dezent dazu überredet, doch mal mit so einem Ding zu fahren:

Dann muss es bei der Fahrt dafür immer wieder sagen: “Mama, du zitterst am ganzen Körper”…

Ort der Handlung war übrigens der Familypark im Burgenland. Wer jetzt auch Lust drauf bekommen hat. Ich muss jetzt wohl nicht dazu schreiben, dass das keine bezahlte Werbung ist, harhar.

Kindersicherung

Den Shitstorm der letzten Woche hat Hans Rauscher zu verantworten, mit seinem Kommentar im Standard Keine Kindersicherung im Kopf.

Bei Rauscher selbst haben auch einige Sicherheitsmaßnahmen wohl nicht funktioniert, als er diesen Text geschrieben hat. Ja, nichts ist faktisch falsch daran, auf (kleine) Kinder ganz besonders gut aufzupassen, ganz im Gegenteil. Es kann, da hat er schon recht, lebensgefährlich sein, das nicht zu tun.

Laborbedingungen gibts im Alltag aber nicht – und genau das ist der Pferdefuß dieses mehr als selbstzufriedenen Kommentars. Ja, im im Prinzip wissen wir alle, dass wir immer da sein müssen, bei Kleinkindern, immer alles im Blick haben, alle Gefahren vorausahnen, die Verhaltensweisen des Kindes sowieso. Und dabei natürlich möglichst entspannt sein, um dem Kind natürlich ein Urvertrauen ins Leben und seine eigenen Fähigkeiten mitzgeben. Vergessen wir aber auch nicht die Kehrseite der Medaille, dass wir Eltern uns dem Vorwurf des Helikopterings ausgesetzt sehen, wenn wir zuviel tun. Denn mediale Artikel über Eltern oszillieren permanent zwischen “den Kindern wird von ihren Latte macchiato Eltern gar nichts mehr zugetraut und sie werden mit dem SUV bis ins Klassenzimmer geführt” und “Verwahrlosung, Unachtsam- und Wurschtigkeit bei der Kinderaufzucht.”

Die Herausforderung liegt zwischen diesen Polen. Und es ist tatsächlich nicht ganz so easy wie von Rauscher beschrieben. Zu wissen, welche Gefahren es gibt, bedeutet nicht, diese immer komplett unter Kontrolle zu haben. Ich kann mich an Wochen erinnern, in denen ich mit Kleinkind kaum geschlafen habe und dachte, ich werde in meinem Leben wohl nie mehr richtig wach sein. Es war mehr als anstrengend, in so einem Zustand 12 Stunden am Tag auf ein Kleinkind aufzupassen. Es kann passieren, dass man etwas übersieht, es kann passieren, dass die eigenen Reflexe nicht tadellos funktionieren, es kann auch sein, dass man die Verantwortung kurz an jemandem abgibt, der vielleicht auch nicht immer an alles denkt. Ja und es kann sein, dass man mal einen richtigen Blödsinn macht, wie das jedem Menschen unterlaufen kann. Und jetzt spreche ich noch gar nicht von den Familien, die zwei und mehr Kinder haben.

Solche Texte, wie Rauscher sie schreibt, sind zugegebenermaßen schwierig. Ich nehme an, er hatte die besten Absichten. Aber es bleibt ein sehr bitterer Beigeschmack zurück, weil der Kommentar nicht nur paternalistisch ist, sondern auch eine wirklich Tragödie – den Unfall mit dem Radanhänger letzte Woche – als Aufhänger verwendet und verurteilt, ohne die genauen Umstände zu kennen. Und das ganze ziemlich empathielos, was die Elternseite betrifft.

Eine vertane Chance, im besten Fall.

Das Oida Quiz

Heute auf der Heimfahrt vom Garten hat das Kind mit mir das OIDA Quiz von Krone Hit nachgespielt. OIDA steht in dem Fall für Österreich im Detail abgefragt.

Bei dem Quiz geht es darum, dass Fragen nach folgendem Muster gestellt werden: “X-Prozent der Österreicher macht dieses und jenes, in dieser oder jenen Situation (oder eben nicht).” Um es gleich zu sagen, ich bin extrem schlecht dabei. Ich hab von ca. 25 Fragen keine einzige richtig beantwortet.

Das Highligt war aber die Frage: “Was tun 40 Prozent der Österreicher wenn sie frisch verliebt sind?” Meine echt, man muss es sagen, naive Antwort: “Einen Brief schreiben.” Die tatsächliche Antwort: “Nacktfotos von sich an den Partner verschicken.”

Und ich so: “Waaaas sind die denn wahnsinnig? An jemand den man gerade erst kennengelernt hat, 40 Prozent machen das, waaaas?”

Das Kind fand meine Reaktion extrem lustig, na wenigstens etwas.

Fornite WM

Gestern mit dem Kind die Fortnite WM im Duo angesehen.

Ist ja nicht so, dass ich mich wirklich auskenne, aber wie das aufgezogen ist, in einem riesigen New Yorker Stadion, mit deutschen Kommentatoren (selbst schon youtube Stars), die das wirklich witzig machen und es nicht fassen können, dass das Siegerduo 3 Millionen (sic!) Dollar bekommt – das war ganz nett. Für mich war das auch unvorstellbar, das Kind sagt dagegen abgeklärt: “Weißt du nicht, was Epic Games im Jahr für Umsatz mit dem Spiel macht?” Nun ja, offensichtlich wusste ich das nicht. Und jetzt bin ich noch überraschter.

Auch anderes ist erstaunlich: gesiegt hat nämlich ein Österreicher, namens “Aqua”, der erst 17 Jahre alt ist. Ingesamt ist das Teilnehmerfeld sehr jung, der älteste Teilnehmer gestern war 24, der Jüngste erst 13. Da hab ich zum Kind gesagt: “Schluss mit der Schule, ab jetzt zockst du 14 Stunden am Tag.” Das Kind war glücklicherweise ensetzt. Harhar.

Jedenfalls war die Ergebnisliste Song Contest-like. Die österreichische Flagge ganz oben.