Archiv für kinder

18 Jahre.

Gestern schreibt mir eine Freundin, dass ihre Schwester ein Baby bekommen hat und merkte an “…es wird jetzt einige Zeit dauern, bis ihre Welt nicht mehr Kopf steht.”

Darauf hab ich zurückgeschrieben: “Ja, ungefähr 18 Jahre.”

Passt auch sehr gut zu der Alexa Werbung, wo das Kleinkind die Spaghetti überall auf dem Hochstuhl und auf dem darunterliegenden Boden verteilt hat, und die Mutter sagt (leicht verzweifelt): “Alexa, wieviele Minuten sind 18 Jahre?”

Ich finde die Werbung echt witzig, ich lach jedesmal und das Kind lacht auch, was mich aus zwei Gründen freut, erstens, dass er den Witz versteht und zweitens, dass ich er nicht sauer ist, dass ich das lustig finde.

Vlogger Luca

Das Kind ist wieder da und nachdem ich alle Fotos und Videos vom Wochenende gesehen habe – um 11 Uhr also immer noch im Pyjama war – haben wir uns VLOGs von Luca Concrafter angeschaut.

Falls ihn jemand nicht kennt (was durchaus möglich ist, wenn man über 30 ist harhar): es handelt sich hierbei um einen 21 jährigen Youtuber, der 2,5 (sic!) Millionen Abonennten hat und den goldenen Playbutton von You Tube. Was auch immer das genau ist.

Außerdem lebt er in einer äußerst chicen Wohnung, hat eine Reinigungskraft und ein Cabrio und sein Kleiderschrank ist riesig. Bin komplett geplättet, wie sich das ein Student leisten kann, bzw. dass man echt von Youtube (so gut) leben kann. Aber zur Verteidgung muss man sagen, der Typ ist echt witzig und selbstironisch. Das ist also kein kulturpessimistischer Eintrag zum Thema “früher war alles besser.”

Wochenend ohne Sonnenschein

Am Wochenende war ich mit dem Kind wieder mal bei Vapiano. Dann haben wir uns Emoji – der Film angeschaut.

Die goldene Internet Movie Database-Regel besagt ja, dass alle Filme, die mit weniger als 5 benotet werden, mit sehr großer Vorsicht zu genießen sind. Zwischen 5 und 6 ist es oft Geschmackssache, da gibts durchaus Filme, die relativ mittelmäßig bewertet werden, aber dennoch ok sind, aber unter 5 ist normalerweise ein untrüglich schlechtes Zeichen. Der Emoji Film steht aktuell bei Note 1,8 (sic!). Harhar.

Aber ganz ehrlich, ich finde die Bewertung nicht ganz fair. Klar ist das kein Meisterwerk, kein Film für die Ewigkeit und wahrscheinlich ein Film, der relativ schlecht altern wird, weil er so sehr auf aktuelle Entwicklungen Bezug nimmt und die Story holpert auch ein bisschen. Aber: wenn man sich gerne mit Smartphone Apps beschäftigt, dann sind da sehr viele nette kleine Witze und Anspielungen versteckt. Die Figuren sind ganz lieb und Frauenpower ist auch enthalten.

Danach hab ich mir neue Sneakers gekauft, unter Beratung vom Kind. Bin dann letztendlich, wie eh vorher geplant, bei Converse gelandet. Weil das Kind fand die anderen, die ich probiert hab, alle fad und die Converse “richtig fresh”. Na bitte.

Abwechslungsreich

Zurück in Wien, haben wir das Nachbarskind mit den Garten genommen.

Das war sehr erfolgreich, die Kinder waren ungefähr zwölfmal pro Tag im Wasser und in den Pool springen war überhaupt das größte. Ich konnte derweil nebenbei arbeiten, sehr praktisch.

Geschlafen haben sie dann auch dementsprechend wie Steine. Ich hätte auch schlafen sollen, hab aber sehr lang Musik gehört. Zeit für mich alleine kommt in den Ferien immer etwas kurz.

Bei der Heimfahrt standen wir wieder mal im Tangenten-Stau, aber mit zwei (fast) Zehnjährigen ist das recht kurzweilig. Zuerst sind wir beim Ex-Kindergarten vom Kind vorbeigekommen und er meinte zu seinem Freund, der Kindergarten war langweilig, er geht lieber in die Schule, denn im Kindergarten könne man nur mit Lego herumschmeißen. Ich: “Man könnte ja mit Lego auch was bauen.” Kind: “Ich hasse Lego bauen.”

Dann regten sich die beiden über diverse Autos auf, die auf dem Pannenstreifen am Stau vorbeizogen (“Oida, wieso fahrt der fette BMW da einfach vor?” “Heeee, was ist mit dir?” “Können wir den anzeigen?”) und erst recht die Motorradfahrer, die gestern wirklich teilweise Harakiri Aktionen lieferten. Wie bei Murphy war unsere Spur immer die langsamste – “Wieso fahren die drüben schon 30 und wir erst 10 km/h?” “Mann jetzt stehen wir schon wieder.” Dazu hörten wir Kronehit und einige obskure Werbungen: “Hallo ich bin Dr. Berger, leiden auch sie unter sexueller Lustlosigkeit?” Dass die Kinder das extrem amüsant fanden, muss ich nicht erwähnen.

Und dann endlich, als wir vor unserer Ausfahrt Donauzentrum Gas geben konnten, während sich die Blechlawine Richtung Tunnel Hirschstetten staute, johlten die beiden auf der Rückbank als wären wir kurz vor der Ziellinie eines Formel 1 Rennens. Lustig war das.

Elternbashing once again

Weil es ja so wenige Artikel und Kommentare zum Thema Helikoptereltern gibt, hat die “Zeit” wieder mal einen gebracht. Und jedesmal lese ich ihn, lese die Kommentare drunter und ärgere mich.

Diesmal geht es – wieder mal – um Eltern am Spielplatz, die sich komplett falsch verhalten. Und – auch wieder mal – haben wir auch alle Klischees versammelt: Latte Macciato, Risotto, Hipsterbart. Eltern, die im Sandkasten miteinander Burgen bauen, sodass die Kinder keinen Platz mehr haben, Eltern, die auf Klettergerüsten klettern und Hoolahup Reifen schwingen. Kein Kind tut sich weh, niemand pinkelt oder wirft mit Sand, die Kinder sind deprimiert und gelähmt, weil ihre Eltern so peinlich sind. Seriously? Ich habe noch keinen solchen Spielplatz erlebt. Ja, das soll überspitzt sein, schon klar, aber ich finde es nur platt und verallgemeinernd. Und eben: Eltern bashend.

Es gibt offenbar nur zwei Sorten von Eltern: solche, die selbst in der Kindheit steckengeblieben sind und sich ihren Kindern anbiedern (?) – man könnte auch sagen, sich mit ihnen beschäftigen – und solche, die am Spielplatz auf ihr Handy starren und ihre Kinder “nicht sehen” und “sie nicht liebevoll begleiten”. Es ist so zum Haare raufen.

Ich denke mal, die meisten Eltern leben nicht in diesen Extremen. Sie klettern mal mit ihren Kindern, wenn die das wollen (auch sowas soll es geben!) und sie gerade Lust haben und dann lesen sie lieber Twitter, während die Kinder Blödsinnn machen. Sie verbringen aktiv Zeit mit dem Kind und dann sind sie auch wieder froh, wenn sie selber ihren Freiraum haben und tratschen können oder einfach mal in die Luft schauen und gar nichts tun. Aber gut, das wäre keinen Kommentar wert.

Eltern sein ist echt oft ein sehr schwieriger Job. Gerade am Anfang, wenn man von nichts Ahnung hat und das Gefühl, seine Umgebung beobachtet eine mit Argusaugen. Soll man die Kids sich gegenseitig hauen lassen oder soll man einschreiten und wenn ja, wann und wie? Tu ich das wegen der Kinder, tu ich das wegen der strafende Blicke von anderen Eltern, was wird von mir erwartet, was ist pädagogisch “richtig”? Das ist oft nicht einfach und eine Gratwanderung.

Letztes Jahr ist beispielsweise beim Kind und einem Freund etwas vorgefallen und ich hab ein ganzes Wochenende überlegt, wie ich darauf reagiere, was ich tue. Ich bin mir bis heute – Monate später und die Sache ist mittlerweile sowas von Schnee von gestern und war auch nicht so wild – nicht sicher, ob ich “richtig” reagiert habe. Ich denke immer noch darüber nach, obwohl es eigentlich nicht mehr von Bedeutung ist. Ok, das mag auch was helikopterhaftes haben, harhar. Aber ja, man reflektiert sich, man versucht Dinge, man macht als Elter natürlich auch Fehler, man lernt dazu, man macht sich auch mal lächerlich und zum Affen. Und dennoch würde ich meinen, dass die meisten das Beste versuchen und damit meine ich nicht glucken hoch 10.

Und es ist so deprimierend, dann wieder so einen platten, viel zu kurz greifenden, pauschalisierenden, “früher war alles besser” Kommentar zu lesen. Und singulär vorkommende Versatzstücke zusammenstoppeln, um seine eigene Mission, Eltern zu verurteilen und zu verunsichern, erfüllen zu können.

Evolution

Zurück aus dem Urlaub mit der Evolution “unserer” Katze in Kärnten.

Vor zwei Jahren war er noch ein neurologisch gehandicapptes Babykätzchen, um dessen Wohlergehen wir uns sehr sorgten, zumal er kaum gerade gehen konnte und immer wieder umfiel. Wir hatten Angst, dass das Leben am Bauernhof zu gefährlich für ihn sein würde.

Letztes Jahr trafen wir ihn wieder, er hatte sich erstaunlich gut entwickelt, seine Probleme bei der Fortbewegung waren geringer geworden. Und dieses Jahr war er schon ein richtiger erwachsener Kater. Das Kind hängt sehr an ihm und es ist so schön, diese positive Entwicklung zu sehen:

Despicable Me 3

Nachdem das Sommerwetter grad pausiert, war ich gestern mit dem Kind im Kino.

Obwohl die Kritiken zum Film eher gemischt waren und ich Fortsetzungen sowieso nicht besonders mag (wobei der 2. Teil hier auch gut war), war ich angenehm überrascht. Auch die 3. Episode von Ich einfach unverbesserlich ist m.E. sehenswert.

Dankenswerterweise sind die Minions wieder das, was sie auch vor ihrem filmischen spin off waren: Sidekicks. Und als solche funktionieren sie gut. Neu dabei ist der Zwillingsbruder von Gru, Tru und der Bösewicht Balthazar Brett, ein Kinderstar aus den 1980er Jahren, der auch in eben diesen steckengeblieben ist. Was besonders für die Älteren im Publikum witzig ist, weil sehr häufig achtziger Jahre Musik gespielt wird, zu denen Brett – stilecht mit Overall und Schulterpolstern – gerne seine Tanzfights durchführt, etwa zu Into the Groove, von Madonna. Auch sonst gibt’s immer wieder versteckte kleine Gags, die vielleicht eher die Erwachsenen ansprechen, wie zb als die Minions im Meer tauchen und dabei Clownfische verjagen. Oder ein Filmplakat, das auf den neuen Zeichtrickfilm “Onions” hinweist.

Natürlich kann man dem Film vorwerfen, dass die grundsätzliche Frage: soll Gru nach einer beruflichen Veränderung wieder der Familientradition folgen und erneut zum Schurken werden, relativ oberflächlich abgehandelt wird. Man blickt nicht in eine zerissene Seele und sieht seine Dämonen darum kämpfen, die Oberhand zu gewinnen. Es stört aber an einem verregneten Sommernachmittag auch nicht wirklich. Vielleicht mag ich Gru und seine Adoptivmädels einfach als Figuren auch zu gerne, als dass ich hier besonders kritisch wäre. Den Rest an Zweifel vertreibt dann Take on me…

P.S. Dem Kind hat es auch gefallen.

Bücher, Bücher, Bücher, zwei

Ich habe letztens mit einer Freundin gesprochen, die auch gerne Nöstlinger vorliest und zwar gerade Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse.

Da hatte sie allerdings eine kurze Schrecksekunde, weil es in einem Absatz darum geht, dass es das Christkind gar nicht gibt. Aber wie sie sehr amüsant berichtete, liest sie immer ein bisschen quasi vor, was dann als nächstes kommt und hat diesen Absatz dann einfach übersprungen, weil sie nicht wollte, dass ihr Sohn auf diese Art und Weise erfährt, was Sache ist.

“Konrad” steht auch bei uns in Kürze auf dem Programm, aber ich brauch da keine Angst zu haben. Das Kind ist und war schon immer sehr skeptisch, prinzipiell, und auch was Dinge wie Christkind und Osterhase angeht. Er hat schon im Kindergarten, wenn ich ihm gesagt habe “Heute kommt der Nikolo zu euch” immer gefragt: “Der Echte?”. Alleine diese Frage zu beantworten erfordert schon eine ziemlich komplexe Erklärung. Und bei Weihnachten und Ostern sagte er seit jeher: “Du versteckst doch die Eier” bzw. “Du legst doch die Sachen unter den Baum.”

Ausflüchte oder ausweichende Erklärungen betrachtet er als das, was es ist: Ausflüchte und ausweichende Erklärungen. Aber es ist auch egal, die Magie dieser Dinge weiß er trotzdem zu schätzen.

Flanieren in Wien

Zu den Lieblingsbeschäftigungen im Sommer – neben Garten und Pool – zählen Streifzüge durch die Umgebung mit dem Roller.

Heute waren Kind und ich in Hetzendorf und haben uns fast verlaufen, weil ich vorher nur ungefähr geschaut habe, wie wir gehen müssen. Das finden wir beide immer total lustig und spannend, so als wäre man in einer fremden Stadt, wenn man Gassen entdeckt, die man noch nie gesehen hat und vertraute Orte in der Ferne aus einem ganz anderen Blickwinkel sieht. Hetzendorf ist ein interessantes Grätzel, weil es einerseits sehr dörflich wirkt, mit vielen kleinen Einfamilienhäusern, wo aber andererseits davor der eine oder andere Jaguar parkt und Schloß Hetzendorf mit der hippen Modeschule gleich um die Ecke ist. Der Beamte auf der Post hatte auch diese gewisse nasale Ausdrucksweise, die man in Floridsdorf oder gar in Favoriten wohl niemals zu hören bekommen würde.

Zu Ferienanfang waren wir mit Freunden in der Seestadt. Das ist dann wieder eine ganz andere “Baustelle”, im wahrsten Sinn des Wortes, liegt auch komplett am anderen Ende der Stadt. Ich habe mich bei unserm Rundgang echt lange gefragt, ob ich gerne dort wohnen wollen würde, würde ich jetzt umziehen wollen oder müssen. Wie die Frau eines Freundes aus Deutschland aber treffenderweise sagte: “Es ist ja ganz nett, aber mit Wien hat es nichts mehr zu tun.” Das fand ich sehr zutreffend. Und oft haben Menschen, die nicht ihr ganzes Leben in Wien verbracht haben, wohl auch einen anderen Blick darauf.

Der See:

Der “Hauptplatz” mit interessantem Denkanstoß (dahinter liegt, passenderweise, die Schule):

Das hat mich an das Oscar Wilde Denkmal in Dublin erinnert, an dem der Spruch (wohlgemerkt gegenüber einer Uni) zu lesen war: Nothing that is worth knowing can be taught.

Die Retrowürfeluhr, für etwas mehr Historie in einem neuen Stadtteil:

 

Sommergewitter

Gestern Abend hab ich dem Kind vorgeschlagen, dass wir zur Abwechlung mal früh ins Bett gehen, also nach neun (*hust*) und dort noch ein Buch lesen. Wir lesen gerade Einen Vater hab ich auch von – wer könnte es anders sein – Christine Nöstlinger.

Es war grad sehr spannend, da wurde es draußen auch sehr spannend, dutzende Blitze und später ein Gewitter, das wir vom Gartenbalkon aus betrachteten – mit dem früh Schlafengehen wurde es natürlich wieder nichts…

In Sachen Naturphänomene wurde die Gewitternacht allerdings heute locker getoppt, als ein kleines Sommerunwetter anhob. Zuerst hat es nur getöpfelt, dann Sturm und anschließend Hagel. Sehr ausdauernd, mit beachtlichen Hagelkörnern:

Das Foto hab ich An inconventient truth genannt. Doppelbödig.

Der Garten sah ein bisschen weihnachtlich aus. Das Kind war hin und weg.

Aber sonst ist nix passiert, gsd.

Noch ein stupid Picture of feet: