Archiv für kunstwerke

Österreichs gefährdetes Kulturerbe

Am kommenden Donnerstag wird im alten Rathaus ein sehr interessantes Buch präsentiert (unbezahlte Werbung), das ich mir gekauft und auch schon großteils gelesen habe.

Das Buch Österreichs gefährdetes Kulturerbe – verfasst von Wolfgang Burghart und Gerhard Hertenberger, und herausgegegeben von der Initative Denkmalschutz, die 2018 ihr 10 jähriges Bestehen feiert – beschäftigt sich, Nomen est Omen, mit gefährdeten Bauten in ganz Österreich. Das Buch gliedert sich, neben ausführlichen Vor- und Nachworten, dabei in vier große Bereiche: Gerettet – Gefährdet – Verändert – Verloren.

Anhand von 70 Beispielen wird aufgezeigt, wie zuweilen mit gefährdeten baulichen Kulturgütern umgegangen wird.

Dabei geht es um Immobilienspekulation und politisches Kalkül wie auch um Überlastung der Institutionen, die sich eigentlich um das bauliche Erbe des Landes kümmern sollte, dass man nur den Kopf schütteln mag, über so viel Kurzsichtigkeit und Ignoranz. Über komplett unnötige Abbrüche wertvolle Bauten zu lesen, die dann durch gesichtslose Architektur ersetzt werden, bei der es vor allem um Gewinnmaximierung geht, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Gerade in einem Land wie Österreich, das auch von seiner reichhaltigen Baukultur (touristisch) lebt, fasst man es kaum, wie sorglos Politik und Co. mit ihrer Verantwortung umgeht.

Thema sind allerdings auch Erfolgsgeschichten, in denen es Bürgerinitativen oder idealistischen Einzelpersonen bzw. Unternehmen gelungen ist, Abbrüche zu verhindern, oder zumindest zu minimieren, das heißt Bauten zumindest teilweise oder in (leicht) veränderter Form zu erhalten. Das sollte Motivation für die LeserInnen sein, sich selbst zu engagieren, das geht auch schon im kleinen, beispielsweise mit der Unterschrift von Petitionen – es ist nicht alles automaisch “sinnlos” und “eh schon verloren”. Manchmal muss sich die Politik bei Protesten sehr wohl beugen und ursprüngliche Pläne wieder aufgeben.

Ich bin jedenfalls gespannt auf die Präsentation des Buches, nähere Infos finden sich für alle jetzt Interessierten unter diesem Link.

In der Klimtvilla

Am Feiertag war ich abends in der Klimtvilla, beim Vortrag zum Thema “Das Drama von Immendorf”.

Dr. Andreas Lehne, früherer Leiter der Abteilung für Denkmalforschung im Bundesdenkmalamt, sprach zu diesem Thema und erzählte (mir) sehr viel neues, denn ich bin bei Klimt nicht gerade rasend gut bewandert.

Das Schloß Immendorf wurde von den Nazis 1942 als Depot zur Einlagerung von Kunstwerken – hauptsächlich beschlagnahmte Gemälde sogenannter entarteter Kunst benutzt. Durch einen gelegten Brand 1945 verbrannten 15 Werke von Klimt, darunter auch die skandalisierten Fakultätsbilder.

Mythen ranken sich um den Brand, etwa, ob die verbrannten Gemälde tatsächlich alle zu dieser Zeit noch im Schloß gelagert waren, ob manches eventuell schon vorher “mitgenommen” wurde und noch irgendwo existiert – aufgetaucht ist bisher allerdings nichts – wer den Brand tatsächlich gelegt haben könnte und ähnliches.

Nebenbei hab ich dann noch eine Enkel von Gustav Klimt kennengelernt und erfahren, dass die Klima-Villa vielleicht eventuell eher Klimt Atelier heißen sollte, weil die “Villa” eigentlich kein Repräsentationsobjekt war, sondern ein eher versteckter Arbeitsort. Außerdem war sie zu Klimts Lebzeiten ebenerdig und wurde erst später ausgebaut. Man mag sich jedenfalls kaum vorstellen, dass das Atelier einmal selbst vom Abriss bedroht war, und erst seit einigen Jahren, nach bewegter Geschichte, unter Denkmalschutz steht.

Open House Wien

Am Samstag war ich zum ersten Mal bei Open House Wien – Archtitektur zum Angreifen. Im Rahmen dieser Aktion, die zum fünften Mal stattgefunden hat, kann man diverse Gebäude in Wien gratis besichtigen und Führungen machen. Oft solche Gebäude, zu denen man vielleicht sonst nicht so einfach Zutritt hat.

Wie beispielsweise das italienische Kulturinstitut in der Ungargasse, wo wir gestartet sind.

Von außen kennt man es ja zb vom Vorbeifahren mit dem O-Wagen. Ich habe einige Jahre fast direkt daneben gearbeitet. Reingehen kann man nicht so einfach, es sei denn, man besucht einen Italienischkurs, weil das Kulturinstitut ist eigentlich gar nicht österreichischer Boden. Innen sieht es jedenfalls sehr schmuck aus:

Hinter dem Kulturinstuit ist ein kleiner Garten und so sieht es übrigens auf der Rückseite aus:

Danach sind wir zur Dominikanerbastei gefahren. Nachdem beim Kulturinstitut wenig Andrang war und wir gleich zu einer Führung dran kamen, musste man sich bei der Dominikanerbastei schon etwas länger anstellen. Angeblich gab es ja auch eine open house App, die einem die jeweiligen Wartezeiten vor den Gebäuden anzeigte, aber ich habe die leider nicht in meinem store gefunden.

Jedenfalls so sieht die Dominikanerbastei “von innen” aus, also der Innenhof:

Fresken an den Wänden des Ganges:

Anschließend an die Führung konnte man einem Dominkanermönch in Ausbildung Fragen zum geistlichen Leben im Orden stellen. Ich fand es sehr interessant, Einblick in den Alltag in dieser Bastei zu bekommen und was ich davon mitgenommen habe ist, dass die Dominikaner viel Zeit für Philosphie, Studium und Verkündigung aufbringen; und es in der Bastei nicht so streng “eremitisch” zugeht, wie in anderen Ordensgemeinschaften. Es hat mich auch dazu angeregt, mal zu googlen, was die Unterschieden zwischen den verschiedenen Orden überhaupt sind.

Nach der Führung haben wir uns noch die Kirche angesehen, die zu diesem Zweck komplett beleuchtet war, wie sonst nur zu Ostern und/oder Weihnachten.

Anschließend gingen wir zur Hollein Boutique (ja, DER Hollein) in der Tegethoffstraße, davon hab ich allerdings kein Foto gemacht, aber man kann sie auf der Open House Page anschauen. Ein Modegeschäft, ganz aus Plastik, im Pop Art Stil der 60er Jahre, irrsinnig klein und in orange gehalten.

Danach sind wir durch die gesamte Innenstadt gehatscht, um noch den Ringturm zu besichtigen, allerdings wurden wir, obwohl wir schon um 16 Uhr dort waren, nicht mehr hinaufgelassen, wegen Überfüllung – “nächstes Jahr dann”

Statt Ringturm ging es dann also zum Essen. Auch schön.

Auch für Architektur Nackerpatzerln wie mich war dieser Tag sehr interessant und sehenswert. Nächstes Jahr möchte ich auf jedenfall wieder hingehen.

Lady Madonna

Heute bin ich mit einer Freundin zufällig auf den Song Banküberfall von der EAV gestoßen, ein großer Hit in meiner Volksschulzeit und nach kurzem Nachdenken sagte ich dann: “Da warst du ja noch gar nicht auf der Welt.” Sie war sich nicht sicher und nach kurzer Google Befragung stellten wir fest, dass sie doch schon zwei Monate alt war, als das Lied erschienen ist.

Darüber wollte ich eigentlich gar nicht schreiben, sondern über die Tatsache, dass Madonna dieser Tage 60 Jahre alt geworden ist. Ein anderes Idol meiner Kinder- und Jugendzeit. Ich hab Madonna immer sehr gerne gehört, mir gefiel auch ihre Art zu provozieren, siehe Teenagerschwangerschaft, Küsse mit einem schwarzen Jesus, SM, ihr Bildband über sich selbst, Stierkampfkritik usw. kennt eh jeder, auch wenn sie natürilch manchmal über das Ziel hinausgeschossen ist, aber das gehört zu einer richtigen Provokation natürlich auch dazu.

Ihre ersten Alben waren klassischer 80ziger Jahre Pop, Like a virgin, La isla bonita und natürlich Papa don’t preach. Letzterer Song erinnert mich immer an eine Friends Folge, in der Rachel Schwieirgkeiten hat, ihrem Vater von ihrer Schwangerschaft zu erzählen und Phoebe stellt dann trocken fest: “Oh that’s oh so Papa don’t preach“. Popkulturelle Referenzen gab und gibt es zum Phänomen Madonna natürlich genug.

Nach ihren klassischen Pop-Alben und der Platte Erotica, die sich quasi nur um Sex drehte (und trotzdem oder deswegen eher fad war), kam eine neue Selbstfindungsphase, in der sie mit den Produzenten von der damals sehr erfolgreichen, dennoch widerspenstigen Bjork zusammenarbeitet. Für das Album Bedtime Stories entstanden dann Texte wie “Today is the last day that i’m using words, they’ve gone out, lost their meaning, don’t function anymore.” – Das hat mich ja total angesprochen. Harhar.

Später kam noch mal ein richtiges Hit-Album mit Ray of Light (1998) und dann hab ich ehrlicherweise ihre Karriere mit mehr gar so aufmerksam verfolgt. Mit einigen Ausnahmen, wie beispielsweise ihrer Version vom national treasure Song American Pie, ursprünglich von Don Mc Lean – den sie komplett aus seinem (sehr vielschichtigen) Kontext gerissen hat. Dazu hab ich schon mal länger gebloggt, in meiner Rubrik Original und Fälschung.

Vergessen hat man vielleicht ihre Ehe mit Sean Penn, weil das ist wirklich schon ewig her. Wahrscheinlich auch die meisten ihrer Filme, die Schauspielerei war nur begrenzt ihre Profession, natürlich mit der Ausnahme der Musicalverfilmung von Evita, bei der sie an der Seite von Antonia Banderas, für ihre Rolle als Eva Perron hat sie damals auch einen Golden Globe gewonnen. Eventuell erinnert man sich auch nicht mehr daran, dass sie einen Song zum Austin Powers Film The Spy who shagged me beigesteuert hat, immerhin auch Globe nominiert, namens Beautiful Stranger.

Einen umstrittenen Bond-Song hat Madonna auch noch geschrieben, ein eher untypisches Bond-Theme, er heißt Die Another Day. Manche Kritiker haben ihn als Anti-Bond Song bezeichnet. Wenn man mich fragt, war sie ihrer Zeit voraus und der Song hätte eher zu den Daniel Craig Bonds gepasst, die etwas moderner und subversiver waren als die Pierce Brosnan Bonds und auch die gewagteren Titelsongs hatten.

Mein ewiges Lieblingslied von Madonna ist sehr alt, wahrscheinlich eher Madonna-untypisch und heißt Live to tell. Obwohl ich sonst ihre uptempo Songs lieber mag, weil mir ihre ruhigen Sachen oft zu effektheischend sind. Aber Live to tell ist schön und schlicht, da ist alles überdrehte, skandalöse, provokante weg, aber auch nichts aufgesetztes daran. Übrigens vertreten auf dem Soundtrack des Filmes At Close Range, einem Film mit, erraten, Sean Penn.

Alles über Beziehungen

Lange hab ich mich auf den (halbwegs) neuen Roman von Doris Knecht gefreut, Alles über Beziehungen, weil: ich lese ihre Kolumnen sehr gerne, ihre Kolumnensammlungen über das Leben mit ihren Kindern finde ich sehr amüsant und klug. Und ich lese gerne über Beziehungen, das ist sogar das, was mich am meisten interessiert in der Literatur, im Film und auch sonst.

Bei Alles über Beziehungen gefällt mir der Titel also schon ziemlich gut, weil er mich einerseits neugierig macht, andererseits aber auch gleich eine gewisse Ironie transportiert, denn wie soll denn das gehen, alles über Beziehungen in einem Buch mit knapp 300 Seiten. Wirklich alles kann da nicht enthalten sein, dass es aber so wenig ist, hat mich dann doch etwas überrascht.

Es geht um Viktor, Theatermacher (bzw. seit kurzem auch Indendant) einen Mann in den besten Jahren, dh er wird demnächst 50. Er hat fünf Kinder von drei Frauen, seine aktuelle Lebensgefährtin Magda möchte ihn gerne heiraten, aber Viktor möchte eigentlich nicht. Das mit der kleinen Familie ist schon ok, er kommt gerne abends heim, vor allem, wenn er dann nicht mehr soviel mit allem zu tun hat, aber große Teile seiner Freizeit verbringt er lieber mit, erraten: anderen Frauen. Und anderen Suchtmitteln.

Nun denkt man sich ok, das ist vielleicht ein Klischee, ein Sexsüchtiger gut, aber vielleicht erfährt man ja etwas von seinem Innenleben, vielleicht erfährt man, wie er zu dem wurde, der er ist und warum er handelt wie er handelt und was er tatsächlich fühlt, aber tatsächlich erfährt man vor allem eines und das sehr ausführlich: wie er seine diversen Freundinnen, nun ja, beglückt. Es ist nicht so, dass das uninteressant wäre oder Knecht nicht gut übers Vögeln schreiben kann, um in ihrem Jargon zu bleiben, das kann sie sehr wohl und ich lese das auch gern, aber ausschließlich nur Sex, nur Kratzen an der Oberfläche, das ist doch etwas mager, man merkt sich kaum, welche Frau welche ist, so wie im Weezer-Song Tired of Sex: “Monday night i am making Jen, Tuesday night im am making Lyn usw.” Wie auch schon beim Antonia Baum Buch frage ich mich: Wo ist der Erkenntnisgewinn?

Der Plot dümpelt vor sich hin. Ich habe mal gelesen, ein Autor sollte seine Hauptperson immer in die schlimmste Situation seines Lebens bringen und dann aufzeichnen, was die Person in dieser schlimmsten Situation tut, ansonsten ist es schade um das Buch. Und das macht Knecht eben nicht oder nur zum Schein. Viktor bleibt Viktor, ein offenbar mittelmäßig attraktiver Mann, mittelmäßig gut im Bett (warum er so ein Frauenmagnet ist bleibt weitgehend unklar), mittelmäßig sympathisch, empathisch, durchschnittlich in allem, außer in seinem Narzissmus, und wirklich in die Krise, so in Richtung Karthasis kommt er auch nur peripher.

Im Buch schreibt eine seiner Geliebten, Lisbeth, Viktor einmal eine kyrptische SMS, mit nur einem Satz: “Das können wir besser”. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Tschinni

Letztens hab ich auf twitter gelesen, wer den Zusammenhang zwischen einer Musikkassette und einem Bleistift noch kennt, sollte altersmäßig bald zu einer Darmspieglung. Gestern hab ich erstmals seit Ewigkeiten wieder mal einen Plattenspieler betätigt. Weil: ich habe als Geschenk eine CD-Single bekommen, die ich seit 20 Jahren suche – die Hektiker Parodie Tschinni von Falcos Jeanny.

Ich hatte Tschinni damals auf Kassette, aber wie das so ist mit Kassetten, irgendwann sind sie verschwunden. Und ich fand die Parodie so gelungen. Jedenfalls hab ich schon total oft das Internet abgegrast, aber nirgendswo diese Version gefunden. Aber offenbar gibt es noch ein paar Sammler, die sowas verkaufen.

Wie auch immer, ich find es immer noch echt amüsant. Als ich mir das gestern angehört hab, stand das Kind mit verständnislosen Blick neben mir – so wie ich manchmal verständnislos schaue, wenn er mir irgendwas auf youtube zeigt – und war leicht verstört, aber auch fasziniert wie ich das witzig finden kann.

Gut, ich muss ihm in einer ruhigen Minute mal den ganzen Hintergrund des Originals erklären, die Falco Nummer war ja 1985/86 ein riesen Skandal, das Lied und v.a. das Video durfte ja dann auch nicht mehr ausgestrahlt werden, sogar Thomas Gottschalk äußerte sich kritisch. Die mediale Lesart war, dass der Song die Verherrlichung einer Vergewaltigung bzw. Entführung sei, obwohl Falco ja schon ziemlich früh gesagt hatte, dass es mehrere Teile geben würde, in dem das Schicksal der titelgebenden Frau weiter erläuert werden würde und, dass es eigentlich ein Liebeslied sei. Das Video hat aber jetzt nicht direkt was dazu beigetragen, Falcos angebliche Intention zu unterstützen, würd ich mal meinen. Übrigens wirft dieser Song natürlich die, auch in der Literatur oder im Film immer wieder gestellte Frage auf, was ist der Standpunkt des Autors und was ist im Gegensatz dazu Rollenprosa und wie weit darf Rollenprosa gehen, um gesellschaftliche Vorgänge deutlich zu machen? Aber das führt jetzt zu weit.

Jedenfalls haben sich die Hektiker diesem Song auf ihre Art und wie ich finde genial genähert, in dem sie ihn gelungen aufs Korn nehmen. Florian Scheubas Stimme klingt wirklich fast exakt wie die von Falco. Wenn es bei Falco heißt, “Komm wir müssen raus aus dem Wald”, heißt es bei den Hektiker, “Komm, wir müssen wieder rein in die Hitparade”, wenn Falco singt, “Wo ist dein Schuh, du hast ihn verloren, als ich dir den Weg zeigen musste”, singen die Hektiker “Wo ist deine goldene Schallplatte, du hast sie gewonnen, als man dich zensurieren musste.” Wo Falco singt, “Zuviel rot auf deinen Lippen, du hast gesagt, mach mich nicht an, doch du warst durchschaut”, singen die Hektiker: “Zuviel Schmalz auf deinen Rillen, du hast gesagt, das kauft doch keiner. Doch der Konsument war durchschaut.” Im Refrain heißt es dann: “Tschinni, was hälst du von Teil drei, bleiben wir doch dabei und dann kommt noch Teil 4, in dem heiraten wird – there’s no one who needs it.”

Dann gibt es ja im Originalsong die Passage mit dem “Newsflash”, in dem der Reporter von einem dramatischen Anstieg von vermissten Personen spricht. Die jüngste Veröffentlichung der lokalen Polizeibehörde berichtet von einem weiteren tragischen Fall. Die Polizei schließe die Möglichkeit nicht aus, dass es sich hierbei um ein Verbrechen handelt.

Die Hektiker machen aus “Newsflash”- “Reisfleisch” und da wird verkündet: die Zahl der Hansis¹ in der Hitparade sei in den letzten Wochen dramatisch angestiegen. Die jüngste Veröffentlichung der lokalen Hitwertung berichtet von einem weiteren unnötigen Fall. Es handelt sich hierbei um einen Hansi, der einen Nr. 1 Hit auf drei Teile strecken will. Experten schließen die Möglichkeit nicht aus, dass es sich hierbei um ein Selbstplagiat handelt.

Und dazwischen immer “There must be something wrong, people still like this song”, herrlich.

 


¹ Damals waren drei Hansis in der Hitparade. Neben Falco, Hans Hölzl, auch noch Hansi Orsolic mit Mei poschertes Leben und Hans Krankl mit Lonely boy.

Il Volo

Kurz vor Ferienbeginn war ich am Il Volo Konzert in der Stadthalle. Sie spielen gerade eine Tour, wo sie nicht ihre eigenen Sachen singen, sondern mehr oder wenige bekannte Arien aus Opern und anderes, was in die Belcanto-Tradition fällt.

Aber ich finde, es gehört schon eine gewisse Chuzpe dazu, so einen Abend mit Nessun dorma zu eröffnen. Ich mein, seriously? Das ist so ein bombastisches Gänsehaut-Lied, dass man das eigentlich kaum mehr steigern kann. Ich habe eine besondere Beziehung dazu, mein Vater hat mich nämlich im Gymnasium mal gebeten, dass ich ihm den Text übersetze. Dafür hat er mir dann den ganzen Inhalt von Turdandot erählt, wie Marcel Prawy. Ich glaube, mein Vater wollte, dass ich in den Italienisch-Zweig gehe, damit ich ihm die Texte seiner Lieblingsopern übersetzen kann. Harhar. Ich bin allerdings eher best-of-opera Anhängerin geworden und schaue mir nicht 40 Stunden Ring des Nibelungen in der Staatsoper an wie er.

Da passt das Programm von il Volo dann schon sehr gut. Wobei Nessun dorma dann eh schon der Gassenhauer war, es gab viele Arien, die (zumindest mir) eher unbekannt waren. Unter anderem eine aus der Oper Cavalleria Rusticana, die wir damals im Italienisch Unterricht durchnahmen. Das gemeine an dieser Oper ist, dass die Texte in einer komplizierten Vergangenheitsform geschrieben waren, dem passato remoto, das – glaub ich – nur in Süditalien tatsächlich verwendet wird. Wahrscheinlich kann ich mich daher nicht mehr wirklich erinnern, um was es in der Opern wirklich ging.

Il Volo sang dann noch zb. das Ave Maria misercordiae, wobei einer der dreien erklärte, das hätten sie auch für Papst Francesco gesungen, “one of the best popes ever”. Sowas können auch nur Italiener sagen. Harhar.

Zugabe war übrigens Grande Amore, das war klar.

Vienna Ring Tram

Letzte Woche sind wir dann auch einmal mit der Vienna Ring Tram gefahren. Das hat sich das Kind schon lange gewünscht.

Nachdem es ja keine Straßenbahn in Wien mehr gibt, die über den ganzen Ring fährt, füllt die Ring-Tram diese Lücke. Natürlich nicht gratis. Eine Fahrt für Erwachsene kostet 9 Euro, für Kinder ab 6 Jahren 4 Euro. Ein Schnäppchen ist das nicht gerade. Zumal die Fahrt ja nur ca. 25 Minuten dauert und wir kaum dazugekommen sind, unsere Kopfhörer anzustecken und die richtige Frequenz zu wählen, bevor es schon los ging. Danach kommt noch mal jemand vorbei, bei dem man zahlen muss. Ich denke, das könnte man mit Vorverkaufsmöglichkeiten bequemer lösen.

In der Ringtram gibt es Informationen in acht verschiedenen Sprachen, dazu einen Kanal für Kinder und einen, der von “Mundl” gesprochen wird. Das Ganze ist nett gemacht und für Kinder auch  lustig. Noch besser wäre es vielleicht, wenn die Straßenbahn aber nicht rast als wäre sie auf der Flucht vor irgendwas, sondern wenn an manchen Stellen, wo es sehr viel zu sehen gibt (die Ecke bei den Museen/ Heldenplatz/ Parlament) vielleicht auch mal eine kleine Pause gemacht werden würde und man zu jedem Ort etwas mehr Informationen bekommen würde. Ich weiß jetzt zum Beispiel, dass wir dank unseres Bürgermeisters im Lebensqualitätsranking auf Platz 1 sind, aber da geht sicher noch mehr.

Dennoch wars für das Kind eine tolle Sache und um die Ringstraße zu fahren ist immer schön. Am Schwedenplatz (der übrigens aus Dank an die Schweden für ihre Hilfe nach dem 1. Weltkrieg so benannt wurde – das wusste ich nicht) sind wir dann noch eine Stunde am Bankerl gesessen und das Kind hat sein Buch weitergelesen.

La La Land – out soon

Ich freu mich schon so, Ende Mai kommt endlich die La La Land Blu ray raus. Ich hab mir schon ewig keine DVD oder ähnliches mehr gekauft, aber ich glaube, da mach ich jetzt eine Ausnahme.

Es gibt jetzt – aus diesem Anlaß – einen neuen Trailer, und den finde ich wieder sehr gelungen.

Die Musik macht mir wirklich immer gute Laune. Und Emma Stone hat tolle Schulterblätter. Als Frau kann ich das wohl schreiben, ohne, dass es doof rüberkommt, oder? Harhar.

In der Albertina

Nach der Film-Stills Ausstellung war ich dann noch so in der Albertina. Allerdings nicht bei Egon Schiele. Da gibts zwar jetzt eine ganz aktuelle Ausstellung, aber ehrlich gesagt machen mich die Werke von Schiele schwer depressiv. Also gings zur Abteilung Monet bis Picasso.

Dort hab ich ein Bild von Greta Freist entdeckt, das sich Familie eines Malers nennt. Ich habe mich gefragt, ob das Kind vielleicht Donald heißt – oder finde nur ich da Ähnlichkeiten?

Folgendes Bild (Offiziersfriseur) habe ich der Ex-Chefin meiner Mama ge-whatsappt, die einen Friseursalon hat und sie schrieb mir zurück: “Das Bild bräuchte ich bei mir im Geschäft.” Ist wahrscheinlich bisschen zu kostenintensiv.

Dieses Bild nennt sich Dorfszene und ist von Marc Chagall Und ich habe mir gedacht, also in so einem Dorf war ich noch nie – wär aber interessant:

So sehe ich übrigens auch aus, wenn ich mich dramatisch schminken will, Kees van Dongen – Frau mit blauen Augen. Das Bild hab ich mir dann auch als Postkarte gekauft:

Tatsächlich finde ich es aber, trotz der unqualifizierten Assoziationen, sehr inspirierend Bilder anzusehen. Und ich finde es spannend, wie einen manche Künstler bzw. Kunstwerke anziehen und faszieren und andere fast abstoßend auf einen wirken.

Später hab ich mir noch die Contemperary Artists Ausstellung angesehen, unter anderem gibt es einen Raum nur mit Gottfried Helnweins Werken. Die jetzt auch nicht gerade sehr lebensbejahend sind, aber doch beeindruckend. Die weinenden und blutenden Kinder hab ich aber dennoch nicht fotografiert, dafür das hier:

Und dann gab es noch eine Spezialschau des österreichischen Künstlers Markus Prachenksy. So sieht er Los Angeles:

Ich sehe Los Angeles ja eher so wie in La La Land und damit hab ich jetzt den perfekten Übergang zur Oscarnacht geschafft.