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Osterferien

Erstmals seit langem hab ich in den Kind-Ferien nicht arbeiten müssen, also auch gar nichts “nebenbei” und das war sehr angenehm. Denn so hatten wir die ganze Ferienwoche Zeit, einfach Sachen zu unternehmen, egal wie lange sie dauern und gehen und kommen wann man will, das war echt super.

Wir waren also im Tiergarten und am Ostermarkt in Schönbrunn…

… im Wasserpark Floridsdorf…

…im Eisenbahnmuseum Strasshof…

…und an der alten Donau spazieren, wo es (Pappelsamen)-Flocken geschneit hat und die ganze Wiese bedeckt war…

Das Wetter hat auch sehr gut mitgespielt wie man sieht.

Gefesselt

Vom richtigen Buch sind die Kids so gefesselt, dass sie sich in der Shopping Mall auch einfach mal auf den Boden neben den Putzwagen setzten – unbezahlte Werbung – es handelt sich um Zu nett für diese Welt. Gregs (Tagebuch) Freund Rupert schildert seine Sicht der Dinge – und Autor Jeff Kinney kann man wohl als durchaus geschäftstüchtig bezeichnen.

Privat

Dieses Jahr ist das Thema des FM4 Litertaturwettbewerbs “privat” und ich werde mitmachen.

Ich habe schon einmal am Wortlaut-Wettbewerb teilgenommen, es war irgendwann in den Nullerjahren, ich erinnere mich peinlicherweise nicht mehr an das Thema und auch nur rudimentär an den Text, den ich damals geschrieben habe. Ich bin nicht auf die Longlist gekommen, die die besten 20 Teilnehmer namentlich nennt, ganz zu schweigen von den Top drei. Genau genommen erwarte ich das auch heuer nicht, aber ein Thema wie “privat” ist so spannend, dass ich mich einfach damit beschäftigen möchte, auch wenn ich mir keine Chancen ausrechne.

Meine erste Assoziation zu privat war, dass ich dem Kind als es noch ein Kleinstkind war, einmal gesagt habe, ich würde ganz gerne alleine aufs WC gehen, weil das ist privat. Tatsächlich wollte ich ein paar Minuten Ruhe haben, Kleinstkind Mütter wissen, wovon ich rede. Harhar.

Privat – das löst natürlich vielfältige Assoziationen aus. Es klingt immer etwas geheimnisvoll, möglicherweise auch ein bisschen verboten, und es gab tatsächlich eine Zeit in meinem Leben, da war das, was in mir vorging, was ich fühlte und erlebte, ein großes Geheimnis, aus verschiedenen Gründen. Zuerst ist das natürlich durchaus aufregend, man weiß selbst noch nicht, wohin das alles führen wird, und man ist ganz froh, dass man sich gerade niemandem erklären muss, und für den Anfang nur fühlen und seinen Emotionen folgen darf. Dann fängt man an zu schreiben, nur für sich selbst, also zumindest ich tue das, wenn ich etwas aufarbeiten muss, weil Schreiben immer mein Mittel der Wahl ist. Aber als ich das einem jemand erzählte, meinte der zu mir: “Das Tagebuch redet halt so wenig zurück.”

Was zu einem anderen Punkt führt: ganz privat will man in der Regel nicht immer sein oder bleiben, man will sich jemand anvertrauen, wenn auch erst nach reiflicher Üerblegung, weil man sicher sein will, dass das, was man erzählt, beim Zuhörer gut aufgehoben ist. Manche Dinge sind eben so schön oder so schmerzvoll privat – manchmal auch beides gleichzeitig – dass man platzen würde, wenn man das dauerhaft alleine mit sich selbst ausmachen soll. Aber je intimer das ist, was man erzählen will, umso verletzlicher und angreifbarer macht man sich auch. Man geht das Risiko ein, bewertet und beurteilt zu werden. Und es gibt in der Regel nur wenige Menschen, denen man sich so zeigen will, weil man sicher ist, dass sie das Wissen nicht gegen einen verwenden werden. Wenn man Glück hat, dann vertieft so ein “Geständnis” auch die Beziehung. Bei mir war es so.

Ich habe schon eine Idee, was meine Kurzgeschiche für den Wortlaut betrifft, und sie wird ein bisschen traurig sein, und ein bisschen hoffnungsvoll, ein bisschen sinnlich, und ein bisschen witzig. Eben die ganze Bandbreite eines privaten Lebens.

Glücklich geschieden

Am Donnerstag war ich bei der Premiere des Programmes von Birgit Braunrath und Guido Tartarotti, Glücklich geschieden in der Kulisse. Nicht nur ich, sondern auch Armin Wolf und Euke Frank, Michael Hufnagl und Gabriele Kuhn, Barbara Stöckl, Nicole Beutler, Michael Fleischhacker, Dieter Chemlar, Thomas Maurer usw. Also halb Austro Twitter.

Ich mag die gleichnamige Kolumne, die Tartarotti und seine Ex-Frau im Woman schreiben, weil es etwas ist, dass es so, meines Wissens nach, noch nie gegeben hat. Die beiden sind seit 15 Jahren geschieden, aber immer noch sehr gute Freunde. Das ist ja – leider – nicht gerade so verbreitet oder auch akzeptiert, ich war beispielsweise vor Jahren auf einer Feier, wo auch ein Ex-Paar war, das sich sehr gut verstanden hat, auch die jeweils neuen Partner und viele haben darüber die Nase gerümpft, als wäre das Abartigste, das sie jemals erlebt haben.

Insofern betreiben Tartarotti und Braunrath da auch Pionierarbeit in Sachen, ja man kann auch mit seinem Ex-Partner befreundet werden. Und das auch, weil man sich nicht mehr auf eine “gemeinsame Wirklichkeit” einigen muss, wie sie es treffend formulieren. Und sich bei gewissen Themen nie wieder auf einen gemeinsamen Nenner kommen muss. Man kann sich also, wenn man das möchte, eigentlich sehr entspannt gegenübertreten.

Das Programm selber war witzig und poetisch, auch nachdenklich und ein bsischen melancholisch. Am besten hat mir notorischer Überpünktlichen gefallen, dass Tartarotti offenbar genauso überpünktlich ist wie ich, und seine Ex-Frau hat treffend gemeint: “Viel zu früh ist nicht das bessere pünktlich”. Da habe ich mich sehr ertappt gefühlt. Harhar. Dann hat sie erzählt, wie es war, als Tartarotti einmal tatsächlich zu spät gekommen ist – “Das späteste zu spät war bei ihm bis dato nur drei Minuten zu früh da zu sein.” Und dann kam er nicht mal in time, sondern zehn Minuten später und da wusste sie, so Braunrath, da muss was schlimmes passiert sein und da darf jetzt auf keinen Fall ein Witz darüber gemacht werden. Wie sich herausstellte, hatte sie damit recht.

Immer war es übrigens nicht so harmonisch bei den beiden – es gab unter anderem eine Familientherapie und Tartarotti bezeichnet die anfänglichen Patchwork Weihnachten als etwas, für das die “emotionale Hacklerregelung” gelten müsste. Gleichzeitig betont er aber auch, dass er nicht versteht, warum eine Ehe, die zuende ist, als gescheitert bezeichnet werden muss. Auch ein schöner Tag ist nicht gescheitert, wenn die Sonne untergeht, er ist halt einfach vorbei. Beautifully spoken.

Eine Nachbetrachtung findet sich auch hier.

Pre-ESC, zwei

Am Freitag, Weltfrauentag, wurde der österreichische Song für den diesjährigen Songcontest vorgestellt. Er heißt Limits und wird von der Künstlerin Paenda interpretiert. Paenda hat eine gute Stimme, die Kurzumfrage via whatsapp im Freundeskreis zeigt aber verhaltende Reaktionen. Der Song ist schon ziemlich unspektakulär, oder wie ein Freund es formulierte: “Limit (sic!) ist wahrscheinlich das Halbfinale.”

Gestern hab ich dann auch noch den neuen, zweiten Merci Cherie Podcast gehört, der auch wieder sehr interessant war. Marco und Alkis haben u.a über All time Favoriten gesprochen – Marco Schreuder sieht Italien als am meisten unterschätzte Teilnehmerland an – und auch darüber, welche Songs sie vom letzten ESC noch auf der Playliste haben. Alkis hört immer noch Netta mit Toy und Marco Schreuder Equinox mit Bones.

Schreuder mag zwar Netta, hört das privat aber nicht. Alkis fragt ihn dann: “Wäre Fuego (wurde 2018 Zweiter, Anm. der Almi) besser?” Schreuder: “Zum Staubsaugen.” Harhar.

Ich habe selbst höre übrigens drei Songs vom letzten ESC immer noch regelmäßig auf Spotify und das ist tatsächlich Fuego, Toy UND Non mi avete fatto niente – der italiensche Beitrag, ein kraftvoller und eindringlicher Protestsong, mit der unsterbliche Zeile: ” E non esiste bomba pacifista” (Es gibt keine friedliche Bomben).

Im übrigen bin ich froh über das diesjährige Song Contest Motto “Dare to dream”. Letztes Jahr war es ja “All aboard” und ich wirklich jedes Mal stattdessen ABROAD gelesen.

Oscars…

Wie jedes Jahr erreichen mich um diese Zeit Fragen zu Oscars und den nominierten Filmen und das war in den letzten naja, 20 Jahren echt genau mein Metier. Vor dem Kind und als nur 5 Filme in der Königskategorie nominiert waren, hab ich sogar oft alle gesehen gehabt und noch viele andere, die in anderen Kategorien nominiert waren.

Dieses Jahr, nun ja. Ich hab keinen einzigen Film in der Königsklasse bisher gesehen, und auch in den anderen Kategorien schaut es – abgesehen von Mary Poppins Returns und The Incredibles 2 – eher finster aus. Was ist mit mir passiert?

Nun ja, es haben sich offensichtlich die Prioritäten in meinem Leben verschoben und zwar in diese Richtung, dass ich derzeit kaum ins Kino gehe und auch sonst extrem selten Filme anschaue. Entweder ich habe keine Zeit dafür (bzw. nehme sie mir nicht) oder ich bin mit meinen Gedanken woanders, oft trifft sogar beides zu. Ich, die sich gern in eine fiktionale Welt mitunter aus dem Leben geflüchtet habe, lebe ich jetzt tatsächlich in der Realität? Kann man so vermutlich auch nicht sagen. Harhar. Es ist gerade ok, es wird vermutlich wieder eine Zeit kommen, in der ich die Oscars mit glühenden Wangen verfolge, weil ich alles gesehen habe und meinem Favoriten die Daumen drücke.

Also muss ich bei den Oscars 2019 auf die Meinungen aus meinem Umfeld zurückgreifen: A Star is born top bei vielen, meine Mum schwärmt von The Favourite und gehört zu denen, die meinen, dass Olivia Coleman verdientermaßen über Glenn Close gesiegt hat (denn sie hat auch The Wife bereits gesehen). Wobei ihr Rachel Weisz überhaupt am besten in dem Film gefallen hat. Aber wenn es nach ihr geht, dann war ja Mary Queen of Scots noch besser.

Was ist sonst noch zu sagen: der vielleicht meist diskutierte Moment der Show, der Bradley Cooper/ Lady Gaga Moment, als sie Shallow performt haben, was die Gerüchteküche ordentlich befeuert hat (Sind die jetzt zusammen, was ist mit seiner Frau, sie hat sich ja von ihrem Verlobten getrennt etc.) Aber beide sind halt auch gute Schauspieler und mediale Vollprofis, das darf man auch nicht vergessen. Eine gute Show war es allemal.

Dann noch: die Kontroverse um den Siegerfilm Green Book, der aus Frust hinausstürmende Spike Lee und die Gewissheit, dass es auch diesmal einen Director/Film Split gegeben hat, das heißt, dass die beste Regie an einen anderen Film (nämlich Roma von Cuaron ging), als an den später tatsächlich als bester Film ausgezeichneten Film.

Das ist mittlerweile allerdings gar nicht mehr so ungewöhnlich, ist es doch bereits das fünfte Mal in den letzten zehn Jahren passiert. Siehe auch 2017: Chazelle versus Moonlight, 2017: Innaritu versus Spotlight, 2014 Cuaron versus 12 Years a Slave und 2013 Ang Lee versus Argo. Wobei Ben Affleck 2013 ja nicht mal als bester Regisseur nominiert war.

Wieder mal Frühstücken

Zwischendurch wieder mal ein paar Frühstücksfots, nachdem ich mich meistens mit Freundinnen zur wichtigsten Mahlzeit des Tages treffen (Vorteil: Kinder sind in der Schule). Wie immer kennzeichne ich es als Werbung, obwohl ich dafür nicht bezahlt werde.

Ende November waren ich mit P. im Joma. Da gab es Tee und “Stadtliebe” zu Essen

Vor Weihnachten ware ich mit I. auf Heimaturlaub im beim Kutschkermarkt im Himmelblau. Ich hatte einen Hexenschuß, aber das Frühstück hat mich drüber hinweg getröstet. Ich habe mich für das “charmante Frühstück” entschieden.

Und heute war ich – wie mit P. im Cafe Francais. Dort habe ich mich für das Frühstück Vanessa Paradies entschieden. Die Namen der Frühstücke konkurrieren offenbar hart in Sachen Originalität mit den Namen von Friseursalons….

Auf der Währingerstraße ist übrigens ein Frühstückslokal nach dem anderen, da werden mir mit unsren Jungs in den Osterferien auch mal frühstücken gehen, haben wir beschlossen.

Pre-ESC

Auf Facebook hab ich den tollen neuen Song Contest Podcast von Song Contest Aficinado und Standard Kommentator Marco Schreuder entdeckt.

Die erste Folge beschäftigt sich damit, wie man den “richtigen” Song Contest Sieger Song findet und wie man sich denken kann, wird diese Frage nicht wirklich beantwortet, weil sonst hätte man ja das ultimative Erfolgsrezept. Und das gibts nicht. Selbst die Frage was wichtiger ist, Radiotauglichkeit oder Performance, kann nicht abschließend geklärt werden. Denn war beispielsweise der 2017 Sieger, Salvador Sobral, ganz eindeutig ein Bühnenact, kann man das über die Siegerin von 2018, Netta, gar nicht sagen. Ich mag den Song Toy, aber auf der Bühne hat er meines Erachtens sowas von nicht funktioniert, weshalb ich gar nicht mit dem Sieg gerechnet hätte.

Podcast-Gast Eberhard Forcher, seit einigen Jahren Mitverantwortlicher für den österreichischen Kandidaten/Kandidatin, beschreibt, dass der Siegerkontext in einen Gesamtkontext passen muss. Und auch den Zeitgeist treffen muss, ein super Beispiel war dafür ja damals Conchita Wurst. Und sowas kann man halt nicht planen. Forcher ist jedenfalls persönlich wichtig, dass der Starter tatsächlich sich mit dem ESC identifiziert und dafür brennt – und nicht nur so eine “schauen wir mal” – Attitüde hat.

Er erzählt auch viel über die Auswahl der heurigen Kandidatin Paenda, die ja die (sich selbst) sehr gehypte Hyäne Fischer, dann doch noch ausgestochen hat. Laut Forcher war der Song nicht stark genug.

Für die Neigungsgruppe Song Contest jedenfalls eine äußerst interessante Podcast Idee, die in den nächsten Wochen sicherlich noch einige spannende Hintergrund-Infos bieten wird.

Ästhetisches in den Semesterferien, zwei

In den Semesterferien hab ich mir auch die Thomas Bernhard Doku im Kulturmontag angeschaut, ich finde Bernhard schon immer sehr faszinierend. Auch wenn ich bei ihm zuerst an ein Erlebnis im Gymniasum denken muss, als unsere Deutschprofessorin zu meiner Schulfreundin sagte: “Du schreibst wie Thomas Bernhard” und die darauf antwortete: “In welche Klasse geht der?” Harhar.

Alle anderen Österreicher denken bei Thomas Bernhard vermutlich zuerst an Heldenplatz, den größten Theaterskandal der 2. Republik, auch schon wieder ewig her. Ein Skandal übrigens, der komplett ohne Text funktionierte, weil den Skandal gab es ja bereits vor der Aufführung und das nur deswegen, weil ein Zitat aus dem Text, das die Östereicher als “sechseinhalb Millionen Debile” bezeichnete, allzu wörtlich genommen wurde. Bzw die Rollenprosa direkt als Ansichten das Autors antizipiert wurden. Heute kann man sich kaum mehr vorstellen, dass sogar Leute wie Zilk und Kreisky in die Massenempörung miteinstimmten. Oder wie der Journalist Michael Frank in der Süddeutschen Zeitung schrieb: “Im Augenblick jedenfalls müht sich Österreich, die größtmögliche Übereinstimmung der Wirklichkeit mit Bernhards grotesken Texten herbeizuführen.” Genau deswegen liebte Peymann es auch, in Wien zu inszenieren, weil sich die Wiener noch empören können, im Gegensatz zu den Deutschen. Die Premiere – übrigens Bernhards letzter öffentlicher Auftritt – war ein fulminanter Erfolg und Heldenplatz wurde 120 Mal aufgeführt und zu einer der erfolgreichsten Produktionen des Burgtheaters überhaupt. Auch das ist irgendwie wieder typisch Wien.

Bernhard wurde, meiner Ansicht nach, oft verkannt, vor allem der Witz, der seinen Texten auch innewohnt, den man aber überlesen kann. Am augenfälligsten erkennt man das vielleicht in seinem Einakter Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mir mir essen. Bernhard diagnostizierte sich selbst als einen Kranken, und sagte: “Meine Krankheit ist die Distanz”. Damit ist vielleicht zu erklären, weshalb in seinem Werk Liebe und vor allen Dingen Sex überhaupt keine Rolle spielten – wie auch in seinem Privatleben mutmaßlich nicht. Dennoch hatte Bernhard zwei Menschen, denen er quasi sein Überleben verdankte und das waren sein Großvater und eine 37 Jahre ältere Frau und Vertraute, Hedwig Stavianicek. Übrigens prägte Bernhard für die beiden den Ausdruck “Lebensmensch” – und nicht, wie manchmal angenommen Stefan Petzner (für Jörg Haider)

In meiner Doktorarbeit hab ich unter anderem Bernards Roman Das Kalkwerk analysiert, es ist ein mühsames und anstrengendes Buch und von daher perfekt für den Leitsatz “form follows function”. Denn das Leben eines alten Ehepaares im Kalkwerk – wo der Protagonist Konrad eine wissenschaftliche Studie schreiben will und seine gelähmte Frau quasi im “Dienst der Wissenschaft” zu absurden bis sadistischen Experimenten zwingt – ist ein unbarmherziges. Auch wenn hier ebenfalls Humor durchscheint, etwa, dass immer irgendwas dazwischenkommt, wenn Konrad sich endlich dazu durchringt, den ersten Satz seiner Studie zu schreiben.

Heute vor 30 Jahren ist Thomas Bernhard gestorben.

Ästhetisches in den Semesterferien

Die Semesterferien mit einem prä-pubertärden Kind, sind geprägt von Chillen und “seine Ruhe haben wollen.” Jetzt hat man sich mühsam, nach der Baby- und Kleinkind-Lehrzeit, drauf eingestellt, dauernd raus, dauernd unterwegs und für Abwechlsung sorgen zu müssen, dass das nun auch wieder etwas ungewohnt ist. Da ich aber rechtzeitig zu den Ferien auch ein dringendes Jobprojekt bekommen habe, war mir das dann nun auch nicht ganz so unrecht.

Ein bisschen was haben wir dann aber doch unternommen, wir haben uns die Koloman Moser Ausstellung im MAK angesehen. Das war ein Tipp im Ferienspiel Heft, da hätte es auch Extra Zeichen- und Malworkshops für Kinder gegeben. Nur nachdem das Kind überhaupt nicht gerne zeichnet oder malt, aber die Bruegel Schau – eine Exkursion mit der Zeichenlehrerin – gut fand, haben wir uns dafür als Programmpunkt entschieden.

Das MAK ist ja an sich schon ein sehr sehenswertes Gebäude, im Eingangsraum gibt es aktuell eine Installation mit Plastiksackerl, die sich immer wieder aufblasen, was das Kind recht faszinierend und auch hinterfragenswert gefunden hat. Ist Plastik nicht eigentlich umweltschädlich? Allerdings verwendet man es hier ja doch aus Kunstgründen, immerhin ein vernünftiger Nutzen. Sofern man l’art pour l’art als “nützlich” empfindet. Aber das ist eine philosophische Diskussion. Daran anknüpfend, fragte das Kind dann in den Ausstellungsräumen: “Mama, ist das ein richtiger Heizkörper oder ist das Kunst?”

Ich kann nicht behaupten, dass ich viel von Koloman Mosers Werk verstehe, aber ich mag den Stil und ich besuche Ausstellungen recht gerne, weil sie auf mich oft inspierend wirken. Anschließend gings dann noch zum Vapiano in Wien Mitte, wo dafür, dass gerade Ferien waren, erstaunlich viel los war.

Am Samstag war ich auf einer Geburtstagsfeier in der Villa Aurora eingeladen, hoch über Wien, auf dem Wilhelminenberg. Ich muss gestehen, ich war noch nie dort und kenne die Gegend generell sehr wenig. Bevor man sich aber nun denkt, wow, was für ein schönes Gebäude und den nächsten Besuch dort plant – leider schließt das Lokal mit 17.3. Allerdings offenbar deshalb, um zu renovieren und dann neu zu öffnen, wie jetzt in einem Zeitungsbericht zu lesen ist. Zuerst haben wir nämlich schon befürchtet, die Villa und die angrenzenden orginellen Gebäude wären abrissgefährdet, wenngleich das wegen der Bauordnungsnovelle, die im Sommer in Kraft getreten ist, nicht mehr so ohne weiteres möglich ist.

Jedenfalls wäre es schön, die Villa Aurora auch im Sommer einmal zu besuchen und den Garten zu genießen.