Archiv für Mittwoch, 6. September 2017

Einfach zum Nachdenken

Heut hat jemand einen humoristischen Tweet darüber abgesetzt, wie er seine Kinder mit dem Auto in die Schule bringt.

Die Folge waren gefühlte 75 Tweets darüber, dass das ganz furchtbar ist, so a la “Mit dem Audi Quattro bis ins Klassenzimmer?” über “Sie sollen lieber Hand in Hand in einer Gruppe mit anderen Kindern gehen” und “Meine sind schon mit zwei Jahren alleine gegangen” bis “Als ich ein Kind war, sind wir zwei Stunden bei Tiefschnee vom Berg runtermarschiert und haben uns den Weg selbst freigeschaufelt” – das ist jetzt nur geringfügig von mir überzeichnet.

Alter, leben und leben lassen, so schön! Ich mein ehrlich: es kann ja jeder seine Meinung haben. Ich hab auch meine und die lautet, mir wär es einfach zu stressig, morgens mit dem Auto zur Schule zu fahren, ich kann unter Druck sowieso nicht gescheit einparken und mich machen die ganzen anderen Autos und das Aufpassen auf die vielen Kinder nervös. Ich bin auch froh, dass das Kind mit Nachbarn geht oder mit dem Bus fährt. Deshalb bring ich das Kind nur bei extremem Regen/Sturm mit dem Auto hin, und da schon vor dem großen Ansturm um zehn vor acht.

Aber mich regt auf, dass man nichts twittern kann ohne, dass jeder seinen Senf dazu abgeben muss. Ich mein, weiß jemand näheres? Vielleicht hat sie das Kind nur heute mit dem Auto gebracht, vielleicht ist die Schule sehr weit weg vom Wohnort, vielleicht hat sie mehrere Kinder an verschiedenen Standorten, was weiß ich. Und selbst wenn das alles nicht zutrifft, kann man nicht seine Meinung auch mal für sich behalten? Und sich seinen Teil denken? Man selber steht ja auch nicht unbedingt drauf, wenn andere einem ohne Not ins eigene Leben reinquatschen. Und unfehlbar sind wir alle nicht.