Archiv für Donnerstag, 27. Dezember 2018

Jahresend-Gedanken

Heuer hab ich sehr wenig Filme gesehen, nicht im Kino und schon gar nicht im Fernsehen. Ich hab auch gar kein Buch gelesen, soweit ich mich erinnere. Obwohl Filme schauen und Bücher lesen eigentlich zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehören. Aber wenn der Kopf so voll ist mit Gedanken, dann kann man sich schwer auf Gedanken von anderen einstellen, man kann sich nicht in fremde Welten fallenlassen, wenn man gerade selbst versucht, in seiner eigenen Welt zurechtzukommen.

Geschrieben hab ich auch wenig, zumindest nichts zusammenhängendes, dafür unzählige whatsapps mit FreundInnen, über das was mich beschäftigt. Es ist interessant, welche Reaktionen ausgelöst werden, wenn man etwas vielleicht ungewöhnliches erzählt, es sagt ganz viel über den Menschen aus, am anderen Handy. Ich bin immer sehr froh, wenn jemand nicht bewertet, weil ich selber sehr dazu neige, mich oft und oft nicht gerade mit Wohlwollen zu bewerten. Und natürlich hab ich auch viel geredet, wahrscheinlich mehr als in anderen Jahren, jedenfalls waren es oft lange und intensive und ehrliche Gespräche. Ich bin jedem sehr dankbar, der mir zugehört hat.

Musik gehört hab ich dafür sehr viel, weil ich auch sehr viel gegangen bin, die obere alte Donau rauf und runter und wieder rauf, am liebsten bei kühlem Wetter und in Dunkelheit, und dabei manchmal weniger denken musste, und die Energien ins Gehen und ins Schauen gesteckt habe. Körperlich fühl ich mich ziemlich fit, durch das viele Gehen, harhar.

Vielleicht ist es komisch, mit 42 Jahren sich nochmal neu zu entdecken, vielleicht ist es aber auch gar nicht mal so ungewöhnlich. Auch wenn ich das Wort Midlife Crisis nicht in den Mund nehmen will, weil ich glaube die hatte ich schon mit Mitte 30 und das, was jetzt ist, ist was anderes, was Größeres und Bedeutenderes, vielleicht sowas wie das Häuten einer Schlange oder wenn ein Tier sein Winterfell verliert. Ich hoffe jedenfalls, dass ich nachher, wenn ich fertig bin mit Denken, nicht mehr so große Angst haben werde und vor allem nicht mehr sooft. Und, dass ich nicht mehr so sehr mit mir oder gegen mich kämpfen werde.

Und bevor (sich) jemand fragt: ja, es geht mir, trotz der vielen Gedanken, sehr gut sogar. Weil sich vieles gut anfühlt. Und sehr richtig.