Archiv für Montag, 23. März 2020

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Was ist jetzt schwierig und weniger schwierig als erwartet, an der de facto Ausgangssperre inklusiver partielle Lockdown für mich persönlich?

Schwierig ist, Personen nicht mehr zu sehen. Das ist für mich das mit Abstand schwierigste überhaupt.

Schwierig ist auch der Verlust gewisser Rituale. Ich bin schon lange im Home Office, insofern ist das viel zuhause zu sein für mich nichts neues. Allerdings bin ich ja jetzt nicht alleine, und bin zeitgleich auch fürs Homeschooling zuständig. Und kochen sollt ich auch was. Dafür fallen die Businessmeetings auswärts aus – zum Beispiel Projektbesprechung mit einer Auftraggeberin im Türkenschanzpark, beim quasi joggen, um ihr Baby bei Laune zu halten, oder ein schneller Besuch in der Millenium City für die Mittagspause. Das war mir immer willkommene Auflockerung. Ich vermisse auch die Brötchen von Tauber. (unbezahlte Werbung)

Schwierig ist das Aufstehen morgens. Zwar läutet der Wecker nicht mehr um 6.15, sondern gar nicht – aber es ist schwer sich zu überwinden, wenn man sich morgens nicht beeilen muss. Und wenn der zweite Gedanke jeden Morgen “Corona” lautet.

Schwierig wird werden, dass ich gerade an meinem letzten Projekt arbeite. Es wird alles gerade in den Herbst verschoben…

Einfacher als gedacht ist tatsächlich das Homeschool Ding, bitte hasst mich nicht dafür, ich weiß, dass es vielen Eltern da gerade anders geht. Aber bei uns ist der Stoff überblickbar, die Lehrer alle recht gelassen, und das Kind auch von sich aus motiviert. Das Lernen wird zwar durch viel Geplauder aufgelockert, und man braucht dann halt länger als “notwendig”, dafür macht es auch mehr Spaß. Leider kann ich in Mathematik und Physik absolut nicht behilflich sein. Ich liebe aber Englisch, und Deutsch natürlich.

Einfacher ist auch Telefonieren. Und ich hasse eigentlich Telefonieren. Vielleicht lerne ich es jetzt doch noch.

Einfacher ist es, sich keine Sorgen um die Risikogruppen in seiner Familie zu machen. Weil sie sehr vernünftig und die Sache so positiv wie nur möglich betrachten. Das ist ein großes Glück.