Original und Fälschung, acht

Ich hatte hier mal vor langer Zeit eine Rubrik “Original und Fälschung”, in der ich mich mit Coverversionen auseinandergesetzt habe. Sieben Ausgaben hab ich geschafft, dann war Schluss.

Nachdem ich am Wochenende aber wieder mal eine tolle Coverversion entdeckt habe, wirds Zeit für ein Revival. Aber der Reihe nach.

Es war einmal eine Art virtuelle Band namens Gorillaz, die unter der Leitung von Blur-Mastermind Damon Albarn ein paar Hits hatten, unter anderem die Nummer Feel good Inc. Mit dem Song und mir wars komisch. Ich fand ihn schon gut, aber ich fand immer schon, dass er zu voll von Gimmicks ist, zugegebenermaßen intendiert bei einer Band, die quasi aus Comicfiguren besteht. Albarn hat anscheinend kein normales Mikro benutzt, sondern singt in verschiedene Verstärkermedien, dazwischen rappt jemand, jemand anderer lacht, es ist irgendwie wie Kraut und Rüben. Ich hatte den Verdacht, das dahinter ein wirklich schöner Song ist, der es nicht ganz schafft, an die Oberfläche zu gelangen.

Am Wochenende hab ich dann die Version von Irontom gehört – nicht, dass mir diese Band geläufig wäre, ich kenne nur dieses Cover – aber meines Erachtens haben sie es geschafft, den Song im Song freizuschaufeln. Die Version ist sehr reduziert, auf das wesentliche, zumindest meiner Ansicht nach, eigentlich total unspektakulär. Der Sänger übernimmt auch gleich die Parts, die im Original gerappt werden, rappt aber nicht wirklich, sondern singt nur sehr schnell über die Melodie drüber, etwas, was ich eh sehr gerne mag, wenn die Vocals was anderes machen als die Musik. Kenne leider den musikalischen Fachausdruck (so es einen gibt) dafür nicht.

Die Lyrics des Songs sind übrigens auch eine nähere Betrachtung wert, so man sie versteht, ist gar nicht so einfach. Da gehts um eine Stadt, in der nicht mehr gelächelt wird, ein Aufruf zu einer Art musikalischer Revolte gegen “die da oben” oder auch ein bisschen mehr, ich glaub von Lachgas ist auch mal die Rede, Kapitalismuskritik (Feel good inc!) und Rückbesinnung auf die Stärke von Liebe und Freiheit (“The certain capability of seeing things differently”). Jetzt mal so grob gesprochen. Harhar. Jedenfalls spannend.

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