Ein Lob des Novembers

Ich lese dieser Tage bei vielen, dass sie den Monat November nicht so gerne mögen. Weil er halt so grau in grau, nasskalt und einfach novembrig sei. Und eigentlich keine größeren Höhepunkte beinhaltet.

Ich muss sagen, ich empfinde das gar nicht so. Bzw. ich mag den November gerade deshalb ziemlich gern. Grad weil er so ein unspektakulärer Monat ist, wo man eigentilch gar nichts “muss”, der einfach so dahinplätschert, ohne besonderen Sinn oder Ziel.

Im Sommer spielt sich soviel draußen ab, dass das “innen” bei einem selbst manchmal zu kurz kommt, weil man das gute Wetter natürlich nutzen “muss” und will. Außerdem ist es phasenweise so heiß, dass die eigene Reflexionsfähigkeit sowieso schwer zu mobilisieren ist. Aber auch ein Monat wie der Dezember ist so vollgepackt mit Äußerlichkeiten, dass man irgendwie kaum zur Ruhe kommt.

Der November hingegen fordert gar nichts von einem. Man kann aus dem Fenster schauen in die graue Außenwelt und das reicht eigentlich. Ich persönlich kann mich besser auf die Arbeit konzentrieren und auf meine Gedanken, ich kann auch besser lesen und schreiben und Musikhören, weil mich so wenig davon ablenkt. Die langen dunklen Abende sind heimelig und behaglich, nach einem Spaziergang an der ziemlich frischen Luft besonders.

Aber vielleicht bin ich auch einfach ein sehr fader Mensch, harhar. So wie meine Freundin damals als Teenie zu mir sagte, du willst ja immer nur lesen und schreiben und nie Party machen. Tja. Shame on me and on november!

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