Summer thoughts, vier

Die Zeit jetzt, der Spätsommer, ist eigentlich meine Lieblingsjahreszeit. Weil er so bittersüß ist.

Man weiß, der Zenit ist überschritten. Es wird noch ein paar heiße Tage geben, aber sie werden sich nach Abschied anfühlen, weil man schon diese gewisse Kühle des Herbstes in der Luft spürt. In der Früh wird es später hell, am Abend früher dunkel. Die Stadt füllt sich wieder, weil nach und nach alle aus dem Urlaub zurückkommen. Bald beginnt die Schule und damit der Alltag. Wenn auch ein neuer Alltag, weil Gymnasium.

Wenn ich an so einem Spätsommernachmittag auf dem Sofa liege und die Geräusche von draußen höre, das Kindergeschrei, einen Hubschrauber, hin und wieder ein Auto oder einen LKW, da denke ich mir jedesmal, weiß man alleine aufgrund der Geräusche, dass es 2018 ist? Sind das andere Geräusche als vor dreißig Jahren, als ich auf dem Sofa lag? Kreischen die Kinder anders, die Maschinen, die Fahrzeuge, klingt es heute “moderner” als früher? Spüre ich hier, wenn ich die Augen zumache, dass ich nicht mehr 10 Jahre alt bin, sondern 42, dass mein Kind jetzt 10 ist, oder kann ich das alles ausblenden, wenn ich nur auf die Geräusche achte? Sowas kann mich echt lange beschäftigen.

Was auf jeden Fall anders ist, ich höre viel weniger Straßenlärm, weil ich viel ländlicher wohne als früher, dafür das dumpfe Aufschlagen von Tennisbällen, weil Tennisplatz next door.

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