In der Klimtvilla

Am Feiertag war ich abends in der Klimtvilla, beim Vortrag zum Thema “Das Drama von Immendorf”.

Dr. Andreas Lehne, früherer Leiter der Abteilung für Denkmalforschung im Bundesdenkmalamt, sprach zu diesem Thema und erzählte (mir) sehr viel neues, denn ich bin bei Klimt nicht gerade rasend gut bewandert.

Das Schloß Immendorf wurde von den Nazis 1942 als Depot zur Einlagerung von Kunstwerken – hauptsächlich beschlagnahmte Gemälde sogenannter entarteter Kunst benutzt. Durch einen gelegten Brand 1945 verbrannten 15 Werke von Klimt, darunter auch die skandalisierten Fakultätsbilder.

Mythen ranken sich um den Brand, etwa, ob die verbrannten Gemälde tatsächlich alle zu dieser Zeit noch im Schloß gelagert waren, ob manches eventuell schon vorher “mitgenommen” wurde und noch irgendwo existiert – aufgetaucht ist bisher allerdings nichts – wer den Brand tatsächlich gelegt haben könnte und ähnliches.

Nebenbei hab ich dann noch eine Enkel von Gustav Klimt kennengelernt und erfahren, dass die Klima-Villa vielleicht eventuell eher Klimt Atelier heißen sollte, weil die “Villa” eigentlich kein Repräsentationsobjekt war, sondern ein eher versteckter Arbeitsort. Außerdem war sie zu Klimts Lebzeiten ebenerdig und wurde erst später ausgebaut. Man mag sich jedenfalls kaum vorstellen, dass das Atelier einmal selbst vom Abriss bedroht war, und erst seit einigen Jahren, nach bewegter Geschichte, unter Denkmalschutz steht.

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