Oscars 2020, eins

Gestern wurden die Oscar Nominierungen bekannt gegeben und wie jedes Jahr gehen damit auch einige Kontroversen einher.

Die größte dieses Jahr: Wieder keine Regisseurin nominiert, obwohl Greta Gerwigs Film Little Women für sechs Oscars insgesamt nominiert wurde. Fairerweise muss man dazu sagen, dass Gerwigs Ehemann Noah Baumabch für seinen Film Marriage Story ebensooft nominiert wurde – aber ebenfalls nicht in der Kategorie Regie. So kann es hier zumindest keine Konflikte geben. Und obwohl beide für einen Drehbuchoscar nominiert sind, gibt es auch hier keine Probleme, denn Baumbach hat ein Originaldrehbuch geschrieben und Gerwig eines adaptiert, also zwei unterschiedliche Kategorien.

Darin liegt auch schon eines der Argumente, weshalb Gerwig nicht Regie-Oscar worthy sei: sie hat ein Buch verfilmt, das vor ihr bereits fünfmal verfilmt wurde. Über dieses Argument habe ich lange nachgedacht, letztendlich ist das aber für mich kein Grund. Fast im Gegenteil: einen Stoff so neu zu verfilmen, dass er eine andere Sichtweise und Perspektive bietet als die Vorgängerversionen, erscheint mir nicht besonders einfach zu sein. Und wenn wir uns erinnern: Martin Scorsese bekam seinen bisher einzigen Regieoscar (The Departed) tatsächlich auch für ein Remake. Und zwar für das Remake eines Filmes und nicht einer Buchneuverfilmung.

Dann gab es noch das Argument, dass Gerwig nicht die beste Frau im Filmgeschäft dieses Jahres war, es hätte da noch andere gegeben, deren Filme nicht mal irgendwo nominiert waren, weil eben auch Hollywood voller alter weißer Männer sei, die gerne andere weiße Männer nominieren. Prinzipiell ist es schon gut, wenn man darüber spricht, denn bisher hat wirklich nur eine Frau den Regieoscar gewonnen (Kathryn Bigelow 2010 für einen Kriegsfilm The Hurt Locker) – und insgesamt waren erst fünf Frauen insgesamt für einen Regieoscar nominiert: Lina Wertmüller 1977 (Sieben Schönheiten), Jane Campion 1994 (Das Piano), Sofia Coppola 2004 (Lost in Translation) und Greta Gerwig (sic) 2018 (Lady Bird)

Prinzipiell kann man aber schon sagen, dass Gerwig jetzt nicht gerade die schlechteste Karriere in Hollywood hinlegt.

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