Fidget Spinner

Jetzt haben wir also den nächsten Hype nach Pokeman Go und Pokemon Sammelkarten im Haus, den Fidget Spinner. Vor einer Woche hatte ich noch nicht mal eine Ahnung, dass es sowas gibt und nun ist im Haushalt praktisch nur noch die Rede davon. Sowas müsste man erfinden!

Das Kind wollte welche bei Amazon bestellen, was wir auch gemacht haben, aber die Lieferzeit (aus China) ist lange und dann hatten schon etliche aus seinem Freundeskreis einen, also begann die Recherche, welche Geschäfte in Wien diese Spinner führen. Es ist eh witzig, im Moment gibt es die angeblich nicht bei Müller, sondern nur zb in Handyzubehör Läden und Tech-Pop-up-Stores. In einigen Wochen bekommt man sie wahrscheinlich dann sogar beim Ströck, harhar. Jedenfalls hab ich via google ein Geschäft am Mexikoplatz ausfindig gemacht, das diese Spinner führen. Und das Kind, das nie nach der Schule irgendwohin einkaufen gehen will, ist also bei Hitze bereitwillig mit mir S-Bahn und Bus gefahren, um sich selbst einen Spinner auszusuchen.

Im 2. Bezirk kenne ich mich kaum aus, den Mexikoplatz kennt man natürlich, aber es ist für mich immer wieder faszinierend zu sehen, in welche andere Welt man teilweise eintaucht, wenn man ein Wiener Grätzel besucht, dass einem gar nicht vertraut ist. Der Mexikoplatz gilt oder galt zumindest früher als Ort des Schwarzmarktes und ich bin eigentlich sehr mit dem rauhen Favoritner Street-Life vertraut, aber das Street-Life im zweiten ist ein vollkommen anderes, mir komplett fremdes. Es ist fast abenteuerlich, mit dem Kind unbekannte Gegenden in Wien zu erkunden, wo die Frucade beim Imbissstand spottbillig ist und majestätische Bäume Schatten spenden. Jedenfalls haben wir das Geschäft gefunden und das Kind hat die Spinner prüfend betrachtet, wie auch etliche andere Kunden. Auch das ist für mich faszierend, auf was man da alles achten muss.

Jedenfalls haben wir dann einen silbernen gekauft und auf der Heimfahrt verfolgten uns diverse gierige Blicke von Halbwüchsigen. Daheim ging dann die Diskussion unter den Kindern los, ob der nun gefälscht ist oder nicht (?) und, dass man den aufmachen und das Kugellager ölen muss, damit sich die Dinger länger drehen. Dann hat der Spinner geklemmt und seine Leistung war vermindert, was eine mittlere Krise ausgelöst hat. Man ist ganz schön beschäftigt mit so einem Ding, dabei soll es eigentlich entstressend wirken, das kann ich derzeit noch nicht behaupten. Meine naive Frage, warum es denn nicht reicht, dass sie sich diese Dinger 20 Sekunden drehen, wurde mit Stirnrunzeln beantwortet. Auch mein Einwurf, dann könne man sich ja auch einen Ventilator kaufen, wurde eher nicht wirklich ernst genommen.

Aber es ist das Privileg der Jugend, sich mit Dingen zu beschäftigen, die ihre Eltern nicht nachvollziehen können, das muss so sein.

8 Kommentare

  1. Jenny sagt:

    Haha. Ja – ich kann ein Lied von diesen Dingern singen – aber du hast das sehr nett he/beschrieben 😉
    In der Schule werden die Kinder leider nur davon abgelenkt, weil sie permanent damit spielen müssen und sie erzielen leider NICHT den ursprünglichen Effekt, dass sie sich entspannen Bzw konzentrieren. Das versuche ich meinen Schülern auch so zu erklären 😉

    Ich kann es aber auch GAR NICHT nachvollziehen – genauso wenig wie den Bottleflip, der ja zuvor alle Kinder beschäftigt hat. Ja – auch der war im Unterricht. Ah, Zwischendurch gab es noch die intelligente Knete 🙄

  2. Angelika sagt:

    😂 Ich werde den Hype darum wohl auch nicht verstehen (muss ich auch nicht).
    Mein Großer hat gestern einen Spinner von seinem Freund geschenkt bekommen, einen billigen, und ich kann verstehen, warum man einen “echten” haben möchte. Unserer dreht sich wirklich nicht lange, was ich persönlich etwas nervig finde. Den Großen stört das allerdings nicht…

  3. Ani sagt:

    Ist das mehr so ein Bubending oder spielen damit genauso auch Mädchen?

  4. Ani sagt:

    Wir haben die übrigens heute kistenweise beim Metro gesehen 😀.

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