almis personal blog

LIZVC 77

Vor Silvester durfte ich Irene in Irland zu einer ihrer legendären Wien-Erkundigungen begleiten. Jetzt ist sie (leider) wieder in Dublin.

Aber Ende des Jahres war sie noch in Floridsdorf und da war ich dabei, Corona-konformer Ausflug, nun auf ihrem Blog nachzulesen. Es war wirklich sehr interessant und nett, sie hat mir auch alle Infos zu den beiden Standorten vorgelesen. Sowohl die Wallfahrtskirche Klein Maria Taferl, als auch die Pfarrkirche Stammersdorf stehen unter Denkmalschutz.

Außerdem hab ich mir heute u.a. Normale Menschen von Sally Rooney bestellt. Weil mich L. darauf aufmerksam gemacht hat, dass es dazu eine Serie gibt. Und weil ich dieses Jahr wieder etwas aktiver werden möchte, in Sachen Kolumnentätigkeit für Uncut.

Noch einen schönen Feiertag!

LIZVC 76

Am Wochenende waren wir in der Gegend spazieren.

Wien sieht derzeit andauernd so aus:

Grau, nieselig, dunkel – im Grunde wirds gar nicht hell den ganzen Tag. Wenigstens ist es nicht übermäßig kalt. Und die alte Donau ist immer oder gerade auch bei so einer Wetterlage sehr fotogen. Ein bisschen hat es stellenweise sogar nach Venedig und der Lagune gerochen.

An der unteren alten Donau gibt es sogar zwei Lokale, die Punsch ausschenken. Natürlich ohne Alkohol und man muss den Punsch 50 Meter vom Lokal weg konsumieren, aber es war doch ein Stückchen Normalität, am Beeren- bzw. Orangenpunsch zu nippen. Der Teenie hat sogar eine Currywurst gegessen.

Übermorgen geht irgendeine Art von Alltag wieder los, mit Homeschooling und so, wie lang wissen wir nicht, weil es auch die Regierung nicht weiß. Schon interessant, wie sich alles in den letzten Monaten verändert hat.

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Zunächst mal: Happy 2021. Laut meinen empirischen Erfahrungen sind die ungeraden Jahre immer die besseren – also…

Gestern hab ich einen gemütlichen Silvesterabend verbracht, unter anderem habe ich die Fledermaus live aus der Wiener Staatsoper gesehen. Ohne Publikum versteht sich. Die Fledermaus ist meine Lieblingsoperette, ich kann fast mitsprechen, weil ich früher mit meinem Papa immer die Ausgabe mit Otto Schenk als Frosch gesehen habe. Der Gerichtsdiener Frosch ist ja keine Gesangsrolle, sondern tritt nur im 3. Akt auf und wird immer von einem meist bekannten Schauspieler, mit zumindest Hang zur Komik verkörpert. Gestern war das Peter Simonischek. Der aus dem Frosch einen Steirer macht.

Der Frosch bietet auch immer wieder Raum für Improvisation, neben den althergebrachten Dialogen. Am besten hat mir diesbezüglich gefallen, als der Protagonist aus seiner Zelle heraussingt: “Sing mit mir, sing mit mir, sing, sing!” Und Frosch antwortet: “Ich singe nicht mit dir, ich habe eine Sprechrolle.” Ich mag ja so Metaebene-Sachen.

Geknallt wurde auch heuer, trotz Verbot, aber hier an der alten Donau doch lange nicht soviel wie in den vergangenen Jahren. Feuerwerk hab ich kein einziges gesehen, es war aber um Mitternacht auch sehr, sehr neblig. Und in der Schnellbahn war es dann sehr, sehr leer. Um genau zu sein war ich um halb eins der einzige Fahrgast. Letztes Jahr am Praterstern war der gesamte Zug überfüllt…

LIZVC 74

Am heiligen Abend bin ich um halb sechs aufgestanden, weil ich jemand zum Bahnhof begleitet habe.

Es ist sehr dunkel und leer auf den Straßen, ganz früh am heiligen Abend, an einem milden, nieseligen heiligen Abend übrigens. Nur die Müllabfuhr fährt und die Standler am Markt packen ihre Sachen aus, solange sie noch öffnen dürfen.

…mitten im Dritten…

Am Westbahnhof war dann auch nicht viel los. Entweder die meisten bevorzugen spätere Züge, oder viele sind schon gefahren oder heuer auch gar nicht.

Vor neun hab ich dann schon Suppe gekocht, man hat schon viel vom Tag, wenn man so früh aufsteht, allerdings ist mittlerweile der Feiertagsschlendrian wieder eingezogen und ich schlafe bis nach acht! Hui. Harhar.

LIZVC 73

Am Wochenende hab ich während einer Diskussion etwas ironisch gesagt “The future is female” und darauf der Teenie: “The future is post Gender”. Da war ich ehrlich beeindruckt.

Gestern war ich beim Nierenultraschall zur Nachkontrolle. Es ist glücklicherweise alles ok und ich muss erst im Juni wieder hin. Aber weil trotz Termin soviel los war, durfte ich aussuchen: Wartezimmer oder Spaziergang. Die Entscheidung fiel leicht und es ist ja gerade auch einigermaßen mild draußen, um nicht das Wort “Weihnachtstauwetter” zu verwenden.

Nachdem ich in der Gegend war, spazierte ich zum Ex-(Betriebs)kindergarten des nunmehrigen Teenies, den er von 2010 bis 2014 besuchte. Nun ist es sowieso schon immer etwas eigenartig, an Orte der Vergangenheit zurückzukehren, die man eine zeitlang dauernd, später dann aber gar nicht mehr aufgesucht hat. Und in Pandemiezeiten, in denen diese Orte ausgestorben sind, ist es noch spookier. Gerade, wenn – wie in diesem Fall – dieser Ort fast monumental wirkt, eine Festung aus Beton quasi. Hier fand immer das Laternenfest statt. Und da, an dieser Rampe, hat er sich öfter mal geweigert, weiterzugehen. Und hier, rund um diese Säulen, haben er und seine Freunde fangen gespielt und wir Mütter mussten achtgeben, weil es sich zwar um Gehsteig handelte, aber hier auch Autos hineinfahren und parken durften. Da ist er mit dem Roller rauf und runter gedüst und ich hatte natürlich diese Schreckensbilder im Kopf, vom stürzenden, sich überschlagenden, in seine Einzelteile zerfallenden Kind, mütterliches Kopfkino at its worst.

Dann denke ich an mein früheres Ich zurück, an meine Gedanken und Gefühle damals, und kann es gar nicht glauben, wie weit ich seither gekommen bin, direkt ins eigenartige Jahr 2020, das mich wiederum sovieles gelehrt hat.

LIZVC 72

Whatsapp Nachrichten an meine Mutter im Lockdown-Light: “Dein Föhnspray ist super.” Da weiß man dann auch, welchen Beruf die Mama früher hatte.

Jeden Tag kommen viele Packerl an. Hauptsächlich für meine Nachbarn. Dafür werde ich auch reich beschenkt, mit Sekt und Ildefonso, nur dafür, dass ich die Türe öffne. Aber ich freu mich natürlich darüber!

Der Weihnachtssstress geht mir nicht ab. Aber das jährliche Punschtrinken mit FreundInnen im alten AKH. Obwohl Grissemann in Willkommen Österreich gesagt hat, dass er folgendes auch in Zukunft an Christkindlmärkten verbieten würde: Standeln, Menschen, Punsch. Harhar. Sehr schön war übrigens das Gespräch mit Andre Heller. Ich habs hier am Blog eh schon öfters geschrieben, aber Heller könnte ich tatsächlich stundenlang zuhören und er könnte auch alles erzählen, es wäre wohl immer interessant und geistreich. Erika Pluhar war übrigens früher eine Kundin meiner Mutter (siehe erster Absatz) und ab und zu treffen sie sich dort, wo meine Mutter früher gearbeitet hat und plaudern ein bisschen, auf Distanz derzeit.

Was noch? Last Christmas hab ich heuer noch gar nicht gehört. Aber ich musste an ein musikalisches Review dazu denken, in dem es hieß, der Song wäre gar nicht so trivial, wie man meinen könnte. Man solle doch mal versuche, nicht den Refrain mitzusingen, sondern die Strophe. Ist gar nicht so leicht. Wie auch immer: ich liebe das Lied sowieso. Und noch mehr George Michaels Stimme.

LIZVC 71

Der Frauenfragen Podcast hatte letzte Woche endlich Dirk Stermann zu Gast. Ich wusste, dass er Gast sein wird, weil er mit Host Mari Lang befreundet ist. Das Gespräch war dann auch ziemlich interessant, Stermann, Vater einer erwachsenen Tochter, hat vor vier Jahren noch einen Sohn bekommen, den er auch häufig alleine betreut, da er wegen Corona ja derzeit mehr daheim ist als seine Partnerin. Er hat etwas erstaunliches zum Thema Kinderhaben gesagt:

Die, die keine Kinder haben, können nicht begreifen wie das ist, wenn du Kinder hast. Darum ist es auch so sinnlos, Leuten ohne Kinder zu erzählen, was es bedeutet, ein Kind zu haben. die, die ein Kind haben, wissen alle wie das ist ein Kind zu haben. Die beiden Welten werden sich nie treffen.

Ich denke oder fürchte, dass das wirklich stimmt. Andererseits macht uns jede Erfahrung, die wir machen, reicher und “weiser” und wenn ich beispielsweise nie reise, dann verstehe ich auch vieles nicht, was ein Reisender erlebt. Wenn ich eine bestimmte Krankheit habe, werde ich Spezialist für eben diese Krankheit und gewinne eine Perspektive, die jemand anders eben nicht hat.

Apropos Erfahrung, die andere nicht machen, ich weiß wie es ist, ein Extremfrühchen bekommen zu haben und habe darüber ein Buch geschrieben und weil Weihnachten ist, gabs in einer Facebook Gruppe eine Buchverlosung, u.a. meines Buches Geboren in Bozen (falls noch wer ein Geschenk braucht harhar) und jemand hat mein Buch gewonnen und freut sich hoffentlich darüber.

LIZVC 70

Ich brauche eine Social Media Pause. Hätte nie gedacht, dass ich das mal schreibe, aber ich halte speziell Twitter im Moment gar nicht aus. Es geht nur um Corona, es herrscht eine große Aggressivität, die Diskussionen sind auf ungute Art konfrontativ – und das läuft meiner derzeitigen Sehnsucht nach Eskapismus zuwider. Natürlich geht mir auch ab, was ich an Twitter sehr geliebt habe, die inspierenden Fragen, wie diese hier:

Das ist eine Frage, über die ich laange nachdenken kann und sie lenkt mich von anderen unangenehmen Fragen ab. Ich glaube, ich bin Nußdorfer Straße, weil ich da gern aussteige und weil die Station so unaufgeregt ist. Sie ist einfach da, mitten in einer hektischen Gegend, und strahlt soviel Ruhe aus. So wäre ich zumindest gerne harhar.

Jetzt noch eine Produktplatzierung, für die ich selbstverständlich nicht bezahlt werde, weil ich mit meinem Blog noch keinen müden Cent verdient habe, aber wenn man die Lyrik von Louise Glück lesen will: Die Buchhandlung Laaber auf der Landstraßer Hauptstraße hat neuerdings Averno von der Dame im Reportoire (ich spiegle mich ein bisschen in dem Foto, sorry):

Toll finde ich, dass diese Buchhandlung sogar im Lockdown jede Woche ihr Schaufenster neu gestaltet. Mit kleinen Plakaten auf denen so Dinge stehen wie: “Quälen durch die Quarantäne? Lieber Lesen im Lockdown” oder der Ausstellung von ironisch zu rezipierenden Buchtiteln:

Ab heute ist wieder Präsenzunterricht in der Schule und ich hätte – ganz ehrlich – darauf verzichten können. Unpopular opinion: für uns ist es wesentlich entspannter, wenn das Kind Homeschooling hat.

LIZVC 69

Es ist fix, mein 3 Milimeter großer Nierenstein ist den Weg alles Irdischen gegangen.

Was sage ich dazu, dass Nierenkoliken zu den schlimmsten Schmerzen überhaupt zählen? Was mich und mein Schmerzempfinden betrifft, kann ich das eindeutig bejahen. Wenn man zwei sehr starke Schmerzmittel genommen hat und trotzdem vor Schmerzen weint, dann ist das schon ziemlich beeindruckend.

Meinen jämmerlichsten Moment diese Woche erlebte ich, als ich den Verschluss der Schmerztropfen herunterschrauben wollte. Achtung Kindersicherung. Ein weißer Verschluss mit einem weißen Pfeil zeigt einem, in welche Richtung man drehen soll. Wem fällt sowas bitte ein? Ich stand – gebückt vor Schmerzen, mit einem Tuch um meine Hüfte gebunden, darunter ein Wärmepflaster – in der Küche und hielt die Flasche weit von mir weg um (Alterssichtigkeit), direkt unter die Lampe, um die richtige Richtung herauszufinden. Drücken und drehen, drücken und drehen. Es klappte nicht! Nach ca 30 Minuten Versuch wurde der Verschluss mit einer Zange gewaltsam geöffnet. Ja, ist schon klar, dass man das vor Kindern schützen muss, aber wenn ich als Mitte 40-jährige mit doch noch einiger Kraft und motorischen Fähigkeiten es nicht schaffe, wie soll das jemand etwa 80 plus hinkriegen, der vielleicht auch noch körperlich gehandicapped ist?

Die Ärztin gestern meinte dann zu mir, ich wäre fleißig gewesen, das wäre ja schnell gegangen mit dem Stein-Abgang. Am liebsten hätte ich darauf geantwortet: “Schnell ist relativ, gute Frau, schnell ist relativ”.

LIZVC 68

Im ersten Lockdown bekam ich eine neue Zahnkrone. Im zweiten Lockdown bekam ich Nierensteine. So gesehen hab ich Angst vor einem möglichen dritten.

Aber nun die Erlebniserzählung zu den Nierensteinen. Vor gut einer Woche begannen bei mir unklare Bauchschmerzen. Zuerst dachte ich mir nicht viel dabei, aber nachdem ich dann eine Nacht nicht schlafen konnte, machte ich mich zur urologischen Ambulanz auf. Um niemanden zu diskreditieren, sage ich nicht, welche Ambulanz es war. Denn der Arzt dort wusste nicht, was ich habe, nur, dass es keine Blasenentzündung ist. Wahrscheinlich ein “Frauenproblem.” Ich bin 44, ich habe ein Kind bekommen: ich weiß, wann etwas ein Frauenproblem ist. Das hier war keines.

Nachdem ich einigen Menschen meine Symptome erzählt habe, erhärtete sich der Verdacht, dass es ein Nierenstein sein könnte. Eine Nierenkolik am drauffolgenden Tag gab den begabten medizinischen Laien recht. Nach einigen weiteren Koliken – unterbrochen von stundenlanger vollständiger Symptomfreiheit – machte ich einen Termin bei einer niedergelassenen Urologin aus.

Ein UrolgInnenbesuch während der Coronazeit hat etwas sehr skurilles. Weil: Man soll mit voller Blase hinkommen. Ich selbst hatte auf der Fahrt hin eine volle Blase und eine leichte Nierenkolik. Bei der Ärztin angekommen, warteten die PatientInnen im Stiegenhaus, weil nur Einzeleintritt möglich. Lauter Menschen, die dringend auf die Toilette mussten. Nun ja sagen wir so, es ging nicht bei allen gut aus.

Als ich endlich in der Ordination war, ging es mir so schlecht, das ich weinen musste. Das ist mir nicht mal bei der Geburt meines Kindes passiert. Die Ärztin erkannte nach ca. zwei Sekunden Ultraschall einen “massiven Stau in der linken Niere vermutlich aufgrund eines Steines.” Therapie: Sehr starke Schmerzmittel (Yeah!) und Medikamente, die den Harnleiter weiten und den Stein nach unten (and out) befördern sollen. Als ich die Gebrauchsanweisung las, war ich überrascht über die mögliche Nebenwirkung “schmerzhafte Dauererektion”. Das Medikament ist normalerweise nur für Männer.

Nachdem ich die ganzen Medikamente genommen habe, hatte ich eine Kolik, die schlimmer war als jede zuvor, trotzdem ich vollgepumpt mit stärksten Schmerzmitteln war. Am Nachmittag fuhr ich zum CT (Computertomografie). Anscheinend war die Kolik erfolgreich, denn der Stein hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die Niere verlassen und befindet sich am Weg zum Ausgang. Die Schmerzen sind seither weg.

To be continued…