Archiv für corona

Fall Guys

Ich bin ja nicht so die Zockerin. Achtung Euphemismus.

Natürlich weiß ich, dank dem Kind, dass seit einigen Wochen das Videospiel Fall Guys der letzte Schrei ist. Der letzte Schrei würde das Kind das natürlich nicht nennen, aber mir fällt gerade kein hipperer Begriff dafür ein.

Jedenfalls fand ich das Spiel 1. sehr süß – mal nichts mit Autos und Waffen usw. 2. schön bunt animiert, 3. hat lustige Musik, macht gute Laune.

Natürlich hab ich mir trotzdem nicht erträumt, dass ich es einmal selbst spielen werde. Ich glaube, das letzte Spiel, das ich – damals noch auf meinem Personal Computer – gespielt habe war Simon the Sorcerer. Ja, das ist aus dem Jahr 1993. Aber na ja, das Kind wollte, dass ich es mal ausprobiere. Am Anfang hab ich null gecheckt. Aber dann ging es etwas besser und ich habe die eine oder andere Runde gewonnen. Und dann war ich voll drauf angefixt.

Ich bin immer noch schlecht. Ich habe es gestern zwar bis zur dritten Runde geschafft, doch gerade in dem Moment als diese begann, klingelte das Kind an der Wohnungstüre und ich musste aufmachen. Man kann im Spiel aber nicht pausieren Als ich zurückkam, hatte mein Team (es gibt vereinzelt auch Teamspiele) die Runde einfach so gewonnen, ohne, dass ich was dazu getan hätte. Scheint (m)ein Erfolgsrezept zu sein.

Also vielleicht was für den langen socially distant Winter.

ESC 2021

Die gute Nachricht – einsam im Schatten aller miesen Nachrichten der Woche – im Jahr 2021 wird es wieder einen Songcontest geben. Und weil die Veranstalter in Rotterdam ja nicht hinter dem Mond leben, gibt es gleich vier mögliche Austragungsszenarien.

Erstens ein ganz normaler ESC. Let’s face it, das wirds nicht sein.

Zweitens einen ESC mit 1,5 Meter Abstand. Da gäbe es zwar Shows und alle würden vor Ort performen, aber natürlich mit deutlich reduziertem Audiotorium.

Drittens bei Reisebeschränkungen. Da würden diejenigen live performen, die reisen dürfen. Die andern würden in ihrem jeweiligen Land auftreten und zugespielt werden.

Viertens Lockdown Szenario. Alle performen daheim.

Zu viertens ist zu sagen: Sorry Island, Litauen, Malta und Bulgarien, ihr Favoriten für 2020. Das hätte man dieses Jahr nämlich auch noch hinkriegen können.

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Die Schule läuft jetzt seit 7 Tagen. Abgesehen von dem Maskendings und den beschränkten Buffettöffnungszeiten (je nach Klasse), geht es halbwegs normal ab. Und das, obwohl Wien ja jetzt – laut Ampel – orange wird, aber die Schule bleibt dann doch gelb, weil ab orange wäre ja schon wieder Homeschool angesagt, zunächst einmal für die Oberstufenschüler. Was die Tagespresse zu einem sehr witzigen Artikel inspiriert hat. Irgendwie musste ich an meinen Vater denken, der früher gerne sagte: “Farben sind Zeichen einfachen Geistes.”

Vor der Schule wird immer noch bzw. mehr denn je die coole Straße gebaut, weshalb sich die Leute- es gibt dort vier Schulen, einen Kindergarten und ein Hallenband – super auf den schmalen Wegen drängeln können und dauernd von einer Straßenseite auf die andere geleitet werden. Es ist normalerweise mein fast täglicher Weg, zum Bahnhof(sviertel) und zurück. Irgendwie bin ich “fed up” mit dieser coolen Straße bzw. dem Speißroutenlauf.

Was war noch los? Nachdem ein Arbeitsprojekt vom Herbst ins neue Jahr verschoben wurde (Hello Corona my old friend) habe ich mich bei einem anderen beworben, viel Arbeit bekommen und jetzt gibts doch noch was in dem ursprünglichen Projekt zu tun und eine andere Anfrage ist auch herein geflattert. Herrje, und dann rennt einem doch wieder die Zeit davon. Aber besser so als anders.

Dann noch ein nettes Business-Meeting im Türkenschanzpark gehabt. Mit Entenbegleitung.

Und nachts um halb 12 war ich mal auf der Mariahilferstraße, nicht viel los, aber doch mehr als im Lockdown.

Komisch, dass man nach wie vor vieles in Bezug zu Corona/Lockdown setzt.

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Ach ja, ich bin übrigens die Treppe runtergefallen, im Gartenhaus.

Das war letzten Freitag um 23.30, als im Zimmer, in dem das Kind zockte, irgendwelche Spinnweben von der Decke hingen. Also holte ich einen Besen und wischte die Spinnweben weg und dann wollte ich, mit dem Besen in der Hand, die Treppe wieder hinuntergehen. Aber anstatt auf die Stufen zu schauen, inspizierte ich den Besen, was da jetzt so alles dranklebte. Und da ich Socken anhatte und nicht aufpasste, wo ich hinstieg, und mich wegen des Besen auch nicht festhalten konnte, als ich ins Schleudern geriet, krachte ich, anstatt Stufen zu steigen, mit dem Rücken voll auf die Treppe.

Man kriegt übrigens keine Luft, wenn man auf den Rücken fällt, zumindest für eine kleine Weile. Jedenfalls klappte dann mein Kreislauf zusammen. Ich sagte dem Kind, es wäre alles ok, ich müsse mich nur kurz hinlegen; aber das war gar nicht so leicht, weil auf dem Rücken liegen konnte ich beim besten Willen nicht mehr. Also nur noch ein bisschen atmen, ein paar Minuten im ruhigen und dunklen Schlafzimmer. Und den Schweißausbruch und die Panik-Übelkeit ignorieren.

Meine Mutter kam dann und meinte, ich müsse wohl ins Krankenhaus, aber tatsächlich reichte es, dass sie mich mit irgendeinem ihrer Arthrose Wundermittel einschmierte und mir einen ominösen “Schmerz-Saft” einflösste und, dass ich 7 Stunden durchschlief, um am Samstag in der Früh frisch und fröhlich, nach einem kleinen Outdoor Frühstück auf der Terasse und nur mit kleineren Abschürfungen versehen, per pedes zur Vereinsvollversamlung (mit Abstand, Maske und Lüftung, ha – Bezug zu Corona gefunden) zu gehen. Weshalb ich ja speziell an dem Tag im Garten schlafen wollte. Da war ich schon etwas stolz auf mich.

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Heute vor sechs Jahren, am allerersten Schultag vom Kind, hat es so geschüttet, dass wir mit dem Auto hinfahren musste, sonst wären wir komplett durchnässt angekommen. So stellt man sich das eigentlich nicht vor.

Sechs Jahre später und mit Beginn der dritten Klasse Gymnasium, hörte der Regen früher auf. In der Früh schrieb ich Denk-an-dich Grüße an alle meine Freundinnen, die Mamas mit Kindern sind, und heute in eine (neue) Schule kamen, oder in den Kindergarten, und an meine Freundin, die erstmals als Klassenvorständin eine Klasse übernimmt.

Jeder Schul(neu)anfang wird von einer gewissen Melancholie begleitet, auch schon ohne Corona, wie schnell die Jahre vergehen, wenn auch die Tage manchmal dahinschleichen. Ich habe heute einen Papa getroffen, den ich seit besagtem ersten Schultag kenne, weil sein Kind mit meinem in die Klasse ging. Er hat sich getrennt und als ich ihn frage, wie es ihm geht, sagt er: “Geht schon.” Und die Leichtigkeit ist weg, die er früher immer ausgestrahlt hat, ganz oft haben wir uns am Schulweg getroffen, als wir die Kinder gebracht haben und abgeholt, ganz oft haben wir geplaudert, und es war immer nett, er war voller Lebensfreude. Die Lebensfreude, sie ist verschwunden, aber ich hoffe, das war nur eine Momentaufnahme. Mir geht das sehr nahe, wieso frag ich mich, geht mir alles viel näher seit dem ersten Schultag, vor sechs Jahren? Auch in meinem Lebens ist viel passiert.

Das Kind jedenfalls, das Kind ist zufrieden, abgesehen von den Kleinkram-Motzereien, er kommt mir strahlend entgegen.

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Eine “weltweite Pandemie”, wie ich es hier öfters geschrieben habe, ist strenggenommen ein Pleonasmus. Auch wenn Menschen in der ZIB ebenso gesagt haben, wie ich gestern hörte.

Heute ist der letzte Ferientag, ab Montag ist wieder “normal” Schule. Das Kind wäre ja für Homeschooling mit höchstens ein, zwei Präsenztagen in der Woche, zur Sicherheit harhar. Na ja, es war nicht alles schlecht im Homeschooling muss ich zugeben. Nicht so früh aufstehen, weniger Stress, deutlich mehr Entspannung allgemein – mal sehen wie der Schulherbst dann tatsächlich wird, ich habe keine Vorstellungskraft mehr, was wie noch alles passieren wird.

Vor allem, nachdem ich gestern die wohl absurdeste Meldung seit Beginn der Krise gelesen habe – und das ist gar nicht einfach. Die “oberste Medizininer Kanadas” (alleine dieses Prädikat, wer sagt das, sie selbst über sich?), rät zum Sex mit MNS (sic!) und das Küssen sollte man überhaupt am besten weglassen (sic!). Oder auch gleich den Partner. Ähm…

Gestern war ich mit dem Kind in Niederösterreich, wo wir nochmal seine Freunde getroffen haben, ein bisschen was von “this used to be my playground” hatte das.

Ein sonniger Spätsommertag, mit dem schönsten blauen Himmel und den stimmungsvollsten Wolken.

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Heute war ich mit dem Kind und Freunden vom Kind und Mutter der FreundInnen im böhmischen Prater.

Der böhmische Prater ist etwas ganz anderes als der große Prater. Zunächst einmal befindet er sich in Favoriten, wo ich ja immerhin 37 Jahre meines Lebens gewohnt habe. Als Kind war ich trotzdem nie dort, weil ich Vergnüngsparks nie leiden konnte. Mein Kind ist da anderer Meinung. Aber wenn ich – nach 7 Jahren in Transdanubien – in den 10 Bezirk zurückkomme, werde ich fast ein bisschen nostalgisch. Wobei Nostalgie und Favoriten nicht zusammengeht. Zum 10. Bezirk kann man viele Gefühle haben, aber Sentimentalität gehört üblicherweise nicht dazu.

Deshalb passenderweise die Überlegung: wird der böhmische Prater nur noch künstlich am Leben gehalten, weil die Vitalfunktionen noch einigermaßen intakt sind? Eine kleine Welt, die mit dem übrigen Wien, und auch mit anderen Vergnüngsparks gar nichts mehr zu tun hat?

Na ja, es ist schon ein stimmungsvolles Retro-Erlebnis, wenn man sich darauf einlässt, dass die Fahrgeschäfte a) teilweise geschlossen sind, b) nicht gerade der letzte heiße Scheiß sind c) man die VerkäuferInnen der Jetons teilweise suchen gehen muss, weil sie gerade anderswo im Einsatz sind. Den ruppigen Charme, den man auch vom Wiener Wurstelprater kennt, den findet man allerdings auch im böhmischen Prater und tatsächlich wird an neuen Attraktionen und auch Lokalitäten gearbeitet. Und: Hier wird nichts kommerzialisiert, marketing-mäßig aufgeblasen oder sonst irgendwie versucht, großspruig Gewinne zu lukrieren. Und das ist sympathisch.

Bezug zu Corona: viel los ist nicht – außer vielleicht Donnerstag Nachmittag, wo es Ferienspiel Ermäßigungen gibt. Desinfiziert wird auch. Man ist im Freien und kann gut Abstand halten.

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Der 15. August ist vorbei und jetzt fängt es zu herbsteln an. Ich liebe es.

Früher dachte ich immer, ich liebe den Sommer, aber eigentlich liebe ich die Zeit, die mir sagt, es ist alles vergänglich, es kann bald vorbei sein. Weil es auch – im Gegensatz zum Hochsommer – eine Zeit ist, die gar nichts mehr von einem will. Während man im Hochsommer manchmal das Gefühl hat, man muss an drei Orten gleichzeitig sein, sagt der Wind Ende August, es ist alles ok so wie es ist.

Das Kind hingegen bekommt langsam den Ferienende-Blues und bestellt einen Espresso in unserem Stammlokal und die Kellnerin ist darüber so erstaunt/begeistert, dass sie ihn darauf einlädt.

Ich treffe eine alte Freundin wieder, die ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Das ist so eine Geschichte, wo man weiß, dass jede Menge schief gelaufen ist, aber die Emotionen, die man damals hatte, hat man heute nicht mehr. Wahrscheinlich auch, weil das eigene Leben nicht mehr dasselbe ist. Manchmal würde ich gern wissen, wie alles in zehn Jahren sein wird; vorstellen kann ich es mir immer weniger, was sein und kommen wird.

Wir waren Hipster-mäßig essen am Volkertmarkt im Banlieue. Ich hatte sehr gut gewürzte Hühnerspieße mit Erdnussbutter-Sauce und selbstgemachten Eistee.

Sehr nett, so in Spät-August-Sonne im Gastgarten.

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Freitag war ich auf einer Führung im Aufzugmuseum in Orth an der Donau.

Christian Tauß hat es sich zur Aufgabe gemacht, alte Aufzüge, die aus Häusern ausgebaut werden, zu “retten” und zu erhalten. Dafür hat er sich ein Depot gemietet. Und er plant, ein Aufzugscafe zu eröffnen. Er hatte spannende Geschichten zu erzählen, von Aufzugsrettungen und geschichtlichen Hintergründen und man merkt, wie sehr er für das Thema brennt.

Danach waren wir – wenn wir schon mal in Orth an der Donau sind – Fischessen. Es war ein schöner, lauer Abend und man konnte draußen sitzen, bis die Gelsen kamen. Da wir ohne Auto unterwegs waren, fragten wir einen netten Menschen, 80 plus, ob er uns bis zur Stadtgrenze Wien mitnehmen könnte. Da wussten wir noch nicht, dass er zwar mit Auto, speziell aber Mercedes Cabrio, Baujahr 2004, gekommen war.

Kurz gesagt: es wurde meine erste Cabriofahrt und ich hab es wirklich in vollen Zügen genossen. In der Ferne waren immer wieder Blitze zu sehen, aber es fing gottseidank nicht zu regnen. Und der nette Fahrer ließ es sich nicht nehmen, uns via Reichsbrücke direkt bis vor die Haustür zu bringen. Das war einer der besondern Momente, die man auch während einer globalen Pandemie genießen kann, ja sollte. Kurz musste ich auch an Bridget Jones und ihre Cabriofahrt mit Hugh Grant in Bridget Jones’ Diary denken. Windalarm!

Als wir ausstiegen fragte ich – mit einem Griff zu meinen Haaren: “Wie sehe ich aus?” Und er antwortete: “Glücklich.”

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Das Kind war wieder weg und es war saukalt, dafür wurde ich mit meinem neuen Projekt pünktlich zur Deadline fertig, weil was will man ein zwei schiachen Herbsttagen Anfang August sonst machen.

Als es dann wieder warm wurde, war ich mit P. frühstücken im Cafe Telegraph in Wien 9. Neues Lokal, selbes Hipsterfrühstück, harhar. Nein, es war wirklich gut, ich hab erstmals ein porchiertes Ei mit Sauce Hollandaise (aka Eggs Benedict) gegessen.

Dann in den Garten, wo ich so lange draußen am Laptop schrieb, bis mich die Gelsen fast aufgefressen haben – das war ca. um 22.30 Uhr. Am nächsten Tag hat mich dann M. besucht und wir haben den ganzen Sommernachmittag verquatscht und es war grandios. Nur bei so Fragen wie, wann warst du zum letzten Mal hier und die Antwort lautet, da war ich noch nicht verheiratet – ja, da denkt man sich dann erstens: wow ist das (viel zu) lang her und zweitens: how old did we get? Aber egal, 40 plus ist nicht schlecht.

Oder wie ich früher in dieser Woche mit einem älteren Paar geredet habe – das allerdings noch nicht so lange zusammen ist – und draufgekommen bin, dass da immer noch Telefone beleidigt aufgelegt, und wochenlang geschmollt wird und Missvertsändnisse nicht geklärt werden. Obwohl man sich wegen Corona (ich bin wieder on topic!) eh länger nicht sehen konnte. Da dachte ich dann, ist es eher beruhigend, dass man mit 80 noch Liebeskummer haben kann und sich völlig irrational verhält, oder eher beängstigend?