almis personal blog

die meistersinger von baku

jedes jahr gehts mir im frühling gleich: ich wundere mich, wie ich lange monate der kälte und unwirtlichkeit überstanden habe. heuer ist mir das auch beim songcontest passiert – als grisse/stermann kommentiert haben (zitat grissemann “wir waren gefühlte zehn jahre weg”), fragte ich mich, wie ich das die ganzen jahre ohne geschafft habe.

abgesehen von der sehr witzigen performance war der abend in baku nicht unbedingt der hit. die moderatoren waren farblos und es gab in der pause keine wie immer geartete show – da hatte deutschland voriges jahr um einiges mehr zu bieten oder auch oslo 2010 mit dem mitreißenden flashmob. die songs waren diesmal insgesamt vom niveau durchwegs in ordnung, dafür fehlten die ganz großen glanzlichter.

gesiegt hat schweden mit favoritin loreen, ein song mit hitparadenpotential. mich persönlich hat überrascht, dass dänemark mit einem mir sympathischen beitrag so abgeschlagen auf dem 23. platz landete. auch italien wurde unter dem wert geschlagen (platz 9), allerdings m.e. auch selbstverschuldet: die sängerin performte aus unverständlichen gründen fast den ganzen text in englischer sprache – was dem lied nicht guttat. auf italienisch klang es schnittiger und unverwechselbarer.

dass jedward diesmal abstürzten, war weniger verwunderlich, dass engelbert mit ach und krach vorletzter wurde, hätte ich mir nicht gedacht – grissemann: “hier kommt engelbert, die toten unter ihnen erinnern sich vielleicht an ihn.” deutschlands roman lob performte seinen soliden song absolut professionell und wurde damit guter achter. und die russinnen? haben wie üblich brot gebacken und wurden zweite.

morgen dann mehr zitate von grissemann und stermann. leider geil!

salon baku, zwei

die zweite song contest vorausscheidung war eher langweilig, vielleicht liegt es aber auch daran, dass österreich nicht teilnahm – wobei ein freund meinte: “ob es wohl jemand auffällt, wenn wir am donnerstag nochmal antreten?”

orf-moderator andi knoll meinte ja, wenn die trackshittaz in der 2. quali-runde angetreten wären, dann hätten sie es weiter geschafft. da würde ich abwarten, auf welchem platz “wir” letztendlich gelandet sind. das wird ja auch noch bekanntgegeben. wenn es platz 11 oder 12 (von 10 weiterkommenden) war, ja vielleicht, bei platz 17 oder 18 wahrscheinlich eher nicht.

knoll war sehr überrascht, dass der litauische beitrag es geschafft hat, ich gar nicht. das lied hatte was. ich weiß zwar nicht genau was, aber ich hab gespürt, das kommt an, prognostiziere top 10 morgen. interessant war, dass der song love is blind heißt, und der vortragende sich die augen verbunden hatte. das war zwar nicht so spektakulär wie aktionismus beim bachmann-preis 1983 (wo sich rainald goetz mit einer rasierklinge die stirn aufschnitt, aber nicht gewann) – mein opa hätte es aber “ausspotten der blinden” genannt.

loreen aus schweden war gestern auch dabei und gilt als (mit)favoritin. generell dürften viele beiträge heuer ein höheres niveau als sonst aufweisen. ich freue mich jedenfalls schon. party auch ohne ösi-fahnen.

salon baku

ich bin echt sauer. nie darf österreich bei irgendwas teilnehmen. bäh!

na ja, richtig überraschend war es ja nicht, dass es die trackshittaz nicht ins finale geschafft haben und hätten sie, dann wäre dort der große punkteregen schon alleine traditionsgemäß ausgeblieben, aber trotzdem ist es einfach lustiger, wenn wir einen eigenen teilnehmer am start haben. sollte aber wohl nicht sein. wie jetzt bekannt wurde, hat einer der sänger kurz vorm auftritt einen kreuzbandriss erlitten. das wäre dann am samstag ohnehin schwierig geworden.

dennoch wars – danke google plus und twitter – ein sehr lustiger abend, meine gesamte timeline saß wohl geschlossen vorm fernseher. tv-anchorman und paradetwitterer armin wolf machte kurz vor zehn werbung für die zib2 an diesem tag und ernete nur virtuelles kopfschütteln und die antwort “wir schauen #esc”. darauf wolf: “empfehle von dieser musikalisch höchst wertvollen veranstaltung vorläufig umzuschalten auf zib2. ist wirklich sehenswert.” darauf grün-politiker und autor michael reiman: “jetzt kommen die russischen omas. da schaltet niemand um.” harhar.

apropos, ich weiß alle lieben die, aber wenn schon durchgeknallter beitrag, dann wäre mir persönlich israel lieber gewesen. aber gut. schleierhaft ist mir auch, wie es der song von albanien ins finale geschafft hat. wenn ihr gestern nicht zugesehen habt: am samstag werdet ihr an mich denken. auch jedward, die irischen zwillinge vom letzten jahr, sind wieder dabei. mit einem deutlich schwächeren song, m.e. lipstick war ja genial und da landeteten sie leider auch nicht ganz vorn. dänemark hat mir gut gefallen. und die songs der fixstarter frankreich, italien, deutschland und england klangen auch alle ganz gut, was man so in den ersten ausschnitten gesehen hat.

na ja ok, mir bleibt in unserem ösi-italien haushalt immer noch die option, für nina zilli die daumen zu drücken, über die andi knoll gestern sagte: “italien wurde letztes jahr zweiter, das werden sie heuer auch mindestens schaffen.” und grissemann und stermann sind ja auch noch da, die in der werbung zu ihrer moderation sagen: “aserbaidschan ist für seine menschenrechtsverletzungen bekannt. nun kommt eine weitere dazu – der song contest.”

song contest countdown

heute steht die erste finalsendung für den songcontest auf den programm und ich hoffe sehr, dass die trackshittaz (entgegen der nicht so positiven prognosen) es mit woki mit dem popo schaffen und am samstag dabei sein zu können.

obwohl wir ja dann eh wieder von niemandem punkte kriegen, aber wir wollen doch zumindest wieder unsere österreich-fahnen schwingen. und im gegensatz zum nadine beiler song letztes jahr, der doch eher, äh ruhig war, könnten wir das diesmal auch mit schwung tun.

und außerdem wollen wir am samstag beim voting nach jedem land laut und deutlich sagen: “na oida…” außer vielleicht bei deutschland, die uns ja voriges jahr freundlicherweise mit 12 punkten bedacht haben.

marco schreuder, seines zeichens wiener grün-politiker und songcontest-veteran, der schon einige tag in baku ist, auf meine frage via twitter, ob die trackshittaz es schaffen werden: “es wird knapp. sehr knapp.” immerhin mehr als ich zu hoffen wagte.

cats revival

gestern waren wir im musical cats, das derzeit in neu marx in wien gastiert und eine lange geschichte in dieser stadt hat. schließlich fand hier im september 1983 die deutschsprachige erstaufführung statt. das musical lief hier sieben jahre.

das war auch der startschuß der goldenen wiener-musicaljahre, peter weck brachte u.a. phantom der oper, les miserables und a chorus line in die stadt, am ende seiner disbezüglichen karriere stand die welturaufführung von elisabeth. danach wurde es um den musicalstandort wien wieder ruhiger. wecks nachfolger konnten an die großen erfolge nicht anschließen.

derzeit gastiert das musical wie erwähnt in einem theaterzelt im 3. bezirk und wir haben nach reiflicher überlegung eine nachmittagsvorstellung gewählt und adrian mitgenommen.

wie sich herausstellte, war das die richtige entscheidung. das musical dauert zwar insgesamt drei stunden (mit pause), allerdings ist es gut auch für kleinere kinder geeignet, denn die geschichte ist einfach und revueartig gestaltet, es gibt sehr viel lichtshow, es wird ordentlich getanzt (sowas liebe ich persönlich ja beim musical, nur kommt es selten vor) und natürlich gibt es jedenmenge ohrwürmer zu hören.auf der bühne ist immer was los, die kinder können der handlung folgen.

am besten hat adrian übrigens mr. mistoffeles gefallen, der magische kater, der auch gezaubert hat.

original und fälschung, fünf

heute einer meiner lieblingssongs, dem gegenüber eine meiner lieblingscoverversionen, gesungen von einem meiner lieblingsschauspieler in einem meiner lieblingsfilme – noch fragen?:

 

 

auf der einen seite der roxy music-hit von 1982, einer der songs, der die frage beantwortet, was an liedern der achtziger eigentlich so toll ist. ich habe ihn damals als ähm sechsjährige gefühlt dreimal täglich aus dem radio meiner mutter kommen gehört. auf der anderen seite bill murrays version aus lost in translation.

ok, gesanglich liegt bryan ferry natürlich vorne, aber hier gehts weniger um sangeskunst, denn um die stimmung. die situation im film, in der murray diesen song singt – übrigens in einer karaokebar in tokio – ist unheimlich sinnlich und intim – die beziehung zwischen murray und johansson aufregend undefiniert, irgendwie zwischen engen platonischen freundschaftsgefühlen und dem bisschen mehr, was darüber hinausgeht und sehr gefährlich ist, wenn beide gebunden sind und ein halbes leben sie trennt. dieses tänzeln auf dem schmalen grad macht übrigens den ganzen film aus.

thumbs up (natürlich)!

they are back

zunächst mal das wichtigste: stermann und grissemann werden heuer – nach 10 jahren quasi kreativer pause – erstmals wieder den songcontest kommentieren. hurra, ich freu mich so.

ich habe zwar verstanden, dass sie es irgendwann leid waren, wir erinnern uns zurück, im jahr 2002 wollten die beiden eigentlich mit dem song das schönste ding der welt österreich beim song contest vertreten – den sie auch gleichzeitig kommentieren wollten (also vor und nach ihrem auftritt, wie sie es auch bei der entscheidungsshow getan hatten). das war der song:

leider wurden sie zweiter, manuel ortega siegte mit say a word, das dann im bewerb den 18. platz belegte. also so gesehen wäre es egal gewesen…  damit endete eine ära, doch nun ist wohl genug zeit vergangen und genug distanz zum bewerb geschaffen worden, dass sie wieder in den ring steigen wollen. und ja, hurra, das wurde nicht nur auf twitter freudig erregt zur kenntnis genommen.

ob es wohl auch am heurigen ösi-beitrag woki mit dem popo liegt, der in österreich einen veritablen skandal auslöste?

original und fälschung, vier

meine rubrik beschäftigt sich heute mit your song – im orginal performt von elton john. eine sehr schlichte liebeserklärung, die baz luhrmann so gut gefallen hat, dass er ausgewählte sätze der lyrics quasi als leitmotive für sein meisterwerk moulin rouge verwendet hat und diese sätze lauten:

it’s a little bit funny, this feeling inside…

und

how wonderful life is, while you’re in the world…

die stärke des songs ist seine unaufgeregtheit, da steht ein mensch vor einem anderen und beteuert über das lied, das er gerade vorträgt: “i know it’s not much, but it’s the best i can do.” das kann man als etwas tief gestapelt empfinden, wenn man bedenkt, dass es sich bei your song um nummer 136 der rollings stones liste “the 500 greatest songs of all time” handelt.

nun könnte man meinen, das jedes cover dieses songs nur opulenter und glamouröser sein kann (wir denken an mariah carey), das stimmt aber nur bedingt. die orchestrierung mag in der coverversion opulenter ausgefallen, aber ewan mcgregors stimme im musical-film ist fragil und zerbrechlich. er ist natürlich in erster linie schauspieler, hat aber eine musikausbildung und bringt gesanglich, im gegensatz zu manch anderen singenden schauspielern, eine gute leistung. die chemie zwischen nicole kidman und ihm ist übrigens außergewöhnlich.

thumbs up!

original und fälschung, drei

heute endlich mal ein zur jahreszeit passender song – don henleys boys of summer. wobei man sich nicht täuschen lassen sollte, es geht in dem lied um das ende eines sommers wie es melancholischer nicht sein kann, es ist nämlich so, dass the boys of summer “gone” sind. keine ahnung was sie nun so machen, wahrscheinlich dicke jacken tragen und in einer autowerkstätte oder beim pizzaservice arbeiten oder so.

aber the boys of summer sind natürlich nur eine metapher für das ende einer liebe. denn lieben ist im sommer offensichtlich wesentlich leichter als in den kälteren jahreszeiten. aber ganz unironisch: das ist ein wirklich toller song, in dem man förmlich die herbstlich werdende luft riechen kann und sich zurücksehnt nach sonnenbrille und wolkenlosen himmel und am strand liegen und ja, auch den zwischenmenschlichen begegnungen, catchphrase: “i thought i knew what love was, what did i know?”

und dann haben die ataris zuviel tagesfreizeit und machen das, was mariah carey mit ihrer stimme gemacht hat mit ihren instrumenten. sie schrammen mit ihren gitarren über die fragile melodie, dass man sich die ohren zuhalten möchte – ich habe wirklich nichts gegen e-gitarren, im gegenteil, aber das fällt unter absichtliche vermüllung. über die lyrics haben sie sich auch keinen gedanken zuviel gemacht, sie könnten genauso über die art der baulichen nutzung im urbanen raum singen. fledderei!

thumbs down!

original und fälschung, zwei

ich hörte romeo and juliet das erste mal 1991 in einem kleinen örtchen namens caldonazzo. es war ein verregneter sonntagnachmittag ende september und meine schüleraustausch-partnerin valentina griff zur gitarre. sie sang mit starkem italienischen akzent (das hat etwas, bei diesem song, wegen verona und so) und ihre kleine schwester francesca tanzte dazu. es war wirklich zauberhaft.

eigentlich wird romeo und juliet von mark knopfler gesungen und der song ist einer der ganz großen songs der dire straits. es gibt wenige lieder, die so scheinbar beiläufig, scheinbar nebenbei, unsentimental von einer gescheiterten liebe erzählen (“you shouldn’t come here singing up to people like that”) , und dabei so wahrhaftig sind, “when we made love, you used to cry, you said i love you like the stars above, i’ll love you till i die”. knopfler verbindet die alte geschichte mit erfahrungen, die jeder liebende einmal macht.

die killers (eine meiner lieblingsbands) haben sich an das cover gewagt und – natürlich – reicht es nicht an die orginalversion heran. aber es ist ein bemühter versuch und man merkt, dass brandon flowers mit gehörigen respekt an die sache herangeht. das ergibt keine unbedingt orginelle neue version, doch sie unterstreicht das original und flowers sah seine mission darin, einer neuen generation dieses meisterwerk näher zu bringen. und das ist gut gelungen.

thumbs up!