almis personal blog

Blog Liebling

Zuerst hab ich mich ja über ein blödes Kommentar geärgert, aber jetzt habe ich doch beschlossen, auch hier darauf hinzuweisen, dass dieser Blog hier im September Blogliebling des Monats bei Brigitte MOM war.

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In der letzten Zeit wurde ja nebenan quasi, bei diversen anderen Elternblogs, über die Relevanz genau dieser diskutiert. Ich denke ja, dass der Almi Blog weniger ein Mama-Blog an sich ist (wobei man darüber natürlich auch diskutieren kann, was das nun wirklich genau ist), aber was ich meine ist, dass ich mich hier nicht ausschließlich mit Kinderthemen beschäftige, und schon gar nicht anderen Eltern hier irgendwelche Tipps geben will.

Dennoch ist das Mama-sein natürlich hier immer wieder mal ein Thema und im Zuge dessen wurde von Brigitte MOM die Frühgeburts-Geschichte aufgegriffen und auch auf Geboren in Bozen hingewiesen. Jedenfalls freue ich mich darüber und ich begrüße mögliche neue Leser sehr herzlich! Auch wenns grade viel um Filme geht, hier.

Glucksenmum

Am zweiten Schultag, also dem Tag, wo das Kind tatsächlich den ersten Unterricht hat, wollte ich mich nicht als Glucke outen. Es heißt ja, man darf die Kinder dann nicht mehr in die Klasse begleiten, sie sollen selbstständig werden usw.

Allerdings mussten wir an diesem Tag sehr viel Zeugs mitnehmen (riesige Schreibunterlage, Zeichenmappe usw) und das war zum Tragen doch schwierig, also hab ich mich zumindest in die Garderobe getraut. Bei dem allgemeinen Gewusel und Chaos dort um dreiviertel acht ist das nicht weiter aufgefallen. Während sich das Kind also umzieht, bemerke ich dutzende andere Eltern(teile) dort und, dass die Mutter neben mir Anstalten machen, ihre Tochter in die – “unsere” – Klasse zu begleiten. Ich frage sie also, ob wir heute denn noch in den Klassenraum mitgehen dürfen und sie “Also ich lasse mir das nicht nehmen, mein Kind in der ersten Woche noch zu begleiten.”

Puffff…von Glucke zu Rabenmutter in drei Sekunden (ich, die mein Kind einfach so reinschubsen wollte). Na ja, dann ging ich also auch mit rauf in die Klasse, wo schon zahlreiche andere Kinder mit ihren Eltern zugegen waren. Okaaaay. Bin wohl wirklich keine Glucke.

P.S. Gestern hat die Lehrerin dann alle Kinder von der Garderobe angeholt und ist mit ihnen in die Klasse gegangen. Das macht sich auch noch ein Zeiterl. Bis sie es dann alleine können. Find ich gut!

Es herbstelt

In den letzten Tagen ist es in Wien wieder etwas sommerlich geworden, aber nachdem wir Ende August haben, herbstelt es gleichzeitig auch schon ein bisschen.

Ich mag den Alterweibersommer, sehr sogar, gerade weil er eine melancholische Zeit ist. Dennoch dachte ich, dass es dieses Jahr nicht mehr passieren wird. Ja sogar letzte Woche hab ich aufgeatmet und fest geglaubt, dass es nun aber wirklich vorbei ist. Doch es ist wieder geschehen: dieses Wetter, diese Luft, diese Sonneneinstrahlung – es triggert. Es ist schon sieben Jahre her, und dennoch fängt es wieder an, dieser gefühlte Countdown zur Frühgeburt. Dieses schleichende Gefühl, dass sich alles ändern wird, im Leben, wirklich alles. Nicht nur durch das Kind, sondern durch die Tatsache, wie es in unser Leben gekommen ist. Wie es in sein eigenes Leben gekommen ist. Ich wehre mich dagegen, jetzt sehr dünnhäutig und weinerlich zu werden, aber manchmal fällt mir das gerade ein bisschen schwer. Und das verwundert mich ehrlich, denn es ist ja alles gut. Und abgeschlossen.

Kürzlich hat meine Hebamme Geboren in Bozen gelesen und mir ganz tolles und persönliches Feedback gegeben. Unter anderem meinte sie, dass das Buch wie eine kurze Fortbildung für sie als Hebamme gewesen sein, weil sie auch quasi die andere Seite besser versteht, nämlich die der verzweifelten werdenden Mutter. Dabei war sie wunderbar, schon damals. Aber trotzdem freut es mich zu hören, dass man mein Buch auch auf diese Weise lesen kann, aus ihrer spezifischen Perspektive und vielleicht etwas erfahren, was man noch nicht wusste.

Das Nuf fragt…

…eine meiner Lieblingsbloggerin Das Nuf hat ein paar Fragen gestellt. Zwar nicht direkt an mich persönlich, aber da ich die Fragen spannend finde, habe ich mich mal hingesetzt und nachgedacht. Das Ergebnis ist hier nachlesbar.

Was haben dich deine Kinder gelehrt?

Ins kalte Wasser springen. Man hat einfach nicht mehr die Zeit, sich über alles tagelang Gedanken zu machen. Man lebt viel mehr im Jetzt. Ich bin sicher pragmatischer geworden. Ich musste es werden.

Das Kind muss zb. im Landeanflug auf Wien Schwechat aufs WC. Was natürlich verboten ist. Wäre mir das früher passiert, es wäre mir unendlich peinlich gewesen und ich hätte natürlich nichts gesagt und tapfer die Zähne zusammengebissen. Aber mit quengelndem und drängendem Kind steht man irgendwann auf, lässt sich von der Stewardess maßregeln, und fragt nach und darf dann auch – mit strengem Blick und nur ausnahmsweise, ja was denn sonst, aus Spaß mach ich das nicht. Und so ist es mit vielen Dingen. Man tut einfach.

Was ich speziell von meinem Kind lernen kann: Kommunikation und geglückte soziale Interaktion. Das hat er wesentlich besser drauf als ich.

Was hilft dir in den anstrengenden Zeiten (Schlafmangel, Autonomiephase & Co.)?

Schokolade. Und Ablenkung. Meist in Form von online shopping, Twitter und Co.

Was fehlt dir aus dem kinderlosen Vorleben? Ist es für immer verloren? Kommt es wieder und wenn ja, wie?

Die Zweisamkeit mit meinem Mann. Vielleicht gerade deshalb, weil wir als Paar (für meine Begriffe) so gut funktioniert haben. Das Paar-sein gibt es heute nur noch selten, und dann natürlich auch nur stundenweise. Und es verlangt oft lange Vorausplanung und Organisation, dann kommt doch etwas dazwischen (kranke Babysitter, unwilliges Kind oder was auch immer). Das kann frustrierend sein. Ich denke aber, dass es wiederkommt, wenn das Kind irgendwann eh nichts mehr mit seinen Eltern zu tun haben will. Harhar.

Natürlich fehlt auch immer Zeit. Generell. Vor allem unverplante Zeit. In den Tag leben.

Was glaube ich nicht mehr kommen wird, ist die Freiheit, sich nur auf sich selbst konzentrieren zu können. Man wird immer Mama bleiben und das vermutlich auch später im Hinterkopf behalten.

Was hast du mit den Kindern für dein Leben dazu bekommen?

Die Familie, die ich mir als Kind schon gewünscht habe, weil ich sie in dieser Form nicht hatte und auch nicht kannte. Das Gefühl, eine Einheit zu sein. Sich selbst und den Partner neu zu entdecken und neue Herausforderungen anzunehmen. Die Welt nochmal neu entdecken. Und einen wunderbaren kleinen Menschen in seinem Leben zu haben, der einen täglich erfreut, erstaunt und stolz macht. Und den man über alles liebt.

Natürlich auch jede Menge neue Verantwortung. Und Ängste.

Über welche Tabus im Zusammenhang mit Kindern wird zu wenig geschrieben und was sind deine Erfahrungen dazu?

Gerade Baby- und Kleinkindzeit wird gesellschaftlich sehr verklärt. Alleine der Ausdruck “Babyflitterwochen” ist absolut daneben. Ein Baby daheim zu haben, hat absolut nichts mit dem Gefühl von Flitterwochen und der damit verbundenen Freiheit zu tun, ganz im Gegenteil. Dann fühlt man sich als Elternteil vielleicht noch schlecht, weil man nicht permanent auf Wolke 7 schwebt, sondern manchmal einfach nur verzweifelt, müde und ausgelaugt ist. Das müsste nicht sein. Also das schlechte Gewissen. Der Rest wird sich kaum vermeiden lassen.

Übrigens war das sogar beim Bachmannpreis und dem Text von Gertraud Klemm ein großes Thema. Gerade mancher Mann in der Jury fand es geradezu absurd, dass so etwas thematisiert wird, nämlich die Verzweiflung einer Kleinkindmutter. Oder wie Daniela Striegl es ausgedrückt hat: “Könnte es nicht sein, dass wir es nicht aushalten, wenn ein derart düsteres Lebensbild von einer Person zur Sprache gebracht wird, die weiblich ist?”

Das ist ein großes Tabu, weil es immer damit verknüpft wird, dass man sein Kind nicht lieben würde. Was absolut nicht der Fall ist.

Welche wichtige Frage habe ich im Zusammenhang mit Kindern und Familie total vergessen und was möchtest du dazu loswerden?

Da fällt mir jetzt nichts ein, außer, dass ich es wichtig finde, dass jede Familie (und damit meine ich auch homosexuelle Partnerschaften, Patchworkfamilie usw) ihr eigens Ding leben darf. Lebensumstände, Situationen und Menschen sind so unterschiedlich, dass es m.E. nicht ein Modell für alle geben kann, soll oder muss. Und dass man aufhört, sich gegenseitig zu “prügeln”, wer denn nun “richtig” oder “falsch” liegt.

Adieu Kindergarten

Am Dienstag war Adrians Abschiedsfest im Kindergarten. Die Kindergartenzeit ist zwar noch nicht ganz vorbei – bis Ende Juli geht er noch hin – aber das war die letzte Gelegenheit, die ganze Gruppe und die Eltern noch einmal zu sehen und eben bewusst auf Wiedersehen zu sagen, zu einem Lebensabschnitt, der immerhin vier Jahre gedauert hat.

Der Anfang war gar nicht so einfach. Adrian war doch drei ganze Jahre bei mir zuhause, auch aufgrund seiner Vorgeschichte; durch die Beatmungslunge sollte er möglichst spät in Kontakt mit allen möglichen Keimen kommen. Ab dem zweiten Geburtstag wurde es aber schon recht anstrengend: Adrian war (und ist bis heute) sehr bewegungshungig, er braucht viel Abwechslung und Anregung. Und auch wenn wir viel unternommen haben (Kinderturnen, Frühförderung, Treffen mit Freunden, Ausflüge) war er einfach nicht mehr genug gefordert zuhause. Dazu kam, dass er mit zwei schon den Mittagsschlaf abgeschafft hat, also von 6.30 bis 20 Uhr durchgehend wach und lebhaft war.

Auch wenn ich mich darauf gefreut habe, endlich wieder ein paar Stunden ungestört arbeiten zu können und Erledigungen ohne Kind zu machen, wars sehr ungewohnt, ihn nicht 24 Stunden nonstop bei mir zu haben. Da waren Sorgen vor dem Neuen und Ungewissen, sehr diffus und unbegründet natürlich, aber doch. Auch die Befürchtung, nun keine große Rolle mehr für ihn zu spielen. Der erste Kindergartentag war für mich ein sentimentaler Breakdown. Für ihn gar nicht. Es gefiel ihm gleich, die Eingewöhnung dauerte genau drei Tage.

Jetzt – am Ende der Zeit – habe ich bisher vergeblich gewartet, dass ich nostalgisch/melancholisch werde. Beim Fest haben die Kinder gesungen und getanzt und bekamen am Ende quasi die “Absolventenhüte” aufgesetzt (wie beim Uniabschluss in Amerika, eine tolle Idee) und bei vielen der Mütter, auch die, die ich als sehr tough eingeschätzt haben, flossen die Tränen.

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Nicht bei mir. Ich fühlte mich keine Sekunde traurig. Im Gegenteil: es war ein sehr schöner und befreiender Tag. Ich konnte es wirklich genießen und freue mich sehr auf den nächsten Schritt. Gefühlsmäßig hat diese Kindergartenzeit genauso lange gedauert, wie sie dauern musste. Nun bin ich (und auch er, denke ich) frei für etwas neues.

Der erste Elternabend

Vor einer Woche habe ich den ersten Elternabend in Adrians zukünftiger Schule besucht. Damit beginnt ein neues Abenteuer in unserem Leben, auf das ich mich zugegebenermaßen sehr freue.

Natürlich ja, eine Lebensphase ist zuende. Mein Kind lässt die Kleinkindzeit und den Kindergarten endgültig zurück und wird ein Schulkind. Vor einem Jahr war das noch ziemlich unvorstellbar. Und jetzt ist es irgendwie selbstverständlich. Zum einen, weil er sich seit längerem schon sehr für Zahlen und Buchstaben interessiert und schon lesen und rechnen will (ich habe berichtet), zum anderen, weil er, seit wir hier in Floridsdorf leben, auch sehr selbstständig geworden ist, täglich mit vielen verschiedenen Kindern interagiert und Aufregendes erlebt. Meistens stundenlang draußen ist. Wenn man es geschehen lässt, so passiert das Loslösen von einem Lebensabschnitt recht selbstverständlich. Wenn eben die Zeit dafür reif ist und man weder etwas panisch festhalten, noch auf der anderen Seite etwas erzwingen will. Nicht immer so einfach getan wie gesagt, allerdings bin ich mit dem Leben als Mutter mehr im Fluß, seit wir in Floridsdorf wohnen. Meine Aufgabe ist leichter geworden.

Der Elternabend gestaltete sich dann sehr interessant. Adrian wird eine offene Volksschule besuchen, das bedeutet, dass er mindestens dreimal die Woche nach dem Unterricht das Mittagessen in der Schule einnehmen und eine Hausaufgabenstunde belegen wird. Danach kann er noch weitere Freizeit in der Schule verbringen, je nach Lust und Laune, oder eben nachhause gehen, weshalb uns diese Schulform sehr gut gefällt. Die Abholzeiten sind flexibel, ich muss mich nicht schon in der ersten Klasse für ein Modell entscheiden, das dann für alle vier Jahre gilt, ich kann recht flexibel auf die Bedürfnisse meines Kindes eingehen. Da ich selbstständig bin, kommt auch mir die Flexiblität dabei sehr gelegen.

Adrian wird einen recht einfachen Schulweg ohne viel Autoverkehr haben, dh vielleicht schon bald auch mal alleine gehen können (bzw mit den Kindern aus unserem Haus) und eine sehr junge Lehrerin bekommen, die ihr zweites Jahr unterrichtet. Dazu einen Nachmittagsbetreuer, der schon mehr Routine mitbringt. Eine, wie ich finde, gute Mischung. Wir haben die grundsätzlichen Infos zum ersten Schuljahr bekommen, sowie eine recht lange Einkaufsliste und ein paar Tipps für den Schulstart.

Es werden hoffentlich vier schöne Jahre werden. Und ich lasse das so lange wie möglich ganz gelassen auf mich zukommen.

Gelebte Toleranz

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass sich Österreich nach dem Song Contest Sieg drei Tage lang als Hochburg der Toleranz und Akzeptanz fühlt, dann das neue Plakat der Wiener Festwochen vorgestellt wird, und das ganze Toleranzgebilde schneller zusammenbricht, als man “Wurst” sagen kann.

Am unverständlichsten war ein Kommentar in heute. O-Ton: die armen Kinder. Denen muss man das erklären. Und es verstört sie vollkommen. Ganz ehrlich: mich nervt es eher, meinem Kind den Schärdinand erklären zu müssen oder den Billa Hausverstand, als eine Person mit männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmalen.

Das einzige, was mein Kind zu diesem Plakat interessiert hat, war: “Wie wurden Menschen eigentlich gebaut?”. Eine spannende Frage, die natürlich nicht so leicht zu beantworten ist, aber auch keine Hexerei ist. Es schadet nicht, seinem Kind auch mal zu sagen, dass man gewisse Sachen auch nicht weiß oder, dass manche Menschen auf die eine Art und Weise über einen Sachverhalt denken und die anderen Menschen an etwas anderes glauben. Kinder können damit nämlich sehr gut umgehen. Sie sind nicht so be-schränkt in ihrem Denken wie manche Erwachsene.

Zu Conchita Wurst wollte das Kind übrigens wissen, ob das eine Frau sei, die sich als Mann verkleidet hat. Und das aufregendste an ihr war schlicht und einfach ihr Name.

Diesmal geht alles gut

Disclaimer: ich bin weder schwanger, noch möchte ich es werden. Nur, bevor es hier zu Gerüchten kommt. Harhar.

Dennoch habe ich das Buch Diesmal geht alles gut von Angelika Markom gelesen, weil es mir empfohlen bzw. als Rezensionsexemplar überlassen wurde und ich habe es in zwei Sitzungen verschlungen. Ich bin sehr begeistert von diesem Ratgeber, der sich an Frauen richtet, die in ihrer ersten bzw. vorangegangenen Schwangerschaft bzw. bei der Geburt ihres (ersten) Kindes größere Probleme hatten und sich ein weiteres Kind wünschen. Aber große Angst davor haben.

Hätte(n) ich/wir noch einen Kinderwunsch, so wäre das ganz genau meine Situation. Nach der Frühgeburt empfand ich meine Schwangerschaft bzw. deren Ende als sehr traumatisch und hatte sogar sehr lange Angst davor, irgendwie ungeplant schwanger zu werden. Bis heute habe ich etwas Bammel, wenn mir Bekannte und Freundinnen von ihren Schwangerschaften berichten und atme immer erleichtert auf, wenn sie meine “Grenze”, die 26. Woche, überschritten haben. Ich habe selbst u.a. psychologische Hilfe in Anspruch genommen, um meine Erlebnisse aufzuarbeiten und komme eigentlich gut zurecht, aber wenn ich noch eine Schwangerschaft planen würde, dann gäbe es viele Aspekte, denen ich mich stellen müsste.

Genau diese Aspekte werden in Markoms Buch angesprochen. Die Fragen eben, wie man das Erlebte für sich aufarbeiten kann, mit welcher Einstellung man in die neue Schwangerschaft geht, wo und wie man sich Hilfe holt (spirituelle und ganz praktische, für den Alltag), wie man mit auftretenden Ängsten umgeht, wie man das Spital und die Geburtsart auswählt und vieles mehr, was einen zu diesem Themenkomplex interessieren kann.

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Ich mag an dem Buch, dass es einen sehr freundschaftlichen Ton gegenüber seiner Leserin anschlägt, es ist ein bisschen so, als würde man mit einer guten Freundin oder Vertrauten plaudern. Und ich mag es sehr, dass zwar versucht wird, einem die Sorgen zu nehmen, dabei allerdings nichts beschönigt und nicht versucht wird, die Leserin in eine bestimmte Ecke zu drängen. Auch wenn zb. auf die Nachteile eines Wunschkaiserschnitts hingewiesen wird, wird immer auch vermittelt, dass auch dieser Wunsch seine Berechtigung hat. Und der Grundtenor, dass man nicht auf alles im Leben und auch bei Geburten Einfluss hat (ich habe selbst vor kurzem darüber gebloggt), fand ich sehr angenehm.

Einen beachtenswerten Zugang wählt Markom auch, wenn es darum geht, wie man in Beziehung zu seinem Ungeborenen treten soll. Sie spricht an, dass viele Frauen, die Angst vor neuen Enttäuschungen haben, versuchen, möglichst auf Distanz zum Ungeborenen zu gehen. Das war auch meine (versuchte) Strategie bei Adrians Geburt und sie hat nicht funktioniert. Markom rät klar davon ab. Sollte es wirklich zum Äußersten  kommen, so sei es besser, sich vorher voll auf das Kind eingelassen zu haben, das würde auch das Abschiednehmen erleichtert werden.

Statements von Hebammen und Müttern, sowie Briefe an das Ungeborene, in denen die werdende Mutter ihre Emotionen beschreiben, ein Fachglossar und weiterführende Links und Buchempfehlungen runden diesen wirklich gelungenen Ratgeber ab. Angelika Markom bietet selbst auch Workshops und Beratung an, und hält Vorträge zu diesem Thema. Ihre Webseite bietet nähere Infos und Kontaktmöglichkeit an.

Kurios

Derzeit stellt sich bei uns irgendwie kein richtiger Alltag ein, dauernd ist etwas außertourliches, viele to do’s, viele Gespräche, viele Krankheiten… die Erwerbsarbeit wird nachts oder zwischendurch erledigt. Gottseidank ist bald Ostern.

Gestern gabs dann auch noch einen großen Schreck für mich. Auf dem Heimweg vom Kinderarzt rollerte Adrian mir davon, was er oft macht, hier ist wie gesagt wenig los, er kann sich schon viel alleine bewegen und er soll ja auch selbstständig werden. In der Regel wartet er vor der Haustüre auf mich. In besonderen Fällen lässt ihn jemand in die Anlage, dann ist er im Hof. Gestern erwartete ich das auch, doch fand ihn weder vor der Haustüre noch im Hof.

Da machte sich doch leichte Panik breit. Zumal die Hausanlage neben unserer Anlage, durch die er gefahren ist, sehr verwinkelt ist. Ich lief also den ganzen Weg zurück und rief nach ihm. Vielleicht hatte er sich ja irgendwo versteckt. Aber das Gefühl, minutenlang nicht zu wissen, wo er ist… das ist nicht schön. Bei der Suche traf ich – wie das in Flodo so ist – eine Bekannte mit Tochter, die mich gleich unterstützen wollte. Ich hatte schon schlimme Bilder im Kopf, was man halt so denkt, in solchen Momenten, wenn das Kind vom Erdboden verschluckt schein…

…und was war, da fährt er plötzlich um die Ecke. “Wo warst du???” “Ich bin mit einer Frau mitgegangen, die war sehr freundlich und zu uns in den ersten stock gefahren.” “???” “Dann bin ich wieder zurück gekommen”. Ich habe mir vorgenommen, laut zu werden, aber dann wurde ich doch eher eindringlich. Das wäre gefährlich, soweit weg zu fahren, dass ich ihn nicht mehr sehen und rufen könne. Und, dass es Menschen gäbe, die würden Kinder entführen, mit dem Auto.

Adrians Anmerkung dazu: “Die müssen dann aber einen Kindersitz dabei haben”.