almis personal blog

Silvesterimpressionen

Heute wars kalt, windig und es hat ein bisschen geschneit. Das Kind war auswärts und ich wollte noch einmal für dieses Jahr ins Kino, wie überraschend harhar. Diesmal Sorry Baby.

Auf meinem Weg bin beim Silvesterpfad vorbeigekommen:

Was soll man da sagen? Ganz schön viel Polizeipräsenz. Da bin ich dann aber eh schon ins de France abgebogen:

Ah schon besser. Warm, gemütlich und noch menschenleer.

Nach dem meines Erachtens nicht sehr guten Film – bevor ich etwas dazu schreibe, werde ich wohl ein paar Selbstzensur-Durchgänge durchlaufen lassen müssen harhar – habe ich mir die Votivkirche mit ihrer neuen Installation angesehen:

Mag ich sehr!

Anschließend bin ich heim, habe Lachs und Ei und Schokolade gegessen und die Fledermaus geschaut. Michael Niavarani als Frosch, da gab es aber einige Anleihen aus seinem Programm, wie ich jetzt ja weiß. Trotzdem brauch ich Trump nicht auch noch bei der Fledermaus.

An jemand denken (und schreiben) und so das Jahr beschließen wie eh jeden Abend.

Guten Rutsch!

Uncut hat gewählt

Die Uncut-Redaktion hat gewählt, hier sind unsere besten Filme des Jahres 2025 zum Nachlesen.

Meine persönlichen Top 10:

Wie ich schon bei unserem Uncut-Treffen bemerkt habe, sind viele Redaktionsmitglieder große Horrorfans, deshalb liegt Sinners in der Gesamtwertung bei uns ganz vorne, bei mir immerhin auch noch auf Platz 4. Auf meiner Liste findet sich heuer kein österreichischer Film, leider, obwohl ich einige gesehen habe. Dafür zwei norwegische, zwei deutsche und ein spanischer Film.

Ich habe mich letztendlich für Sentimental Value entschieden, als der Film meiner Top 5 – die alle großartig und echt in meiner Gunst sehr nahe beisammen sind – weil er mir am meisten dieses Gefühl vermittelt, wonach ich mich bei einem Film (und btw. auch im Leben) sehne: Die Abbildung des Nebeinenanders von Tragik und Lebensfreude, von Schmerz und von den Momenten des Glücks.

Am Ende bleibt ein Gefühl einer Hoffnung, auch wenn sie noch so klein und diffus ist, diese Gewissheit, eine schwierige Situation meistern zu können, immer wieder einen Grund haben, morgens aufzustehen und sein Leben zu leben. Das zu Bittere und Resignative versuche ich in meinem Leben zu vermeiden und so auch im Kino.

Weihnachtsferien

Die letzten Tage waren trotz Melancholie schön.

Am Samstag haben wir das Weihnachtsessen mit Oma (Steak, Schokokuchen etc), das wegen Erkrankung verschoben wurde, nachgeholt und im Garten gabs tatsächlich noch Schnee und auch ein bisschen Sonne, so enstand dieses stimmungsvolle Foto.

Gestern wurde ich ein bisschen wider Willen zum Ersatzzuschauer bei Michael Niavarani im Globe Wien – Homo Idioticus 2.0. Warum Ersatz. Nun ja, auch hier wurde jemand krank und ich bin ehrlich: ich bin nicht so der Kabarettfan, weil es mich immer ur stresst, wenn ich was lustig finden muss und vom Niavarani selber bin ich mittlerweile auch etwas abgekommen, Gründe würden hier den Rahmen sprengen. Darüberhinaus mag ich den Globe als Location nicht, harhar. Grumpy Almi.

Als wir auf den Beginn gewartet habe, hab ich zum Kind gesagt: “Bitte ich könnte jetzt im Votivkino sein”, harhar. Aber letztendlich hat mir das extrem lange Programm doch gut gefallen, vor allem der zweite Teil, der nicht so derb, dafür recht philosophisch war. Und als Niavarani meinte, es sollten doch die Menschen mit guten Noten eine Klasse wiederholen und nicht die, mit schlechten: “Die hat es doch schon beim ersten Mal nicht interessiert” harhar – da hab ich zugegebenermaßen sehr gelacht.

Nach Song Sung Blue brauchte ich dringend was Süßes (vermischt mit salzigen Tränen) einen Germknödel Donut vom Maci (unbezahlte Werbung)

Heute war ich dann tatsächlich im (Haydn)Kino und habe mir Song Sung Blue angesehen, weil Alexander Horwath im fm4 Filmpodcast meinte, das wäre sein Guilty-Pleasure (Zusatz eigentlich gar nicht guilty) Lieblingsfilm des Jahres. Song Sung Blue gehört zum recht perversen (wie ich es nenne): Genre Feelgoodmovie mit deprimierender Handlung. Harhar. Was will ich damit sagen? Man könnte aus dem Stoff locker ein richtiges Drama machen, das einen tagelang runterzieht; tatsächlich wird hier fast eine Komödie daraus, jedenfalls fühlt man sich geborgen und positiv emotional. Song Sung Blue sagt schon alles: Wir sind traurig, aber wir singen trotzdem. Hier werde ich noch mehr dazu erzählen.

Sinners

Jetzt komme ich zu einem Film zurück, den ich kurz vor Weihnachten nachgeholt habe, weil er in sehr viele “Best of” Listen des Jahres vorgekommen ist und zwar Sinners – im deutschsprachigen Raum absurderweise als “Blood and Sinners” erschienen.

Erzählt wird die Geschichte von Zwillingsbrüdern im Jahr 1932, genannt Smoke und Stack (beide dargestellt von Michael B. Jordan), die bisher in Chicago eher fragwürdigen Tätigkeiten (Raub, Zuhälterei etcetera) nachgingen. Sie beschließen, zurück nach Mississippi zu gehen und dort neu anzufangen. Sie wollen einen “Juke” eröffnen – eine Lokalität für Afroamerikaner mit Gastronomie, Musik und Glückspiel. Bei der Rückkehr treffen sie nicht nur auf ihre Vergangenheit in Gestalt von wichtigen Menschen ihres Lebens, sie müssen sich auch mit dem immer noch herrschenden Rassimus auseinandersetzen…

ACHTUNG SPOILER

Nicht von diesem klassischen “Genre”-Plakat täuschen lassen, Sinners geht weit darüber hinaus

Ok, wie ich schon gesagt habe: Aus tiefsten innerem Antrieb wollte ich diesen Film nicht sehen, denn es handelt sich, und das würde man mit der Prämisse kaum glauben, irgendwie auch um eine Vampir-Horrorstory. Beide Elemente zählen nicht gerade zu meinen Lieblingsfilmgenres. Aber wie Coogler das hier umsetzt ist ungeheuer bemerkenswert. Denn dieser Film hat so viele Themen und Schichten, dass das Gore-Element nur eines davon ist, oder wie man das heutzutage nennt: Elevated Horror (so etwas wie Arthouse-Horror)

Angelpunkt der Handlung ist der Cousin der Zwillinge Sammie (Miles Caton) der sprichwörtliche “son of a preacher man”, der von der berüchtigten Vergangenheit der beiden förmlich angezogen wird, und als Musiker sein Geld verdienen möchte. Und obwohl Stake und Smoke ihn aufgrund seiner außergewöhnlichen Musikalität bei der Eröffnung ihrer “Juke” spielen lassen, schärft ihm speziell Smoke ein, dass ein Leben in der Unterwelt nichts anstrebenswertes ist. Sie beide, so räumt er ein, wären diesen Weg aus Ausweglosigkeit gegangen, traumatisiert von einem gewalttätigen Vater. Obwohl Stack draufgängerischer ist, bereuen beide, wie sich ihr Leben entwickelt hat.

Zum anderen ist dieser Film tatsächlich stellenweise so etwas wie ein Musical – der Höhepunkt findet bei der Eröffnung der Juke statt: Hier sehen wir eine orgiastische Sequenz, in der der Blues der 1930er sowohl auf die Vergangenheit – dargestellt durch afrikanische Stammestänzer – wie auch auf die Zukunft – einen Glamrocker mit E-Gitarre – trifft und so quasi die “Black Music Culture” gefeiert wird. Das ist künstlerisch so interessant und kreativ in Szene gesetzt, dass man einfach nur mit offenem Mund da sitzt und staunt. Es ist ein Kunstwerk.

Und drittens gibt es ja noch die Vampirgeschichte auch harhar. Drei weiße Menschen, die zunächst harmlos wirken und auch musizieren, sowie eine Riverdance-artige Einlage liefern, klopfen an und wollen zum Juke eingelassen werden. Doch das Baugefühl von Smoke sagt ganz zurecht, hier lauert Gefahr. EXTRASPOILER: Es sind tatsächlich Vampire, die ein Massaker unter den Schwarzen verüben wollen. Hier wird einiges an “Vampirwissen” vorausgesetzt (das ich nicht habe, ich habe Google): Vampire betreten Gebäude offensichtlich erst, nachdem sie von irgendjemand explizit hineingebeten wurden. Die Vampire auf diese Weise möglichst lange draußen zu halten, ist so extrem spannend ins Szene gesetzt, ich habe mich echt so gefürchtet, harhar.

Insgesamt ist Sinners ein Film voller sofort ikonischer Szenen, Bildern, Kostümen, Momenten und in erster Linie von Musik. Auch wenn man, wie ich, mit Horror und Vampiren praktisch nichts anfangen kann, ist dieser Film eine kleine Offenbarung und das hätte ich wirklich niemals gedacht. Top-Unterhaltungskino, das aber gleichzeitig schwere Themen auf differenzierte Art behandelt. Hut ab.

Geschenke!

Ich habe übrigens Vapiano Gutscheine bekommen, mhmm.

Und außerdem habe ich ein Kompliment gekriegt, das mich sehr gefreut hat. Ich habe den “Kindern” Formel 1 3D Plakate von ihrer jeweiligen Lieblingsrennstrecke anfertigen lassen (auf Etsy, unbezahlte Werbung wie immer). Dazu habe ich im Sommer beim Grillen die beiden mal nach eben dieser Strecke gefragt. Natürlich völlig unverbindlich, mitten im Hochsommer, vor einem Rennen. Da kann man ja nicht dran denken, dass ich wegen Geschenken zu Weihnachten frage, harhar.

Jedenfalls waren diese wirklich sehr schön und sorgfältig gearbeiteten Plakate mit tollem Rahmen eingefasst ein voller Erfolg und ich habe gehört: Ich glaube, das ist eines der schönes Geschenke, das ich je bekommen habe.

Ohhhh!

Heiliger Abend

Nachdem “man” sich nicht auf ein Essen einigen konnte, gab es heuer erstmals Raclette und Fondue. Dadurch dauert das ganze Prozedere dann recht lange, mit diversen Fleischsorten, Pilzen, Nudeln, Kartoffel, Speck und natürlich Käse. War aber wirklich gut.

Nach der Bescherung haben wir Hitster Bingo gespielt und ich muss jetzt echt mal massiv (unbezahlte) Werbung dafür machen, nicht nur, weil ich es gekauft habe, harhar. Aber es ist wirklich extrem lustig. Es geht um Musik und es gibt verschiedene Fragekategorien in unterschiedlichen Farben.

Das Spiel wird mit einer App verbunden und es werden Musikstücke angespielt (30 Sekunden). Je nach Frage geht es um den Name des Interpreteten, den Titel, das genaue (!) Erscheinungsjahr des Songs, ob hier eine Gruppe oder ein Solokünstler performt, das Jahrzehnt, in dem der Song erschienen ist oder zum Beispiel auch “nur” vor oder nach dem Jahr 2000 – das klingt manchmal leichter als es ist. Ich glaube, bei einem Song bin ich 40 Jahre daneben gelegen harhar. Wer als erstes seine Bingokarte voll hat, hat gewonnen.

Hier unten trägt man die jeweilige Antwort ein, das kann man dann direkt wieder löschen, für die nächste Runde

Ich hatte zum Beispiel bei What’s up von 4 Non Blondes das Erscheinungsjahr (1993) genau richtig.

Ich so: Das Jahr weiß ich, weil da hatte ich meine Nachprüfung, die ich nicht geschafft habe.

Das Kind so: Wie stolz du bist.

Harhar. Und so ging es drei Stunden. Ich kanns echt nur sehr empfehlen und die Musik macht auch richtig gute Laune. Plus es gefiel den Menschen unter 25 genauso gut wie denen über 45.

Ach ja und am Ende brachte das Kind alle anderen mit seinem Auto nachhause – er hatte als Einziger keinen Alkohol getrunken.

Vorm Fest

Letzter Tag vorm heiligen Abend und ich hatte nicht mal so einen Stress. Ich war einkaufen und habe ein bisschen aufgeräumt, noch ein paar Geschenke eingepackt. Danach habe ich gearbeitet – zu tun hätte ich weiterhin genug, aber ein bisschen Weihnachtspause muss jetzt dann auch sein.

Im Jänner beginnt ein neues Projekt an der WU Wien, das freut mich sehr, und ich werde vermutlich auch ein Vorstellungsgespräch anderswo haben, aber mal sehen. Jedenfalls ist Arbeit bis einmal April in Sicht, als Selbstständige ist man ja immer froh, wenn man ein paar Monate “ausgebucht” ist.

Außerdem habe ich 4, 3, 2, 1 von Paul Auster begonnen. Es ist toll. Es ist verwirrend. Ich glaube, das Buch war einfacher zu schreiben als zu lesen, harhar. Dazu werde ich anderes Mal noch mehr sagen.

Und weil ich allein war, das Kind ist heute andersfamilär feiern, habe ich mir das Gratisabo von Wow auf Prime “gegönnt” (unbezahlte Werbung). Sofern ich es rechtzeitig kündige ist es tatsächlich kostenlos und mir Sinners angesehen. Einer der, laut allgemeinem Konsens’, Filme des Jahres, um die ich aber aus Gründen (nämlich Angst harhar) einen Bogen gemacht habe. Nachdem ich ihn jetzt gesehen habe, muss ich sagen: mit Recht, harhar. Aber sonst: Elevated Horror at its best.

Und Frage: Wie viele Schokoschirmchen möchtest du? Antwort: Ja.

Xmas Markt, 25

Einen Patchworkfamilienausflug mit zwei erwachsenen “Kindern”, das heißt mit Schularbeiten und Prüfungsterminen, dazu Geschäftsreisen und diverse Weihnachtsfeiern der anderen – das zu planen, das ist gar nicht einmal so leicht. Ich bin die Einzige, die gefühlt eh immer Zeit hat, harhar. Jedenfalls gab es dann genau einen Termin und der war heute. Gerade noch geschafft.

Die Anreise erfolgte an Maria am Gestade vorbei, zum Christkindlmarkt am Hof.

Meine Probleme mit Christkindlmärkten sind: Mir ist immer kalt. Dem habe ich dieses Jahr mit dem Tragen einer Leggings, einem Top, einem dünnen Pulli, einem dicken Kapuzenpulli, einer Fleecejacke und der normalen Jacke plus Legwarmers halbwegs entgegen gewirkt. Tatsächlich wars heute wirklich erträglich. Und zweitens: Ich vertrage so gut wie keinen Alkohol. Tja, da kann man nix machen, harhar. Ich habe heuer aber den Glühwein woanders als letztes Jahr getrunken, der diesmal war nicht so stark.

Weiter gehts zum Graben…

…und Stephansdom:

Außerdem: ein bisschen Currywurst gekostet, ein bisschen Käsespätzle gegessen und (erstmals diesen Advent!) einen riesen Schokoschaumbecher, mein Highlight, mhmm so gut, vor allem, weil es wohl der einzige dieses Jahr sein wird. Vor zwei Jahren musste ich wegen meines Bandscheibenvorfalls quasi therapeutisch Gehen und habe von der Wohnung bis zum Christkindlmarkt Flodo 45 Minuten gebraucht (normal eher so 18 Minuten), da habe ich mich jedesmal mit einem Schaumbecher belohnt harhar.

Wicheln und Elche und außerdem gesehen. Pamela Rendi-Wagner und Paulus Manker

Zurück ging es dann wieder über den tiefen Graben, mit der hohen Brücke:

Immer denke ich an jemanden, als wäre er hier. Can’t help it. Sehr fein war’s.