almis personal blog

Ärzte & Meinungen

Eigentlich wollte ich heute mein Review zu dem Film vom Freitag If I Had Leg I’d Kick Vou schreiben, aber an einem Punkt habe ich so viel über etwas anderes geschrieben, dass ich einen extra Eintrag machen muss, weil ich mich so aufgeregt habe, harhar.

Im Film geht es ja um eine Mutter mit einem kranken Kind, das teilweise per Sonde ernährt werden muss. Was das Kind genau hat, das wird nie ganz klar. Aber es gibt ein Gespräch zwischen einer Ärztin und der Mutter, das mich so sehr an ein Gespräch mit einem Arzt und mir erinnert hat, als mein eigenes Kind gerade so neun Monate alt war und das in der “Entwicklungspsychologischen Ambulanz” stattfand. Also auf deutsch: Der Arzt war dafür da, mit mir zu besprechen, wie die Prognosen so sind.

Die ganze Atmosphäre war irgendwie seltsam und die Untersuchung fand ich sehr grob. Jedenfalls fielen am Ende so Sätze wie “Er wird vielleicht nie gehen können.” “Er wird nie eine normale Schule besuchen” und ähnliches. Und das sei halt so, wenn ihm drei Monate im Bauch fehlen, das kann ihm niemand mehr geben und so weiter. Da bin ich dann ein bisschen narrisch geworden, weil was konnte ich daran jetzt noch ändern? Mir war schon klar, was für Folgen eine Extremfrühgeburt theoretisch haben kann, da brauche ich nur googlen, und ich habe auch viel gegoogelt; und ich war nicht so naiv, dass ich das nicht wahrhaben wollte.

Aber es ging darum, das Kind auch anzuschauen, dieses eine individuelle Kind, das jetzt gerade in diesem Raum ist. Und mir dann zu sagen, das Baby sei so aufgeregt und das seien “reifgeborene” Babys nicht, also sorry allein das war ja schon extrem unglaubwürdig. Ich habe dem Arzt dann mitgeteilt, dass er bei einem Baby, das neun Monate alt ist und wo Befund-technisch alles im Rahmen ist, keine (schlechte) Prognose auf sechs Jahre abgeben kann.

Jedenfalls habe ich danach sowohl mit “unserer” Krankenschwester und auch mit der Physiotherapeutin gesprochen und beide sagten mir, es gäbe viele Beschwerden über den Arzt von Eltern, aber er sei halt so eine Koryphäe. Und da dachte ich, vielleicht verwendet man den Begriff als Hilfsausdruck oder Immunisierung, wenn im Grunde ziemlich viel schief rennt. Weil es mag schon sein, dass dieser Arzt im stillen Kämmerlei gut arbeitet, aber wenn sein Jobprofil zu einem gewissen Prozentsatz auch aus Elterngesprächen besteht, dann muss er auch kommunzieren können. Und zwar nicht so, dass Eltern, die eh schon monatelang durch eine gewisse Art von Hölle gegangen sind (und da waren wir eh noch im harmloseren Bereich, denke ich), sich nachher noch schlechter oder hoffnungsloser fühlen.

Weil was wäre passiert, hätte ich ihn ernst genommen? Ich hätte mir vielleicht jahrelang Sorgen über die Entwicklung meines Kindes gemacht, wäre zum Helikopter mutiert, hätte ihn dauernd in Panik beobachtet, gestresst oder whatever. Und letztendlich wäre das alles umsonst gewesen, weil ich ja im Endeffekt diejenige war, die recht behalten hat, das kann ich ja jetzt wohl mit Fug und Recht feststellen. Insofern kann ich kritische Betrachtung von ärztlichen “Meinungen” immer nur empfehlen.

Freitag

Heute war ein gemütlicher Tag.

In der Früh habe ich neue Arbeit bekommen, die mich jetzt gut einen Monat beschäftigen wird, was immer gut ist, wenn man selbstständig ist.

Auflösung folgt

Zu Mittag war ich “Bücher schauen”, um mir einen Roman für mein Wochenende im Garten zu kaufen. Nicht, dass ich nicht noch genug “auf Lager” habe, aber ich habe gestern ein Video von der Wiener Buchhändlerin Petra Hartlieb gesehen, wo sie ein Buch empfiehlt, das mich vom Plot und dann auch beim Reinlesen angesprochen hat. Es ist da oben auf dem Foto und ihr könnt raten, welches es ist.

Danach gings mit L. zu Vapiano (unbezahlte Werbung).

Eines von unseren Kindern hat die Matura bereits hinter sich und meines ist es (leider!) nicht, harhar. Aber bei ihnen lief es super und das ist toll. Wir haben uns unter anderem auch noch über Sommerpläne unterhalten, wobei ich derzeit gar nicht das Gefühl habe, das bald Sommer ist, mag wohl auch am Wetter liegen.

Pasta Pesto Rosso und Pasta Polpette

Tagespasta ist übrigens nicht mehr Polpette am Freitag, sondern Pesto Rosso, aber weil ich das nicht mitgekriegt habe, hat uns der Koch heute zweimal die Pesto Rosso verrechnet, was ich ur lieb fand.

Am Abend habe ich auf Prime entdeckt, dass heimlich still und leise If I Had Legs I’d Kick You veröffentlicht wurde. Ein Film, dessen Hauptdarstellerin Rose Byrne heuer für den Hauptrollenoscar nominiert war, aber in unseren Breiten gab es überhaupt keinen Kinostart und der Film wurde irgendwie komplett totgeschwiegen, bis eben heute.

Jedenfalls habe ich ihn mir dann gleich anschauen müssen und er ist…strange, beunruhigend und verstörend, bisschen Borderline Horrorfilm. Und er hat das seltsamste Casting seit langem, denn neben Byrne spielen Conan O’Brien (als Psychiater), Christian Slater und der Mann von Rihanna, der mit dem Sonderzeichen im Namen. Also zwei Menschen, von denen ich gar nicht wusste, dass sie schauspielen und einer, der irgendwie ein bisschen in der Versenkung verschwunden ist.

Hoffe, ich träume jetzt nicht schlecht, so wie vorige Nacht (Giftschlangen im Garten).

Thomas Bernhard, zwei

Thomas Bernhards Leben war früh von seiner schweren Lungenkrankheit bestimmt. Im Alter von 18 Jahren erhielt er bereits die Sterbesakramente. Sein Großvater und seine Mutter sterben zu dieser Zeit innerhalb eines Jahres. Er selbst hatte nach der Genesung das Gefühl, dass ihm damals das Leben neu geschenkt wurde, eine Gelegenheit, “sich dem Leben einfach zu überlassen”.

Thomas Bernhard mit seiner Mutter

Bernhard beginnt ein Musikstudium am Salzburger Mozarteum. Diese beiden Komponenten, Krankheit und Musik spiegeln sich auch später in seinen Werken wider. Einerseits im Misstrauen zur Medizin und zu Ärzten. Der Arzt in Der Ignorant und der Wahnsinnige beschreibt die Medizin etwa als “eine Wissenschaft von Organen, nicht von Menschen.” In diesem Stück schildert Bernhard auch detailliert das Sezieren. Der Körper ist bei ihm immer auch ein Schauplatz von Schmerz und Zerfall. Viele seiner Protagonisten arbeiten an Studien; von Störungen aller Art heimgesucht bleiben diese aber unvollendet, von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Andererseits dominiert die Liebe zur Musik, die Bezugnahme auf unter anderem Mozart und Bach, auch auf Glenn Gould, der er ins Zentrum von seinem Roman Der Untergeher stellt. Aber auch die Rhythmik in Bernhards Sprache – die von manchen auch als durchaus nervig empfunden werden kann. (Der Professor hat immer gesagt… das hat der Professor immer gesagt… ) In der Ausstellung haben Autoren Songs genannt, die sie mit Bernhard in Verbindung bringen. Sowas finde ich oft viel interessanter als die reine Faktenvermittlung.

Weitere Themen in seinem Werk war die Natur als Nicht-Idylle (natürlich!), und auch der Raum, oft als Gefängnis oder als Projektionsfläche von Träumen, die dann scheitern. Bernhard kauft sich selbst drei (baufällige) Häuser im Salzkammergut, die er zum Teil selbst renovierte und mit von ihm entworfenen Möbeln bestückte. Der ökonomische Druck, der mit dem Kauf und der Instandhaltung der Häuser kam, zwang ihn andererseits wieder dazu, zu schreiben, was er offenbar irgendwie brauchte (nachzulesen zum Beispiel in Meine Preise).

Manche dieser Häuser kann man auch besichtigen.

Meine Lieblings- (selbst erlebte) Bernhard Anekdote übrigens: Unsere Deutschprofessorin am Gymnasium hat einmal beim Zurückgeben der Hausübungen zu meiner Freundin gesagt: “Du schreibst wie Thomas Bernhard.” Und sie daraufhin: “In welche Klasse geht der?” Finde ich immer noch sehr witzig.

Zum Schluss noch ein Zitat der Ausstellung, das mich sehr abgeholt hat. Ich, die ich lange Zeit gar nicht kritisch sein wollte, obwohl ich das Gefühl hatte, dass ich es sein sollte, aber wahrscheinlich weil mein Vater so war und oft zornig, allem möglichem gegenüber, habe ich mich dagegen ein bisschen gewehrt. Aber die ich heute im Prinzip einfach erstmal an (fast) allem zweifle, harhar:

Ich kann die Ausstellung wirklich sehr empfehlen.

Thomas Bernhard

Das Literaturmuseum Wien hat neben seiner (auch sehr sehenswerten) Dauerausstellung zur österreichischen Literaturgeschichte ab dem 18. Jahrhundert auch immer wieder neue thematischen Ausstellungen, die einen ganzen Stock einnehmen. Dementsprechend viel Zeit braucht man dafür, wenn es einen interessiert.

Seit Ende April geht es um Thomas Bernhard, die Ausstellung heißt “Dem Stumpfsinn die Geisteskappe aufsetzen“, ein Zitat aus seinem Stück Der Weltverbesserer.

Das wirklich sehr schöne Museum innen

Dabei geht es weniger darum, die Biografie von Bernhard nachzuzeichnen, sondern eher die Resonanz seines Werkes weltweit zu beleuchten, Stimmen über ihn zu Wort kommen zu lassen, und quasi seinen “Vibe” zu verstehen. Das Literaturmuseum macht das mit recht modernen Mitteln, es gibt zum Beispiel einen Thomas Bernhard Chatbot, dem man Fragen stellen kann und der antwortet dann in Bernhard’schem Duktus – also etwas angefressen und repetetiv, harhar.

Sehr hübsch fand ich auch das Zitate-raten. Auf einem Monitor findet man 20 Zitate und man kann dann im Mutltiple Choice Verfahren ankreuzen, aus welchen Werk das Zitat, tatsächlich immer eine Beschimpfung von irgendetwas stammt.

Gefallen hat mir ein Zitat über Wien, was auch ausgestellt ist, Bernhard scheibt: “Kann schon sein, dass sie sich ein paarmal im Jahr in dieser Stadt wohlfühlen, wenn Sie über den Kohlmarkt gehen oder über den Graben, oder die Singerstraße hinunter, in der Frühlingsluft.” Natürlich kann man Bernhard nur als Misanthropen und “Nestbeschmutzer” wahrnehmen und ihn zu ernst nehmen (siehe Heldenplatz Kontroverse). Ich persönlich habe mich sehr lange mit seinem Roman Das Kalkwerk beschäftigt, der wirklich fast unerträglich ist. Aber tatsächlich ist er eben ein Meister der Übertreibung, der vieles auch sehr satirisch meint.

Außerdem lässt man in der Ausstellung Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer, etcetera Fragen an Thomas Bernhard stellen. Da kommen dann so Fragen wie: “Who or what was your greatest romantic love” – ziemlich interessant, wenn man bedenkt, welchen Stellenwert Liebe im Werk von Bernhard eingenommen hat, speziell die romantische Liebe ist ja quasi gar nicht existent in seinen Texten und in seinem Leben? Da wissen wir sehr wenig darüber. Die österreichische Autorin Bettina Balatka fragt: “Ist es wahr, dass sie beim Tod von Heimito von Doderer jublierten?” Das bezieht sich darauf, dass Bernhard Doderers Tod angeblich mit: “Jetzt ist die Bahn frei, jetzt komme ich” kommentierte.1

Der Autor Ansgar Allen schlicht: “Could you pass your ice cream?”


  1. Angeblich hat Peter Altenberg, als er das Cafe Zentral betrat und der Kellner auf ihn zukam und fragte: “Haben Sie schon gehört wer gestorben ist?” geantwortet: “Mir ist jeder recht. ↩︎

Disclosure Day

Gestern war ich in der Pressevorstellung zum neuen Spielberg Kracher Disclosure Day im Village Cinema. Sie war – wie immer, wenn solche Blockbuster Premiere haben – sehr gut besucht. Auch diesmal wurden wir wieder während des ganzen Films bewacht, durften aber unsere Handys immerhin in den Saal mitnehmen, allerdings eingeschlossen in ein Sackerl, das wir zukleben mussten, es ist schon sehr witzig.

Nach dem Film war ich beeindruckt und auch ein bisschen verwirrt, habe sehr lange darüber nachgedacht, was ja nie ein schlechtes Zeichen ist. Der Verleih hat mich dann um ein Kurzstatement von zwei Sätzen gebeten. Ich habe mir dann gedacht, ich bin nicht wirklich die richtige Person für dieses Review, ich bin weder Spielberg- noch Alien-Spezialist, das aber auch irgendwie als Herausforderung gesehen.

Dann habe ich bereits gestern und auch heute ewig an meinem Review für Uncut gearbeitet. Irgendwann war ich so konzentriert, dass mir fast das Essen angebrannt ist. Ich habe mir trotzdem, offen gesagt, schon bis zum Schluss irrsinnig schwer damit getan, ich hoffe aber, das merkt man nicht, harhar, aber ich kann euch hier ja quasi hinter die glamorösen Kulissen des Filmkritikerinnen-Daseins mitnehmen (Pfanne schrubben und so).

Heute um 18 Uhr war es soweit und das Interesse war groß:

Irgendwann heute gegen 19 Uhr

Und jetzt lese ich einmal zwei Tage nix davon, was andere geschrieben haben, weil mich das ur stresst, harhar.

Würde mich freuen, wenn ihr aber meine Gedanken dazu lest und zwar: hier.

So schön wie hier

Einige Tage bevor ich das Christoph Schlingensief Krebstagebuch So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein gelesen habe, habe ich einen meiner berühmten Lebensweisheiten-Vorträge gehalten, in dem ich zu einer Person gesagt habe: Wenn du erwachsen bist, bist du der Eskalationsmanager deines Lebens und über jede Eskalation, die du mit Geld lösen kannst – auch wenn es unangenehm ist – kannst du dich freuen.

Das ist genau die eine Seite, die uns Schlingensief in seinem Buch schildert. Wie absolut unbegreiflich schrecklich es ist, plötzlich eine Krebsdiagnose zu erhalten und gleich eine ziemlich verheerende, wie er Anfang 2009. Forgeschrittener Lungenkrebs mit 48 Jahren, obwohl er nie geraucht hat. Danach musste ihm der linke Lungenflügel entfernt werden. Mit einer Menge Ambivalenz hat er sich zu einer Chemotherapie plus einer begleitenden alternativmedizinischen Behandlung entschlossen. Es ist arg, zu lesen, was ihm – der gerade mitten in Theaterproben steckte und sowieso immer dutzend neue Projekte in Planung hatte – alles durch den Kopf gegangen ist: “Diese unbedarfte, unbeschwerte Freude, die man früher hatte, die ist natürlich weg. Die kommt wahrscheinlich auch nicht wieder.”1

Er ist von Anfang an sehr ehrlich zu sich. Er redet sich nicht ein, dass es auf alle Fälle gut ausgehen wird. Seine Hoffnungen erstrecken sich auf zwei, vielleicht drei “gewonnene” Jahre. Er weiß schon, dass er vielleicht nicht mehr Zeit hat als das. Deshalb überlegt er sich, ob er doch noch ein Kind mit seiner Freundin Aino haben möchte, diese ist zu dem Zeitpunkt erst 27 Jahre alt. Diese Gedanken bleiben allerdings vage. Die beiden heiraten aber im Sommer 2009. Die Ehe soll “das ganze Leben” halten, Schlingensief formuliert es wohl bewusst so offen, aber auch so lebensbejahend. Denn das ist die andere Seite seiner Aufzeichnungen: Er spürt, wie schön das Leben ist, wie sehr er liebt zu leben, und dass einfach jeder Tag ein neuer ist, auch und gerade wenn man nicht weiß, wie viele (gute) Tage man noch haben wird. “Wir machen uns dann eine richtig schöne Zeit, erleben kleine Sachen und freuen uns, dass wir sie erleben: Das ist eigentlich die Hauptsache: das Große im Kleinen.”2 Da ist ein Abendessen mit Freunden in der Pizzeria das reine Glück, was man sonst für selbstverständlich nimmt; das neben Aino einschlafen, das einfach aus dem Fenster schauen.

Sehr schön auch dieses, wie er über den Schmerz auch anderer Menschen schreibt:

“(…) Einschnitte sind natürlich, dass man verlassen wird, dass ein geliebter Mensch stirbt, dass man einen Unfall hat oder eben eine Krankheit bekommt. (…) aber ob der Mensch das auch wissen will, ob das Momente des Nach- und Umdenkens werden, ist eben so fraglich. (..) Diese Leute haben doch auch alle ihre Einschnitte, ihre Wunden. Warum zeigen wir sie uns nichts gegenseitig. (…) Wer seine Wunde zeigt, dessen Seele wird gesund”3

Das ist keine leichte Kost, Schlingensief erzählt, wie oft er weint, wie oft er verzweifelt ist, wie oft er nicht mehr kann, aber auch davon, wie er trotz allem noch sein Leben genießt, wie er einfach immer weiter denkt. Der letzte Eintrag datiert im Dezember 2009, auf dem Weg zu einer neuer Untersuchung, die ihm sagen wird, wie lange er noch hat. Man spürt zwischen den Zeilen förmlich doch noch, entgegen allem, eine kleine Hoffnung. Im August 2010 ist er gestorben. Aber er hat uns nicht nur alle seine Projekte hinterlassen, sondern auch dieses offene, ehrliche, total poetische Buch.


  1. Christoph Schlingenschief: So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein, Seite 70 ↩︎
  2. a.a.O, Seite 70 ↩︎
  3. a.a.O. Seite 238f. ↩︎

Juni-Sonntag

Heute erste Grillerei des Jahres.

Vorher:

Man beachte den wunderschönen Tischläufer im griechischen Stil (von H&M Home, unbezahlte Werbung), mir gefällt er einfach so gut

Mittendrinnen: Sehr gut gegessen.

Nachher:

Ich um 15.01 nachdem das Formel 1 Rennen in Monaco um 15.00 Uhr gestartet wurde und Max Verstappen am Start stehengeblieben ist.

Es war dann nicht mehr so extrem verlockend für mich persönlich, zumal der Moderator meinte, er will ja keine Zuseher vergraulen, aber das letzte geglückte Überholmanöver, um die Führung beim Monaco Grand Prix in Monaco zu übernehmen, fand im Jahr 1985 (sic!!!) statt. Ich meine, da war ich neun Jahre alt, neun Jahre! Harhar. Nachdem ich zwei Stunden gelesen, in die Gegend geschaut und geschlafen habe, war das Rennen wegen diverser Unterbrechungen immer noch nicht aus.

Später dann noch Maturazeugs wiederholen bzw. abprüfen – “wir” haben aber noch über eine Woche Zeit, insofern derweil keine große Aufregung.

Außerdem meinen ersten Urlaub seit 2019 gebucht. Erstaunlicherweise freue ich mich richtig darauf, obwohl mir das Wegfahren jetzt auch nicht wirklich gefehlt hat.

An jemand denken, der fehlt. Schöne Gedanken.

Gute Nacht.

PR für Josh O’Connor

Nächste Woche werde ich die Pressevorführung des neuesten Steven Spielberg Films Disclosure Day besuchen – der auch bereits kommende Woche dann schon anläuft, das heißt, das Review muss schnell geschrieben werden. Ich freue mich schon sehr darauf.

Einerseits Spielberg: Jein. Ich mag einige seiner Film sehr gern, bei manchen bin ich ein bisschen indifferent und beim letzten, The Fabelmans, habe ich mich gefragt, ob ich an dem Film irgendwas nicht verstehe, oder ob er tatsächlich so krude und unentschlossen ist wie ich glaube, dass er ist, harhar. Kommt selten vor, aber es gibt Filme, die laufen wirklich so komplett an mir vorbei, dass ich noch nicht mal sagen kann, ich finde sie schlecht, sondern, ich fühle einfach überhaupt nix.

Andererseits: Josh O’Connor, der in Disclosure Day eine der Hauptrollen spielt. Und ich mache jetzt wieder unbezahlte PR Arbeit. Meiner Ansicht nach ist Josh O’Connor der derzeit beste männliche global bekannte Schauspieler unter 40. Ich kann nicht Hollywood-Schauspieler sagen, weil er ist Engländer – hört man, wenn er Sundance sagt, nämlich Sundaaance und nicht Sundeeence – und weil er bis dato, bis eben zu dieser Spielberg Produktion das große Blockbuster Kino vermieden hat. Einem breiteren Publikum ist er wahrscheinlich durch seine Verkörperung des jungen Prinz Charles in der Serie The Crown bekannt.

Tatsächlich ist er extrem wandlungsfähig und hat eine Vorliebe fürs Indie-Kino. Er hat mit der (tollen) italienischen Regisseurin Alice Rohrwacher La Chimera gedreht, für den er auch Italienisch gelernt hat, ich mein, wie super, ich denke, er hat einen besseren Akzent als ich harhar. Es geht in dem Film um einen englischen Kunsträuber, dargestellt eben von ihm, der bei einem neuen Coup seinen persönlichen Liebesschmerz aufarbeitet und es ist so sperrig-schön, ich sage nur magischer Realismus. Derzeit dreht er wieder mit ihr. Er hat in Luca Guadagninos Challengers einen der Beteiligten an der Dreiecksgeschichte gespielt, einen totalen Strizzi Tennisspieler und ich war sofort in seinem Team. Er hat den sonst ein bisschen faden The Mastermind komplett getragen, er hatte die Co-Hauptrolle im neuen Knives Out Wake Up Dead Man und zu History of Sound, wo er neben Paul Mescal in einer homosexuellen Liebensgeschichte spielt meinte Pia Reiser, nachdem O’Connor zur Mitte des Filmes verschwindet: “Wir sehen Paul Mescal dabei zu, wie er Josh O’Connor vermisst und wir verstehen ihn, wir vermissen ihn auch, weil er der soviel bessere Schauspieler ist.” Harhar. Nix gegen Paul Mescal, ich (und Pia) mag den auch sehr, aber O’Connor spielt halt in seiner eigenen Liga.

Ach ja und er war mal als neuer James Bond im Gespräch. Da geht es mir ein bisschen so wie mit Disclosure Day jetzt. Ich denke mir, es wäre toll, wenn er bekannter werden würde als er jetzt ist, weil er es verdient hat und weil ihn viel mehr Menschen kennen sollten; andererseits will ich ihn lieber in irgendwelchen crazy Arthouse Filmen sehen als in einer Prestige-Großproduktion. Ach ja. Wie auch immer, ich werde euch dann erzählen, wie ich seine Ausflug ins Blockbuster Fach fand.

…und ich hoffe, er unterschreibt nie bei Marvel…

Feiertag

Den heutigen Tag habe ich teilweise im Literaturmuseum Wien verbracht. Hui, diese Woche ist die Woche der Ausstellungen bei mir.

Es gibt dort nämlich gerade eine über Thomas Bernhard, über die ich ein anderes mal erzählen werde. Spoiler: Ihr könnt sie aber auf alle Fälle schon mal anschauen gehen, sie ist genauso gut gemacht wie die letzten Ausstellungen, die ich dort gesehen habe – nämlich eine über Ingeborg Bachmann und eine über Herkunft. Ich habe heute zwei Stunden im Museum verbracht.

Zum Abschied etwas von Grillparzer zum Nachdenken

Anschließend bin ich ins Vapiano Mittagessen gefahren, ich habe immer noch Gutscheine und das ist das beste Lokal zum alleine essen gehen finde ich, weil es jedem wurscht ist, wenn man solo dort sitzt. Und ich liebe einfach das Pilzrisotto.

…und bestes Zitronen Minze Soda

Am Nachmittag habe ich das erst gestern ausgeliehene Schlingensief Buch auch schon wieder fertiggelesen. Es ist schön, sehr erschütternd und traurig natürlich auch. Aber es ist auch sehr positiv, was Schlingensief da über das Leben reflektiert, ich mag seine Art der Wahrnehmung und des darüber Berichtens sehr.

Ein feiner Tag.