Jetzt kommen wir zu einem diesjährigen Geheimtipp oder wie nennt man das, wenn alles sagen, das gewinnt? Ach ja, Favorit. Harhar. Finnland ist tatsächlich dieses Jahr der Favorit auf den ESC Sieg. Die Nerds wünschen sich schon lange einen ESC in Helsinki, weil Schweden kennen sie in- und auswendig, und diesmal stehen die Chancen richtig gut.
Was ist zu Finnland als ESC Nation zu sagen? Nun was für die tschechische Republik eine gewisse Subtilität, ist für Finnland der Holzhammer. Zimperlich sind die meisten finnischen Beiträge zumindest des letzten Jahrzehnts nicht gewesen, allen voran natürlich Käärijä mit Cha Cha Cha, ein richtiger Fan Favorit und sofortiger Kultsong, der sich am Ende nur Loreen geschlagen geben musste. Aber auch Blind Channel (nicht mein Geschack) mit Dark Side waren laut. The Rasmus wurden mit Jezebel aus der Versenkung geholt und vom letzten Jahr ist uns Erika Vikman noch in sehr lebhafter, brachialer Erinnerung. Der einzige finnische Siegersong bisher, Lordi mit Hard Rock Hallelujah aus dem Jahr 2006, war ebenfalls ein Kracher.
Dieses Jahr tritt Finnland mit einem, wie könnte es anders sein, Castingshow Teilnehmer namens Pete Parkkonen an, flankiert von der Stargeigerin Linda Lampenius. Zwischen den beiden liegt übrigens ein Altersunterschied von 20 Jahren und im Merci Cherie Podcast meinte jemand, das sähe man ihnen gar nicht an. Da möchte ich hinzufügen: Ja, aus zehn Metern Entfernung nicht. Wenn man etwas näher kommt, sieht die Sache ein bisschen anders aus, harhar.
Alkis meinte im Podcast auch, die Violinistin wäre etwas unterfordert, was ihre Aufgabe hier betrifft. Aber egal, denn wie wir aus Love Love, Peace, Peace, der Handlungsanleitung zum Schreiben eines ESC Siegersongs wissen: “Nothing says winner like a violin.” Mir fallen mindestens vier Siegertitel mit Geigenbegleitung ein. Und dazu heißt der Song übersetzt auch noch “Flammerwerfer”, also wieder mal das Element Feuer im Titel. Der für nicht-Finnen ziemlich unaussprechliche Titel ist vielleicht das stärkste Handicap dieses Beitrags.
Der Song ist jedenfalls ziemlich catchy. Ich wusste nicht, dass man so aggressiv Geige spielen kann. Dazu lange blonde Extensions (würde ich sagen), ein silbernes “Kleid”, er im existentialistischen schwarz, das Hemd nachlässig geknöpft, irgendwann fängt es auf der Bühne zu brennen an…Das ist alles mögliche, nur kein Understatement. Es ist jetzt nicht so, dass der Song nach meinem Herzen greift, aber ganz entziehen kann ich mich dem ganzen Drama auch nicht.








