almis personal blog

ESC Australien 26

Australien, unser Lieblingsland in Europa, ist seit 2015 beim ESC dabei, also seit dem Songcontest aus der Wiener Stadthalle. Sie haben mit sehr gefälligem Pop begonnen und gleich einmal den fünften Platz belegt, sicher auch ein bisschen als “warm welcome” gemeint. Nach einigen Jahren hat das Land dann aber festgestellt, dass mit eingängigem Pop alleine kein Staat zu machen ist. Die Popera Künstlerin – jemand nannte sie ESC Prinzessin – Kate Miller-Heinke (plus Backgroundsängerinnen) wurde daraufhin auf einer meterhohen, herumschwingenden Stange platziert und dabei hat sie postnatale Depressionen besungen. Ja! will man Australien da zurufen, jetzt nähern wir uns der Sache an, harhar Erstaunlicherweise holte diese ikonische Performance “nur” den 9. Platz.

Danach wurde es etwas experimentell. Die Sängerin Montaigne konnte wegen den Reisebeschränkungen 2021 nicht nach Rotterdam und schickte ein Video, das nicht nachbearbeitet werden durfte. Sie bewies leider eindrucksvoll, dass dem tatsächlich so war, denn es klang ziemlich schief. Australien schied erstmals im Semifinale aus. 2022 hatten wir mit Sheldon Riley und Not the same die überfällige Selbstermächtigungshymne, während 2023 mit Voyager echt Spaß machte, inklusive Toyota M2 aus den 1980er Jahren auf der Bühne. Im Jahr darauf erinnerte sich Australien an seine Aborigines-Wurzeln und schickte das Lied One Milkali (One Blood) dessen Vibe war: Wir haben uns alle ur lieb, wir sind sind nonbinär und naturverbunden. Ja von mir aus, aber ein interessanter Song wäre mir lieber gewesen, harhar. Über letztes Jahr können wir gern den Mantel des Schweigens breiten.

Heuer ist Australien zurück mit der ganz großen Geste.Eclipse von dortigen Superstar Delta Goodrem, die auch, wie praktisch jeder, den man aus Australien kennt, in der Serie Neighbours mitgespielt hat, ist ohne Frage ein “perfekter” Song. Goodrem ist schön, braungebrannt, und barfuß, trägt im Video ein goldenes “Kleid” in der Wüste, singt super, sicherlich auch live. Aber obwohl Australien heuer tatsächlich zum Favoritenkreis für den Sieg gehört: Es ist schon auch ein bisschen zu poliert, zu wenig überraschend, da fehlen mir persönlich die Ecken und Kanten.

Der Song ist ein bisschen so wie ihr Kleid – da ist sie nicht nackt drunter, mit dementsprechendem Risiko, wenn der Wind geht harhar, sondern sie hat diese hautfarbene Stoffschicht eingezogen, damit nix schiefgeht. Das ist mir zu aseptisch und auf Sicherheit bedacht. Weniger wäre hier tatsächlich im doppelten Sinn besser gewesen.

Yellow

Heute in der Früh aus einem dieser so schönen Träume aufgewacht, die sich so echt und innig anfühlen und von denen man schon im Schlaf weiß, dass sie leider nicht real sind. Wie viele Wendeltreppen bin ich schon hinaufgelaufen…

Den ganzen Tag im Freien verbracht und das Motto war irgendwie gelb.

No playing: Yellow by Coldplay

Ich hatte ein semi-gelbes Shirt an, ich habe das gelbe Buch von Lena Dunham gelesen (es ist so gut!) und auf Empfehlung des Kindes das neue gelbe Red Bull (Sudachi-Lime) getrunken. Es schmeckt tatsächlich nach Sommer in den 1980er Jahren, und das ist was gutes.

Habe mich noch etwas erholt, denn die nächste Woche wird bekanntlich ein bisschen aufregend, aber bei “uns” geht die Matura erst Dienstag los. Und deswegen wird morgen was Gutes gekocht und nochmal in Ruhe alles wiederholt.

Und heute träume ich hoffentlich wieder.

Girls

Apropos Lena Dunham, nachdem ich jetzt die erste drei Staffeln von Girls gesehen habe und parallel ihre Autobiografie lese, ein erstes Zwischenresümee.

Spoiler möglich

Dunham spielt ja in dieser Serie quasi ihr Alter Ego, eine junge Frau namens Hannah Horvath, die drei enge Freundinnen hat, und das erinnert natürlich jeden, der in den 2000er Jahren irgendwann einmal einen Fernseher aufgedreht hat, sofort an Sex and the City. Sehr raffiniert und auch sympathisch baut Dunham diesen Einfluss gleich in der Pilotfolge ein, als wir erstmals die Wohnung ihrer Freundin Shoshanna sehen, da hängt nämlich ein riesiges SatC Poster. Gleichzeitig ist die Ausgangslage aber eine ganz andere. Die Frauen aus SatC sind mindestens zehn Jahre älter als die aus Girls. Sie wissen zwar nicht so genau, was sie von Männern wollen, aber sie haben gute Jobs, tolle Wohnungen, superchice Kleidung und Geld ist (selten) ein Thema. Wir sehen auch ein ganz anderes New York, das ja in SatC oft als fünfter Hauptdarsteller bezeichnet wird, nämlich ein fast ausschließlich pittoreskes, in schönen Parks und Bars und Hotels und Restaurants.

Girls zeigt vier junge Frauen, die noch gar nicht wissen, was sie generell vom Leben erwarten, was sie beruflich machen sollen und überhaupt. Natürlich haben sie dasselbe Männerproblem wie in SatC, aber Männer stehen nicht so direkt im Vordergrund. Die ziemlich gute Prämisse ist hier nämlich, dass Hannah von ihren Eltern “an die Luft” gesetzt wird. Bei einem Abendessen eröffnet ihr die Mutter Lorreen (Becky Ann Baker) – die mir sofort unsympathisch ist (harhar), aber der man zu Gute halten muss, dass sie auch äußerlich eine absolut “untypische” Serienmutter verkörpert, was ja wieder interessant ist – dass sie und Hannahs Vater ihre finanzielle Unterstützung einstellen. Der Vater Tad (Peter Scolari) ist natürlich viel zu lieb und gutmütig, man weiß sofort, wer die Entscheidung getroffen hat, die Dynamiken dieser Familie liegen offen auf dem Tisch. Hannahs Ex-Freund Elijah bemerkt bald einmal “Your father is gay” – und circa 20 Folgen später wird sich Tad auch als gay outen, worauf Elijah zu Hannah sagt, er habe ihr das schon vor langer Zeit gesagt und sie so: “You never said that” und wir als Zuschauer: Dooooch, hat er! Sowas mag ich ja sehr. harhar.

Jedenfalls will Hannah schreiben, aber sie weiß gleichzeitig, dass das kein Job ist (ach ja) und wir sehen ihr dann dabei zu, wie sie dieses Problem angeht. Hannah hat außerdem nicht die typische Hollywood-Seriendarstellerinnen Figur zumindest damals vor Body Positivity, sie trägt nie Stöckelschuhe, die Wohnungen sind oft ein bisschen chaotisch und schauen halt aus, wie normale Wohnungen ausschauen und Schausplatz ist nicht Manhattan, sondern Williamsburg. Diesen Stadtteil kenne ich aus der Serie Unorthodox, er ist bekannt für seine (ja eben) ultaorthodoxe jüdische Gemeinde. Ultraorthodox ist in Girls niemand, die Religion schimmert nur ein bisschen durch, am ehesten natürlich bei Shoshanna Shapiro, deren Name das ja auch suggeriert. Aber ich würde sagen, so kulturell und “Vibe-mäßig” ist da schon viel jüdisches dabei, während das Judentum in SatC ja irgendwie so etwas exotisches war, man erinnert sich, als Charlotte wegen ihres Mannes konvertiert ist.

Ach ja und noch schnell die Männer, also besonders Adam Sackler (Adam Driver), der Typ, mit dem Hannah eine ziemlich eigenartige Beziehung führt. Das ist ja das lustige, wenn man die Serie erst 15 Jahr später sieht und Driver aus Star Wars, Marriage Story und vielen Jarmusch Filmen kennt. Hier ist er in der ersten Staffel quasi durchgehend kaum bekleidet und ein richtiger Arsch, so auf den ersten Blick. Aber bei manchen Menschen lohnt es sich, genauer hinzusehen, weshalb sie sich so verhalten und so ist Adam bei genauerer Betrachtung natürlich auch viel mehr als dieser erste Eindruck.

Soweit mal fürs erste.

Erster Mai

Ein 1. Mai zwischen…

… die Blumenpracht genießen und im Liegestuhl chillen

Meinen Roman überarbeiten – writing is re-writing, wie schon mein Englischprofessor immer sagte. Vieles passt schon, manches ist noch nicht ganz am Punkt.

Wiederholung der Textsorten für die Deutschmatura am Dienstag (hui!) mit dem Kind. Freu mich, wenn er meine diesbezügliche Expertise (harhar) in Anspruch nehmen möchte.

Famesick lesen, die Memoiren von Lena Dunham – habe ich gestern bekommen und ich war sofort am Haken. Ich meine alleine wegen dieses einen Satzes, in dem Dunham beschreibt, wie sie das erste Mal das Studio von HBO besucht. HBO, der Sender, der dann später ihre eigene Serie Girls produzieren wird: “Looking around the double-height lobby, with posters of shows that formed me The Sopranos, Sex and the City and Six Feet Under, whose finale I could still weep about on command.” Same! Das beste Serienfinale, das ich kenne, die letzten fünf Minuten sind einfach so unbeschreiblich schön (traurig/tröstlich gleichzeitig).

Viel an jemand denken, natürlich auch bisschen aufgewühlt.

Ein guter Tag

Letzter Schultag

So, heute ist tatsächlich der letzte Schultag gewesen, morgen nur noch Maturastreichtag. Etwas, das so Gen X-er wie ich nicht verstehen, aber das ist das Privileg der Jugend, das sie Dinge macht, die die Alten nicht kapieren müssen.

Was mich verwundert hat ist, dass die achte Klasse jetzt doch nicht soo easygoing war, wie ich nicht müde wurde das im Vorfeld zu prophezeihen. Betrifft jetzt nicht mein Kind, aber allgemein. Es haben nicht alle das Jahr geschafft, es gab doch einige Entscheidungs- und Nachprüfungen in allen möglichen Fächern, bis gestern noch.

Ich schreibe meiner Freundin: Bitte, das war doch bei uns nicht so, bei uns sind doch in der 8. alle durchgekommen.

Sie: Bei uns war aber keiner so schlecht, als dass es Thema gewesen wäre.

Ich: Doch, ich.

Harhar, na wirklich. Wie ich auch nicht müde werde zu erzählen. Mein Semesterzeugnis in der 8. Klasse war mein bestes Zeugnis des gesamten Gymnasiums. Und auf die Mathe Matura hatte ich einen Dreier, um einen Punkt den Zweier versäumt, was meine beste Mathenote seit der allerersten Schularbeit im Gymnasium war.

Ich weiß noch, als ich nach der Mathe-Matura die Schule verlassen habe und der Freund meiner Freundin, der beim Tor auf sie wartete, zu mir sagte: “Bitte das ist das erste Mal, dass du nach irgendeiner Art von Mathe-Prüfung glücklich aus der Schule kommst.” Klingt wie aus einem Christine Nöstlinger Roman, dieser Satz wurde aber tatsächlich gesagt.

Mein Kind hat bis dato (!) harhar keine Schulprobleme gehabt und dafür bin ich wirklich sehr dankbar.

ESC Italien 26

Kommen wir zu meinem Lieblingsland beim ESC: Italien.

Italien hat ja sein San Remo Festival, das den Italienern tatsächlich viel wichtiger ist als der Song Contest. San Remo ist kein ESC Vorentscheid, selbst wenn das auch Menschen, die es besser wissen müssten, immer wieder behaupten. Aber dem Sieger wird der Einfachheit halber halt angeboten, zum ESC zu fahren, was dieser allerdings nicht immer tut, zum Beispiel voriges Jahr. In diesem Fall kommt der Zweitplatzierte an die Reihe. Italien hatte von 1998 bis 2010 eine längere ESC Pause, aber seit sie zurück sind, waren sie bis auf zweimal immer in den Top 10 (diese beiden Male performten übrigens Frauen ähm) und was noch erstaunlicher ist, mit ganz unterschiedlichen Genres. Wir hatten natürlich Pop, wir hatten Popera, wir hatten Cantautore, wir hatten Jazz, wir hatten Indie, Rap und sogar Rock – Maneskin haben nach ihrem Sieg 2021 tatsächlich eine globale Karriere gemacht. Und ich war bei ihrem Konzert in der Stadthalle 2023.

Auch dieses Jahr gab es irrsinnig tolle und innovative Musik beim San Remo Festival. Gewonnen hat allerdings Sal Da Vinci, harhar.

Sein Song “Per sempre si” (Für immer ja) ist eine Ode an die lebenslange Liebe und insgesamt extrem schmalzig, schlagerig und auch schon ein bisschen angestaubt. In der ESC Facebook Gruppe schrieb die Journalistin Eva Haslinger, er hätte Heiratsschwindler-Vibes und ich finde diese Formulierung immer noch genial, weil sie so sehr ins Schwarze trifft.

Sal da Vinci selbst – ich weiß nicht, wie man den schönen Namen Salvatore tragen kann und sich dann “Sal” nennt – ist heuer einer der ältesten Teilnehmer, was ja super ist, dass auch Menschen weit jenseits der 50 langsam beim ESC sichtbar werden. Dass er in Würde altert, würde ich jetzt aber nicht unbedingt behaupten harhar, dafür ist er zu braun gebrannt, die Zähne sind zu weiß, die Haare zu schwarz bzw sind es auch viel zu viele, es ist hier alles einfach “too much”. Und das ist dann schon wieder so penetrant, dass es irgendwie doch wieder typisch italiensch ist, so nach dem Motto: Mir doch egal, ich ziehe hier mein Ding durch, ganz egal was andere davon halten. Und das finde ich ja ziemlich sympathisch.

Der Song ist natürlich total aus der Zeit gefallen, aber wie jemand beim ESC Compact Reaction sagte: “Aber schau dir doch die heutige Zeit mal an, da bin ich doch froh, wenn ich an eine andere Zeit erinnert werde.” Und auch wenn das witzig ist, hat es doch im Kern eine Wahrheit. Und insofern stehen die Chancen nicht schlecht, dass Italien auch heuer wieder recht weit vorne landen wird.

Speak no Evil

Apropos Horrorfilm, vorige Woche habe ich im Streaming Speak no Evil nachgeholt, das amerikanische Remake eines erst zwei Jahre zuvor erschienenen dänischen Films, der, so sagten mir einige, wirklich absolut grausam und verstörend sei. Und mir ist schon klar, dass solche US-Remakes meistens ein Abklatsch und ein bisschen auf Massentauglichkeit gedrimmt sind, aber ehrlich gesagt vertrage ich bei Horrorfilmen so wenig, dass mir das in dem Fall auch schon irgendwie reicht, harhar.

Worum geht es? Zwei englische Familien, mit je einem halbwüchsigen Kind mit “Handicap” lernen sich im Urlaub in der Toskana kennen. Louise und Ben, wohnhaft in London, gehen gerade durch eine veritable Krise, weshalb sie auf die joviale Art des anderen Vaters, Paddy (James McAvoy) anspringen, und mit dieser Familie Zeit verbringen, ehe Paddy sie am Ende des Urlaubs kurzerhand für ein paar Tage zu ihnen nach Südengland einlädt. Als sie zu dieser Reise aufbrechen, nimmt das Schicksal seinen Lauf….

ACHTUNG GRÖBERE INHALTSSPOILER FOLGEN

Also erstmal: Bei mir fängt der Horror hier nicht mit den naja, “Gewohnheiten” eines Serienmöders an, sondern schon viel, viel früher. Ich meine Paddy würde ich im echten Leben keine fünf Minuten aushalten. Er ist der Typ Mensch, der jedem Gegenüber permanent die Welt erklärt, das aber auf so eine pseudo-kameradschaftliche, gönnerhafte Art. Er ist unfassbar nervig und für mich absolut unausstehlich, und das hätte jetzt mich persönlich tatsächlich vor seinen weiteren Taten gerettet, weil mir wäre nicht im Traum eingefallen, zu diesem Trottel auf Besuch zu fahren, harhar.

Wobei man sagen muss, auch Louise ist Paddy nicht wirklich ganz koscher, aber sie merkt, dass ihr schwermütiger Mann immer aufblüht, wenn er mit Paddy zusammen ist. Und so reist die Familie eben hin und das Haus von Paddy und Co ist natürlich komplett entlegen und fernab von jeder Zivilisation, Handyempfang gibt es auch keinen, was nie ein gutes Zeichen ist, siehe Heretic, The Menue, Triangle of Sadness et al. Und dann bleibt Speak no Evil relativ lange ein Horrorfilm, wie ich ihn mag. Die bedrohlichen Elemente sind nämlich sehr subtil, aber genau deshalb so wirkungsvoll. Da ist zum Beispiel die Bettwäsche in den Gästezimmern dreckig. Da kommt spontan ein “Babysitter” für die Kinder, der nicht unbedingt vertrauenserweckend wirkt. Da lädt Paddy einmal zum Essen in ein Lokal ein und lässt dann frech Ben die Rechnung übernehmen. Da findet Louise ihre Tochter eines nachts im Bett der Gastgeber.

Am Schlimmsten aber ist, wie Paddy seinen eigenen Sohn behandelt. Grob, ohne jegliche Empathie, damit “einmal etwas aus ihm wird.” Die Aussage ist besonders lächerlich, da kurz zuvor klar wurde, dass Paddy nicht bei Ärzte ohne Grenzen ist, was der dem anderen Paar in Italien erzählt hat und was natürlich jemandem irgendwie einen Vertrauensvorschuss gibt, weil man denkt, das muss ja dann ein “guter” Mensch sein; nein, Paddy verdient Geld mit Verkauf von Gras und diversen Betrügereien. Und natürlich haben wir dann auch das Motiv der versuchten Flucht der Besuchsfamilie, was aber, klassisch, durch eine Kleinigkeit vereitelt wird, damit wir den entsprechenden Showdown erhalten. Auf den Showdown könnte ich ja immer irgendwie verzichten, aber davor macht der Film für mich schon einiges richtig.

Ich glaube, ich schaue mir jetzt doch noch das dänische Original an.

Am Semmering

Für alle, die es nicht erraten haben: Ich war gestern am Semmering, auf eine Feier zu einem 55. Geburtstag.

Tradtionelle Semmering-Architektur

Das Geburtstagskind arbeitet dort im Semmering 2026+ Projekt mit, das die Gegend revitalisieren soll/will und deshalb gab es nicht eine Feier im herkömmlichen Sinn, sondern zuerst mal einen dreistündigen Kulturspaziergang, von der Passhöhe bis zum Golfplatz. Ich hab mir zuerst ehrlicherweise gedacht, au weia, das mag ich ja nicht soo gern, wenn man irgendwo landet, wo man dann am Ende nur mit einem Shuttle zurück zum Auto bzw. Bahnhof gebracht werden kann, das ist so ein typisches Horrorfilm Szenario harhar, aber es war wirklich sehr kurzweilig und nett und lustig.

Das bekannte Hotel Panhans

Dazu kam, dass ich einige Personen, die ebenfalls eingeladen habe, schon ungefähr zehn Jahre nicht mehr gesehen habe. Und ich habe das Gefühl, sie haben ein paar meiner “Versionen” gar nicht mitbekommen bzw. ich auch ihre nicht. Und manchmal tut mir das leid, dass sie manches nie kennengelernt haben, aber an diesem Nachmittag wars “egal”, ich war einfach ich und sie waren sie und das reicht. Dazu kam, dass bei letzten Treffen gefühlt lauter Volksschüler herumsprangen und jetzt die “Kinder” alle so gut wie erwachsen sind und an einem Samstagnachmittag ganz andere, eigene Pläne haben.

Das Sporthotel

Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage, aber ich habe kaum Fotos gemacht, weil ich so mit Plaudern beschäftigt war, harhar. Gottseidank kriegen wir dann irgendwann noch offzielle Fotos, wo wir vor allem beim Essen waren, sicher sehr vorteilhaft, harhar. Ich habe lange mit I. geplaudert, und mich mit C. lebhaft über den Songcontest unterhalten, wir kennen schon alle Songs und hören dieselben Podcasts, er war damals auch in der Stadthalle 2015 dabei; wie ich kotzen auch ihn die ganzen Demos und politischen Debatten etcetera an, aber wir haben beschlossen, wir lassen uns in unserer ESC Whatsapp Gruppe den Spaß nicht madig machen und schauen einfach wie immer “gemeinsam”.

Das Südbahnhotel, wo Paulus Manker “Alma” aufführt und wo man auch super eine Neuadaption von “The Shining” drehen könnte

Bei der Führung wurde uns vor allem, wie man sieht, die Geschichte der alten Hotels in der Region näherbrachte, die alle renoviert wurden/werden, aber noch geschlossen sind, aber im Zuge des Semmering neu denken Projektes einen zweiten Frühling erleben sollen. Mich interessiert das ja sehr, das Wort “denkmalgeschützt” hat für mich einen sehr schönen, auch ein bisschen schmerzlichen Beigeschmack und das wird vermutlich eh immer so bleiben. Es gibt Dinge, die man erlebt, die einen nie wieder ganz verlassen werden (und das ist auch gut so, denn das zeigt, wie viel sie bedeuten haben und immer noch bedeuten).

Endstation Golfplatz

Am Schluss landeten wir auf dem Golfplatz, wo wir irgendwelche alkoholischen Hipstergetränke bekamen und ein Foodtruck für das leibliche Wohl sorgte. Das Essen – kleine Portionen von verschiedenen Gerichten wir Lachwraps, Flammkuchen, Pulled Pork Burger, Asia Nudeln, Backhendel – war wirklich sehr, sehr gut. Und ich bin natürlich eine emanzipierte Singlefrau, die eh immer irgendwie alles alleine macht, aber ich fand es schön, dass mir diesmal das Essen gebracht wurde, und ich einfach auf der Wiesen sitzen bleiben konnte, harhar.

Pulled Pork Burger

Danach wurde es kühl und müde war ich auch schon sehr. Indoor wurden aber noch Geschenke ausgepackt und sich am Holzofen gewärmt, bevor sich die Gesellschaft dann langsam auflöste und ich irgendwann in mein Bett im Garten plumpste.

Sneak Peek

Den Tag heute hier verbracht:

Entweder man weiß bescheid, man googelt oder wartet einfach bis morgen, bis ich mehr davon erzähle, harhar.

Jetzt bin ich nämlich nach stundenlang gehen und stehen und reden und essen und trinken – es war ein Geburtstagsfest – komplett fix und fertig und schaff es nur noch, ins Bett zu gehen. Aber sehr fein wars.

Gute Nacht.