almis personal blog

Backrooms

“Backrooms” ist ein Internetphänomen, das ich gerne erklären würde, aber selbst nicht ganz verstehe, harhar. Aber jemand hat wohl so um 2019 herum mal einen “Backroom” eines Möbelhauses in einem Forum gepostet und dieses Foto ging viral und andere Menschen konnten sich mit ihren Bildern von Backrooms beteiligen. Backrooms sind so eine Art Parllelwelt aus monotonen, ziemlich leeren Innenräumen, aus denen in weiterer Folge diverse Mythen und Games entstanden und jetzt aktuell auch der erste Spielfilm vom sehr jungen Regisseur Kane Parsons (geboren 2005!), der sich schon länger auf seinem youtube Kanal damit beschäftigt.

Kurz zum Plot des Films Backrooms. Clark (Chiwetel Ejiofor) der Inhaber eines etwas in die Jahre gekommenen Möbelhauses, in dem er aktuell auch wohnt, weil seine Frau ihn aus seinem eigenen Haus geworfen hat, und der deswegen auch gerade eine Therapie bei Mary (Renate Reinsve) macht, entdeckt eines nachts, als er sich gegen eine Wand lehnt und quasi aus der Realität rutscht (“no clipping” in der Internetsprache), dass es im Keller seines Geschäfts noch weitere Räume gibt….

ACHTUNG SPOILER MÖGLICH

Unfassbar gutes Filmplakat harhar

Nun ist Backrooms schon jetzt so ein enormer kommerzieller Erfolg, der erfolgreichste Film des aufstrebenden Hipster Filmstudios A24, dass man denken könnte, dieser Horrorfilm ist ein besonderer Crowdpleaser oder leicht konsumierbar. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Backrooms ist enorm avantgardisisch, und kippt sehr oft ins skurill-groteske. Es gibt kaum blutrünstige Szenen und auch Verfolgungsjagden sind nur sehr dosiert eingesetzt. Dafür herrscht hier ganz viel subtile Creepyness. Meine persönliche Referenzgröße hier ist David Lynch. Es gibt eine Szene, wo, glaube ich jeder, der man Twin Peaks gesehen hat, sofort an diese Serie denken wird. Und das ist eine gute Sache, Twin Peaks war großartig.

Während Backrooms fühlt man sich unwohl und kann gar nicht so leicht erklären, wieso man so empfindet. Warum diese komisch verwinkelten senfgelben Räume mit den grauslichen Teppichböden und dem ganzen Klumpert, was da und dort herumkugelt, einen so nervös machen. Hier und da sind unmotiviert alte Sesseln zusammengestellt, es gibt Räume mit unordentlichen Haufen von Kleidungsstücken, es gibt Stop-Schilder und ab und zu Lautsprecher, aus denen verschiedene Sprachen unerständliches Zeug sprechen. Es gibt Schatten und undefinierbare Geräusche. Vor allem gibt es aber eine Menge Leere. Beleuchtet wird das ganze von flackernden und summenden Neonröhren.

Regisseur Parsons hätte uns 110 Minuten auch einfach nur durch diese Räume leiten können und es hätte wahrscheinlich auch funktioniert. Er hat sich aber doch für einen rudimentären Plot entschieden und ich bin froh darüber, weil er damit Empathie mit den beiden Protagonisten erzeugt und wir hier als Zuseher etwas mehr “mitzuleben” haben. Ich bin ihm aber gleichzeitig dankbar, dass dieser Plot nicht komplett auserzählt ist, weil das den Räumen wohl ein bisschen die Mystik oder Faszination genommen hätte (bitte keine zweiten Teil drehen!). Bei Clark und auch Mary – beide Oscarnominierte Schauspieler im nicht mehr jugendliche Alter wie die eigentliche Zielgruppe – kommen gewisse innere Dämonen zum Vorschein, die quasi ihre Entsprechung im Aufsuchen der unergründlichen Backrooms finden. Wenn man sehr forsch ist, kann man diesen Film auch als Kritik an Zersiedelung lesen – das Möbelhaus steht in einer Art Gewerbepark, der außerhalb der Öffnungszeiten nicht nur die Tristesse der Konsumgesellschaft vermittelt, sondern eben wie tot wirkt.

Ganz ehrlich: Ich mochte das erstaunlicherweise sehr.

Protipp: Am wirkungsvollsten ist dieser Film vielleicht im Burgkino, dessen Räumlichkeiten sehr viel Backrooms Charakter haben.

TDDL, zwei

Heute war im Garten ein bisschen accidentally Open House. Obwohl jeder übersprünglich nur kurz oder gar nicht kommen wollte, waren dann doch teilweise fünf Personen gleichzeitig im Pool und zwar recht lange, aber klar, es war auch ziemlich warm harhar. Außerdem gibts bei mir selbstverständlich immer Eskimoeis aus den 1980er Jahren (also die Sorten, nicht seitdem im Tiefkühler befindlich) und Red Bull in allen Farben, vor allem gelb und pink.

Ich habe nebenbei die Ingeborg Bachmann Preisverleihung geschaut, obwohl ich gestern Nacht nur noch drei, vier weitere Texte angeschaut bzw. angehört habe. Interessanterweise aber auch den späteren Siegertext von Lena Schätte Was wir tragen. So quasi ein Coming of Age Text eines übergewichtigen Mädchens. Ich verstehe die Begeisterung darüber, fühle es aber ehrlichweise (noch?) nicht ganz.

Ich fand es aber allgemein wieder extrem amüsant, was Philipp Tingler, der eh mein Lieblingsjuror ist, wieder für Sätze rausgehauen hat. Von „Ich finde, dass Herr Strässle in seiner kleinen Ansprache eben diesen Text auf etwas unterkomplexe Art gelobt hat”. Über: „Die Momente, wo sich dieser Text sehr ernst nimmt, sind die kritischen.” Und „Der Text kann keine Distanz entwickeln, er hat einen Mitteilungsüberhang.” Bis zu: „Ich sehe hier lediglich zwei Frauen, die von einem Hauswartungsproblem überfordert sind.” Ich liebe es!

Die große Frage, die ich mir selbst allerdings stelle, angesichts dessen, dass Juryvorsitzender Klaus Kastberger dieses Jahr seinen Abschied nimmt. Ich empfinde ja sowohl Kastberger als auch Tingler als ziemlich von sich selbst eingenommen, sie wirken auch so, als würden sie sich gegenseitig nicht leiden können. Aber beim einen nervt mich diese in gewisser Weise Großkotzigkeit und beim anderen finde ich es brilliant und total lustig. Warum? Vielleicht, weil man bei Tingler doch irgendwie auch immer eine gewisse Selbstironie dahinter spürt, und auch ziemlich viel Humor, zumindest ich. Und ich glaube, man könnte ganz nett mit ihm auf ein Bier gehen. Oder vielleicht eher auf einen Hugo.

In einem stimme ich aber Kastberger zu, der seinen Lieblingssatz aus dem Bewerb genannt hat und zwar: “Die Torte gab auf”. Den finde ich auch sehr gut.

TDDL 26

Heute hab ich nichts anderes getan, als im Wasser zu sein oder mit komplett nassem Badeanzug am Laptop zu arbeiten. So lange bis der Badeanzug wieder trocken war und ich erneut den Pool ansteuerte. So ließ es sich aushalten

Allerdings bin ich dadurch bisher nicht dazu gekommen, die Tage der deutschsprachigen Literatur wirklich zu verfolgen. Ich werde einiges nachschauen müssen.

Ich habe nur einen Text ganz (plus Jurysiskussion) gehört. Der war aber tatsächlich gut. Und zwar Kirschen, Herz mit Verband von Magdalena Schrefel. Sie beschreibt darin eine Krebsdiagnose bzw. den sprachlichen Umgang damit. Wie übersetzt man die eigene Fassungslosigkeit in Worte? Für sich selbst, vor allem aber auch für andere. Als ich dem Vortrag zugehört habe, habe ich mir gedacht, Schrefel hat in gewisser Weise eine ähnliche Herangehensweise an vernichtende Themen wie ich selbst – wobei ich so eine Krankheit nicht mit meinen Problemen vergleichen will.

Ganz am Ende gibt es einen interessanten Satz, dem ich spontan zugestimmt habe, dann aber festgestellt, dass es so einfach doch nicht ist;

Es gibt bis heute kein bildgebendes Verfahren, bei dem der Mensch als Ganzes sichtbar werden kann, außer das Geschichtenerzählen

Je älter ich werde, desto weniger glaube ich daran, Menschen wirklich kennen zu können. Vielleicht zu einem gewissen Zeitpunkt, in gewissen Zusammenhängen, aber im Grunde bestehen wir alle aus Ambivalenzen und Widersprüchen. Verschiedene Menschen lernen uns womöglich unterschiedlich kennen und würden verschiedene Dinge über uns erzählen.

Der Satz ist trotzdem gut, weil er anregt, genau darüber nachzudenken.

Heiße Tage

Puh, heißeste Tage gerade und gestern Abend sehr unerwartet ein dringendes Projekt bekommen, wo man erstmal eine halbe Stunde am Telefon drüber sprechen muss. Mal wieder eine Forschungsarbeit in englischer Sprache großteils, wo ich auch wissenschaftlich mitarbeiten kann bzw darf, ein ganz spannendes Thema. Das freut mich wirklich sehr.

Davor war ich mit M. noch auf relaxt Mittagessen, denn ich wusste da ja noch nichts davon. Und danach haben wir uns einen Hugo gegönnt, der sehr gut (und relativ günstig) war. Beim Asiaten nämlich. Außerdem habe ich jede Menge ur liebe Geschenke bekommen – der Lesesommer ist unter anderem gesichert.

Ur lieb <3

Habe ich gestern irgendwie eh gebraucht. Manchmal fühlt man sich nicht so super und Fragen, die einen schon Jahre beschäftigen, ohne Antworten ploppen plötzlich wieder auf. Gestern war ich schon so weit, die KI dazu zu befragen und ganz ehrlich, wenn man zu solchen Themen mal die KI befragt, dann kann man sich auch gleich zwangseinweisen lassen. Aber das Beste ist, die Antworten waren ur gut. The rise of the machines doch nicht nur schlecht harhar.

Lasset das Arbeits- und parallel Poolwochenende beginnen. Heute um 21 Uhr war ich jedenfalls endlich im Wasser.

Frühstück Das Vivet

Weiter geht es mit der beliebten Rubrik Frühstücken in Wien. Heute: Das Vivet.

Ich hatte wirklich große Probleme, mir diesen Namen zu merken, ich finde ihn ziemlich sperrig, auch wenn ich weiß, dass der Wortstamm viv– immer irgendwas mit dem Leben zu tun hat, auch im italienischen. Und vivet heißt tatsächlich auf lateinisch er/sie/es wird leben, wie die Homepage auch verrät. Wie auch immer, das Lokal ist auf der Westbahnstraße, ein würde ich sagen ziemlich typisches Bobo-Hipster-instamgramable Cafe, recht nahe bei der U6 Station Stadthalle. Nämlich nicht zehn Minuten Fußweg, wie Google maps mir sagte, sondern eher nur die Hälfte. Das Vivet hat einen kleinen Straßengarten, wo in der Früh allerdings die Sonne recht hinknallt.

Das Lokal habe ich von außen leider nicht geknipst, weil mich die liebe P., mit der ich gefrühstückt habe, um neun dort schon “überfallen” hat. Das heißt, sie hat mich gerufen, ich hab aber nichts mitgekriegt, weil ich Musik gehört habe und dann hat sie mich erschreckt, harhar. Wir haben um 9.30 reserviert, waren aber beide viel zu früh. Und beim Gehen haben wir geplaudert und ich habe auch vergessen. Von innen sieht es aber so aus:

Das Vivet von innen, ziemlich hübsch finde ich

Es gibt, wie für Hipster üblich, den ganzen Tag, also genauer gesagt bis 16.30 (so lange ist offen) Frühstück.

Die Auswahl ist sehr groß, von Pancakes über Bowl, Müsl, Joghurts und sogar Frühstücksburger, bis hin zu diversen Eiergerichten, was ja immer mein persönlicher Favorit ist. Auch heute wieder habe ich mich für Ei entschieden, nämlich Pierres Royal Croissant, P. hatte Eggs Royal und es war beides ausgesprochen gut.

Pittoreskes Frühstück

Wir kennen uns, seit unsere Söhne drei sind, die Themen haben sich über die Jahre geändert, aber lustig haben wir es immer, auch wenn das Leben nicht immer nur ämüsant ist. Gemeinsam nehmen wir es mit Humor.

Danke für den netten Vormittag.

Unsere Seelen bei Nacht

Unsere Seelen bei Nacht ist der letzte Roman des amerikanischen Autors Kent Haruf, der erst mit über 40 Jahren als Schriftsteller debütierte. Sein Eurve ist überschaubar, sechs Romane hat er insgesamt verfasst, weil er pro Buch so sechs Jahre braucht (ich fühle es sehr, harhar) Alle seine Werke spielen in der fiktiven Stadt Holt in Colorado; in dem Bundesstaat, in dem auch er selbst ansässig war.

Unsere Seelen bei Nacht ist ein, finde ich, recht pathetischer Titel für ein Buch, das in einer extrem lakonischen ja fast sachlichen Sprache verfasst ist – vor allem auch für Art von Geschichte, die der Roman erzählen will. Es geht um Addie, eine verwitwte Pensionistin um die 70, die eines Tages die Straße entlang geht um ihren Nachbarn Louis, ebenfalls Witwer, den sie Zeit ihres Lebens, (wenn auch eher oberflächlich) kennt, einen Besuch abzustatten. Bei diesem Besuch schlägt sie ihm vor, dass er von nun abends zu ihr kommen und bei ihr übernachten könnte, um die Einsamkeit, die sie fühlt und die sie auch bei ihm antizipiert zu überwinden…

SPOILER MÖGLICH

Addie geht es bei diesem Vorschlag nicht um Sex, es geht darum, sich gegenseitig Gesellschaft zu leisten und nachts nicht alleine zu sein, es geht um tiefgründige Gespräche. Und ich weiß nicht, liegt es daran, dass Haruf selbst schon schwerkrank war und (zu) wenig Zeit für diesen Buch hatte, aber irgendwie ist mir das alles dann viel zu “en passant” erzählt. Denn tatsächlich hat vor allem Addie ein schweres Schicksal zu bewältigen. Ihre ältere Tochter ist 30 Jahre zuvor beim Spielen mit dem kleinen Bruder – er hat sie mit dem Wasserschlauch quasi aus dem Garten “gejagt” – auf der Straße tödlich verunglückt. Niemand konnte etwas dafür, aber dieser Unfall hat verständlicherweise Addies ganzes Leben verändert. Ihr Mann verstummte und ihr Sohn entwickelte einen Selbst- und in weiterer Folge auch einen Menschenhass, unter dem inzwischen auch ihr Enkel Jamie zu leiden hat.

Das wäre spannend gewesen, hier mehr zu erfahren, aber Haruf erzählt uns lieber in größtmöglicher Ausführlichkeit, wie Louis den Rasen mäht, Addie den Picknickkorb packt und viele kleine andere Alltagserlebnisse, die für sich durchaus süß geschildert werden, aber dahinter lauert eben so viel mehr, über das wir kaum etwas erfahren. So hören wir auch, dass in Louis’ Leben ebenfalls nicht alles nach “Wunsch” verlaufen ist. Er hat seine Frau betrogen, als seine Tochter noch klein war, sich letztendlich aber dann doch für die Familie und gegen die Geliebte entschieden. Aber das ist im Grunde auch nur recht halbherzig geschehen, es schwingt immer so eine Melancholie eines ungelebten Lebens mit, das er lieber geführt hätte. Er weiß, wie viel er kaputt gemacht hat, ohne selbst jemals selbst wirklich zufrieden zu sein. Auch da wäre es interessant gewesen, näher hinzuschauen.

Ein größeres Thema des Romans sind hingegen dann die Nachbarn, die sich den Mund zerreißen über die beiden – Louis nächtliche Besuche bleiben nicht unbemerkt – und die Kinder, die ebenfalls gegen die Partnerschaft sind. Und ich weiß ja nicht wie es ist, im “Bible Belt” der USA der Gegenwart, aber irgendwie kommt mir das alles ziemlich betulich und von vorgestern vor. Und irgendwie interessiert es mich auch nicht wirklich, mich wundert eher, dass das die ganze Umgebung so beschäftigt, dass dieses Element so viel Platz in diesem Roman einnimmt.

Auch wenn Unsere Seelen bei Nacht ein paar wirklich gut geschriebene Szenen hat, vor allem die Momente, als Jamie zu Besuch ist, und die beiden eine Art Großelternrolle einnehmen fand ich schön, finde ich es doch vor allem schade, dass hier die Chance leider ein bisschen verpasst worden ist, eine wirklich tiefgehende Geschichte zu erzählen.

Matura, fünf (the end)

So, das wars jetzt endgültig.

Ein Teil der Feiergemeinde beim “Stehcafe” im Zuge der Maturafeier

Wer, wie ich, vor 30 Jahren maturiert hat, kennt das ja alles nicht. Wir hatte ja nichts! Harhar. Heutzutage werden Eltern, Freundinnen und Freude, sonstiger Anhang eingeladen, es gibt Reden von Klassenvorstand und Klassensprecher, Direktorin und gefühlt wer sonst noch Bock hat. Dazu natürlich das feierliche Überreichen des Maturazeugnisses. Untermalt wird das Ganze mit Musik und vielleicht ein paar Trän(chen). Im Gegensatz zu anderen Maturafeiern, von denen ich gehört habe, kam weder Putin noch Trump in den Äußerungen vor (danke dafür!), und die Reden haben es geschafft, da und dort den Horizont zu erweitern und ein bisschen den Trampelpfad des offensichtlichen zu verlassen, das fand ich sehr schön.

Sehr subversiv war der letzte Song, dargebracht von “unserer” Klasse und zwar Another Brick in the Wall von Pink Floyd. Wir erinnern uns an die Lyrics “We don’t need no education. We don’t need to thought control. Teachers leave us kids alone”. Derart bestärkt geht man doch gern in die Welt hinaus.

Und ja, damit ist ein weiterer Lebensabschnitt, auch für mich, zuende und ein anderer beginnt. Freue mich über jeden und jede, die oder der mich hier lesend weiterbegleitet.*

*Etwas gerührt gesendet.

All mixed up

Und es begab sich am 21. des Monats Juno, im Sternbild des Zwillings in Wien, nahe der Kastralgemeinde Atzgersdorf, dass ich mein portables Mobilfunkendgerät zur Hand nahm und – ach sch… drauf, harhar. Ich habe heute meinen ersten und gleichzeitig letzten Vorschlag in der Eltern-Schul-Whatsapp Gruppe gemacht. Und da ich nur Vorschläge mache, die mit 95 prozentiger Sicherheit auch angenommen werden, kann ich mit Freude sagen, dieser wurde sogar einstimmig befürwortet. Mehr kann ich jetzt nicht verraten, aber vertraut mir einfach, es war eine tolle Idee.

Ansonsten ein wassernahes Wochenende, mit bisschen Lesen und Schreiben:

Das war übrigens der Roman, den ich mir gekauft habe, richtig gut bisher

Ach ja und nochwas. Am Abend des ESCs in Wien, also am 16. Mai, habe ich großartig um 17.30 Uhr verkündet, ich gehe noch schnell zum Billa und kaufe eine Palette ESC Bier, weil danach gibt es das nicht mehr. Tja, was soll ich sagen, still going strong:

Gekauft am 20. Juni hahar.

Und auch wenn ich kein Marketingmensch von Ottakringer bin, es schmeckt wirklich gut und der Look ist sowieso toll.

Das war der Sonntag, morgen schließen dann teilweise die Kinos, wegen Österreich gegen Argentinien (kein Scherz!), aber wir haben vorher noch ein wichtiges Event, nämlich die Maturafeier. Für die ich mir extra ein Pretty Woman-beim-Polo Gedächtniskleid gekauft habe, mehr dann morgen.

Mother Mary

Auch noch gesehen in der letzten Zeit: Mother Mary von Regisseur David Lowery.

In diesem Film geht es um einen fiktiven Popstar namens eben “Mother Mary”, dargestellt von Anne Hathaway, die das Outfit für ihre neue Tour präsentiert bekommt und zusammenbricht, weil es unglaublich schiach ist. In einer Nacht und Nebel Aktion sucht sie ihre ehemals beste Freundin, die Desigerin Sam (Michaela Cole) auf, die früher ihren Look kreiert hat, um sie um Grunde genommen nur darum zu bitten, ihr ein neues Kleid zu entwerfen, das sie zeigen soll, wie sie wirklich ist. Im Zuge der Begegnung kommt es aber zu einem Kammerspiel-artigen Dialog von gut zwei Stunden, in welchem beide die Probleme thematisieren, die sie eigentlich miteinander haben…

Was diesen Film betrifft, kann ich mich nur Pia Reiser anschließen, die meinte, er wäre etwas für sehr geduldige Menschen, die sich gerne über eine Laufzeit von 110 Minuten teilweise auch recht prätentiöses Gelaber anhören möchten, harhar. Das trifft es ziemlich genau, wenngleich der Film audiovisuell eine wirkliche Wucht ist. Denn derzeit extrem angesagte Musikerinnen und Musiker wie Charli XCX und Jack Antonoff (wir erinnern uns, der Ex von Lena Dunham) haben den Soundtrack beigesteuert und weil Mother Mary ja einen Star im Taylor Swift’schen Ausmaß verkörpert, sollten die Songs auch richtige Banger sein, die sofort ins Ohr gehen und das sind sie tatsächlich. Dazu sind die Kostüme wirklich originell und opulent und es macht Spaß, in Sams Fundus mitzustöbern und in der Schönheit der fantasievollen Stoffe zu schwelgen.

Im Kern geht es bei Mother Mary darum, was Beziehungen in unserem Leben bedeuten und durch welches Tal wir gehen, wenn eine für uns wichtige Verbindung aus welchen Gründen auch immer endet. Hier hat Mother Mary sich im Zuge dessen, dass sie sich neu erfunden hat, wie bei Popstars ja durchaus üblich, auch quasi von ihrer früheren Kostümbildnerin getrennt, die aber auch leider gleichzeitig ihre beste Freundin war. Sam schildert Mary sehr eindrücklich ihren Schmerz über diesen Verlust, wie schwer er in ihrem Körper auch gelebt hat. Und hier hat Regisseur Lowery die Entscheidung getroffen, diesen Schmerz als eine Art (roten) Geist zu symbolisieren, der eines abends, als Sam beschließt, ihn endlich loszulassen, quasi ihren Körper verlässt und über Berg und Tal fliegt, um nun von Mother Mary Besitz zu ergreifen. Das kann man jetzt interpretieren wie man möchte: Für mich stellt es sich so dar, also würde Sam mit ihrer Situation Frieden machen und ihre Gefühle gehen zu lassen, und Mother Mary kommt in genau dieser Nacht darauf was sie verloren hat und nun beginnt sie zu leiden.

Gibt es so etwas, dass die Energie des Loslassen bei einer Person bei einer anderen als Verlust ankommt? Weil sie vielleicht spürt, dass ihr nicht mehr hinterhergetrauert/gesehnt wird? Oder ist das komplett gaga? Harhar. Es ist jedenfalls ein durchaus interessantes Gedankenspiel.

Die letterboxd Kommentare waren hier, wenn wundert es, mal wieder enorm amüsant. Es gibt eine Szene, in der Sam mit einer Schneiderkreide einen großen Kreis auf den Boden zeichnet, in dem sie und Sam sitzen sollen, um den Geist auszutreiben, und jemand schrieb: “No way she free-hand drew that perfect circle on a floor made up of separated wooden planks.” Das waren ganz genau meine Gedanken, als ich das gesehen habe!!! Bzw ich dachte mir: Also ich könnte das nicht. Jemand anderer merkt an: “Phantom Thread for lesbians”. Das spielt auf den Film von Paul Thomas Anderson an, in dem Daniel Day Lewis einen Schneider spielt, der eine ziemliche toxische Beziehung zu Vicky Krieps hat.

Und mein absoluter Liebling: “All this just to look like a Eurovision finalist.”

Matura, vier

Heute Nacht habe ich geträumt, dass mir gleich fünf Zähne ausgefallen sind, die ich lässig, wenn schon auch latent besorgt, in meine Hosentasche gesteckt habe. Beim Aufwachen habe ich dann gegoogelt und da heißt es, solche Träume zeigen Probleme beim Loslassen auf. Ja Potzblitz, damit hatte ich ja in meinem Leben noch gar nie zu tun. Probleme mit dem Loslassen, pah, was ist das überhaupt. Harhar.

Wo ich aber sicher keine Schwierigkeiten habe, ist die Schule loszulassen, und zwar ja quasi zum zweiten Mal. Beim ersten Mal, also als ich 19 war, gabs Mädchen, die geweint haben, weil die Schulzeit jetzt vorbei ist und ich habe es wirklich gar nicht verstanden. Vielleicht, weil ich eh schon ein Jahr länger als geplant dort verbracht habe. Nun heute war das Kind dran, letzte Prüfung und ich finde es wieder nicht traurig.

Die Matura ist geschafft und zwar mit gutem Erfolg. Bis gestern hatten wir das gar nicht am Schirm, dass sich das notentechnisch ausgeht. Und obwohl mir Noten prinzipiell wurscht sind, war ich happy. Vor allem aber bin ich dankbar, dass es in den ganzen zwölf Jahren kein wie immer geartetes Drama gab. Ich weiß, nicht zuletzt aus eigener Erfahrung, wie anstrengend und belastend Schule nämlich auch sein kann.

Am Wochenende gehen wir dann essen und möglicherweise auch in den Pool und am Montag gibt es noch eine offizielle Feier mit Brimborium in der Schule. Und auch darauf freue ich mich.

Danach kann man übrigens gleich für die Aufnahmeprüfung an der Wunschuni im Wunschfach lernen, die dann mitunter bereits Ende Juni (!) stattfindet. Weil so wie bei uns früher, dass du erstmal bis Ende September nichts weiter zu tun hast, das geht heute nur noch in wenigen, sagen wir mal nicht extrem überlaufenen Fächern wie Germanistik. Harhar.

Aber jetzt erstmal kurz einfach genießen.