almis personal blog

Die Odyssee (eins)

Ja nun. Also Christopher Nolan hat sich diesmal einfach mal daran gemacht, Die Odyssee nach Homer zu verfilmen. Eine schreckliche Idee, meiner Meinung nach, meisterhaft ausgeführt.

Worum es geht, weiß eh jeder so ungefähr: Odysseus (Matt Damon) begibt sich nach Endes des zehnjährigen trojanischen Krieges, den er zwar gewonnen, aber alle seine Männer verloren hat, auf die Heimreise, was dann immerhin auch wieder zehn Jahre dauert. Inzwischen gelingt es seiner Frau Penelope (Anne Hathaway) kaum noch, sich vor dutzenden Freiern zu retten, die sich an ihrem Hof eingenistet haben und sie aus Gründen des Machtstrebens heiraten wollen. Der grindigste unter ihnen ist wahrscheinlich Antinous (Robert Pattinson). Penelopes Sohn Telemachos (Tom Holland) macht sich deswegen seinerseits auf die Suche nach Informationen über seinen Vater…

ACHTUNG SPOILER!!!

Christopher Nolan war bis vor kurzem dafür bekannt, sehr gegenwärtige Stoffe zu verfilmen und seinen Filmen einen eher futuristischen Look zu geben. Schon in seinem letzten Werk Oppenheimer hat er allerdings zurückgeschaut, wenn auch nur in die 1940er Jahre, diesmal geht er gleich ins 12. Jahrhundert vor Christus und gleichzeitig auch in eine Fabelwelt, was ich persönlich immer sehr kritisch sehe, weil es verfilmt oft so unglaublich peinlich sein kann. Wie Homer selbst ist Nolan ein Fan des gepflegten nicht-linearen Erzählens, aber im Gegensatz zu Mindfuck Filmen wie Inception oder Memento ist es hier nicht schwer, dennoch der Handlung folgen zu können.

Den Kern der Odyssee bilden die verschiedenen Abenteuer und Prüfungen, die Odysseus und seine Männer auf der Irrfahrt erleben und die Nolan, man muss es so sagen, vor allem visuell einfach sehr beeindruckend umsetzt. Gleich am Anfang trifft Odysseus eine unglaubliche Fehlentscheidung – der noch weitere folgen werden: er und seine Männer landen in der Höhle von Polyphem, dem einäugigen Riesen, Sohn des Poseidon. Und hier könnte so viel schieflaufen, gerade in der Darstellung dieses Polyphem, es könnte so lächerlich sein, wie Polyphem ja auch einigen der Männer dann gleich mal den Kopf abbeißt, wie ein schlechter Comic. Aber was ist? Es funktioniert und wirkt im Gegenteil extrem bedrohlich. Einen pointierten Moment hat diese Szene aber auch, als die Männer nach einiger Zeit draufkommen, dass Polyphem sprechen kann (folglich sie vielleicht mit ihm verhandeln hätte können), fragt einer Odysseus, wieso Polyphem vorher nicht gesprochen hat. Und Odysseus daraufhin: Reden wir mit Ameisen? Harhar.

Über meine Lieblingsszene bei der Abarbeitung der Stationen schreibe ich morgen (bleibt dran!), heute stattdessen noch etwas zur Besetzung, die ja teilweise kontrovers diskutiert wurde, weil die schöne Helena hier ja von einer schwarzen Darstellerin, nämlich Lupita Nyong’o dargestellt wird. Das hat mich an sich nicht so gestört, weil künstlerische Freiheit und so. Ich persönlich glaube auch nicht, dass Nolan das aus Gründen der DEI gemacht hat, ich empfinde ihn nicht als “woken” Regisseur – bei Corona war er ja schon fast ein “Leugner”; warum er sich so entschieden hat, weiß ich allerdings auch nicht. Im Prinzip ist es aber wirklich ziemlich wurscht, denn Helena kommt in diesem 172 Minuten Film vielleicht insgesamt drei Minuten vor.

Aus der restlichen Besetzung sticht für mich neben dem grauenhafen Antinous (Pattinson) vor allem Matt Damon hervor, den ja viele im Vorfeld nicht gerade als griechischen Helden par exellence gesehen haben und der in vielen Filmen auch eher unscheinbar agiert, fand ich hier wirklich sehr gut. Auch weil er eine gewisse Art von Antiheld ist und das liegt ihm gut. Was ich damit meine?

To be continued…

Dienstag

Gestern wurde Wien von der UNESCO roten Liste gefährdetes Weltkulturerbe gestrichen, auf der sie wegen des Projekts beim Heumarkt seit mehreren Jahren waren. Warum das vielleicht keine ausschließlich positive Nachricht ist, haben 50 Fachleute in einem offenen Brief beschrieben, der im ersten ORF- Bericht noch verlinkt war, was ich sehr wichtig fand. Im zweiten Bericht dann nicht mehr.

Auf meine dementsprechende Frage an die Redaktion, wurde mir heute zuerst mitgeteilt, dass der ORF einer gesetzlichen Längenbegrenzung unterliegt. Ähm, einen Link kann man doch einfach unter jeden Text drunterlegen, was hat das mit Länge zu tun. Und wieso werden dann andere Links ergänzt? Ich mein ehrlich, halten die uns alle für deppert?? Wollte schon pampert antworten, habe dann aber etwas später noch eine weitere Mail erhalten, in dem mir geschrieben wurde, der Link ist jetzt wieder drinnen. Noch mal die Kurve gekratzt. Falls jemand nachlesen will, hier der Artikel (mit Link zum offenen Brief).

Vom nochmal abgewendeten Ärger über den ORF direkt zum Ärger auf die Stadt Wien

Lets agree to disagree

Ja ich weiß, Bauarbeiten sind notwendig. Aber zwei Monate? Und überall in der Stadt gleichzeitig? Den ganzen Sommer lang? Wenn man mit der U6 fährt, muss man derzeit den Weg von der Volksoper bis zum Votivkino zu Fuß zurücklegen. Das kann ich, mache ich auch sonst häufig, zumindest abwärts, aber das gilt ja nicht für alle Menschen.

Gleisbauarbeiten auf der Währingerstraße, die gleich sieben Straßenbahnlinien lahmlegen

Dann war es aber endlich soweit und ich habe Die Odyssee gesehen. Übrigens englisch mit deutschen Untertitel und quasi erstmals in der Geschichte ist die deutsche Synchro vielleicht seriöser als das Original, denn hier hört man in der Adaption von Homers Epos Sätze wie “What about your daddy” und “Get the fuck out of here” Harhar. Aber was soll ich sagen? Die Geschichte interessiert mich an sich wirklich null, (harhar) aber Nolan gelingt es ein weiteres Mal, und da war ich diesmal wirklich sehr skeptisch, dass ich nach 30 Minuten komplett fasziniert und total dabei bin.

Doch noch ein sehr schöner Tagesabschluss. Mehr zum Film dann bald.

Geschwister

Jetzt etwas zum Buch Geschwister der schwedischen Autorin Moa Herngren Ich hab mir das Buch ausgesucht, weil ich die Passagen, in die ich reingelesen habe, sehr gut geschrieben fand und weil mich menschliche Beziehungen interessieren, es aber auch mal entlastend ist, etwas über Beziehungen zu lesen, mit denen ich (als Einzelkind) nichts zu tun habe, harhar.

In Geschwister, Nomen est Omen, geht es um Andrea, Ulrika und Rasmus, drei erwachsene Kinder eines eben verstorbenen Vaters. Die Mutter lebt noch. Im Zuge dieses einschneidenden Ereignisses arbeiten alle drei quasi ihre Vergangenheit und ihre Verbindungen untereinander auf. Und hier ist Herngren etwas spannendes eingefallen, um die Familiengeschichte dem Leser bzw der Leserin näherzubringen: sie schildert die Ereignisse nacheinander aus der Sicht aller drei Kinder.

Zuerst lesen wir von Andrea, dem mittleren Kind, das eine sehr gute und innige Beziehung zum Vater hatte. Und natürlich nehmen wir zunächst mal beim Lesen ihre Perspektive ein, weil wir ja erstmal nur diese kennen. Ich habe mir schon bald gedacht, Andrea ist natürlich zwanghaft perfektionistisch und nicht unbedingt eine angenehme Zeitgenossin. Sie ist ein Kontrollfreak, gleichzeitig erklärt sie aber auch immer, sie muss beispielsweise die Planung des Begräbnisses ganz alleine schultern, weil ihre Geschwister auch auf Nachfrage nicht helfen. So denkt man sich, ja okay, sie ist anstrengend, aber irgendwie versteht man auch ihren Standpunkt. Andreas Schilderung nimmt den größten Teil des Romans ein.

Dann lesen wir von Ulrika, der ältesten Tochter, die ein Familiengeheimnis bewahren muss, von dem die beiden jüngeren Geschwister nichts wissen und die deshalb einen völlig anderen Blickwinkel auf ihren Vater hat – er war für sie eine ganz andere Person. Diese Beziehung war gestört und desillusioniert und dementsprechend ist das Leben von Ulrika völlig anders verlaufen als das von Andrea. Und schließlich am Schluss lesen wir von Rasmus, der in der Familie am wenigsten Platz eingenommen hat und auch hier nur vergleichsweise geringe Seitenanzahl aus seiner Perspektive bekommt.

Während des Lesens kommen wir drauf: aus verschiedenen Blickwinkeln gesehen, mit unterschiedlichen Geschichten im Hintergrund, auch unterschiedlichem Wissen, finden wir vielleicht trotzdem nicht jede Entscheidung und Handlung gleich gut und nachvollziehbar, aber wir können sie besser verstehen und wir sehen auch, welche Missverständnisse und Fehlinterpretationen es geben kann, obwohl man (scheinbar) eh miteinander kommuniziert. Dieser Roman vermittelt herrlich, wie komplex Menschen sind, wie kompliziert es oft ist, mit anderen auszukommen und wie viel Rolle Vorurteile und Erwartungshaltungen spielen. Das ist auch ein Hinweis für jeden Leser, diese Überlegungen in den eigenen Alltag, in die eigenen Beziehungen mitzunehmen. Ich mein, theoretisch wissen wir das eh, wenn wir uns aber praktisch über jemand ärgern, gerät das etwas in den Hintergrund.

Der Schluss hat mir hier, im Gegensatz zu Wir in zehn Jahren, sehr gut gefallen. Weil er zwar einen gewissen Hoffnungsschimmer vermittelt – ich mag ja so bittere Enden nicht, wo quasi alles Orsch ist – aber auch nicht auf Friede, Freude, alles ist toll macht. Weil das einfach unrealistisch wäre. Strukturen, die sich über Jahrzehnte aufgebaut und verfestigt haben, lassen sich nicht binnen einer halben Stunde lösen. Aber eine halbe Stunde kann ein Anfang sein.

Verlass die Stadt, sechs

Ich habe nur eine höfliche Frage: Wem haben sie eigentlich so ins Hirn Wem ist eigentlich eingefallen, bei der A23 an einem Super-Stau-Ferienwochenende plus benachbartem Ungarn GP mehrere Fahrstreifen zu sperren? Wir haben vom Süden Wiens in den Norden fast so lange gebraucht wie von Kärnten nach Wien und das ist leider nur geringfügig übertrieben.

Abgesehen davon war alles wirklich sehr schön und unsere Reisegruppe, bestehend aus drei Generationen (U-20 etwas überrepräsentiert) hat beschlossen, eine Tradtion daraus zu machen, ab jetzt jedes Jahr zu fahren. Bedanken möchte ich mich bei unserem Chaffeur, meinem Sohn, der wirklich super-locker gefahren ist. Und ich meine auch die Bergstraße, mit einer schmalen Fahrspur, auf die wir uns meinetwegen verirrt haben *hust*

Pfarrkirche und Friedhof St. Margareten

Außerdem wollte ich noch was über St. Margareten erzählen und ein paar Fotos zeigen. Wie gesagt war ich jeden Sommer mit meinen Großeltern fast zwei Monate dort – meine Eltern sind am Ende des Urlaubs dann auch dazugekommen. Wir haben bei unseren Freunden gewohnt, die auch zwei Mädels hatten, die ein bzw. drei Jahre älter waren als ich. Außerdem hatten wir ur liebe Nachbarn (heute auf instagram unter smarjeta11 zu finden), auch mit Kindern, wir sind bis heute befreundet. Am Vormittag sind wir damals oft in den Wald gegangen, am Nachmittag durften wir in den Pool der Tante, die eine Frühstückspension hatte oder waren am Feld, auch am Traktor, sind radgefahren, waren am Sonntag in der Kirche – so “lernte” ich ein bisschen slowenisch, weil die Messen waren zweisprachig, und ich hatte dort einfach die typische Astrid Lindgren-sche Bullerbü Kindheit.

In der Kirche

Ich mochte, dass im Dorf vorrangig eine Art von slowenisch gesprochen wurde – früher hat man “windisch” gesagt, aber das Wort ist mittlerweile negativ besetzt. Ich bin oft in der Früh aufgewacht und habe draußen Gespräche gehört, die ich nicht verstanden habe. Auch unsere Familie hat untereinander oft so gesprochen und meine Freundinnen immer dann, wenn sie mich ärgern wollten. Hat auch super geklappt, harhar. Als ich jung war, hatte ich das Gefühl, ich musste auch immer etwas über dieses Dorf erzählen, um zu erklären, wer ich bin. Als Kind habe ich mich nie nach Wien gesehnt und wenn wir Ende August zurückgekommen sind, dachte ich, warum eigentlich. Lange wollte ich Bäuerin werden.

Eine zeitlang haben wir zum Spaß überlegt, dieses Haus zu kaufen. Sah vor 30 Jahren schon ganz genauso aus.

Ich mochte auch, obwohl ich ziemlich schüchtern sein kann, dass quasi dauernd irgendwelche Leute auf den Hof kamen, zum Plaudern. Als wir heuer da waren, war es wieder so, dass wir das Haus verließen, und inzwischen standen drei Autos am Hof, weil schon wieder wer vorbeigekommen ist. Und, dass immer irgendwelche Dinge passierten, die dann quasi zu Kultereignissen wurden, über die wir noch Jahre später gesprochen haben. Und, dass wir mit den Kieselsteinen damals A-K-H auf den Hof geschrieben haben, Abkürzung unserer Vornamen in altersabsteigender Reihenfolge. Spannend auch zuzuhören, wie Menschen auf dem Land Dinge erzählen, es ist so ein Mikrokosmos und es fällt mir so schwer, das zu beschreiben, damit man es nachempfinden kann. Aber ich habe es zumindest versucht.

Noch schnell mein heuriges Lieblingsfoto:

Die Äpfel aus Nachbars Garten

Im Gegensatz zu früher habe ich diesmal nach der Heimkehr meinen Garten betreten und mich daheim gefühlt und angekommen. Das war auch schön. Und nach St. Margareten kann ich jetzt immer wieder fahren.

Verlass die Stadt, vier

Heute sind wir zur “romantischsten Wiese der Welt” (c) Kärnten Werbung harhar gewandert.

Sie ist aber tatsächlich beeindruckend und nennt sich dementsprechend Märchenwiese. Sie liegt im Bodental, also quasi gleich bei unserem Quartier und hinter ihr ragt die Wertatscha empor. Und direkt dahinter ist Slowenien.

Die Märchenwiese, Nomen est Omen

Der Parkplatz, von dem aus man losgeht ist seit anscheinend kurzem kostenpflichtig. Man geht zum Wirt hinein, sagt wie lange man bleiben will, zahlt und bekommt zwar einen Zahlschein, den man zur Windschutzscheibe gibt, der allerdings ohne Zeitangabe auskommt. Irgendwie süß.

Der Weg hinauf wird von einer großen Kuhherde frequentiert, auch das ur süß, obwohl man sie natürlich eher meiden sollte.

Kuh im Gebirge

Aber ich liebe Kühe und so musste ich zumindest ein Foto machen.

Danach waren wir ur gut italienisch essen, beim besten Italiener der Welt (c) Almi harhar, Francobollo in St. Jakob im Rosental. Ich hatte gebackene Tintenfische.

Danach heim und chillen. Am späten Nachmittag hat es hier immerhin angenehme 24 Grad am Balkon.

Verlass die Stadt, drei

Heute war ich das erste Mal seit neun Jahren wieder in meinem Lieblingsdorf, in dem ich die ersten 20 Sommer meines Lebens verbracht habe und danach auch so einige.

Aber dann kommt das Leben dazwischen und anderes hat Priorität und irgendwann habe ich auch fast vergessen, wie glücklich ich dort war.

Heute ist es mir wieder eingefallen. Ganz toller Tag mit lieben Menschen und das Kind mag nächstes Jahr wieder hin.

Mehr Fotos zeige ich dann, wenn ich wieder einen PC zur Verfügung haben. Bloggen am Handy etwas mühsam. Aber glaubt mir, es ist wunderschön dort.

Verlass die Stadt, zwei

Wo bin ich jetzt?

New York? Knapp daneben.

Das Dorf hat 80 Einwohner und nur über eine kurvige Bergstrasse erreichbar. Manche Mitreisende bauen schon gedanklich hier ein Haus in zehn Jahren.

Das könnte ich jetzt nicht, weil:

a) will ich nicht Autofahren

b) gibt es kein Kino in der Nähe

c) ist es mir auf Dauer zu frisch auf fast 1000 m Seehöhe und mitten im Gebirge. Ich friere schon in der Stadt dauernd.

Aber es ist wunderschön und ruhig und abgeschieden hier. Ein paar Tage tut das sehr gut.

Montag

Gestern habe ich das WM Finale geschaut und es war recht ereignislos, aber dank der Kommentare von Co Kommentator Andreas Herzog sehr unterhaltsam.

Herzog ging aufgeregt in das Match, er freue sich so auf das Finale, nach der Hälfte war er schon etwas desillusioniert und am Ende richtig sauer. Als der Moderator erklärte, wie viel Finaltickets kosten (viel) meinte Herzog so: “Dafür sieht man in 80 Minuten keinen einzigen Torschuss von den Argentiniern.” Und als der argentinische Spieler Leandro Paredes sich beim Schiedsrichter über eine Aktion eines spanischen Spielers aufregte, meinte Herzog so: “Selber ein Holzhacker vor dem Herrn und geht sich beschweren beim Schiedsrichter.” Und am Ende, als Paredes nach Abpfiff einen Gegner attakierte: “Schau dir den Vollidioten an” Harhar. Herrlich (siehe auch hier)

Nachdem meine Arbeits-Deadlines alle im August liegen, habe ich heute quasi schon den Urlaub begonnen und zwar am Naschmarkt. Die Odysee verfolgt mich:

Dezentes Plakat des Nolan Films

Ich habe mich mit einer Nachbarin zum Frühstücken getroffen. Im Haus sehen wir uns nämlich fast gar nicht mehr. Früher, als die Kinder noch klein waren, waren wir oft im Hof und unterwegs, quasi der Gang zur Bücherei mit vier Kindern als “der Tagesausflug”; aber das ist ja ziemlich lange her, ihre Tochter hat auch “mit” meinem Kind maturiert, also in der gleichen Schule. Wir haben uns im Orient Occident getroffen, wie eh immer.

Schöne Morgenstimmung am Naschmarkt

Wir haben echt lang geplaudert, quasi das erste Mal nach drei Stunden auf die Uhr geschaut. Das ist ja immer ein gutes Zeichen. Es ging um Kinder und Häuser am Land und Männer (hui!) und ich war sehr offen und habe gesagt, dass es jemand gibt, den ich vermisse. Es ist okay, es gehört zu mir.

Später ging es auch darum, dass wir froh sind, keine Babies oder Kleinkinder mehr zu haben. Da habe ich ein wirklich crazy Kompliment bekommen, sie meinte nämlich zu mir, sie könnte sich mich schon mit Baby vorstellen und ich ganz erstaunt: Wieso das? Und sie so, na du siehst so jung aus. Waaaas? Harhar. Aber danke.

Mediteranes Dings-Frühstück und mein klasisches Wiener Frühstück

Als wir gegangen sind, hat sie mich noch bis zum Schwedenplatz begleitet, ihr Rad schiebend. Das hat mich an etwas erinnert.