Apropos Musik – vor einigen Tagen habe ich den Film Miroirs No. 3 von Christian Petzold gesehen, und Petzold tut da etwas, was ich persönlich nicht so gerne mag. Er nimmt ein für den Film zentrales Musikstück, das “man” bereits als zentrales Musikstück aus einem anderen Film kennt. Dieses Stück heißt Une barque sur l’océan und stammt aus dem Liedzyklus Miroirs von Maurice Ravel. Und es ist sooo schön (traurig). Es kommt aber eben ziemlich prominent schon in ja tatsächlich einem meiner Lieblingsfilme der letzten Jahre Call me by your Name vor. Und nicht nur das, in beiden Filme wird relativ viel Rad gefahren und zwar am Land und das verwirrt mich noch zusätzlich. Wenn jetzt jemand bei Petzold in der Uckermark am Rad sitzt, muss ich dauernd an Sonne in der Lombardei und an (schon wieder) Timothee Chalamet denken, harhar. Und das war halt schon bissi sexier als die Uckermark sorry.
Etwas ähnliches ist erst vor kurzem in Hamnet passiert. Da hat Regisseurin Chloé Zhao sich offenbar gedacht, ich nehme ein Musikstück von Max Richter, nämlich Nature of Daylight, und füge es meinem eh schon relativ emotional manipulativen Tearjerker bei, weil, wie Pia Reiser es im fm4 Filmpodcast gesagt hat, dieses Lied übermittelt einem quasi einen Wein-Befehl. Nur hat man halt potentiell schon zehnmal vorher geweint, in Arrival, Shutter Island, The Handmade’s Tale und so weiter. Und da denke ich mir, ist es für mich als Regisseurin nicht reizvoller, ein Musikstück zu wählen, das noch keine dementspechende Vorgeschichte hat, sondern das ganz meinem Film “gehört”?
Ur schrecklich wurde In the Still of the Night in Scorseses The Irishman eingesetzt. Bitte zu diesem Lied haben Patrick Swayze und Jennifer Gray in Dirty Dancing geschmust und Scorsese nimmt es für einen Szene, die uns die Figur des gebrechlichen Robert di Niro in einem Pflegeheim vorstellt. Ich mein: Warum? Gut, vielleicht hat Scorsese nie Dirty Dancing gesehen, das kann ich mir sogar vorstellen. Sehr unpassend fand ich auch, dass das wunderschöne Let Go von Frou Frou aus dem tollen Film Garden State im recht schlechten “Erotik”thriller Deep Water verwendet wurde. Auch da: Warum? Passt auch null zu der Szene.
Umgekehrt hat der wirklich sehr bekannte Song Auld Lang Syne, der beispielsweise der Schlusssong in Harry und Sally am Silvesterabend ist, und der auch in Ist das Leben ist schön und in Forrest Gump vorkommt, den eher enttäuschenden Sex and the City Film ein bisschen gerettet. Auch hier wird es zu Silvester gespielt, als die traurige Carrie spontan Miranda besucht, die Szene hat mich vor allem wegen des Songs berührt.
Es gibt sicher noch mehr Beispiele, diese sind mir spontan eingefallen.












