Als Studentin habe ich mal einige Zeit lang im Schloss Schönbrunn gearbeitet, und dort eine Theaterwissenschaftstudentin kennengelernt, mit der ich in den Mittagspausen immer vor allem über Kinofilme gesprochen habe. Einmal kam eine WU-Studentin dazu (es klingt wie ein Klischee, aber es war halt so) und meinte zu uns: Ach ich hasse französische Filme, da wird immer nur geredet. Harhar.
Mein Filmgeschmack hat sich später auch, wie soll ich sagen, diversifiziert, aber heute habe ich mal wieder einen dieser französischen Filme gesehen, in denen viel geredet wird. Weil in den österreichischen Kinos und – da muss ich jetzt Pia Reiser vom fm4 Filmpodcast zitieren – wird praktisch jede französische Gesellschaftskomödie, die gedreht wird auch gezeigt. Mein Zusatz: Und in jeder spielt gefühlt Vincent Macaigne mit, den ich super sympathisch und brummbärig finde. Die Komödien selber: Manchmal “so lala”.
Der heutige Film heißt Drei Freundinnen und ist von Emmanuel Mouret. Und Nomen est Omen. Es geht um Joan (India Hair), die mit Victor (eben Macaigne) zusammen ist und feststellt, sie ist nicht mehr verliebt in ihn. Es geht um Alice (Camille Cottin), die ihr daraufhin sagt, sie war in ihren Partner Eric eh nie verliebt, das ist besser so, dann verliebt-sein stürzt einen nur ins Unglück, man ist da gleich in einer unterlegenen Position. Und dann gibt es noch Rebecca (Sara Forestier), die mit besagtem Eric eine Affäre hat – was Alice natürlich nicht weiß (hey, es ist eben ein französischer Film)…
ACHTUNG SPOILER
Es gibt einige Dinge, die ich an diesem Film sehr mochte. Einerseits die Erzählperspektive. Victor erzählt nämlich aus dem Off und das sehr pointiert: “Hier haben wir eine Figur, aber das ist nicht die Hauptperson. Er ist gerade drauf und dran, meinen Job zu übernehmen.” “Hier haben wir einen Ort der Handlung. Und hier und hier” Ich mag ja so etwas. Dennoch bin ich schon wieder drauf reingefallen, dass es so eine Konvention wäre, dass die erzählende Figur selbst am Ende des Filmes noch am Leben sein wird. Obwohl ich eh bereits Filme gesehen habe, in denen das nicht der Fall war. Hier eventuell auch. *hüstel*
Ich mochte, dass Menschen hier so aussehen wie Menschen aussehen. Normale Figuren und Frisuren, kein Botox weit und breit (!), kaum Schminke, da passt das Shirt nicht zum Rock, und die Farben sind unvorteilhaft, die Wohnungen sind generell unordentlich, wie im richtigen Leben. Ich mochte die Diskussionen über (romantische) Liebe: Was ist das eigentlich, braucht man das für eine Beziehung oder ist es eher hinderlich, was ist wirklich wichtig in einer Partnerschaft, warum hat man überhaupt eine Partnerschaft. Und ich mochte, das hier keine “Hollywood Endings” passieren, auch wenn sie so schön passen würden. Ich mochte, wie Rebecca bei einem Date dem Mann, den sie trifft, erzählt, sie würde gar nicht gerne reisen und hätte das auf der Dating Plattform nur geschrieben, weil man ja nicht schreiben kann “Ich bin gerne zuhause”, harhar, I feel you!
An diesem Film ist so gesehen nichts falsch – außer vielleicht die Szenen in denen Joan den, ja sprechen wir es aus, toten Victor imaginiert – aber der Film hat halt auch keine besondere Dringlichkeit oder besonders viel, was er einem unbedingt mitgeben will, für das eigene Leben. Oder anders gesagt: Es ist nicht so, dass es irgendwas großartig verändert, wenn man diesen Film sieht. Und laut Charlie aus dem Roman Perks of a Being a Wallflower verändert ein richtig guter Film das Leben immer ein stückweit und ich stimme ihm da auch durchaus zu.
Anderseits ist es auch mal ganz schön, einen Film zu sehen, der irgendwie so angenehm dahinplätschert, amüsant ist, ein bisschen zum Nachdenken anregt, einen aber auch nicht sonderlich aufwühlt oder einem gar das Herz rausreißt. Aber, und das ist auch wichtig, trotzdem nichts von einem TV-Movie hat. Ob das jetzt eine Empfehlung ist, mag jeder selbst entscheiden, harhar.











