almis personal blog

Girls

Apropos Lena Dunham, nachdem ich jetzt die erste drei Staffeln von Girls gesehen habe und parallel ihre Autobiografie lese, ein erstes Zwischenresümee.

Spoiler möglich

Dunham spielt ja in dieser Serie quasi ihr Alter Ego, eine junge Frau namens Hannah Horvath, die drei enge Freundinnen hat, und das erinnert natürlich jeden, der in den 2000er Jahren irgendwann einmal einen Fernseher aufgedreht hat, sofort an Sex and the City. Sehr raffiniert und auch sympathisch baut Dunham diesen Einfluss gleich in der Pilotfolge ein, als wir erstmals die Wohnung ihrer Freundin Shoshanna sehen, da hängt nämlich ein riesiges SatC Poster. Gleichzeitig ist die Ausgangslage aber eine ganz andere. Die Frauen aus SatC sind mindestens zehn Jahre älter als die aus Girls. Sie wissen zwar nicht so genau, was sie von Männern wollen, aber sie haben gute Jobs, tolle Wohnungen, superchice Kleidung und Geld ist (selten) ein Thema. Wir sehen auch ein ganz anderes New York, das ja in SatC oft als fünfter Hauptdarsteller bezeichnet wird, nämlich ein fast ausschließlich pittoreskes, in schönen Parks und Bars und Hotels und Restaurants.

Girls zeigt vier junge Frauen, die noch gar nicht wissen, was sie generell vom Leben erwarten, was sie beruflich machen sollen und überhaupt. Natürlich haben sie dasselbe Männerproblem wie in SatC, aber Männer stehen nicht so direkt im Vordergrund. Die ziemlich gute Prämisse ist hier nämlich, dass Hannah von ihren Eltern “an die Luft” gesetzt wird. Bei einem Abendessen eröffnet ihr die Mutter Lorreen (Becky Ann Baker) – die mir sofort unsympathisch ist (harhar), aber der man zu Gute halten muss, dass sie auch äußerlich eine absolut “untypische” Serienmutter verkörpert, was ja wieder interessant ist – dass sie und Hannahs Vater ihre finanzielle Unterstützung einstellen. Der Vater Tad (Peter Scolari) ist natürlich viel zu lieb und gutmütig, man weiß sofort, wer die Entscheidung getroffen hat, die Dynamiken dieser Familie liegen offen auf dem Tisch. Hannahs Ex-Freund Elijah bemerkt bald einmal “Your father is gay” – und circa 20 Folgen später wird sich Tad auch als gay outen, worauf Elijah zu Hannah sagt, er habe ihr das schon vor langer Zeit gesagt und sie so: “You never said that” und wir als Zuschauer: Dooooch, hat er! Sowas mag ich ja sehr. harhar.

Jedenfalls will Hannah schreiben, aber sie weiß gleichzeitig, dass das kein Job ist (ach ja) und wir sehen ihr dann dabei zu, wie sie dieses Problem angeht. Hannah hat außerdem nicht die typische Hollywood-Seriendarstellerinnen Figur zumindest damals vor Body Positivity, sie trägt nie Stöckelschuhe, die Wohnungen sind oft ein bisschen chaotisch und schauen halt aus, wie normale Wohnungen ausschauen und Schausplatz ist nicht Manhattan, sondern Williamsburg. Diesen Stadtteil kenne ich aus der Serie Unorthodox, er ist bekannt für seine (ja eben) ultaorthodoxe jüdische Gemeinde. Ultraorthodox ist in Girls niemand, die Religion schimmert nur ein bisschen durch, am ehesten natürlich bei Shoshanna Shapiro, deren Name das ja auch suggeriert. Aber ich würde sagen, so kulturell und “Vibe-mäßig” ist da schon viel jüdisches dabei, während das Judentum in SatC ja irgendwie so etwas exotisches war, man erinnert sich, als Charlotte wegen ihres Mannes konvertiert ist.

Ach ja und noch schnell die Männer, also besonders Adam Sackler (Adam Driver), der Typ, mit dem Hannah eine ziemlich eigenartige Beziehung führt. Das ist ja das lustige, wenn man die Serie erst 15 Jahr später sieht und Driver aus Star Wars, Marriage Story und vielen Jarmusch Filmen kennt. Hier ist er in der ersten Staffel quasi durchgehend kaum bekleidet und ein richtiger Arsch, so auf den ersten Blick. Aber bei manchen Menschen lohnt es sich, genauer hinzusehen, weshalb sie sich so verhalten und so ist Adam bei genauerer Betrachtung natürlich auch viel mehr als dieser erste Eindruck.

Soweit mal fürs erste.

Erster Mai

Ein 1. Mai zwischen…

… die Blumenpracht genießen und im Liegestuhl chillen

Meinen Roman überarbeiten – writing is re-writing, wie schon mein Englischprofessor immer sagte. Vieles passt schon, manches ist noch nicht ganz am Punkt.

Wiederholung der Textsorten für die Deutschmatura am Dienstag (hui!) mit dem Kind. Freu mich, wenn er meine diesbezügliche Expertise (harhar) in Anspruch nehmen möchte.

Famesick lesen, die Memoiren von Lena Dunham – habe ich gestern bekommen und ich war sofort am Haken. Ich meine alleine wegen dieses einen Satzes, in dem Dunham beschreibt, wie sie das erste Mal das Studio von HBO besucht. HBO, der Sender, der dann später ihre eigene Serie Girls produzieren wird: “Looking around the double-height lobby, with posters of shows that formed me The Sopranos, Sex and the City and Six Feet Under, whose finale I could still weep about on command.” Same! Das beste Serienfinale, das ich kenne, die letzten fünf Minuten sind einfach so unbeschreiblich schön (traurig/tröstlich gleichzeitig).

Viel an jemand denken, natürlich auch bisschen aufgewühlt.

Ein guter Tag

Letzter Schultag

So, heute ist tatsächlich der letzte Schultag gewesen, morgen nur noch Maturastreichtag. Etwas, das so Gen X-er wie ich nicht verstehen, aber das ist das Privileg der Jugend, das sie Dinge macht, die die Alten nicht kapieren müssen.

Was mich verwundert hat ist, dass die achte Klasse jetzt doch nicht soo easygoing war, wie ich nicht müde wurde das im Vorfeld zu prophezeihen. Betrifft jetzt nicht mein Kind, aber allgemein. Es haben nicht alle das Jahr geschafft, es gab doch einige Entscheidungs- und Nachprüfungen in allen möglichen Fächern, bis gestern noch.

Ich schreibe meiner Freundin: Bitte, das war doch bei uns nicht so, bei uns sind doch in der 8. alle durchgekommen.

Sie: Bei uns war aber keiner so schlecht, als dass es Thema gewesen wäre.

Ich: Doch, ich.

Harhar, na wirklich. Wie ich auch nicht müde werde zu erzählen. Mein Semesterzeugnis in der 8. Klasse war mein bestes Zeugnis des gesamten Gymnasiums. Und auf die Mathe Matura hatte ich einen Dreier, um einen Punkt den Zweier versäumt, was meine beste Mathenote seit der allerersten Schularbeit im Gymnasium war.

Ich weiß noch, als ich nach der Mathe-Matura die Schule verlassen habe und der Freund meiner Freundin, der beim Tor auf sie wartete, zu mir sagte: “Bitte das ist das erste Mal, dass du nach irgendeiner Art von Mathe-Prüfung glücklich aus der Schule kommst.” Klingt wie aus einem Christine Nöstlinger Roman, dieser Satz wurde aber tatsächlich gesagt.

Mein Kind hat bis dato (!) harhar keine Schulprobleme gehabt und dafür bin ich wirklich sehr dankbar.

ESC Italien 26

Kommen wir zu meinem Lieblingsland beim ESC: Italien.

Italien hat ja sein San Remo Festival, das den Italienern tatsächlich viel wichtiger ist als der Song Contest. San Remo ist kein ESC Vorentscheid, selbst wenn das auch Menschen, die es besser wissen müssten, immer wieder behaupten. Aber dem Sieger wird der Einfachheit halber halt angeboten, zum ESC zu fahren, was dieser allerdings nicht immer tut, zum Beispiel voriges Jahr. In diesem Fall kommt der Zweitplatzierte an die Reihe. Italien hatte von 1998 bis 2010 eine längere ESC Pause, aber seit sie zurück sind, waren sie bis auf zweimal immer in den Top 10 (diese beiden Male performten übrigens Frauen ähm) und was noch erstaunlicher ist, mit ganz unterschiedlichen Genres. Wir hatten natürlich Pop, wir hatten Popera, wir hatten Cantautore, wir hatten Jazz, wir hatten Indie, Rap und sogar Rock – Maneskin haben nach ihrem Sieg 2021 tatsächlich eine globale Karriere gemacht. Und ich war bei ihrem Konzert in der Stadthalle 2023.

Auch dieses Jahr gab es irrsinnig tolle und innovative Musik beim San Remo Festival. Gewonnen hat allerdings Sal Da Vinci, harhar.

Sein Song “Per sempre si” (Für immer ja) ist eine Ode an die lebenslange Liebe und insgesamt extrem schmalzig, schlagerig und auch schon ein bisschen angestaubt. In der ESC Facebook Gruppe schrieb die Journalistin Eva Haslinger, er hätte Heiratsschwindler-Vibes und ich finde diese Formulierung immer noch genial, weil sie so sehr ins Schwarze trifft.

Sal da Vinci selbst – ich weiß nicht, wie man den schönen Namen Salvatore tragen kann und sich dann “Sal” nennt – ist heuer einer der ältesten Teilnehmer, was ja super ist, dass auch Menschen weit jenseits der 50 langsam beim ESC sichtbar werden. Dass er in Würde altert, würde ich jetzt aber nicht unbedingt behaupten harhar, dafür ist er zu braun gebrannt, die Zähne sind zu weiß, die Haare zu schwarz bzw sind es auch viel zu viele, es ist hier alles einfach “too much”. Und das ist dann schon wieder so penetrant, dass es irgendwie doch wieder typisch italiensch ist, so nach dem Motto: Mir doch egal, ich ziehe hier mein Ding durch, ganz egal was andere davon halten. Und das finde ich ja ziemlich sympathisch.

Der Song ist natürlich total aus der Zeit gefallen, aber wie jemand beim ESC Compact Reaction sagte: “Aber schau dir doch die heutige Zeit mal an, da bin ich doch froh, wenn ich an eine andere Zeit erinnert werde.” Und auch wenn das witzig ist, hat es doch im Kern eine Wahrheit. Und insofern stehen die Chancen nicht schlecht, dass Italien auch heuer wieder recht weit vorne landen wird.

Speak no Evil

Apropos Horrorfilm, vorige Woche habe ich im Streaming Speak no Evil nachgeholt, das amerikanische Remake eines erst zwei Jahre zuvor erschienenen dänischen Films, der, so sagten mir einige, wirklich absolut grausam und verstörend sei. Und mir ist schon klar, dass solche US-Remakes meistens ein Abklatsch und ein bisschen auf Massentauglichkeit gedrimmt sind, aber ehrlich gesagt vertrage ich bei Horrorfilmen so wenig, dass mir das in dem Fall auch schon irgendwie reicht, harhar.

Worum geht es? Zwei englische Familien, mit je einem halbwüchsigen Kind mit “Handicap” lernen sich im Urlaub in der Toskana kennen. Louise und Ben, wohnhaft in London, gehen gerade durch eine veritable Krise, weshalb sie auf die joviale Art des anderen Vaters, Paddy (James McAvoy) anspringen, und mit dieser Familie Zeit verbringen, ehe Paddy sie am Ende des Urlaubs kurzerhand für ein paar Tage zu ihnen nach Südengland einlädt. Als sie zu dieser Reise aufbrechen, nimmt das Schicksal seinen Lauf….

ACHTUNG GRÖBERE INHALTSSPOILER FOLGEN

Also erstmal: Bei mir fängt der Horror hier nicht mit den naja, “Gewohnheiten” eines Serienmöders an, sondern schon viel, viel früher. Ich meine Paddy würde ich im echten Leben keine fünf Minuten aushalten. Er ist der Typ Mensch, der jedem Gegenüber permanent die Welt erklärt, das aber auf so eine pseudo-kameradschaftliche, gönnerhafte Art. Er ist unfassbar nervig und für mich absolut unausstehlich, und das hätte jetzt mich persönlich tatsächlich vor seinen weiteren Taten gerettet, weil mir wäre nicht im Traum eingefallen, zu diesem Trottel auf Besuch zu fahren, harhar.

Wobei man sagen muss, auch Louise ist Paddy nicht wirklich ganz koscher, aber sie merkt, dass ihr schwermütiger Mann immer aufblüht, wenn er mit Paddy zusammen ist. Und so reist die Familie eben hin und das Haus von Paddy und Co ist natürlich komplett entlegen und fernab von jeder Zivilisation, Handyempfang gibt es auch keinen, was nie ein gutes Zeichen ist, siehe Heretic, The Menue, Triangle of Sadness et al. Und dann bleibt Speak no Evil relativ lange ein Horrorfilm, wie ich ihn mag. Die bedrohlichen Elemente sind nämlich sehr subtil, aber genau deshalb so wirkungsvoll. Da ist zum Beispiel die Bettwäsche in den Gästezimmern dreckig. Da kommt spontan ein “Babysitter” für die Kinder, der nicht unbedingt vertrauenserweckend wirkt. Da lädt Paddy einmal zum Essen in ein Lokal ein und lässt dann frech Ben die Rechnung übernehmen. Da findet Louise ihre Tochter eines nachts im Bett der Gastgeber.

Am Schlimmsten aber ist, wie Paddy seinen eigenen Sohn behandelt. Grob, ohne jegliche Empathie, damit “einmal etwas aus ihm wird.” Die Aussage ist besonders lächerlich, da kurz zuvor klar wurde, dass Paddy nicht bei Ärzte ohne Grenzen ist, was der dem anderen Paar in Italien erzählt hat und was natürlich jemandem irgendwie einen Vertrauensvorschuss gibt, weil man denkt, das muss ja dann ein “guter” Mensch sein; nein, Paddy verdient Geld mit Verkauf von Gras und diversen Betrügereien. Und natürlich haben wir dann auch das Motiv der versuchten Flucht der Besuchsfamilie, was aber, klassisch, durch eine Kleinigkeit vereitelt wird, damit wir den entsprechenden Showdown erhalten. Auf den Showdown könnte ich ja immer irgendwie verzichten, aber davor macht der Film für mich schon einiges richtig.

Ich glaube, ich schaue mir jetzt doch noch das dänische Original an.

Am Semmering

Für alle, die es nicht erraten haben: Ich war gestern am Semmering, auf eine Feier zu einem 55. Geburtstag.

Tradtionelle Semmering-Architektur

Das Geburtstagskind arbeitet dort im Semmering 2026+ Projekt mit, das die Gegend revitalisieren soll/will und deshalb gab es nicht eine Feier im herkömmlichen Sinn, sondern zuerst mal einen dreistündigen Kulturspaziergang, von der Passhöhe bis zum Golfplatz. Ich hab mir zuerst ehrlicherweise gedacht, au weia, das mag ich ja nicht soo gern, wenn man irgendwo landet, wo man dann am Ende nur mit einem Shuttle zurück zum Auto bzw. Bahnhof gebracht werden kann, das ist so ein typisches Horrorfilm Szenario harhar, aber es war wirklich sehr kurzweilig und nett und lustig.

Das bekannte Hotel Panhans

Dazu kam, dass ich einige Personen, die ebenfalls eingeladen habe, schon ungefähr zehn Jahre nicht mehr gesehen habe. Und ich habe das Gefühl, sie haben ein paar meiner “Versionen” gar nicht mitbekommen bzw. ich auch ihre nicht. Und manchmal tut mir das leid, dass sie manches nie kennengelernt haben, aber an diesem Nachmittag wars “egal”, ich war einfach ich und sie waren sie und das reicht. Dazu kam, dass bei letzten Treffen gefühlt lauter Volksschüler herumsprangen und jetzt die “Kinder” alle so gut wie erwachsen sind und an einem Samstagnachmittag ganz andere, eigene Pläne haben.

Das Sporthotel

Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage, aber ich habe kaum Fotos gemacht, weil ich so mit Plaudern beschäftigt war, harhar. Gottseidank kriegen wir dann irgendwann noch offzielle Fotos, wo wir vor allem beim Essen waren, sicher sehr vorteilhaft, harhar. Ich habe lange mit I. geplaudert, und mich mit C. lebhaft über den Songcontest unterhalten, wir kennen schon alle Songs und hören dieselben Podcasts, er war damals auch in der Stadthalle 2015 dabei; wie ich kotzen auch ihn die ganzen Demos und politischen Debatten etcetera an, aber wir haben beschlossen, wir lassen uns in unserer ESC Whatsapp Gruppe den Spaß nicht madig machen und schauen einfach wie immer “gemeinsam”.

Das Südbahnhotel, wo Paulus Manker “Alma” aufführt und wo man auch super eine Neuadaption von “The Shining” drehen könnte

Bei der Führung wurde uns vor allem, wie man sieht, die Geschichte der alten Hotels in der Region näherbrachte, die alle renoviert wurden/werden, aber noch geschlossen sind, aber im Zuge des Semmering neu denken Projektes einen zweiten Frühling erleben sollen. Mich interessiert das ja sehr, das Wort “denkmalgeschützt” hat für mich einen sehr schönen, auch ein bisschen schmerzlichen Beigeschmack und das wird vermutlich eh immer so bleiben. Es gibt Dinge, die man erlebt, die einen nie wieder ganz verlassen werden (und das ist auch gut so, denn das zeigt, wie viel sie bedeuten haben und immer noch bedeuten).

Endstation Golfplatz

Am Schluss landeten wir auf dem Golfplatz, wo wir irgendwelche alkoholischen Hipstergetränke bekamen und ein Foodtruck für das leibliche Wohl sorgte. Das Essen – kleine Portionen von verschiedenen Gerichten wir Lachwraps, Flammkuchen, Pulled Pork Burger, Asia Nudeln, Backhendel – war wirklich sehr, sehr gut. Und ich bin natürlich eine emanzipierte Singlefrau, die eh immer irgendwie alles alleine macht, aber ich fand es schön, dass mir diesmal das Essen gebracht wurde, und ich einfach auf der Wiesen sitzen bleiben konnte, harhar.

Pulled Pork Burger

Danach wurde es kühl und müde war ich auch schon sehr. Indoor wurden aber noch Geschenke ausgepackt und sich am Holzofen gewärmt, bevor sich die Gesellschaft dann langsam auflöste und ich irgendwann in mein Bett im Garten plumpste.

Sneak Peek

Den Tag heute hier verbracht:

Entweder man weiß bescheid, man googelt oder wartet einfach bis morgen, bis ich mehr davon erzähle, harhar.

Jetzt bin ich nämlich nach stundenlang gehen und stehen und reden und essen und trinken – es war ein Geburtstagsfest – komplett fix und fertig und schaff es nur noch, ins Bett zu gehen. Aber sehr fein wars.

Gute Nacht.

Book Crawl

Die liebe A. hat mich dankenswerter Weise auf den diese Wochen stattfindenden Book Crawl aufmerksam gemacht, der sonst wirklich spurlos an mir vorübergegangen wäre. Unbezahlte Werbung.

In dieser Woche haben sich 40 unabhängige Buchhandlungen in Österreich (die meisten in Wien) zusammengeschlossen, um an dieser Aktion teilzunehmen. Und das geht so: Man druckt sich den Stempelpass aus, besucht fünf Buchhandlungen (kein Kaufzwang), lässt sich jeweils einen Stempel geben und bekommt in der letzten Buchhandlung einen zehn Euro Gutschein, für eben diese Buchhandlung. Das habe ich aber erst im vorletzten Geschäft erfahren. Tatsächlich ging es mir vor allem um das Kennenlernen und die Experience, an einem ur sonnigen Tag durch für mich neue Buchhandlungen zu streifen.

Ich hatte allerdings nur heute dafür Zeit und da auch nur ungefähr drei Stunden (An- und Abreise schon inbegriffen). Puh, hab ich mir gedacht, da muss ich mir einen guten Marschplan zurechtlegen und auch alles schnell finden, was nicht so unbedingt meine Stärke ist, ich verlaufe mich auch mit Google Maps.

Jedenfalls habe ich mich für eine Tour im 9. Bezirk entschieden, weil die Buchhandlungs-Dichte da recht hoch ist. Ausgestiegen bin ich Nußdorferstraße und nachdem die Buchhandlung dort noch geschlossen war, bin ich zur Buchhandlung List auf der Porzellangasse weitergegangen. Das war schon mal ein schwerer strategischer Fehler, aber sehr schön zum Spazierengehen, harhar.

Die Verkäuferin dort war sehr lieb und meinte, “Oh wir sind die Ersten”, ja irgendwo muss man anfangen, harhar. Gekauft habe ich mir dort gleich ein Buch, aber mir war klar, ich kann jetzt nicht jedesmal ein Buch kaufen, aber ein bisschen wollte ich doch jede unterstützen. Es war ein angemessener Beginn, diese Buchhandlung fand ich von außen am schönsten.

Weiter ging es dann in die Buchhandlung Orlando, auf der Liechtensteinstraße, da habe ich drei Postkarten erstanden.

In der Buchhandlung Orlando

Sehr gemütlich innen und viel Auswahl. Von dort aus ging ich die Berggasse hinunter, so Richtung Servitenviertel, bis ich vor Oechsli Buchhandlung stand. Ein sehr kleines, aber ur liebevoll gestaltetes Geschäft, mit diesen netten Buchzitaten in der Vitrine. Dem Akzent der Verkäuferin nach zu schließen, handelt es sich hierbei um eine Vorarlberger Buchhandlung. Auch hier kaufte ich zwei Postkarten, eine hat mich an meine Frühstücksdates erinnert, aber mehr wird nicht verraten, L. liest vielleicht mit, harhar.

Ur schöne Texte, beim Eingang von Oechsli

Danach ging es die Berggasse wieder hinauf, in die Buchhandlung Löwenherz – eine Buchhandlung für Schwule und Lesben. Ich bin zwar keines von beiden, aber der Verläufer/Besitzer (?) war trotzdem ausgesprochen freundlich und hat mir gleich weitere Buchhandlungen in der Nähe für meine Tour empfohlen und mir eben gesagt, dass ich beim fünften Stempel dann einen Gutschein bekomme.

Queer Buchhandlung Löwenherz bei der Berggasse

Die letzte Buchhandlung war die Südwind in der Schwarzspanierstraße. Da entdeckte ich dieses süßes Plakat:

Bücherei Südwind, in der Schwarzspanierstraße

Und – no offense- aber dort wusste die Verkäuferin über die ganze Aktion nicht so genau Bescheid, vor allem nichts über einen Gutschein und die Chefin war nicht da. Wir haben uns dann drauf geeinigt, dass ich nächste Woche nochmal komme, ich mein, die Buchhandlung liegt eh fast direkt neben dem Votivkino, und dann kann ich mir den Gutschein holen – und eventuell gleich einlösen.

Das habe ich mir schriftlich geben lassen, denn ehrlich gesagt, wenn ich schon fünf Buchhandlungen schaffe, in 52 Minuten (!) und ich habe in jeder ein bisschen gestörbert, dann will ich jetzt auch diesen Gutschein harhar. Nach der ganzen Geherei hab ich mir gedacht, ich hab meine Bandscheiben jetzt schon seit Wochen nicht mehr gespürt. Mir geht es schon lange wieder recht gut damit, aber jetzt tatsächlich spüre ich sie nicht mal mehr ein bisschen. Das alles hat dazu beigetragen, dass ich mich echt gut gefühlt habe, heute.

Die Ausbeute:

Lena Dunham

Was die Schauspielerin, Autorin und Regisseurin Lena Dunham betrifft, zäume ich jetzt das Pferd quasi von hinten auf.

Im vergangenen Sommer habe ich ja Too Much gesehen, die damals neue Mini-Serie von Dunham, und ich fand sie echt ziemlich schrecklich, sorry. Sehr unsympathische Charaktere, sehr woke, auch, ganz ehrlich, nicht besonders witzig. Ich weiß aber auch, dass sie mit der Serie Girls einen riesen Erfolg hatte. Die Serie, die von 2012 bis 2017 lief, habe ich aber nie gesehen, es war irgendwie damals keine Zeit fürs Serienschauen und außerdem waren die Protagonistinnen alle mindestens zehn Jahre jünger als ich und hatten kein kleines Kind. Es hat nicht mehr so in mein Leben gepasst wie Jahre zuvor Sex and the City.

Vor kurzem hat Dunham ihre Biografie Famesick veröffentlicht, und das war echt überall in meiner timeline. Es ging auch irgendwie um Adam Driver, ihr Co-Star in Girls. Ich bin bei den Artikeln hängen geblieben. Weil Lena Dunham auch irgendwie ein bisschen “lost” wirkt und, ich sage wie es ist, extrem zugenommen hat. Und ich denke mir, da muss was dahinterstehen. Ich habe auch in Zeiten der Trauer in meinem Leben zugenommen, vor fast vier Jahren acht Kilo, habe diese aber wieder abgenommen (aber kein Gramm mehr, wie gemein, harhar). Mich interessieren Menschen, die durch Krisen gehen, weil ich wissen wie, wie sie damit weiterleben.

Jedenfalls habe ich jetzt entdeckt, dass es Girls auf einem meiner Kanäle streamt und ich dachte mir na gut, schaust du den Piloten. Ich war der Meinung, ich würde vielleicht gar keine ganze Folge schaffen, weil wenn mir was nicht gefällt, breche ich schnell wieder ab. Aber siehe da: Die Serie ist super, ich war sofort “hooked” und habe mittlerweile die ganze erste Staffel gebingt, *hüstel* Was ich jetzt schon sagen kann: Diese Serie hat alles das, was Too Much meiner Meinung nach fehlt.

Ich arbeite mich da jetzt rein, ich habe vor, alle fünf Staffeln zu sehen, und zwar ohne mich selbst zu spoilern, weil man könnte natürlich den ganzen Inhalt auch schon vorab lesen. Und ich habe mir ihr Buch Famesick bestellt. Ich werde weiter berichten, harhar.