almis personal blog

Im MAK, zwei

Also ich bin gestern bei der Christoph Schlingensief Ausstellung stehengeblieben – die ist übrigens oben im MAK, wenn man über diese Brücke geht – sie nennt sich: Es ist nicht mehr mein Problem. Laut Aussage der Kuratoren (unter anderem Schlingensiefs Witwe) soll es keine Retrospektive sein.

Beim Eingang der Ausstellung

In einigen ziemlich großen Räumen werden die bekanntesten Aktionen und Exponate von Schlingensief ausgestellt, hier fällt vor allem natürlich der Ausländer raus Container auf, der zur Aktion Bitte liebt Österreich gehört. Man erinnert sich, damals fanden zwei Dinge quasi gleichzeitig statt, und zwar die erste Big Brother Staffel und die Regierungsbeteiligung der FPÖ in Österreich. Schlingensief verband diese beiden Ereignisse, und ließ neben die Staatsoper einen Container mit tatsächlichen Asylwerbern stellen, von denen täglich einer oder eine “herausgevotet” werden konnte. Wenn man sich daran zurückerinnert, fragt man sich, wieso sich die Festwochen heuer davor anscheißen ängstigen, ein Gespräch mit Peter Thiel zu führen.

Der Ausländer Raus Container von der Aktion im Jahr 2000

Diese Aktion hat Schlingensief Anfeindungen von wirklich allen Seiten gebracht. Natürlich in erster Linie von der FPÖ, aber auch von linken Gruppen, die ihm unter anderem Instrumentalisierung der Geflüchteten und Verharmlosung vorwarfen. Und das für einen Künstler natürlich schon super, denn es bedeutet, du hast dich zwischen sämtliche Stühle gesetzt, wo du von niemand vereinnahmt werden kannst und dich einer stringenten (=banalen) Interpretation entzogen. Tatsächlich sind Schlingensiefs Motive für mich bis heute auch schwer fassbar, ging es ihm wirklich um die Sache, wollte er provozieren, tatsächlich politisch etwas bewegen? Die Idee an sich ist ja in erster Linie mutig, an sich sind aber die Reaktion und die Partizipation von anderen fast interessanter als die Aktion selbst.

In der Ausstellung gibt es ein rund 20 Minuten langes Interview mit ihm zu diesem Thema (aufgenommen vor der Oper) anzusehen, was ich auch in voller Länge gemacht habe, und selbst danach war ich nicht wirklich schlauer, was aber dazu einlädt, sich noch mehr mit Schlingensief zu beschäftigen. Er ist für mich eine ziemlich ambivalente Figur.

Schlingensief im Interview vor der Oper, Juni 2000

Ansonsten stellt die Ausstellung Freakstars 3000 vor, eine Talkshow von Schlingensief mit Menschen mit Behinderung. Seine Hamlet Inszenierung mit aussteigewilligen Neonazis und Church of Fear, als Reaktion auf den Terroranschlag auf die Twin Towers und die Frage, wie sehr Angst die Menschen und die Gesellschaft als Ganzes beeinflusst. Und ob Angst so etwas wie eine Ersatzreligion geworden ist. Ich finde, gerade dieses Thema ist auch heute noch extrem gegenwärtig, weil die mediale Angstmache wirklich teilweise bizarre Blüten treibt. Das haben wir aktuell auch immer wieder mit dem Klimawandel. Bin kein “Leugner” (sowieso so ein bescheuerter Kampfbegriff) aber wenn uns zum Beispiel erzählt wird, es war im vergangenen Sommer viel heißer als wir das empfunden hätten, dann grenzt das für mich schon ein bisschen an Gaslighting. Und was genau bringt es, Herausforderungen in der Welt mit Angst zu begegnen? Da hätte Schlingenschief viel zu tun und ich wäre gespannt, wie er sich diesem Thema genähert hätte.

Das wäre doch ein Spruch für die Kandidatinnen und Kandidaten zur ORF Generaldirektorwahl

Die Ausstellung als solche fand ich sehr interessant gemacht, im Sinne von: es gibt recht viel Informationen und die Exponante von damals zu sehen, aber gleichzeitig ist sie ziemlich spartanisch und auch irgendwie so gestaltet, dass sie sehr unbequem wirkt, also es hat visuell nichts anheimelndes. Das passt dazu, dass Schlingensief Kunst nicht als Antwort sah, sondern als Prozess des immer wieder Hinterfragens, was mir ja wieder sympathisch ist.

Im Museumsshop habe ich in Schlingensiefs Krebs-Tagebuch hineingelesen und es mir gleich in der Bücherei ausgeborgt, zusammen mit zwei anderen Werken von/mit ihm.


Danke liebe A. für die Anmerkung, dass man mit der NÖ Card das MAK gratis besuchen kann und es auch Ermäßigungen mit der Stadt Wien Card gibt. Auch für Öffi Jahreskartenbesitzer.

Im MAK, eins

Machen wir wieder ein Ratespiel, wo ich heute war?

Okay, das war nicht schwer zu erraten, nachdem ich den Blogpost ja schon dementsprechend benannt habe, harhar

Im MAK gibt es Dienstag Abend verbilligten Eintritt ab 18 Uhr (unbezahlte Werbung) und da ich heute zufällig dran gedacht und auch Zeit hatte, habe ich die Gelegenheit genutzt. Eigentlich wollte ich mir ja primär die Festwochen-Plakate Ausstellung anschauen, weil mich die schon als Kind sehr fasziniert haben. Bis ich diese Ausstellung gefunden hatte, ist allerdings schon etwas Zeit vergangen – Beschilderung im MAK einfach eine 0 von 10, aber vielleicht soll das so sein, wegen Kunst und so, Verstörung und intendierte Orientierungslosigkeit, um einen zu sensiblisieren, I don’t know. Also um euch Zeit zu sparen, sie ist quasi im Keller und nur so ein kleiner Gang mit wenig Erläuterungstexten leider. Aber die Plakate sind trotzdem super.

Bei dieser Festwocheneröffnung war ich tatsächlich damals mit meinen Eltern und deren Freunden und eine Freundin von mir war auch dabei; ich war zwölf. Und ich habe diese als sehr beeindruckend in Erinnerung, auch wenn ich mich nicht mehr an Details erinnern kann, außer daran, dass teilweise Musik vom Burgtheater kam und dann wieder vom Rathaus und wir uns immer hin und her gedreht haben und das Gefühl hatten, wir sind bei einer ganz großen Sache dabei. Rückblickend staune ich, dass mein Papa auf irgendeiner Veranstaltung des quasi “roten Wien” war – ich werde jetzt nicht schreiben, wie er das tatsächlich genannt hat, harhar – obwohl oder gerade weil er an sich aus einem “roten” Haushalt kam.

Anyway, dieses Plakat fand ich damals auch sehr gut:

Es gibt dann auch noch einen Mozart, der die Augen verdreht

Aber mein Lieblingssujet ist das von 2005, ich weiß, dass ich damals sehr viel Zeit damit verbracht habe, über diese drei Plakatstrecken nachzudenken, weil ich sie auch nicht hundertprozentig verstanden habe:

Keine Ahnung, was das über mich aussagt, dass mich das fasziniert hat, aber das ist ja das Schöne an der Kunst, dass man sie nicht immer erklären können muss. Das gilt übrigens auch insbesondere für die zweite Ausstellung im MAK, die ich mir heute angeschaut haben, nämlich die über Christoph Schlingensief namens “Es ist nicht mehr mein Problem”. Aber dazu ein anderes mal mehr. Auch darüber muss ich erst noch ein bisschen reflektieren.

Heimfahrt dann so:

Blick aus der Schnellbahn

Dann müde aufs Sofa gelegt und diesen Blogpost geschrieben.

Late Fame

Nun also zu Late Fame von Regisseur Kent Jones, von dem ich ehrlich gesagt noch keinen Film vorher gesehen habe. Das adaptierte Drehbuch der Schnitzler Novelle stammt von Samy Burch, deren Drehbuch zu May/December ich schon toll fand.

In Late Fame geht es um den kurz vor der Pensionierung stehenden Eduard Saxberger (William Dafoe), hier in New York der Gegenwart ansässig und als Postbeamer tätig, der von einem jungen Mann namens Myers – eine Art “Nepo Baby” – auf den Gedichtband angesprochen wird, den er in seiner Jugend geschrieben hat. Hier heißt dieser Band Way Past Go (im Original Wanderungen). Myers nimmt ihn zu seinem Freundeskreis mit, die angeblich alle große Fans von Saxberger sind und er erlebt einen “späten Ruhm” im Kreisen dieser jungen Menschen….

Zunächst einmal muss ich herausstreichen, wie hervorragend es der Drehbuchautorin gelungen ist, die Handlung des Wiens um 1900 nach New York 2023 zu transferieren und den Geist von Schnitzlers Novelle so genau zu erfasssen und zu vermitteln. Die jungen Menschen, die Saxberger kennenlernt, sind genauso (performativ) weltabgewandt wie die in der literarischen Vorlage, in der heutigen Zeit manifestiert sich das eben dadurch, dass sie Social Media komplett ablehnen, sie nennen es “Sociopath Media”. Sie interessieren sich dafür, ob er mit Künstlern wie Allen Ginsberg befreundet war – Saxberger verneint, Gloria, die einzige Frau der Gruppe daraufhin: “Just tell him yes” – was schon sehr viel über den “Vibe” aussagt. Die jungen Männer wohnen in bewusst unter-möblierten, aber umso über-preisigen Appartments, stilisieren sich aber gerne als arme Poeten.

Burch bleibt ganz nah an Schnitzlers Vorlage, es gibt lediglich zwei oder drei Szenen, die sie ergänzt oder eher das ausformuliert, was bei Schnitzler nur zwischen den Zeilen zu lesen war. Das betrifft inbesondere Saxbergers Begegnungen mit Gloria (eine wunderbar überdrehte Greta Lee) die einmal in einer Bar Surabaya Johnny von Bert Brecht und Kurt Weill singt, wie herrlich, ist das bitte! Saxberger verliebt sich ein bisschen in sie. Im Film wird Glorias Background etwas mehr – auch bildlich – geschildert. In der Novelle hat man immer den Eindruck, dass sie sich selbst etwas vormacht, quasi mehr Schein als Sein, aber es bleibt schön subtil, wie so oft bei Schnitzler. Im Film sehen wir Gloria einige Male perfekt gestylt und voller euphorischem Überschwang, bis Saxberger sie eines Tages zuhause besucht, wo ihre Haar traurig herunterhängt, und sie als Ganzes einen äußert deprimierenden Eindruck macht. Anscheinend wohnt sie auch noch dazu bei einem dominanten Mann. Hier zeigt uns der Film, dass wir Glorias “Performance” genauso wenig trauen wie allen anderen in dieser Geschichte.

William Dafoe, der vor allem für die Darstellung sehr schräger Außenseitertypen bekannt ist, spielt hier einen im Grunde ganz gewöhnlichen älteren Herren, für ihn fast revolutionär “normal”. Einen Mann mit hoher Intellektualität, aber einem einfachen Leben, das einige Leerstellen beinhaltet, was durch ein paar Telefonate mit seiner Schwester, offenbar die einzige Person aus der Familie, die noch mit ihm redet, klar wird. Als Saxberger wieder versucht zu dichten, entsteht nicht viel mehr als die Worte “Seasons collide” – was auch wieder sehr vielsagend doppeldeutig ist.

Ein stiller, großer kleiner Film.

Wochenende, gemischt

Am Freitag Abend habe ich Late Fame gesehen, die von mir schon mit Neugier erwartete Adapation der Schnitzler Novelle mit William Dafoe, im stimmungsvollen Gartenbaukino.

Davor habe ich im Stadtpark Abend gegessen und ein bisschen gechillt.

Zwei Wochen kann man Late Fame jetzt (nur in englischer Originalfassung) im Gartenbaukino sehen

Dafoe hat ein charmantes Reel für das Kino eingesprochen. Sehr schön, wenn ein amerikanischer Schauspieler “Arthur Schnitzler” sagt. Jedenfalls bin ich recht begeistert von diesem kleinen, stillen Film, der sehr nahe an seiner literarischen Vorlage ist, obwohl er statt in Wien um die Jahrhundertwende gut 130 Jahre später in New York spielt. Mehr bald.

Ansonsten habe ich zweimal den Moment verpasst, in den Pool zu gehen.

Gewittersturm im Garten

Außerdem darf ich mich derzeit wieder mit der Welt der Psychologie/Philosophie beschäftigen #ausgründen und das freut mich sehr. Habe extra meine eigenen Maturafragen aus dem Jahr *hust* ausgegraben. Ich hab damals die Philosophiefrage gewählt, weil bei mir alle guten Psychologiefragen schon weg waren, das Schicksal,wenn dein Nachname mit “S” beginnt harhar. Heutzutage läuft die mündliche Matura ganz anders ab, ich sage nur vier Prüfungen an vier verschiedenen Tagen und das im schwarzen Anzug.

Aufgeregt habe ich mich dieses Wochenende auch, nämlich über Influencerinnen, die ohne medizinische Expertise mit Ende 30 für Hormonersatztherapien “werben”. Prinzipiell ist es ja jedem selbst überlassen, was er sich so reinzieht. Jede Frau hat eine andere Konstitution und ich bin immer sehr für Selbstbestimmung. Ich finde nur den Trend dazu, die Wechseljahre zu einer Art Krankheitszustand hochzujazzen, den man behandeln muss, ein bisschen gefährlich, weil Erwartungshaltung und so. Ich persönlich kann sagen, die Wechseljahre können auch komplett unspektakulär ablaufen, dass man fast gar nichts davon mitkriegt.

Soweit mein Wort zum Wochenende.

Ein Traum

Ich hatte wieder einen Traum.

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat einmal gesagt, es ist nicht gut, wenn Autoren über ihre Träume schreiben, es sind in der Regel die schlechtesten Kapitel in ihren Romanen (he ist not wrong). Aber das hier ist ja kein Buch und ich fasse mich auch kurz.

Ich war mit einer Freundin im Park, wir saßen auf einer Bank und da sah ich ihn mit einer Gruppe. Jemand aus der Gruppe rief seinen Namen, dann mehrere, sehr fröhliche Stimmen. Er drehte sich zu ihnen um, ich war zu weit weg, um seinen Gesichtsausdruck zu sehen, aber ich denke, er sah zufrieden aus, in so einer bescheidenen, zurückhaltenden Art. Und ich dachte mir, ich könnte auch seinen Namen rufen, er würde mir sicher zuwinken, mich grüßen. Aber ich kann nie wieder seine Hand nehmen und mit ihm gehen, in dieses Zimmer, das nur uns gehört hat, an einen Ort, in dem wir uns alles sagen konnten.

Beim Aufwachen habe ich mich ambivalent gefühlt und dann habe ich gedacht, es ist immer möglich, Situationen auf die eine oder andere Weise zu sehen. Und ich habe mich dafür entschieden, nicht traurig darüber zu sein, dass es vorbei ist, sondern glücklich, dass es diese Zeit und diesen Raum gab.

Ya Ya Ya

So, wie lange hat Almi es jetzt ausgehalten, ohne ESC Content, naja doch immerhin 13 Tage harhar, bin stolz auf mich.

Ich muss jetzt nämlich was für mich peinliches, aber auch lustiges erzählen; ich habe mich sehr über mich selbst amüsiert. Am ESC Abend wurde ja von Andi Knoll behauptet, dass der norwegische Teilnehmer Jonas Lovv mit seinem Song Ya Ya Ya an die italienische Rockband Maneskin erinnert. Für alle, die es nicht wissen, Maneskin waren ESC Sieger 2021, dann Weltkarriere. Ich mag ja Knoll und ich habe diesen norwegischen Song ehrlicherweise, euphemistisch ausgedrückt, nie auf Heavy Rotation gehabt. Weil es gibt immer ein paar Lieder, die ich so ein bisschen ignoriere, weil es sind einfach so viele Songs. Ich habe aber am Finalabend dennoch extrem obergescheit behauptet: “Das Einzige, was bei Jonas Lovv an Maneskin erinnert, sind die Hosen.”

Na ja und jetzt höre ich ja beim Einkaufen gehen und Schnellbahn fahren und so immer Musik über die Earpods, natürlich zu 95 Prozent im weitesten Sinn ESC-related. Wenn das Handy in meiner Tasche ist, gestaltet sich die Playlist etwas “random”, ich weiß also nicht, welche Songs hintereinander drankommen. Und da spielt es eben kürzlich einen Song, der mir im ersten Moment nur flüchtig bekannt vorkommt und ich denke mir so, ah das ist sicher einer dieser englischen Maneskin-Songs.

Ratet. Harhar.

P.S. Sorry Andi!

Michael

Es ist im Kino gerade ein bisschen Saure Gurken Zeit, wie immer nach den Oscars und bevor die Festivals beginnen, bei denen neue Filme vorgestellt werden. Aber ich habe mir zumindest kürzlich Michael angesehen, den Film über den manche sagen, Regie führten die Anwälte, aber formal war Antoine Fuqua der Regisseur.

Michael beleuchtet die Zeitspanne des Lebens von Jackson ab 1966, von seinen Anfängen bei den Jackson 5, bis hin zu seinen ersten Solokonzerten Ende der 1980er Jahre. Was auch den Vorteil hat, dass man sich zu späteren Kontroversen gar nicht erst nicht äußern muss….

SPOILER …NAJA, WENN MAN NICHTS ÜBER MICHAEL JACKSON WEISS

Das Genre Biopic ist eine Geschichte voller Missverständnisse harhar. Nein, ernsthaft, ich fände es toll, wenn jemand mal darüber eine Dissertation oder ähnliches schreiben würde. Muss der Anspruch an Wahrheit und Realitätsbezug erfüllt sein und geht das überhaupt? Sind Biopics entweder “Fanservice”, eine huldvolle Verbeugung oder eben umgekehrt knallharte Abrechnung und Abarbeitung an Menschen, die man verachtet? Meine diesbezüglichen Reflexionen über The Apprentice, das sich um Donald Trump und seinen Entdecker Roy Cohn dreht, wurden in den Wikipedia Artikel über diesen Film aufgenommen. Wahrscheinlich glaubt jetzt jeder, ich trage privat eine MAGA Kappe, harhar. Ich stehe dazu: Es ist genauso fad und uninteressant, einen Menschen eindimensional als eine Art Monster darzustellen wie umgekehrt eine unreflektierte Heldenverehrung. Worauf sich übrigens offenbar alle bei Michael einigen konnten – der Regisseur, der Jackson Clan, die Anwälte ist, dass Michaels Vater Joseph Jackson (dargestellt vom sonst sympathischen Coleman Domingo) ein ziemliches Arschloch war.

Man kann sich aber abseits aller Biopic Überlegungen fragen: Funktioniert der Film für mich, wenn ich diese Bezüge weglasse und so tue, als würde über eine fiktive Person berichtet werden? Und da muss ich sagen, schneidet Michael gar nicht schlecht ab. Audiovisuell ist er nämlich stellenweise beeindruckend und der Hauptdarsteller Jaafar Jackson, tatsächlich ein Neffe von Michael, ist überzeugend und vor allem tanzt er irrsinnig gut. Und ich habe ja schon eine kleine Schwäche für Tanzen im Film. Die Szene, in der das Making of Thriller geschildert wird, ist ein Highlight. Ich würde diese Choreografie auch sehr gerne mal gelernt bekommen.

Super ist auch die Szene, als Jackson mit dem CBS Records Chef (dargestellt von Mike Myers) darüber debattiert, warum MTV seine Videos nicht zeigt. Es ist nämlich wirklich wahr und tatsächlich erschreckend, dass noch in den 1980er Jahren keine Videos von schwarzen Musikern on air gingen. Erst als der CBS Boss ein Telefongespräch führt und MTV damit droht, alle seine anderen Stars wie Bruce Springsteen und Cyndi Lauper abzuziehen, lenkte man ein. Diesem Druckmittel verdankte Jackson (und alle schwarzen Künstler, die nach ihm kamen) seine MTV Präsenz. Dieser Moment ist auch ein schönes Beispiel dafür, wie manche Darsteller nur in einer einzigen Szene in Erscheinung treten, die aber so prägend für den Film ist, das genau diese im Gedächtnis bleibt. Und das sage ich mit der Bemerkung, dass ich Mike Myers während des Films tatsächlich überhaupt nicht erkannt habe.

Was ich an Michael nicht mochte ist der unnötige Einsatz von CGI. Bei den Konzertszenen ist es ja noch irgendwie halbwegs ok. Aber muss ich bitte einen CGI Affen generieren, wenn da draußen jede Menge echte Affen verfügbar sind? Gerade wenn Affen wirklich nicht die unkooperativsten Tiere sind, wenn es um die Interaktion mit Menschen geht. Und Bubbles hat ja in diesem Film nicht viel mehr zu tun, als von Jackson getragen zu werden und ein bisschen mit ihm zu spielen.

Insgesamt wahrscheinlich in gewisser Weise ein Märchen, ist Michael doch unterhaltsam und die Songs sind halt einfach super.

Frühstück Treu am Platzl

Heute wurde das lange Wochenende noch bis Mittag verlängert. L. und ich waren wieder einmal Frühstücken und da das Wetter so gut angesagt war, haben wir ein Lokal mit einem schönen Garten recherchiert und haben uns für das Treu am Platzl in der Piaristengasse, direkt vor der der Piaristenkirche entschieden. Wie immer unbezahle Werbung. Reservieren ist sinnvoll.

Ich meine, wie hübsch ist das bitte, bei so einem blauen Himmel:

Herausforderung war dann eher, dem Schatten zu folgen, der mit Fortschreiten des Vormittags mehr und mehr verschwand (trotz Schirmen). Irgendwie vergisst man ja Jahr für Jahr die Herausforderungen, die auch der Sommer mit sich bringt. Advanced Level dann Wespen beim Essen und so, das dauert aber noch. Ach ja und was noch wichtig ist: Cash only! Es gibt aber einen Bankomaten in der unmittelbaren Nähe.

Das haben wir übrigens gegessen und es sieht nicht nur hübsch aus, es war auch sehr gut, sehr weiches Brot, mein Zahnprovisorium bedankt sich.

Einmal Avocadolala, einmal Poached Egg Royal – zwei Zungenbrecher fast – mit Safranhollandaise

So eine kleine, schlichte Tischdeko finde ich immer ur süß, kann ich mir als Inspiration für den Garten merken:

Thema war unter anderem einmal mehr die Matura. ‘Wir” nähern uns langsam den mündlichen Prüfungen und jetzt findet die Schule nur noch sporadisch in Form von Vorbereitungsstunden zu sonderbaren Zeiten statt und das ist nach zwölf Jahren ur ungewohnt, zumindest für Mamas, ich glaube, die jungen Erwachsenen haben da keine Umstellungsprobleme, harhar.

Danach sind wir noch in die Stadt gebummelt, unter anderem durch den Rosengarten im Volksgarten

Sehr schön wars, wie immer.

Pfingstwochenende

Das erste richtig sommerliche Wochenende und die Menschen in Österreich so: Endlich ist es warm. Und die Medien heute so: Bitte suchen Sie einen Hitzeschutzraum in ihrer Nähe auf. Morgen dann: Leider muss in Wien jede kleinste Grünfläche verbaut werden, weil nämlich sozialer Wohnbau (aka Anlegerwohnungen). Übermorgen: Bitte lassen sie ihr Auto stehen. Überübermorgen: Sorry wir müssen den öffentlichen Verkehr für eineinhalb Jahre zu einem beträchtlichen Teil stilllegen. Dafür kostet es aber auch mehr. So rant over. Harhar.

Es war nämlich ein herrliches Wochenende im Garten.

Symbolbild: Sommer

Die “Kinder” waren auf Besuch, das war sehr nett. Ich habe ein neues Buch angefangen, es ist interessant, wenn auch ein bisschen sperrig. Das Paar, das im Mittelpunkt steht, hat mich ein bisschen an Love Story erinnert insofern, als dass die Frau den Mann in beiden Fällen in gewisser Weise herausfordert. Tatsächlich liegen gar nicht mal so viele Jahre zwischen den beiden Büchern, denn Die beste aller Beziehungen ist ein schwedischer Kultroman aus dem Jahr 1976, der erst jetzt auf Deutsch erschienen ist. Ich habe auch einen neuen Sommerhut – böse Zungen behaupten, in sowas hat man früher Klorollen im Auto transportiert, also ich muss doch sehr bitten (ok, ich habe lachen müssen)

Außerdem habe ich Eis gegessen und eine Stunde lang die Hecken geschnitten. Ich habe Kurztripfotos von anderen auf Social Media angeschaut. Ich war fast nur barfuß unterwegs und bin erstmals (und zweit-, dritt, viertmals) in den Pool gegangen. Arbeit habe ich vorsichtshalber keine mitgenommen, so habe ich es endlich geschafft, das Endkapitel meines Langtextes zu schreiben, zumindest halt mal eine erste Version. Das war nicht ganz unemotional (Untertreibung), aber ich glaube, es ist gut geworden.

Das war also ein richtiger kleiner Miniurlaub. Mehr brauche ich nicht. Außer halt nächstes Wochenende wieder, harhar.