Unlängst habe ich ein Video auf Social Media von Brandon Flowers, dem Sänger der Band The Killers, gesehen, in dem er darüber spricht, dass das zweite Album der Band namens Sam’s Town jetzt dieser Tage 20 Jahre alt wird. Also es ist ein Jahr nachdem ich selbst in Vegas war entstanden.
Bei den Killers ging es mir so wie mit Pulp. Sie waren eine zeitlang meine Lieblingsband, während zeitgleich Muse die Lieblingsband meines Freundes war. Die Killers werden ja immer so ein bisschen belächelt, ich weiß gar nicht genau wieso, ich habe sie sehr geliebt und die Platte Sam’s Town besonders. Weil beim ersten Album Hot Fuss dachte man noch, ah das ist wieder eine Brit Pop/Rock Band, und da gabs diesen großen Hit Mr. Brightside. Aber die Killers waren gar nicht aus England, sie kamen aus Las Vegas. Man hörte es aber eben nicht. Das hat sich bei Sam’s Town geändert und Flowers sagt in dem aktuellen Video auch: “We didn’t know how american we were until we left America” Und “Speaking for myself, I wanted to represent, where I was from. We did the best to take in the desert and the way our parents talked and the lessons we learned.” Finde ich ur schön formuliert und sehr interessant.
Ich mein, es ist eh irgendwie komplett surreal, wie man in Las Vegas aufwachsen kann, wie man zum Beispiel von der Volksschule nach Hause geht und in der Ferne sieht man den Strip, irgendwie so ein artifiziell-kapitalistischer feuchter Traum von Investoren und Konzernen ist – bzw. noch früher der Mafia. Aber ich muss auch ehrlich sagen, die Stadt ist so gaga und drüber, dass es schon wieder spannend ist. Und generell war ich persönlich auf meiner USA/Kanada Reise am meisten fasziniert von den Städten, die am wenigsten mit Europa zu tun hatten und das waren Los Angeles und Las Vegas. Da hab ich mir immer gedacht: Wie kann man hier überhaupt leben.
Ok, zum Song Sam’s Town – der übrigens nach einem Casinokomplex benannt ist, der allerdings abseits des Strips liegt, in der Gegend, in der Flowers aufgewachsen ist. Der Song ist bombastisch-glamurös, mit Synthesizer, aber auch mit Indie-Gitarren und er hat einige Tempowechsel, was ich sehr gern mag. Ich finde es nämlich super, wenn Songs anders funktionieren als das sonst der Fall ist, wenn man sich nicht so ganz auskennt in einem Song. Und natürlich ist er, wie praktisch alle Killers Songs, irgendwie melancholisch, auf eine Art und Weise, die mich nicht übermäßig deprimiert. Flowers besingt das Vegas abseits der Touristenpfade und Klischees ebenso wie den Druck, den er nach einer Welttournee spürt: “I am sick of all my judges, so scared of what they find”. Am Ende schlägt er eine symbolische Brücke zwischen seinen Welten: “I see London, I see Sam’s Town now.”








