almis personal blog

Wuthering Heights (vorher)

Nächste Woche werde ich die Pressevorführung von Wuthering Heights (Sturmhöhe) besuchen und so bereite ich mich in meiner Garten-Leseecke darauf vor:

Das ist Einsatz, oder? Ein paar Worte zum jetzigen Zeitpunkt:

Ich bin ein großer Fan der Regisseurin Emerald Fennell, die als Kind gesagt haben soll, sie wolle einmal Schauspielerin werden und über Liebe und “Murder” schreiben, was sie ja eindrucksvoll geschafft hat. Ich habe alle ihre (bisher zwei harhar) Filme gesehen und ich fand speziell Saltburn toll, toll, toll. Ein bestechendes und überborderndes Setdesign, wahnsinnige Stimmungsbilder, und generell auch komplett Bonkers vom Plot her, aber extrem unterhaltsam. Wenn es gut gemacht ist und nix anderes sein will als es ist, finde sowas super. Auch Pia Reiser vom fm4 Filmpodcast liebt das – wir haben generell einen recht ähnlichen Geschmack – und sie sagte zwei Dinge über Fennell, 1. dass sie immer sehr genau auswählt, welchen Font sie für ihr Titeldesign verwendet, Zitat Reiser: “Sie nimmt nicht einfach das, was im Word als erstes auftaucht” harhar und 2. “Fennell spricht Pop.” Genauso ist es.

Deshalb wird das Werk von Emily Brontë natürlich niemals eine klassisch-betuliche Literaturverfilmung werden, ich mein, es ist denkunmöglich. Deshalb wird beim Trailer zu Wuthering Heights natürlich viel kritisiert, weil man kann das alles auch sehr leidenschaftlich hassen, verstehe ich auch vollkommen. Wir haben zwei schöne Menschen (Margot Robbie, Jacob Elordi), die natürlich auch zu alt für ihre Rollen sind, da hätte man fast Teenager gebraucht und Robbie ist auch nicht so schlank wie normalerweise, weil sie direkt davor ein Kind (in echt) bekommen haben. Beide sprechen ein schönes Englisch, die Bilder sind wieder überwältigend, die Musik kommt von Charli xcx, einer sehr heutigen Musikerin – ich kannte sie bis dato nicht, ich bin auch zu alt dafür1, harhar.

Wuthering Heights wird im Trailer als “die größte Liebesgeschichte ever” transportiert, was irgendwie total zutreffend sein kann oder auch ganz im Gegenteil – je nachdem wie viel Toxizität und Zerstörungskraft man Liebesgeschichten zubilligt, die man als “echt” bezeichnen möchte. Es gibt ja auch Menschen, die “echte Liebe” nur dann verorten, wenn sie letztlich unerfüllt bleibt oder wenn sie mit ganz viel Kampf und Trauer, Sehnsucht und Verzicht konnotiert wird.

Wuthering Heights als Buch ist natürlich ein Klassiker der englischen Literatur, auch das einzige Buch von Emily Brontë, aber – so viel kann ich jetzt schon sagen – es ist auch in sich recht gaga. Ja, man kann es psychologisch durchdrungen nennen, ein Charakter- und Persönlichkeitsportrait, es hat aber erzähltechnisch auch ein bisschen was von Reich und Schön (sorry), also warum dann nicht einen absolut überkandidelten Film daraus machen? Das mal als erster Stimmungsbericht, ich werde dann zu Buch und Film noch mehr sagen, sobald ich beides fertiggelesen bzw. gesehen habe.


  1. Habe mein Kind dazu gefragt, er hat einen Song von ihr auf seiner Playliste ↩︎

KI und I

Wenn das Kind schnell mal ChatGPT was fragen will, dann sage ich oft: Ich scheiß auf die KI! Das erkläre ich dir harhar.

Vor allem halt, wenn es um Literatur und sowas geht. Was den ESC betrifft, ist die KI so schlecht, wir haben sie mal alles mögliche befragt und es war fast alles falsch. Aber natürlich gibt es auch Themen, wo sie sinnvoll ist. Ich mein, ich bin auch kein Kulturpessimist. Meinen Job gefährdet sie natürlich auch irgendwie, aber darüber mache ich mir nicht wirklich Sorgen, ich grüble über andere Dinge, da hab ich dafür keine Kapazitäten mehr. Und ich denke mir, irgendwie geht es schon weiter.

In letzter Zeit bemerke ich außerdem eine zunehmende Ernüchterung bei Auftraggebern, was reine KI Lösungen betrifft. Viele wollen ihre sensiblen Daten – es geht ja oft um Gespräche mit sehr vertraulichem Inhalt, auch Unternehmensinterna oder bei Namedropping – überhaupt nicht einer Maschine überantworten, wo niemand weiß, was mit diesen Daten dann geschieht. Wenn es sich um eher allgemein gehaltene Gespräch handelt, und sie es doch KI-mäßig probieren, sind sie mit den Ergebnissen oft nicht zufrieden. Oder wie ein Auftraggeber, für den ich seit 20 Jahren arbeite, mir letztens geschrieben hat: Die KI halluziniert schon wieder minutenlang. Help!

Deshalb überarbeite ich jetzt auch manchmal Texte der KI (Englisch und Deutsch) und es ist wirklich arg. Eine zeitlang passt alles und dann geht es drunter und drüber, es fehlt da und dort einfach eine halbe Minute, Fragen und Antworten gehen ineinander über, teilweise steht das Gegenteil davon da, was gesagt wird – dazu muss manchmal nur ein Wort falsch sein und so weiter. Am Schlimmsten ist es natürlich, wenn jemand undeutlich oder Dialekt spricht oder/und es laut im Hintergrund ist. Mein bisherigen Highlight: Im Interview hieß es “Es war ein Geben und Nehmen” – die KI machte daraus “Es war ein gelbes Unternehmen.” Was irgendwie schon fast wieder originell ist.

Fazit ist, ich habe so viel zu arbeiten wie schon lange nicht mehr. Letztens habe ich allerdings Blumen(zwiebel) geschenkt bekommen. Und wenn man die erste Sprossen dann fotografiert und die KI fragt, was das für Blumen sind, dann ist sie super! harhar.

Die Vegetarierin

Die Vegetarierin ist Han Kangs sicher bekanntestes, vielleicht, so sagen es viele Rezensionen, auch verstörendstes Werk. Es ist 2007 erschienen, richtig berühmt geworden allerdings durch die englische Übersetzung, da wurde es auch mit dem Man Booker International Preis ausgezeichnet. Vor zehn Jahren wurde das Buch ins Deutsche übersetzt.

Für mich selbst ist auch um einiges grotesker und weniger zugänglich als Deine Kalten Hände. Dabei aber auch erstaunlich leicht lesbar, weil ganz unprätentiös. Auch hier geht es wieder extrem um Körper, Körperverwandlung (weshalb in den Reviews immer wieder auch auf Kafka verwiesen wird), Körpertransformation. Und doch ist das, was sich körperlich tut, natürlich immer ein Ausdruck eines inneren Kampfes oder einer Entwicklung.

Die Protagonistin, eine junge Koreanerin, beschließt eines Tages nach einem Traum Vegetarierin zu werden. Genau genommen ist sie aber sogar Veganerin, denn sie boykottiert jegliche tierische Produkte. Und wenn man es noch weitertreibt (und das tut sie dann) verweigert sie in letzter Konsequenz die Nahrung komplett. Sie will zu einem Teil der Natur selbst werden, eine Art Pflanze. Klingt schon ziemlich schräg, oder?

Ich finde sehr interessant, dass die Vegetarierin selbst keine Stimme im Roman hat. Außer in einigen kurzen Schilderungen ihrer Träume wird nämlich nur über sie erzählt. Im ersten Kapitel von ihrem Mann, der sie als komplett unscheinbar und im Grunde uninteressant beschreibt: “Ich fühlte mich weder von ihr angezogen noch abgestoßen und sah daher keinen Grund, sie nicht zu heiraten.”1 Im zweiten Kapitel erzählt der Schwager, ein Künstler, wie auch schon die Hauptfigur in Deine kalten Hände, der sie ganz anders wahrnimmt; der ihren Körper zwar nicht eingipst, aber mit Blumen bemalt und eine sinnlich-obsessive Videodokumentation macht, die sein Hauptwerk sein soll. “Er hatte lange nach der Antwort gesucht. Sich immer wieder gefragt, wie er auf diese Phantasie gekommen war. […] Alle Ausstellungen, Aufführungen, Filme erschienen ihm nichtssagend, weil sie nicht seiner Vision entsprachen.”2 Im dritten Teil spricht die Schwester, versucht sie zu erfassen oder zumindest zu verstehen – und sich gleich selbst mitanalysiert.

Es geht in Die Vegetarierin um rigide Familienverhältnisse, um Frauen versus Männer, darum, dass Menschen sich mitunter komplett verständnislos gegenüberstehen, weil es ihnen zu mühsam ist, Menschen in allen ihren Ambivalenzen und Widersprüchen anzunehmen. Es geht um Themen wie den Sinn des Lebens und Selbstbestimmung, auch was Leben und Sterben betrifft. Die Schwester der Vegetariern sagt einmal zu ihr: “Wir sind so, weil wir Angst haben, dass du stirbst.” […] Ihre letzten Worte waren: “Ja und? Ist es denn verboten zu sterben?”3 Und das alles in einem relativ schmalen Band, der mitreißend erzählt ist.

Auf jeden Fall bitterer und düsterer als Deine Kalten Hände für mich, dennoch aber unbedingt lesenswert.


  1. Die Vegetarierin, Seite 7 ↩︎
  2. Seite 64. ↩︎
  3. Seite 163 ↩︎

…versus Barbapapa

Weil jemand mich gefragt hat, wie ich das mit Hamnet und den Barbapapas meinte.

Nun ja, hier die Szene aus Hamnet:

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Und zum Vergleich, Barbapapa, Staffel 1, Episode 8:

Ich mein, das ist doch unübersehbar! Harhar.

Das hat mich als Kind bei den Barbapapas so fasziniert, dass sie ihren Nachwuchs einfach im Garten gepflanzt und gegossen haben. Und die Barbamama zieht Barbabo (quasi eine Steißgeburt) einfach selbst aus der Erde, ja so einfach wäre das! Harhar.

Barbabo, der strubbelige Künstler, natürlich verkehrt herum (siehe Pfeil)

Pia Reisner hat Hamnet übrigens im gestrigen fm4 Filmpodcast wortwörtlich als “Käse” bezeichnet und wer sie kennt weiß, das sagt sie nicht leichtfertig.

Die Welt ist also sehr gespalten, was diesen Film angeht. Im Gegensatz zu den Barbapapas.

Hamnet

Hamnet ist der neue Film der chinesischen Regisseurin Chloé Zhao und wurde vergangene Woche für acht Oscars nominiert, und hier folgt mein Veriss, harhar. Zhao adaptierte den gleichnamigen Roman von Maggie O’Farell, der sich mit dem Tod des Sohnes von William Shakespeare und seiner Frau Agnes, namens eben Hamnet, auseinandersetzt. Was wie ein riesengroßer Spoiler wirkt, wird genau so vermarktet.

Übrigens, auch das wird gleich am Anfang verraten: Die Namen “Hamnet” und “Hamlet” wurden damals quasi synonym verwendet.

SPOILER

Zunächst einmal: Viele haben sich beschwert, dass es so gemein wäre, Chloé Zhao quasi vorzuwerfen, einen manipulativ-überrührseligen Tearjerker produziert zu haben, das sei nur deshalb der Fall, weil sie eben eine Frau wäre, also dieser Vorwurf bla bla. Nein, ich fand auch Million Dollar Baby von Clint Eastwood aus dem Grund schrecklich, wie auch Manchester by the Sea von Kenneth Lonergan. Auch wenn diese Filme natürlich unterschiedlich funktionieren, eint sie doch ein allgegenwärtiges und umfassendes Elend. Männer sind genauso dazu imstande, solche Filme zu produzieren, die einem die Botschaft mit dem Holzhammer übermitteln wollen.

Vielleicht ist es hier schon das Problem des Romans, das kann ich nicht sagen, da ich ihn nicht gelesen habe. Aber mir ist das alles zu viel (und von anderem wie Plot oder Charakterentwicklung ist es zu wenig, aber das bedingt sich ja oft gegenseitig). Von Agnes (Jessie Buckley) wird gesagt, dass sie die Tochter einer Hexe sei und tatsächlich ist sie sehr in dieser Naturmystik-Heilpraktiker-Ecke zuhause. Ich kann jetzt mit Naturheilkunde an sich schon sehr viel anfangen. Aber bei Agnes hat das alles schon recht übersinnliche Züge. Sie “sieht” die Zukunft, sie bringt ihr Kind selbstverständlich alleine im Wald zur Welt ohne irgendjemand Bescheid zu sagen (was, sind wir uns ehrlich, bis heute lebensgefährlich ist), alles ist so archaisch an ihr. Und natürlich ist die Liebe zu William Shakespeare magisch, wie auch zu den Kindern, aber das wird halt alles eher behauptet als wirklich dargestellt.

Natürlich ist es schrecklich, eines der schlimmsten Dinge, die einem passieren können, wenn das eigene Kind stirbt. Für diese Erkenntnis alleine brauche ich aber keinen 126 Minuten Film anzuschauen. Ich nehme Agnes (bzw. Buckley) diesen, ihren Schmerz zwar komplett ab, sie ist sehr überzeugend; aber es ist eben auch ihr Schmerz, sie lässt mich nicht in ihre Gefühlswelt hinein, sie hält mich auf Distanz. Ich konnte zu niemandem dieser Menschen irgendeine Art von Beziehung aufbauen, auch zum Kind Hamnet nicht, der generell eher blass bleibt. Mich hat es emotional jetzt mehr aufgeregt, dass Agnes William (Paul Mescal) nach dem Tod von Hamnet beschimpft, dass er nicht da gewesen wäre. Dabei war sie es, die ganz am Anfang ihrer Ehe gesagt hatte, er müsse nach London gehen, er müsse schreiben, sonst würde er und sie sich auch als Paar verlieren. Dass es dann halt Zeit braucht, von London ohne Auto ins hinterletzte Kaff Stratford-upon-Avon zu gelangen – wo Agnes gegen den Wunsch von William bleiben wollte, weil Natur! – ist auch klar.

Die letzten 15, 20 Minuten des Films beinhalten eine Aufführung von Hamlet im Londoner Globe Theater; das Stück schrieb Shakespeare zur Aufarbeitung dieses Schicksasschlages. Der Falter Filmkritiker Michael Omasta nennt das eine “faule” Entscheidung. Ich stimme ihm grundsätzlich zu, muss aber sagen, dass es allerdings auch der Teil ist, wo der Film tatsächlich am besten für mich funktioniert hat, mit den Worten und Emotionen Shakespeares nämlich. Auch auf Uncut wurde der Film (positiv) besprochen und ich habe unserem Kritiker dann geschrieben, mir gefiele sein Review wesentlich besser als der Film, harhar. Wir haben uns dann gegenseitig versichert, dass wir den Standpunkt des anderen grundsätzlich verstehen.

P.S. Dieser Film hat wirklich gar keinen Moment des Humors, aber ich selbst musste trotzdem einmal schmunzeln, als Agnes am Anfang zusammengerollt in der Erde liegt. Sah so aus wie bei den Barbapapas früher, die ja in der Erde gewachsen sind, harhar. Sorry.

Der Rest vom Wochenende

Gestern Nachmittag habe ich mich recht spontan mit M. getroffen.

Sie hat vorgeschlagen, dass wir in den GleisGarten gehen (unbezahlte Werbung), das ist die alte Badner Bahn Remise, die vor zwei Jahren zu einer Art Foodhall umgebaut wurde. Und wenn Foodhalls auch manchmal den Nachteil haben, dass sie ziemlich steril und unpersönlich wirken, so war ich total positiv von dieser Halle im 12. Bezirk überrascht. Es ist zwar natürlich wirklich groß, aber es ist trotzdem total gemütlich und auch warm! Man kann theoretisch stundenlang dort sitzen, Bücher lesen, arbeiten, sich Spiele ausborgen, plaudern die Kinder rennen herum und es gibt verschiedene Essenstationen und Bars, wo man sich kulinarisch versorgen kann.

Ich habe zuhause dann noch nichts gegessen und so haben wir uns am Spätnachmittag bei der Asia Station etwas geholt, Nudeln mit Gemüse. Es war wirklich extrem gut und schmackhaft, also nix mit Fast Food. Wir waren drei Stunden dort harhar. Ur nett wars.

GleisGarten Indoor

Dann bin ich in den Garten gefahren und nach einem kurzen Besuch vom Kind und Begleitug habe ich mich wie geplant in meine Leseecke zurückgezogen und habe fast in einem Die Vegetarierin von Han Kang gelesen. Ich weiß nicht, irgendwie ziehen mich ihre Romane so rein, dass ich gar nicht aufhören kann.

Cosy Leseecke

Denn endlich mal wieder gut geschlafen, den Sonntag über gearbeitet und dann war ich noch “schnell” im Votivkino und habe mir Der Fremde (nach Albert Camus) angesehen. Und zwar aus dem dritten Grund, weswegen ich ins Kino gehen, nämlich wenn ein Film im fm4 Filmpodcast besprochen wird, harhar. Die erste Hälfte hat mir richtig gut gefallen, dann wars ein bisschen gemischt. Aber defintiv ein Film, über den man länger nachdenken kann und quasi ein Standardwerk des Existentialismus.

Und jetzt gehe ich schlafen, mit den Gedanken von gestern.

Slow Friday

Gestern bis am späten Abend gearbeitet, dafür heute Mittagessen mit L. beim Vapiano.

L. meinte, das wäre fast wie früher zu Kindergartenzeiten, als wir Stammgäste beim Italiener ums Eck des Kindergartens waren. Stimmt, nur minus des gratis Kaffees, den uns der Kellner dort ab und zu spendiert hat. harhar. Kaffee gabs heute aber auch. Davor allerdings Pasta.

Vapiano hat seinen Pasta Freitag von Avocado zu Polpette geändert, anscheinend war das eher ein Minderheitenprogramm. Ich habe die neue Tagespasta jedenfalls gleich ausprobiert. Polpette ist quasi so was wie Kottbullar, nur hier mit Tomatensauce, mhmm. Nudeln kann man ja nehmen welche man will, ich habe mich für Spagetti entschieden, obwohl es vielleicht nicht optimal dazupasst, aber es sind halt meine Lieblingsnudeln. (alles unbezahlte Werbung)

Dnach gabs noch das bewährte und auch ur gute Tiramisu. Kohlenhydrate und Zucker, was will man mehr bitte! Und natürlich super spannende Gespräche, wie eh immer.

Danach war ich einkaufen und wieder mal bei der Bücherei am Spitz. Die Verkäuferin, deren Spezialität “Kunden die x kauften, kaufen auch y…” ist, war leider nicht da, die hat mir ja mittlerweile schon drei Bücher empfohlen.

Mirna Funk reizt mich auch, der folge ich seit ewig auf Insta, interessante Einblicke übers Frausein in der jüdischen Kultur

Ich würde ja gerne als Ritual jeden Freitag ein Buch kaufen, würde mich definitiv glücklich machen, aber geht ein bisschen ins Geld, harhar. Habe dann aber trotzdem nicht widerstehen können, und Die Vegetarierin erstanden, quasi das bekannte Werk von Han Kang, von der ich ja schon letztes Wochenende ganz begeistert war. Ich werde es morgen in meiner Leseecke anfangen.

Awards-Season, zwei

Ok, das mit Tânia Maria hat leider nicht funktioniert, dennoch haben die heutigen Oscar Nominierungen doch ein paar kleinere Überraschungen gebracht.

Zunächst einmal hat Sinners den Rekord an Gesamt-Nominierungen gebrochen und das war in dieser Souvernität nicht zu erwarten und zwar mit 16 Nominierungen. Ja, es gibt auch eine neue Kategorie (Bestes Casting). Und ja, damit wird es für Paul Thomas Anderson und One Battle After Another doch noch ziemlich eng. Ich muss ja ehrlich sagen, nachdem ich das halbe Jahr gesudert habe, dass die Filmsaison nur so mittelmäßig ist, ging es im Herbst Schlag auf Schlag und ich mag sowohl Sinners (obwohl Vampir Horror!) als auch OBAA richtig gerne – und auch noch einige andere, natürlich allen voran Sentimental Value. Ich möchte die Nonstop Kinos hiermit auch bitten, Sinners nochmals ins Programm zu nehmen. Ich habe ihn ja gestreamt, aber das ist defintiv ein Film für die große Leinwand. Auch wenn es im Kino sicher extrem bedrohlich ist.

Hier alle Nominierten in der Kategorie bester Film:

Und hier kann ich erfreulicherweise sagen, dass ich fast alles tatsächlich schon kenne, außer Marty Supreme (der läuft bei uns erst im Februar an) und F1 *hust*, einen Film, den mein Kind bereits dreimal gesehen hat. harhar.

Auch in den Schauspielkategorien gab es ein paar kleinere Überraschungen. Kate Hudson als Beste Hauptdarstellerin im so liebenswerten Underdog-Film Song Sung Blue zum Beispiel. Auch Ethan Hawke als Bester Hauptdarsteller für Blue Moon war eher ein Wackelkandidat, der Film kommt leider erst im Frühling in unsere Kinos. Delroy Lindo hat es noch in die Beste Nebendarsteller Kategorie geschafft, für mich komplett nachvollziehbar, weil ich nämlich während des Filmes gegoogelt habe, wer das ist, weil er so beeindruckend war. Wagner Moura (The Secret Agent) war dagegen eine Bank, allerdings ist er der erste Brasilianer, der in der Kategorie Bester Hauptdarsteller nominiert wurde. Stellan Skarsgard war auch quasi fix, aber – ebenfalls interessant – er ist der der erste Nebendarsteller, der für einen internationalen Film nominiert wurde.

Und überhaupt Sentimental Value, hach ja, der ganze Cast wurde nominiert,

Ein ziemlich erfreulicher Trend in den letzten Jahren: zum dritten Mal wurde alle Menschen, die für einen Oscar in der Kategorie Beste Regie nominiert sind, auch in der Kategorie Bestes Drehbuch (adaptiert oder Original) nominiert. Was nichts anderes heißt als: Der Auteur ist zurück. Und das finde ich sehr schön.

Ich hätte ja noch dutzende Facts und Stats, aber ich glaube abgesehen von mir interessiert das niemanden soo sehr, harhar. Morgen gibts ein anderes Thema, versprochen.

P.S. Ah ja, Votivkino hat mich schon prophylaktisch erhört und bringt Sinners im Rahmen des Black History Month. Hey Gartenbau, bei euch geht auch noch was! Harhar.

Awards-Season

That time of the year:

Wenn man Film und Filmpreise ein bisschen verfolgt, weiß man in vielen Fällen schon, was da ungefähr auf einen zukommen wird, an Nominierungen (morgen: die Oscars). Aber jeder wünscht sich insgeheim auch, dass es irgendwo eine Überraschung gibt, dass jemand nominiert wird, der einen total überzeugt hat, aber bei den bisherigen Awards und Nominierungen übersehen wurde.

Vor einigen Tagen hat sich auf X eine Fanbase von Tânia Maria gebildet, einer 79 jährigen brasilianischen Schauspielerin, die quasi vor sieben Jahr in diesem Job angefangen hat harhar. Filmkritiker Brian Rowe schreibt: “One of the most inspired shocker Oscar nominations that could happen (..) is Tânia Maria in Best Supporting Actress for The Secret Agent.” Und er hat recht. Kaum erscheint sie auf der Leinwand hat man das Gefühl, es mit einer realen Person zu tun zu haben. Einer schrulligen Südamerikanerin in Blümchenkleid mit Flip Flops, die permanent eine Zigarette zwischen Fingern hat. Sie spielt eine Pensioniswirtin für Menschen, die zu Außenseitern geworden sind, die vor irgendetwas oder irgendjemanden flüchten. Sie ist warmherzig, aber auch herb, sie nimmt sich kein Blatt vor den Mund, sie hat schon alles im Leben gesehen, nichts kann sie schockieren. Und es ist ihr komplett egal, was andere von ihr denken.

Die Chancen, dass sie nominiert wird, sind jetzt nicht wahnsinnig groß, das “Campaigning” für sie hat spät angefangen und sie ist auf keiner großen Prediction-Seite gelistet, wenn ich das recht überblicke. Andererseits hat The Secret Agent gerade ein enormes Momentum. Und in der Kategorie Beste weibliche Nebenrolle gibt es nur zwei sichere “Fixstarterinnen”, nämlich Teyana Taylor (One Battle After Another) und Amy Madigan (Weapons), wobei ich hoffe, dass Inga Ibsdotter Lilleaas (Sentimental Value), auch dabei sein wird, meine Lieblings-weibliche-Nebenrollen Performance dieses Jahr. Jedenfalls ist es aber eine Kategorie, die relativ volatil ist, in den anderen Kategorien sind meistens mindestens vier Plätze schon “sicher”.

Ich glaube, irgendwo recherchieren Journalisten zur Sicherheit schon, wann das früher mal passiert ist. Da kann ich helfen, das letzte Mal ist gar nicht so lange her, Andrea Risborough wurde 2023 out of the blue für To Leslie nominiert, da gabs damals aber eine Kontroverse. Auch Marcia Gay Harden in Pollock war bei den größeren Filmpreisen vor dem Oscar völlig ignoriert worden und gewann 2001 dann sogar. Soviel zu meinem unnützen Oscar-Wissen, harhar. Aber es ist doch auch mal schön, sich mit solchen sinnlosen Dingen zu beschäftigen.

Ich würds ihr jedenfalls gönnen.