almis personal blog

Wuthering Heights (vorher)

Nächste Woche werde ich die Pressevorführung von Wuthering Heights (Sturmhöhe) besuchen und so bereite ich mich in meiner Garten-Leseecke darauf vor:

Das ist Einsatz, oder? Ein paar Worte zum jetzigen Zeitpunkt:

Ich bin ein großer Fan der Regisseurin Emerald Fennell, die als Kind gesagt haben soll, sie wolle einmal Schauspielerin werden und über Liebe und “Murder” schreiben, was sie ja eindrucksvoll geschafft hat. Ich habe alle ihre (bisher zwei harhar) Filme gesehen und ich fand speziell Saltburn toll, toll, toll. Ein bestechendes und überborderndes Setdesign, wahnsinnige Stimmungsbilder, und generell auch komplett Bonkers vom Plot her, aber extrem unterhaltsam. Wenn es gut gemacht ist und nix anderes sein will als es ist, finde sowas super. Auch Pia Reiser vom fm4 Filmpodcast liebt das – wir haben generell einen recht ähnlichen Geschmack – und sie sagte zwei Dinge über Fennell, 1. dass sie immer sehr genau auswählt, welchen Font sie für ihr Titeldesign verwendet, Zitat Reiser: “Sie nimmt nicht einfach das, was im Word als erstes auftaucht” harhar und 2. “Fennell spricht Pop.” Genauso ist es.

Deshalb wird das Werk von Emily Brontë natürlich niemals eine klassisch-betuliche Literaturverfilmung werden, ich mein, es ist denkunmöglich. Deshalb wird beim Trailer zu Wuthering Heights natürlich viel kritisiert, weil man kann das alles auch sehr leidenschaftlich hassen, verstehe ich auch vollkommen. Wir haben zwei schöne Menschen (Margot Robbie, Jacob Elordi), die natürlich auch zu alt für ihre Rollen sind, da hätte man fast Teenager gebraucht und Robbie ist auch nicht so schlank wie normalerweise, weil sie direkt davor ein Kind (in echt) bekommen haben. Beide sprechen ein schönes Englisch, die Bilder sind wieder überwältigend, die Musik kommt von Charli xcx, einer sehr heutigen Musikerin – ich kannte sie bis dato nicht, ich bin auch zu alt dafür1, harhar.

Wuthering Heights wird im Trailer als “die größte Liebesgeschichte ever” transportiert, was irgendwie total zutreffend sein kann oder auch ganz im Gegenteil – je nachdem wie viel Toxizität und Zerstörungskraft man Liebesgeschichten zubilligt, die man als “echt” bezeichnen möchte. Es gibt ja auch Menschen, die “echte Liebe” nur dann verorten, wenn sie letztlich unerfüllt bleibt oder wenn sie mit ganz viel Kampf und Trauer, Sehnsucht und Verzicht konnotiert wird.

Wuthering Heights als Buch ist natürlich ein Klassiker der englischen Literatur, auch das einzige Buch von Emily Brontë, aber – so viel kann ich jetzt schon sagen – es ist auch in sich recht gaga. Ja, man kann es psychologisch durchdrungen nennen, ein Charakter- und Persönlichkeitsportrait, es hat aber erzähltechnisch auch ein bisschen was von Reich und Schön (sorry), also warum dann nicht einen absolut überkandidelten Film daraus machen? Das mal als erster Stimmungsbericht, ich werde dann zu Buch und Film noch mehr sagen, sobald ich beides fertiggelesen bzw. gesehen habe.


  1. Habe mein Kind dazu gefragt, er hat einen Song von ihr auf seiner Playliste ↩︎