Heute war zu lesen, dass 37 Haltestellen in der Stadt Wien umbenannt werden. Und als ich so die Liste durchgehe, bleibe ich bei Raxstraße/Rudolfshügelgasse hängen. Weil Nostalgie.
Das Kind besuchte in St. Marx den Kindergarten und wir lebten damals noch in Favoriten, die Oma auch. So ein- bis zweimal die Woche fuhren wir nach dem Abholen zu ihr. Es war die Zeit, in der es keinen Südbahnhof mehr gab, aber auch keinen Hauptbahnhof, sondern nur eine riesige Baustelle. Dort stiegen wir immer in den O-Wagen um, dessen Endstadtion Raxstraße/Rudolfshügelgasse lautete. Übrigens eine außergewöhnliche Endstadion finde ich, mit einem besonderen Vibe – gleich nach den Sonntagen werde ich mich auch mit Straßenbahnstationen beschäftigen, harhar.
Das Kind war jedenfalls so drei und hielt während der ganzen Fahrt zur Oma nie still, turnte herum und sagte auf dem Weg auch immer etwas wie “Mudoshügi.” Nunja, Kinder entwerfen ja oft eigenwillige Wortkreationen und Mütter verstehen meistens, was sie damit meinen. Mudoshügi war mir aber monatelang ein Rätsel. Dieses Wort trat fast immer in Erscheinung, wenn wir zur Oma fuhren, ich konnte aber keinen Zusammenhang zu irgendwas erkennen. Einmal aber, als wir an der Haltestelle warteten, fuhr die Straßenbahn ein und das Kind zeigte mit dem Finger darauf und rief erfreut: “Mudoshügi”.
Und da dämmerte es mir letztendlich doch was er meinte, nämlich die Station Rudolfshügel, die immer als Endstation durchgesagt wurde. War später ein Running Gag für uns. Finde ich ein bisschen schade, dass es die Station jetzt nicht mehr gibt, auch wenn Abteilung #sinnlosesentimentalität


