almis personal blog

ESC: Vienna Calling

Ich wollte noch was zu Vienna Calling schreiben, der Sendung, in der am Freitag der ESC Beitrag für 2026 gewählt wurde.

Und zwar das: Nächstes Mal machen wir lieber wieder eine interne Ausscheidung, gö? Harhar.

Nicht wegen dem Siegersong Tanzschein von Cosmo, den ich tatsächlich catchy und originell finde, noch dazu mal in deutscher Sprache – man kann als Fixstarter auch etwas wagen, und ich finde es gut, dass der Song ganz anders ist als der voriges Jahr. Aber der Rest der Show… anstrengend!

Ich bin sowieso immer eher für eine interne Wahl, auch weil Eberhard Forcher, der das die letzten Jahre ja ziemlich erfolgreich gemacht hat, in einem Interview gesagt hat, dass viele Acts abwinken, wenn sie sich einem öffentlichen Voting stellen müssen. Und da bewerben sich dann halt oft eher Menschen, die, sagen wir mal, nix zu verlieren haben. Das finde ich ja prinzipiell mutig und alles, aber viele wissen halt offenbar nicht, dass ein ESC-Song jetzt nicht nur ein Lied ist, das zufällig drei Minuten dauert.

Eine Mini-Kontroverse gab es heuer zu dem Song Wenn ich rauche von Sidrit Vokshi. Ist es misogyn? Weil Vokshi singt von einem frisch getrennten Mann, der sich in unbedeutende Affären flüchtet, folgendes: “Doch ich lieg’ mit ‘ner andern (…) ‘ne Frau, die ich nicht kenn’, stets der gleiche Lauf. Ich nehm’ sie mit und in der Früh schmeiß’ ich sie raus.” Ich hab mir auch kurz gedacht na servas. “Schmeiß ich sie raus” klingt nicht sehr konsensual.

Aber trotzdem darf man natürlich auch jemand besingen, der sich nicht korrekt verhält und das lyrische Ich muss nicht die Haltung des Sängers widerspiegeln. Mich hat der Songtext ein bisschen an Laura non c’e (=Laura ist nicht mehr da) von Nek erinnert. Ähnliche Gedankengänge, nur damals keine Aufregung, weil 1990er Jahre und zu wenig verstehen italienisch, harhar.

Fazit der Show insgesamt: Ausbaufähig. Oder eben eher lieber ganz weglassen, nächstes Jahr.