Seit gestern habe ich ein neues Handy. Also für mich neu, es ist gebraucht, aber super. Mein altes war schon acht Jahre oder so und schon etwas mitgenommen. Trotzdem schrecke ich immer vor einem neuen zurück, weil ich dann Tage brauche, um wieder alles einzurichten und mich zurechtzufinden. Die Töne sind anders, die Handhabe auch, ich bin sogar gleich mal an einem Screenshot gescheitert.
Heute war ich unterwegs und das Internet ging außerhalb der Wohnung gar nicht, trotzdem die mobilen Daten eingestellt waren. In der U-Bahn habe ich verzweifelt versucht, es zum Laufen zu bringen, man ist ja gleich komplett abgeschnitten von der Welt. Normalerweise ist meine Strategie bei technischen Schwierigkeiten immer, ein Gerät aus- und wieder einzuschalten. Aber bei dem neuen Handy weiß ich ja noch nicht einmal, wie das geht und googlen konnte ich ja nicht, harhar. Als ich dann später die Techniker meines Vertrauens danach fragte und Antworten wie “Hm” und “Gute Frage” bekam, schrieb ich ganz frech zurück: “Also da hätte ich mir jetzt mehr erwartet” harhar. Gleichzeitig war ich aber auch zufrieden, dass ich nicht an einer Trivialität gescheitert bin, die man easy aus der Ferne lösen kann.
Dann sucht man natürlich auch seine dutzenden Passwörter zusammen, die man ewig nicht mehr verwendet beziehungsweise schon überall direkt am alten Handy gespeichert hatte. Aber das hat mich auch, so blöd es klingt, ein bisschen glücklich gemacht. Denn manche Passwörter erinnern mich an besondere Tage. Als ich noch in einem anderen Bewusstseinszustand war, habe ich einmal geschrieben, dass diese Daten aufgehört haben zu existieren. Aber das haben sie nicht. Sie bleiben unvergessen. Auch am neuen Handy.