almis personal blog

Quotes

In einer netten Facebook Gruppe wurden die Lieblingszitate der Userinnen gesucht und da kamen so Dinge wie “Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende” (mindestens dreimal erwähnt) und “Wer will, sucht Wege, wer nicht will, sucht Gründe.” oder “If you can dream it, you can do it.”

Mir ist eingefallen: On a long enough timeline the survival rate for everyone drops to zero.” Harhar. Nicht gerade Erbauungslyrik, das Zitat ist aus Fight Club, es ist schlicht und genial, find ich. Und ich finde immer noch, dass man praktisch das ganze Drehbuch dieses Films zitieren kann.

Vor allem natürlich, wenn man sehr antikapitalistisch drauf ist. Da passen dann so Dinge wie: “The things you own end up owning you” oder “Only after disaster can we be resurrected. It’s only after you’ve lost everything that you’re free to do anything.” Man darf sich durch den Filmtitel nicht täuschen lassen, das Kämpfen ist ja nur das Vehikel für die Suche nach dem Sinn des Lebens.

Sehr schön finde ich im Film ja auch, als Brad Pitt (sic!) sagt: “We’ve all been raised on television to believe that one day we’d all be millionaires, and movie gods, and rock stars. But we won’t. And we’re slowly learning that fact. And we’re very, very pissed off.”

Tell it to my Heart

Dem Kind gefällt die neue Tell it to my Heart Version von einem Duo namens Filatov & Karas, da hab ich gesagt, die Originalversion mochte ich damals als Kind. Das Kind will dann auch die Originalversion hören und erstaunlicherweise gefällt ihm die sogar noch besser. Das liegt wohl am Achtzigerjahre Synthie-Sound.

Das Kind so: “Lebt die Frau, die das singt noch?”

(diese Momente sind es, in denen man sich wirklich sehr alt fühlt)

Und ich: “Na das hoffe ich stark, die ist auch erst äh – naja… äh…”

Diese Momente sind es, in denen einem einfällt, dass die Künstlerin, die damals um einiges älter war als man selbst, natürlich wesentlich jünger war als man selbst jetzt ist. Also googelt man und Taylor Dayne ist tatsächlich schon bald 56. Aber natürlich lebt sie noch.

Jetzt wollt ich schreiben, die war so ein bisschen das Enfant Terrible des britschen Musikproduzenten Trios Stock, Aitken und Waterman, nur bin ich gerade draufgekommen, dass die Taylor Dayne nie produziert haben. Erkenntnis nach 30 Jahren Irrglaube.

No more thoughts and prayers

Am Valentinstag ein neuerliches Mass-Shooting in den USA, diesmal in Florida.

Da musste ich daran denken, was Late Night Show Host Trevor Noah vor einigen Monaten nach dem Schussattentat in Las Vegas gesagt hat und auch wenn die Situation eine andere war, der Kern der Botschaft stimmt nach wie vor und ich frage mich, wie oft man sich diesen Beitrag anschauen muss, bevor in den USA endlich einmal auch nur andiskutiert wird, die Waffengesetze zu ändern:

Denn wie Noah richtig feststellt: es wird immer irgendjemand anderem dafür die Schuld gegeben, Menschen mit psychischen Problemen, Schwarzen, Moslems, Rechtsradikalen und im Fall von Las Vegas: Hotel Security. Hotel Security ist schuld, dass 58 Leute tot sind. Und solange man nicht die richtigen Fragen stellt, wird es alle paar Wochen sinnlose Todesopfer geben. Vor allem an Schulen.

Auf Instagram haben sich Menschen wie Schauspielerin Reese Witherspoon zu Wort gemeldet, und meinte, Schüler und Pädagogen sollten täglich ohne Angst in die Schulen gehen können. Und die Frau von Alec Baldwin hat Angst um die Sicherheit ihrer Tochter, die bald eingeschult wird. Es ist wahrscheinlich für die meisten Eltern anfangs nicht einfach, ihre Kinder loszulassen, und ihre eigenen Erfahrungen in der Welt draußen machen zu lassen. Die ersten wirklich selbstständigen Erfahrungen ohne Eltern machen sie normalerweise in pädagogischen Insititutionen. Wie beruhigend ist es da, sie dort gut aufgehoben zu wissen. Und wie schlimm muss es sein, dauernd damit rechnen zu müssen, dass etwas derartiges den eigenen Kinder passieren könnte.

Wenn man in die USA reist, ist das etwas besonderes. Ich bin selbst staunend die Westküste hinunter gefahren, so beeindruckend ist dieses Land, so faszinierend die Eindrücke, die man gewinnen kann. Eines Abends waren wir irgendwo in Oregon und fragten die Vermieterin im Motel was man abends hier in diesem kleinen Dörfchen tun könnte. Tja, meinte sie, entweder ins Casino gehen oder zu Walmart. Wir haben uns für Walmart entschieden, ein riesiger Supermarkt, wo man neben Obst und Milch, Hühnchen, Küchenrollen und Rasenmähern eben auch alle möglichen Schusswaffen kaufen kann. Einfach so.

Und auch das bedeutet, durch dieses Land zu reisen, zu wissen, dass man in jedem besseren Supermarkt einfach Schusswaffen erwerben kann. Ja, ich bin ein ängstlicher, manchmal auch paranoider Mensch, und ich habe während der Reise hin und wieder gedacht, was wenn wir jetzt gerade am falschen Ort sind? Was, wenn gerade jetzt jemand die Kontrolle verliert und ausrastet? Das gestaltet sich möglicherweise anders als wenn jemand in Wien ausrastet. Auch dieses komische Gefühl, so unterschwellig vorhanden, ist – zumindest für mich – ein Begleiter dieser US-Reise gewesen. Und ich weiß nicht, ob das unbedingt so sein sollte. Und ob es nicht etwas mehr bräuchte als thoughts and prayers.

Semesterferien

Jetzt sind die Semesterferien auch schon wieder vorbei. Und sie waren zwar ziemlich arbeitsintensiv, aber ein paar Sachen haben wir doch unternommen.

Am Montag waren wir im Kino und haben uns mit einer Schulfreundin vom Kind folgenden Film angesehen:

Zu diesem Film gibt es einen Vorgänger – Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft – und das Buch hab ich dem Kind letztes Jahr an einem Tag komplett vorgelesen, als er krank war, weil wir so und so Zeit hatten und es wirklich sehr spannend war. Auch der Film war witzig, wenn man nicht besonders auf Logik oder Plausbilität wert legt.

Außerdem waren wir im Museum der Illusionen, über das ich schon einiges gutes gehört habe.

Das Museum gibt es noch nicht allzu lange, erst seit letztem Sommer und es ist wirklich sehenswert. Hologramme, optische Täuschungen, Foto Illusionen und eine Menge an interaktiven Spielen werden geboten, Miss Xoxolat hat das in einem Blogbeitrag sehr gut und besser beschrieben als ich das könnte. Wie sie richtig sagt, ist das Musuem sehr klein, wir waren aber auch fast eineinhalb Stunden dort, weil man für manche Stationen doch länger braucht und sich auch sehr gut amüsieren kann.

Allerdings gibts auch ein paar Dinge, die mir eher negativ aufgefallen sind, beispielsweise finde ich den Eintrittspreis von 12 Euro für Erwachsene (8 Euro/Kind) ziemlich hoch, dafür, dass es nicht mal eine Garderobe gibt, wo man seine Sachen abgeben kann (gerade im Winter wäre das doch sehr hilfreich). Und leider ist das Musuem, obwohl noch nicht mal ein Jahr in Betrieb, auch schon etwas “abgelebt”. Hier wäre etwas mehr liebevolle Pflege mancher Exponate dann schon wünschenswert, weil sonst wird das Museum schneller altern als ihm das lieb ist.

Anschließend waren wir noch im Tesla Geschäft, das schräg gegenüber des Museums ist und haben jetzt die Visitenkarte eines Verkäufers “für später”, ja genau harhar. Außerdem haben wir einen Bummel durch die Innenstadt gemacht, wo alles bereits für den am gleichen Abend stattfindenden Opernball bereitgemacht wurde:

Leider war die Übertragung am Abend dann wieder mal ziemlich öde. Ich weiß nicht, ob es an der Veranstaltung selber liegt, dass die nicht mehr hergibt oder am Zugang vom ORF und/oder den Moderatoren. Am lustigsten hat man es, wenn man (wie ich) Freunde hat, die den Opernball besuchen und quasi einen Liveticker dazu auf Facebook machen.

Am Samstag waren wir dann noch auf einer Taufe, ich hatte das absolut passende Outfit für die Wetterlage an:

Dumb picture of feet (c) Lost in translation

Aber sehr schön wars!

Pronunciation Guide

Im Zuge der Oscar-Nominierungen hab ich einen interessanten Artikel darüber gelesen, wie man die schwierigen Namen von gewissen Nominees denn richtig ausspricht.

Allen voran natürlich der Namen der irischen Hauptdarstellerin von Lady Bird, Saoirse Ronan. Ich gebe zu, ich hab jetzt schon öfters gehört, wie man diesen Namen richtig ausspricht, aber sich das zu merken ist wirklich nicht ganz einfach. In einem Gespräch mit Ellen de Generes wird nochmal genau erklärt, wie das richtig geht.

Das Gespräch ist überhaupt sehenswert, weil Miss Ronan beschreibt, wie in einem Dubliner Nagelstudio von ihrer Golden Globe Nominierung erfahren hat und gar nicht mitbekommen hat, wie falsch Dennis Quaid ihren Namen ausgesprochen hat:

Wie Ellen richtig sagt, “The spelling makes no sense.” Na ja, vielleicht so ein Irland-Ding, wobei “Saoirse” (ich muss sogar jetzt jedesmal wieder nachschauen, wie man den Namen schreibt) anscheinend gar nicht so häufig in Dublin zu hören ist. Vielleicht kann ja meine Freundin Irene in Irland darüber Auskunft geben, wieviele Saoirses sie kennt.

In dem Artikel werden noch einige wertvolle Aussprache-Hinweise zu Namen wie Daniel Kaluuya oder Timothee Chalamet gegeben. Obwohl ich ja (halbwegs) Italienisch kann, find ich den Namen des Call me by your name Regisseures Luca Guadagnino auch nicht ganz einfach auszusprechen, ehrlich gesagt.

Es gibt aber auch Fälle – so bei den Oscars 2014 – wo John Travolta die Sängerin Idina Menzel hätte ankündigen sollen, der Teleprompter den Namen allerdings in Lautschrift verschriftlicht hat und das Travolta offensichtlich so überfordert hat, dass er die “wickedly talented Adele Dazeeem” ankündigte. Wer auch immer das sein soll. Dieser Moment wird Travolta wohl ewig verfolgen, das wurde ein Kult-Moment in der Oscargeschichte, aber er hat es eh mit Humor genommen.

Oscar Noms

Heute also die Oscar-Nominierungen und ich kenn praktisch keinen Film, es ist ein bisschen zum heulen. Trotzdem schreib ich was dazu. Harhar.

Also erstens: Die Nominierungsshow, die diesmal veranstaltet wurde, war ein bisschen creepy. Die Filme, die die jeweiligen Kategorien vorstellen sollten (wozu brauchte es die überhaupt?), waren lynch-esk, aber auf banal. Dazu zwei Moderatoren, von denen nur einer halbwegs fähig war, Namen korrekt vorzulesen. Mit dem Charme einer Dauerwerbesendung vorgetragen.

Na ja. Zu den Nominierungen ist zu sagen, dass es Christopher Plummer als Stand In von Kevin Spacey (siehe #metoo) tatsächlich geschafft hat, nach seiner Golden Globe Nominierung, nun auch ein Oscar Nominee zu sein. Und damit ist er der Einzige, der für den Film All the Money in the World nominiert wurde.

Schön sind die vielen Nominierungen für Lady Bird, unter anderem für meine bewunderte Greta Gerwig. Die – und nun festhalten – erst die fünfte Frau überhaupt ist, die für einen Regieoscar nominiert wurde, nach Lina Wertmüller (Seven Beauties), Jane Campion (The Piano), Sofia Coppola (Lost in Translation) und Kathryn Bigelow (The Hurt Locker). Würde sie gewinnen, würde sie das als erst zweite Frau nach Bigelow tun.

Meryl Streep würde ihren vierten Oscar gewinnen, wenn sie für The Post ausgezeichnet werden würden, tatsächlich ist es jedenfalls ihre 21. (sic!) Nominierung.

Tom Hanks, der auch in The Post spielt, war da weniger glücklich und muss auf seine nächste Oscarnominierung seit sometime around the millenium weiterhin warten.  Der Film an sich ist zwar auch nominiert, aber kein Regisseur Spielberg, kein Drehbuch…

Dafür erfährt Christopher Nolan diesmal offenbar die Aufmerksamkeit der Academy, die ihm in den letzten Jahren nicht zuteil wurde. Ich mag ja vor allem Memento und Inception von ihm sehr, aber Dunkirk als (Anti)Kriegsfilm ist jetzt nicht so mein Genre, daher auch nicht angesehen. Auch die Nominierung für Denzel Washington als bester Hauptdarsteller ist ziemlich out of the blue, hatten die Oscar-Watcher nicht wirklich auf der Rechnung.

Diesmal wurden wieder neun Filme für den besten Film des Jahres nominiert – früher waren es ja maximal fünf, seit einigen Jahren dürfen es 5-10 sein – und ich hab echt keinen blassen Schimmer, wer hier heuer gewinnen wird. Direkten Favoriten gibt es keinen, meiner Ansicht nach, wahrscheinlich hängt es auch einfach von den Backlashes und Dark-Horses Power ab, wer letztendlich die Nase vorn hat. Möglicherweise gibt es, wie auch in den letzten Jahren öfters, einen Best Director/Best Film Split, Gerwig gewinnt Regie und irgendwas anderes Film.

Comfortable

Nachdem ich meine Stöckelschuhe so extrem oft trage, find ich sie also jetzt nicht mehr, wo ich sie wiedermal brauche und hab mir deshalb neue bestellt.

Ja sehr schön, und das erinnert mich total an La La Land, wo Sebastian (Ryan Gosling) Mia (Emma Stone) nach einer Party – mit Blick auf ihre High Heels – sagt: “Those look comfortable.” Und sie: “They are!”

Kurz darauf zieht sie sich flache Schuhe an.

Sau durchs Dorf

Auf Twitter gibt es jetzt den Account Sau durchs Dorf.

Wer sich auf Twitter nicht so auskennt: es gibt praktisch jeden Tag ein Aufregerthema, zu dem quasi jeder eine Meinung hat. Diese wird dann lautstark artikuliert, es kommt zu Allianzen und desöfteren zu einem virtuellen Handgemenge, meistens sind auch die sogenannten Alphas (Promijournalisten und andere “Influencer”) irgendwie beteiligt. Am Ende des Tages haben sich diverse Menschen gegenseitig blockiert (dh der jeweils andere kann den Account nicht mehr lesen), manchmal werden sogar Arbeitgeber angerufen und sich über jemanden beschwert (sic!) und man wartet auf das nächste Thema bzw. den nächsten Schlagabtausch.

Der besagte Sau durchs Dorf-Account hilft dem nicht permanent präsentem User gleich festzustellen, um welches Thema es gerade geht, zum Beispiel:

Der Name kommt deshalb, weil vor diesem Account öfters gefragt wurde, welche Sau heute durchs Dorf getrieben wird.

Das mag ich, das ist irgendwie selbstironisch. Ich selbst halte mich aus solchen Querelen gerne vornehm raus, aber ein gewisser Voyeurismus ist ja wohl den meisten nicht ganz fremd. Ich hoffe, der Account kriegt noch mehr Follower, Selbstironie steht Twitter nämlich gut und ist manchmal auch dringend notwendig.

Cranberry Thoughts

Dolores O’Riordan ist gestern im Alter von 46 Jahren gestorben. Das hat mich schon geschockt, sie ist nur ein paar Jahre älter als ich. Und die Cranberries waren in meiner Jugend ein ziemlich großes Ding.

Ihren größten Hit, Zombie, mochte ich allerdings nicht so gern. Natürlich nicht, weil er schlecht ist, sondern weil er zu der Art von Musik gehört, die in eine Schublade stecken will und nicht mehr aufmachen. Oder alternativ in so eine Schachtel, die man mit einem kleinen Schlüssel zusperren kann und nie mehr öffnen. Am besten den Schlüssel verlieren. Warum? Weil er bei mir Gefühle auslöst, die ich nicht spüren will. Und ich gehe damit sehr erwachsen um, finde ich, indem ich sie wegschließe, harhar.

Es ist jetzt nicht unbedingt so, dass die anderen Songs der Band sehr lebensbejahend und fröhlich wären. Aber sie machen mich nicht so verletzlich. Sie sind eher auf eine halbwegs angenehme Art traurig und nachdenklich, auf eine Art, die ich mir gerade noch zumuten kann. Die Videos sind meistens schwarz/weiß, die Iren erscheinen als etwas skurilles Völkchen und die Straßen wirken immer kalt und schmutzig. Trostlos das alles. O’Riordan trägt die Haar kurz, entweder blond oder schwarz. Es ist eine ganz eigene Stimmung, die vermittelt wird.

So richtig unbeschwert glücklich, scheints, mag hier niemand sein, alles ist sehr ambivalent und kompliziert.

Andererseits haben sie hier einen Punkt: Das Leben ist nun mal ambivalent und kompliziert und bittersüß.