almis personal blog

Showing Up

Wie schon kurz erwähnt, habe ich mir während der kleinen Kelly Reichardt-Retrospektive im Stadtkino ihren Film Showing Up angesehen.

Es geht hier um die recht introvertierte bildende Künstlerin Lizzy (Michelle Williams), die sich auf eine kleine Vernissage vorbereitet. Ein paar Tage in ihrem Leben werden porträtiert, das zwischen Erwerbsarbeit im Büro – sie arbeitet für ihre Mutter im administrativen Bereich der Kunstuni – dem täglichen Chaos mit ihrer Vermieterin und Freundin Jo (Hong Chau), die ebenfalls Künstlerin ist, einer verletzten Taube, sowie dem “Crashout” ihres Bruders Sean (John Magaro) und die Gespräche mit ihrem Vater (Jude Hirsch) oszilliert.

Kelly Reichardt ist bekannt für ihr sehr, sehr kontemplatives Tempo des Filmemachens. Sie nimmt sich ganz viel Zeit dafür, im Grunde genommen ziemlich wenig zu erzählen. In ihrem letzten Film The Mastermind hat das vor allem wegen Josh O’Connor funktioniert. Showing Up aus dem Jahr 2022 hat da schon mehr interessantes Personal und hat so einen schönen leisen Witz, dass mich dieser Film wirklich einfach nur glücklich gemacht hat, harhar.

Nämlich, was ich so toll daran finde. Sie stellt diese Art von Künstler-Community dar, die man eh schon irgendwie “kennt”. Leicht neurotische, sonderbare, oft auch depressive Menschen, die sehr viel Nabelschau betreiben und sich auf gewisse Weise für den Mittelpunkt der Welt halten. Aber sie tut das nicht, wie man es auch kennt, auf so eine sehr überzeichnete, karikatureske Art und Weise, sondern Reichhardt hat ganz viel Verständnis für ihre Figuren, ohne ihre manchmal auch überbordernde Schrulligkeit und Selbstgerechtigkeit dabei zu sehr zu “entschuldigen”. Es gibt eine sehr tolle Szene, in der sich Lizzi bei Jo beschwert, dass das Warmwasser in ihrer Wohnung sein Tagen nicht funktioniert, und sie sich doch gerade auf ihre Ausstellung vorbereitet. Jo hängt inzwischen einen Autoreifen an einen Baum, warum wird nicht erörtert (ist das auch ein Kunstprojekt?) schaukelt und erklärt Lizzi, sie hätte gerade so viel zu tun, sie habe sogar zwei Ausstellungen “which is insane!”. Die ganze Szene hat irgendwie so eine unaufdringliche Komik und Hong Chau mag ich so gerne, sie hat so viel Charisma, gleichzeitig denkt man aber auch, jetzt nimm dich halt nicht so wichtig harhar.

Auch Michelle Williams mag ich sehr, finde aber besonders erstaunlich, wie sie hier agiert. Als komplett graue Maus, mit einer recht eigenwilligen Auffassung von Mode, fast ganz in sich gekehrt, aber total glaubwürdig. Man könnte ihr hier stundenlang zuschauen, wie sie ihre Keramik bemalt, keine Ahnung warum das irgendwie interessant ist, aber es hat etwas mediatives. Im gleichen Jahr hat Williams übrigens in The Fabelmans für mich überraschend furchtbar gespielt und nachdem ich jetzt Showing Up gesehen habe, der unmittelbar vorher gedreht wurde, bin ich überzeugt, dass wirklich sehr eigenartige Regieanweisungen von Steven Spielberg gekommen sein müssen, weil sie kann spielen.

Showing Up jedenfalls ist ein wunderschöner kleiner Film, der viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

So Mom

Apropos behilflich, heute erwartete das Kind Besuch und so habe ich Putztipps (naja…) gegeben, sprich: ich habe ihm mehrere Swiffer (unbezahlte Werbung) gereicht. Die sind aber wirklich sehr hilreich.

Wir haben jeden Winkel inspiziert, wo man vielleicht nicht ganz so häufig vorbeischaut.

Ich zum Kind: Bitte das ist ein Wahnsinn, da putzt man einmal drei, vier Jahre nicht und dann liegt da zentimeterhoch Staub.

Danach habe mich selbst sehr über diesen wunderbaren Gag amüsiert.

Später schickt mir das Kind so ein Insta Reel:

Und es ist (leider) so wahr. harhar.

Faust, vereinfacht

Das Kind musste sich diese Woche für ein viertes Fach entscheiden, in dem er zur mündlichen Matura antritt. Das war gar nicht so einfach.

Ich war natürlich gerne mit Tipps behilflich, harhar. Ich habe ihm von Deutsch vorgeschwärmt, wie toll das war. Nur zwei, die damals angetreten sind, naja nach der schriftlichen waren wir drei, und stundenlang über Faust reden, das Motiv der Kindermörderin in verschiedenen Texten verfolgen und 25 Bücher durfte man auch lesen. Ich bekam zur mündlichen Matura einen Auszug aus einem Schnitzler Stück, in dem ich die ganzen Subtexte markieren und analysieren sollte. Das war das Beste an der ganzen Schulzeit, harhar.

In Berlin wird derweil darüber geredet, dass deutsche Literatur zu schwer rezipierbar wär. Und ob man da echt noch Klassiker lesen soll. Oder lieber in einfacher Sprache. Oida! Anna Schneider, Journalistin der Welt und manchmal ähnlich wütend wie ich, dabei aber viel eloquenter, hat gesagt, damit reduzieren wir Literatur auf Zusammenfassungen und nehmen ihr das, was sie ausmacht, nämlich die persönliche Auseinandersetzung mit dem Text. Sicher kann das anstrengend sein, es bringt einen aber auch weiter. Schneider außerdem: “Wenn ein Lehrer jetzt sagt, na gut, lesen wir die einfache Version – es gibt keine einfache Version von Faust.” Harhar. Einfach nur richtig. Und ich würde noch ergänzen, man muss auch nicht immer alles bis ins Detail kapieren. Das bereitet einen gut aufs Leben vor, wo man später auch nie alles verstehen wird, was einem so widerfährt.

Das Kind nimmt jetzt aber doch ein anderes Fach, harhar.

Eternity

Einer der Filme, die ich am Wochenende gesehen habe, war Eternity.

Die Prämisse ist total interessant. Das alte Ehepaar Joan und Larry stirbt fast zeitgleich und trifft sich in einer Art Vorzimmer des Himmels wieder. Dort wartet aber schon – seit 67 Jahren – Joans erster Ehemann Luke, ihre große Liebe, mit dem sie aber nur kurz verheiratet war, bevor er im Korea Krieg getötet wurde. Er möchte mit ihr die Ewigkeit verbringen, genauso wie Larry, mit dem sie eine große Familie hat. Joan muss sich nun nicht nur für ihre persönliche Ewigkeit entscheiden, sondern auch, mit wem sie den Rest ihres äh Todes zusammensein möchte…

ACHTUNG IMMENSE SPOILER

Zunächst mal fand ich es sehr lustig, dass der Vorraum oder das Hotel zur Ewigkeit – früher nannte man es Fegefeuer harhar – durch und durch kommerzialisiert ist und den Gesetzen unserer kapitalistischen Gesellschaft folgt. Wie bei Netflix gibt nämlich eine schier endlose Auswahl an “Programmen”, die recht marktschreierisch beworben werden, wie man weiterexistieren kann. Es gibt auch einen Afterlife Coordinator. Man kann einen immerwährenden Strandurlaub ebenso wählen wie eine Holzhütte am Berg. Man kann auch etwas extravaganter sein, etwa die Ewigkeit im Museum verbringen oder, meine absolute Lieblingsidee, in der “Weimar World”. Also im Deutschland der 1930er Jahren, aber ohne Nazis, wie betont wird harhar.

Der Film ist irrsinnig kreativ im Set-Design und er hat so viele originelle Ideen, dass man in zahlreichen Szenen weiß, man versäumt jetzt auch einiges, weil man sich nicht auf alles gleichzeitig konzentrieren kann. In jeder Welt gibt es auch die sogenannten “Archives”. Das ist so etwas wie ein Kino der eigenen Vergangenheit. Hier kann man einen Spaziergang machen und die Meilensteine des Daseins, beispielsweise sein erstes Date oder die Geburt eines Kindes nocheinmal erleben. Schön ist auch, als Joan (Elisabeth Olsen) einmal (verbotenerweise) hinter die Kulissen blickt und da die eher traumatischen Aspekte ihres Lebens nochmal aufflackern sieht. Also das, was man mehr oder weniger erfolgreich verdrängt hat.

Weniger gelungen fand ich die Geschichte an sich, oder sagen wir so, das fand ich insgesamt fast etwas zu konventionell. Auf letterboxd schrieben manche: Where is Luca Guadagnino when you need him? In Anspielung darauf, dass Guadagnino im Film Challengers quasi eine Dreiecksbeziehung zwischen zwei Männer und einer Frau schildert, die tatsächlich in alle Richtungen geht harhar. Das würde das Problem vielleicht wirklich lösen.

Während des Films habe ich eine Theorie entwickelt, die aber entweder falsch ist oder bewusst nicht auserzählt wird. Wenn man hier stirbt, kommt man nämlich in dem Alter seines Lebens zurück, in dem man am glücklichsten war. Was ja in gewisser Weise ein Indikator für Joans Entscheidung sein könnte. Das bemerkenswerte ist, dass Joan (Elisabeth Olsen) anfangs übel ist, und sie sich noch darüber wundert, dass man das als Tote auch erleben kann. Ungefähr eine Stunde später erzählt dann Clark (Miles Teller), dass er sich immer als “Trost” empfunden hat und es wenige Momente gab, in denen er wirklich das Gefühl hatte, sie wären eine Einheit gewesen. Einer davon war bei einem Abendessen in eine Restaurant, als Joan gerade mit dem zweiten Kind schwanger war. Ha! Übelkeit, nicht? Aber wie gesagt: es wird nicht aufgelöst.

Auch sonst regt Eternity sehr zum Nachdenken an. Vielleicht hat man selbst den Traum, irgendwie ewig zu existieren, aber wäre das möglicherweise vielleicht auch auf Dauer einfach auch sehr, sehr fad? Harhar. Einmal ein erfrischend anderer Ansatz.

ESC: Goodbye Conchita

Heute habe ich erfolglos versucht, Karten für den ESC zu ergattern.

To be fair: Ich hätte darüber enttäuschter sein können. Der ESC hat für mich derzeit eine Ambivalenz, die ich gar nicht mag. Und ich hoffe, das gibt sich, sobald die ersten Vorentscheide (San Remo!) stattfinden und wir wieder über etwas anderes reden können, als wer wem böse ist und wer jetzt noch welches Virtue Signalling betreiben muss.

Conchita Wurst hat heute in einer sehr kryptischen Social Media Message, die man so oder so finden kann, erklärt, dass sie sich vom ESC als Ganzes zurückzieht. Der Songcontest, so Wurst, würde immer ein Teil ihrer Vergangenheit bleiben, aber nicht mehr ihre Zukunft sein. Genaue Gründe nennt sie nicht, Fragen dazu will sie nicht beantworten und so bleibt natürlich massiver Raum für Spekulation.

Hat es etwas mit Israel zu tun (was ich nicht hoffe) oder damit, dass sie gerüchteweise nicht moderieren “darf” oder ganz was anderes? Wir werden es eventuell nie erfahren. Aber es ist halt schon ein Statement, wenn der ESC gerade heuer in Wien stattfindet, und sie letztes Jahr noch auf allen ESC-Hochzeiten getanzt hat (nämlich auch bei anderen Vorentscheiden mitgemischt hat, etcetera) und nun kommt so eine doch finale Aussage. Wozu? In dieser Endgültigkeit war das nicht notwendig. Das hat ja schon fast den Vibe von der großen Geste a la: “Ich verlasse Twitter.”

Conchita hat natürlich jedes Recht dazu, klar, aber ein bisschen kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass jemand, den dieser Bewerb berühmt gemacht und auch das Konto ganz gut gefüllt hat, vielleicht ein wenig behutsamer mit der Institution an sich umgehen hätte können, gerade in einer Zeit, die für den ESC eh, vorsichtig formuliert, ein bisschen Orsch ist. Zumindestens wenn einem der ESC was bedeutet.

(Almi mad as hell, harhar, nein so schlimm ist es auch nicht, aber ich muss auch nicht alles super finden)

The Magic of Cinema

Heute Nacht wurden die Golden Globes verliehen.

Ich habe es mir nicht angeschaut, einerseits, weil es nirgends übertragen wurde harhar, aber auch, weil ich die Befürchtung hatte, mich nur ärgern zu müssen, weil viele Schauspieler sich nicht an dem orientieren, was Ricky Gervais in seiner wirklich genialen Anmoderatorin der Globes 2020 zu den Anwesenden gesagt hat: “If you do win an award tonight, do not use it as a platform to make a political speech. You’re in no position to lecture the public about anything. You know nothing about the real world. Most of you spent less time in school than Greta Thunberg” harhar, immer wieder grandios.

Sehr schön fand ich aber dann heute die Rede von Stellan Skarsgård, der sich daran gehalten hat und trotzdem oder deswegen etwas wunderbares gesagt hat. Skarsgård wurde in der Kategorie “Bester Nebendarsteller” für meinen Lieblingsfilm 2025, Sentimental Value, der übrigens auch der Lieblingsfilm von Paul Thomas Anderson war, ausgezeichnet. By the way habe ich heute den Nachbarn getroffen, der auch viel ins Kino geht und er meinte zu mir, er würde ja nie im Kino weinen, aber jetzt hat er Sentimental Value gesehen harhar…na jedenfalls sagte Skarsgård, er freue sich, dass so ein kleiner norwegischer Film, ohne viel Geld für Marketing hier vertreten ist und ihn so viele sehen. Außerdem:

“And hopefully, you’ll see it in a cinema. Because they are an extinguished species now. In a cinema, where the lights go down and eventually you share the pulse with some other people. That’s magic. Cinema should be seen in cinemas”

Hach ja, wie schön schnüff. Solche Reden wollen wir hören, genau solche.

Winterwochenende

Dieses Wochenende wars so kalt, die Arbeit stapelt sich ohnehin und das Kind war auch auswärts, so hätte ich zwei Tage nur daheim am PC sitzen können. Habe mich dann aber doch anders entschieden. Ich war an beiden Nachmittagen im Kino harhar. Und zwar im Filmhaus am Spittelberg.

Ich habe einen “geheimen” Weg entdeckt, zwischen dem Kino…

Wokes Kino, aber gemütlich harhar

…an der Benko Ruine vorbei:

Das war notwendig, dafür das alte Leiner Haus abzureißen, oder?

…zum Morawa (am Samstag)…

Recht angetan von meinen kurzen Leseproben dieser Literaturnobelpeisträgerin

…bzw. Vapiano, heute

Zu gierig bzw. um 15.30 zu hungrig für ein “vorher” Foto harhar

Schön wars, gemütlich wars und hat meiner “Mental Health” sehr gut getan. Zum Arbeiten hatte ich auch noch genug Zeit.

Dazwischen zwei Highlights:

1.) Kind kommt für 30 Minuten heim. Ich so: Das hat sich jetzt aber nicht ausgezahlt! Kind so: Ich wollte dich sehen. Ich: Ok, was ist der echte Grund? Kind: Ja wirklich, deshalb. Ich: Ohhh! Harhar.

2.) Wieder ein wunderschöner, komplett unrealistischer Traum letzte Nacht. Und auch wenn ich das weiß, habe ich es auch diesmal einfach genossen, jemanden zu sehen und mit jemandem so zu reden wie früher, mich genauso zu fühlen, wie damals, neben ihm.

Gutes Wochenende.

Sirat

So jetzt zu einem wirklich verstörenden Film, den ich irgendwie “durchgestanden” habe, nämlich Sirāt von Oliver Laxe.

Luis (Sergi López, der einzige Berufsschauspieler, alle anderen sind Laiendarsteller) und sein 12 jähriger Sohn Esteban samt Hund suchen auf einem illegalen Rave in Südmarokko nach der Tochter bzw. Schwester Mar, die zwar volljährig, aber seit Monaten vermisst ist. Nachdem die Veranstaltung polizeilich aufgelöst wird, schließen sie sich einer kleinen Gruppe von Ravern an, um durch die Wüste zum nächsten geplanten Spot zu fahren und dort weiterzusuchen…

ACHTUNG SPOILER

Pia Reiser vom fm4 Filmpodcast versucht, eine neue Begrifflichkeit für diese Art von Filmen zu etablieren und da ich diese so gelungen finde, verbreite ich sie gerne weiter. Sie nennt dieses Genre Arghouse. Also eine Mischung aus Arthouse und “arg” harhar.

Rein optisch könnte man hier, frei nach Grissemann und Stermann, sagen: Das ist Mad Max/Fury Road für Sozialhilfeempfänger. Die beiden Trucks, die durch die Wüste brettern erinnern – minus des Glamours und der Coolness – sehr an die dystopische Endzeitsaga von George Miller. Nur begleiten wir hier Menschen, die vom Leben gebrochen sind. Man sieht es ihnen auch äußerlich an. Sie wirken älter als sie sind, jemand fehlt eine Hand, einem anderen das Bein. Menschen, die von der Gesellschaft ausgeschlossen wurden oder dieser aus eigenem Antrieb den Rücken gekehrt haben, genauer wird das nicht erklärt. Die jedenfalls nichts mehr haben als diese Art der Wahlverwandtschaft und den Eskapismus in Drogen und Tanz. Es sind keine “bösen” Menschen, im Gegenteil, sie wirken zu verletzlich für diese Welt.

Schon diese Prämisse finde ich persönlich unfassbar deprimierend. Denn auch wenn ich diese Art von Hoffnungslosigkeit irgendwie nachempfinden kann oder es zumindest versuche: Depression entgeht man nicht in der Wüste, das sage ich jetzt mal so. Aber die Raver haben schon lange keine Perspektive für die Zukunft mehr. Und die Vergangenheit ist ein endloser Schmerz. Es ist alles so unglaublich bedrückend und es ist hier fast körperlich spürbar, dass sie sich nun irgendwie fatalistisch der Natur und den Umständen ausliefern, denn hier lauert eine Gefahr nach der anderen: Wie lange kommt man mit den Wasservorräten aus? Wo ist die nächste Tankstelle? Und wo die bis an die Zähne bewaffnete fragwürdige “Polizei”?

Es ist die Stärke, aber auch das wirklich beklemmende an diesem Film, dass er so radikal ist und einen mit audiovisueller Finesse sofort in die Handlung hineinzieht. Einerseits verspürt man eine gewisse Faszination des Grauens, andererseits will man nichts wie weg. Und der Zuseher wird tatsächlich nicht geschont. Es ist wirklich so arg wie alle behaupten und zwar nicht im Sinne des Horrorgenres, denn es ist kein Horrorfilm. Hier passieren Dinge, die jedem Einzelnen von uns dort genauso widerfahren könnten. Bis man schließlich total handlungsunfähig ist und, im wahrsten Sinn des Wortes, auf einem Minenfeld landet. “Sirāt” bezeichnet im Islam übrigens einen hauchdünnen, aber messerscharfen Weg, der Dies- und Jenseits trennt.

Fazit: Auch wenn es am Ende einen *klitzekleinen* Lichtstreifen am Horizont gibt, ist das über weite Strecken echtes Feelbad Cinema, da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Ja, ich bin froh, dass ich diesen Film gesehen habe. Ich empfehle ihn aber nur auf eigene Gefahr, denn ich bin kein Sadist harhar.

Frühstück Joma

Okay, heute gab es das schon zweite Auswärts-Frühstück in dieser Woche und diesem Jahr und sogar sogar im Schnee. L. und ich waren diesmal im Joma am Hohen Markt (unbezahlte Werbung). Ich war da vor Jahren schon mal und hatte es in guter Erinnerung.

Sehr stimmungsvoll, wieso das Foto so schief geworden ist, keine Ahnung

Das Lokal ist gediegen, hat eine schöne ruhige Atmosphäre, ist behaglich und gut beheizt, was heute wichtig war. Ich habe schon wieder Egg Benedict bestellt, L. Egg Avocado und es war tatsächlich wieder herrvorragend. Eine leichte Sauce, Grünzeug, diesmal sogar mit Nobelschinken (ich mein, wir sind im 1. Bezirk) und auch optisch ein Genuss. Dazu gabs Cappuccino und danach noch frischgepressten Orangensaft. Geht es uns gut oder was? Harhar.

Egg Benedict und Egg Avocado

Wir haben die Weihnachtsferien aufgearbeitet und die herannahende Matura besprochen und noch so einiges anderes. Danach sind wir zum Stephansplatz gebummelt und waren dann noch Bücher schauen.

Stephansdom im Schnee, 9. Jänner 2026

Schön sah sie aus, die Welt heute. Wie immer bei Neuschnee auch ein bisschen magisch.

Ugo Rondinone

Aus der Rubrik: Künstliche Aufregung meinerseits.

Vor kurzem hat eine Schauspielerin, die ich noch aus Beverly Hills 90210 kenne, auf Insta folgendes gepostet:

Ihr Mann steht da offenbar in einer Art Park bei Las Vegas, der nennt sich Seven Magic Mountains. Und ich denke mir: erstens wow diese Exponate wirken toll in der Wüste und zweitens: Oida das schaut aus wie der Vienna Mountain im Andre Heller Park:

Der Vienna Mountain bei Nacht im Andre Heller Park

Ich so im ersten Augenblick, was für eine Frechheit, was für ein Plagiat, wie unverfroren – und dann, nach einer Minute Rage meinerseits, habe ich den Künstler gegoogelt, es ist, Ugo Rondinone. Also in beiden Fällen ähm. Sorry, nur ein Selbstplagiat. Harhar Scherz! Eine Neuinterpretation.

Und wenn ich schon beim Heller Park bin, liebe Stadt Wien ein paar Hinweisschilder oder Durchsagen mit Hinweis auf die neue Touristenattraktion im Bus wären schon cool, weil ich jetzt schon mehrfach von orientierungslosen Interessierten nach dem Standort gefragt wurde. Ich mein, es ist halt echt am A…der Welt.

Ich geh jetzt öfters Abends hin zum “Auszittern”. Es ist wirklich enorm friedlich. Weil ich denke immer noch an jemanden.