almis personal blog

Direct Hits

Die Killers haben übrigens eine best of Platte herausgebracht, sie nennt sich Direct hits und vereint vier Songs der ersten Platte Hot Fuss, und jeweils drei Songs der nachfolgenden Alben Sam’s Town, Day and Age und Battle Born. Dazu zwei neue Songs.

Die Killers sind vielleicht meine Lieblingsband. Im Skoda höre ich praktisch nur ihre Songs, wobei ich denke, dass sie Adrian zu melancholisch sind. Er mags gerne wilder. Ich aber mag die Stimmung sehr, die sie vermitteln. Oft geht es bei den Killers um früher und früher ist meistens die Jugend, eine Art heile Welt, ein Fluchpunkt, wenn der Alltag zu übermächtig wird. Es geht um Freiheit, und Freiheit ist Straße, ist Autofahren, Autokino, Autoradio, Rummachen im/auf dem Auto.

In The way we were heißt es etwa: “Driving in my daddy’s car to the airfield, blanket on the hood, backs against the windshield” In Smile like you mean it: “Someone will drive her around, on the same streets that I did”. Man streitet am Parkplatz (Valentina). Und wenn man dann genug gestritten hat: “We took a backroad in my car. Down to the ocean, it’s only water and sand. And in the ocean we’ll hold hands” (Bones) Viele Songs haben das Reisen, (Weg)fahren schon im Titel: Runaways zum Beispiel, Joy Ride, Good Night – travel well, I can’t stay.

Sehr oft geht es bei den Killers um Lebenentwürfe, Träume, um Liebe. Die moderne Prinzessin sucht ihren Prinzen in der staubigen Wüste und kommt irgendwann nach Vegas, einer Stadt, die nicht offensichtlich romantisch ist. Zu laut, zu schrill, zu grell, zu glitzernd erscheint sie – und doch, sie hat in ihrer Freizügigkeit etwas Magisches. Das Gefühl, es könnte jederzeit alles passieren. Schön in Szene gesetzt im Video zum neuen Killers Song Shot at the night:

Das aktuelle Vegas so gut zu porträtieren, das schafft auch kaum jemand wie die Band, die genau von dort stammt.

New hood, fünfzehn

Und weil es so schön war, gibts noch Bilder aus dem herbstlichen Floridsdorf…

altedonaus

…wir haben mit Freunden (fast alles Ex-Favoritner, einige Neu-Transdanubier) einen Ausflug an die obere alte Donau gemacht, vor unserer Haustüre…

sonntagneu

Indian Summer, Wasser, Schwäne inklusive

New hood, vierzehn

Gestern Nacht ist ein neuer Panik-Traum zu meinen bisherigen hinzugekommen.

Die bisherigen waren ua. Panik, nochmal die Matura machen zu müssen, Panik vor Flugzeugabstürzen, Panik, mein Baby zu zerquetschen, Panik, auf der Intensivstation etwas umzuwerfen, Panik meine Doktorarbeit nochmal schreiben zu müssen. Und natürlich Panik, bei der Kindergeburtstagsparty zu versagen.

Neu: Panik, woanders hinzuziehen?! Das ist wirklich noch nie da gewesen. Doch letzte Nacht zogen wir im Traum also in eine andere Gegend, in eine andere Wohnung. Die Gegend war gar nicht mal schlecht, eigentlich sogar hübsch und die Wohnung war auch völlig in Ordnung, aber ich wollte da nicht leben. Ich war entsetzt, wie man mich dazu überreden konnte, aus Floridsdorf wegzuziehen.

Hm. Ich glaube, ich bin eingelebt.

Das Rauchen an sich

Wir haben unseren Großeltern noch Fragen zum Krieg gestellt, die heutige Kindergeneration (oder zumindest mein Sohn) erkundigt sich nach Raucherlokalen. Ähnlich weit weg, ähnlich mystifiziert offenbar.

Wie waren die und war es da wirklich so verraucht und musste man da husten und war das schlecht für die Gesundheit und sind da viele gestorben und wieviele tausend Zigaretten wurden da geraucht und wieso rauchen die Leute überhaupt (kurzer Abriss des Fragenkatalogs)…

Und dann heute im Bett, beim x-ten Einschlafversuch (ich zähle nicht mehr mit, wieoft ich demonstrativ “Gute Nacht” sage), bereits weit nach 21 Uhr: “Mama können wir noch kurz übers Rauchen reden?”

Spannende Pressevorstellung

Gestern bei der Pressevorstellung zu 12 Years a slave hab ich den Direktor des Wiener Filmmuseums, Alexander Horwath, gesehen. Und ja, für mich ist das Promispooting.

Ich finde Horwath nämlich als Redner echt großartig. Er kommentiert jedes Jahr die Oscarverleihung für den ORF und da könnte ich ihm noch viel länger zuhören als 4 Stunden am Stück. Er ist einer Cineasten, die auch das amerikanische Kino nicht verteufeln, sondern seine Vorzüge schätzen und hervorheben. Natürlich ist er auch sehr Arthouse affin, logisch.

Jedenfalls fragt mich der Mann dann, ob ich ihn angesprochen habe. Äh, nein. Was hätte ich sagen sollen? Ich bin übrigens diejenige, die ihnen einmal jährlich eine stalkingmäßige Email über ihre Arbeit für den ORF schreibt? Na ja, ich hätte auch ein geistreiches Gespräch über Filme anfangen können. Zum Beispiel über 12 years a slave.

Aber nach Genuss dessen war mir wirklich nicht mehr nach Reden zumute. Erschütternder Film. Vor allem am Vormittag schwer verdaulich. Schon jetzt einer der Oscarfavoriten. Mehr dazu bald.

New hood, zwölf

In unserem neuen Wohnhaus hat tatsächlich ein Nachbar Der Mensch erscheint im Holozän gelesen! Wahnsinn. Nicht mal ich habe Der Mensch erscheint im Holozän gelesen und ich hatte bei meinem Rigorosum Max Frisch als Spezialgebiet.

Hüstel. Ich hoffe, meine Doktormutter liest nicht mit. Dafür hätte ich einmal dank meiner Vorliebe für Frisch die Millionenfrage bei Wer wird Millionär beantworten können, bevor die Antwortmöglichkeiten eingeblendet waren. Ist doch wichtiger, praktisch anwendbares Wissen quasi.

Laut dem Nachbarn ist Der Mensch… übrigens sehr schräg. Dachte ich schon. Wir haben uns dann noch über Montauk, Mein Name sei Gantenbein und Homo faber unterhalten. Ja die habe ich selbstverständlich alle gelesen. Klar.

Zur Wahl…

Gestern nach Verkündigung der ersten Hochrechnung postete mein geschätzter Filmkritik- Kolllege Pokernatic auf Twitter folgendes:

So treffend! Genauso kams.

P.S. Ich frage mich, warum das Tweets einbetten nicht mehr ordentlich funktioniert, für sachdienliche Hilfe bin ich dankbar, sähe doch der Tweet sonst hübscher aus!

Und sonst…

Kinder haben ja manchmal rund um ihre Geburtstage irgendwelche Schübe (oder Phasen oder wie man auch immer das bezeichnen mag…), die hat Adrian allerdings nie im September, sondern rund um Weihnachten/ Neujahr, wo er eigentlich hätte geboren werden sollen. Am krassesten im ersten und zweiten Jahr, wo wir da jeden Tag um fünf aufstanden und der Tag trotzdem erst nach acht Uhr abends endete…Mann, das war vielleicht mühsam.

Aber darauf wollt ich nicht hinaus, sondern eher darauf, wie Adrian sich das letzte Jahr verändert hat und wie er wirklich im wahrsten Sinne zum Vorschüler geworden ist. Das Beispiel mit der Tortenauflage, das ich vor einigen Tagen gebracht habe, beweist das ganz gut. Er versteht schon sehr viel, was um ihn herum vorgeht, auch wenn das manchmal erst viel später ersichtlich wird.

Aber auch so Dinge wie: wenn seine Freunde aus dem Haus in besuchen und irgendwas spezielles spielen wollen, dann sagt er, er muss da erst seine Mama fragen. Ich habe ihm eigentlich nie gesagt, dass er mich vorher fragen soll, jedenfalls nicht bei sowas. Ich war sehr verblüfft, als ich das gehört habe. Und ich habe mich drüber gefreut.

Oder als wir letztens mit einem kleinere Freund von ihm neben dem Bus vorbeigingen und der Kleine dauernd den Knopf am Bus drücken wollte und Adrian dann meinte “Magst du statt mir drücken?” Oder als sie im Garten “Hollersaft” gemacht haben und alle dran rochen und er dann ein anderes Kind, dass gerade den Bottich hielt, fragte: “Darf meine Mama auch mal riechen?” Das fand ich ehrlich gesagt total rührend, dass ihm das in diesem Moment wichtig war. Und er kommt mir dabei so groß vor.

Aber dann gibts doch noch diese Augenblicke, wo er ein ganz normaler Sechsjähriger ist, und mich – in der einen Hand seinen Roller, zwei Taschen umgehängt und ein Kipferl in der anderen – mitten auf der belebten Straße fragt, ob ich ihm bitte jetzt sofort sein Stoffschwein geben könnte (das in einen der Taschen gaaaanz unten liegt). Oder wenn ich in meinem Büro sitze und er zwei Zimmer weiter mit drei lebhaften Kindern spielt und glaubt, dass ich jedes Wort von ihm registriere, wenn er den Satz mit “Mama” beginnt. Oder wenn er unten an der Sprechanlage drückt und sofort zu sprechen anfängt, und dann mit der Message natürlich lang fertig ist, wenn ich oben abhebe (ich höre ihn meistens schon am Weg unten in die Sprechanlage schreien.

Und wie jedes Jahr muss ich sagen: es wird immer schöner und interessanter!