almis personal blog

Matura, zwei

Heute war Englisch Matura.

Als ich das Kind um sieben weckte, meinte er, er schläft noch bis 7.15 Uhr. Treffpunkt in der Klasse 7.45 Uhr. Ich: Du willst ja auch noch zum Billa? Und er: Das geht sich leicht aus. Diese Nerven möchte ich mal haben, echt.

Um 16 Uhr werden die Aufgaben dann immer veröffentlicht und wir haben uns die Matura gemeinsam angesehen. Er hat mich gefragt, ob ich die Lückentexte probieren mag, mit laut vorlesen. Das klingt bei mir immer so wie wenn Toto Wolff Englisch redet, harhar, sorry, aber wir haben halt denselben Wiener Akzent. Das Vorlesen meinerseits war also sehr lustig. Prinzipiell muss ich aber vermerken, diese Lückentexte fand ich schon anspruchsvoll. Und bei den Listenings war mitunter die Musik lauter als die Sprecher, auch skurill.

Am Ende sagte ich so zum Kind: Also das war bisher eher anstrengend, wahrscheinlich wird Mathe auch ur schwer. Ich sollte Motivational Speaker werden, harhar. Er ist dann gleich verschwunden, um eine alte Mathematik Matura zu rechnen. Da kann ich leider nicht behilflich sein.

Und damit ist es für diese Woche dann auch geschafft.

Am Semmering

Für alle, die es nicht erraten haben: Ich war gestern am Semmering, auf eine Feier zu einem 55. Geburtstag.

Tradtionelle Semmering-Architektur

Das Geburtstagskind arbeitet dort im Semmering 2026+ Projekt mit, das die Gegend revitalisieren soll/will und deshalb gab es nicht eine Feier im herkömmlichen Sinn, sondern zuerst mal einen dreistündigen Kulturspaziergang, von der Passhöhe bis zum Golfplatz. Ich hab mir zuerst ehrlicherweise gedacht, au weia, das mag ich ja nicht soo gern, wenn man irgendwo landet, wo man dann am Ende nur mit einem Shuttle zurück zum Auto bzw. Bahnhof gebracht werden kann, das ist so ein typisches Horrorfilm Szenario harhar, aber es war wirklich sehr kurzweilig und nett und lustig.

Das bekannte Hotel Panhans

Dazu kam, dass ich einige Personen, die ebenfalls eingeladen habe, schon ungefähr zehn Jahre nicht mehr gesehen habe. Und ich habe das Gefühl, sie haben ein paar meiner “Versionen” gar nicht mitbekommen bzw. ich auch ihre nicht. Und manchmal tut mir das leid, dass sie manches nie kennengelernt haben, aber an diesem Nachmittag wars “egal”, ich war einfach ich und sie waren sie und das reicht. Dazu kam, dass bei letzten Treffen gefühlt lauter Volksschüler herumsprangen und jetzt die “Kinder” alle so gut wie erwachsen sind und an einem Samstagnachmittag ganz andere, eigene Pläne haben.

Das Sporthotel

Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage, aber ich habe kaum Fotos gemacht, weil ich so mit Plaudern beschäftigt war, harhar. Gottseidank kriegen wir dann irgendwann noch offzielle Fotos, wo wir vor allem beim Essen waren, sicher sehr vorteilhaft, harhar. Ich habe lange mit I. geplaudert, und mich mit C. lebhaft über den Songcontest unterhalten, wir kennen schon alle Songs und hören dieselben Podcasts, er war damals auch in der Stadthalle 2015 dabei; wie ich kotzen auch ihn die ganzen Demos und politischen Debatten etcetera an, aber wir haben beschlossen, wir lassen uns in unserer ESC Whatsapp Gruppe den Spaß nicht madig machen und schauen einfach wie immer “gemeinsam”.

Das Südbahnhotel, wo Paulus Manker “Alma” aufführt und wo man auch super eine Neuadaption von “The Shining” drehen könnte

Bei der Führung wurde uns vor allem, wie man sieht, die Geschichte der alten Hotels in der Region näherbrachte, die alle renoviert wurden/werden, aber noch geschlossen sind, aber im Zuge des Semmering neu denken Projektes einen zweiten Frühling erleben sollen. Mich interessiert das ja sehr, das Wort “denkmalgeschützt” hat für mich einen sehr schönen, auch ein bisschen schmerzlichen Beigeschmack und das wird vermutlich eh immer so bleiben. Es gibt Dinge, die man erlebt, die einen nie wieder ganz verlassen werden (und das ist auch gut so, denn das zeigt, wie viel sie bedeuten haben und immer noch bedeuten).

Endstation Golfplatz

Am Schluss landeten wir auf dem Golfplatz, wo wir irgendwelche alkoholischen Hipstergetränke bekamen und ein Foodtruck für das leibliche Wohl sorgte. Das Essen – kleine Portionen von verschiedenen Gerichten wir Lachwraps, Flammkuchen, Pulled Pork Burger, Asia Nudeln, Backhendel – war wirklich sehr, sehr gut. Und ich bin natürlich eine emanzipierte Singlefrau, die eh immer irgendwie alles alleine macht, aber ich fand es schön, dass mir diesmal das Essen gebracht wurde, und ich einfach auf der Wiesen sitzen bleiben konnte, harhar.

Pulled Pork Burger

Danach wurde es kühl und müde war ich auch schon sehr. Indoor wurden aber noch Geschenke ausgepackt und sich am Holzofen gewärmt, bevor sich die Gesellschaft dann langsam auflöste und ich irgendwann in mein Bett im Garten plumpste.

Entdeckung

Auch mit 50 Jahren hat man ab und zu noch Aha-Momente über sich selber. Heute zum Beispiel.

Ich tue mir immer schon eher schwer, nein zu sagen. Stattdessen gehe ich dann über meine Grenzen, schmeiße meine Pläne um, stresse mich irgendwohin. Ich dachte lange, das hat damit zu tun, dass ich andere Menschen nicht enttäuschen will. Das ist es schon auch, aber nicht nur. Tatsächlich habe ich heute festgestellt, dass ich irgendwo auch immer im Hinterkopf habe, vielleicht werde ich gar nicht mehr gefragt, wenn ich einmal irgendwas absage, was sich einfach zeitlich oder sonst wie gerade nicht ausgeht. Vielleicht werde ich dann ab jetzt vergessen. Also so eine Art Angst vor einer auto-induzierten Selbst-Marginalisierung. Schön gesagt gell, harhar.

Dann dachte ich mir, boah, was ist denn das schon wieder für ein (Kindheits)thema in mir. Und dann ist mir Chandler (der leider verstorbene Matthew Perry) aus Friends eingefallen, die eine Szene in der ihm irgendwas passiert, ich weiß nicht mehr was, jedenfalls sitzt er dann so da und denkt (man hört nur seine Stimme): “Seriousely what’s wrong with me? Uhh…don’t open that door”

Und deshalb lieben wir alle Chandler am meisten, zumindest ich tue das, weil er ein so ein zutiefst unperfekter Charakter ist, mit so vielen Themen, die er immer mit Humor und Selbstironie pariert, aber nie versteckt. Der immer auch offen zugibt, dass er sich so fühlt, wie er sich fühlt, aber nie als Opfer seiner Umstände. Ein echt authentischer Charakter, das will ich auch sein, sagen was ist.

Handy und Emotionen

Seit gestern habe ich ein neues Handy. Also für mich neu, es ist gebraucht, aber super. Mein altes war schon acht Jahre oder so und schon etwas mitgenommen. Trotzdem schrecke ich immer vor einem neuen zurück, weil ich dann Tage brauche, um wieder alles einzurichten und mich zurechtzufinden. Die Töne sind anders, die Handhabe auch, ich bin sogar gleich mal an einem Screenshot gescheitert.

Heute war ich unterwegs und das Internet ging außerhalb der Wohnung gar nicht, trotzdem die mobilen Daten eingestellt waren. In der U-Bahn habe ich verzweifelt versucht, es zum Laufen zu bringen, man ist ja gleich komplett abgeschnitten von der Welt. Normalerweise ist meine Strategie bei technischen Schwierigkeiten immer, ein Gerät aus- und wieder einzuschalten. Aber bei dem neuen Handy weiß ich ja noch nicht einmal, wie das geht und googlen konnte ich ja nicht, harhar. Als ich dann später die Techniker meines Vertrauens danach fragte und Antworten wie “Hm” und “Gute Frage” bekam, schrieb ich ganz frech zurück: “Also da hätte ich mir jetzt mehr erwartet” harhar. Gleichzeitig war ich aber auch zufrieden, dass ich nicht an einer Trivialität gescheitert bin, die man easy aus der Ferne lösen kann.

Dann sucht man natürlich auch seine dutzenden Passwörter zusammen, die man ewig nicht mehr verwendet beziehungsweise schon überall direkt am alten Handy gespeichert hatte. Aber das hat mich auch, so blöd es klingt, ein bisschen glücklich gemacht. Denn manche Passwörter erinnern mich an besondere Tage. Als ich noch in einem anderen Bewusstseinszustand war, habe ich einmal geschrieben, dass diese Daten aufgehört haben zu existieren. Aber das haben sie nicht. Sie bleiben unvergessen. Auch am neuen Handy.

Karfreitag

Seit der Pandemie backe ich. Damals haben ja alle zu backen angefangen und keiner wusste wieso eigentlich. Während dieser Zeit habe ich oft Topfenkuchen, Gugelhupf, Bananenschnitte gemacht, einmal sogar Punschkrapferl. Aber das Leben ändert sich und geblieben ist einmal jährlich die Osterpinze.

Eine Schönheit harhar

Aber was soll ich sagen (ohne mich zu loben)? Harhar. Sie ist diesmal wieder echt köstlich geworden.

Obwohl man ja immer etwas nervös ist, wenn man Dinge nicht mehr so häufig macht, ob alles klappen wird. Und auch wenn sich das Leben geändert hat, denke ich nach wie vor an jemand, der immer gesagt hat, man kann jeden Tag zehn Fehler machen. Das entlastet mich bis heute und bei dem Gedanken muss ich immer lächeln.

Sign of the Times

Letztens rede ich mit dem Kind so über Musik, weil er einige Konzerte plant von Bands, die mir prinzipiell eh auch gefallen. Aber, sage ich ihm, ich höre praktisch fast nur noch ESC Songs, weil mich die an nichts erinnern. Das stimmt wirklich, eh auch irgendwie leider, aber mich trifft emotional nichts so schnell wie das “falsche” Lied – kein Film, auch wenn er arg ist und auch kein Roman. Aber Lieder können mich so arg triggern, nur noch geschlagen von U-Bahn-Stationen, harhar.

Dann reden wir weiter und irgendwie kommen wir auf Harry Styles, den das Kind nicht so mag.

Ich dann: Aber Sign of the Times ist ur gut.

Und er so: Na und das ist nicht deprimierend?

Harhar, da hat er natürlich recht, es ist schon ein trauriges Lied. Hier auf dem Blog habe ich damals geschrieben, Styles singt so, als wäre sein Leben schon einmal komplett auseinandergebrochen und dann nur notdürftig wieder zusammengesetzt worden. Das hat mich damals sehr angesprochen, ich war aber erstaunt, dass jemand, der erst Anfang 20 ist, von solchen Dingen erzählen kann. Andererseits wird der Grundstein für die Dinge, die einen später brechen, wahrscheinlich eh immer in der Kindheit gelegt.

Trotzdem – und nachdem ich gerade (!) nachgelesen habe, dass Styles hier über eine Mutter singt, die gleich sterben wird und ihrem Neugeborenen in diesem Song alles mitgeben will, was sie über das Leben weiß, na uff – ja trotzdem deprimiert mich dieses Lied nicht. Weil ich es im Sommer 2017 gehört habe, und da war ich so glücklich und alles war noch möglich. Das assoziiere ich immer noch damit.

50, zwei

Gestern, nach der emotionalen Aufwühlung (im positiven Sinn) im Thalia (unbezahlte Werbung harhar) war ich mit L. essen.

Bekommen habe ich unter anderem, das:

Au ja, wer möchte mit mir Movies und TV Soundtracks raten harhar. Wobei ich glaub, da bin ich nicht so gut wie bei Fragen zu Schauspielern und Regisseuren, aber sicher sehr lustig

Und ich habe außerdem Vapiano Gutscheine und Thalia Gutscheine bekommen. Also ich werde viel lesen und essen. Ach ja und 1 Jahr Nonstop Abo Verlängerung, mit Verpflegung. Der Verpflegungsbonus ist sehr großzügig ausgefallen, dafür, dass ich im Kino ja nur ein Mineralwasser oder einen Holundersaft konsumiere, harhar. Danke!

Außerdem wurde ich aufs Konzert von Tom Smith eingeladen, der in der Simm City (in Simmering) auftrat. Manche kennen ihn vielleicht als Sänger von den Editors. Es war aber ein Tom Smith Soloabend, man konnte dort sitzen, was ich in meinem Alter bei zwei Stunden Konzert schon ganz okay finde. Es war alles sehr ruhig und getragen, schön.

Und die Songzeile: “You knew you were lost, but you carried on anyway ist mir im Kopf geblieben.” So als Art Leitspruch für das Leben an sich.