almis personal blog

zirkus roncalli

am mittwoch waren wir im zirkus roncalli, der bis gestern am wiener rathausplatz gastiert hat. er und ich sind ja zirkusskeptiker, ich habe zudem noch eine ausgeprägte coulrophobie, aber wir habens adrian versprochen und mit kind ist das alles ja auch wieder anders. und es hat sich gelohnt.

roncalli arbeitet weniger mit tieren (es gab aber pferde und hunde), sondern legt seinen schwerpunkt auf artistik und clownerie. bemerkenswert daran war, dass adrian sehr an den artisten interessiert war (so hoch oben, so schnell, was machen die da überhaupt?) und, dass ich den clown richtig nett fand. für einen clown hatte er sogar ein relativ subtiles humorverständnis. immer wieder bat er “freiwillige” um mithilfe und das war sehr witzig (solange man nicht selbst zum freiwilligen auserkoren wurde, wir hatten glück)

jedenfalls haben wir die ganzen zweieinhalb stunden (mit pause) durchgehalten und abgesehen von den ermüdungserscheinen zum ende hin, lief das wirklich gut. also auch für vierjährige schon empfehlenswert.

am beeindrucksten war ich davon, dass der clown am ende seine kappe verkehrt herum auf den kleiderständer wirft, also ohne hinzusehen. auch wenn das nicht gefährlich ist, ich möchte nicht wissen, wie lange man dafür trainieren muss…und wie unfassbar öd das ist.

heute feiert christine nöstlinger ihren 75. geburtstag.

ich habe als jugendliche ihre bücher geliebt und verschlungen. ich mochte die saloppe sprache, den trockenen humor und die etwas rebellische weltsicht ihrer figuren.

mein lieblingsbuch war immer gretchen hat hänschen-kummer, band 2 der gretchen sackmeier trilogie. gretchen stand da liebestechnisch gesehen zwischen dem arrogant-gelackten florian und dem gutmütigen, intellektuellen hinzel und ich hasste florian, der total oberflächlich und doof war, und wollte immer, dass sie mit hinzel zusammenkommt (mit dem sie gerne stundenlang im cafehaus saß und plauderte). ich war heilfroh, dass das geplante erste mal mit florian durch die heimkommenden eltern vereitelt wurde. harhar. habe dann als vierzehnjährige meinen ersten “liebesroman” verfasst, in dem die titelheldin interessanterweise auch zwischen zwei männern steht, die irgendwie ähnlich gestrickt sind. sagen wir so, ich war inspiriert.

sehr gut haben mir auch olfi obermaier und der ödipus (da erspart man sich die mythenkunde über ödipus in der schule), anatol und die wurschtelfrau, sowie konrad oder das kind aus der konservenbüchse gefallen.