almis personal blog

All is well

Heute hat das Kind Geburtstag und jetzt ist er einfach so erwachsen. Krass!

In der Früh habe ich schon ein Video von der malerischen kroatischen Küste bekommen, wo seine Klasse auf hübschen Felsen sitzt und ihm ein Ständchen singt. Moi, da kommen mir ja gleich die Tränen. Diese Woche ist emotional schon echt herausfordernd.

Ich bin sehr froh, dass es es ihm so gut geht und er das Leben leicht nimmt. Es ist auch so einfach für mich als Mama, das muss ich wirklich sagen. Ich kann tatsächlich gar nichts zu Gesprächen über Pubertätsprobleme und Konflikte beitragen, es ist total unkompliziert mit ihm. Unsere Streitereien drehen sich zu 98 Prozent darum, dass er bitte eine wärmere Jacke anziehen soll oder überhaupt eine Jacke. Das mag daran liegen, dass wir alles andere schon miteinander ausgefochten, als er so zwischen drei und fünf Jahre alt war. Da flog auch mal die Ketchupflasche durch die Küche. Damit keine Missverständnisse aufkommen, ich hab sie geworfen, aus Wut harhar. Natürlich nicht auf ihn, sondern auf die Einrichtung, die ich dann selber wieder putzen musste.

Wir haben es immer lustig, ich mag sein differenziertes Denken, die Gespräche die wir führen. Alles ist gut. Und das werde ich nie als Selbstverständlichkeit empfinden. Nicht zuletzt deswegen, weil heute vor 18 Jahren niemandem zum Feiern zumuten war.

Letzter Sommertag

Gestern um sechs aufgestanden, das Kind verabschiedet – diesmal hielt sich das Mama Gluckenverhalten Gott sei Dank (!) in Grenzen – dann gearbeitet und anschließend recht spät Mittag essen gewesen, und zwar in dem bekannten schwedischen Möbelhaus, das bekannt schwedische Essen, plus Mandeltorte. Unbezahlte Werbung.

Sehr gute Köttbullar mit Püree, Erbsen und Preiselbeeren, Daim Torte

Übrigens sehr lustig, wenn man ein “Schwedenkracherl” dazu nimmt, was free refill von diversen Säften bedeutet, dann ist es ganz egal ob man Holundersaft, Zitrone, Apfel oder whatever nimmt, es ist jedesmal Mineralwasser, harhar. Ok, ich glaube nicht, dass das so gewollt ist, aber gestern wars halt so.

Danach bin ich auf die Dachterasse gefahren. Da diese Woche auch wieder Lektorat meines eigenen Textes angesagt ist, habe ich mir 40 Seiten mitgenommen und oben zwei Stunden daran gearbeitet.

Letztes Mal Rock ohne Strüpfe vermutlich

Wolkenloser Blick, außer ein paar Chemtrails (harhar), in Richtung Mariahilferstraße:

Dann bin ich zwei U6 Stationen zu Fuß gegangen, das hat gut getan. Am Abend habe ich praktisch stundenlang Wer wird Millionär geschaut und dann, gestern natürlich besonders, an jemand gedacht.

Das Kind hat geschrieben, er ist gut angekommen und hat Fotos von Cevapcici geschickt. Man kann vermuten, wo er ist, harhar.

Reminiszenz

Heute vor 18 Jahren war ein schrecklicher Tag. Er gehört fix, frei nach High Fidelity, zu den fünf schlimmsten Tagen meines ganzen Lebens.

In Schwangerschaftswoche 24 plus fünf Tage kam ich ins Krankenhaus Brixen, wo mir der Arzt sagte, mein Kind würde wohl bald auf die Welt kommen und er sei “an der Grenze zur Lebensfähigkeit”. Ich war in einem solchen Schockzustand, dass ich nicht mal die Lungenreifungsspritze spürte, die man mir gab und meinte, sie wäre sehr schmerzhaft. Ich durfte nicht mehr aufstehen, “für die restliche Schwangerschaft”, wie es hieß. Die “restliche Schwangerschaft” dauerte dann immerhin noch sechs Tage.

Jemand sagte zu mir, ich müsse jetzt stark sein und ich antwortete dann so etwas wie: Das bin ich aber nicht. Ein Pfleger legte mir die Hand auf die Schulter und meinte: “Es wird alles gutgehen. Und wenn nicht, dann schaffen Sie es auch. ” Komischerweise empfinde ich das bis heute als extrem tröstlich.

Ja und dann wurde ich nach Bozen geflogen und alles weitere kann man in meinem Buch nachlesen. Spoiler: Es geht eh gut aus. Harhar.

Obwohl das nur der Anfang einer sehr schwierigen Zeit war, ist mir dieser Tag trotzdem als am ärgsten in Erinnerung, weil die Erschütterung und das nicht-begreifen-wollen so groß war. Weil sich in mir alles dagegen sträubte, zu akzeptieren, dass sich rein gar nichts mehr an dieser absoluten Sch… Situation ändern lässt, dass ich gefangen war, in einem Albtraum aus Hilflosigkeit und Verzweiflung. Oder wie John Lennon es etwas poetischer formulierte: Life is what happens to you while you’re busy making other plans.

Verantwortung

So mal wieder ein leichteres Thema, die Projektwoche des Kindes.

Wir haben von der Schule Informationsblätter bekommen, eine Einpackliste, diverse Verhaltenshinweise, auch wofür die Eltern verantwortlich sind. Nämlich eh für alles. Wenn das Kind “Blödsinn” macht, sind die Eltern dran. Es ist ein bisschen wie bei der Gebrauchsanweisung eines Medikamentes. Nachdem man es gelesen hat, hat man keinen Bock mehr drauf harhar.

Nein, das war ein Witz. Aber ganz ehrlich, in bald 18 Jahren quasi 24/7 Verantwortung in letzter Instanz – auch wenn es nie ein Problem gab – denkt man sich als Elter auch mal, bitte lassts mich in Ruhe, harhar. Ich persönlich gehöre nicht zu den Eltern, die das Erwachsenwerden ihrer Kinder betrauern, weil diese nun dem elterlichen Einflussbereich abhanden kommen und ihre eigenen Entscheidungen treffen sollen und auch werden. Ich stell mir das durchaus auch entlastend für alle Beteiligten vor.

Das Kind wird zur Mitte der Reise volljährig. Ich so zu ihm: Ich sags dir gleich, ab Donnerstag bin ich raus. Harhar.

Spätsommer, vier

Ein kurzes Zwischenresümee zum Buch Ein wenig Leben. Also es ist echt ein Miseryporn, harhar.

Und ich bin ja eher nicht so der Fan von solchen Hiob-artigen Erzählungen, wo geschildert wird, wie orsch alles war und ist und sein wird. Aber der Roman ist einfach so gut geschrieben, dass ich immer weiterlesen muss. Kurz aber, auf Seite 449, wer selbst das Buch hat kann nachschauen, habe ich mir gedacht ok, ich kann nicht mehr, ich muss jetzt aufhören, es ist zu arg. Dieser Entschluss hat etwa fünf Minuten überdauert. Aber natürlich hat die Neugier gesiegt und ich bin mittlerweile auf Seite 690, also quasi eh schon im Endspurt, und ich habe keine Ahnung wie es ausgehen wird, ich gebe mal die Prognose ab, dass es kein happy end wird. Aber ich habe es bisher geschafft, absolut gar nichts dazu zu lesen.

Dann haben das Kind und ich heute bei diversen Nachprüfungen seiner Freunde mitgefiebert. Habe ganz vergessen, wie nervös man da wird. Es ist nicht alles gut ausgegangen, aber das tut es ja nie. Das Kind meinte traurig, jetzt gehe es seinem Freund wie mir. Ich: Das ist aber auch kein Trost. Zumindest nicht unmittelbar. Irgendwann ist es eh wurscht, aber das dauert.

Anschließend war ich mit dem Kind und seiner Freundin im Cafe Monarchie Eis bzw Schokopalatschinken essen. Puh, auch da Erinnerungen. Aber es war schön, da heute im Innenhof zu sitzen. Und es war schön, an damals zu denken….

Die Sache mit dem Sand

Auf Social Media ging jetzt eine Geschichte viral, wo eine Mutter erzählt, dass ihr kleines Kind ein anderes kleines Kind mit Sand beworfen hatte. Und daraufhin habe sie angekündigt, wenn das Kind das nochmal macht, dann verlassen sie den Spielplatz. Das Kind hat es nochmal gemacht und dann haben sie den Spielplatz tatsächlich verlassen. Arge Geschichte was, harhar.

Nein, das wars noch nicht, worauf ich hinauswollte. Es gab dann wiederum hunderte Kommentare und andere Influencer haben Videos gemacht, wo sie über diese Sache sprechen (ja, das ist Social Media), weil sie es gut finden oder was sie anders gemacht hätten. Sowas schaue ich mir irrsinnig gern an, weil ich Themen liebe, die mit mir überhaupt nichts (mehr) zu tun haben, und wo ich einfach null betroffen bin. Das ist so eine Safezone, wo man die Diskussionen aus der Ferne genießen kann.

Jedenfalls machte mini and me, der ich schon länger folge, auf Instagram ein recht cooles Video dazu, in dem sie darüber redet, dass ein so kleines Kind ja noch nicht versteht, warum es nicht mit Sand schmeißen soll und die Konsequenz, “wir gehen nach Hause”, auch nicht mit dem Sand verbinden kann. Fand ich irgendwie recht nachvollziehbar. Sie meint, es wäre natürlich cool, wenn man dem Kind Alternativen anbieten würde, also den Sand woanders hinschmeißen oder überhaupt was anderes machen, aber sie meinte, sie verstehe auch, wenn Mütter oder Väter eben auch mal keinen Nerv mehr haben und gehen wollen, aber dann sollte das nicht als “Strafe” verpackt werden.

Ich bin da immer irrsinnig froh, dass ich kein so kleines Kind mehr habe, ich war mit solchen und ähnlichen Situationen auch oft überfordert. Einmal, als ich mit meinem damals kleinen Kind bei einer Freundin war und es war dann schon spät und er wollte nicht heimgehen, habe ich einige Minuten mit ihm geredet und meine Freundin sagte danach, das könnte man als Beispiel für gelungene Kommunikation irgendwo abdrucken. Und ich habe mir nur gedacht, ehrlich? Ich fand es voll lieb, aber mein Shirt war klitschnass vor lauter Stress, den mir diese Situation verursacht hat. Selbstbild/Fremdbild.

Anyway, ich hatte auch Freundinnen, die ihre Kinder, wenn sie etwas angestellt hatten, für 15 Minuten ins Zimmer schickten, zum Nachdenken und ich habe mir dann gedacht, das würde ich bei meinem Kind nie machen, schon alleine aus dem Grund, weil er niemals 15 Minuten im Zimmer bleiben würde, harhar. Ich würde mich nur völlig lächerlich machen.

Wie auch immer, ich habe für mich die Zeit mit einem Kleinkind immer mit Hüten eines Flohzirkus verglichen, so als Bild. Ich war wirklich oft ratlos, aber ich denke, man kann eh nur authentisch handeln, so wie es für einen stimmig ist und mit dem Kind irgendwie in Verbindung bleiben. Das sind jetzt nicht die pearls of wisdom, aber halt das, was mir geholfen hat.

Diese Woche sind zwei Extremfrühchen im Krankenhaus Bozen gestorben, wie auch auf orf.on zu lesen war.

Diese Nachricht hat mich sehr betroffen gemacht. Weil das Kind ja auch als solches in Bozen auf genau dieser Station geboren worden war. Sie hatte schon vor 18 Jahren einen sehr guten Ruf und der menschliche Umgang mit Kindern wie auch mit den Eltern war hervorragend. Was man als erstes lernt ist besondere Vorsicht. Man muss immer durch die Hygieneschleuse gehen, einen weißen Kittel anziehen, die Hände gründlich waschen und desinfizieren, sonst darf man gar nicht hinein.

Mittlerweile gibt es aber insofern ein bisschen Entwarnung für die Station, als möglicherweise das verwendete Handspülmittel bereits kontaminiert gewesen zu sein scheint. Trotzdem ist es natürlich eine Tragödie.

Und es erinnert einen (auch mich selbst) wieder daran, was Extremfrühchen für Herausforderungen durchmachen müssen. Da geht es nämlich nicht nur darum, ein bisschen zu wachsen und zuzunehmen und ein paar Therapien zu machen; das ist in der Regel bei den “normalen” Frühchen der Fall. Sondern es ist eine Zeit, in der potentiell alles gefährlich werden kann und man muss oder sollte auch mit allem rechnen. Das wurde uns damals auch gesagt: Es werden Krisen kommen, schwierige Zeiten. Man unterschätzt das, auch ich habe das unterschätzt, weil die ersten drei, die gefährlichsten Tage, sehr gut verliefen.

Aber ein paar Tage später kollabierte ein Lungenflügel, das Kind musste operiert werden und später hatte er ebenfalls eine Infektion; das haben die meisten Frühchen irgendwann, es kommt nur eben drauf an, um welche Keime es sich handeln. Er musste dann auch kurzzeitig wieder voll beatmet werden. Trotzdem war das insgesamt kein außergewöhnlich dramatischer Verlauf oder wie der Arzt & Stationsleiter, Dr. Messner, damals sagte: Es gab keinen Moment, wo sie als Ärzte nicht mehr wussten, was sie machen sollen.

Mit der Zeit verblasst die Erinnerung an diese schlimmsten Ängste glücklicherweise, aber dankbar bleibt man immer, wenn man dran denkt, welches Glück man hatte.

Zurück

Das Kind ist wieder da!

Für mich kommt es ja immer noch einem unbegreiflichen Mirakel gleich, wenn Flugzeuge sicher starten, tausende Kilometer ohne gröbere Turbulenzen zurücklegen und wieder unbeschadet landen. Und dann wurde auch noch die, statistisch gesehen, unsicherere Taxifahrt gut überstanden und der Taxifahrer sah ganz überrascht, aber eh auch irgendwie zufrieden zu, wie ein großer Jugendlicher seine kleine(re) Mama umarmt.

Ein echt kanadischer Elch <3

Ich habe ein ur süßes Mitbringsel bekommen, womit auch das Reiseziel geklärt wäre.

Die Horror (?) Geschichten vom Wandern höre ich dann von allen Teilnehmern beim Grillen in ein paar Tagen, zumindest hoffe ich das. Ich habe bereits jede Menge Wäsche gewaschen und verschiedene Sachen gekocht, zur Auswahl. Das Kind hat kaum Jetlag, weil er ist wenig wach, harhar. Deshalb hab ich auch gleich meine Steuererklärung gemacht (eh schon wieder zu spät, aber noch ohne blauen Brief diesmal), mit neuen Skripten für einen Auftraggeber begonnen und so Dinge erledigt, für die man sonst eh keine Zeit/Lust hat.

Morgen dann Schnitzelessen gehen mit Oma und Hund – because there are no Schnitzels in Canada, just Steaks.

Glazing

Apropos Glazing. Das Wort verwenden Jugendliche wie gesagt heutzutage für “Einschleimen”.

Das Kind hat ja in diesem Jahr darstellende Geometrie gehabt. Ein Fach, mit dem ich aus sehr vielen Gründen wirklich nichts anfangen kann – Mathematik, räumliches Sehen, Genauigkeit, Vorstellungsvermögen, Geduld, you name it. Er kann das aber gut. Jedenfalls hat er am PC ein Schachbrett mit Figuren konstruieren müssen oder wie man das nennt.

Ich komm in sein Zimmer, seh das und sag, wirklich ehrlich begeistert zu ihm: Wow, das ist ja ur toll!

Und er darauf: Der Glaze ist crazy.

Ich: Na Entschuldigung, wie konnte ich nur

Harhar, seitdem ist das ein running Gag bei uns. Leider kam Glazing/Glaze aber heute nicht in die engere Auswahl zum Jugendwort des Jahres in Deutschland. Ich hab wohl zu spät mit der Lobby-Arbeit begonnen.