almis personal blog

Ragebait

Also folgendes. Ich habe in einem Whatsapp Gruppenchat schon im März auf einen ESC-bezogenen, saublöden Standardartikel (siehe hier) mit nur einem Wort reagiert. Ragebait.

Tja und sieben Monate später ist Ragebait das Jugendwort des Jahres in Deutschland geworden und ich wurde in ebendiesem Chat dafür ein bisschen gefeiert, was mich sehr ehrt. Harhar.

Hat natürlich weniger damit zu tun, dass ich Germanistin bin, als dass ich ein Kind von nunmehr 19 Jahren habe. Und wir verwenden das Wort einfach gerne. Auch, weil es einem mitunter eine zehn Minuten Diskussion erspart. Einer sagt es, der andere nickt und alles ist klar.

Mein Lieblingsbeispiel, wenn ich jemandem diesen Begriff erklären will, ist übrigens Boris Becker. Der wurde ja wieder einmal Vater und hat dann ein Interview gegeben, in dem er im zarten Alter von 58 Jahren, bei seinem (mindestens) fünften Kind feststellt: Oh ein Baby ist schon irgendwie ziemlich anstrengend und man kann auch gar nicht so richtig gut schlafen nachts. Ich mein, ja stimmt eh, aber solltest du das nicht schon lange wissen? Das alleine hat in meinem Umfeld besonders bei weiblichen Personen schon den Puls hochgetrieben. Auch da habe ich diesen Artikel mehrfach per WhatsApp bekommen. Aber er ging noch weiter und meinte, seine Frau übernähme die Nächte und er gehe dann ins Hotel um durchzuschlafen. Klar, was auch sonst. Mehr hat er jedenfalls nicht gebraucht, harhar.

Man kann sich hier natürlich auch sehr lange darüber auslassen oder einfach dieses eine Wort verwenden: Ragebait. Fertig.

Nichts passiert

Heute gibt es nicht viel zu berichten und doch war es ein sehr erfreulicher, ganz normaler Tag.

Das Kind hatte früh eine online Vorlesung und ich tippte im Nebenzimmer an meinem PC, das war sehr gemütlich und das kann man auch ganz ohne Pandemie haben. Es gibt natürlich auch (viele) Vorlesungen in Präsenz, aber wenn etwas um acht beginnt, ist es so nicht unpraktisch. Und wir arbeiten quasi im Einklang.

Später war er unterwegs und brachte mir ein Croissant vom Billa mit. Ich: *schmelz* Das Croissant gibt es natürlich jetzt nicht mehr, harhar.

Ansonsten nur so:

Natürlich hab ich mir nicht nur das Nonstop Kinoprogramm angesehen harhar.

Ach ja und weil auf meiner Pinnwand schon diese Nöstlinger-Film-Karte hängt, seit gestern kann man auch mein Review zum Film Sowieso und Überhaupt lesen, wie immer auf Uncut.

Ansonsten heute “Nichts passiert. Auch schön” Ein Zitat, das man fälschlicherweise (?) Mozart zurechnet. Es passt jedenfalls.

Unterleiberl

Ich höre nicht Radio, also gar nicht. Früher hatte ich es zumindest im Auto an, aber ich habe kein Auto mehr. Oder ich habe es nebenbei im Garten laufen gehabt, aber das hat auch irgendwann aufgehört.

Ich sehe mir aber gerne die Instagram Reels von David und Alina an, die auf Energy das Frühstücksprogramm machen. Weil sie sehr witzig sind, nicht so auf aalglatt wie bei Ö3 (sorry), sondern so als würden sie sich einfach unterhalten und dabei Spaß haben.

Letztens ging es ums Wetter und was man da jetzt anzieht. Alina meinte, sie trage Zwiebellook, was David ganz vernünftig fand, bis sie ihm sagte, ihr Zwiebellook wären drei Leiberl übereinander. Und ganz unten eben ein Unterleiberl. Und David dann so: “Ein Unterleiberl!?? Das hat mich die Mama immer gezwungen in der Volksschule, dass ich so was anziehe.”

Und da musste ich echt lachen und habe das Reel gleich meinem Kind weitergeschickt. Weil eines der wenigen Dinge, die ich ihm aufgezwungen habe, in der Volksschule, waren Unterleiberl. Bei anderen Dingen, die ich “vorgeschlagen” habe, musste ich dann eine halbe Stunde diskutieren. Und meine Durchsetzungsfähigkeit ist eher so mittel. Bei Unterleiberl habe ich mich nicht kleinkriegen lassen.

Bis auf naja. Ab und zu, wenn er dann am Vormittag weg war und ich so ein bisschen das Wohnzimmer aufgeräumt habe, ja, da fand ich hin und wieder eines der Unterleiberl, die er vermeintlich anhatte hinter, klein zusammengerollt, unter einem Polster am Sofa. Er hatte es heimlich vorm Weggehen wieder ausgezogen.

Und ja, jetzt kann ich es zugeben: ich fands toll, dass er mich ausgetrickst hat harhar.

Marsupio

Am Montag gab es folgende Frage bei Wer wird Millionär:

Mein Favorit: Thunfisching!

Das ist natürlich easy für mich. Auch wenn es in Bozen nicht so genannt wurde, sondern Marsupio, italienisch für Beutel, klingt ein bisschen sachlicher.

Und damit man weiß, wie lange es dauern kann bis ein extrem frühgeborenes Kind sein erstes “Känguruing” machen kann: Es ist ungefähr nach der 420. SMS-Frage von Menschen aus Wien: “Wann darfst du ihn endlich halten?”. Oder anders gesagt: Sechs Wochen nach der Geburt. Und es war irrsinnig umständlich, mit den vielen Kabeln und Sensoren, die ja am Baby dranhängen, und auf der anderen Seite am Überwachungsmonitor. Man legt sich dabei das Baby nur mit Windel bekleidet auf den nackten Oberkörper und eine warme Drecke drüber. Ich kann mich noch erinnern, als die Schwester beim ersten Mal meinte: “Leider hab ich gerade nur noch eine rosa Decke.” Und ich so: “Es wird ihm wurscht sein.” Heutzutage könnte man ja so einen Dialog aus ideologischen Gründen gar nicht mehr so führen, harhar.

Jedenfalls war die Känguruh-Therapie wirklich super, hat auch messbar (Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung) gute Ergebnisse gebracht.

19 Jahre später, genießen wir gerade das Studentenleben, harhar.

Ein Windrad vom Bauhaus (unbezahlte Werbung)

Und ich werde zum Bauhaus chauffiert, danach düngen wir gemeinsam die Blumen und gehen essen, stehen eine Stunde im Tangentenstau und selbst das ist schön.

Bin immer noch sehr dankbar für Marsupio und alles andere, das geholfen hat.

Geburtstag

Heute wurde familienintern Geburtstag gefeiert.

Das Schöne an Patchwork jeder ist für irgendwas zuständig. Ich diesmal für die Servietten, harhar.

Zuerst gab es auf Wunsch Lasagne:

Lasagne mit Parmesankruste (mhmm) und süße Servietten harhar

Danach startete das Formel 1 Rennen in Baku (voll hübsche Altstadt!) und die Torte musste warten.

Ich so alle zehn Minuten: Jetzt vielleicht die Torte? Safety Car Phase 1: Die Torte? Saftey Car Phase 2: Äh die Tooorte? Aber es war immer zu spannend. Rote Fahne gabs auch keine, also mussten wir bis zum Ende des Rennens um 15 Uhr warten!! Und dann hätte Verstappen fast gewonnen – 0,196 Sekunden Rückstand. Da hätt er sich schon noch bisschen anstrengen können, für unsere Feier. Aber wir wollen mal nicht unbescheiden sein.

Tolle Torte, auch nicht von mir gemacht

Danach noch Bescherung, endlich mal waren meine Rubbellose (mein Signature Geschenk) recht erfolgreich – zwei Lose, Gesamtgewinn 18 Euro.

Dabei hatte ich zum Kind gesagt, dass ich mir auch ein Los für mich gekauft hätte und drei Euro gewonnen und daher wären seine Chancen jetzt geringer. Und jemand sagte daraufhin zu mir: “Wahrscheinlichkeitsrechnung ist nicht deine Stärke”. Nein natürlich nicht, aber trotzdem dachte ich irgendwie… naja egal. Harhar

So ein schöner Tag.

In der Stadt

Vorgestern war Sonnenfinsternis, Facebook und Co. voll von Anfragen, wo man diese Brillen herbekommen könnte.

Mir war es irgendwie so wurscht wie schon die letzte Sonnenfinsternis 1999, aber die Fotos, die ich dann gesehen habe, waren schon schön. Ich glaube, ich bin eher der Sternschnuppentyp, die auch jetzt Saison haben und die meinem Papa – sonst jeglicher Irrationalität abhold – komischerweis sehr wichtig waren. Die Kids waren jedenfalls auf einem Berg und sind spät heimgekommen und gestern haben sie mich gefragt, ob ich mit ihnen in die Stadt (1. Bezirk) gehen will. Das fand ich sehr lieb und so waren wir dann gestern in der Stadt.

Schönster Wiener Augusthimmel

Geparkt haben wir in der fancy Parkgarage am Hof, ein abzuarbeitender Punkt auf mancher Bucketliste. Nicht auf meiner, weil ich fahre ja nicht mal mehr Auto harhar. Zuerst waren wir essen, weil wir schon sehr hungrig waren und zwar im Dom Schnitzel (unbezahlte Werbung) Klingt wie eine Touristenfalle, ist es aber nicht, das (Kalbs)schnitzel ist wirklich ausgesprochen gut dort.

Foto mitten unterm Essen gemacht, da sieht man wie ausgehungert ich schon war, harhar

Was macht eine Stadt aus, wirklich aus? Was symbolisiert Wien? Gar nicht so einfach, Wien gibt es vermutlich als Ganzes gar nicht, es ist ein Kongolmerat, wie jede Stadt. Ich plage mich ja beim Schreiben auch immer, die Essenz einer Stadt einzufangen, das habe ich damals bei Bozen schon versucht.

Die hübsche Naglergasse

Arik Brauer sagte: “Das hör ich oft von den Israelis, eine tolle Stadt, aber all diese Wiener. Es sind die Wiener, die Wien kreiert haben, jeden Tag machen sie Wien. Die Wiener haben wie alle Menschen ihre Schattenseiten.” Dieses Zitat kann man übrigens im jüdischen Museum lesen, ich habe es fotografiert, weil ich es toll beschrieben finde.

Die Mölker Bastei

Und hier meine wunderschöne Uni. Ist es noch meine Uni? Ich denke mir manchmal, ob die Gedanken und die Wissenschaft noch so frei ist, wie ich mir das früher erträumt oder auch damals schon eher eingebildet habe? Was aber richtig ist und bleibt: das Gebäude ist wirklich eine Pracht.

Das war unser Spaziergang.

Danke liebe Kids fürs Mitnehmen der alten Mama. Aber wie es so schön im Roman Meine Männer von Viktorija Tokarjewa heißt, den ich gerade lese: Fünfzig ist ein gutes Alter, aber das versteht man erst mit 60. Harhar.

Fancy Friday

Heute ging es gleich weiter mit dem dolce vita.

Nachdem das Kind und ich uns nicht mehr dauernd sehen, hatten wir heute mal ein richtiges Treffen ausgemacht. Ja so ist das mit erwachsenen Kindern. Ich will ja nicht dauernd Werbung für meinen noch nicht ganz fertigen Roman machen (harhar), aber da gibt es eine Passage, in dem die Protagonistin mit ihrem kleinen Kind Eistee trinken geht und sich vorstellt, wie das dann in 15 Jahren ist. Naja, und jetzt bin ich also in die Mutter nach 15 Jahren. Und es ist toll.

Das Kind holte mich mit dem Auto ab und wir fuhren ins Donauzentrum und gingen ins Olive (unbezahlte Werbung). Sieht eigentlich aus wie eine normale Pizzeria, aber:

Er hatte ein Schnitzel paniert, vom Rind (!) und es war soo gut und exquisit, wirklich. Ich hatte Spaghetti Milanese – mit Champions, Karotten, Schinken, Kräuter, Parmesan – und das war auch hervorragend, also qualitativ wirklich etwas besonderes und auch reichlich. Wirklich empfehlenswert.

Vom Donauzentrum fuhren wir dann auf den Kahlenberg, genossen die Aussicht, diskutierten über die Bedeutung von verschiedenen Emojis, turns out: ich verwende emojis teilweise völlig falsch, und bestellten dann eine Eisschokolade – dort übrigens ohne Vanilleeis, wie betont wird; eben wie heiße Schokolade nur kalt. Ich war ja skeptisch, aber auch das hat super geschmeckt.

Im Hintergrund die nette Kirche vom Kahlenberg

Kunstfoto von meinem Sohn:

Damit könnte man Werbung machen

Da hab ich mir dann gedacht, ich komme ja weitgehend ohne Luxus aus (Autos, Urlaube, Schmuck, elektronische Geräte you name it) – aber was ich wirklich gerne habe ist gut essen und trinken und dabei schöne Unterhaltungen zu führen.

War wirklich ein toller Nachmittag!

Frühstück im Garten

Es ist August und somit ist es endlich wieder einmal soweit, M. war zu Besuch und ein Garten-Frühstück stand auf dem Programm. Und dieses wird natürlich so streng analysiert, wie die sonstigen Auswärts-Frühstücke harhar.

Es gab Kornspitz, Croissant, Semmel, Käsewurst, Gouda, Schinken, Tomaten, Erdbeeren, Marmalade, weiches Ei und natürlich Kaffee, Wasser und Orangensaft. Gute Auswahl.

Geschirr: Das meiste aus der H&M Home Kollektion. Unbezahlte Werbung harhar, aber ich liebe die Sachen dort.

Dazu: Fünf Stunden Gespräche über den Sommer, Urlaube, die Kinder, das Leben an sich

Dazwischen: Eine Stunde im Pool.

Herrlich wars!

Direkt danach kamen “meine Kids” und wir waren nochmal eine Stunde im Pool, es gab eisgekühltes Red Bull in diversen Geschmacksrichtungen (die Bereitstellung derer ist meine love language harhar)

Und am Ende vom Tag hab ich mir gedacht, M. kenne ich über 30 Jahre, dafür bin ich sehr dankbar. Jahre, in denen viele Menschen gekommen und wieder gegangen sind. Über manche Abschiede kommt man kaum hinweg. Aber es kommen auch neue Menschen, wie “meine Kids” und es ist so schön mit ihnen.

Raumplanung mit Musik

So es hat abgekühlt, ich kann wieder ranten, harhar.

Ich bin heute in der Früh mit der S-Bahn gefahren und es war schrecklich. Ich kam vom Süden und schaffte es gerade noch in den Zug. In Meidling, am Matzleinsdorferplatz, aber auch später am Rennweg haben die Leute zu Dutzenden (!) nicht mehr zusteigen können, weil es so brechend voll war.

Und dann lese ich ein Interview mit einem Raumplaner, bzw. nur ein paar Halbsätze, weil Bezahlschranke, wo er sagt, es werde ja ab Herbst gar nicht die Stammstrecke gesperrt, nur drei Stationen (mittendrinnen, Anmerkung von mir). Ah so na das ändert natürlich alles. Und er sagte weiter, wir haben ja ein super Ubahn-Netz, dass es abfängt Ich habe da immer den Verdacht, dass die Menschen, die solche Dinge äußern, selber eher nicht sooft mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Anregung an die PR-Abteilung der Wiener Linien: Spart euch das Geschwurbel und sagt einfach ja wir wissen es, die Sperre ist gschissen. Ist mir persönlich lieber als wenn man mich für deppert hält.

Deshalb bin ich dann heute komfortabel (naja, abgesehn vom kilometerlangen Stau) mit Oma und Kind über die Tangente gefahren, auf ein Maturaessen. Natürlich bin nicht ich gefahren, sondern das Kind, das mittlerweile schon mehr Kilometer Fahrpraxis hat als ich in meinem ganzen Leben. Und ja, es war ausgesprochen angenehm. Über die Playliste waren wir allerdings unterschiedlicher Ansicht. Das Kind dann so zum Soundsystem: “Spiel Toy von Netta” ESC Bestechung sozusagen, klappt bei mir natürlich immer. Außerdem was passt besser zu flirrender Luft auf der A23 als Mizrahi Klänge, unterlegt vom Gekeife einer zornigen Frau? Harhar. Außerdem habe ich mich sehr amüsiert, als plötzlich Haddaway mit What is Love aus dem Lautsprecher kam. Sind wir schon in der 1990er Jahre Nostalgie? Anscheinend. Ich habe dem Kind gesagt, darüber schreibe ich heute und ich darf, harhar. Also hiermit geschehen.

Matura, fünf (the end)

So, das wars jetzt endgültig.

Ein Teil der Feiergemeinde beim “Stehcafe” im Zuge der Maturafeier

Wer, wie ich, vor 30 Jahren maturiert hat, kennt das ja alles nicht. Wir hatte ja nichts! Harhar. Heutzutage werden Eltern, Freundinnen und Freude, sonstiger Anhang eingeladen, es gibt Reden von Klassenvorstand und Klassensprecher, Direktorin und gefühlt wer sonst noch Bock hat. Dazu natürlich das feierliche Überreichen des Maturazeugnisses. Untermalt wird das Ganze mit Musik und vielleicht ein paar Trän(chen). Im Gegensatz zu anderen Maturafeiern, von denen ich gehört habe, kam weder Putin noch Trump in den Äußerungen vor (danke dafür!), und die Reden haben es geschafft, da und dort den Horizont zu erweitern und ein bisschen den Trampelpfad des offensichtlichen zu verlassen, das fand ich sehr schön.

Sehr subversiv war der letzte Song, dargebracht von “unserer” Klasse und zwar Another Brick in the Wall von Pink Floyd. Wir erinnern uns an die Lyrics “We don’t need no education. We don’t need to thought control. Teachers leave us kids alone”. Derart bestärkt geht man doch gern in die Welt hinaus.

Und ja, damit ist ein weiterer Lebensabschnitt, auch für mich, zuende und ein anderer beginnt. Freue mich über jeden und jede, die oder der mich hier lesend weiterbegleitet.*

*Etwas gerührt gesendet.