almis personal blog

Namenstag

Heute früh ist was eigenartiges passiert. ShopApotheke (unbezahlte Werbung!) hat mir zum Namenstag gratuliert.

Das ist deshalb komisch, weil ich eigentlich keinen Namenstag habe. Als ich am Standesamt angemeldet wurde, sagte man meinem Papa dort, Heidi sei kann Name und er müsse zum Beispiel Adelheid eintragen lassen. Daraufhin bekam mein Papa einen Wutanfall (diese Eigenschaft hab ich in meinem Blogpost letzte Woche vergessen) und hat gemeint, er lässt sich sicher nicht vorschreiben, wie er sein Kind zu nennen hat. Nachdem ich jetzt also Heidi heiße, weiß man, wer sich in dieser Kontroverse durchgesetzt hat.

Jedenfalls haben mir meine Großeltern am 16. Dezemeber immer zum Namenstag gratuliert, ich bekam auch ein kleines Geschenk und meine Eltern haben immer gesagt, das sei nicht mein Namenstag, denn ich heiße schließlich nicht Adelheid. Das ging jahrelang so als running gag. Irgendwann waren meine Großeltern nicht mehr da und mein Namenstag geriet tatsächlich in Vergessenheit – auch bei mir selbst.

Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich auch gegoogelt und festgestellt, dass das Internet tatsächlich sagt, dass ich mittlerweile einen Namenstag habe. Und der ist heute.

Nachschau – AJLT

In Harry und Sally unterhalten sich die beiden ProtagonistInnen darüber, wie lange man nach dem Sex noch kuscheln soll. Harry behauptet, Männer möchten das höchstens 30 Sekunden, während Frauen das die ganze Nacht wollen und er sagt zu Sally: “Und genau da, zwischen 30 Sekunden und der ganzen Nacht liegt ein Problem.”

Ich weiß nicht, ob Harry da Recht hat, wenn er für “die Männer” spricht, aber dieser Satz ist mir wieder eingefallen, nachdem ich meine And Just Like That Kolumne fertiggeschrieben hatte. Denn in dieser Kolumne hab ich unabsichtlich sowas ähnliches geschrieben als es darum ging, wann Paare miteinander über Masturbation reden. Nicht unbedingt beim dritten oder vierten Date, so schrieb ich, aber auch nicht nach 20 Jahren – so wie Carrie und Big das in einer wirklich peinlichen Szene der ersten Folge von AJLT tun. Also irgendwo zwischen dem vierten Date und 20 Jahren liegt das Problem.

Ok, weiß nicht, ob verständlich ist was ich sagen will, egal, dann verweise ich halt mal auf eine And Just Like That Rezension die ich gut fand. Sie stammt von Pia Reiser auf FM4, die meinen Befund der die Serie über weiten Strecken teilt, besonders als sie schreibt, die Serie verströme eine„Uff, die Welt ist 2021 ganz schön anstrengend”-Haltung. Stimmigerweise hat sie ihre Betrachtung Woke statt Vogue übertitelt und auf diese Formulierung bin ich ein bisschen neidisch. In der internet Movie Database hat AJLT bisher eine Bewertung von 5,9. Autsch.

LD Wochenende

Als Vorbereitung für And just like that – der Nachfolgeserie von Sex and the City, die am Donnerstag ihre Premiere auf Sky feiern wird – schau ich gerade wieder mal wieder (random, wie das Kind es nennen würde) alte SatC Folgen und die Serie war schon ziemlich genial.

Erstaunlich finde ich, dass ich mit Samantha früher nicht viel anfangen konnte – das war mir immer alles zu schrill, und die Szenen, in denen sie Sex hat sind immer ganz bewusst stark überzeichnet, fast Karikaturen, aber was sie zu sagen hat, da ist schon vieles ziemlich klug und vor allem selbstbestimmt. Da, wo Carrie und Co unentwegt Mr. Right hinterherhecheln, hat Samantha schon lange ihr Leben & Glück selbst in die Hand genommen, und das können wir alle von ihr lernen. Sie hat einen extrem trockenen Humor, als Carrie erzählt, sie hatte gerade einen so intensiven Orgasmus mit einem Mann gehabt, in den sie nicht verliebt wäre und das – also das Verliebtsein – wäre normalerweise die Voraussetzung dafür, entgegnet Samantha: “Oh damit würde ich aber mal zum Arzt gehen.” Und wer entfernt Carrie ihr Diaphragma als das feststeckt? – Richtig. Leider ist Samantha in der neuen Serie nicht mehr dabei, da fehlt dann doch ein wesentliches Viertel würde ich sagen, aber mal abwarten.

Na ja, dann war ich noch einkaufen und eine große Runde im Donaufeld drehen, hab mit dem Kind gelernt, in einer Zeitschrift geblättert, war baden und nach einem Steak Abendessen bin ich in den 3. Bezirk gefahren, wo zwar kaum Leute unterwegs waren, die Post am Rochus aber dennoch sehr schön beleuchtet.

Es war eine kalte Nacht, wo man sich schön aneinander wärmen kann und stundenlang reden – das kann man auch den ganzen Sonntag tun und dann ist so ein Wochenende auch schon wieder vorbei.

Königsdramen

Gestern hat mir meine Mama mitgeteiilt, sie schaut jetzt The Social Network, da habe ich mal wieder mitgezogen und – statt Arbeiten – auch geschaut.

Irgendwie gelingt mit der Zugang zur Fincher Story über Mark Zuckerberg und Facebook immer noch nicht so wirklich, auch wenn ich Jesse Eisenberg ganz großartig in der Rolle finde und auch Andrew Garfield als den Mitgründer, ja sogar Justin Timberlake ist toll besetzt. Aber irgendwas fehlt mir an dem Film, Worte sind es eher nicht, ich glaub das Drehbuch ist doppelt so dick wie Drehbücher für so eine Filmlänge normalerweise sind. Aber irgendwie ist alles so steril und keimfrei. Ich kann mich auch noch sehr gut erinnern, dass der Falter beim Erscheinen schrieb, dass sich The Social Network “etwas über Gebühr als Königsdrama aufbläht”, das fand ich toll formuliert und zutreffend. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Zuckerberg in dem Film zu den Gerichstterminen immer mit Badeschlapfen erschien.

Während des Filmschauens wurde bekannt, dass nach Kurz auch Gernot Blümel der Politik den Rücken kehrt, aber das war noch nicht der letzte Rücktritt, auch der Bildungsminister tritt zurück, das ist die vorläufige (!) Bilanz und ja, jetzt weiß ich auch nicht. Ist das vielleicht ein Königsdrama?

Spotify Charts

Alles beim alten, was meine Spotify Jahrescharts betrifft. Nummer 1 ist das:

Hab ich es doch richtig vorhergesagt. In den Top 20 praktisch auch nur ESC-Songs. Und den ESC Merci Cherie Podcast hab ich 64.000 Minuten angehört. Was vermutlich daran liegt, dass ich dabei immer einschlafe…

Verstörende Videos, vier

Das nächste Video dieser Rubrik ist ein ESC-Beitrag (ja, endlich mal wieder ESC Content) und stammt von der belgischen Band Hooverphonic. Der Song heißt The Wrong Place – und sowohl der Text als auch das dazugehörige Video sind mit Fug und Recht als verstörend zu bezeichnen.

Um was gehts? Die Protagonistin hatte einen One Night Stand, den sie am nächsten Morgen bitter bereut. Denn der Typ ist so furchtbar, sie kann ihn in Wirklichkeit überhaupt nicht leiden, sie hasst es, dass er jetzt neben ihr liegt, eigentlich hasst sie alles an ihm und trotzdem hat sie sich einwickeln lassen, nur weil: “You had the best opening line.”

Ja mei, könnte man sich denken, shit happens, dann wirf ihn halt raus, harhar. Aber nein, die Dame hat anderes vor. Sie schreitet in einer Art Braut-Kostüm, ausgestattet mit einem Kerzenhalter und ein paar Pistolen durch ihr riesiges Anwesen, bis sie endlich am Dachboden ankommt.

Und dort brennen nicht nur zahllose weitere Kerzen – ich würde Panik kriegen, dass da oben alles abfackelt – nein, dort finden wir schließlich auch den abgetrennten Kopf ihrer Affäre von letzter Nacht. Er ist definitiv in “the wrong place”, obwohl er offenbar nicht ihr Johnny Cash T-Shirt angezogen hat, was sie ihm streng verboten hat. Das nenne ich mal eine konsequente Haltung, um mit einem Fehler abzuschließen.

Hooverphonic tranken im Halbfinale – so wie es sich für End-40er und 50-jährige gehört, gepflegt Rotwein, um sich zu entspannen und kamen dann tatsächlich unerwartet ins Finale. Wo sie letztendlich 19. wurden, denn der Song ist kein Wettbewerbssong, aber doch ein Stück schöne Musik, mit Creep-Faktor.

P.S. Sehnsüchtig erwarte ich meine Spotify Jahresplayliste. Ich rechne damit, dass sie (wieder einmal) von ESC Songs angeführt wird. Zitti e buoni?

ORF drei

Es ist tatsächlich Lockdown, ich schaue wieder ORF 3. Wobei sich das gestern so zugetragen hat, dass meine Mutter mich angerufen hat, um mir mitzuteilen, dass zwei gute Theaterstücke sind, die sie am Abend – also gestern – anschauen wird.

Beim ersten Stück handelte es sich um Der Unbestechliche. Interessanterweise hab ich das Stück schon in einem anderen Lockdown gesehen. Und da habe ich festgestellt, dass Otto Schenk nicht in die Rolle des Dieners Theodor passt, denn: In diesem Hofmannsthal Stück geht es darum, dass der Baron Jaromir seine beiden (sic!) Geliebten auf sein Anwesen einlädt. Dort, wo er mit seiner Frau (sic!) Anna und seinen Kindern wohnt. Der sensible Theodor ist darüber nicht nur moralisch entrüstet, er fühlt auch sehr mit der doppelt betrogenen Anna mit. Er sieht sich außerstande, dem Baron weiterhin Diener zu sein, bleibt aber dann doch und versucht, die Dinge ins Reine zu bringen. Theodor ist eine Paraderolle von Josef Meinrad, der tatsächlich ganz hervorragend zu diesem Charakter passt. Meinrad nimmt man seine komische Verzweiflung ob der Situation und auch den moralischen Anspruch an seinen Dienstgeber total ab, während man bei Otto Schenk das Gefühl hat, dass es ihm eigentlich komplett wurscht ist, was der Baron macht und ihm nur selbst gerade etwas langweilig ist, weshalb er beginnt, sich in dieser Sache zu engagieren.

Das zweite Stück, das gestern gezeigt wurde, und das ich mir dann auch angeschaut habe, war Der falsche Jacobson. In diesem Stück geht es um Sarah Goldmann, die aus guter jüdischen Familie kommt und eben dieser Familie einen vorzeigbaren Schwiegersohn präsentieren wil. Und vorzeigbar heißt in diesem Zusammenhang: er muss auch Jude sein. Nachdem Sarah allerdings einen Goi als Freund hat, engagiert sie einen Schauspieler, der für einen Abend ihren Partner spielen muss. Weil dieser Jacobson heißt, denkt sie, er wäre jüdischer Abstammung und kommt zu spät dahinter, dass er nur einen schwedischen Vater hat. Nun muss er Schabbat mit ihnen feiern, bezieht aber sein Wissen über die jüdische Kultur großteils aus dem Musical Anatevka. Die Schauspieler gestern waren großartig, vor allem Gideon Singer, in seiner herrlich stoischen, aber total gutmütigen Art. Das war wirklich lustig, und zusätzlich hatte man noch die Möglichkeit, einige Dinge über jüdische Tradtionen zu lernen.

The Affair Finale

Ich stand der Serie The Affair ja recht ambivalent gegenüber – alle fünf Staffeln lang.

SPOILERALERT!!!

Bei Staffel drei wollte ich sogar aufhören, weil die Serie in eine Richtung abbog, die ich gar nicht mochte. Zuviel Katastrophen, Drogenkonsum, Halluzinationen. Ich hab aber dann doch weitergeschaut und die vierte Staffel war dann tatsächlich die beste. Die fünfte war auch nicht schlecht. Und am allerbesten war das Finale.

Serienfinali sind ja immer eine große Sache. Wenn sie gut sind, können sie so beeindrucken, dass sie einem noch lange im Gedächtnis bleiben. Ich habs eh schon öfter erzählt, aber ich kann Finale von Six Feet Under, also die letzten sieben, acht Minuten, auch heute noch nicht anschauen, ohne dass mir dabei die Tränen über die Wangen laufen. Das passierte mir bei The Affair jetzt nicht in diesem Ausmaß, aber es ist schon auch sehr rührend. Dazu haben sich die Serienmacher auch etwas lustiges ausgedacht – einen Flashmob für eine Hochzeit, mit einigen der ProtagonistInnen der Serie.

Noah erklärt bei der Probe: “Zeichnet eine Pizza in die Luft! Fahrt auf dem Traktor! Ja und jetzt tretet den Welpen, tretet den Welpen.” Haha, das erinnert mich so an die Zeit, als ich noch Jazzdance gemacht habe, da hatten wir auch solche Umschreibungen als quasi Handlungsanweisungen, gell Irene?

Und Noah dann weiter – und da musste ich wirklich lachen: “Eure Schwester wünscht sich einen Flashdance für die Hochzeit”. Stacey: “Flashmob.” Noah: “Flashmob“. An der Szene kann man erkennen 1) wann das Ganze ungefähr gedreht wurde 2) Wie alt Noah ungefähr ist, 3) Wie alt Stacey ungefähr ist

Die ganze Szene ist so witzig und mitreißend, ich krieg immer gute Laune, wenn ich Leuten beim Tanzen zusehe. Und dann später sieht man den fertigen Flashmob bei der Hochzeit aufgeführt, alle chic gekleidet und voller Energie. Und dazu noch einen ganz tollen Song, Half of the Moon, mit wunderschönen Lyrics. Das sind zwei wirklich, wirklich gute Szenen. Allein dafür hat sich die Serie schon gelohnt.

November, ganz generell

Viele Menschen mögen den November so als Monat gar nicht. Und derzeit ist der November auch besonders “novembrig”.

Es ist grau, es ist düster, es niesel-regnet, es ist feucht und unwirtlich. Es gibt nix besonders in diesem Monat, der (oft) goldene Oktober-Herbst ist vorbei, Weihnachten noch zu weit weg und jetzt mit Halb Lockdown und so weiter ist die Stimmung sowieso allgemein eher gedrückt.

Aber ich hab den November nach wie vor gern. Einmal am Tag mache ich eine große Runde draußen, wo ich zum entfernesten Supermarkt einkaufen gehen, übers Donaufeld, da bin ich eine gute Stunde unterwegs, meistens gleich in der Früh. Dann arbeite ich, beschäftige mich mit Schulzeugs (bin nicht direkt böse, dass diese Woche Geschichte auf dem Programm steht und nicht Mathe…), am frühen Abend lese ich oder schreibe oder schaue eine Serie. Danach arbeite ich nochmal bis relativ spät am Abend. Ich habe gerade einen so großen Arbeitsauftrag bekommen, dass ich alleine damit bis mindestens Jänner gut beschäftigt bin. Im Bett höre ich meinen Lieblingspodcast bis ich einschlafe.

Tja mehr mache ich derzeit nicht, außer am Wochenende jemand treffen und jemanden im Arm halten und im Arm gehalten werden und dann stundenlang frühstücken und Kaffeeee trinken, wie jemand sagt, Kaffeeee genauso lange gesprochen, wie man ihn trinkt und miteinander redet und Kipferl isst und Lachs und Ei und sich geborgen fühlt, in diesem grauen November.

Mir wurde schon gesagt, dass ich genügsam bin, aber das find ich gar nicht. Ich hab alles was ich brauche.

Novembersonntag

Was macht man im November und diese Zeit? Genau, man geht Gansl-Essen. Da waren wir heute zu viert, drei Männer und ich, in Weibels Wirtshaus.

Es war sehr gut. Danach sind wir durch die Innenstadt gebummelt, in Gässchen und Ecken, die ich noch niemals gesehen habe. Aber wie sagt der Salzburger da immer? Du bist ja von hier, das ist ganz normal.

Zum Abschluss waren wir dann noch zu dritt im Cafe Weimar, da hat ein wunderbarer Klavierspieler gespielt, unter anderem Songs von Eric Clapton, Queen und Guns and Roses, es war sehr stimmungsvoll. Ich war irgendwie ein bisschen durch den Wind und die Musik dazu und dann diese Gefühle zwischen es ist alles grad wunderschön, aber das Leben ist auch kompliziert, dass ich fast weinen musste und A. daraufhin: “Bei uns kannst du doch auch weinen!” Das hilft auch nicht gerade, wenn man gerade nicht weinen will. Harhar. Aber ein paar Minuten später wars schon wieder lustig. Manchmal ist es gut, wenn man das, was einen belastet, gleich sagt und es nicht mit nachhause nimmt und tagelang daran kiefelt.

Wunderschöner Sonntag!