almis personal blog

Nach Halloween

Ich kann Halloween nicht leiden.

Ich war zwar aus, aber das, um einen 55. Geburtstag zu feiern, weil es auch Menschen, gibt, die am 31. einfach nur geboren wurden. Und deshalb war meine Mama hier, damit der Teenie nicht allein schlafen muss (bzw. eher, damit er irgendwann überhaupt schläft….) und sie war so begeistert, dass ungefähr zehn verschiedende Kindergruppen bei ihr geläutet haben, und sie Süßigkeiten austeilen konnte. Leider habe ich das Kinder-Aufkommen krass unterschätzt, so dass sich die Kleinen dann um die coolen Gruselaugen streiten mussten, weil nicht sooviele da waren. Der Teenie ging auch herum und hatte auch eine ziemlich große Ausbeue zu verzeichnen, darunter auch zehn Euro, weil manche Leute kein Süßzeug daheim hatten und dafür die Geldbörse zückten. Sowas gibts übrigens auch mal in einer Friends-Folge. Das Geld hätte er mit seinem Freund teilen sollen, aber er hat dem Freund dann alles überlassen und ich trotzdem gefreut.

Ich kann Halloween nicht leiden.

Ich habe den Abend also bei einem Geburtstagsessen im kleinen Kreis verbracht, für das ich Saftfleisch gekocht habe, dass ich in den Öffis transportiert habe, und wo ich auf dem Weg zum Feierort schon in der U-Bahn neben lauter (Fake)Blut-verschmirten Menschen saß, und solche, die schwarze Augen hatten und Spinnennetze im Haar, und Engelsflügeln am Rücken, ich find das irgendwie wirklich beängstigend. Dann musste ich allerdings lachen, weil mir ein Pädagoge geschildert hat wie er mit seinen Schulkindern Halloween gefeiert hat, nämlich mit Langhaarperücke und Knochenkette und ihnen erzählt hat, dass er jetzt da ist, statt ihrem Betreuer, der läge im Hof im Sarg. Die Kinder fanden das sehr lustig und haben begeistert mitgespielt. Wir haben dann lange gegessen und getratscht und als wir kurz vor Mitternacht heimgefahren sind, waren immer noch blutverschmierte, schwarz gekleidete Menschen in der Straßenbahn, mit dem Unterschied, dass diese jetzt bereits nach Alkohol rochen und herumgröhlten.

Ich kann Halloween nicht leiden.

Aber ich mag es, die ganze Nacht im Arm gehalten zu werden und ich mag die Stimmung am 1. November, wie ich den ganzen November in seiner Tristesse und Unspektakulärheit mag – und damit vermutlich eine Ausnahme bin; der Monat, wo man gefühlt wirklich gar nichts versäumt, wenn man zuhause ist, der Monat, der wirklich absolut nichts zu bieten hat und mir deswegen schon wieder sympathisch ist. Und ich mag es auch, wenn andere begeistert von Halloween sind und mir davon erzählen, sich darüber freuen und feiern und Spaß haben. Solang ich mein Saftfleisch essen kann und damit nix zu tun hab harhar.

Gute Songanfänge, eins

Solche Fragen liebe ich:

Da fällt mir als erstes eine Zeile einer Band ein, die ich nicht besonders mag, aber ich habe zwei Freunde, die diese Zeile schon öfters zitiert haben, quasi als ironische Selbstvorstellung und sie lautet: “Please allow me to introduce myself. I’m a man of wealth and taste. ” Sie stammt aus dem Song Sympathy for the devil, also von den Rolling Stones und ist eine wirklich extrem gute opening Zeile.

Eine ziemlich legendäre Anfangszeile eines Songs, den ich tatsächlich sehr, sehr mag – und über den einer der beiden oben genannten Freunde aus dem Stand ungefähr drei Stunden referieren kann, ob seiner intertextuellen Referenzen – ist folgende. “A long long time ago, I can still remember how that music used to make me smile.” Der Song heißt American Pie und ist von Don McLean und behandelt den Tag, an dem die Musik starb, laut McLean, der Tag dem Buddy Holly mit dem Flugzeug abstürzte, genauer gesagt der 3. Feburar 1959.

Ebenfalls ein beeindruckender Songanfang – nicht nur deshalb, weil dieser Song der erste Song war, den ich im Kreißsaal gehört habe – lautet: “I’ve heard there was a secret chord that David played, and it pleased the lord, but you don’t really care for music, do you?” und ist im Original von Leonhard Cohen und der Song heißt natürlich Hallelujah. Tatsächlich könnte man an diesen Songlyrics auch sehr sehr lang heruminterpretieren, die biblischen Bezüge versus körperliche Anziehung, Schuld, Sühne und Vergebung, aber das ist wirklich zu komplex für einen Absatz in einem Blogtext.

Oft wurde auf die oben genannte Frage auch folgender Liedanfang erwähnt: “I read the news today, oh boy”. Der erste Zeile aus dem Beatles Song A day in the life, der tatsächlich auch mein Lieblings-Beatles-Song ist, nicht zuletzt wegen seiner extrem weirden Lyrics. Die Beatles sind ja nicht unbedingt für allzu ausgeklügelte Texte bekannt, Stichwort Ob-La-Di, Ob-La-Da, Stichtwort: Love me do, Stichwort: Here comes the sun usw. Aber A day in the life hat echt abgedrehte Lyrics, da gehts ja auch darum, dass jemand von der Stadtverwaltung alle Schlaglöcher in einer Straße zählen musste: “Four thousand holes in Blackburn, Lancashire” und als abschließende Schlussbemerkung: “Now they know how many holes it takes to fill the Albert Hall”. Harhar, genial.

Sliding into Herbstferien

Letzte Woche habe ich dreimal einen 50. Geburtstag gefeiert, also es war immer derselbe Geburtstag, aber mit verschiedenen Leuten.

Zuerst beim Brunch im Garten mit Kipferl, Ei, Saft Camembert usw, nicht zu vergessen meine schiache Bananenschnitte. Ich glaube, es war der letztmögliche Tag für ein Outdoorfrühstück. Dann im Cafe Westend inklusive anschließendem schönem Spaziergang die Mariahilerstraße hinunter, wo ich leider kein Foto vom toll mit Kunstinstallationen beleuchteten Museumsquartier gemacht habe, aber manche Momente eignen sich nicht zum Fotografieren, sondern eher zum fest umarmen; und dann noch bei einem Abendessen in einem Gründerzeithaus, dessen Besitzer auch gekocht hat (Leber mit Erdäpfel) und immer mit seinem Co-Koch in telefonischem Austausch stand und dann zwischen der Küche im Erdgeschoss und dem Essraum im 3. Stock hin und her gelaufen ist. Das war sehr sportlich und sehr nett. Und die Leber war ausgezeichnet.

Dann fingen schon die Herbstferien an und die kamen heuer gefühlt wirklich sehr schnell nach den Sommerferien, die ersten Schularbeiten und Tests sind auch schon wieder vorbei, der Teenie hat seine Mutter glücklich gemacht, mit einem Einser auf die Deutschschularbeit; na ja, eigentlich sind mir Noten ja ziemlich egal, aber das Germanistinnenherz hat sich doch ein bisschen gefreut; dann ist der Teenie weggefahren und ich bin erst mal gefühlt zwei Stunden am Sofa gesessen und habe nur vor mich hingeschaut.

Dann war ich lange spazieren und habe gearbeitet und “Die Ibiza Affäre” geschaut und dann war ich anderswo, das war himmlisch und dann war ich wieder in Flodo und heute beim Ikea Westbahnhof, den ich mir einmal anschauen wollte. Ich habe lauter Kleinzeug für mein Haus gekauft und das ist auch das beste, was man dort machen kann, dann vornehmlich findet man da handliche Dinge zum eher gleich mitnehmen wie Tagesdecken und Geschirrtücher, Badematten und Messbecher und weniger eine große Auswahl an sperrigen, großen Möbelstücken wie Sofas und Betten. Danach hab ich mir ein Risotto vom Vapiano mitgenommen, wieder gearbeitet und jetzt fahr ich dann wieder anderswo hin und so verlaufen die letzten Tage im Oktober zu meiner vollsten Zufriedenheit.

Heidi@Home: Scenes from a Marriage

Sky X hat mir dankenswerterweise für meine Kolumne ein Halbjahres-Gratisabo zukommen lassen und so konnte ich tatsächlich Scenes from a Marriage (lose nach Ingmar Bergmans gleichnamigem Werk) ansehen

Weil ich kürzlich irgendwo gelesen habe, dass die Serie mit Marriage Story verglichen wurde: Absolut zu Unrecht. Marriage Story zeigt eher den Kampf um eine friedliche Trennung, wenn die Bürokratie dazukommt – Stichwort: Scheidung, Gütertrennung, Sorgerecht. Scenes from a Marriage geht dagegen viel mehr ans Eingemachte, was die emotionale Ebene betrifft. Aber lest selbst hier.

Tanzen und backen

Am Freitag hab ich den Fernseher nach Wochen wieder aufgedreht. Ich habe was gebacken und seitdem ich voriges Jahr zu backen begonnen habe, habe ich mir angewöhnt, beim Backen nebenbei Starmania oder Dancing Stars zu schauen. Ich brauch da was belanglos-unterhaltsames.

Derzeit läuft Dancing Stars und ich war echt erschrocken, wie wenig es mich diesmal amüsiert hat. Klaus Eberhartinger ist nicht mehr dabei. Er hat ja schon das Staffelfinale letztes Mal verpasst, weil er einen positiven Covid Test hatte, der sich im nachhinein als falsch positiv herausgestellt hat, aber moderieren durfte er dann trotzdem nicht. Das war schon damals irgendwie komisch. Stattdessen sprang Norbert Oberhauser, der in der letzten Staffel mitgetanzt hatte, zu diesem Zeitpunkt aber bereits ausgeschieden war, spontan (?) ein. In der aktuellen Staffel hat er die Rolle ganz von Eberhartinger übernommen und das ist vor allem eines: furchtbar fad. Wo früher Eberhartinger herumgeblödelt und das ganze Spektakel nicht so tierisch ernst genommen hat und man als ZuschauerIn dachte, das macht er so mit links, kommt man jetzt drauf: in Wahrheit ist das eine hohe Kunst, so locker – quasi en passant – mit Achtung gegenüber den TänzerInnen, aber doch liebevoller Frechheit den Abend zu bestreiten. Das fehlt nun schmerzlich.

Ach ja, gebacken habe ich das:

Dinge, die ich backe, schauen tendenziell etwas eigenartig aus, aber geschmeckt hat es (eine Bananenschnitte) doch ziemlich gut.

Adele reloaded

Das twitterte Marco Schreuder heute. Ich habe mir daher sofort den Song angehört. Und ich muss ihm rechtgeben.

Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich mit Adele immer schon Probleme hatte. Sie hat eine wunderschöne Stimme klar, das wird niemand bestreiten, der bei klarem Verstand ist. Aber was sie singt, erreicht mich einfach nicht. Sie erzählt von unerfüllter Liebe, gescheiterten Beziehungen, Krisen, die ganze Palette, aber ich fühle nichts. Es ist, als wäre eine gläserne Wand zwischen mir und Adeles jeweiligem Gefühlsausbruch.

Über ihr neues Album sagt sie: “Als ich 30 war, fiel mein Leben auseinander, ohne Vorwarnung.” Das kann ich so gut nachvollziehen, so ging es mir mit 40. Und mit 41 habe ich sogar was dazu gebloggt. Sowas wie der ur junge Harry Styles damals gesungen hat, das hat mich total erwischt. Dem habe ich jedes Wort geglaubt. Aber Adele? Ich höre das Auseianderfallen nicht. Leider.

Api

Dank meiner Frühgeburt hätte ich gestern die 75.000 Euro Frage bei Wer wird Millionär mühelos beantworten können:

Dass ich das weiß, kommt daher, dass ich im Krankenhaus Bozen gefragt wurde, wogegen ich allergisch bin. Und ich sagte: Penicilin und Bienen. Und die italienische Krankenschwester draufhin, offenbar mit diesem Wort nicht vertraut, verständnislos-fragend: “Bienen”? Und ich, obwohl ich gebrochen Italienisch kann, hatte aber keine Ahnung, was Bienen heißt. Worauf meine Bettnachbarin, anscheinend bilingual am besten von uns dreien aufgestellt zu Hilfe kam: “Api!”

Tja und deswegen hätte ich diese Frage beantworten können, harhar.

ESC 22

Endlich hat sich Italien dazu bequemt, die Stadt zu nennen, in der sie nächstes Jahr beabsichtigen den ESC auszutragen und es ist:

In Turin war ich sogar schon mal, auf dem Weg von einer Reise durch die Schweiz nach Monaco (es war nicht der billigste Urlaub meines Lebens…) Ich hab irgendwie gar keine Erinnerungen daran, außer, dass ich bei einer Pizzeria eine Viertelstunde vor dem WC warten musste, keine Ahnung, was das bedeutet, dass mir sonst nichts dazu einfällt, es ist sicher eine schöne Stadt.

Die Semifinali werden am 10. und 12. Mai stattfinden, das Grand Finale dann am 14. Mai 2022.