almis personal blog

song contest reminszenzen, eins

der countdown zum diesjährigen songcontest hat begonnen und daher ist vielleicht etwas zeit für reminszenzen zu den vergangenen 20 jahren. etwa die zeitspanne, seit der ich den bewerb mehr oder weniger bewusst verfolge.

sicher, der songcontest ist seit langem nicht unumstritten. oder wie grissemann und stermann es einmal während einem ihrer legendären live-kommentare ausdrückten: "viele kritisieren den songcontest als sowas von unzeitgemäß und niveaulos, andere wiederum sagen, es ist einfach nur quatsch – ja, so gehen die meinungen auseinander". trotzdem übt er auf viele menschen doch eine gewisse faszination (des grauens?) aus.

mein all time song-contest favorit ist paul oscar, angetreten 1997 für island, mit dem song minn hinsti dans, was soviel heißt wie "mein letzter tanz". der song wurde an dem abend in dublin auch als finaler zu gehör gebracht. paul oscar, der, "so sympathisch er scheint, hassenswerterweise auch vom musical kommt wie soviele andere teilnehmer des abends, leider" (grissemann) unterstützt seine performance mit einer art "robotertanz", umgeben von vier damen in lack und leder, rund um ein weißes sofa. er wurde 20. von 25 teilnehmern. der song kam einfach zu früh für den bewerb, die leute waren noch nicht bereit dazu. ich habe minn hinsti dans auf dem ipod, ich weiß nicht, ob paul oscar selbst das von sich behaupten könnte.

weitere highlights bis 1997: le dernier qui a parle von sängerin amina, die für frankreich startet. sie singt 1991 in rom bloßfüßig, spielt mit ihrem schal und ihr gesang könnte leicht mit dem balzritual einer sehnsüchtigen katze verwechselt werden. extravagant. sie wird zweite. toto cutugno wickelt ein jahr zuvor seine nachbarländer mit zeilen wie "l’ europa non e lontana. c’e una canzone italiana – per voi" (ungefähr "europa ist nicht fern, das ist ein italienisches lied für euch") ein und gewinnt mit insieme mühelos. irland siegt dreimal hintereinander (1992-94). und katrina and the waves tauchen aus der versenkung auf und deklassieren 1997 die konkurrenz mit ihrem zweiten one-hit-wonder love shine a light.

to be continued…

ein lied für helsinki

in genau drei wochen findet wieder einmal der songcontest statt, diesmal in helsinki. jedes jahr am ende dieses tv events – es ist ein meist frühsommerlich-milder samstag im mai – fühlt sich der gemeine österreichische zuschauer wie an einem morgen nach einer durchzechten nacht voller alkoholmissbrauch. enorm verkatert.

"wir" haben den songcontest einmal gewonnen. das ist jetzt gar nicht mal so lange her. es war 1966 um genau zu sein. udo jürgens sang damals merci cherie. seitdem herrscht…ok, beinahe vollkommene ebbe. das ist auch irgendwie nachvollziehbar. zum einen entsenden wir in der regel weder besonders einzigartiges und unverwechselbares liedgut zum grand prix de la eurovision, zum anderen haben wir keine lobby. griechenland ist mit der punktevergabe an zypern vollauf ausgelastet und vice versa. die skandinavier bleiben lieber unter sich. ebenso die balkan – und die baltischen staaten. was ist mit unseren homies? das verhältnis zu deutschland ist traditionell etwas gespannt. der schweiz sind wir auch eher wurscht. wieso lassen wir es also nicht einfach sein? wahrscheinlich, weil wir als musikland gelten und da drückt man sich wohl nicht. da geht man lieber erhobenen hauptes unter. jahr für jahr. na ja, von mir aus.

diesmal hat uns der orf wenigstens eine hochnotpeinliche voting show erspart und selbst einen teilnehmer bestimmt. und damit keinen schlechten griff getan. eric papilaya wurde bei der castingshow starmania zu unrecht nur fünfter. er kann nämlich nicht nur singen, er ist auch ein guter performer. er hat etwa lordis hard rock halleluja, immerhin das letztjährige sc siegerlied, gekonnt interpretiert und mit einer sehr speziellen coverversion von karel gotts biene maja überrascht.

nun wird er uns also mit dem diesjährigen lifeball-song get a life – get alive am 10. mai im halbfinale des sc in helsinki vertreten. ich wage keine prognose darüber abzugeben, ob er es damit ins finale schafft. aber es ist keineswegs ein song, für den man sich genieren muss oder der einen stempel mit der aufschrift "urig österreichisch" trägt. also ist erstmal kollektives aufatmen angesagt.