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Song Sung Blue

Song Sung Blue (Regie: Craig Brewer) beruht auf der wahren Geschichte der Neil Diamond Tribute Band Thunder and Lightning, bestehend aus Mike “Lightning” (Hugh Jackman) und Claire “Thunder” (Kate Hudson) Sardina aus Milwaukee, die sich regional vor allem in den 1990-er Jahren einen Namen gemacht haben und deren Geschichte auch schon in einer Dokumentation beleuchtet wurde.

In diesem Film wird ihr Kennenlernen und das Formieren der gemeinsamen Band ebenso portraitiert wie die zahlreichen Ups und vor allem Downs die folgen sollen…

ACHTUNG WIE IMMER SPOILER

Und Downs ist noch untertrieben, also da war ja Hiob nix dagegen bitte. Ich kann über den Film nichts schreiben, was nicht The Hollywood Reporter schon besser geschrieben hat, und zwar in einem einzigen Satz, nämlich: “Hugh Jackman and Kate Hudson bring Sparkling Chemistry and Impressive Musicality to Disarming Boomer Love Story.” Ja, vor allem disarming, aber sowas von.

Claire und Mike sind Arbeiter. Er ist eigentlich Mechaniker, sie Friseurin, die einen Traum haben: Musiker zu sein und auf der Bühne zu stehen. Sie haben jeweils eine Scheidung hinter sich, eine Suchtvergangenheit nach Vietnam (er), psychische Probleme (sie), beide haben jugendliche Kinder, leicht schmuddelige Häuser, keine fancy Klamotten oder Lifestyle, sowie auch keine Krankenversicherung, dafür etliche finanzielle Sorgen. Aber inmitten von Elvis- und Buddy Holly Imitatoren finden sie sich bei einem bunten Abend und wie sich herausstellt sind beide füreinander genau das, was sie gerade gebraucht haben.

So schwierig das alles ist und so viele Steine ihnen vom Schicksal in den Weg gelegt werden, hier sind zwei Menschen, die sich immer wieder aufrappeln und weiter kämpfen. Ein erster Erfolg stellt sich ein, als sie von Eddie Vedder persönlich als Vorband für Pearl Jam gebucht werden und er, auf Mikes Bitte hin, sogar einen Song mit ihnen performt. Es gibt auch viele witzige Momente. Etwa als Mike die Show mit einem besonders künstlerischen Anspruch gestalten will – also nicht den Diamond Smash Hit Sweet Caroline am Anfang bringen, um irgendwie mit dem Publikum zu connecten. Sondern das unbekannte und eher sperrige Soolaimon – alleine was der Veranstalter und Mikes Manager zu diesem Titel für Assoziationen haben ist göttlich harhar. Aber am Ende des Filmes wippt man auch bei Soolaimon mit. Und natürlich wird auch Sweet Caroline im Endeffekt ausgiebig performt.

Ja hier wird das Kino nicht neu erfunden. Und ja, hier haben wir eine Menge kaum durch Ambivalenz getrübten Pathos. Das Drehbuch hat Schwächen, ich weiß das, ich sehe sie, sie stören mich hier aber nicht. Tatsächlich ist das ein Film, der einfach ehrlich ist und nix anderes sein will als er ist, vor allem nicht “cool”. Das fand ich sehr sympathisch. Ein Film, in den man sich richtig reinkuscheln möchte, der immer positiv bleibt, auch wenn hier sehr arge Dinge passieren. Beim ersten “Ereignis” habe ich mich im Kino so erschrocken, ich will es gar nicht spoilern, es ist ein enormer Effekt wenn man es einfach so sieht. Und es bleibt nicht dabei. Immer wieder fragt man sich auch, wird der trockene Alkoholiker Mike – seine Vorstellung bei den AA wird am Anfang des Films so inszeniert als stünde er auf einer Bühne (und von diesen guten Ideen gibt es auch einige in diesem Film) – rückfällig? Oder passieren ganz andere Dinge?

Jedenfalls, wie kürzlich gesagt: Ich liebe die Botschaften des Films und diese Attitüde des Weitermachens mit dem, das einem – trotz allen Verlusten – bleibt. Oft ist Heilung tatsächlich in der Kunst zu finden, wie uns auch Sentimental Value erzählt hat. Song Sung Blue (übrigens der Titel eines Neil Diamond Songs) sagt alles. Und nebenbei bemerkt singen Hugh Jackman (bei dem wusste ich das schon, er hat mal die Oscars mit einer musikalischen Performance eröffnet) und Kate Hudson tatsächlich einfach großartig und haben sichtbar auch enormen Spaß daran. Man muss kein Neil Diamond Fan sein – obwohl ich liebe Cracklin’ Rosie, ist mir wieder eingefallen – um das zu mögen.

Ein überraschend toller Film für Alexander Horwath (harhar) und mich!

Filmausblick 26

Der am meisten erwartete Film 2026, für dessen Premiere schon vor Monaten Karten verkauft wurden und dessen Trailer bereits veröffentlich wurde, ist mit Sicherheit The Odyssee von Christopher Nolan. Ich mag die Filme von Nolan sehr. Die Odyssee an sich interessiert mich eher so mittel. Nach dem Trailer denke ich mir: Naja. Aber exakt so ging es mir mit Oppenheimer auch. Physiker, die sich drei Stunden unterhalten, dazwischen ein paar Atombombentests. Puh, ich bin Geisteswissenschaftlerin harhar. Aber letztendlich wurde Oppenheimer mein Lieblingsfilm 2023. Weil Nolan eben immer was anderes draus macht, als man im vorhinein glaubt und es ist immer gleichzeitig spannend und aber auch anspruchsvoll.

Pia Reiser und Christian Fuchs sind auch bissi skeptisch, finden aber die Besetzung super. Da muss ich ehrlich sagen, das trifft bei mir leider auch nicht zu, harhar. Ich werde mit Robert Pattison und Anne Hathaway einfach nicht warm. Auf X hat jemand geschrieben: “They would not be speaking English if it were Mel Gibson.” Das ist richtig, in The Passion of the Christ wurde bekanntlich Latein und Aramäisch, toten Sprachen also, mit lebenden Akzenten gesprochen harhar.

Einen neuen Film gibt es auch von Steven Spielberg, den letzten mochte ich leider gar nicht. In Disclosure Day geht es um Außerirdische, auch hm. Aber hier spielt Josh O’Connor mit, yeah! Alejandro G. Iñárritu kehrt ebenfalls zurück, nach dem echt schrecklich prätentiösen Bardo, wo ich über die ersten 20 Minuten nie hinausgekommen bin. Die Hauptrolle in Digger spielt Tom Cruise. Relativ bald sehen wir den euphorisch besprochenen Marty Supreme mit Timothee Chalamet, und es geht um einen Tischtennisspieler. Auch so eine Prämisse, wo ich mir denke, okaaay. Aber neugierig bin ich sehr.

Außerdem gibt es einen quasi Nachfolger zu The Social Network. Wo man sich schon dachte, dieser Film würde uns etwas Unverfilmbares erzählen, gilt aber bis heute als “groundbreaking”. Der Falter schriebt damals, die Geschichte um Mark Zuckerberg und seine Weggefährten “bläht sich ein bissl über Gebühr als Königsdrama auf” (ich liebe solche Formulierungen), würde aber ansonsten überzeugen. Das Problem bei The Social Reckoning ist vielleicht, dass nicht mehr David Fincher Regie führt, sondern der Drehbuchautor Aaron Sorkin selbst. Ein zweiter Spinoff, wenn man so will ist The Adventures of Cliff Booth, und hier führt interessanterweise dann eben Fincher Regie, statt Quentin Tarantino. Wir erinnern uns, Cliff Booth (Brad Pitt) kennen wir aus dem Tarantino Film Once upon a time in Hollywood. Und auch hier bin ich etwas misstrauisch – boah ich bin heute anstrengend harhar – weil Nebencharaktere oft nicht optimal als Protagonisten funktionieren.

Ich persönlich freue mich sehr auf Father, Mother, Sister, Brother von Jim Jarmusch – es wird btw. auch eine Retrospektive im Metrokino zu Jarmusch geben. Auf Wuthering Heights von Emerald Fenell, vor allem, weil ich ihren Vorgängerfilm Saltburn so toll fand. Und auch auf Is This Thing On? von Bradley Cooper über einen Standup Comedian, sowie Blue Moon von Richard Liniklater.

Aber natürlich wird es noch viele andere Perlen zu entdecken geben, von denen wir jetzt noch gar nichts ahnen, aufregend.

Uncut hat gewählt

Die Uncut-Redaktion hat gewählt, hier sind unsere besten Filme des Jahres 2025 zum Nachlesen.

Meine persönlichen Top 10:

Wie ich schon bei unserem Uncut-Treffen bemerkt habe, sind viele Redaktionsmitglieder große Horrorfans, deshalb liegt Sinners in der Gesamtwertung bei uns ganz vorne, bei mir immerhin auch noch auf Platz 4. Auf meiner Liste findet sich heuer kein österreichischer Film, leider, obwohl ich einige gesehen habe. Dafür zwei norwegische, zwei deutsche und ein spanischer Film.

Ich habe mich letztendlich für Sentimental Value entschieden, als der Film meiner Top 5 – die alle großartig und echt in meiner Gunst sehr nahe beisammen sind – weil er mir am meisten dieses Gefühl vermittelt, wonach ich mich bei einem Film (und btw. auch im Leben) sehne: Die Abbildung des Nebeinenanders von Tragik und Lebensfreude, von Schmerz und von den Momenten des Glücks.

Am Ende bleibt ein Gefühl einer Hoffnung, auch wenn sie noch so klein und diffus ist, diese Gewissheit, eine schwierige Situation meistern zu können, immer wieder einen Grund haben, morgens aufzustehen und sein Leben zu leben. Das zu Bittere und Resignative versuche ich in meinem Leben zu vermeiden und so auch im Kino.

Sinners

Jetzt komme ich zu einem Film zurück, den ich kurz vor Weihnachten nachgeholt habe, weil er in sehr viele “Best of” Listen des Jahres vorgekommen ist und zwar Sinners – im deutschsprachigen Raum absurderweise als “Blood and Sinners” erschienen.

Erzählt wird die Geschichte von Zwillingsbrüdern im Jahr 1932, genannt Smoke und Stack (beide dargestellt von Michael B. Jordan), die bisher in Chicago eher fragwürdigen Tätigkeiten (Raub, Zuhälterei etcetera) nachgingen. Sie beschließen, zurück nach Mississippi zu gehen und dort neu anzufangen. Sie wollen einen “Juke” eröffnen – eine Lokalität für Afroamerikaner mit Gastronomie, Musik und Glückspiel. Bei der Rückkehr treffen sie nicht nur auf ihre Vergangenheit in Gestalt von wichtigen Menschen ihres Lebens, sie müssen sich auch mit dem immer noch herrschenden Rassimus auseinandersetzen…

ACHTUNG SPOILER

Nicht von diesem klassischen “Genre”-Plakat täuschen lassen, Sinners geht weit darüber hinaus

Ok, wie ich schon gesagt habe: Aus tiefsten innerem Antrieb wollte ich diesen Film nicht sehen, denn es handelt sich, und das würde man mit der Prämisse kaum glauben, irgendwie auch um eine Vampir-Horrorstory. Beide Elemente zählen nicht gerade zu meinen Lieblingsfilmgenres. Aber wie Coogler das hier umsetzt ist ungeheuer bemerkenswert. Denn dieser Film hat so viele Themen und Schichten, dass das Gore-Element nur eines davon ist, oder wie man das heutzutage nennt: Elevated Horror (so etwas wie Arthouse-Horror)

Angelpunkt der Handlung ist der Cousin der Zwillinge Sammie (Miles Caton) der sprichwörtliche “son of a preacher man”, der von der berüchtigten Vergangenheit der beiden förmlich angezogen wird, und als Musiker sein Geld verdienen möchte. Und obwohl Stake und Smoke ihn aufgrund seiner außergewöhnlichen Musikalität bei der Eröffnung ihrer “Juke” spielen lassen, schärft ihm speziell Smoke ein, dass ein Leben in der Unterwelt nichts anstrebenswertes ist. Sie beide, so räumt er ein, wären diesen Weg aus Ausweglosigkeit gegangen, traumatisiert von einem gewalttätigen Vater. Obwohl Stack draufgängerischer ist, bereuen beide, wie sich ihr Leben entwickelt hat.

Zum anderen ist dieser Film tatsächlich stellenweise so etwas wie ein Musical – der Höhepunkt findet bei der Eröffnung der Juke statt: Hier sehen wir eine orgiastische Sequenz, in der der Blues der 1930er sowohl auf die Vergangenheit – dargestellt durch afrikanische Stammestänzer – wie auch auf die Zukunft – einen Glamrocker mit E-Gitarre – trifft und so quasi die “Black Music Culture” gefeiert wird. Das ist künstlerisch so interessant und kreativ in Szene gesetzt, dass man einfach nur mit offenem Mund da sitzt und staunt. Es ist ein Kunstwerk.

Und drittens gibt es ja noch die Vampirgeschichte auch harhar. Drei weiße Menschen, die zunächst harmlos wirken und auch musizieren, sowie eine Riverdance-artige Einlage liefern, klopfen an und wollen zum Juke eingelassen werden. Doch das Baugefühl von Smoke sagt ganz zurecht, hier lauert Gefahr. EXTRASPOILER: Es sind tatsächlich Vampire, die ein Massaker unter den Schwarzen verüben wollen. Hier wird einiges an “Vampirwissen” vorausgesetzt (das ich nicht habe, ich habe Google): Vampire betreten Gebäude offensichtlich erst, nachdem sie von irgendjemand explizit hineingebeten wurden. Die Vampire auf diese Weise möglichst lange draußen zu halten, ist so extrem spannend ins Szene gesetzt, ich habe mich echt so gefürchtet, harhar.

Insgesamt ist Sinners ein Film voller sofort ikonischer Szenen, Bildern, Kostümen, Momenten und in erster Linie von Musik. Auch wenn man, wie ich, mit Horror und Vampiren praktisch nichts anfangen kann, ist dieser Film eine kleine Offenbarung und das hätte ich wirklich niemals gedacht. Top-Unterhaltungskino, das aber gleichzeitig schwere Themen auf differenzierte Art behandelt. Hut ab.

Vorm Fest

Letzter Tag vorm heiligen Abend und ich hatte nicht mal so einen Stress. Ich war einkaufen und habe ein bisschen aufgeräumt, noch ein paar Geschenke eingepackt. Danach habe ich gearbeitet – zu tun hätte ich weiterhin genug, aber ein bisschen Weihnachtspause muss jetzt dann auch sein.

Im Jänner beginnt ein neues Projekt an der WU Wien, das freut mich sehr, und ich werde vermutlich auch ein Vorstellungsgespräch anderswo haben, aber mal sehen. Jedenfalls ist Arbeit bis einmal April in Sicht, als Selbstständige ist man ja immer froh, wenn man ein paar Monate “ausgebucht” ist.

Außerdem habe ich 4, 3, 2, 1 von Paul Auster begonnen. Es ist toll. Es ist verwirrend. Ich glaube, das Buch war einfacher zu schreiben als zu lesen, harhar. Dazu werde ich anderes Mal noch mehr sagen.

Und weil ich allein war, das Kind ist heute andersfamilär feiern, habe ich mir das Gratisabo von Wow auf Prime “gegönnt” (unbezahlte Werbung). Sofern ich es rechtzeitig kündige ist es tatsächlich kostenlos und mir Sinners angesehen. Einer der, laut allgemeinem Konsens’, Filme des Jahres, um die ich aber aus Gründen (nämlich Angst harhar) einen Bogen gemacht habe. Nachdem ich ihn jetzt gesehen habe, muss ich sagen: mit Recht, harhar. Aber sonst: Elevated Horror at its best.

Und Frage: Wie viele Schokoschirmchen möchtest du? Antwort: Ja.

The Secret Agent

The Secret Agent, im Original O Agente Secreto ist ein Film des Regisseurs Kleber Mendonça Filho, den ich, muss ich zugeben, bisher nicht kannte.

Der Thriller spielt im Brasilien des Jahres 1977, als dort eine Militärdikatur herrschte, gesprochen wird demzufolge Portugiesisch und der Film handelt von Marcelo (Wagner Moura), der – nun ja, wie formuliere ich das ohne zu spoilern – gewisse Dinge erlebt. Dinge, die Jahre später von zwei Transkribientinnen (yeah, I am feeling seen!) an einer Uni aufgearbeitet werden, Ort der Handlung ist Recife, der Heimatstadt des Regisseurs.

Und ab hier gibt es Spoiler, weil man sonst nichts schreiben kann

Ich finde, das ist ein ganz gutes Beispiel für ein ikonisches Filmplakat, du spürst alles, was der Film vermitteln will

Einer der besten Filme des Jahres, wie das Filmplakat sagt? Nun ja, auf jedenfall einer der wagemutigsten, die ich da kurz vor Jahresende noch gesehen habe. Und ich sage es gleich, ich liebe an diesem Film neben dem super Hauptdarsteller, den ich bisher nur aus Civil War kannte (wo er sich recht unauffällig verhalten hat) und dem wirklich tollen Vibe der 1970er (Musik, Bilder, Mode) Jahre, vor allem die formalen Finessen die uns dieser Film zu bieten hat. Er ist eventuell eine Spur zu lang aber sein Regisseur tut absolut nichts, was wir von ihm erwarten und das finde ich tendenziell immer super, vor allem, wenn es dabei nicht prätentiös ist.

Zunächst einmal geht es gar nicht um einen Geheimagenten. Es geht aber um Korruption und um die, die die Regeln machen können, weil sie in den dementsprechend Positionen sitzen, und diese Regeln haben überhaupt nichts mit Gerechtigkeit und Menschlichkeit zu tun. Es geht um Bespitzelung und Auftragsmord. Es geht überhaupt viel um den Tod, der hier oft so nebenbei passiert, das alles andere wichtiger scheint – vor allem der Karneval, der wiederum auch wieder über 90 Todesopfer fordert. Es geht darum eine Geschichte von ihren Rändern her zu erzählen, was ein langsames Erkennen bei den Zusehern auslöst. Der dramaturgische Höhepunkt findet quasi abseits der Kamera statt, wir erfahren von ihm über einen Umweg. Und es geht teilweise absurd bis grotesk zu, dementsprechende Elemente (ich sage nur abgetrenntes Bein, ich sage nur VW Käfer, ich sage nur zweiköpfige Katze) fügen sich erstaunlich gut in die Haupthandlung ein.

Und so fühlt man an einem kalten Dezembertag die schwüle brasilianische Hitze, die einem durch Männer mit permanent bis zum Bauchnabel offenen Hemden und Frauen ohne BH vermittelt wird, und man denkt sich, wie schön nicht alles sein könnte, wären manche Menschen nicht solche Monster, aber dann gibt es noch die anderen, die selbstlos füreinander da sind.

Und so denken wir vielleicht über die Welt als Ganzes nach und kommen wahrscheinlich zu keinem Schluss, fühlen uns aber trotzdem bereichert.

Mein Movie-Tracker

Nachdem ich mir schon neue Winterschuhe gekauft habe, hab ich mir gedacht, ich schenke mir auch selbst was zu Weihnachten.

Das Geschenk kam aber eine Woche zu früh, genau an meinem Namenstag, weshalb ich es zum Namenstagsgeschenk umgewidmet habe, damit ich es direkt auspacken kann. Meinen Namenstag, den es im Prinzip eh nicht wirklich gibt, kennt aber praktisch niemand, außer die Shopapotheke, die mir komischerweise immer gratulieren.

Hier mein Geschenk an mich selbst

Ich habe das auf Etsy entdeckt und finde es total süß. Zu Weihnachten werde ich es in den Garten mitnehmen und dort auf meine Kommode im ersten Stock stellen.

Das Kind so: Und schaffst du noch die 100 heuer? Ehrlicherweise: Wahrscheinlich eher 95.

Und by the way, eine Weltüberleitung: In den nächsten Tagen wird die Uncut-Redaktion ihre Topfilme des Jahres 2025 enthüllen, man darf gespannt sein. Ich weiß selbst noch nicht, was die anderen so wählen werden. Bei mir ist die Frage: Wie viele Filme aus Norwegen werden auf dieser Liste sein? Also ich weiß es eh schon, harhar. Stay tuned!

Meine Norwegen-Schuhe

Heuer habe ich fünf norwegische Filme gesehen und sechs norwegische Bücher gelesen. Ich habe dabei viel über das Land gelernt, zu dem ich bisher wenig Bezug hatte.

In dem norwegischen Film, der mir davon am wenigsten gefallen hat, nämlich Lovable, habe ich aber permanent die coolen Winterschuhe der Hauptdarstellerin bewundert – auch das kann ein Aspekt eines gelungenen Abends sein harhar. Und wer ist kompetenter als Menschen aus Skandinavien, wenn es um Winterkleidung geht?

Nachdem ich eh auch keine Winterschuhe mehr hatte, habe ich mir vorige Woche meine “norwegischen” bestellt, allerdings in braun, statt in schwarz:

Taking dumb pictures of my feet (c) Lost in Translation

Schaue jetzt noch “wolliger” aus, aber das Outfit macht mir irgendwie gute Laune.

Jay Kelly

Jay Kelly ist der neue Film des Regisseurs Noah Baumbach (The Squid and the Whale, Frances Ha, Mistress America, Marriage Story – habe ich alle gesehen, mochte ich auch alle), der hierzulande leider keinen Kinostart bekommen hat und nur auf Netflix zu sehen ist.

Jay Kelly (George Clooney) ist ein berühmter Hollywood-Star, immer umgeben von seiner Entourage, an der Spitze sein warmherziger Manager Ron (Adam Sandler) und seine zunehmend genervte PR-Frau Liz (Laura Dern), hat scheinbar alles, was man sich erträumen kann. Beruflich höchst erfolgreich und beliebt, sind die Beziehungen zu seinen beiden Töchtern und seinem Vater allerdings komplizierter. Auf einer Europareise beginnt er, seine Lebensentscheidungen zu hinterfragen…

WIRKLICHE SPOILER GIBT ES KAUM, WEIL EH NIX PASSIERT

Das ist einer dieser Filme, bei denen die Besprechung im fm4 Filmpodcast interessanter war als das Werk an sich, sorry Mr. Baumbach. Pia Reiser meinte, für sie fangen die Probleme schon beim Namen an. “Wenn man sich einen Namen ausdenken kann, von allen Namen in der Welt, warum dann Jay Kelly?” harhar, das stimmt irgendwie.

Ich persönlich habe mich gefragt, wohin Baumbach mit diesem Film eigentlich will. Für eine Komödie ist er weder witzig noch zynisch genugt, für eine Charakterstudie ist er zu oberflächlich, vor allem aber ist er vollkommen unfokussiert. Baumbach will nicht nur das komplizierte Verhältnis zu gleich zwei Töchtern beleuchten, nein, auch Jays Vater muss ins Spiel kommen, gleichzeitig beginnnt aber auch eine generelle Sinnsuche und Identitätskrise. Es ist einfach zu viel (und gleichzeitig zu wenig)

Auch stilistisch ist das nicht meine Baustelle. Baumbach entscheidet sich für Rückblicke auf das Leben des jungen Jay, die so eine plumpe weichzeichnerische Ästhetik haben, dass ich mich irgendwie manipuliert gefühlt habe. Ähnliches gilt für den Moment, als Jay auf einer großen Leinwand Filmausschnitte seiner alten Filme ansieht – es sind übrigens lauter Clooney Werke (ohne Emergency Room) Clooney ist also quasi von Clooney ergriffen, das ist mir irgendwie zu nahe an der Realität, harhar. Auf X schrieb jemand, Baumbach sei zu jung für so eine weinerliche Lebensrückschau und Clooney ist das im Grunde ebenfalls. Obwohl, wie es im Film heißt: “Du bist nicht mehr 25. Du bist auch nicht mehr 55”. Okay, das war lustig. Pia Reiser und Christian Fuchs haben auch die klischeebeladene Szene in einem italienischen Zug sehr schrecklich gefunden. Reiser: “Ich hab mir überlegt, ob ich vielleicht irgendeine Fellini Referenz da nicht verstanden habe.” harhar

Dazu kommt, dass George Clooney das tut, was er immer macht, es ist nicht sehr überraschend. Anders liegt der Fall bei Adam Sandler, der hier in einem der Filme zu sehen ist, die zeigen, dass er um einiges vielschichtiger ist als wofür er meistens besetzt wird. Tatsächlich hätte mich die Beziehung zwischen Jay und ihm, dem Manager, wohl auch deshalb am meisten interessiert. Vielleicht wäre ein Film, der die Perspektive von Ron eingenommen hätte, auch ein spannenderer gewesen, weil die Figur von Ron einfach die komplexere und besser gespielte ist.

Jemand auf letterboxd schrieb über Jay Kelly: “The Netflixication of Sentimental Value.” Das ist wahr, gleiches Thema, komplett anderer Outcome, oder:

Jay Kelly hat mich dagegen nicht überzeugt. Leider.

Ins Wochenende

Die Woche war irgendwie anstrengend, viel zu grübeln, zu organisieren und auch viel zu viel gefühlt, was macht man da? Richtig, zuerst mal Bücher schauen gehen…

Literatur über Literatur, klingt sehr interessant

… da ging es mir schon etwas besser. Und dann Mittagessen mit L. im Vapiano. (Unbezahlte Werbung)

Da konnten wir uns gegenseitig unseren Mental Overload, (c) L. – genial! – klagen und dabei schmausen. Manche Probleme können mit Pasta und Süßem doch etwas gelindert werden.

Einmal Tagespasta Avocado, einmal Spagetthi Carbonara, gebt mir so viel Fett und Speck wie möglich….
…und Schokolade und Zucker, auch harhar.

Ich habe mich danach wirklich gut gefühlt, hoffe, das beruht auf Gegenseitigkeit. Und nächstes Jahr wird alles einfacher, das haben wir jetzt mal beschlossen. harhar.

Am Abend dann ein anderer Stimmungsaufheller, Film schauen. Diesmal Hedda auf prime, nach Henrik Ibsen. Aber Hedda Gabler ist hier eine woman of colour und ihr Ex ist eine Frau. Kurz zusammengefasst: Hätte ein Mann diesen Film gedreht, würde das Fazit lauten was für eine misogyne Frechheit, aber nachdem die Regie von einer Frau ist, ist es progressiv und mutig, harhar. Auch das hat mich komischerweise aufgemuntert, auch wenn ich den Film nicht empfehlen kann, harhar.

Jetzt Podcast hören, einschlafen und jemand im Traum suchen, wie jede Nacht.