almis personal blog

Vier kleine Dinge

Nadines neuer Blogeintrag Vier kleine Dinge haben mich gleich inspiriert, auch darüber nachzudenken. Über Dinge nämlich, die einem im Alltag Freude machen.

Hier meine vier:

Zuerst ist mir das Essen mit meinem Kind eingefallen. Gerade jetzt, wo er erwachsen ist und wir gerade nicht so viel Zeit miteinander verbringen, ist dieser Punkt sehr wichtig geworden. Weil wir essen beide sehr gerne, derzeit oft Piccata Milanese, sein Lieblingessen von mir. Wir kochen dann zusammen oder, wenn er in der Schule ist, versuche ich es so zu timen, dass das Essen genau dann fertig ist, wenn er zur Türe hereinkommt. Und dann quatschen wir über seinen Tag und meinen und er bringt ein Thema auf, wo er weiß, dass es mich aufregt (harhar) oder fragt mich tatsächlich auch um meinen Ratschlag oder meine Ideen zu etwas O Ton: Das Einzige, wo ich nie auf dich hören werde ist, welche Jacke ich anziehen soll.

Sehr gerne komme ich meist Freitagabend in mein Haus, derzeit ist es oft schon dunkel bzw. die Solarleuchten im Garten haben sich eingeschaltet. Ich esse zu Abend, meine Mutter ist manchmal da, dann reden wir, sie lebt unten. Dann gehe ich hinauf in meinen Stock, den ich nach und nach so eingerichtet habe, wie ich wollte, mit Bücherregalen und Sofa, Fotolichterkette, Filmplakaten und vielen Pölstern und Decken und anderem Zeugs, auch so kleines Krimskrams, über das Chandler in Friends einmal sagte, dass das Frauen so lieben, “The tiny little box, that’s too small to put anything in”. Und da fühle ich mich dann sehr wohl, und habe Zeit und Ruhe zum Lesen und Schreiben und Nachdenken.

Den nächsten Punkt muss ich “leider” von Nadine übernehmen, nämlich die Dunkelheit, bevor ein Film im Kino beginnt. Das liebe ich auch so sehr. Weil es einen aus der Welt reißt und in eine ganz andere katapultiert. Egal ob man gestresst, zerstreut oder auch einmal niedergeschlagen im Kino ankommt, ob einen etwas belastet oder ob man einfach nur in totaler Vorfreude auf den Film ist – was bei mir auch oft der Fall ist – in einem Kinosaal kann man mal zwei, zweieinhalb Stunden an nichts anderes denken als eben das, man ist so in dem Moment, alles andere bleibt außen vor. Und das ist tatsächlich ein Vorteil zu Netflix und Co (was ich natürlich auch ab und zu schaue), man katapultiert sich bewusst aus seinem Leben hinaus. Und nachdem mir sehr oft gesagt wurde, ich lebe in einer Traumwelt, passt das hervorragend harhar.

Und als viertes kurz und bündig: Abendsonnenlicht, dass sie in den Fensterscheiben schöner, alter Häuser spiegelt.

Frühstück Das Hegel

Heute waren L. und ich im halbwegs neueröffneten Cafe/Restaurant Das Hegel frühstücken.

Es wurde mir irgendwie in meine timeline gespült (unbezahlte Werbung), wir haben übermotiviert reserviert, aber der Andrang war eher überschaubar *hüstel*. Das Hegel liegt gleich neben dem Stadtpark, auch in der Nähe der entsprechenden Ubahn Station, was ich aber wieder ignoriert habe, und zuerst irgendwo beim Gartenbaukino gesucht habe. War aber dann trotzdem immer noch zehn Minuten zu früh.

Zu Unrecht übrigens eher wenig los, denn das Lachsfrühstück, das wir beide ausgewählt haben, war wirklich sehr gut und das Heißgetränk ist im Preis schon inkludiert, was man wissen sollte (wer lesen kann ist klar im Vorteil, harhar), denn sonst wirkt es vielleicht etwas teuer. Wie man sieht, ein sehr bunter und gesunder Teller, neben Lachs und weichem Ei noch Avocado, Tomaten, Käse, Weintrauben (!), die ich zuerst mit Oliven verwechselt habe und Ruccola. Und dazu eben Cappuccino. Mhmm, wirklich sehr gut.

Danach waren wir noch im Stadtpark, sind in der Sonne gesessen und haben geplaudert, unter anderem über die nahenden Maturabälle unserer Kinder. Ich musste auch daran denken, wie wir vor fast vier Jahren schon mal dort gesessen sind und es war der letzte Tag eines anderen Lebens, was ich damals aber nicht wusste. Wie viel hat sich seitdem verändert und wie viel gar nicht. Ich bin glücklich, meine Erinnerungen an dieses Leben zu haben und das Schreiben.

Guten Start ins Wochenende.

Frühstück Ährlich

Heute war ich mit P. im Ährlich frühstücken. Das ist eine Bäckerei im 9. Bezirk, in der Wasagasse, gleich daneben ist ein Ende von Wien. So nenne ich das für mich, wenn ich eine ungewöhnliche Sackgasse sehe. Auch das würde ich gerne einmal analysieren, wie die Sonntage und die Straßenbahn-Endstationen.

P. und ich haben uns seit dem Sommer nicht gesehen und es gibt viel zu erzählen. Also bei ihr. Es ist so erstaunlich, dass wir gefühlt eineinhalb Stunden durchreden. Dann kommt der Kellner und meint, er macht jetzt kurz mal die Türe auf und ich so: Oh ja, ich brauch eh frische Luft. Und P so: Ja, lassen sie sich gleich offen. Harhar. Manchmal ist das Leben schon sehr arg. Aber wir nehmen es mit Humor und lachen auch recht viel.

Dazu gibt es wirklich hervorragendes Frühstück:

Das Innviertler Frühstück

Und:

Das Wippenhamer Frühstück aka Ham and Eggs harhar

Wirklich extrem feines Essen. Danach stehen wir noch ein bisschen draußen in der Sonne und schauen ihr neues Auto ein. Bin immer fasziniert, wenn jemand einfach so Auto fährt und überall einparkt – Horrorgegend zum Parken dort, finde ich. Super Gegend aber zum Frühstücken.

Ein guter Start ins Wochenende, wo ich wieder stundenlang in meiner Gartenecke lese, schreibe und an jemanden denke.

Wuthering Heights (danach)

Ich hab jetzt zwei Woche keine Reviews zu Wuthering Heights gelesen, ich wollte mir die Freude daran nicht nehmen lassen und ich ahnte, dass viele den Film hassen werden. Jetzt habe ich dann aber doch einen Blick auf die Stimmen von außen gewagt.

Zunächst finde ich diesen “Wie wirklich ist die Wirklichkeit” Aspekt sehr interessant. Denn sehr oft wird der Film mit der Buchvorlage von Emily Brontë verglichen und man könnte ja meinen, dass es zumindest hier einen Konsens gibt im Sinne von: Wird der Film der Vorlage gerecht oder nicht? Aber nein, selbst hier keine Einigkeit. Und daran muss ich immer denken, wenn Menschen die Komplexität des Lebens oder der sogenannten Wirklichkeit auf irgendwas alllgemeingültiges, universelles herunterbrechen wollen. Nein, so etwas wie eine gemeinsame Wirklichkeit gibt es tatsächlich nicht.

Ich persönlich finde, dass Fennells Film den Geist des Buches schon ganz gut transportiert, weil er vor allem aus Cathy und Heathcliff keine zwei wirklich liebenswerten Charaktere macht – da ist schon ganz viel der Ambivalenz des Buches enthalten. Klar fehlt die zweite Hälfte das Romans komplett und ein paar Figuren wurden eingespart. Ich finde aber die Konzentration auf die beiden Hauptakteure legitim.

Nach dieser philosophischen Betrachtung gleich in quasi medias res. Ich habe mehrmals gelesen, der Film wäre eine Art Softporno. Also no offense, aber liebe Leute, die ihr das meint: Habt ihr schon mal einen Softporno gesehen? Die Minimalanforderung wäre da nämlich, dass irgendjemand nackt ist, vorzugsweise sogar alle Beteiligten, aber das höchste der Gefühle in Wuthering Heights ist, dass Jacob Elordi verschwitzt ohne Oberbekleidung im Stall arbeitet. Natürlich nützt Fennell da ein bisschen die Groschenroman Klischees, auch was das Dekolleté von Margot Robbie angeht. Aber tatsächlich sehen wir hier so gut wie nichts, es vor allem eine Erotik der Blicke, der Worte, des Mangels und der Auslassung, die uns Fennell da präsentiert. Ist das manchmal “anstößig”? Na und ob! Und das ist gut so. Harhar

Ich mag, mit wie viel Spaß sich viele Kritkerinnen und Kritiker mit diesem FIlm beschäftigen, selbst dann, wenn sie ihn ganz offensichtlich nicht mögen. Da gibt es im Guardian den Titel Too hot, too greedy Adaptation guarantees bad dreams in the night – das bezieht sich auf den gleichnamigen Song von Kate Bush; und Pia Reiser von FM4 kommt gleich zur Sache, und gibt ihrer Kritik den nicht unzutreffenden Titel Die Sturmhöhepunkte. Im Podcast hat sie gesagt, das Filmjahr könnte schon zuende sein, sie ist vollkommen zufrieden harhar. Die britische Vogue stellt gleich Mal 45 Fragen “After watching Wuthering Heights” unter anderem: Frage 9: Edgar’s actually kinda sweet? Frage 13: I wanted a bit more context for the Elton John sunglasses? Frage 15: Why are the strawberries so giant? Frage 32: Does it always rain this much in Yorkshire? Harhar, super.

Kleiner Sidestep: Jacob Elordi wird gerade als möglicher Bond-Kandidat gehandelt. Dazu gibt es auch schon diverse “Bond verschwindet in der Menge” Überlegungen, denn tatsächlich ist Elordi vielleicht etwas zu auffällig für einen Geheimagenten. Er ist 1,96 Meter groß. Harhar.

Ich werde den Film sicherlich noch ein, zwei mal im Nonstop Abo anschauen. Die Ausrede ist, ich habe circa fünf Minuten verpasst, weil das WC im Apollokino einfach unfassbar weit weg vom Kinosaal ist. Und die fünf Minuten muss ich unbedingt nachholen.

Montag

Am Wochenende habe ich viel gearbeitet, wieder mal ein Endspurt, dabei habe ich dem Schnee im Garten förmlich dabei zusehen können, wie er von der Wiese schmilzt. Ich habe die erste Frühlingsluft gerochen und dabei an jemanden gedacht – irgendwie immer alles Schöne mit ihm verbinden…

Dann habe ich heute eine “große” Honorarnote verschickt und bin zur Feier des Tages zum Ikea essen und dann auf die Bücherei gegangen. Habe dort ein bisschen geschrieben, bin durch die Regalreihen gewandelt, es war schon wieder ur viel los, und habe mir drei Bücher und eine Filmzeitschrift ausgeborgt.

Zuhause dann haben im Postkastel meine neuen Notizblöcke auf mich gewartet:

Andere geben ihr Geld für Urlaub, fancy Essen oder ihr Auto aus, ich lege mein Geld in Blöcken an – na gut, ich habe Notizbücher auch noch, also ich kriege den Hals nicht voll, harhar.

Diese Woche startet ein neues Projekt, außerdem ist San Remo, was ich mir partiell ansehen werde, es fängt ja immer erst gegen 20.30 Uhr an. Einmal werde ich Frühstücken gehen und ich habe eine Premierenkarte für Marty Supreme.

Klingt nach einer guten Woche.

Sonnenuntergang

Es bleibt jetzt abends schon etwas länger hell, und ich fühle mich fast noch etwas zu träge, um mich schon auf eine neue Jahreszeit einzustellen. Manchmal verstecke ich mich doch noch gerne im Abenddunkel, um alleine mit meinen Gedanken zu sein.

Wenn die Vögel dann in den Sonnenuntergang fliegen, vermutlich zu ihren Schlafplätzen, dann tun sie das jedenfalls gerade lautstark, fast empört-kreischend. Ich habe heute in meinem Büro einen Text korrekturgelesen, hatte also einmal keine Kopfhörer auf und musste lächeln, weil es sich so witzig und wild anhörte.

Und ich dachte mir dabei, vielleicht bist du gerade unterwegs und hörst es auch. Aber wahrscheinlich ist die Welt zu dieser Zeit um dich zu laut, als dass du darauf aufmerksam werden würdest. Doch ein klein wenig Hoffnung hatte ich doch, dass wir gerade beide dasgleiche hören.

Galentine’s

Heute ist Galentine’s Day. Was ist jetzt das wieder für eine neumodische Ami- Kreation? Tatsächlich bedeutet es, dass es ein Tag ist (heute!), an dem man Zeit mit einer Freundin verbringen sollte. Habe ich gemacht, obwohl ich gerade erst davon erfahren habe, dass dieser Tag überhaupt existiert.

Wir waren im Vapiano (surprise!) und ich habe wieder die Freitags-Tagespasta gegessen. Diesmal mit Pappardelle. Bitte es gibt beim Vapiano gar keine Tagliatelle, zumindest heute nicht, ich war schockiert. Aber die Pappardelle waren total gut.

Pasta Polpette

Wir haben über unsere Ferien gesprochen und dann darüber, dass “Dawson” gestorben ist. L. war betroffen wie ich. Als ich es am Mittwoch Abend am PC gelesen habe, habe ich wirklich laut “Oh Scheiße” gesagt. Und ich rede normalerweise nicht mit mir selbst, wenn ich mich alleine vorm PC befinde.

Seien wir ehrlich, James van der Beek hat nicht die größte Karriere aller Dawson’s Creek Darsteller gemacht. Dawson’s Creek war diese Jugendserie, deren 17, 18-jährige Protagonisten so gesprochen haben, als wären sie extrem reflektierte Menschen im Alter von 40 plus. Das war auch der Vibe der Serie. Van der Beek hatte andere Pläne und einen authentischen und sehr sympathischen Social Media Auftritt. Man hatte das Gefühl, da lebt jemand genau sein Leben und ist damit zufrieden. Und seien wir nochmal ehrlich: Dawson selbst war nicht der aufregendste Protagonist in der Serie. Aber er war sensibel, idealistisch, aufmerksam gegenüber seinen Mitmenschen. Und da scheinen sich irgendwie Fiktion und Wirklichkeit zu treffen.

L. meinte, wir müssen das Leben genießen, es kann so schnell vorbei sein und ja, das denke ich mir in letzter Zeit wirklich oft.

Danach war ich beim Müller und habe mir selbst zum V-Tag oder auch G-Tag etwas gekauft (siehe Leben genießen):

Eine kleine mymochi Schneekugel

So ein Mymochi Stofftier hat das Kind letztens fotografiert und ich hab mir gedacht, die sind so lieb (unbezahlte Werbung!) und knuffig und ja vielleicht bin ich ein bisschen kindisch, aber ist mir auch wurscht, harhar.

So lange ich lebe

Nadine Hilmar hat in ihrem Blog, den ich sehr gerne lese, darüber geschrieben, dass sie auf der Körperwelten Ausstellung war – noch bis Ende März in Wien zu sehen.

Ich kann da leider nicht hingehen. Ich war einmal, also so 1995, als Begleiterin in einer Anatomie Vorlesung, wo der Professor etwas an einem Schädel demonstriert hat. In meiner Naivität meinte ich, das wäre irgendwie artifiziell, so eine Art Nachbau. In dem Moment, in dem ich festgestellt habe, das ist ein tatsächlicher Kopf, wurde mir so übel, dass ich den Rest der Vorlesung meinen eigenen Kopf auf die Tischplatte legte und einfach nur atmete. Als die Vorlesung aus war, versuchte ich beim Hinausgehen nicht mehr zum Pult zu schauen, wo dieser Schädel immer noch lag. Ja, ich eigne mich nicht als Medizinerin, ich meine, das war mir eh schon vorher klar. Dass ich so extrem reagieren würde aber nicht.

Darüber wollte ich jetzt aber gar nicht erzählen. Ich fand nämlich in erster Linie spannend, wie Nadine berichtet, dass am Ende der Aussellung eine Tafel stand, mit der Aufschrift “Bevor ich sterbe, möchte ich…” und es war da Kreide, und jeder konnte dann Dinge draufschreiben, die er eben noch tun möchte, in seinem Leben. Sowas finde ich auch immer total spannend, was Menschen da so für Gedanken habe. Und ich habe da recht ähnliche Vorstellungen wie Nadine.

Ich möchte auch einen naja Bestseller nicht mal unbedingt schreiben, aber zumindest ein Buch in einem “herkömmlichen” Verlag, wo man das Lektorat und die Vermarktung auslagern kann und wo dann das Buch in der Auslage steht. Vor allem möchte ich mich aber mitteilen, ich will, das Menschen verstehen, was ich fühle und warum und was für Gedanken ich habe und wie ich das Leben empfinde. Wie ich etwas bestimmtes sehe, ein großes Thema quasi, und ja. Ein paar Leute, die sich Zeit nehmen, meine Worte zu lesen, das wäre schön..

Und natürlich will auch ich mein bereits erwachsenes Kind “begleiten” so lange es geht und vor allem Zeit mit ihm verbringen, aber das eh komplett selbstverständlich.

Das mit den Beziehungen, naja, dazu muss man dann eben das Buch lesen. Teaser! Das kann ich nicht in zwei, drei Sätzen zusammenfassen, es ist schon schwer auf 280 Seiten (oder so) harhar.

Ansonsten möchte ich mich vor allem immer daran erinnern, was mich glücklich macht, auch wenn ich einmal keine so gute Phase habe.

Und ich würde gerne, bevor ich sterbe, noch ein paar Dinge verstehen, ich meine wirklich verstehen. Etwas auflösen. Aber so ist das Leben wohl nicht. Es wird immer mehr Fragen geben als Antworten. Und vielleicht ist da auch ganz gut so.