almis personal blog

Sonnenuntergang

Es bleibt jetzt abends schon etwas länger hell, und ich fühle mich fast noch etwas zu träge, um mich schon auf eine neue Jahreszeit einzustellen. Manchmal verstecke ich mich doch noch gerne im Abenddunkel, um alleine mit meinen Gedanken zu sein.

Wenn die Vögel dann in den Sonnenuntergang fliegen, vermutlich zu ihren Schlafplätzen, dann tun sie das jedenfalls gerade lautstark, fast empört-kreischend. Ich habe heute in meinem Büro einen Text korrekturgelesen, hatte also einmal keine Kopfhörer auf und musste lächeln, weil es sich so witzig und wild anhörte.

Und ich dachte mir dabei, vielleicht bist du gerade unterwegs und hörst es auch. Aber wahrscheinlich ist die Welt zu dieser Zeit um dich zu laut, als dass du darauf aufmerksam werden würdest. Doch ein klein wenig Hoffnung hatte ich doch, dass wir gerade beide dasgleiche hören.

Galentine’s

Heute ist Galentine’s Day. Was ist jetzt das wieder für eine neumodische Ami- Kreation? Tatsächlich bedeutet es, dass es ein Tag ist (heute!), an dem man Zeit mit einer Freundin verbringen sollte. Habe ich gemacht, obwohl ich gerade erst davon erfahren habe, dass dieser Tag überhaupt existiert.

Wir waren im Vapiano (surprise!) und ich habe wieder die Freitags-Tagespasta gegessen. Diesmal mit Pappardelle. Bitte es gibt beim Vapiano gar keine Tagliatelle, zumindest heute nicht, ich war schockiert. Aber die Pappardelle waren total gut.

Pasta Polpette

Wir haben über unsere Ferien gesprochen und dann darüber, dass “Dawson” gestorben ist. L. war betroffen wie ich. Als ich es am Mittwoch Abend am PC gelesen habe, habe ich wirklich laut “Oh Scheiße” gesagt. Und ich rede normalerweise nicht mit mir selbst, wenn ich mich alleine vorm PC befinde.

Seien wir ehrlich, James van der Beek hat nicht die größte Karriere aller Dawson’s Creek Darsteller gemacht. Dawson’s Creek war diese Jugendserie, deren 17, 18-jährige Protagonisten so gesprochen haben, als wären sie extrem reflektierte Menschen im Alter von 40 plus. Das war auch der Vibe der Serie. Van der Beek hatte andere Pläne und einen authentischen und sehr sympathischen Social Media Auftritt. Man hatte das Gefühl, da lebt jemand genau sein Leben und ist damit zufrieden. Und seien wir nochmal ehrlich: Dawson selbst war nicht der aufregendste Protagonist in der Serie. Aber er war sensibel, idealistisch, aufmerksam gegenüber seinen Mitmenschen. Und da scheinen sich irgendwie Fiktion und Wirklichkeit zu treffen.

L. meinte, wir müssen das Leben genießen, es kann so schnell vorbei sein und ja, das denke ich mir in letzter Zeit wirklich oft.

Danach war ich beim Müller und habe mir selbst zum V-Tag oder auch G-Tag etwas gekauft (siehe Leben genießen):

Eine kleine mymochi Schneekugel

So ein Mymochi Stofftier hat das Kind letztens fotografiert und ich hab mir gedacht, die sind so lieb (unbezahlte Werbung!) und knuffig und ja vielleicht bin ich ein bisschen kindisch, aber ist mir auch wurscht, harhar.

So lange ich lebe

Nadine Hilmar hat in ihrem Blog, den ich sehr gerne lese, darüber geschrieben, dass sie auf der Körperwelten Ausstellung war – noch bis Ende März in Wien zu sehen.

Ich kann da leider nicht hingehen. Ich war einmal, also so 1995, als Begleiterin in einer Anatomie Vorlesung, wo der Professor etwas an einem Schädel demonstriert hat. In meiner Naivität meinte ich, das wäre irgendwie artifiziell, so eine Art Nachbau. In dem Moment, in dem ich festgestellt habe, das ist ein tatsächlicher Kopf, wurde mir so übel, dass ich den Rest der Vorlesung meinen eigenen Kopf auf die Tischplatte legte und einfach nur atmete. Als die Vorlesung aus war, versuchte ich beim Hinausgehen nicht mehr zum Pult zu schauen, wo dieser Schädel immer noch lag. Ja, ich eigne mich nicht als Medizinerin, ich meine, das war mir eh schon vorher klar. Dass ich so extrem reagieren würde aber nicht.

Darüber wollte ich jetzt aber gar nicht erzählen. Ich fand nämlich in erster Linie spannend, wie Nadine berichtet, dass am Ende der Aussellung eine Tafel stand, mit der Aufschrift “Bevor ich sterbe, möchte ich…” und es war da Kreide, und jeder konnte dann Dinge draufschreiben, die er eben noch tun möchte, in seinem Leben. Sowas finde ich auch immer total spannend, was Menschen da so für Gedanken habe. Und ich habe da recht ähnliche Vorstellungen wie Nadine.

Ich möchte auch einen naja Bestseller nicht mal unbedingt schreiben, aber zumindest ein Buch in einem “herkömmlichen” Verlag, wo man das Lektorat und die Vermarktung auslagern kann und wo dann das Buch in der Auslage steht. Vor allem möchte ich mich aber mitteilen, ich will, das Menschen verstehen, was ich fühle und warum und was für Gedanken ich habe und wie ich das Leben empfinde. Wie ich etwas bestimmtes sehe, ein großes Thema quasi, und ja. Ein paar Leute, die sich Zeit nehmen, meine Worte zu lesen, das wäre schön..

Und natürlich will auch ich mein bereits erwachsenes Kind “begleiten” so lange es geht und vor allem Zeit mit ihm verbringen, aber das eh komplett selbstverständlich.

Das mit den Beziehungen, naja, dazu muss man dann eben das Buch lesen. Teaser! Das kann ich nicht in zwei, drei Sätzen zusammenfassen, es ist schon schwer auf 280 Seiten (oder so) harhar.

Ansonsten möchte ich mich vor allem immer daran erinnern, was mich glücklich macht, auch wenn ich einmal keine so gute Phase habe.

Und ich würde gerne, bevor ich sterbe, noch ein paar Dinge verstehen, ich meine wirklich verstehen. Etwas auflösen. Aber so ist das Leben wohl nicht. Es wird immer mehr Fragen geben als Antworten. Und vielleicht ist da auch ganz gut so.

Der Rest vom Wochenende

Gestern Nachmittag habe ich mich recht spontan mit M. getroffen.

Sie hat vorgeschlagen, dass wir in den GleisGarten gehen (unbezahlte Werbung), das ist die alte Badner Bahn Remise, die vor zwei Jahren zu einer Art Foodhall umgebaut wurde. Und wenn Foodhalls auch manchmal den Nachteil haben, dass sie ziemlich steril und unpersönlich wirken, so war ich total positiv von dieser Halle im 12. Bezirk überrascht. Es ist zwar natürlich wirklich groß, aber es ist trotzdem total gemütlich und auch warm! Man kann theoretisch stundenlang dort sitzen, Bücher lesen, arbeiten, sich Spiele ausborgen, plaudern die Kinder rennen herum und es gibt verschiedene Essenstationen und Bars, wo man sich kulinarisch versorgen kann.

Ich habe zuhause dann noch nichts gegessen und so haben wir uns am Spätnachmittag bei der Asia Station etwas geholt, Nudeln mit Gemüse. Es war wirklich extrem gut und schmackhaft, also nix mit Fast Food. Wir waren drei Stunden dort harhar. Ur nett wars.

GleisGarten Indoor

Dann bin ich in den Garten gefahren und nach einem kurzen Besuch vom Kind und Begleitug habe ich mich wie geplant in meine Leseecke zurückgezogen und habe fast in einem Die Vegetarierin von Han Kang gelesen. Ich weiß nicht, irgendwie ziehen mich ihre Romane so rein, dass ich gar nicht aufhören kann.

Cosy Leseecke

Denn endlich mal wieder gut geschlafen, den Sonntag über gearbeitet und dann war ich noch “schnell” im Votivkino und habe mir Der Fremde (nach Albert Camus) angesehen. Und zwar aus dem dritten Grund, weswegen ich ins Kino gehen, nämlich wenn ein Film im fm4 Filmpodcast besprochen wird, harhar. Die erste Hälfte hat mir richtig gut gefallen, dann wars ein bisschen gemischt. Aber defintiv ein Film, über den man länger nachdenken kann und quasi ein Standardwerk des Existentialismus.

Und jetzt gehe ich schlafen, mit den Gedanken von gestern.

Slow Friday

Gestern bis am späten Abend gearbeitet, dafür heute Mittagessen mit L. beim Vapiano.

L. meinte, das wäre fast wie früher zu Kindergartenzeiten, als wir Stammgäste beim Italiener ums Eck des Kindergartens waren. Stimmt, nur minus des gratis Kaffees, den uns der Kellner dort ab und zu spendiert hat. harhar. Kaffee gabs heute aber auch. Davor allerdings Pasta.

Vapiano hat seinen Pasta Freitag von Avocado zu Polpette geändert, anscheinend war das eher ein Minderheitenprogramm. Ich habe die neue Tagespasta jedenfalls gleich ausprobiert. Polpette ist quasi so was wie Kottbullar, nur hier mit Tomatensauce, mhmm. Nudeln kann man ja nehmen welche man will, ich habe mich für Spagetti entschieden, obwohl es vielleicht nicht optimal dazupasst, aber es sind halt meine Lieblingsnudeln. (alles unbezahlte Werbung)

Dnach gabs noch das bewährte und auch ur gute Tiramisu. Kohlenhydrate und Zucker, was will man mehr bitte! Und natürlich super spannende Gespräche, wie eh immer.

Danach war ich einkaufen und wieder mal bei der Bücherei am Spitz. Die Verkäuferin, deren Spezialität “Kunden die x kauften, kaufen auch y…” ist, war leider nicht da, die hat mir ja mittlerweile schon drei Bücher empfohlen.

Mirna Funk reizt mich auch, der folge ich seit ewig auf Insta, interessante Einblicke übers Frausein in der jüdischen Kultur

Ich würde ja gerne als Ritual jeden Freitag ein Buch kaufen, würde mich definitiv glücklich machen, aber geht ein bisschen ins Geld, harhar. Habe dann aber trotzdem nicht widerstehen können, und Die Vegetarierin erstanden, quasi das bekannte Werk von Han Kang, von der ich ja schon letztes Wochenende ganz begeistert war. Ich werde es morgen in meiner Leseecke anfangen.

“Asiatisches” Wochenende

Am Freitagabend hab ich über die Stränge geschlagen und mir einfach so ein Buch fürs Wochenende gekauft, ich bin so oarg. Harhar. Und zwar das, was ich das Wochenende davor beim Morawa angelesen habe, Han Kang – die Nobelpreisträgerin von 2024 und das Buch Deine kalten Hände.

Ich bin in den Garten gefahren, habe mich in meine Leseecke oben gesetzt. Jemand hat früher einmal zu mir gesagt, als der Stock noch nicht eingerichtet war, ich werde schon spüren, was hierhin kommen soll. Und ich habe irgendwann gespürt, nachdem das Leben mich vollkomen durchgeschüttelt hat, es soll eine Leseecke sein. Jetzt finde ich sie so gemütlich. Jedenfalls habe ich am Freitag die Stehlampe eingeschaltet, habe mir was zum Trinken und Naschen geholt und habe gleich mal hundert Seiten gelesen.

Sanftes Licht in meiner Leseecke – dazu das wunderschöne Cover von Deine Kalten Hände

Es ist einfach so gut geschrieben und gibt einem so viel zum Nachdenken, bin hin und weg und auch bald fertig. Danach habe ich wie erschlagen mal wieder halbwegs gut geschlafen.

Am Morgen sah es dann so aus:

Glatt und hier sieht man noch die Weihnachtsdeko, die dann kurz drauf von mir entfernt wurde

Einer dieser Tage, in denen es gar nicht richtig hell wird. Ich war einkaufen und am Friedhof und habe weitergelesen, bis es Zeit war, ins Filmcasino zu fahren, zum Preview von Hamnet. Ich war wieder mal ein bisschen zu früh dran und bin in der Gegend herumgestreift, zu der ich wenig Bezug habe.

Haus vom Silberwirt

Ich mag das gerne, in Stadtvierteln herumgehen und zu überlegen, was sie ausmacht. Warum es sich zwei Straßen weiter schon ganz anders anfühlt, anders riecht, die Menschen einen anderen Gesichtsausdruck haben. Die Gegend um das Filmcasino, so mein erstes Fazit, besteht aus einigen Geschäften, die zahlreiche sonderbare Dinge anbieten, die schon ein bisschen älter sind, an der Grenze von geschmacklos und unendlich hip, harhar.

Total hübsche Plakatpräsentation im Filmcasino

Dann also ins sehr volle Kino. Was soll ich sagen? Ich hatte meine Vorbehalte und Regisseurin Chloé Zhao hat sie eindrucksvoll bestätigt, harhar.

Die Darsteller spielen sehr gut, aber als Film ist es absolut nicht meines, es ist so ein gewollter Tränendrüsendrücker-Naturmystik-Kitsch für mich, ja das klingt gemein. Aber ich habe vor einigen Tagen einen anderen Film einer Asiatin (Hikari) gesehen, Rental Family, durchausnicht unkonventionell, will nix neu erfinden, aber mit kleinen Indie- Einsprengseln, stringent und warmherzig erzählt, da sind mir fünfmal die Tränen gekommen, weil es einfach so schön war. Hier, obwohl als großer Film der Empfindsamkeit angekündigt, null. Es hat mich so wenig berührt, dass es schon wieder erstaunlich ist. Mehr zu beiden Filmen bald.

Heute dann spät mit dem Kind mittaggegessen, viel Arbeit aufgeholt, wieder gelesen. Und meinen besonderen Sonntagabendgedanken nachgehangen.

Winterwochenende

Dieses Wochenende wars so kalt, die Arbeit stapelt sich ohnehin und das Kind war auch auswärts, so hätte ich zwei Tage nur daheim am PC sitzen können. Habe mich dann aber doch anders entschieden. Ich war an beiden Nachmittagen im Kino harhar. Und zwar im Filmhaus am Spittelberg.

Ich habe einen “geheimen” Weg entdeckt, zwischen dem Kino…

Wokes Kino, aber gemütlich harhar

…an der Benko Ruine vorbei:

Das war notwendig, dafür das alte Leiner Haus abzureißen, oder?

…zum Morawa (am Samstag)…

Recht angetan von meinen kurzen Leseproben dieser Literaturnobelpeisträgerin

…bzw. Vapiano, heute

Zu gierig bzw. um 15.30 zu hungrig für ein “vorher” Foto harhar

Schön wars, gemütlich wars und hat meiner “Mental Health” sehr gut getan. Zum Arbeiten hatte ich auch noch genug Zeit.

Dazwischen zwei Highlights:

1.) Kind kommt für 30 Minuten heim. Ich so: Das hat sich jetzt aber nicht ausgezahlt! Kind so: Ich wollte dich sehen. Ich: Ok, was ist der echte Grund? Kind: Ja wirklich, deshalb. Ich: Ohhh! Harhar.

2.) Wieder ein wunderschöner, komplett unrealistischer Traum letzte Nacht. Und auch wenn ich das weiß, habe ich es auch diesmal einfach genossen, jemanden zu sehen und mit jemandem so zu reden wie früher, mich genauso zu fühlen, wie damals, neben ihm.

Gutes Wochenende.