Category: frau
Frohe Ostern, zwei
Nach einem Ostersonntag als quasi Ruhetag für mich, mit unterm Baum liegen und lesen, fanden erst am Ostermontag die “offiziellen” Feierlichkeiten hier im Garten statt.
Das heißt Ostereier und Osternest verstecken, und zwar möglichst spät, weil es nach Regen aussah…
…es tröpfelte aber nur ein bisschen…
Nach der Sucherei – dafür ist man nie zu alt – ging es zum Mittagessen ins benachbarte Gasthaus mit Kind und Freundin, Patchworkfamilie und Oma. Später noch Kaffee trinken im Garten und ein bisschen in der (mittlerweile) Sonne sitzen.
Das wars dann leider mit den Ferien, nun folgt wieder Arbeit und 18 (!) verbleibende Schultage. Aber die Woche hat mir gut getan und gestern später abends habe ich noch eine sehr liebe Osternachricht bekommen. Davon zehre ich jetzt wieder ein Weilchen.
Servicepost
Ein kleiner Servicepost für alle, die gerade keinen fancy Urlaub machen – ich bekomme täglich super Fotos von diesen Urlauben, macht weiter, ich hab das sehr gerne. Aber ich bin eben in Wien und mache es mir hier “lowkey” nett, hier ein paar Vorschläge.
Zuerst arbeiten (kann man aber auch weglassen), dann ein spätes Mittagessen bei Vapiano (alles folgende unbezahlte Werbung)
Danach ein kurzer Streifzug in die Buchhandlung. Es gibt gerade eine Menge aufregender neuer Bücher bzw. Buchtitel, die einiges versprechen, zwei handeln sogar von mir beziehungsweise meinem Job harhar.
Danach zum Ostermarkt auf der Freyung. Wenn ich über diesen schlendere, denk ich mir immer, das ist mir fast noch lieber als Weihnachten, zumindest fürs Auge sind die toll gestaltenden Eier eine wirkliche Freude:
Ich hätte nur immer Angst, dass sie bei mir noch nicht mal den Weg nachhause überleben…
Und seit diesem Jahr ein Hinweisschild: You break it. You buy it. Die Vorgeschichte dazu kann man sich wahrscheinlich denken.
Danach – na was kann da kommen – richtig: Kino. Diesmal ein Film, den ich schon auf der Viennale gesehen haben, heute als Reprise, nämlich Sentimental Value. Und weil ich ihn schon kannte, konnte ich mich diesmal auf die Spitzfindigkeiten konzentrieren und bin noch mehr beeindruckt von diesem Drehbuch, das uns alles erzählt, was wir wissen müssen, aber auf so subtile Art und Weise, dass es eine Freude ist. Ich liebe einfach alles an diesem Film.
Fazit: Großes Glücksgefühl. Harhar.
Imagine

Sign of the Times
Letztens rede ich mit dem Kind so über Musik, weil er einige Konzerte plant von Bands, die mir prinzipiell eh auch gefallen. Aber, sage ich ihm, ich höre praktisch fast nur noch ESC Songs, weil mich die an nichts erinnern. Das stimmt wirklich, eh auch irgendwie leider, aber mich trifft emotional nichts so schnell wie das “falsche” Lied – kein Film, auch wenn er arg ist und auch kein Roman. Aber Lieder können mich so arg triggern, nur noch geschlagen von U-Bahn-Stationen, harhar.
Dann reden wir weiter und irgendwie kommen wir auf Harry Styles, den das Kind nicht so mag.
Ich dann: Aber Sign of the Times ist ur gut.
Und er so: Na und das ist nicht deprimierend?
Harhar, da hat er natürlich recht, es ist schon ein trauriges Lied. Hier auf dem Blog habe ich damals geschrieben, Styles singt so, als wäre sein Leben schon einmal komplett auseinandergebrochen und dann nur notdürftig wieder zusammengesetzt worden. Das hat mich damals sehr angesprochen, ich war aber erstaunt, dass jemand, der erst Anfang 20 ist, von solchen Dingen erzählen kann. Andererseits wird der Grundstein für die Dinge, die einen später brechen, wahrscheinlich eh immer in der Kindheit gelegt.
Trotzdem – und nachdem ich gerade (!) nachgelesen habe, dass Styles hier über eine Mutter singt, die gleich sterben wird und ihrem Neugeborenen in diesem Song alles mitgeben will, was sie über das Leben weiß, na uff – ja trotzdem deprimiert mich dieses Lied nicht. Weil ich es im Sommer 2017 gehört habe, und da war ich so glücklich und alles war noch möglich. Das assoziiere ich immer noch damit.
50, zwei
Gestern, nach der emotionalen Aufwühlung (im positiven Sinn) im Thalia (unbezahlte Werbung harhar) war ich mit L. essen.
Bekommen habe ich unter anderem, das:

Und ich habe außerdem Vapiano Gutscheine und Thalia Gutscheine bekommen. Also ich werde viel lesen und essen. Ach ja und 1 Jahr Nonstop Abo Verlängerung, mit Verpflegung. Der Verpflegungsbonus ist sehr großzügig ausgefallen, dafür, dass ich im Kino ja nur ein Mineralwasser oder einen Holundersaft konsumiere, harhar. Danke!
Außerdem wurde ich aufs Konzert von Tom Smith eingeladen, der in der Simm City (in Simmering) auftrat. Manche kennen ihn vielleicht als Sänger von den Editors. Es war aber ein Tom Smith Soloabend, man konnte dort sitzen, was ich in meinem Alter bei zwei Stunden Konzert schon ganz okay finde. Es war alles sehr ruhig und getragen, schön.
Und die Songzeile: “You knew you were lost, but you carried on anyway ist mir im Kopf geblieben.” So als Art Leitspruch für das Leben an sich.
50
Gestern habe ich viele gute Wünsche über diverse Medien und auch persönlich erhalten.
Schon in der Früh hat eine Freundin ein Video gedreht um mir zu gratulieren, aus dem, ich zitiere “wunderschönen zehnten Bezirk”, ich musste so lachen. Wir sind halt trotzdem irgendwie immer Favoritner.
Meine frühere “Sommerfamilie” aus Kärnten hat mich angerufen, wir haben uns lange nicht gesehen.
Menschen haben mir geschrieben, dass sie dankbar für unsere Freundschaft sind, und es war alles so lieb und herzlich und weil ich manchmal eh nicht der selbstsicherste Mensch bin, war das einfach schön zu lesen und zu hören.
Eine Freundin hat mich schon vorher gefragt, wie es mir geht, weil man an so einem Geburtstag ja immer irgendwie auch ein Fazit zieht und sie weiß schon, dass ich mit einer Zahl an sich kein Problem habe, aber vielleicht mit anderen Dingen, die eben so an einem Resümee dranhängen. Ich finde es ur toll, Freunde zu haben, die sich solche Gedanken machen.
Und heute dann saß ich am späten Vormittag beim Thalia, um mich mit L. zu treffen, und las eine Nachricht auf meinem Handy und dann sind mir ein paar Tränen gekommen, einfach so, weil ich mich über etwas so gefreut habe.
Das Resümee heute jedenfalls: eindeutig positiv.
Erinnerung an mich
Verdammt wütend
Ich habe M. den Roman Verdammt Wütend von der norwegischen Schriftstellerin Linn Strømsborg geschenkt, weil uns beiden der Vorgänger, Nie, Nie, Nie sehr gut gefallen hat. Jetzt habe ich Verdammt Wütend selbst gelesen und sorry liebe M. I should have known better, harhar.
Die Anfangsszene ist natürlich super. Da ist Britt, Anfang 40, mit Mann und kleiner Tochter auf Urlaub mit Freunden. Und eines Morgens schreit sie einfach alle an. Den Mann, die Tochter, die Freunde. Weil sie, erraten, einfach verdammt wütend ist. Sie ist wütend, weil ihre Mutter sie selbst als zehnjähriges Mädchen verlassen hat, einfach gegangen ist. Weil die Beziehung zu Espen nicht das ist, was sie sich vorgestellt hat, weil er Verantwortung scheut und sie möglicherweise betrügt. Weil sie ihre Tochter liebt, vieles aber dennoch anstrengend ist. Und weil die Freunde eben auch irgendwie nerven. Als Leser liebt man ja irgendwie das Drama und ist gespannt darauf: Was kommt danach? Aber leider ist es die beste Szene des ganzen Buches.

Strømsborg schreibt immer noch gut, die Sprache gefällt mir. Bei Verdammt Wütend hapert es aber, meines Erachtens aber am Plot, der sich jetzt nicht wesentlich von anderen Büchern dieses Themenkreises unterscheidet und der vor allem keine wirkliche Weiterentwicklung seiner Protagonistin bietet.
Ja, es geht um Wut, um Frust, um unfaire Bedingungen, darum wie “Orsch” alles ist, ja ich verstehe es, ich kann es auch in Teilen durchaus nachvollziehen. Aber mir fehlt irgendwie die Transformation. Also Wut entsteht natürlich immer wieder einmal in einem Menschen und ist ab und zu auch notwendig, aber an sich ja noch kein Wert. Man sollte ja mit dieser Wut irgendwas tun, damit sich etwas anderes daraus entwickeln kann, das im Idealfall eine Verbesserung der Situation bringt. Oder sagen wir so: Wenn jemand 100 Seiten in seinem Tagebuch mit wütenden Gedanken füllt, ist das vielleicht ganz therapeutisch, aber es ist noch keine Literatur. Mir bleibt Britt ein bisschen zu verhaftet in der “Opfererzählung”. Mir fehlt ein bisschen die Reflexion über die eigenen Anteile an der unbefriedigenden Ist-Situation.
Es gibt auch einige ziemlich eigenartige Perspektivenwechsel. Meistens verfolgen wir die Handlung ja aus der Sicht von der Protagonistin Britt. Ein Kapitel ist allerdings aus Sicht von Espen erzählt, eines aus dem Blickwinkel einer Freundin. Was tatsächlich eine interessante Idee wäre, wäre es nicht so “random” eingesetzt, wie mein Kind es bezeichnen würde. Die Perspektive von Espen wird auf ein paar wenigen Seiten erzählt, das wird der Figur nicht gerecht, wir lernen ihn deswegen auch nicht besser kennen und können uns über ihn kein “Urteil” bilden. Ich frage mich, was sich die Autorin diesbezüglich von uns erwartet. Das würde ich sie wirklich gerne fragen, harhar.
Britt sagt einmal: “Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so wütend sein würde, und wenn ich gekonnt hätte, hätte ich mich defintiv dagegen entschieden. Für Freude, Neugierde, Offenheit, Trauer, Staunen oder Zufriedenheit. Aber diese Wahl wurde mir nie gelassen. Man hat mir nur dieses Leben gegeben und es ist eine große Enttäuschung.”1 Wirklich?
- Linn Strømsborg: Verdammt Wütend, S. 33 ↩︎













