almis personal blog

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Das Kind gestern mit den Mathebüchern in der Hand getroffen.

Ich : “Bitte mach das in deinem Zimmer, das interessiert mich nicht”

Kind (nach Lachanfall): “Was soll das heißen, das interessiert dich nicht?”

Ich: “Genau das, was ich gesagt habe.”

Harhar. Doch dann geschah erstaunliches. Das Kind kannte sich nicht aus und so musste ich mir doch den Stoff – Gleichungen – ansehen. Und ich rechnete selbst für mich und sah, dass es gut war. Ich kann tatsächlich Gleichungen lösen. Und es sogar dem Kind erklären.

Es ist eine Offenbarung.

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NMS Masken sind die neuen Duftbäume…

Und was geht mit Heidi Klum, die auf ihrem Instagram Profi ihren nackten Bauch zeigt, der relativ rund aussieht; angeblich war das Dinner good. Na ja, Klum ist klar, dass sie damit etliche Gerüchte anheizt und alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Wie man an meinem Eintrag hier sieht, hat das bei mir ja auch funktioniert. Ob das jetzt Corona-blad oder schwanger ist, werden wir ja dann in einigen Wochen wissen.

Außerdem auf Social Media: zuerst ewige Motzerei, dass die Schulen nicht aufgesperrt werden, jetzt Motzerei, dass sie aufgesperrt werden. Ich gehör da eher zur zweiten Fraktion, auch weil ich die Sache mit den Schutzmasken realistisch einschätze denke ich. Auf-ab-auf-ab, Masken kugeln dann irgendwo im Klassenzimmer herum. Eine Lehrerin aus Deutschland auf Twitter hat meine Vermutung auch prompt bestätigt, die hatten gestern schon Schule mit NMS. “Wo ist deine Maske?” – “Die hab ich irgendwohin gelegt”. Yo eh…

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Seit heute kann man den nächsten Härtefallfond für Mitte März bis Mitte April beantragen und das habe ich auch gemacht, da mein Einkommen in dieser Zeit gleich null war. Gerade als ich damit fertig war, kam tatsächlich ein neues Projekt herein. Total überraschend, ungeplant und ich freue mich sehr darüber. Ich glaube, ich bin schon etwas eingerostet. Dafür hab ich jetzt auch eine Pawlatschenrose auf meinem Schreibtisch stehen.

Was war noch los? Ich hab das Finale des österreichischen Mini ESC verpasst und (nicht wirklich überraschend) hat Island gewonnen. Österreich wurde Dritter und ich frage mich, wieso man das eigene Land nicht außer Konkurrenz laufen lässt. Weil es ist peinlich, wenns gewinnt (weil: eh kloar) oder es ist noch peinlicher, wenn es eben nicht gewinnt. Und außerdem – wir erinnern uns – you cannot vote for your own country, war eine fixe Größe beim Songcontest.

Was hab ich am Wochenende gemacht? Meine erstes Video-Frühstück (ja, ich bin late to the party) und es war lustig und der Mensch am anderen Ende meinte, es wird ca. 25 Jahre dauern, bis der Virus weg ist, seine Prognose hat sich kontinuierlich gesteigert, von ein paar Wochen auf ca. ein Jahr bis jetzt nun ja… gut, da bin ich halt dann knapp 70.

Heftig wird im Zuge der allgemeinen Lockerungen über die Schulöffnungen diskutiert; ich hab ehrlich gesagt keinen Plan, wie das sinnvoll funktionieren kann. Es klingt ja immer so nett, Unterricht im Freien – man erinnere sich an das Wetter letzten Mai – oder in Kleingruppen, ja und dann? Auf dem Schulweg? In der Garderobe? Und außerhalb der Schule darf man sich dann trotzdem nicht sehen? Das muss dann aber auch bei allen Kindern und Eltern ankommen. I don’t know.

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Alle auf Twitter kaufen Germ und Anfang der Woche dachte ich noch: WTF? Es muss an Corona liegen, dass in mir die Idee keimte, selbst einen Striezel zu backen, siehe auch mein letzter Eintrag. Das ist schon recht außergewöhnlich, denn ich habe bisher nichts, ich wiederhole absolut nichts in meinem Leben gebacken. Sollte es mal ein besonderer Nachtisch sein, habe ich Tira mi su gemacht. Aber nichts, was in den Ofen kommt.

Nachdem ich letztens schon erläuterte, warum ich nichts backe – man muss sich genau an die Zutaten-Mengenangaben richten – hatte ich eigentlich nicht viel Hoffnung, dass das was werden würde. Ich nahm das erstbeste Rezept, das Google ausspuckte. Immerhin frage ich das Kind, in der Hand eine Packung Butter mit 250 Gramm, wieviel davon ca. 150 Gramm seien. Das Kind antwortete etwas mehr als die Hälfte, also nahm ich eben etwas mehr als die Hälfte. Und so ähnliche machte ich es auch mit dem Zucker und dem Germ. Ähm.

However, hier ein Vorher/Nachher Bild:

Beim Herausnehmen aus dem Ofen dachte ich: wow was für ein Monster. Gerochen hat es super, aber würde es auch nach irgendwas schmecken? Dafür gibt es nur einen, den härtesten und unerbittlichsten Tester: das Kind. Ich reichte ihm ein Stück, er biß ab, kaute und forderte: “Bitte mit Butter drauf”. Tja, Experiment wohl gelungen.

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Die derzeitige Situation bewegt mich tatsächlich dazu zu überlegen, einen Striezel zu backen. Why?

Ich verstehe weder, was der Unterschied zwischen Hefe und Germ ist, ob es überhaupt einen Unterschied gibt und was in diesem Zusammenhang Trockenhefe ist. Ich habe/hatte keine Ahnung, was Magerquark ist und Hagelzucker oder ein Knethaken. Und ist ein Striezel etwas anderes als eine Pinze? Oder ein Reindling? Pohaca ist jedenfalls was anderes, den habe ich immer im Rosental gegessen und den traue ich mir defintiv nicht zu, obwohl unheimlich gut. Was ich jedenfalls weiß: es soll keine Rosinen drinnen haben, denn ich gehöre zur Anti-Rosinen Fraktion.

In other news: Das Kind hat seine Physikaufgabe zurückbekommen und das mit 9 von 8 möglichen Punkten. Das erinnert mich an das sehr geniale Buch The secret diary of Adrian Mole, und da an das Kapitel, in dem Adrians Freundin Pandora auf den Geschichtetest 21 von 20 Punkten bekommen hat, weil sie den Vorname von Hitlers Vater wusste.

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Kreativ geht es weiter, mit Zeichenunterricht, Vorgabe: der Spagetthiesser. Da musste ich gleich an Sophia Loren denken und habe mir ein Foto von ihr zum Vorbild genommen.

Langsam finde ich Gefallen an dem Zeichen- und Werkunterricht. Spooky

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Jetzt hab ich meinen Homeschooling Endgegner gefunden: der Werkunterricht. Aka “Bastle ein Osterkörbchen nach einem Youtube Tutiorial”.

Mein Kind und ich, wir haben nicht so die große Werkbegabung. Also setzen wir uns vor das 15 minütige Youtube Erklärbär Video, das komplett ohne Worte auskommt. Im Prinzip muss man nur nachbasteln, was jemand mit schönen Händen einem vor-bastelt. Klingt einfach, ist es aber nicht unbedingt.

Ich bin ja eher so der Mensch “nach Augenmaß”. Das war beim Grammatiklernen schon so. A la: Wieso sollt ich Grammatikregeln lernen, wenn ich es auch nach Gefühl machen kann? Bei Sprachen hat das immer sehr gut funktioniert, Mathematik nach Gefühl hat dann schon deutlich schlechter geklappt. Deshalb hab ich übrigens auch noch nie was gebacken. Abgesehen davon, dass ich schon bei den Mengenangaben scheitere (“Was sind 250 ml?”).

Das Osterkörbchen war dann nach gut drei Stunden und mehreren Anläufen fertig. Die Frage ist, wie fotografieren wir es jetzt möglichst von seiner Schokoladenseite? Harhar.

Pizza the vintage way

Heute ist das Kind auf Skikurs gefahren – gestern noch schnell zum Abschied Pizza bestellt.

Ich: “Ich werde bei Mjam bestellen, ich hab da einen Gutschein”

Kind: “Nein nicht bei denen.”

Ich: “Der Gutschein geht bei dem Lokal eh nicht. Wo sehe ich, in welchen Lokalen ich den Gutschein einlösen kann? Na ja, wurscht. Pizza on tour also?”

Kind: “Ja.”

Ich: “Wie verknüpfe ich das mit der Webseite von der Pizzeria? Wie weiß ich, ob ich dann eh bei der richtigen Pizzeria bestelle? Wieso muss ich überhaupt über so einen Dienst bestellen

*suder* *suder*

Und letztendlich wieder ich: “Wieso kann ich nicht wie früher auch einfach in der Pizzeria anrufen und sagen, was ich haben will?”

Internet ist manchmal auch für mich Neuland. Harhar.

Jugendwort des Jahres

“Brexiten” ist also Jugendwort des Jahres.

Ich zu Kind: “A. benutzt du das Wort brexiten?”

Kind: “Digger, niemand sagt das.”

Im Gegensatz zu zum Beispiel “Digger” (Anm. der Verfasserin). Ich glaube ja, dass “brexiten” nur ein guter Gag für Sprachforscher ist, in freier Wildbahn aber tatsächlich nicht vorkommt.

Wenn ich zum Beispiel das Wort Digger benutze, sagt das Kind übrigens: “Der Moment, in dem eine 43 jährige versucht jugendlich zu wirken.” Ja eh.

3 Männer und ein Baby, revisited

Gestern bin ich zufällig abends auf Drei Männer und ein Baby gestoßen, im free tv. Und irgendwie hatte ich Lust, mir diesen Film, den ich erstmals ziemlich zeitnah an seinem Entstehen, 1985 gesehen habe, nochmal anzuschauen. Es ist ja ein Unterschied, ob man als Teenager einen Film sieht oder mit 40 plus.

Jedenfalls kann ich mich erinnern, dass ich den Film damals gut, aber doch relativ übertrieben empfunden haben. Was da drei Männer soviele Schwierigkeiten mit einem (!) Kind haben können, das konnte ich gar nicht nachvollziehen. Oh wie anders hab ich mich gefühlt, als ich den Film jetzt gesehen habe. Obwohl nicht alle Aspekte des Filmes vorteilhaft gealtert sind (darauf komme ich noch zu sprechen), ist die Überforderung um die Obsorge eines kleinen, hilflosen Menschen an vielen Punkten sehr wahr.

Zunächst mal die Überforderung: was brauche ich alles für ein Baby und was genau. Der Kauf von Fläschen und Schnuller und Windeln ist eine Wissenschaft für sich. Es klingt so trivial, in Wahrheit wird man aber von Informationen und dem Abwägen von Für und Wider tatsächlich erschlagen. Dann: dieser komplette Zeitmangel, wenn ein Baby im Haus ist. Die Männer trinken den Kaffee kalt, sie stopfen sich zwischendurch Baguettes rein, weil sie nicht zum kochen kommen, abends sitzen sie komplett ermüdend, bis halbschlafend am Tisch, wo das Baby fröhlich und ausgeruht sein Fläschen trinkt usw.

Dazu der Verlust an sozialen Kontakten: als die Männer dann endlich wieder mal ein Essen für ihre Freunde organisieren, können sie sich kaum auf die Gespräche konzentrieren, weil das Baby im Nebenraum zu weinen beginnt, weil es zahnt. Der Culture Clash: Eltern versus Kinderlose, Zitat: “Wir haben unseren Freundeskreis verloren, als Marie zahnte.” Das ist natürlich eine Spur überzeichnet, aber das Gefühl, dass einem das Leben entgleitet, das kennen wohl viele Eltern in den ersten Lebensmonaten ihres Kindes. Und schließlich, Zitat: “Ich habe seit vier Monaten nicht mehr gebumst! Seit VIER MONATEN!!” Ja, in den 80zigern hat man das noch so genannt.

Schön fand ich auch, wie sich die drei den Tag mit Kind einteilen: Der eine ist für die Frühschicht von 6 bis 10 Uhr zuständig, der nächste von 10 bis 18 Uhr (wegen Home Office), der dritte 18-22 Uhr. Und wer um Himmels Willen macht die Nachtschicht, wenn alle arbeiten gehen müssen? Als 08/15 Mum klopft man sich da ein bisschen auf die Schulter, wenn man das alles quasi im Alleingang geschafft hat, während sie zu dritt am Zahnfleisch gehen. Aber nochmal: DAS ist nicht der Punkt, an dem der Film unrealistisch ist.

Gar nicht nachvollziehbar – aber natürlich der Plot-Starter – ist es, dass die Mutter des Babys (eine Affäre eines der Männer in der WG) für sechs Monate in die USA geht und das Kind einfach vor der Tür mitsamt des Babykörbchens abstellt. Ohne zumindest anzuläuten, ohne abzuchecken, ob überhaupt jemand zuhause ist usw. Das ist nicht nur eine unverzeihliche Verletzung der Obsorgepflicht, ich kann mir überhaupt niemanden vorstellen, der das übers Herz brächte.

Die Frauen kommen generell relativ schlecht weg, in Drei Männer und ein Baby. Entweder sie sind verantwortungslos wie die Kindsmutter, oder nur auf ihren Vorteil bedacht, jedenfalls sind sie allesamt sehr eindimensional gezeichnet. Wobei man das auch als interessanten Ansatz verstehen könnte: die Frauen sind so emotional und auch faktisch abwesend wie Männer oft gezeichnet werden, während die Männer ihre weiche und verletzliche Seite entdecken.

Also: Der Film ist, trotz seiner Schwächen, immer noch gut. Am besten hat mir auch dreißig Jahre später das Zusammenspiel zwischen Pierre und Michele gefallen, die beiden hatten eine tolle Chemie miteinander und haben es verstanden, das Gefühlswirrwarr, in dem sie sich befinden, sehr nuanciert darzustellen.