Nach einem Ostersonntag als quasi Ruhetag für mich, mit unterm Baum liegen und lesen, fanden erst am Ostermontag die “offiziellen” Feierlichkeiten hier im Garten statt.
Das heißt Ostereier und Osternest verstecken, und zwar möglichst spät, weil es nach Regen aussah…
Der moderne Osterhase bringt Glückshendl Rubbellose
…es tröpfelte aber nur ein bisschen…
Und farbenfrohe Eier
Nach der Sucherei – dafür ist man nie zu alt – ging es zum Mittagessen ins benachbarte Gasthaus mit Kind und Freundin, Patchworkfamilie und Oma. Später noch Kaffee trinken im Garten und ein bisschen in der (mittlerweile) Sonne sitzen.
Das wars dann leider mit den Ferien, nun folgt wieder Arbeit und 18 (!) verbleibende Schultage. Aber die Woche hat mir gut getan und gestern später abends habe ich noch eine sehr liebe Osternachricht bekommen. Davon zehre ich jetzt wieder ein Weilchen.
Am Freitag fand die allerallerletzte Schularbeit statt (Mathe) und das Kind und ich so: Yeah super, Party. Und dann dachte ich an die Friends Folge The One Where Rachel Has a Baby, Part 1, wo bei Rachel die Fruchtblase platzt und Ross fährt mit ihr ins Krankenhaus und sagt dort ganz erleichtert: “We made it! From home to the hospital in seven minutes”. Und sie ganz trocken: “The hard part is truely over” Harhar. Genauso ist es jetzt irgendwie. Die achte Klasse quasi beendet und jetzt kommt halt eh “nur” noch die Matura.
Am Samstag kam dann die Freundin vom Kind und wir haben Hitster Guilty Pleasure gespielt, was ich ja zum Geburtstag bekommen habe. Hier darf man ein Startjahr ziehen und dann werden Songs vorgespielt und man muss immer raten, entstand der jeweilige Song davor oder danach. Am Anfang leicht, aber wenn dann schon 15 Jahre liegen, wirds knifflig. Aber es war sehr lustig.
Danach bin ich in den Garten gefahren, wo die “Kids” dann abends auch wieder auf Besuch waren. Und ich so: Ich plane nächste Woche fünfmal ins Kino zu gehen. Und habe dann allen erzählt, was ich mir anschauen will, und manche Filme sind nicht auf großes Interesse gestoßen, sage ich mal so harhar.
Heute ging es dann gleich los mit Blue Moon von Richard Linklater und was soll ich sagen, er war gleichermaßen lustig, klug und melancholisch. Das habe ich echt nicht erwartet, dass dieser Film mich so berühren wird. Aber es war so. Bald dann mehr.
Beim Heimgehen dann den blühenden Magnolienbaum bewundert:
Wetter zwar nicht gut, trotzdem ein schönes Foto, finde ich
Ein guter Start in die Osterferien. Ich werde nicht nichts arbeiten (müssen), aber etwas gemütlicher wird es schon zugehen.
Gestern sitze ich so am Sofa und schaue Guilty Pleasure mässig Germany‘s NextTopmodel, da kommt das Kind vorbei.
Ich so: Heute ist Umstyling, das ist die Lieblingsfolge von der Oma. Zwei Stunden Haare schneiden, Färben, Locken eindrehen, Haarverlängerung.
Das Kind so: Cool. Übrigens kann ich… (äußert eine Bitte)
Ich: Na okay, von mir aus.
Das Kind: Du bist gut drauf, weil du GNTM schaust, das hab ich ausgenutzt.
Ich bin so durchschaubar. Er könnte mich auch beim Schokolade essen fragen, wenn ich ins Kino gehe, wenn ich vom Kino heimkomme, wenn ich ein Klatschmagazin lese oder wenn ich in mein Notizbuch schreibe. Es gibt viele kleine Dinge, die mich froh machen.
Und da werde ich dann ganz lieb und nachgiebig und bin nicht so böse und streng wie sonst immer harhar.
Es schneit also wieder – so ging ich heute vom Gartenbaukino nachhause, wo ich die äußerst unterhaltsame Mockumentary mit Charlie xcx The Moment gesehen habe:
Schafsjacke komplett voller Schnee
Ich hab mich einerseits sehr über den Schnee gefreut, es ist schön im Dunklen bei Schneegestöber, ein bisschen magisch sogar, Gedanken an jemand, immer.
Andererseits war das Kind auf dem Weg mit dem Auto in Niederösterreich. Und dann ruft er mich unterwegs an, dass nichts geräumt ist und “arg zu fahren” (as predicted by me). Hurra, das hört man gerne. Nun ja, er darf lernen, bei diesen Verhältnissen zu fahren, wenn er schon muss, und ich darf lernen, dass er erwachsen ist und mit den Dingen klarkommt.
Habe trotzdem nervös gewartet bis er gut am Ziel war. Ich: Ich hab mir Sorgen gemacht. Er: Das war nicht notwendig. Oida. Aber das ist mein Kind. Harhar.
Fazit: Ich habe offenbar mehr zu lernen als er. Und ich kann jetzt wenigstens beruhigt schlafen, während es draußen weiter schneit.
Heute war zu lesen, dass 37 Haltestellen in der Stadt Wien umbenannt werden. Und als ich so die Liste durchgehe, bleibe ich bei Raxstraße/Rudolfshügelgasse hängen. Weil Nostalgie.
Das Kind besuchte in St. Marx den Kindergarten und wir lebten damals noch in Favoriten, die Oma auch. So ein- bis zweimal die Woche fuhren wir nach dem Abholen zu ihr. Es war die Zeit, in der es keinen Südbahnhof mehr gab, aber auch keinen Hauptbahnhof, sondern nur eine riesige Baustelle. Dort stiegen wir immer in den O-Wagen um, dessen Endstadtion Raxstraße/Rudolfshügelgasse lautete. Übrigens eine außergewöhnliche Endstadion finde ich, mit einem besonderen Vibe – gleich nach den Sonntagen werde ich mich auch mit Straßenbahnstationen beschäftigen, harhar.
Das Kind war jedenfalls so drei und hielt während der ganzen Fahrt zur Oma nie still, turnte herum und sagte auf dem Weg auch immer etwas wie “Mudoshügi.” Nunja, Kinder entwerfen ja oft eigenwillige Wortkreationen und Mütter verstehen meistens, was sie damit meinen. Mudoshügi war mir aber monatelang ein Rätsel. Dieses Wort trat fast immer in Erscheinung, wenn wir zur Oma fuhren, ich konnte aber keinen Zusammenhang zu irgendwas erkennen. Einmal aber, als wir an der Haltestelle warteten, fuhr die Straßenbahn ein und das Kind zeigte mit dem Finger darauf und rief erfreut: “Mudoshügi”.
Und da dämmerte es mir letztendlich doch was er meinte, nämlich die Station Rudolfshügel, die immer als Endstation durchgesagt wurde. War später ein Running Gag für uns. Finde ich ein bisschen schade, dass es die Station jetzt nicht mehr gibt, auch wenn Abteilung #sinnlosesentimentalität
Sneak Peek: In meinem Roman beschreibe ich, wie die Protagonistin mit ihrem noch kleinen Kind im Museumsquartier sitzt und Eistee trinkt. Ur spannend, was? Harhar. Es war das erste Mal, dass diese kleine Kind länger als fünf Minuten irgendwo sitzengeblieben ist und die Protagonistin denkt sich, hach herrlich: “Unser Mama-Kind Beziehung löste sich für einige kurze Momente auf, ich musste nicht sagen, wo es langgeht und er musste nicht folgen oder sich auflehnen oder gelangweilt darüber gähnen oder wütend werden, je nach Laune und Anlass, wir konnten einfach nur sein, und uns voneinander erzählen und ich dachte plötzlich voller Sehnsucht daran, an mein und sein älteres Ich, es gefiel mir.”
In Wirklichkeit bin ich jetzt tatsächlich in dieser Situation des älteren Ichs und das Kind hatte heute einen Termin, bei dem ich in gewisser Weise mitreden sollte (es ging um seine Geburt). Wir haben uns bei der Schule getroffen, das Kind hat am Bahnhof gegessen und gegoogelt, dass gleich gegenüber dieses Termins eine Parkparage sei. Und so stieg er in die Straßenbahn – ich habe mich geweigert und musste auch noch Geld abheben – um das Auto zu holen. Wir machten aus, uns dann entlang der oberen alten Donau zu treffen.
Auf dem Weg dahin schreibt er, ich solle ihm meinen WhatsApp Standort schicken, ich schaffe das, noch dazu mit eiskalten Fingern, natürlich nicht. Er: “Dann mach ein Foto” harhar. Wie old school! Und dann steige ich also zu ihm ins Auto und wir fahren mit den üblichen Bemerkungen (“Da gehen Leute über die Staße” “Ja ich sehe es!!” harhar) durch Wien und hatten es ur lustig. Und dann geht es eben in diese Parkgarage und er kennt sich mit allem besser aus als ich und parkt professionell ein und da denke ich ja, jetzt bin ich diese Person, ich habe ein erwachsenes Kind, das Dinge macht, die ich nicht kann. Wie flashig!
Ich war direkt froh, dass er dann meinte, ob ich ihm bei diesem Termin ein bisschen unterstützen würde. harhar. Das erinnert mich daran, dass ich im Jahr 2007 und 2008 mehr Telefonnummern von Ärzten und Ärztinnen sowie Therapeutinnen in meinem Notizbuch hatte als sonst was. Aber das ist eine andere Geschichte.
Apropos behilflich, heute erwartete das Kind Besuch und so habe ich Putztipps (naja…) gegeben, sprich: ich habe ihm mehrere Swiffer (unbezahlte Werbung) gereicht. Die sind aber wirklich sehr hilreich.
Wir haben jeden Winkel inspiziert, wo man vielleicht nicht ganz so häufig vorbeischaut.
Ich zum Kind: Bitte das ist ein Wahnsinn, da putzt man einmal drei, vier Jahre nicht und dann liegt da zentimeterhoch Staub.
Danach habe mich selbst sehr über diesen wunderbaren Gag amüsiert.
Das Kind musste sich diese Woche für ein viertes Fach entscheiden, in dem er zur mündlichen Matura antritt. Das war gar nicht so einfach.
Ich war natürlich gerne mit Tipps behilflich, harhar. Ich habe ihm von Deutsch vorgeschwärmt, wie toll das war. Nur zwei, die damals angetreten sind, naja nach der schriftlichen waren wir drei, und stundenlang über Faust reden, das Motiv der Kindermörderin in verschiedenen Texten verfolgen und 25 Bücher durfte man auch lesen. Ich bekam zur mündlichen Matura einen Auszug aus einem Schnitzler Stück, in dem ich die ganzen Subtexte markieren und analysieren sollte. Das war das Beste an der ganzen Schulzeit, harhar.
In Berlin wird derweil darüber geredet, dass deutsche Literatur zu schwer rezipierbar wär. Und ob man da echt noch Klassiker lesen soll. Oder lieber in einfacher Sprache. Oida! Anna Schneider, Journalistin der Welt und manchmal ähnlich wütend wie ich, dabei aber viel eloquenter, hat gesagt, damit reduzieren wir Literatur auf Zusammenfassungen und nehmen ihr das, was sie ausmacht, nämlich die persönliche Auseinandersetzung mit dem Text. Sicher kann das anstrengend sein, es bringt einen aber auch weiter. Schneider außerdem: “Wenn ein Lehrer jetzt sagt, na gut, lesen wir die einfache Version – es gibt keine einfache Version von Faust.” Harhar. Einfach nur richtig. Und ich würde noch ergänzen, man muss auch nicht immer alles bis ins Detail kapieren. Das bereitet einen gut aufs Leben vor, wo man später auch nie alles verstehen wird, was einem so widerfährt.
Das Kind nimmt jetzt aber doch ein anderes Fach, harhar.
Ich habe übrigens Vapiano Gutscheine bekommen, mhmm.
Und außerdem habe ich ein Kompliment gekriegt, das mich sehr gefreut hat. Ich habe den “Kindern” Formel 1 3D Plakate von ihrer jeweiligen Lieblingsrennstrecke anfertigen lassen (auf Etsy, unbezahlte Werbung wie immer). Dazu habe ich im Sommer beim Grillen die beiden mal nach eben dieser Strecke gefragt. Natürlich völlig unverbindlich, mitten im Hochsommer, vor einem Rennen. Da kann man ja nicht dran denken, dass ich wegen Geschenken zu Weihnachten frage, harhar.
Jedenfalls waren diese wirklich sehr schön und sorgfältig gearbeiteten Plakate mit tollem Rahmen eingefasst ein voller Erfolg und ich habe gehört: Ich glaube, das ist eines der schönes Geschenke, das ich je bekommen habe.
Nachdem “man” sich nicht auf ein Essen einigen konnte, gab es heuer erstmals Raclette und Fondue. Dadurch dauert das ganze Prozedere dann recht lange, mit diversen Fleischsorten, Pilzen, Nudeln, Kartoffel, Speck und natürlich Käse. War aber wirklich gut.
Nach der Bescherung haben wir Hitster Bingo gespielt und ich muss jetzt echt mal massiv (unbezahlte) Werbung dafür machen, nicht nur, weil ich es gekauft habe, harhar. Aber es ist wirklich extrem lustig. Es geht um Musik und es gibt verschiedene Fragekategorien in unterschiedlichen Farben.
Das Spiel wird mit einer App verbunden und es werden Musikstücke angespielt (30 Sekunden). Je nach Frage geht es um den Name des Interpreteten, den Titel, das genaue (!) Erscheinungsjahr des Songs, ob hier eine Gruppe oder ein Solokünstler performt, das Jahrzehnt, in dem der Song erschienen ist oder zum Beispiel auch “nur” vor oder nach dem Jahr 2000 – das klingt manchmal leichter als es ist. Ich glaube, bei einem Song bin ich 40 Jahre daneben gelegen harhar. Wer als erstes seine Bingokarte voll hat, hat gewonnen.
Hier unten trägt man die jeweilige Antwort ein, das kann man dann direkt wieder löschen, für die nächste Runde
Ich hatte zum Beispiel bei What’s up von 4 Non Blondes das Erscheinungsjahr (1993) genau richtig.
Ich so: Das Jahr weiß ich, weil da hatte ich meine Nachprüfung, die ich nicht geschafft habe.
Das Kind so: Wie stolz du bist.
Harhar. Und so ging es drei Stunden. Ich kanns echt nur sehr empfehlen und die Musik macht auch richtig gute Laune. Plus es gefiel den Menschen unter 25 genauso gut wie denen über 45.
Ach ja und am Ende brachte das Kind alle anderen mit seinem Auto nachhause – er hatte als Einziger keinen Alkohol getrunken.