almis personal blog

Freitag

Heute war ich bei L. zum Frühstück eingeladen und es war wie im Hotel. Nein, es war besser. Und das trotz laufender Maturawoche auch bei ihr, danke.

Ich mein, unfassbar, die Auswahl! Zugedeckt waren noch diverse Früchte, Feigen etcetera, was wir später mit griechischem Joghurt, Chia und Mandelmus vermischt haben

Ich hab erstmal ewig gebraucht, bis ich das Haus gefunden habe. Mittlerweile verirre ich mich also schon in Gegenden, wo ich früher, als die Kinder klein waren, oft war. Zu meiner schwachen Verteidigung kann ich sagen, es wird da gerade einiges dazugebaut. Früher sind der Sohn und ich nach dem Kindergarten, der gleich daneben war, öfters mit L und Co. dort im Hof und Park gewesen, das war eine schöne, ganz andere Zeit.

Das letzte Mal habe ich L. vor fast vier Jahren besucht, daran habe ich mich heute erinnert. Damals ging es mir nicht gut, und ich war dankbar für die Einladung. Heute habe ich mir gedacht, es ist schon interessant, wie sehr man sich mit der Zeit selbst wieder “herausziehen” kann, mit tatsächlich Literatur und Film und eigener Kreativität. Obwohl sich die Gefühle für jemand nicht verändert haben. Aber die Perspektive ist eine andere.

Jedenfalls haben wir sehr gut gegessen und dann sind wir noch am Balkon gesessen, solange wir es ausgehalten haben (=die Sonne nicht zu sehr heruntergeknallt hat). Es war wirklich sehr nett.

Das war mein Mitbringsel: die “Frühstückskarte”, die ich vor einiger Zeit beim Book Crawl gefunden habe:

Die passt zu uns.

Matura, zwei

Heute war Englisch Matura.

Als ich das Kind um sieben weckte, meinte er, er schläft noch bis 7.15 Uhr. Treffpunkt in der Klasse 7.45 Uhr. Ich: Du willst ja auch noch zum Billa? Und er: Das geht sich leicht aus. Diese Nerven möchte ich mal haben, echt.

Um 16 Uhr werden die Aufgaben dann immer veröffentlicht und wir haben uns die Matura gemeinsam angesehen. Er hat mich gefragt, ob ich die Lückentexte probieren mag, mit laut vorlesen. Das klingt bei mir immer so wie wenn Toto Wolff Englisch redet, harhar, sorry, aber wir haben halt denselben Wiener Akzent. Das Vorlesen meinerseits war also sehr lustig. Prinzipiell muss ich aber vermerken, diese Lückentexte fand ich schon anspruchsvoll. Und bei den Listenings war mitunter die Musik lauter als die Sprecher, auch skurill.

Am Ende sagte ich so zum Kind: Also das war bisher eher anstrengend, wahrscheinlich wird Mathe auch ur schwer. Ich sollte Motivational Speaker werden, harhar. Er ist dann gleich verschwunden, um eine alte Mathematik Matura zu rechnen. Da kann ich leider nicht behilflich sein.

Und damit ist es für diese Woche dann auch geschafft.

Matura, eins

Der erste Maturatag ist geschafft.

Das Kind bekam gute Wünsche von meinen Freundinnen, sogar ein ur liebes Affirmationsvideo, eine andere Mama hier im Haus, deren Tochter heute ebenfalls gestartet ist, hat in aller Frühe geschrieben, ich dann natürlich auch, mir wurden Facebook Postings von Promi “Betroffenen” weitergeleitet, danke, das hat mich alles sehr gefreut.

Das Kind war null nervös, ich ja schon irgendwie. Wobei bei ihm eh in allen Fächern die 30 Prozent Regel greift, wo auf wundersame Weise die Halbjahresnote miteingerechnet wird und wenn die mindestens ein Befriedigend ist, dann muss man nur noch 30 Prozent positiv haben oder was weiß denn ich, das ist wie meine SVS Versicherungszahlungen, wie die auf diese Summen kommen, weiß ich auch nie, harhar.

Jedenfalls die Leute, denen ich schrieb, dass nur ich aufgeregt bin, antworten mir: Na das war ja klar. Ich mein, ich bin echt keine Glucke, mir ist vieles wirklich komplett wurscht, Noten sowieso, aber manchmal habe ich trotzdem so Anwandlungen, frei nach Walt Whitman: “I contradict myself, I contain multitudes.” Musste wieder einmal an jemand denken, der immer sagte, Gelassenheit ist am wichtigsten und das ist tatsächlich so, habe mich eh schon wieder erfangen.

Das Kind hat das Textpaket Erörterung und Leserbrief gewählt. Und ich, die so pro Interpretation ist und, die ich vollmundig behauptet habe, ich würde immer das nehmen, weil ich liebe das, tja, ich muss ehrlich sagen, die zwei Gedichte, die da zur Auswahl standen, puh. Hut ab, wer sich da drüber getraut hat.

Der Leserbrief war übrigens zum Thema “Sensitivity Reading”, und ich zum Kind: Nie gehört, was soll das sein? Turns out, es ist so eine Art Lektorat, das Bücher auf Stellen scannt, die irgendwen “aufregen” können. Ich: Das ist ja komplett dystopisch, das könnte direkt aus Fahrenheit 451 sein. Harhar. Die Brandrede dagegen hätte ich ja schon gerne geschrieben.

Jedenfalls dürfte es ganz gut gelaufen sein.

Letzter Schultag

So, heute ist tatsächlich der letzte Schultag gewesen, morgen nur noch Maturastreichtag. Etwas, das so Gen X-er wie ich nicht verstehen, aber das ist das Privileg der Jugend, das sie Dinge macht, die die Alten nicht kapieren müssen.

Was mich verwundert hat ist, dass die achte Klasse jetzt doch nicht soo easygoing war, wie ich nicht müde wurde das im Vorfeld zu prophezeihen. Betrifft jetzt nicht mein Kind, aber allgemein. Es haben nicht alle das Jahr geschafft, es gab doch einige Entscheidungs- und Nachprüfungen in allen möglichen Fächern, bis gestern noch.

Ich schreibe meiner Freundin: Bitte, das war doch bei uns nicht so, bei uns sind doch in der 8. alle durchgekommen.

Sie: Bei uns war aber keiner so schlecht, als dass es Thema gewesen wäre.

Ich: Doch, ich.

Harhar, na wirklich. Wie ich auch nicht müde werde zu erzählen. Mein Semesterzeugnis in der 8. Klasse war mein bestes Zeugnis des gesamten Gymnasiums. Und auf die Mathe Matura hatte ich einen Dreier, um einen Punkt den Zweier versäumt, was meine beste Mathenote seit der allerersten Schularbeit im Gymnasium war.

Ich weiß noch, als ich nach der Mathe-Matura die Schule verlassen habe und der Freund meiner Freundin, der beim Tor auf sie wartete, zu mir sagte: “Bitte das ist das erste Mal, dass du nach irgendeiner Art von Mathe-Prüfung glücklich aus der Schule kommst.” Klingt wie aus einem Christine Nöstlinger Roman, dieser Satz wurde aber tatsächlich gesagt.

Mein Kind hat bis dato (!) harhar keine Schulprobleme gehabt und dafür bin ich wirklich sehr dankbar.

Frohe Ostern, zwei

Nach einem Ostersonntag als quasi Ruhetag für mich, mit unterm Baum liegen und lesen, fanden erst am Ostermontag die “offiziellen” Feierlichkeiten hier im Garten statt.

Das heißt Ostereier und Osternest verstecken, und zwar möglichst spät, weil es nach Regen aussah…

Der moderne Osterhase bringt Glückshendl Rubbellose

…es tröpfelte aber nur ein bisschen…

Und farbenfrohe Eier

Nach der Sucherei – dafür ist man nie zu alt – ging es zum Mittagessen ins benachbarte Gasthaus mit Kind und Freundin, Patchworkfamilie und Oma. Später noch Kaffee trinken im Garten und ein bisschen in der (mittlerweile) Sonne sitzen.

Das wars dann leider mit den Ferien, nun folgt wieder Arbeit und 18 (!) verbleibende Schultage. Aber die Woche hat mir gut getan und gestern später abends habe ich noch eine sehr liebe Osternachricht bekommen. Davon zehre ich jetzt wieder ein Weilchen.

Palmsonntag

Am Freitag fand die allerallerletzte Schularbeit statt (Mathe) und das Kind und ich so: Yeah super, Party. Und dann dachte ich an die Friends Folge The One Where Rachel Has a Baby, Part 1, wo bei Rachel die Fruchtblase platzt und Ross fährt mit ihr ins Krankenhaus und sagt dort ganz erleichtert: “We made it! From home to the hospital in seven minutes”. Und sie ganz trocken: “The hard part is truely over” Harhar. Genauso ist es jetzt irgendwie. Die achte Klasse quasi beendet und jetzt kommt halt eh “nur” noch die Matura.

Am Samstag kam dann die Freundin vom Kind und wir haben Hitster Guilty Pleasure gespielt, was ich ja zum Geburtstag bekommen habe. Hier darf man ein Startjahr ziehen und dann werden Songs vorgespielt und man muss immer raten, entstand der jeweilige Song davor oder danach. Am Anfang leicht, aber wenn dann schon 15 Jahre liegen, wirds knifflig. Aber es war sehr lustig.

Danach bin ich in den Garten gefahren, wo die “Kids” dann abends auch wieder auf Besuch waren. Und ich so: Ich plane nächste Woche fünfmal ins Kino zu gehen. Und habe dann allen erzählt, was ich mir anschauen will, und manche Filme sind nicht auf großes Interesse gestoßen, sage ich mal so harhar.

Heute ging es dann gleich los mit Blue Moon von Richard Linklater und was soll ich sagen, er war gleichermaßen lustig, klug und melancholisch. Das habe ich echt nicht erwartet, dass dieser Film mich so berühren wird. Aber es war so. Bald dann mehr.

Beim Heimgehen dann den blühenden Magnolienbaum bewundert:

Wetter zwar nicht gut, trotzdem ein schönes Foto, finde ich

Ein guter Start in die Osterferien. Ich werde nicht nichts arbeiten (müssen), aber etwas gemütlicher wird es schon zugehen.

Durchschaubar

Gestern sitze ich so am Sofa und schaue Guilty Pleasure mässig Germany‘s Next Topmodel, da kommt das Kind vorbei.

Ich so: Heute ist Umstyling, das ist die Lieblingsfolge von der Oma. Zwei Stunden Haare schneiden, Färben, Locken eindrehen, Haarverlängerung.

Das Kind so: Cool. Übrigens kann ich… (äußert eine Bitte)

Ich: Na okay, von mir aus.

Das Kind: Du bist gut drauf, weil du GNTM schaust, das hab ich ausgenutzt.

Ich bin so durchschaubar. Er könnte mich auch beim Schokolade essen fragen, wenn ich ins Kino gehe, wenn ich vom Kino heimkomme, wenn ich ein Klatschmagazin lese oder wenn ich in mein Notizbuch schreibe. Es gibt viele kleine Dinge, die mich froh machen.

Und da werde ich dann ganz lieb und nachgiebig und bin nicht so böse und streng wie sonst immer harhar.

Schon wieder Winter

Es schneit also wieder – so ging ich heute vom Gartenbaukino nachhause, wo ich die äußerst unterhaltsame Mockumentary mit Charlie xcx The Moment gesehen habe:

Schafsjacke komplett voller Schnee

Ich hab mich einerseits sehr über den Schnee gefreut, es ist schön im Dunklen bei Schneegestöber, ein bisschen magisch sogar, Gedanken an jemand, immer.

Andererseits war das Kind auf dem Weg mit dem Auto in Niederösterreich. Und dann ruft er mich unterwegs an, dass nichts geräumt ist und “arg zu fahren” (as predicted by me). Hurra, das hört man gerne. Nun ja, er darf lernen, bei diesen Verhältnissen zu fahren, wenn er schon muss, und ich darf lernen, dass er erwachsen ist und mit den Dingen klarkommt.

Habe trotzdem nervös gewartet bis er gut am Ziel war. Ich: Ich hab mir Sorgen gemacht. Er: Das war nicht notwendig. Oida. Aber das ist mein Kind. Harhar.

Fazit: Ich habe offenbar mehr zu lernen als er. Und ich kann jetzt wenigstens beruhigt schlafen, während es draußen weiter schneit.

Rudolfshügel

Heute war zu lesen, dass 37 Haltestellen in der Stadt Wien umbenannt werden. Und als ich so die Liste durchgehe, bleibe ich bei Raxstraße/Rudolfshügelgasse hängen. Weil Nostalgie.

Das Kind besuchte in St. Marx den Kindergarten und wir lebten damals noch in Favoriten, die Oma auch. So ein- bis zweimal die Woche fuhren wir nach dem Abholen zu ihr. Es war die Zeit, in der es keinen Südbahnhof mehr gab, aber auch keinen Hauptbahnhof, sondern nur eine riesige Baustelle. Dort stiegen wir immer in den O-Wagen um, dessen Endstadtion Raxstraße/Rudolfshügelgasse lautete. Übrigens eine außergewöhnliche Endstadion finde ich, mit einem besonderen Vibe – gleich nach den Sonntagen werde ich mich auch mit Straßenbahnstationen beschäftigen, harhar.

Das Kind war jedenfalls so drei und hielt während der ganzen Fahrt zur Oma nie still, turnte herum und sagte auf dem Weg auch immer etwas wie “Mudoshügi.” Nunja, Kinder entwerfen ja oft eigenwillige Wortkreationen und Mütter verstehen meistens, was sie damit meinen. Mudoshügi war mir aber monatelang ein Rätsel. Dieses Wort trat fast immer in Erscheinung, wenn wir zur Oma fuhren, ich konnte aber keinen Zusammenhang zu irgendwas erkennen. Einmal aber, als wir an der Haltestelle warteten, fuhr die Straßenbahn ein und das Kind zeigte mit dem Finger darauf und rief erfreut: “Mudoshügi”.

Und da dämmerte es mir letztendlich doch was er meinte, nämlich die Station Rudolfshügel, die immer als Endstation durchgesagt wurde. War später ein Running Gag für uns. Finde ich ein bisschen schade, dass es die Station jetzt nicht mehr gibt, auch wenn Abteilung #sinnlosesentimentalität

Mein älteres Ich

Sneak Peek: In meinem Roman beschreibe ich, wie die Protagonistin mit ihrem noch kleinen Kind im Museumsquartier sitzt und Eistee trinkt. Ur spannend, was? Harhar. Es war das erste Mal, dass diese kleine Kind länger als fünf Minuten irgendwo sitzengeblieben ist und die Protagonistin denkt sich, hach herrlich: “Unser Mama-Kind Beziehung löste sich für einige kurze Momente auf, ich musste nicht sagen, wo es langgeht und er musste nicht folgen oder sich auflehnen oder gelangweilt darüber gähnen oder wütend werden, je nach Laune und Anlass, wir konnten einfach nur sein, und uns voneinander erzählen und ich dachte plötzlich voller Sehnsucht daran, an mein und sein älteres Ich, es gefiel mir.”

In Wirklichkeit bin ich jetzt tatsächlich in dieser Situation des älteren Ichs und das Kind hatte heute einen Termin, bei dem ich in gewisser Weise mitreden sollte (es ging um seine Geburt). Wir haben uns bei der Schule getroffen, das Kind hat am Bahnhof gegessen und gegoogelt, dass gleich gegenüber dieses Termins eine Parkparage sei. Und so stieg er in die Straßenbahn – ich habe mich geweigert und musste auch noch Geld abheben – um das Auto zu holen. Wir machten aus, uns dann entlang der oberen alten Donau zu treffen.

Auf dem Weg dahin schreibt er, ich solle ihm meinen WhatsApp Standort schicken, ich schaffe das, noch dazu mit eiskalten Fingern, natürlich nicht. Er: “Dann mach ein Foto” harhar. Wie old school! Und dann steige ich also zu ihm ins Auto und wir fahren mit den üblichen Bemerkungen (“Da gehen Leute über die Staße” “Ja ich sehe es!!” harhar) durch Wien und hatten es ur lustig. Und dann geht es eben in diese Parkgarage und er kennt sich mit allem besser aus als ich und parkt professionell ein und da denke ich ja, jetzt bin ich diese Person, ich habe ein erwachsenes Kind, das Dinge macht, die ich nicht kann. Wie flashig!

Ich war direkt froh, dass er dann meinte, ob ich ihm bei diesem Termin ein bisschen unterstützen würde. harhar. Das erinnert mich daran, dass ich im Jahr 2007 und 2008 mehr Telefonnummern von Ärzten und Ärztinnen sowie Therapeutinnen in meinem Notizbuch hatte als sonst was. Aber das ist eine andere Geschichte.