almis personal blog

Juli Wochenende

War das schon das heißeste Juli Wochenende aller Zeiten, man weiß es nicht. Denn wie man auf T-Online lesen konnte, “Dieser Hitzesommer tarnt sich gut”. Die Autorin dieses Artikels hat den Titel dann, nach etwas “Feedback” aus den sozialen Medien geändert.

Falls jemand glaubt, ich sei ein “Klimaleugner”, ein (semantisch) noch blöderer Begriff als Coronaleugner und der war schon saublöd, nein, das bin ich nicht. Aber ich gebe zu, ich finde diese permanente Hitze-Panikmache zunehmend anstrengend. Ich folge Menschen auf Insta, die sich beim ersten wirklich heißen Tag dieses Jahres, der dieses Jahr eh relativ spät und bisher auch relativ singulär war, schon dafür entschuldigen, dass sie sich über das Wetter freuen. Denn über das Wetter freuen ist ja auch schon verdächtig heutzutage.

Wie auch immer, nach langer Zeit, eigentlich das erste Mal seit Corona vor drei Jahren, war ich ein bisschen krank. Eh im Schnelldurchlauf, etwas Halsweh, eine Nacht Schnupfen aus der Hölle, bisschen Husten, fertig. Ich war im Garten und hab es mir in meinem Zimmer mit den vielen Kuscheldecken und Kuschelpolstern gemütlich gemacht. Muss ich schreiben, dass auch dieses Zimmer voll von Erinnerungen ist? Ich habe ein bisschen gearbeitet und auch an meinem Text geschrieben, wie ich es mir vorgenommen hatte. Ich finde ihn doch ziemlich gut, muss ich sagen harhar.

Irgendwann habe ich im Falter den Nachruf von Franz Schuh über Claus Peymann gelesen und nach vier Absätzen hab ich nochmal von vorne begonnen und geschaut, ob das wirklich ein Nachruf ist, weil der Name Claus Peymann bis dahin noch nicht vorgekommen ist. Auch originell, einen solchen Nachruf zu schreiben, in dem die eigenen Schauspielerfahrungen fast ein bisschen wichtiger sind als die Person Peymann selbst, über die man eigentlich schreiben sollte und der schon auch ein “Piefke Kotzbrocken” war – Zitat Franz Schuh. Ich glaub, Peymann hätte sich über die Bezeichnung eh gefreut und ich denke, einen Nachruf aus lauter “Glazing” (Jugendsprech für Schleimen) hätte er nicht ausgehalten, aber ich halte ehrlich gesagt so einen strangen Nachruf, durch den ich einen Wegweiser zur Orientierung bräuchte, nicht aus, tut mir leid.

Nachts hat es geregnet und ich habe bei offenem Fenster Doris Knecht Ja.Nein.Vielleicht gelesen, fast in einem durch, ich konnte nicht aufhören, es war so, so gut, ich liebe das Buch, mehr noch als das letzte von ihr, mehr dazu bald.

Und dann hab ich noch das Formel 1 Rennen geschaut, damit ich dem Kind berichten kann, und es wurde eine Stunde nicht gefahren wegen Starkregens. Die Moderatoren mussten die Zeit mit Reden überbrücken. Das wäre für mich eine echte Horrorvision, eine Rennstecke ohne Autos, 60 Minuten lang kommentieren harhar. Aber Wurz und Hausleitner haben das eh gut gemacht.

Vorkommnisse

In den letzten Tagen war viel los. Nicht alles kann ich hier genauer berichten, weil mich manches nur peripher betrifft (=angeht). Mein eigenes Seelenleben breite ich hier ja gerne aus, wie jeder weiß, harhar. Mir fällt dazu aber ein, und ich zitiere wirklich selten die Bibel: Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein.

Jedenfalls gab es auch noch weitere Fahrstunden und Führerscheinvorprüfungen – ja so etwas gibts heutzutage. Wenn man dort nämlich 95 Prozent erreicht, kann man die eigentliche Prüfung dann mal in den Sand setzen und darf nochmal gratis antreten.

Aber das Hauptthema der Woche: Wäsche waschen und Koffer bzw. Wanderrucksack packen bzw. zuschauen, in meinem Fall. Zelt im Garten aufbauen üben bzw. zuschauen, in meinem Fall. Die Gespräche drehen sich um Wasserfilter, Gamaschen, Zeltunterlagen, Kletterhandschuhe, Bunsenbrenner, Instantkakao und Hackschnitzel. Auch in Diskussion: das Buch How to shit in the woods (harhar, das heißt wirklich so). Als die vollgepackten Rucksäcke (jeweils circa 17 Kilo schwer) dann erstmals ausprobiert wurden, sagte jemand zu mir, ich würde total verständnislos dreinschauen, wie man sich sowas freiwillig antun könne. Und ich so: Ja ich habe leider kein Pokerface. Harhar.

Kleiner Hinweis an dieser Stelle: Falls mein Blog in der nächsten Zeit irgendwann down sein sollte oder ich nichts mehr poste, wäre das nur den Umständen geschuldet. Ich habe nämlich vorübergehend auch keinen IT Support, sollte hier irgendwas zusammenbrechen, was ich nicht selbst wieder reparieren kann harhar. Ich hoffe es natürlich nicht. Jedenfalls habe ich dann nicht aufgehört zu schreiben – wie könnte ich, es dient meiner seelischen Balance; sondern mache in dem Fall nur gerade eine unfreiwillige Pause.

Ferienstart

Am Freitag gabs ein erfreuliches Zeugnis (Notenschnitt 2,0 irgendwas, knaaapp, harhar).

Danach hatte ich kurz einmal acht junge Männer in der Wohnung, die quasi ihre Zeugnisse irgendwohin warfen, sich Badesachen anzogen und in die alte Donau schwimmen gingen. So startet man die Ferien! An diesem Tag sah sich das Kind dann auch noch den F1 Film an. Sein Fazit: Witzig, aber unrealistisch. Na gut, Brad Pitt ist ja schon mal ungefähr 20 Jahre zu alt für einen Formel 1 Rennfahrer. Der Hund von Lewis Hamilton, Roscoe, hat auch einen Acting-Credit bekommen, das finde ich süß.

Am Samstag habe ich, wie schon erwähnt, Bachmannpreis geschaut. Letztendlich hat Natascha Gangl mit Da Sta gewonnen. Das war wirklich ein guter Text für eine Performance, mit seinen ganzen Sprachspielereien, aber so für mich zum Lesen war das irgendwie zu experimentell. Meine beiden Favoriten haben aber eh auch Preise bekommen.

Die Jurorenrunde der TDDL auf meinem Laptop

Diesmal waren die Jury-Diskussion nicht so extrem hart wie sie das früher schon einmal waren. Ich möchte übrigens, dass Philipp Tingler Juror bleibt, ich finde ihn so amüsant und edgy, wobei auf Social Media anscheinend Leute festgestellt hatten, er habe sich verändert. Moderator Fässlacher zu Tingler: Ist das gut? Tingler: Eine Veränderung ist nicht per se gut, man kann ja auch zum Monster werden. Harhar.

Außerdem darf ich jetzt den ganzen Sommer mit der U6 hin und her pendeln, weil die Schnellbahn ja (wieder) gesperrt ist. Das macht mich nicht besonders froh. Und es lädt immer ein bisschen dazu ein, fast wie Geburtstag und Neujahr, darüber zu reflektieren: Wie war das Leben vor einem Jahr? Wie ist es mir da gegangen, als ich (endlos) in der Ubahn gesessen bin? Habe ich mich weiterentwickelt? Ich denke schon, aber manchmal kommt es mir viel zu langsam vor. Immer wieder stecke ich doch in ähnlichen Gedankenspiralen fest. Manchmal bin ich ratlos.

Manches will ich aber, auch immer, nah bei mir haben. Es sind, man ahnt es, die Erinnerungen an den einen Menschen. Das hat sich nicht geändert.

Sonnwendwochenende

Am Donnerstag war das GNTM Finale, wie immer viel zu lang und redundant, aber das Ergebnis hat schon gepasst. Naja, jetzt brauche ich den TV gar nicht mehr aufdrehen bis September.

Am Freitag war ich mit L. frühstücken. Auch das letzte Mal bis zum Herbst. Dem Anlass entsprechend waren wir im Haas & Haas hinter der Stephanskirche, ganz nobel. Es gab Lachs und Avocado auf Roggenbrot mit porchiertem Ei und dann haben wir uns noch einen Getreide-Obst Frühstück geteilt. Ich schreibe ja derzeit Skripten für einen TCM Ernährungslehrgang und so ein Brei wird immer als das perfekte Frühstück beschrieben. Bei meinem persönlichen Frühstück spielt aber meistens eher Marmelade eine Rolle harhar.

Das Ambiente im Haas & Haas ist wunderschön:

Innenhof vom Haas & Haas

Am Samstag habe ich dann im Garten Home Office gemacht. Ich weiß nicht, irgendwie staut sich die Arbeit derzeit bei mir, egal wie ich es angehe. Aber als Selbstständige will man sich ja auch nicht über zu viel Arbeit beklagen. Vorm Schlafengehen habe ich noch dem Kind geschrieben, er soll mir eine Whatsapp schicken, wenn er gut vom Donauinselfest daheim ist, auch wenn ich schon schlafe. So bekam ich gegen ein Uhr nachts eine Nachricht: Wo ist meine Badehose? Ähm. Ok whatever. Harhar.

Meine Lichterkette bei Nacht

Heute war ich am Vormittag auf dem Friedhof spazieren. Ich bin immer wieder sehr froh, dass ich vom Garten aus nur wenige Minuten brauche, um zum Grab meiner Großeltern und auch zu meinem Papa zu gehen, der zwei Reihen weiter liegt.

Später habe ich ein bisschen weitergearbeitet, danach hatte ich Patchworkfamilienbesuch, die Essen mitgebracht haben, und ich habe noch etwas Zeit im Wasser verbracht, das mittlerweile schon 32 Grad hat. Die Woche beschließe ich zufrieden, ich fühle mich ganz gut. Und wie immer denke ich vor dem Einschlafen an jemanden.

Treffen der Generationen

Am Wochenende waren das Kind und ich mit der Oma in der Pizzera Al Capriccio, gleich bei uns im Wildgarten (unbezahlte Werbung) Mittagessen. Das Lokal wird von Italienern geführt und es schmeckt nicht nur extrem gut, es wird auch total stilvoll serviert. Ich bin immer sehr froh, dass das Kind auch so gerne isst und essen geht wie ich, harhar.

Spagetthi Carbonara und Lasagne mit fancy Garnierung und Strohhalmen

Das ganze Ambiente ist so mediteran-sommerlich, das Lokal ist echt eine Bereicherung in der Gegend und am Ende gibts dann noch Grappa oder Limoncello nach Wahl aufs Haus, zumindest für Stammgäste.

Beim Essen wurde philosophiert, die Oma erzählte etwas über eine Bekannte und formulierte den poetischen Satz: “Die hat gar keine Zeit für ihr Leben”. Später fragte das Kind die Oma übers Alter aus und sie meinte: “Alt sein ist eh gut, man kann halt nicht mehr so und muss wissen, wann es genug ist. Diesen Punkt ignoriere ich meistens.” Harhar. Ich so: “Words of wisdom.”

Der nette Gastgarten der Pizzeria

Im Garten haben wir dann versucht, das neue Magenta TV, was sich wundersamer Weise irgendwie verstellt hat, wieder zum Laufen zu bringen. Ein 17-jähriger, eine 49- und eine 78-Jährige, und etwas passiv aggressive Vibes von weiblicher Seite, also jeder Comedy-Autor hätte seine Freude gehabt, bei der Schreierei und dem Chaos, irgendwann haben wir nur noch gelacht. Letztlich hat es aber, durch viel unkontrolliertes Drücken auf der Fernbedienung meinerseits, wieder funktioniert.

Außerdem sind die Kirschen reif, wir haben gemeinsam gepflückt. Sie sind jetzt in dem Stadium, das direkt vor dem Stadium kommt, wo, wenn du unterm Baum liegst, diverse Würme auf dich herunter fallen. Auch jetzt schon sollte man vor dem Verzehr, auf keinen Fall in die Kirsche hineinschauen, harhar, ja es ist einfach so, vertraut mir.

Schön sind sie schon

Das Treffen der Generationen klang dann harmonisch-sommerlich und mit einem Besuch im Pool aus.

In other news

Die letzte Schularbeit (Mathe!) ist gut vorbeigegangen. Das Kind wollte schon 20 Minuten vor dem Ende als Erster dabgeben. Ok ja, das habe ich auch manchmal gemacht, aber aus anderen Gründen harhar. Der Professor meinte dann aber so: Nein, das liest du dir jetzt nochmal durch, auch wenn du dir schon eine Pizzaschnitte kaufen gehen willst. Harhar, das finde ich sehr amüsant.

Damit ist das Schuljahr so gut wie vorbei und ich bin froh, auch das hat mich jetzt schon zunehmend geschlaucht. Nicht, dass man in der Oberstufe noch soo viel damit zu tun hat, aber es ist halt trotzdem dauernd was. Man versucht, das Kind vor Mitternacht ins Bett zu stampern, in der Früh wieder aus selbigem heraus zu bekommen und an dieses und jenes zu erinnern.

Nun steht aber etwas ganz neues an, nämlich der Führerschein. Die Motivation ist enorm, im Juli ist der Intensivkurs, da hat er auch schon etliche Fahrstunden, bevor er auf Urlaub fliegt. Wenn er erstmal den Führerschein hat, wird er mich dann überall hinbringen, sagt er. Ich so: Ur lieb, ich habe aber eh eine Jahreskarte. Und wer weiß, ob dir das Autofahren überhaupt liegt? Er: Ich werde super fahren.

So kenne ich ihn, harhar.

Details

Nachdem ich anlässlich der Papstwahl an meinen Opa erinnert worden bin und auch gerade im Buch Die Geschichten in uns über die Charakterentwicklung von Figuren lese, wie wichtig es ist, diese mit vielen Details auszustatten, ist mir ein Detail zu meinem Opa eingefallen.

Natürlich gibt es unzählige Merkmale, die seine Person ausgemacht haben, etwa dass er einen Regenschirm “Parapluie” genannt hat, dass er meinte, es bringe Unglück, wenn man Schuhe auf einen Tisch stellt, dass er mir gerne Ham and Eggs und Tee mit ein bisschen Rum gemacht hat und sein konstantes Fluchen, wenn er an seiner Nähmaschine gearbeitet hat. Aber besonders gern erinnere mich daran wie er mich – ich war noch recht klein – immer auf seine Füße gestellt hat und so mit mit mir durchs Wohnzimmer getanzt ist.

Mehr als 35 Jahre Jahre später hat jemand erstmals seine Füße auf meine gestellt, ganz vorsichtig, und hier war es wie eine ganz besondere Um”armung”. Dabei habe ich an die Geborgenheit mit meinem Opa gedacht und jetzt denke ich an die Geborgenheit in diesen Momenten und an die Parallelen, vor allem, wie glücklich ich jeweils war und wie sehr ich dachte, dass diese beiden Situationen zusammengehören. Ich weiß gar nicht, ob ich das damals ausgesprochen habe. Eines von vielen Details von jemand, die ich alle nie vergessen möchte.

Tracking

Ich lese manchmal in Frauengruppen auf Facebook, dass es doch viele Mütter gibt, die ihre Kinder mit irgendwelchen Apps überwachen, wenn sie unterwegs sind. Ich find das ganz furchtbar. Falls jemand das liest, der mit mir befreundet ist und das auch macht, sorry. Harhar. Wenn du es machst, kein Problem, ich bin ja auch ein großer Fan von leben und leben lassen. Aber ich würde es nicht machen.

Erstens, weil ich dem Kind vertraue und ihm das auch vermitteln will. Zweitens, weil ich eh nichts machen könnte, wenn dem Kind was passiert und ich sehe, er ist in der Straße so und so, drei Kilometer entfernt. Und drittens, weil es mich echt nicht interessiert, wo er unterwegs ist. Ehrlich. Ich hab selbst gern meinen Freiraum und ich will, dass das Kind seinen hat. Wenn er mir nachher was erzählt super, wenn nicht, auch gut.

Ich mein, man rennt seinem Kind eh vier, fünf Jahre permanent nach und kann teilweise nicht mal alleine aufs Klo. Man packt sein Kind, wenn es auf die Straße laufen will, die Hand aufs Bügeleisen legt, wenn es im Begriff ist, die Pfanne vom Herd zu ziehen oder in Steckdosen greift, wenn es zu hoch klettert, mit Steinen schmeißt, sich in der Nähe von Gewässern, Fenstern aufhält, etcetera. Wenn man ein vorsichtiges Kind hat, hat man wahrscheinlich einen ruhigeren Job, aber wenn das nicht der Fall ist, dann sagt man schon manchmal so etwas wie: “Und wenn du diese Tabletten schluckst, dann kommt nachher die Rettung, steckt dir einen Schlauch in den Hals und pumpt deinen Magen aus.” Und dann schaut einen das Kind trotzdem irgendwie begeistert an, harhar.

Ich finde, wenn ein Kind alt genug ist, dass es alleine das Haus verlassen und unterwegs sein kann, dann muss es sowieso mit der Welt draussen fertig werden. Und das traue ich ihm dann auch absolut zu. Oder wie die Instagram Psychologin schrieb: “Raising a teen isn’t about tracking every step they take. It’s about teaching them to step wisely, even when we’re not there to guide them”. Word.