Ich hatte wieder einen Traum.
Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat einmal gesagt, es ist nicht gut, wenn Autoren über ihre Träume schreiben, es sind in der Regel die schlechtesten Kapitel in ihren Romanen (he ist not wrong). Aber das hier ist ja kein Buch und ich fasse mich auch kurz.
Ich war mit einer Freundin im Park, wir saßen auf einer Bank und da sah ich ihn mit einer Gruppe. Jemand aus der Gruppe rief seinen Namen, dann mehrere, sehr fröhliche Stimmen. Er drehte sich zu ihnen um, ich war zu weit weg, um seinen Gesichtsausdruck zu sehen, aber ich denke, er sah zufrieden aus, in so einer bescheidenen, zurückhaltenden Art. Und ich dachte mir, ich könnte auch seinen Namen rufen, er würde mir sicher zuwinken, mich grüßen. Aber ich kann nie wieder seine Hand nehmen und mit ihm gehen, in dieses Zimmer, das nur uns gehört hat, an einen Ort, in dem wir uns alles sagen konnten.
Beim Aufwachen habe ich mich ambivalent gefühlt und dann habe ich gedacht, es ist immer möglich, Situationen auf die eine oder andere Weise zu sehen. Und ich habe mich dafür entschieden, nicht traurig darüber zu sein, dass es vorbei ist, sondern glücklich, dass es diese Zeit und diesen Raum gab.
Zitat: “Und ich habe mich dafür entschieden, nicht traurig darüber zu sein, dass es vorbei ist, sondern glücklich, dass es diese Zeit und diesen Raum gab.”
Ich bewundere jeden, der es so betrachten kann. Von Schönem kann ich meist nicht genug bekommen, daher fällt es mir es auch so schwer, das Ende zu akzeptieren.
Da Träume bei mir sehr oft die aktuellen Gedanken in irgendeiner Weise reflektieren und somit nicht mal die schlechtesten “Berater” sind, schreibe ich diese manchmal auch auf. Es ist erstaunlich, Jahre später zu lesen, was dereinst so beschäftigt hat. Da ist es doch eigentlich egal, was ein gewisser Marcel Reich-Ranicki darüber gedacht haben könnte.
Ja, das mit der Akzeptanz ist wahr, es ist auch nicht leicht. Aber es hilft ja nichts…
Eine schöne Sache, die Träume zu notieren und so festzuhalten. Oft hat man sie ja sonst schon nach einigen Tagen wieder “verloren”.
ja, ich finde Herr Reich-Ranicki hatte damals recht. Also zumindest in Büchern, finde ich Träume auch oft unnötig oder seltsam. Aber im Blog ist das ja was anderes.
Ich mag die Einstellung. Werde da für manche gewisse Personen noch eine Weile brauchen, um dahinzugelangen. Aber bei anderen gelingt es mir gut und das ist schön. Es ist ja auch viel hilfreicher, auf diese Weise zurückzublicken. Danke Dir fürs Teilen.
Danke fürs Wertschätzen! Es fällt mir nicht so leicht darüber zu schreiben wie es vielleicht scheint, aber gleichzeitig hilft es wir. Naja, wir Schreiberinnen, nicht? 😉