almis personal blog

Ya Ya Ya

So, wie lange hat Almi es jetzt ausgehalten, ohne ESC Content, naja doch immerhin 13 Tage harhar, bin stolz auf mich.

Ich muss jetzt nämlich was für mich peinliches, aber auch lustiges erzählen; ich habe mich sehr über mich selbst amüsiert. Am ESC Abend wurde ja von Andi Knoll behauptet, dass der norwegische Teilnehmer Jonas Lovv mit seinem Song Ya Ya Ya an die italienische Rockband Maneskin erinnert. Für alle, die es nicht wissen, Maneskin waren ESC Sieger 2021, dann Weltkarriere. Ich mag ja Knoll und ich habe diesen norwegischen Song ehrlicherweise, euphemistisch ausgedrückt, nie auf Heavy Rotation gehabt. Weil es gibt immer ein paar Lieder, die ich so ein bisschen ignoriere, weil es sind einfach so viele Songs. Ich habe aber am Finalabend dennoch extrem obergescheit behauptet: “Das Einzige, was bei Jonas Lovv an Maneskin erinnert, sind die Hosen.”

Na ja und jetzt höre ich ja beim Einkaufen gehen und Schnellbahn fahren und so immer Musik über die Earpods, natürlich zu 95 Prozent im weitesten Sinn ESC-related. Wenn das Handy in meiner Tasche ist, gestaltet sich die Playlist etwas “random”, ich weiß also nicht, welche Songs hintereinander drankommen. Und da spielt es eben kürzlich einen Song, der mir im ersten Moment nur flüchtig bekannt vorkommt und ich denke mir so, ah das ist sicher einer dieser englischen Maneskin-Songs.

Ratet. Harhar.

P.S. Sorry Andi!

Anti-Dentite

Person A. fragte mich, ob ich auf dem Blog über meinen heutigen Zahnarztbesuch schreiben werde, harhar.

Tatsächlich gibt es darüber nichts zu sagen. Es gab keine Komplikationen, ich wurde nicht ohnmächtig (ist mir früher zweimal fast passiert), ja es hat nicht mal ein ganz kleines bisschen weh getan. Der Zahnarzt hat sich dann doch gegen eine Spritze entschieden, obwohl er ja irgendwie im Wurzelbereich herumfuhrwerken musste. Und danach hat er sich entschuldigt, dass er mich so lange “quälen” musste, weil der Zahn so ungünstig liegt.

Ich lag aber eigentlich ganz gechillt quasi kopfüber eine gute Stunde da – ich bekomme eine Krone – und musste dabei an die Seinfeld Folge denken, in der Jerry eben beim Zahnarzt ist und zwar bei Whatley, einem alten Freund oder sagen wir Bekannten von ihm, über den er sich aber immer ärgert. Aktuell deshalb, weil Whatley zum Judentum konvertiert ist, laut Jerry, der selbst Jude ist, nur deswegen, um jüdische Witze machen zu können. Sein Nachbar Kramer bezichtigt Jerry dann der Diskriminierung von Zahnärzten per se.

Kramer: Do you think that dentists are so different from me and you? They came to this country just like everybody else in search for a dream.

Jerry: Whatley is from New Jersey.

Kramer: An now he is a full fletched American.

Jerry: He is just a dentist.

Kramer: And you are an Anti-Dentite!

Jerry: I am not an Anti-Dentite!

Kramer: It starts with a few jokes and some slurs, next thing is you are saying, they should have their own schools.

Jerry: They do have their own schools!

Finde ich immer noch so lustig, weil politisch auch immer ein bisschen unkorrekt. Ha, jetzt habe ich den Zahnarztbesuch doch noch untergebracht. Aber Person A. empfindet das vermutlich als Boomer Humor. Harhar.

Finale, ESC 26

Falls jemand heute diesen Blog besucht um zu schauen, wie Almi jetzt den Sieg von Bulgarien erklären wird, muss ich euch sagen, die Mühe ist umsonst gewesen, ich habe nämlich absolut keine Ahnung. Harhar.

Ich habe Bangaranga vor der ESC Woche nicht ein einziges Mal zur Gänze angehört, ich finde es schon eher dadaistisch und relativ schnell auserzählt. Aber es kann ja auch noch wachsen, ich bin offen dafür. Das Voting gestern, vor allem der Jurysieg war für mich ziemlich surreal. Generell war das Juryvoting so divers wie gefühlt überhaupt noch nie. Es war auch das erste Mal seit 2017, dass ein Künstler sowohl das Jury- wie auch das Publikumsvoting gewonnen hat. Damals wars Salvator Sobral aus Portugal, der aber quasi das Gegenteil von dem gemacht hat, was Dara gestern auf die Bühne gestellt hat.

Gefallen hat mir tatsächlich Bulgariens Inszenierung, die ich edgy und interessant gefunden habe, und die absolute Unvorhersehbarkeit des gestrigen Abstimmungsprozesses (Spannung!). Ich meine, außer dass Italien schon wieder sehr gut abgeschnitten hat (Platz 5) – war das alles ziemlich unerwartet, zum Beispiel auch Rumänien auf Platz 3, Finnland nur auf Platz 6, Griechenland abgeschlagen.

Sehr lustig fand ich, wie Andi Knoll nachdem der Sieger festgestanden ist, alle quasi onomatopoetischen Siegertitel aufgezählt hat wie A-ba-ni-bi, La La La, Boom Bang-A-Bang, Ding-A-Dong, Diggi-Loo Diggy-Ley etcetera. Jüngere Zuseher haben sich gar nicht ausgekannt, für die klang es wie eine Sprachverwirrung.

Sehr gelungen fand ich im übrigen auch den Interval Act, das Mashup/Medley, in dem frühere ESC Künstler frühere ESC Songs interpretiert haben. Das war so viel auf einmal, dass muss ich mir noch öfter anschauen, wenn zum Beispiel Lordi das liebliche Save all your Kisses for me singen, Verka Serduchka Volare oder dann alle Waterloo. Mir persönlich hat auch der artsy Auftritt von Parov Stelar gefallen, besser als die Trommelei damals in Wien 2015, ähm sorry. Und der Schnelldurchlauf aller bisherigen Siegertitel, das ist halt der Himmel für Nerds.

Fan Bier und Erdbeertorte als Dessert zum Grand Finale

Schön war, dass es nur wenig Buhrufe gab und der Zusammenhalt der Künstler untereinander, da war viel vom alten ESC Spirit zu spüren, wo der Däne und der Norweger zum Beispiel den Tanzschein-Tanz im Greenroom tanzen. Und dass es auch Fotos mit Noah Bettan gab und nicht alle so taten als hätte er die Krätze. Ziemlich arg finde ich immer noch, wenn jeder Kandidat seine Publikumspunkte einzeln vorgelesen bekommt und das sind dann halt auch mal null – wie gestern bei UK und Deutschland – und du bist dabei groß im Bild zu sehen. Unangenehm.

Ingesamt ist der ESC Abend immer der Abend, an dem meine persönliche Sorgen irgendwie weit weg sind, weil etwas ganz anderes im Mittelpunkt steht, was mich immer wieder aufs neue fröhlich macht. Das hat auch heuer wieder geklappt.

Fazit:

Kann sicher nicht jeder nachvollziehen und vielen geht es hinten vorbei, und das ist auch völlig okay, aber wenn man es liebt, ist es wunderbar.

Semifinale 2, ESC 26

Heute habe ich mich mit sehr lieben Menschen zum Mittagessen getroffen, die extra aus dem Süden Österreichs angereist sind, um gestern die Semi 2 Nachmittagsshow zu sehen. Ich habe mir natürlich alle Details erzählen lassen. Super nett wars!

Ansonsten war das Semi gestern nicht wahnsinnig überraschend – die zehn Songs, die laut Quoten weiterkommen sollten, sind auch weiter gekommen. Ich finde es ja immer faszinierend, dass ich selbst am Ende jedes ESC Jahres sage, Schluss, aus, ich werde mich nicht mehr an den Quoten orientieren und jedes Jahr tue ich es dann doch aufs neue, harhar. Naja, gestern hat es jedenfalls gestimmt.

Interessanter – oder vielmehr ärgerlicher, zumindest meines Erachtens – war die Erstellung der tatsächlichen Startreihenfolge morgen. Die Musiker ziehen ja an sich, wo sie starten werden, allerdings nur eingeteilt in “First Half”, “Second Half” und “Producers Choice” (aka “Deliberate Fraud” harhar, Witz bevor mich wer klagt) Ja, mir ist schon klar, dass man nicht drei Balladen hintereinander platzieren will oder vier Banger aus showtechnischen Gründen, aber es ist auch klar, dass die Songs, die in der ersten Hälfte drankommen, einen Nachteil haben und je früher, umso größer ist dieser. Und in diesem Zusammenhang dann Dänemark auf Startplatz 1 zu setzen, ist schon, wie Jugendliche sagen würden, Ragebait.

Ich verstehe es auch showtechnisch nicht wirklich, weil das für mich auch kein klassischer Eröffnungssong ist. Jedenfalls dürften damit Dänemarks kleine Siegeschancen dahin sein. Fakt ist außerdem, dass von Startplatz 2 aus noch nie ein ESC gewonnen wurde. Diesen undankbaren Platz hat dieses Jahr Deutschland zugewiesen bekommen. Dafür hat Australien gerade ein gewisses Momentum, kommt mir vor. Gestern hat man gesehen, dass Goodrem ein absoluter Profi ist, mir ist es trotzdem zu glatt. Cosmo startet übrigens als Letzter, quasi als Comic Relief nach Rumäniens Choke me, harhar.

Schön fand ich gestern, wie sich die Künstler verschiedenener Nationen gegenseitig gratuliert haben und sich miteinander freuen. Das ist genau der ESC-Spirit, den wir sehen wollen. Und nicht die ganze Cancel-Boykott Kacke, harhar. Sorry, aber ist ja so.

Feiertag

Obwohl Feiertag ist, habe ich heute erstmal was gearbeitet und dann schon ein bisschen die Wohnung aufgeräumt und geputzt. Am Samstag gibt es eine kleine Patchwork ESC-Party und wie ich heute erfahren habe: sogar mit einem Stargast, einer kleinen Katze. Freue mich sehr, natürlich auch auf die anderen Gäste harhar.

Am Nachmittag bin ich ins Filmhaus am Spittelberg gefahren und habe mir Un Poeta angeschaut. Es geht hier um einen alternden eher erfolglosen Dichter in Kolumbien – habe sofort connected harhar – der eine junge Frau aus armen Verhältnissen als Talent entdeckt. Aber ich habe mir das alles ein bisschen mehr “uplifting” und positiv vorgestellt. Der Film hat zwar sogar witzige Momente, aber der Vibe ist mir generell zu düster gewesen, das war alles so schwer und desolat, das passiert mir selten, dass ich mir sowas ansehe und es nicht im Vorfeld schon ahne und auslasse.

Also direkt vom Filmhaus zu Fuß zum Rathausplatz gegangen.

Das Wetter in dieser ESC Woche ist übrigens genauso beschissen bescheiden wie es das 2015 auch war

Wegen dem Eurovillage Feeling, ich wollt zumindest mal in der Nähe sein. Es war gerade ein ESC Quiz und ich konnte die Fragen ohne Auswahlmöglichkeiten beantworten, ich glaube, das ist irgendwie bedenklich harhar. Ausserdem habe ich Miriana Conte aus Malta vom letzten Jahr performen gehört.

Dann wieder daheim natürlich das zweite ESC Semifinale geschaut – ein garantierter Stimmungsaufheller. Und zum Einschlafen an jemand denken. Das sowieso.

Girls, Fazit

Mein Fazit nach Girls – ja dann ist Schluss, ich weiß ich bin gerade etwas obsessed – und der Lektüre von Famesick: Ich hätte gern eine neue Lena Dunham Serie.

Aber keine wie Too Much, die Miniserie vom vorigen Jahr. Ich habe da länger gegrübelt, warum mich die so gar nicht erreicht hat. Ich glaube, es lag einerseits an der Hauptdarstellerin Megan Stalter, die ich überhaupt nicht mochte. Dunham selbst war so liebenswert, zwar auch total schräg, hatte aber so etwas nahbar-sympathisches. Too Much fehlte auch die gewisse Ambivalenz, die Girls hatte, auch eine Vielschichtigkeit. Natürlich ist Hannah Horvath Demokratin, aber es gibt zum Beispiel eine Szene, in der sie mit Jessa über Politik spricht, da sie gerade einen Republikaner datet, und Jessa sagt: „What’s wrong with a Republican? It’s just the same as a Democrat. They’re all dirtbags. It was Bill Clinton who repealed the Glass-Steagall Act” Ich glaube, Lena Dunham hat mit den Clintons noch ein Hühnchen zu rupfen, harhar.

Das Problem ist vielleicht auch, dass Dunham mit fast 40 Jahren keine Serien über Ende 20-Jährige machen “sollte”. Ich bin der Überzeugung, dass wenn man aus einer Altersgruppe draußen ist, darüber nicht mehr wirklich authentisch schreiben kann, besonders wenn die Zielgruppe genau diese Altersgruppe sein soll. Mir wäre lieber, sie macht eine Serie über 40 Jährige, die zum Beispiel, wie sie selbst, kein Kind bekommen können – ein großes Thema in Famesick – oder etwas über die Herausforderungen mit ihrer Krankheit. Etwas, was mehr sie jetzt ist und nicht sie vor zehn Jahren.

Zum Schluss noch mal ein Spoiler, für die, meines Erachtens, eigenartigste Szene der ganzen Serie, aus Staffel 5. Hannah entdeckt auf dem Handy ihres damaligen Freundes Fran Nacktfotos von dessen Ex-Freundinnen. Zur Rede gestellt, gibt Fran an, er hat die Fotos “nur”, um sich dabei ähm, selbst zu befriedigen. Also das ist ja doch irgendwie schon eine ziemliche Red Flag, harhar. Man hat die Szene noch gar nicht richtig verdaut, wird sie von der nächsten noch getoppt, in der Hannah sich nackt von Ray (nicht etwa von einer der Freundinnen) fotografieren lässt, weil er halt einfach die besten Fotos macht, um Fran quasi selbst eine “Vorlage” zu liefern. Da sitzt man schon vorm TV und denkt sich: Was bin ich sehend? Aber ich mag sowas ja. Harhar.

Entlassen möchte ich euch jetzt mit der Frage, die Ray gerne jedem stellt, den er neu kennenlernt: Möchtest du lieber in einem hässlichen Haus mit Blick auf ein schönes Haus leben oder in einem schönen Haus mit Blick auf ein hässliches?

Spannende Frage, oder?

Girls, zwei

Also noch ein bisschen was zu Girls– Staffel sechs.

Allgemein lässt sich sagen, dass in den Staffeln zuvor einiges passiert, was in Serien öfters passiert: Es gibt Hochzeiten, es gibt Trennungen – oft betreffen sie auch die Menschen, die gerade erst geheiratet haben. Es gibt Schwangerschaften und (beinahe) Abtreibungen. Es gibt Todesfälle. Jemand zieht für eine gewisse Zeit an einen anderen Ort; hier: Japan. Es gibt sogenannte Bottle Episoden, das bedeutet, es kommen nur ganz wenige Protagonisten vor, die sich die ganze Folge an einem Ort aufhalten und fast nur reden.

Ich finde aber, wie eh schon kurz erwähnt, die letzte Staffel macht einiges anders als man das so aus Serien kennt.

ACHTUNG MASSIVE SPOILER FOLGEN

Die vier “Girls” nämlich, bleiben keine Freundinnen oder sagen wir so, dieser Freundeskreis wird durch äußere und innere Umstände herausgefordert bis zerissen Und es läuft so ab, wie im wirklichen Leben, hier kommt ein Mann dazwischen, dort passiert Entfremdung durch unterschiedliche Ansichten oder Lebensstile. Man hat Geheimnisse oder redet einfach nicht mehr so viel miteinander, es gibt ein Missverständnis, you name it. Und nach der finalen Folge weiß man im Prinzip nicht, ob sich die vier weiterhin sehen werden, also zu viert vermutlich gar nicht mehr. Das ist irgendwie traurig, aber irgendwie auch ziemlich realitätsnah. Nämlich auch der Aspekt, dass man es eben nie genau weiß, wie sich Freundschaften entwickeln werden.

Meine Lieblingsszene der ganzen Serie ist die, bei der Ray (Alex Karpovsky) – der, sind wir uns ehrlich, sympathischste Mann in Girls – mit einem Date Karusell oder sagen wir Ringelspiel fährt, es ist Nacht, man sieht die Skyline von New York, sehr romantisch. Und es spielt ein Musikstück. Und ich denke mir so, das kenne ich, das ist doch ein Wiener Marsch. Und nach kurzem Googeln weiß ich, es handelt sich um Wien bleibt Wien von Johann Schrammel, aus dem Jahr 1886 (!). Und das Stück läuft nicht im Hintergrund, es dominiert die ganze Szene und geht noch im Abspann weiter. Keine Ahnung, wie das US-Amerikaner empfinden, wenn sie das sehen und vielleicht noch überhaupt nie ein Wienerlied gehört haben, aber ich fand es skurill und süß und irgendwie rührend. Genau das macht den Stil von Lena Dunham aus, dass sie nicht nur sehr ungeniert nackt herumläuft, nein, sie trifft auch solche überraschenden Regie-Entscheidungen, die einfach besonders sind und die Serie so interessant machen.

Am emotional erschüttersten ist vielleicht die Szene, in der Adam (Adam Driver), die große Liebe von Hannah (Lena Dunham) seit Folge 1 quasi zurückkehrt, obwohl er eigentlich gerade mit Jessa (Jemima Kirke, einem der Girls) zusammen ist. Was natürlich sehr schmerzhaft für Hannah war/ist. Hannah selbst ist schwanger von einem Urlaubsflirt, mit dem sie natürlich keine Zukunft plant, sie will das Baby aber behalten. Und Adam bietet ihr an, sich um sie und das Kind zu kümmern, weil eigentlich gehören sie – er und Hannah – zusammen, so seine Erkenntnis. Und natürlich ist der Reflex der Zuseher hier: Ah endlich!

Hannah und Adam verbringen einen gemeinsamen Tag von Wiedersehens-Sex bis Shopping von Babyutensilien, doch dazwischen merkt man immer durch nur ganz subtile Kleinigkeiten, dass irgendwas nicht passt. Etwas liegt in der Luft. Als sie schließlich am Abend essen gehen und Adam laut nachdenkt, wo sie denn nun gemeinsam hinziehen werden, fängt Hannah zu weinen an. Und dann schauen sie sich nur an – beide spielen das extrem gut – sprechen kein Wort und trotzdem versteht jeder Zuschauer, dass die beiden gerade eine Erkenntnis darüber haben, dass es nicht funktionieren wird. Und dass ihre Beziehung endgültig vorbei ist. Quasi der Moment, in dem man das bekommt, was man immer erseht hat und merkt: Ich will es gar nicht mehr. Es ist zu viel passiert, über das nicht hinwegzukommen ist. Das betrifft hier speziell Hannah, habe ich zumindest das Gefühl, wie gesagt: Es wird kein Wort darüber gesprochen. Adam sagt nur schließlich: “What’s the rest of your night look like?” und damit ist klar, dass jeder nun seiner eigenen Wege geht. Das ist so schlicht, fast nebenbei, dass es eine ganz eigene Wirkung hat.

ESC Dänemark 26

Dänemark hat beim ESC bisher, so wie ich Österreich, dreimal gewonnen.

Der Song von 1963 sagt mir, ehrlicher Weise, nichts, aber die Olsen Brother 2000 mit Fly on the Wings of Love waren so ein bisschen ein Guilty Pleasure von mir, trotz des Schunkelfaktors und auch Emmelie de Forest, die 2013 barfuß und naturverbunden Only Teardrops performte höre ich immer noch sehr gern. In den letzten Jahren war Dänemark dann weniger erfolgreich und lief ein bisschen unter dem Radar.

Dieses Jahr performt Søren Torpegaard Lund den Song Før vi går hjem – habe gestern auf Social Media gesehen, dass Andi Knoll schon die Aussprache übt harhar. Das Lied ist tatsächlich ausschließlich dänisch und der Titel bedeutet so viel wir “Bis wir nach Hause gehen”, handelt von einem gebrochenen Herzen und so etwas holt mich immer ab. Es erinnert mich thematisch an meinen Lieblingsbetrag vom ESC 2024, der Belgier Musti mit Before the party is over. Der Song war soo toll und Mitfavorit, bis Musti ihn dann erstmals live gesungen hat, ähm. Er ist dann tatsächlich im Semifinale ausgeschieden und ich find es ewig schade, konnte die Entscheidung aber leider verstehen.

Wie auch immer, Lund wird das hoffentlich nicht passieren, weil ich mag auch diesen Song sehr. Er ist in Prinzip recht unspektakulär, irgendwas zwischen Club und Kunstperformance mit diesem Aquarium, das Lund für das Staging benutzt. Das ist sehr reduziert und dennoch ziemlich wirkungsvoll. Bei den ESC Reactions meinte Marcel Stober, man hätte das Aquarium vielleicht vorher noch sauber machen können (harhar), aber mit den Kameraeinstellungen, dem Licht und den Moves von Lund und Konsorten ist es einfach irgendwie lowkey bezaubernd. Ein Trickshirt hat Lund auch an, unter dem sich ein Netzleiberl verbirgt, was ihm gut steht.

Das ist der bescheidenste Song, der heuer aus Skandinavien kommt, aber ich hätte nichts dagegen, wenn der ziemlich weit oben landet.

Girls

Apropos Lena Dunham, nachdem ich jetzt die erste drei Staffeln von Girls gesehen habe und parallel ihre Autobiografie lese, ein erstes Zwischenresümee.

Spoiler möglich

Dunham spielt ja in dieser Serie quasi ihr Alter Ego, eine junge Frau namens Hannah Horvath, die drei enge Freundinnen hat, und das erinnert natürlich jeden, der in den 2000er Jahren irgendwann einmal einen Fernseher aufgedreht hat, sofort an Sex and the City. Sehr raffiniert und auch sympathisch baut Dunham diesen Einfluss gleich in der Pilotfolge ein, als wir erstmals die Wohnung ihrer Freundin Shoshanna sehen, da hängt nämlich ein riesiges SatC Poster. Gleichzeitig ist die Ausgangslage aber eine ganz andere. Die Frauen aus SatC sind mindestens zehn Jahre älter als die aus Girls. Sie wissen zwar nicht so genau, was sie von Männern wollen, aber sie haben gute Jobs, tolle Wohnungen, superchice Kleidung und Geld ist (selten) ein Thema. Wir sehen auch ein ganz anderes New York, das ja in SatC oft als fünfter Hauptdarsteller bezeichnet wird, nämlich ein fast ausschließlich pittoreskes, in schönen Parks und Bars und Hotels und Restaurants.

Girls zeigt vier junge Frauen, die noch gar nicht wissen, was sie generell vom Leben erwarten, was sie beruflich machen sollen und überhaupt. Natürlich haben sie dasselbe Männerproblem wie in SatC, aber Männer stehen nicht so direkt im Vordergrund. Die ziemlich gute Prämisse ist hier nämlich, dass Hannah von ihren Eltern “an die Luft” gesetzt wird. Bei einem Abendessen eröffnet ihr die Mutter Lorreen (Becky Ann Baker) – die mir sofort unsympathisch ist (harhar), aber der man zu Gute halten muss, dass sie auch äußerlich eine absolut “untypische” Serienmutter verkörpert, was ja wieder interessant ist – dass sie und Hannahs Vater ihre finanzielle Unterstützung einstellen. Der Vater Tad (Peter Scolari) ist natürlich viel zu lieb und gutmütig, man weiß sofort, wer die Entscheidung getroffen hat, die Dynamiken dieser Familie liegen offen auf dem Tisch. Hannahs Ex-Freund Elijah bemerkt bald einmal “Your father is gay” – und circa 20 Folgen später wird sich Tad auch als gay outen, worauf Elijah zu Hannah sagt, er habe ihr das schon vor langer Zeit gesagt und sie so: “You never said that” und wir als Zuschauer: Dooooch, hat er! Sowas mag ich ja sehr. harhar.

Jedenfalls will Hannah schreiben, aber sie weiß gleichzeitig, dass das kein Job ist (ach ja) und wir sehen ihr dann dabei zu, wie sie dieses Problem angeht. Hannah hat außerdem nicht die typische Hollywood-Seriendarstellerinnen Figur zumindest damals vor Body Positivity, sie trägt nie Stöckelschuhe, die Wohnungen sind oft ein bisschen chaotisch und schauen halt aus, wie normale Wohnungen ausschauen und Schausplatz ist nicht Manhattan, sondern Williamsburg. Diesen Stadtteil kenne ich aus der Serie Unorthodox, er ist bekannt für seine (ja eben) ultaorthodoxe jüdische Gemeinde. Ultraorthodox ist in Girls niemand, die Religion schimmert nur ein bisschen durch, am ehesten natürlich bei Shoshanna Shapiro, deren Name das ja auch suggeriert. Aber ich würde sagen, so kulturell und “Vibe-mäßig” ist da schon viel jüdisches dabei, während das Judentum in SatC ja irgendwie so etwas exotisches war, man erinnert sich, als Charlotte wegen ihres Mannes konvertiert ist.

Ach ja und noch schnell die Männer, also besonders Adam Sackler (Adam Driver), der Typ, mit dem Hannah eine ziemlich eigenartige Beziehung führt. Das ist ja das lustige, wenn man die Serie erst 15 Jahr später sieht und Driver aus Star Wars, Marriage Story und vielen Jarmusch Filmen kennt. Hier ist er in der ersten Staffel quasi durchgehend kaum bekleidet und ein richtiger Arsch, so auf den ersten Blick. Aber bei manchen Menschen lohnt es sich, genauer hinzusehen, weshalb sie sich so verhalten und so ist Adam bei genauerer Betrachtung natürlich auch viel mehr als dieser erste Eindruck.

Soweit mal fürs erste.

Lena Dunham

Was die Schauspielerin, Autorin und Regisseurin Lena Dunham betrifft, zäume ich jetzt das Pferd quasi von hinten auf.

Im vergangenen Sommer habe ich ja Too Much gesehen, die damals neue Mini-Serie von Dunham, und ich fand sie echt ziemlich schrecklich, sorry. Sehr unsympathische Charaktere, sehr woke, auch, ganz ehrlich, nicht besonders witzig. Ich weiß aber auch, dass sie mit der Serie Girls einen riesen Erfolg hatte. Die Serie, die von 2012 bis 2017 lief, habe ich aber nie gesehen, es war irgendwie damals keine Zeit fürs Serienschauen und außerdem waren die Protagonistinnen alle mindestens zehn Jahre jünger als ich und hatten kein kleines Kind. Es hat nicht mehr so in mein Leben gepasst wie Jahre zuvor Sex and the City.

Vor kurzem hat Dunham ihre Biografie Famesick veröffentlicht, und das war echt überall in meiner timeline. Es ging auch irgendwie um Adam Driver, ihr Co-Star in Girls. Ich bin bei den Artikeln hängen geblieben. Weil Lena Dunham auch irgendwie ein bisschen “lost” wirkt und, ich sage wie es ist, extrem zugenommen hat. Und ich denke mir, da muss was dahinterstehen. Ich habe auch in Zeiten der Trauer in meinem Leben zugenommen, vor fast vier Jahren acht Kilo, habe diese aber wieder abgenommen (aber kein Gramm mehr, wie gemein, harhar). Mich interessieren Menschen, die durch Krisen gehen, weil ich wissen wie, wie sie damit weiterleben.

Jedenfalls habe ich jetzt entdeckt, dass es Girls auf einem meiner Kanäle streamt und ich dachte mir na gut, schaust du den Piloten. Ich war der Meinung, ich würde vielleicht gar keine ganze Folge schaffen, weil wenn mir was nicht gefällt, breche ich schnell wieder ab. Aber siehe da: Die Serie ist super, ich war sofort “hooked” und habe mittlerweile die ganze erste Staffel gebingt, *hüstel* Was ich jetzt schon sagen kann: Diese Serie hat alles das, was Too Much meiner Meinung nach fehlt.

Ich arbeite mich da jetzt rein, ich habe vor, alle fünf Staffeln zu sehen, und zwar ohne mich selbst zu spoilern, weil man könnte natürlich den ganzen Inhalt auch schon vorab lesen. Und ich habe mir ihr Buch Famesick bestellt. Ich werde weiter berichten, harhar.