almis personal blog

green day in wien – review eins

es gibt bands, deren songs ich liebe, die auf live-konzerten aber ihr potential nicht ganz ausspielen können. bei denen man den eindruck hat, dass sie lieber an den lyrics tüfteln, am sound herumwerken und im stillen kämmerlei ein kleines gesamtkunstwerk erschaffen, das oft nicht in seiner ganzen schönheit auf die bühne transferiert werden kann. beispiel hierfür: the killers.

und dann gibt es bands, deren songs auf platte ganz gut klingen, bei denen aber doch ein kleines bisschen fehlt, an emotion, intensität oder "nachhaltigkeit", was gerade im rahmen einer live-performance so richtig zur geltung kommen kann. beispiel dafür: green day. eine wirklich hervorragende bühnen-band, die man in concert gesehen haben sollte, um sie richtig kennenzulernen.

mein erstes green day-konzert besuchte ich am 12. august 1998 (ja, ich habe im kalender nachgesehen, denn ich bin nicht heinz prüller). ein sehr heißer sommerabend war das damals in der wiener arena, ich kam direkt von meinem damaligen arbeitsplatz, dem schloß schönbrunn. man saß zuerst auf der wiese und hörte vermutlich einer vorgruppe zu (ich kann mich an sie nicht mehr erinnern); später hüpfte man und tanzte und bangte head (also nicht ich, aber generell); billie joe armstrong erzählte, er würde bald zum zweiten mal vater werden, er trug einen leopardenslip, demolierte ein paar instrumente, wurden fallweise von zwei musikern flankiert, die als enten verkleidet waren und hatte auf der bühne eine schier unerschöpfliche energie.

mein zweites green-day konzert besuchte ich am 6. november 2009. kurz vorher hatte der babysitter mein kind abgeholt, es war grau und trüb und nieselte und es ging diesmal in die ausverkaufte stadthalle, auf rang eins, also hoch rauf. die vorgruppe (primadonna) wird man sich wohl nicht merken müssen, aber die hälfte ihrer performance haben wir ohnehin versäumt. vor der hauptband ein rosa hase, der zu ymca von den village people über die bühne torkelt. und die volle aufmerksamkeit aller 12.000 menschen bekommt. was ganz typisch für die sich bereits ankündigende hauptband ist: das hier wird laut und schrill und alle in den bann ziehen, ob sie wollen oder nicht; mehr eine perfekte show, ein unterhaltungsprogramm, eine große party als eine herkömmliche musikalische werkschau.

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