That time of the year:

Wenn man Film und Filmpreise ein bisschen verfolgt, weiß man in vielen Fällen schon, was da ungefähr auf einen zukommen wird, an Nominierungen (morgen: die Oscars). Aber jeder wünscht sich insgeheim auch, dass es irgendwo eine Überraschung gibt, dass jemand nominiert wird, der einen total überzeugt hat, aber bei den bisherigen Awards und Nominierungen übersehen wurde.
Vor einigen Tagen hat sich auf X eine Fanbase von Tânia Maria gebildet, einer 79 jährigen brasilianischen Schauspielerin, die quasi vor sieben Jahr in diesem Job angefangen hat harhar. Filmkritiker Brian Rowe schreibt: “One of the most inspired shocker Oscar nominations that could happen (..) is Tânia Maria in Best Supporting Actress for The Secret Agent.” Und er hat recht. Kaum erscheint sie auf der Leinwand hat man das Gefühl, es mit einer realen Person zu tun zu haben. Einer schrulligen Südamerikanerin in Blümchenkleid mit Flip Flops, die permanent eine Zigarette zwischen Fingern hat. Sie spielt eine Pensioniswirtin für Menschen, die zu Außenseitern geworden sind, die vor irgendetwas oder irgendjemanden flüchten. Sie ist warmherzig, aber auch herb, sie nimmt sich kein Blatt vor den Mund, sie hat schon alles im Leben gesehen, nichts kann sie schockieren. Und es ist ihr komplett egal, was andere von ihr denken.
Die Chancen, dass sie nominiert wird, sind jetzt nicht wahnsinnig groß, das “Campaigning” für sie hat spät angefangen und sie ist auf keiner großen Prediction-Seite gelistet, wenn ich das recht überblicke. Andererseits hat The Secret Agent gerade ein enormes Momentum. Und in der Kategorie Beste weibliche Nebenrolle gibt es nur zwei sichere “Fixstarterinnen”, nämlich Teyana Taylor (One Battle After Another) und Amy Madigan (Weapons), wobei ich hoffe, dass Inga Ibsdotter Lilleaas (Sentimental Value), auch dabei sein wird, meine Lieblings-weibliche-Nebenrollen Performance dieses Jahr. Jedenfalls ist es aber eine Kategorie, die relativ volatil ist, in den anderen Kategorien sind meistens mindestens vier Plätze schon “sicher”.
Ich glaube, irgendwo recherchieren Journalisten zur Sicherheit schon, wann das früher mal passiert ist. Da kann ich helfen, das letzte Mal ist gar nicht so lange her, Andrea Risborough wurde 2023 out of the blue für To Leslie nominiert, da gabs damals aber eine Kontroverse. Auch Marcia Gay Harden in Pollock war bei den größeren Filmpreisen vor dem Oscar völlig ignoriert worden und gewann 2001 dann sogar. Soviel zu meinem unnützen Oscar-Wissen, harhar. Aber es ist doch auch mal schön, sich mit solchen sinnlosen Dingen zu beschäftigen.
Ich würds ihr jedenfalls gönnen.
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