almis personal blog

Drei Freundinnen

Als Studentin habe ich mal einige Zeit lang im Schloss Schönbrunn gearbeitet, und dort eine Theaterwissenschaftstudentin kennengelernt, mit der ich in den Mittagspausen immer vor allem über Kinofilme gesprochen habe. Einmal kam eine WU-Studentin dazu (es klingt wie ein Klischee, aber es war halt so) und meinte zu uns: Ach ich hasse französische Filme, da wird immer nur geredet. Harhar.

Mein Filmgeschmack hat sich später auch, wie soll ich sagen, diversifiziert, aber heute habe ich mal wieder einen dieser französischen Filme gesehen, in denen viel geredet wird. Weil in den österreichischen Kinos und – da muss ich jetzt Pia Reiser vom fm4 Filmpodcast zitieren – wird praktisch jede französische Gesellschaftskomödie, die gedreht wird auch gezeigt. Mein Zusatz: Und in jeder spielt gefühlt Vincent Macaigne mit, den ich super sympathisch und brummbärig finde. Die Komödien selber: Manchmal “so lala”.

Der heutige Film heißt Drei Freundinnen und ist von Emmanuel Mouret. Und Nomen est Omen. Es geht um Joan (India Hair), die mit Victor (eben Macaigne) zusammen ist und feststellt, sie ist nicht mehr verliebt in ihn. Es geht um Alice (Camille Cottin), die ihr daraufhin sagt, sie war in ihren Partner Eric eh nie verliebt, das ist besser so, dann verliebt-sein stürzt einen nur ins Unglück, man ist da gleich in einer unterlegenen Position. Und dann gibt es noch Rebecca (Sara Forestier), die mit besagtem Eric eine Affäre hat – was Alice natürlich nicht weiß (hey, es ist eben ein französischer Film)…

ACHTUNG SPOILER

Es gibt einige Dinge, die ich an diesem Film sehr mochte. Einerseits die Erzählperspektive. Victor erzählt nämlich aus dem Off und das sehr pointiert: “Hier haben wir eine Figur, aber das ist nicht die Hauptperson. Er ist gerade drauf und dran, meinen Job zu übernehmen.” “Hier haben wir einen Ort der Handlung. Und hier und hier” Ich mag ja so etwas. Dennoch bin ich schon wieder drauf reingefallen, dass es so eine Konvention wäre, dass die erzählende Figur selbst am Ende des Filmes noch am Leben sein wird. Obwohl ich eh bereits Filme gesehen habe, in denen das nicht der Fall war. Hier eventuell auch. *hüstel*

Ich mochte, dass Menschen hier so aussehen wie Menschen aussehen. Normale Figuren und Frisuren, kein Botox weit und breit (!), kaum Schminke, da passt das Shirt nicht zum Rock, und die Farben sind unvorteilhaft, die Wohnungen sind generell unordentlich, wie im richtigen Leben. Ich mochte die Diskussionen über (romantische) Liebe: Was ist das eigentlich, braucht man das für eine Beziehung oder ist es eher hinderlich, was ist wirklich wichtig in einer Partnerschaft, warum hat man überhaupt eine Partnerschaft. Und ich mochte, das hier keine “Hollywood Endings” passieren, auch wenn sie so schön passen würden. Ich mochte, wie Rebecca bei einem Date dem Mann, den sie trifft, erzählt, sie würde gar nicht gerne reisen und hätte das auf der Dating Plattform nur geschrieben, weil man ja nicht schreiben kann “Ich bin gerne zuhause”, harhar, I feel you!

An diesem Film ist so gesehen nichts falsch – außer vielleicht die Szenen in denen Joan den, ja sprechen wir es aus, toten Victor imaginiert – aber der Film hat halt auch keine besondere Dringlichkeit oder besonders viel, was er einem unbedingt mitgeben will, für das eigene Leben. Oder anders gesagt: Es ist nicht so, dass es irgendwas großartig verändert, wenn man diesen Film sieht. Und laut Charlie aus dem Roman Perks of a Being a Wallflower verändert ein richtig guter Film das Leben immer ein stückweit und ich stimme ihm da auch durchaus zu.

Anderseits ist es auch mal ganz schön, einen Film zu sehen, der irgendwie so angenehm dahinplätschert, amüsant ist, ein bisschen zum Nachdenken anregt, einen aber auch nicht sonderlich aufwühlt oder einem gar das Herz rausreißt. Aber, und das ist auch wichtig, trotzdem nichts von einem TV-Movie hat. Ob das jetzt eine Empfehlung ist, mag jeder selbst entscheiden, harhar.

Serge

Im Jahr 2024 erschien der Film A Real Pain von und mit Jesse Eisenberg, von dem ich leider nicht so begeistert war wie der Rest der Welt. Eisenbergs Co-Star Kieran Culkin bekam sogar den Nebenrollen-Oscar, weil er einen sehr unsympathischen Menschen sehr unsympathisch verkörperte, harhar. Ich weiß, es ging auch darum, dass hinter dessen nervtötenden Persönlichkeit ein verletzlicher Mensch steckt und der Zuseher für diesen Empathie aufbringen sollte, es hat bei mir nur nicht funktioniert, ich fand ihn einfach nur furchtbar anstrengend. Die Prämisse des Filmes aber, zwei amerikanische Cousins mit polnischer Herkunftsfamilie machen nach dem Tod der Großmutter eine “Holocaust-Tour”, um ihren Wurzeln und damit sich selbst auf die Spur zu kommen, fand ich wirklich interessant.

Nun habe ich Serge von Yasmina Reza gelesen und sehen wir uns die Prämisse hier an: Drei Geschwister, Franzosen mit ungarischer Herkunftsfamilie, machen nach dem Tod der Mutter einen “Holocaust-Tour”, um ihren Wurzeln und damit sich selbst auf die Spur zu kommen. Hm. Der Roman ist übrigens von 2022. Serge hat jedenfalls alles, was dem Film meines Erachtens fehlt.

So ein Buch kann natürlich nur jemand schreiben, der selbst jüdischer Herkunft ist, vor allem wenn die Betrachtungen teilweise so bitterböse und auch selbstkritisch sind. Die titelgebende Figur des Serge sagt einmal: “Die übrig gebliebenen Juden sind nichts wert. Guck dir doch die Nullen an, die wir jetzt haben.”1 Aber zum Teil ist es auch ziemlich komisch. Einmal meinte Serge über etwas: “Das erstatten sie uns zurück” und bekommt zur Antwort: “Juden erstatten nichts zurück.”2 Oder wenn der Erzähler Jean, Bruder von Serge, feststellt: “Meine Mutter hatte einen wenig in unsere Zeit passenden Reflex: Um nichts in der Welt wollte sie Opfer sein.”3

Reza schafft auch, was der Film ebenfalls versuchte, eine Kritik an der Erinnerungskultur-Industrie an sich anzubringen, an den Touristen, die ergriffen von ihrer eigenen Haltung sind, dabei aber Sackerl von H&M oder Zara tragen, weil sie nach dem Besuch von Ausschwitz eben shoppen oder gut essen gehen. Gleichzeitig stellt aber gerade die Figur Serge die Sinnhaftigkeit von Erinnerung quasi auf Kommando kritisch in Frage, wenn er über die “besonders trübsinnig inszenierte ungarische Ausstellung” in Ausschwitz reflektiert. Und wie wenig kathartisch es sei, neben der berühmten “Judenrampe” zu stehen, in der hellen Sonne, in Shorts, Kekse zu essen und zu schwitzen. Serge hat überhaupt wenig übrig, für die “unerbittliche Ernsthaftigkeit der Jugend” (was für eine wundervolle Formulierung!) Dennoch wird hier natürlich nichts kleingeredet oder verharmlost, im Gegenteil: Schmerz und Verletzlichkeit haben in diesem Roman mindestens ebensoviel Platz.

Jetzt denkt man sich vielleicht – warum heißt der Roman “Serge“, wenn es um drei Geschwister geht. Das werde ich nicht verraten, weil ich das Buch sicher einmal verschenken werde. Aber sagen wir so, auf den letzten 20 Seiten wird es klar. Die anderen beiden Jean (der Erzähler, das mittlere Kind) und Nana, die “kleine” Schwester bekommen in dieser Geschichte aber ebenfalls viel Raum, so wie noch andere Familienmitglieder, die oft mittels liebenswerter Schrullen charakterisiert werden. Hier wird aber auch bei Familienkonflikten und Traumata ganz genau hingeschaut und gar nichts beschönigt, und ich mag ja so eine radikale Ehrlichkeit, wo aber keine Bitterkeit, sondern immer noch eine Schicht Galgenhumor dahinter steht, sehr gerne.

Berührend ist, wie Nana im Streit Serge einmal hinterherschimpft, dass sein Leben gescheitert ist. Das bereut sie später. “Es tue ihr furchtbar leid, dass sie das gesagt habe, sein Leben sei restlos gescheitert. Welches Leben denn nicht? Nach welchen Kriterien könne man sagen, ob ein Leben gescheitert sei oder nicht?”4

Ich liebe die Art wie Reza schreibt und wie ich sehe, gibt es in den Büchereien eine Menge ihrer Bücher….

  1. Yasmina Reza: Serge, Seite 104 ↩︎
  2. Reza, Seite 57 ↩︎
  3. Reza, Seite 33 ↩︎
  4. Reza, Seite 203 ↩︎

The Invite

The Invite, der neue Film von Regisseurin Olivia Wilde, nach einem Theaterstück, das schon öfters adaptiert wurde, erinnert von seiner Prämisse erstmal sehr an Carnage (Gott des Gemetzels)

Hier wie da handelt es sich um ein Kammerspiel von zwei Paaren, die sich treffen, um miteinander zu reden und irgendwann bei der Abrechnung über ihr Leben und ihre Beziehung landen. Hier ist allerdings nicht ein Streit unter Kindern der Auslöser, sondern Angela (Olivia Wilde selbst) hat über den Kopf ihres Mannes Joe (Seth Rogen) hinweg beschlossen, die Nachbarn von oben Hawk (Edward Norton) und Pina (Penelope Cruz) einzuladen, die ihm extrem auf die Nerven gehen, weil sie nachts sehr äh laut sind. Joe, der selten mit seiner Meinung hinterm Berg hält, will die Chance nutzen und die beiden auf ihre “Lautstärke” ansprechen, während das Angela sehr peinlich ist und sie die beiden insgeheim bewundert, weshalb sie sich auch eingeladen hat. Doch dann kommt alles anders…

SPOILER MÖGLICH!

Bei diesem Film wäre es gut, wenn man sich möglichst wenig vorab informiert (zum Beispiel hier, harhar) und sich nicht den Trailer ansieht – was fast unvermeidlich ist, wenn man öfters ins Kino geht. Dieser gibt nämlich schon gewisse Hinweise, was in diesem Film passieren wird. Aber dann auch nur über einen Teil des Films, weil es gibt den einen oder anderen Twist.

Mir hat an diesem Film gefallen, dass er sich so eine Klischeesituation vornimmt – zwei Paare, die sich kaum kennen, treffen sich, was ja immer in gewisser Weise einen performativen Charakter hat – und dann zuerst auch mit Paarklischees bzw. Stereotypen von urbanen Menschen im mittleren Alter spielt. Es geht unter anderem um Veganismus, Kosenamen, schicke Teppiche und Klappräder. Das Publikum in meiner Vorstellung war sehr erheitert, ich habe Leute schon lange im Kino nicht mehr so lachen gehört, was verständlich ist, die Besetzung ist exzellent, das Gespür für timing stimmt und die Dialoge nehmen sich auch kein Blatt vor den Mund, Andeutungen: Fehlanzeige, hier geht es ganz schön explizit zur Sache. Aber dann entwickelt sich der Film doch in eine andere Richtung.

Wir verfolgen die verschiedenen Dynamiken eines solchen Abends. Wer wann im Mittelpunkt der Gespräche steht, wer was von sich zeigen will (und was nicht), wer wann ermüdet, wer zu Hochform aufläuft und wie sich das auch immer wieder ändert. Das eher “coole” Paar hat genauso seine unsicheren Momente. Hawk neckt Pina spielerisch, weil sie ein falsches englisches Wort verwendet hat, darauf sie toternst: “Your spanish is also not as good as you think”. Das etwas “spießigere” Paar ist ehrlich zueinander, Angela: “I just didn’t want them to feel like they were visiting people who have given up.” Hier ist keine Person eindimensional, man versteht jeden und jede in manchen Momenten – und dann auch wieder nicht.

Im Laufe des Abends kommt es bei Angela und Joe zu einer großen Erkenntnis und als Pina und Hawk gehen wollen und die beiden in der Küche noch schnell Pinas Casserole auswaschen, und dann wieder zurückkommen, ist das Besucherpaar weg. Und in diesem Moment empfand ich das als etwas märchenhaftes, als wären sie weggezaubert worden, so als hätte man den ganzen Besuch nur geträumt oder erdacht, als hätten Angela und Joe einen Katalysator gebraucht, um über Probleme zu sprechen, wirklich zu sprechen, aber dieser Katalysator könnte auch nicht-materiell gewesen sein. Klingt etwas gaga? Ist es auch hahar. Aber ich habe das eben so empfunden.

Das Ende ist, wie ich es am liebsten mag – offen. Jeder Zuschauer kann und wird seine eigenen Schlüsse ziehen und diese werden maßgeblich davon beeinflusst werden, welche Erfahrungen er oder sie selbst in Beziehungen bisher gemacht hat. Von hoffnungsfroh-optimistisch bis bitter-resignativ kann da alles dabei sein.

Bitteres Fest

Ein Jahr, in dem ein neuer Almodovar Film herauskommt ist ein gutes Jahr. Auch wenn die jeweiligen Filme unterschiedliche Grade an Brillianz aufweisen.

Heuer schenkt uns Pedro Bitteres Fest, einen Film, dessen Protagonist Raul (Leonardo Sbaraglia) ein berühmter Drehbuchautor, nach Jahren der fehlenden Inspiration, wieder schreibt. Er erzählt die Geschichte der ehemalige Filmemacherin Elsa (Barbara Lennie) die aufgrund von Erfolglosigkeit in die Werbebranche gewechselt ist. Ihr Verdienst ist gut, aber die Erfüllung fehlt ihr. Eines Tages beginnt Elsa, die noch um ihre Mutter trauert, ihr Umfeld als Inspiration zu erkennen und beginnt ein neues Drehbuch zu schreiben…

ACHTUNG SPOILER!!!

Klingt ein bisschen sperrig? Nun ja, Bitteres Fest ist – im Gegensatz zu Almodovar letztem, ziemlich straight erzählten (und ersten englischsprachigen) Werk The Room Next Door wieder ordentlich verschachtelt und voll von Subtexten, die aber dann nicht so mühelos und spielerisch ineinandergreifen, wie es im vorletzten Werk Parallele Mütter der Fall war. Aber das ist ja auch ein bisschen das Thema von Bitteres Fest, einen Autor zu zeigen, der Schwierigkeiten hat, einen kohärenten, mitreißenden und schlüssigen Text zustandezubringen. Form follows function sozusagen. Aber natürlich denkt man auch gleich an das wohl berühmteste (und IMO beste) Werk über einen scheiterenden Filmemacher – 8 1/2 von Federico Fellini. Fellini hat sich damals sehr überzeugend in den Surrealismus geflüchtet.

Bitteres Fest beginnt amüsant und reiht viele kleine interessante Szenen aneinander. Je länger der Film aber dauert, umso mehr sucht man den roten Faden, das sogenannte große Ganze. Hier wird so viel erzählt, das augenscheinlich wenig Einfluss auf die “Haupthandlung” hat, das hat mich, ich gebe es zu, ein bisschen nervös gemacht. Am besten zeigt sich das an der von Raul ausgedachten des Figur Bonifacio (Patrick Criado), dem Lebensgefährt von Elsa, Feuerwehrmann und zugleich Stripper – wir verfolgen eine ziemlich lange Szene in einem Club und erleben Bonifacio in “Aktion”. Doch nachdem Bonifacio in der ersten Hälfte des Films eine große Rolle gespielt hat, nicht zuletzt auch als emotionale Unterstützung für Elsa, verschwindet er plötzlich ohne weitere Erklärung und tritt nur noch als (lästiger) Anrufer und als Name auf ihrem Handy in Erscheinung.

In den letzten (und meines Erachtens besten) 20 Minuten des Filmes, in denen es um den Schreibprozess von Raul geht, wirft Rauls Assistentin Monica ihm genau das vor, dass er Bonifacio im Film wie eine Hauptfigur einführt und dann einfach auf ihn vergisst. Sie zieht Parallelen zu Rauls Lebensgefährten Santi, der immer für Raul da ist, aber irgendwann seine Aufmerksamkeit verloren hat. Das sei, so Monica weiter, ganz typisch für Raul, den Menschen nur eine gewisse Zeit interessieren, nämlich so lange, wie sie ihm nützlich sind: vor allem als Inspiration für Charaktere in seinen Werken. Ich gebe zu, da habe ich gelacht und mich auch ertappt gefühlt, weil ich mir eben die ganze Zeit über gedacht habe, wieso ist Bonifacio verschwunden. In einem herrlich amüsanten Moment der Selbsterkenntnis sagt Raul noch, es gäbe in seinem neuen Film zwei Szenen, wo die Musik die Zuseher einlullen soll und die Protagonisten dazu bringen, etwas in ihrem Leben zu ändern. Nachsatz: Das habe ich zwar schon in anderen Filmen gemacht, aber es funktioniert halt so gut. Harhar.

Fazit: Kein Hauptwerk von Almodovar, aber wenn man seine Art, zu denken und Filme zu machen, mag, wird man auch mit Bitteres Fest seine Freude haben.

Die Odyssee (eins)

Ja nun. Also Christopher Nolan hat sich diesmal einfach mal daran gemacht, Die Odyssee nach Homer zu verfilmen. Eine schreckliche Idee, meiner Meinung nach, meisterhaft ausgeführt.

Worum es geht, weiß eh jeder so ungefähr: Odysseus (Matt Damon) begibt sich nach Endes des zehnjährigen trojanischen Krieges, den er zwar gewonnen, aber alle seine Männer verloren hat, auf die Heimreise, was dann immerhin auch wieder zehn Jahre dauert. Inzwischen gelingt es seiner Frau Penelope (Anne Hathaway) kaum noch, sich vor dutzenden Freiern zu retten, die sich an ihrem Hof eingenistet haben und sie aus Gründen des Machtstrebens heiraten wollen. Der grindigste unter ihnen ist wahrscheinlich Antinous (Robert Pattinson). Penelopes Sohn Telemachos (Tom Holland) macht sich deswegen seinerseits auf die Suche nach Informationen über seinen Vater…

ACHTUNG SPOILER!!!

Christopher Nolan war bis vor kurzem dafür bekannt, sehr gegenwärtige Stoffe zu verfilmen und seinen Filmen einen eher futuristischen Look zu geben. Schon in seinem letzten Werk Oppenheimer hat er allerdings zurückgeschaut, wenn auch nur in die 1940er Jahre, diesmal geht er gleich ins 12. Jahrhundert vor Christus und gleichzeitig auch in eine Fabelwelt, was ich persönlich immer sehr kritisch sehe, weil es verfilmt oft so unglaublich peinlich sein kann. Wie Homer selbst ist Nolan ein Fan des gepflegten nicht-linearen Erzählens, aber im Gegensatz zu Mindfuck Filmen wie Inception oder Memento ist es hier nicht schwer, dennoch der Handlung folgen zu können.

Den Kern der Odyssee bilden die verschiedenen Abenteuer und Prüfungen, die Odysseus und seine Männer auf der Irrfahrt erleben und die Nolan, man muss es so sagen, vor allem visuell einfach sehr beeindruckend umsetzt. Gleich am Anfang trifft Odysseus eine unglaubliche Fehlentscheidung – der noch weitere folgen werden: er und seine Männer landen in der Höhle von Polyphem, dem einäugigen Riesen, Sohn des Poseidon. Und hier könnte so viel schieflaufen, gerade in der Darstellung dieses Polyphem, es könnte so lächerlich sein, wie Polyphem ja auch einigen der Männer dann gleich mal den Kopf abbeißt, wie ein schlechter Comic. Aber was ist? Es funktioniert und wirkt im Gegenteil extrem bedrohlich. Einen pointierten Moment hat diese Szene aber auch, als die Männer nach einiger Zeit draufkommen, dass Polyphem sprechen kann (folglich sie vielleicht mit ihm verhandeln hätte können), fragt einer Odysseus, wieso Polyphem vorher nicht gesprochen hat. Und Odysseus daraufhin: Reden wir mit Ameisen? Harhar.

Über meine Lieblingsszene bei der Abarbeitung der Stationen schreibe ich morgen (bleibt dran!), heute stattdessen noch etwas zur Besetzung, die ja teilweise kontrovers diskutiert wurde, weil die schöne Helena hier ja von einer schwarzen Darstellerin, nämlich Lupita Nyong’o dargestellt wird. Das hat mich an sich nicht so gestört, weil künstlerische Freiheit und so. Ich persönlich glaube auch nicht, dass Nolan das aus Gründen der DEI gemacht hat, ich empfinde ihn nicht als “woken” Regisseur – bei Corona war er ja schon fast ein “Leugner”; warum er sich so entschieden hat, weiß ich allerdings auch nicht. Im Prinzip ist es aber wirklich ziemlich wurscht, denn Helena kommt in diesem 172 Minuten Film vielleicht insgesamt drei Minuten vor.

Aus der restlichen Besetzung sticht für mich neben dem grauenhafen Antinous (Pattinson) vor allem Matt Damon hervor, den ja viele im Vorfeld nicht gerade als griechischen Helden par exellence gesehen haben und der in vielen Filmen auch eher unscheinbar agiert, fand ich hier wirklich sehr gut. Auch weil er eine gewisse Art von Antiheld ist und das liegt ihm gut. Was ich damit meine?

To be continued…

Dienstag

Gestern wurde Wien von der UNESCO roten Liste gefährdetes Weltkulturerbe gestrichen, auf der sie wegen des Projekts beim Heumarkt seit mehreren Jahren waren. Warum das vielleicht keine ausschließlich positive Nachricht ist, haben 50 Fachleute in einem offenen Brief beschrieben, der im ersten ORF- Bericht noch verlinkt war, was ich sehr wichtig fand. Im zweiten Bericht dann nicht mehr.

Auf meine dementsprechende Frage an die Redaktion, wurde mir heute zuerst mitgeteilt, dass der ORF einer gesetzlichen Längenbegrenzung unterliegt. Ähm, einen Link kann man doch einfach unter jeden Text drunterlegen, was hat das mit Länge zu tun. Und wieso werden dann andere Links ergänzt? Ich mein ehrlich, halten die uns alle für deppert?? Wollte schon pampert antworten, habe dann aber etwas später noch eine weitere Mail erhalten, in dem mir geschrieben wurde, der Link ist jetzt wieder drinnen. Noch mal die Kurve gekratzt. Falls jemand nachlesen will, hier der Artikel (mit Link zum offenen Brief).

Vom nochmal abgewendeten Ärger über den ORF direkt zum Ärger auf die Stadt Wien

Lets agree to disagree

Ja ich weiß, Bauarbeiten sind notwendig. Aber zwei Monate? Und überall in der Stadt gleichzeitig? Den ganzen Sommer lang? Wenn man mit der U6 fährt, muss man derzeit den Weg von der Volksoper bis zum Votivkino zu Fuß zurücklegen. Das kann ich, mache ich auch sonst häufig, zumindest abwärts, aber das gilt ja nicht für alle Menschen.

Gleisbauarbeiten auf der Währingerstraße, die gleich sieben Straßenbahnlinien lahmlegen

Dann war es aber endlich soweit und ich habe Die Odyssee gesehen. Übrigens englisch mit deutschen Untertitel und quasi erstmals in der Geschichte ist die deutsche Synchro vielleicht seriöser als das Original, denn hier hört man in der Adaption von Homers Epos Sätze wie “What about your daddy” und “Get the fuck out of here” Harhar. Aber was soll ich sagen? Die Geschichte interessiert mich an sich wirklich null, (harhar) aber Nolan gelingt es ein weiteres Mal, und da war ich diesmal wirklich sehr skeptisch, dass ich nach 30 Minuten komplett fasziniert und total dabei bin.

Doch noch ein sehr schöner Tagesabschluss. Mehr zum Film dann bald.

The Piano Tuner

Sowohl fm4 Filmpodcasterin Pia Reiser wie auch mein Sohn empfahlen mir den Film Tuner. Auf “deutsch” übrigens: The Piano Tuner. Und jetzt empfehle ich ihn euch.

Worum geht’s? Niki (Leo Woodall) betreibt mit seinem väterlichen, mittlerweile schwerhörigen Freund Harry (Dustin Hoffman) ein Klavierstimmer-Unternehmen in New York. Im Gegensatz zu Harry leidet Niki seit einem Unfall unter Hyperakusis, schon Alltagsgeräusche sind zu laut für ihn und er trägt, wenn er nicht arbeitet, fast immer Kopfhörer. Ist das der Grund, warum er seine vielversprechende musikalische Karriere beendet hat? Und was passiert, als er entdeckt, dass sein Talent auch zum Knacken von Safes eingesetzt werden kann?

ACHTUNG SPOILER

Zunächst mal: der Film hätte wahrscheinlich auch meinem Papa gefallen. Dann gleich am Anfang läuft ein Stück, das andere Kinder als “Panoptikum Signation” bezeichneten, während mein Papa mir schon, während ich noch den Kindergarten besuchte, erklärte, das sei Unsquare Dance von Dave Brubeck. Er hatte natürlich die Platte, er war ein großer Jazzfan. Zu seinem Leidwesen wurde ich selbst nie zu einem solchen, wobei Unsquare Dance ist, wie auch Take Five, natürlich super.

Wie auch immer, ich dachte dieser Film sei eine Art schrullige Gangsterkomödie. Und sie beginnt auch so. Als Niki eine Bande osteuropäischer Safeknacker auf frischer Tat – beim Aufbohren eines Tresors nämlich – ertappt, beschwert sich deren Boss über Nikis Fremdenfeindlichkeit. Was, sagt er, nur weil wir einen Akzent haben, sind wir gleich Verbrecher? Woraufhin Niki darauf hinweist, dass er eher durch die beobachtete Tätigkeit auf diese Idee kam. Harhar. Er könne das jedenfalls leiser erledigen. Dieses Gaunertrio agiert einerseits herrlich menschlich, sie haben einen kleinen Hund, um den sie sich liebevoll kümmern, einer von ihnen hat immer ein Chipssackerl in der Hand; im nächsten Moment kann aber schon die Stimmung komplett kippen. Das hat mich ein bisschen an den Balanceakt erinnert, den James Gandolfini als Mafia Capo Tony Soprano meisterhaft geleistet hat.

Der Film hat so viele Tonalitäten (pun intended). Er ist ziemlich witzig, ich meine wie toll ist Hoffman, der immer noch irgendwie lausbubenhaft wirkt, mit seiner verschmitzten Art, das Leben zu nehmen wie es kommt. Der Film ist musikalisch, hat wie gesagt einen tollen Soundtrack und weist ganz nebenbei darauf hin, welche Expertise als Klavierstimmer notwendig ist, obwohl manche Kunden von Harry und Niki denken, sie könnten, wenn sie schon mal da sind, genauso gut gleich das tropfende WC reparieren. Der Film ist aber auch phasenweise wirklich sehr unbarmherzig und hart, denn wir befinden uns dann doch in der Unterwelt und deren Protagonisten sind dementsprechend nicht zimperlich.

The Piano Tuner ist aber auch romantisch denn, das habe ich noch nicht erwähnt, Niki lernt die Pianistin Ruthie (Havana Rose Liu) kennen, eine sensible Künstlerin, die ihn heraufordert, sein Leben ganz neu zu denken. Sie ist super, auch Woodall ist super. Obwohl ich ihn bisher nicht so wirklich überzeugend fand, er hat praktisch immer den süß-sexy Sidkick von irgendwem gespielt, aber hier macht er etwas ganz anderes, er vermittelt die Schwere und Melancholie seiner Figur so glaubwürdig und wahrhaftig, dass es beeindruckend ist.

Filme wie The Piano Tuner sind tatsächlich mittlerweile zur Mangelware geworden: Innovative und kluge Crowdpleaser nämlich, mit Anspruch, außerhalb des Marvel Cinematic Universe und anderer Franchises. Einfach ein schöner, geradliniger Film mit Stil.

Allegro Pastell

Was Allegro Pastell betrifft, habe ich es so gemacht: Ich habe ungefähr die Hälfte des Romans gelesen. Dann habe ich mir den Film angesehen, für den Autor Leif Randt auch das Drehbuch geschrieben hat. Anschließend habe ich den Roman weitergelesen. Ich finde sowohl den Film, als auch das Buch sehr interessant, wenn beide auch recht unterschiedlich funktionieren.

Besonders viel Plot gibt es nicht: Die Autorin Tanja (Sylvaine Faligant) und der Webdesigner Jerome (Jannis Niewöhner) führen eine privilegierte und hoch reflektierte Fernbeziehung. Als die Dinge ernster zu werden beginnen, müssen sie entscheiden, ob es wirklich das ist, was sie wollen….

Der Roman von Leif Randt strotzt nur so von wunderschönen Sätzen. Die beiden Protagonisten beobachten sich quasi andauernd selbst und gegenseitig; sie ziehen die Schlussfolgerungen über ihre guten, finanziell abgesicherten, im Endeffekt wieder fast bürgerlichen Leben, weil ihre Leben genaue “Codes” haben. Sie wollen so enorm individuell sein, sind es aber so überhaupt nicht, nur halt mit anderer Schlagseite. Einmal thematiseren sie die Leere ihres Lebens; da sie keine Kinder wollen, sollten sie sich andere Ziele stecken, so meinen sie selbst, leben aber das Leben, dass sie schon vor zehn Jahren gelebt haben: Endlose Parties, Drogen – ich persönlich habe von modernen Suchtmittel überhaupt keine Ahnung, Ketamin, was? – und vor allem selbstkreiertes Beziehungsdrama. Tanja kriegt zum Beispiel gerne von einem auf den anderen Moment schlechte Laune, wenn jemand sie schief anschaut und das ist soo anstrengend. Harhar.

Der Roman hat natürlich viel mehr Backstory, während der Film ein “Vibe” ist, der allerdings auch mit guten Zitaten aus dem Buch angereichert wird. Von Party zu Party. Momentaufnahmen. Musik, Looks, Statements. Berlin. Lissabon. Eine Stadt übrigens, die ich persönlich als pittoresk, aber sehr distanziert wahrgenommen habe, als ich 1998 dort war, und das passt sehr gut zu der Haltung, die hier alle vermitteln. Die zwei Protagonisten, die quasi ein Abbild der Generation Millenial sein sollen, aber ich denke, sie sind nur Millenials eines ganz speziellen Milieus, sind so dermaßen selbstzentriert, affektiert und voller Posen, dass ich sie total unsympathisch empfinde.

Auch wenn ich vieles an der Lebenswelt von Tanja und Jerome nicht verstehe, ich mag die Filme, die sie ansehen zum Beispie Call me by yout name. Und einmal geht Tanja auf ein Conan Osiris Konzert, der im gleichen Jahr 2019 mit seiner avandgartistischen Performance für Portugal am Eurovision Songcontest teilgenommen hat. Da schließen sich wieder alle Kreise. Harhar

Ein andermal werde ich noch mehr zu den schönen Sätzen erzählen.

Dienstag

Das Kind ist heute auf Maturareise gefahren. Mit dem Auto und so. Schon aufregend. Obwohl man sich als Mama ja die Nervosität vor eigentlich allem dann auch irgendwie abgewöhnt/abgewöhnen muss, weil sonst wird man wahnsinnig. Sie sind auch schon gut angekommen.

Das bedeutet, gestern war mit Zeug waschen, bügeln, einpacken und so weiter gefüllt. Ich habe dann gleich mit einer Art allgemeinen Entrümpelung weitergemacht. Ich schmeiße so gerne Sachen weg, es ist unglaublich, harhar. Mein Ziel ist es, alle meine Sachen in nur einem Zimmer unterbringen zu können. Ich will da keine Ideologie draus machen, ich persönlich mag das einfach.

Die nächsten Tage ist eine Überarbeitung meines Textes geplant. Auch da kann einiges entrümpelt werden.

Heute habe ich länger über eine Passage nachgedacht, die sich mit Gewöhnung/Entwöhnung beschäftigt. Im Prinzip ist ja alles im Leben Gewöhnung an etwas, bis es von etwas anderem abgelöst wird. Zum Beispiel eben bei Kindern – zuerst gehen sie alleine in den Park, dann gefühlt zehn Minuten später fahren sie mit dem Auto auf Maturareise.

Nach ungefähr sechs Stunden nachdenken und schreiben, bin ich ins Kino gefahren und habe mir Allegro Pastell angesehen.

Guter Roman und Film, trotz extrem unsympathischen und prätentiösen Protagonisten, harhar

Beim Heimfahren habe ich dann den fm4 Filmpodcast von gestern – eben zu diesem Thema – gehört und da sagt Buch- und Drehbuchautor Leif Randt: “Der Grundimpuls schreiben zu wollen war, (…) dass die Zeit nicht einfach so vergeht. Ich hatte diese Melancholie darüber, dass Dinge dann vorbei sind.” Oder wie es im Buch so wunderschön heißt: Vorauseilende Wehmut.

Passt auch zu der erwähnten Ge- und Entwöhnung. Ich schreibe definitiv auch, um festzuhalten.

Moulin Rouge

Nachdem es gerade auf Netflix wieder läuft, habe ich mir nach langer Zeit Moulin Rouge aus dem Jahr 2001 noch einmal angeschaut. Es war mein Lieblingsfilmmusical, bevor es 2017 von La La Land abgelöst wurde. Und das, obwohl ich damals mit dem Gedanken ins Kino gegangen bin, dass dieses “Jukebox” Musical ein furchtbares Kitschfeuerwerk wird und ich ja alles andere als frankophil bin. Nun, es ist tatsächlich ein Kitschfeuerwerk und ich bin immer noch nicht frankophil, aber dennoch liebe es immer noch sehr! Es mag daran liegen, dass der Regisseur Baz Luhrmann einfach völlig durchgeknallt ist, harhar.

Worum geht es? Die Handlung spielt im Jahr 1899, als der arme Poet Christian (Ewan Mc Gregor) nach Paris geht, um dort als Schriftsteller zu arbeiten. Eben erst angekommen, schließt er sich einer Künstlertruppe um Toulouse-Lautrect (John Leguziamo) an und schreibt mit ihnen ein Musical, das im Moulin Rouge aufgeführt werden soll. Er verliebt sich in die Hauptdarstellerin, die Sängerin und Prostituierte Satine (Nicole Kidman). Der böse Duke erklärt sich bereit, die Finanzierung zu übernehmen, wenn Satine “sein” wird. Im Stück selbst muss sich Satine übrigens zwischen einem armen Poeten und dem bösen Maharadscha (Metaebene!!!) entscheiden….

Es ist kein Spoiler, wenn ich sage, die Sache geht nicht gut aus. Denn bereits in Filmminute fünf, als Christian in einer unfassbar ästhetischen Szene mit tollen Kamerafahrten über ein dann schon stilisiert-heruntergekommenes Paris gesanglich vorgestellt wird – “There was a boy, a very strange entchanted boy, a little shy and sad of eye, but very wise was he…” – eigentlich ein Song von Nate King Cole – also in Minute drei sagt Christian: “The woman I love is…dead.” Satine ist bereits als er sie kennenlernt an Tuberkulose erkrankt und wir brauchen hier eine Menge suspension of diesbelief. Nämlich, dass er es bis fast zum Schluss nicht merkt, sie nicht ihn und alle anderen ansteckt und, dass sie zwar ab und zu hustet und etwas blass ist, aber die Krankheit ihre Schönheit und Zerbrechlichkeit nur noch unterstreicht. Ich kenne jemand, der hat über so etwas eine Doktorarbeit geschrieben *hust*

Nach diesem eher düsteren Anfang wird aber erstmal voll aufgedreht. Als Christian in Paris ankommt, ist nämlich noch alles mehr als super. Es hat zwar niemand Geld, aber man macht Party und trinkt Absinth und wird dabei fröhlich (noch nicht traurig). Es ist der Sommer der Boheme – Friede, Freiheit, Liebe, alle feiern das Leben und die Musik. Und wie ginge das besser als mit Songs wie Up where we belong, All you need is love, I will always love you und so weiter. Dass das alles extrem anachronistisch ist, macht die Sache erst so richtig gut und “Camp”. Auf dem Papier liest es sich furchtbar, tatsächlich ist man als Zuschauerin aber komplett hingerissen, wenn Ewan Mc Gregor, der tatsächlich richtig gut singen kann, Elton Johns Your Song für Kidman schmachtet. Hach ja!

Und es geht rasant weiter. Die hektischen Bühnenproben wechseln sich mit intimen Momenten zwischen Christian und Satine ab; Satine, die sich erst ganz enorm gegen die Beziehung sträubt, weil sie sich ein Leben mit Christian einfach nicht “leisten” kann: “A girl has got to eat” macht sie ihm die profanen ökonomischen Bedingungen klar, während er schon auf Wolke sieben schwebt. Aber irgendwann gibt sie mit den Worten “You’re going to be bad for business. I can tell” auf. Die beiden, die ihre Liebe verstecken müssen, haben ein Lied Come what may (der eine Song, der extra für den Film komponiert wurde ), das sie singen, um sich das gegenseitig zu versichern. Und der Song ist schon so melancholisch, dass man als Zuseherin spätestens da wüsste, was es geschlagen hat, wenn man nicht eh schon seit Minute fünf im Bilde wäre. Ein weiteres Highlight ist der Tango de Roxanne (eigentlich ein Police Song), in dem ur toll getanzt wird, während in Christian die Eifersucht brodelt, es ist der Abend, als Satine den Duke zum Abendessen trifft.

Und so geht es weiter bis zum emotionalen over-the-top Finale. Wie Hitchcock sagte, ein Film muss mit einer Explosion starten und sich dann immer weiter steigern. Ist defintiv das Motto vom Regisseur. Letterboxd reviewer meinen unter anderem: Who needs drugs when Baz Luhrmann films exist? Harhar. Oder A movie set in France without any french people. Is this the perfect film?

Ich kann es nur nochmal sagen: Es ist ein Fiebertraum, wie die jungen Menschen heute sagen, aber ein sehr, sehr guter.