almis personal blog

Kunst ist größer

Wim Wenders hat bekanntlich versucht, die Berlinale zu “entpolitisieren”, was ich persönlich super fand.

Denn meines Erachtens geht es ja beim ESC kaum mehr um Musik, bei Olympia nicht um Sport und ja auch bei Filmfestivals nicht mehr um Filme, sondern vor allem um Empörung über was auch immer und darum, sich irgendwie positonieren zu müssen, natürlich exakt auf der “richtigen” Seite. Auch wenn man sich dazu außerstande fühlt, weil man die Materie zu wenig kennt, weil es zu komplex für eine Pressekonferenz wäre oder warum auch immer. Wenders ist sicher kein unpolitischer Mensch und es geht auch nicht darüber, politische Themen generell auszusparen, er wollte nur den “Bekenntniszwang” verhindern, denke ich, und wurde für die Aussage natürlich wiederum kritisiert ohne Ende.

Gestern ist ihm Nick Cave beigesprungen, der, finde ich, immer sehr kluge und reflektierte Worte zu solchen Dingen sagt und er sprach mir voll aus der Seele. Er erzählte vom Niedergang der Adelaide Writers Week und meinte, solche Festivals seine keine Orte des Diskurses mehr, sondern ” (…)”sucked down the sinkhole of a single monolithic ideology: one voice, one cause, one dissent.” Er meinte über Wenders: “Perhaps he also believes that art is more than the sum of its utility, it is more than a tool or a weapon. Maybe he believes, as I do, that at its core, great art exists purely for its own sake, and that at its most transformative it reveals itself subtly, ambiguously, and curiously”

Und, was ich am schönsten finde: “Perhaps his words will encourage artists to feel confident expressing how they truly see themselves, in all their radical complexity and diversity, to say: This is what I am. This is how I feel.”

Und wenn Nick Cave das hoffen kann, dann hoffe ich das auch. Die Welt mit Kunst größer machen, weiter und mutiger. Und das Publikum selbst denken lassen.

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